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Marburger Tagetzanzkiser
Nr. W 6C.M18. Marburg a. Laba
SeNihe Landeszeitung
vn »nzelgeaprets beträgt für bett 10 gespalt. Zetlen«illtmet« 0.08 GM., kleine Saran-eigen ' 0.06 GM., amtliche und aus
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Berlin, 5. Sept. Die »Deutsche A gemeine Zeitung- meldet aus Moskai Am Freitag Nachmittag fand bei Lis winow eine Besprechung zwischen b< deutschen und der russischen Handelsdel gation statt, die das Ergebnis gehabt ha dah die deutsche Delegation oorläufi nicht abreist, vielmehr werden die Be mühungen um eine sachliche Einigung i, bet letzten noch ausstehenden Frage de! Handelsaktes fortgesetzt. Mitte nächste Woche sollen die Verhandlungen miedet ausgenommen werden. Die gestrige $C: sprechung beschäftigte sich hauptsächlich formal mit dem letzten russischen Memorandum, das von deutscher Seite als eine Art Ultimatum aufgefaht war. Rußland hatte gefordert, dah die deutsche Delegation zu dem Inhalt des russischen Memorandums direkt Stellung nehmen sollte, ohne das Berliner Kabinett mit der Sache zu be- fasie». Als Führer der Delegation hatte der deutsche Botschafter in einem Brief an Litwinow dieses Ansinnen abgelehnt und mitgeteilt, dah es unter diesen Umständen für die deutsche Delegation zweck- mähiger sei, abzureisen. Schließlich kam
nisse" aus dem Memorandum zu klären.
NerMrstm der 8Srung!a Krierbenllind
TU. Athen, 5. Sept. Der Kommag- dank von Saloniki und Gouverneur poa Griechisch-Mazedonien, General S e t tt« liy, ist in Athen eiugetrofsen und hat beim Ministerpräsidenten General Pan» g a l o s im Namen der Militärlage gegen die diktatorischen Mahnahmen der Regierung gegenüber dem Parlament schärf» sten Protest eingelegt. Ueber die neue Berfasiung, die Griechenland erhalten soll, stehen beide Generale in schärfstem Gegensatz. Der Ministerpräsident ist bereit, jede Bewegung gegen die Regierung auch mit militärischen Mitteln aufs äuherste zu be»
Kontag, den < Sevtbr. ISA
starken Gasverlust infolge des Platzens einiger Zellen läht sich auch ungezwungen erklären, weshalb das Luftschiff mit einer solchen Geschwindigkeit fiel, dah die Insassen zum großen Teil durch den Sturz zerschmettert wurden. Wenn Herr Heinen meint, datz darnach letzten Endes die Rücksicht auf daS kostbare Gas, das man nicht entweichen lassen wollte, der Besatzung verderblich geworden sei, so trifft das auch noch in einem anderen Sinne zu: Es ist eine Führungsregel für Luftschiffe, daß man an Böen mit starker Vertikalbewegung nicht mit leichtem sonder» mit ausgewogenem oder besser noch mit etwaS schwerem Luftschiff herangeht, um durch den Wirbel nicht emporgerissen zu werden. Es wird in der Regel bei der Annäherung an Böen für den Führer erforderlich sein, Gas zu ziehen, um den geeigneten statischen Zustand des Luftschiffes zu erzielen, weil das Luftschiff nach längerer' Fahrt infolge des Benzinverbrauches etwas leicht ist. Hat man das billige, leicht ersetzbare, Wasserstoffgas in den Zellen, so zieht man natürlich ohne Bedenken Gas. Schwer wird man sich aber entschließen, das teuere HeliumgaS aus den Zellen entweichen zu lassen. Wenn, wie in der genannten Weise zugetragen hat, fo könnte nur dadurch Abhilfe geschaffen werden, vielmehr wahrscheinlich ist, das Unglück sich daß man wenigstens zu einer teilweisen Verwendung von Wasserstoff auch in Amerika übergeht, was bei geeigneter Anwendung der Gaszellen ohne jede Gefahr möglich wäre.
