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Jeimerstag, toi 3. ßrvtbr. 19B

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Keim Mumuns Lleses

Eleve, 2. Sept. (Prio.-Tel.) Die Ge­rüchte über eine teilweise Räumung der nörd­lichen Rheinlandzone sind unrichtig. Es wurde nur ein belgisches Kavallerieregiment aus Cleve zurückgezogen, das jedoch wieder durch ein belgisches Infanterieregiment ersetzt wurde.

Was nicht gesagt werden darf.

Berlin, 2. Sept. (TU.) DerLokal-Anz." meldet aus Mainz: Der Verleger und Redak­teur desAlzeyer Beobachter" Reinhold Pfund wurde von dem hiesigen Militärpolizeigericht wegen Abdrucks eines Artikels über die Ab­rüstungsfrage in Frankreich zu zwei Monaten Gefängnis und 1000 <aL Geldstrafe verurteilt.

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Sie zmiften-Kvafmm

London, 2. Sept. (WTB.) Die juristische« Sachverständigen Deutschlands und der Alliierten sind Mittwoch wieder zu einer Be­sprechung im auswärtigen Amt zusammen- getrrten.

Dem juristischen Sachverständigen in Lon­don liegt ein sorgfältig ausgearbeitetes Pro­jekt vor, mit dem au^ die belgische Regierung sich in allen Einzelheiten einverstanden erklärt hat. Stetere darf aber nicht der Schluß ge­zogen werden, daß D7 ischland nun vot voll­endete Tatsachen gestellt werden soll. 2« Gegenteil, Deutschland soll volle Freihei. ha­ben, zu dem Projekt Stellung zu nehmen und Gegenvorschläge zu machen. Die Orsvrechungen der drei Außenminister in Genf werden fort­gesetzt werden, schnöd neue Nachrichten von den Sachverständigen in London vorliegen, die ständig über das Fortschreiten ihrer Arbeiten berichten.

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Slmstche Schikanen

Verweigerung der Einreiseerlaubnis.

Hamburg-, 2. Sept. (WTB.) Aus Flens­burg wird gemeldet: Nachdem alle Vorberei­tungen für das am 6. September auf dem Knipsberg stattfindende S p i e l f e st beendet waren, und allein aus Flensburg 400 An­meldungen von Turnern und Besuchern Vor­lagen, hat die dänische Regierung die Ertellung der Einreiseerlaubnis verweigert. Als Grund dafür wird angegeben, daß die dä­nische Staatspolizei nicht in der Lage sei, die richtige Kontrolle über diese 400 für einen Tag einreifenden Flensburger vorzunehmen.

Im Grenzgebiet herrscht außerordentliche Empörung, da man das Vorgehen der- «lschen Regierung als eine ausgesprochen poli­tische Matznahme gegen das Deutschtum be­trachtet. Nach einer weiteren Meldung aus Lpenrade hat die dänische Regierung auch die Erteilung des Patzoisums für eine Anzahl Tchüler aus Eutin, die mit ihren Lehrern einen Ausflug nach Nordschleswig machen wollten, ohne Angabe von Gründen abgelehnt.

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Der Pariser Friedenskongreß

Paris, 2. Sept. (WTB.) Bei der Er- vungssitzung des Friedenskongresses am Mitt­woch sollte auch neben dem französischen Kam­merpräsidenten H e r r i o t der deutsche Reichs­tagspräsident L o e b e zu Worte kommen. Da Herriot durch die Arbeiten des Generalrates des Departements Rhone in Anspruch genom­men ist und nicht zu dem Kongreß erscheinen konnte, hat auch Reichstagspräsident Loebe, einer an ihn ergangenen Anregung Folge lei­stend, darauf verzichtet, feine Rede zu halten. Die deutschen Delegierten haben darauf be­schlossen, datz, da Loebe nicht zu Worte ge­kommen ist, auch kein anderes Mitglied -er Delegation sprechen soll. Der Zwischenfall hat i» den Kreisen der deutschen Delegation Be­fremden hervorgerufen. Havas gibt über den

Die BMeOmSMWW Die zweiMMge Avssulsrage

Gens, 2. Sept. (TU.) Nach einer kurzen» nicht, öffentlichen Aussprache der Ratsmrt- glieder eröffnete heute vormittag um 11.15 Uhr der französische Außenminister Briand die Ratssitzung.

Das Wort wurde alsdann dem Vertreter Ita­liens Scialoja erteilt, der über den Entwuts des italienischen Senators Ciraolo berichtete, tote* den Von Naturkatastrophen betroffenen Be­völkerungen am besten auf internationalem Wege Hilfe geleistet werden könnte. Briand dankte dem Senator Scialoja für sein edles Werk der Menschenhilfe. Ueber die Entsen­dung von Studienkommissionen in eine be­stimmte Anzahl von Ländern, die Opium pro­duzieren, spricht der schwedische Außenminister U n d e n. Der Bericht über die Arbeiten der Kommission zur Bekämpfung' des Sklavenhan­dels und der Bericht über die Lage der grie­chischen Minderheiten in Konstantinopel wurden wie alle Berichte des Vormittags an die Voll­sitzung verwiesen . An die öffentliche Sitzung schloß sich hierauf eine nichtöffentliche.

Ge-n f, 2. Sept. (TU.) Der Dienstagabend und die Morgenstunden des Mittwochs waren der ersten Aussprache, zwischen den drei Au­ßenministern Chamberlain, Briand urch VanderVelde über den Sicher­heitspakt gewidmet. Heute vormittag 11 Uhr trat der Rat zu seiner ersten offiziellen Sitzung zusammen, in der er das Programm ?ür die Tagung festlegte. Im Laufe des gestrigen Abends und heute nacht sind die lebten Mitglieder des Rates in Genf einge­troffen.

Die Unterredung zwischen Chamberlain und Bandervelde fand Mittwoch nachmittag statt und dauerte etwa eine Stunde . Don belgischer Seite wird im Auftrage S>nderveldcs fol­gende halbofsizlelle Mitteilung gemacht: Die Unterredungen, die der belgische Außenminister sowohl mit Chamberlain wie mit Briand int Laufe des Tage^ batte, trugen «einen sehr herz­lichen und aufrichtigen C's-rakter. Alle drei Staatsmänner war::> sich vollkommen einig über die Grundlagen für den Sicherheitspalt.

Benesch wieder auf Reisen.

Paris, 2. Sevt. (WTB.) Wie Havas mit- tefit, wird der tschechische Minister des

Aeußeren Benesch, der sich zur Teilnahme an den Arbeiten des Völkerbundes nach Genf be­gibt, in allernächster Zeit in Paris erwartet, wo er wahrscheinlich mit höheren Beamten des Quai d'Orsay konferieren wird.

Donnerstag Behandlung der Mosiulfrage.

Paris, 2. Sevt. (WTB.) Savas meldet aus Genf, her Völkerbundsrat beschlob, Donnerstag vormittag die Mosiulfrage zu be­handeln . Die Vertagung um 24 Stunden soll nicht aus politischen oder diplomatischen Grün­den erfolgt sein. Der Rat will vielmehr den engl:,-qen und türkis' en Vertretern Zeit geben, um ihre Exposes vorzubereiten und mit den maßgebenden Persönlichkeiten in Fühlung treten.

London, 2. Sept. (TU.) Die bevor­stehende Behandlung der Mosiulfrage in Gens wird selbst von den politischen Kreisen Eng­lands, die sich in der Regel nicht durch Pesii- mismus auszeichncn, mit wachsender Be­sorgnis und größter Spannung erwartet. Man ist sich darüber klar, datz die Türken ihre Drohung, mit allen Mitteln eine Abtren­nung des Wilajets Mosiul zu verhindern, aus- sühren werden. Der grötzte Teil der britischen Oeffentlichkeit hat nicht dir geringste Neigung, das Land in einen neuenkleinen" Krieg ver­wickelt zu sehen, der leicht verhängnisvoll wer­den, könnt». Es wirb zugegeben, datz die bri­tisch« Abordnung in Gens in einer äußerst schwierigen Lage ist. Di« Völkerbundskommif- sion hat sich für die Verlängerung des briti­schen Mandats über Mosiul ausgesprochen, trotzdem .sie ausdrücklich sestgestellt hat, daß das Gebiet rechtlich zur Türkei ge­hört. Wie auch die Entscheidung sollen möge, wird nach Ansicht politischer Kreise, Englands Lage außerordentlich schwierig fein, denn auf der einen Seite stehen die kriegsbereiten Tür­ken, auf der anderen Seite jedoch das Prestige Großbritanniens, das unter der Preisgabe der christlichen und arabischen Minderheiten im Mosiulgebiet schworen Schaden nehmen müßte.

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Zwischenfall folgende Darstellung: Unterrichts- minister de Monzie teilte der Versamm­lung mit, daß, weil Herriot abwesend sei, Reichstagspräsident Loebe sich entschloflen habe, nicht zu sprechen und datz seine Rede später verösfentlicht werden würde.