Dir Einladung an Slrefomann toWen
Genf, 5. Sept. Wie die Schweizer Telegraphen - Agentur meldet. wurde gestern abend in der Konferenz, an der Painleve, Briand, Chamberlain und Ban- dervelde teilnahmen,' grundsätzlich bc- sihlosicn, mit dem deutschen Außenminister Dr. Stresemann eine persönliche Besprechung abzuhalten. Zeitpunkt und Ort der Zusammenkunft find noch nicht bekannt.
einzelne Abteilungen des Luftschiffes entleert waren, konnten sie starken Beanspruchungen nicht standhaften, muhten vielmehr schon bei hartem Auderlegen brechen. Es mag wohl die Beobachtung eines Zuschauers richtig gewesen sein, daß das Luftschiff in seiner größten Höhe plötzlich aus- Hurch den schnellen und
Noch einige Besprechungen der juristischen Sachverständigen in London.
Berlin, 5. Sept. Wie die „Tsls- graphen-Union" von zuständiger Stelle erfährt, ist die offizielle Konferenz der juristischen Sachverständigen in London heute abgeschlossen worden. Es finden in. Laufe der nächsten Tage noch einige Be- prechungen zwischen den Sachverständigen
SbeEche Muno
statt. Der deutsche Vertreter, Mrnlstertal- direktor Dr. Gauh, wird in der Mitte der nächsten Woche zurückerwartet. Es soll dann voraussichtlich Ende der nächsten Woche eine Kabinettssitzung stattftnden, auf der sich die Reichsregierung über die nunmehr zu ergreifenden Schritte schlüssig werden • wird. >
Rach der Londoner Juristrnkoufrrenz.
Paris, 6. Sept. (WTV.) Havas ver- breitet folgende Mitteilung: Der Bericht der juristischen Sachverständigen über die Londoner Besprechungen in der Frage des Sicherheitspaktes wird von den Außenministern der alliierten Staaten nicht vor Montag oder Dienstag erwartet. Zu der Nachricht, daß die Dechtssachverständigen den Außenministern mündlich Bericht erstatten würden, wirdm Genf daraus hingewiesen, daß der englische Vertreter bei den Londoner Juristenbesprechungen. Sir Cecil Hurst, Mitglied der englischen Delegation bei der Völkerbunds- Versammlung 4ft und sein baldiges Cintref- ftn daher mit Recht erwartet wird. Da der ftanzösische Ministerpräsident und der französische Außenminister sich beide m Genf befinden, ist es möglich, dah auch der französische Sachverständige Fromageot nach Genf kommt und sich mit ihnen über die Londoner Ergebnisse ausspricht. Andererseits hatten die Außenminister Chamberlain, Briand und Dandervelde, denen sich bei diesem Anlaß auch der italienische Vertreter tm Volker- bundsrat Scialoja angeschlossen hatte, am Freitag abend' eine AussP-^Ae_ das
f «unwefc nach « E>?°"Derfah?en.
Man hielt es Tfff zweckmäßig, »u. qtrü sung des Londoner Entwurfes eine besondere Konferenz stattfinden zu lassen, zu der auch der deutsche Außenminister eingeladen werden soll. Die vier alliierten Vertreter waren übereinstimmend der Auffassung, daß diese Konferenz nach den Londoner Dorbereitungen zu den nächsten praktischen Aufgaben gehört. Immerhin war man der Ansicht, daß ein genauer Zeitpunkt noch nicht bestimmt werden könne und daß die Stadt Genf jedenfalls als Ort der Zusammenkunft nicht in Betracht kommt.
Tie Londoner Presse znm deulsch-östsr- r-ichischrn Anschluß.
London ,5. Sept. Der Anschluß Oesterreichs an Deutschland wird auch in den englischen Blättern heute verhältnismäßig ausführlich erörtert. Die gesamte Presse schließt sich den französischen aus Paris gekabelten Stimmen an. Der „E v e - n i n g S t a n d a r t" sagt, daß die An- schlußbewegung heute ganz besonders stark sei. Indessen finde sie jedoch nicht die Unterstützung der Industrie und der ausgesprochenen Kommunisten und Sozialisten. Das große Hindernis für die Popularität der Bewegung wäre die Ansicht, daß ein Anschluß an Deutschland die wohlwollende Behandlung gefährden könne, die Oesterreich bisher von den Alliierten erfahren habe. -
Dr.Eikcntrübcröik..ShtMMd»M KaWnM
Berlin, 5. Sept. Einem Vertreter des Berlin?r Lokalanzeiger" gegenüber auherte sich Dr. Eckener nochmals über die „Shenan- doah"-Katastrophe. Dr. Eckener führte unter anderem aus: Die Aeußerung des Jngsnieur Heinen über die Entfernung von acht Ltever- druckventilen läht nur den Vorgang tn einem etwas bestimmteren Licht erscheinen. ws drängt sich die Vermutung auf, daß das ver dem Steigen des Lustschiffes sich ausdehnenoe Das nickt die Möglichkeit hatte, tn auSrei« chendcm Maße aus d-n Llob-Ldruckventtlen zu -ulwelchen. arte Folge hiervon muhte nun allerdings, nicht wie Herr Heinen meint, die fein, dah der Schiffskörper gesprengt wurde, sondern vielmehr die, dah eine oder mehrere Gaszellen platzten und dah das gesamte Gas aus diesen Zellen ausströmte. «Hiermit aber war natürlich eine auherordent- • liehe Verminderung der Festigkeit des Luftschiffes verkMpft: denn ein wesentlicher Festigkeitsfaktör der ganzen Konstruktion liegt eben in dem Druck der Gaszellen. -Sobald
daß man sie so habe durchgehen lassen. Unter allgemeiner Spannung wurde der Schriftsetzer Felix Neumann aus der Hast vorgeführt, der im Tschekaprozeß zum Tode verurteilt worden ist. Zu der Tätigkeit der Bezirksleitung Brrlin-BrandenhurZ erklärte er, daß Maslow politischer Sekretär und Gry lern icz Organisator war. Dem Siebener Kopf und dem Rcvolutions-Mmitee hätten die Angeklagten nicht angehött. Weiter verbreitete sich der Zeuge Neumann über die Bildung und Organisation des Revolutionskomitees und erklärte, daß die einzelnen Angeklagten zu dem im September 1923 als international: Parteiorganisation errichteten Revolutions-Komitee feine Beziehungen hatten. Maslow sei in der Berliner Organisation allgemein als theoretischer Führer bezeichnet worden. Her letzte Zeuge, Abgeordneter des badischen Landtages, Lehrer Börse, hatte in einer gegen den linken Flügel der Kommunistischen Partei gerichteten Broschüre ausgeführt, daß Ruth Fischer und Maslow das deutsche Volk in den Bürgerkrieg stürzen würden. Dazu bemerkte er, daß er damit aber nur die 'beiden Richtungen und nicht die Personen gemeint habe. Darauf wurden die Verhandlungen auf Montag vormittag 9 Uhr vertagt.
Ae Kämpfe in Marokko
Madrid. 6. Sept. Der amtliche Bericht über die Sage in Srmnisch-Merokko besagt, daß der Kampf im westlichen Frontabschnitt auch gestern andauerte und zwar besonders heftig im Gebiet der Beni Hozmar. Der Feind sucht einen starken Druck auszuüben, um die Vorbereitungen der Spanier und Franzosen für die kommende Aktion zu erschweren.
Vor einem Winterfeldzug.
TU. Paris, 5. Sept. Nach amtlichen Berichten hat sich Abd el Krim auf eine energische Abwehr der spanischen Offensive vorbereitet. Wenn auch die Franzosen auf der Uergha-Frout mehrere wichtige Punkte besetzt haben, so zeigt die lebhafte Eefechtstätigkeit der Marokkaner, besonders an der spanischen Front, daß Abd el Krim noch nicht vordem Zusammenbruch steht, wie so oft behauptet worden ist. Die spanisch-französische Heeresverwaltung bereitet sich auf einen Winterfeldzug in Marokko vor.
Eine Schlacht bei Tetuan. — Ernste- Lage der Spanier.
Paris, 5. Sept. Wie dem „3 o u r = «al- aus Madrid berichtet wird, ist General P r i mo de Rivera, der vorgestern abend nach Melilla abgereist war, Hals über Kopf nach T e t u a n z u - Westzone Är ^spanlff^en^Stcd^ug 9» 5$ letzten 24 Stunden ernst geworden sei.
Spanien schickt 15 060 Mann Verstärkungen.
Paris, 6. Sevt. Nach einer Madrider Meldung des „Journal" bat der König von .Spanien gestern abend San Sebastian verlassen, um sich nach Madrid zu begeben. Das gleiche Blatt berichtet, daß Admiral Maiar und General Jordana sowie die übrigen Mitglieder der Direktoriums gestern beschlossen hätten. 18 Bataillone und 6 Regimenter Artillerie, im ganzen etwa 15 000 Mann, Verstärkungen nach Marokko zu entsenden. Ein starker Truppenkörper, der in Ceuta mit Bestimmung nach Melilla eingeichifft werden wllte, wurde nach Tetuan und an die Kampffront bei Tahrar zurücktransportiert, wo gestern ein heftiger Angriff der Rifleute erfolgte.
Ter Untergang des spanischen Trappen» transportschiffes „Espana".
London ,5. Sept. Nach den Berichten englischer und amerikanischer Korrespondenten aus Melilla und Tanger ist über den Untergang des spanischen Truppentransportschiffes „Espana" amtlich nichts bekanntgegeben worden. Die Agenten Abd «l Krims verbreiten die Nachricht, daß das Truppentransportschiff durch einen glücklichen Treffer aus einem erbeuteten französischen 75-Millimeter-Geschütz auf vier See- Weilen versenkt wurde, in dem Augenblick, als es Truppen für die Insel AlhucemaS auszubooten begann.
Eine Marokkoreve des französischen Jnstiz- ministers.
Paris, 6. Sept. (WTB.) Justizmrnister ’S -e t g hat heute auf einem Bankett des Wem- und Ackerbauvercins tn Libourne eine Äffie gehalten, in der er sich mit der Marokko- ™jge beschäftigte. Er wies daraus hin, daß X? Regierung bedeutende Verstärkungen an Tnippen und Material nach Marokko gesandt Jäte, und daß Marschall Petain das Ober- wnnnando übernommen hätte, dessen hohe mi- lttaniche Fähigkeiten Frankreich und die fran- zomche Armee in schwerer Stunde dankbar be- Srußt^ habe. Marokko, nachdem so viel Blut 9yloj,en, und so Viel Geld ausgegeben worden ftt, aufgeben, hieße nicht nur das rühmlich Besonnene aufgeben, sondern auch Frankreichs Verrichaft in Nordasrika in Frage stellen. Das *®&e Frankreich einen schweren, wenn nicht «dlichen Stoß ^versetzen. Tas würde auch va.rauf hinauslausen, Frankreichs politische und «ülttänfche Sicherheit zu schwächen. Frank- r«ch schütze in Marokko seine wirtschaftliche sinanzielle Sicherhett nicht nur allein, wndern es set auch der Soldat Europas. Nicht Proteste fanatischer Beduinen noch Verschwö- ?sitgen und ähnliche durchsichtige Manöver wurden Frankreich dazu bringen, auf das in «irtfa geschaffene Werk zu verzichten, das die «anze Welt bewundere. • -
Renes Bündnis der englischen Gewerkschaften.
Scarborough, 6. Sept. (WTB.) Nach Beendigung der aus allen Zechenbezirken beschickten Delegiertenkonftrenz, teilt der Sekretär des Bergarbeiterverbcmdes, Cook, mit, daß die Konferenz den Entwurf zu einem neuen Bündnis der Bergleute, Eisenbahner, Transportarbeiter und Mechaniker einstimmig angenommen hat. Bei den anderen beteiligen Gewerkschaften wird über das geplante Bündnis noch beraten.
S»!h»Malsl>wr»ß MM Mt kommuMWe BartchWtnck
Leipzig, 5. Sept. (TU.) Am heut gen ünsten Berhandlungstag im Leipziger Lochverratsprozeß tourben zunächst a's Zeugen der Kriminalbettebs-Assistent Bunde und Kriminalkommissar Bonatz vom Serl ner Polizeipräsidium vernommen. Ste sagen tm we- entlichen aus, wo die unter Anklage stehenden Schriftstücke im einzelnen gefunden worden sind. Auch die Vernehmung der nächsten Zeugin, der 21jährigen Stenothpistin Anna Zehn- Pfund, ergibt nichts besonderes, da sie sich auf nichts mehr besinnen kann. Im weiteren Verlaut des Leipziger Hochverratsprozesses wurde Reichstagsabgeordneter Arthur König aus Berlin, der dem linken Flügel der Partei angehört über die Differenzen in der Partei vernommen. Auf die Vernehmung von Ernst Poege, des Haupthekftrs Neumanns in der Tscheka-Gruppe, wird verzichtet. Landgerichtsdirektor Vogt wird über die von Maslow in der Haft geschriebenen Abhandlungen über die russische Revolution vernommen. Der Zeuge bekundet, daß die Tendenz der ganzen Schrift "toeber ihm noch seinem Hilfsarbeiter aus den einzelnen Blättern • ersichtlich gewesen sei und •