Amerika MM 3t!ü*tftnet> Svrnbr

Berlin ,2. Sept. Schon die ersten Nachrichten von der bevorstehenden Samm­lung für die Zeppelin-Eckener-Spende haben in Amerika einen begeisterten WiderhaU gefunden. Während man bei, uns noch mit den organisierten Vorarbeiten beschäftigt war, ging man in Amerika schon zur Praxis über ,d ^h. man begann mit den Spende». Der erste Beitrag erfolgte am 10. August und war an dieNewhorkev Staatszeitung" gerichtet; er war von folgendem Schreiben begleitet ,das sich durch die prächtige Gesinnung auszeichnet, die darin zum Ausdruck kommt: Werte Her­ren der Staatszeitung! Da ich den Zellen der Staatszeitung entnommen habe, daß der geplante Nordpolflug des Dr. Eckener mit einem vom deutschen Volke gespen­deten Zeppelin ausgeführt werden soll, so glaube ich wohl, datz auch dieStaatszei­tung" das Sammelwerk unterstützen wird, weshalb ich mir erlaube, eine erste Spende von fünf Dollar einzusenden. Großen Er­folg erhoffend, zeichnet hochachtungsvoll Karl Frenzel. DieNewhorkerStaats­zeitung" hat sich entschlossen, ihrerseits eine Sammlung für die Zeppelin- Eckener spende zu eröffnen, und f ast alle deutschen Zeitung en Arne? rikas find diesem Beispiel bereits gefolgt.

Die LchimWmigrn bei der MWdM

Berlin, 2. Sept. TLl.) DieTägliche Runschau" meldet: Rach den Feststellungen der Reichsbahngesellschaft bekamen von ihrer Arbeiterschaft die insgesamt 400 000 umsaht, 12 Prozent bisher schon Löhn?, die diejeni­gen der entsprechenden Arbeitnehmer der Pri­vatindustrie übersteigen. Rund 48 Prozent befinden sich besonders auf Grund der Art ihrer Lohnsteigerung in einer ungünstigen Lage. Für diese 40 Prozent sollen die Lohnbezüge bestimmter Arbeiterkatego­rien, die besonders hochwertige oder quali­fizierte Arbeit vollbringen, z. D. Rangierer, Mechaniker und verschiedene Schwerarbeiter, besonders nach der Art ihres Dienstes be­messene Erhöhungen bekommen. Deren Um­fang steht noch nicht fest, doch wird daran ge­dacht, diese Bezüge dann rückwirkend bis 1. September zu gestalten. Der Gesamtbetrag der betoilligten- und noch ge­planten Mehraufwendungen für Löhne bei der Reichsbahn erfordert für das Jahr eine Summe von rund 20 Millionen Mark.

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Die Folge« des Riesenstreiks in Amerika.

Newyork, 2. Sept. Der Streik im amerikanischen Steinkohlenbergbau beginnt sich bereits auszuwirken. Der Kohlenver- sand ist praktisch zum Stillstand gekommen. Die Bahnverwaltungen beginnen bereits ihre Werkstätten zu schließen und' die Ar­beiter ihrer Reparaturwerkstätten zu ent­lassen. Die Bedienungsmannschaften der Frachtzüge werden verringert. Die Prophe­zeiung, daß mindestens 10 000 Eisenbahn- Angestellte durch den Kohlenstreik in Mit­leidenschaft gezogen werden, geht rasch in Erfüllung. Obgleich große Kohlenvorräte vorhanden sind, beginnen die Kohlenpreise 'bereits zu steigen.

An Kohlen-

mstMonnmn

Berlin, 2. Sept. (TU.) Deutschland Hai nach einem Bericht derDail y Mail" Vor­schläge für ein Abkommen zwischen dem briti­schen und dem deutschen Kohlenbergbau zur Kontrolle der Exportpreise gemacht. Hier­nach soll die Menge der zu exportierenden Kohlen getrennt und Minimumpreise ausge­stellt werden . Die Märkte der Aelt sollen unter den beiden Ländern verteilt werden und jede Partei verpflichtet sich, nicht tn dem Ge­biet der anderen Kohlen zu verkaufen. Hier­zu erfährt derDeutsche Handels- dienst" von informierter Seite, daß es sich nicht um Beratungen oder Fühlungnahme von Syndikat zu Syndikat haifoelt. Dagegen ha­ben private Verhandlungen zwischen deutschen Kohlenhandelsfirmen und britischen Expor­teuren stattgefunden. Diese Verhandlungen stellen jchoch nur rein private Abmachungen zwischen den beteiligten Firmen dar. Es ist möglich, daß von dieser Seite bestimmte Ab­machungen in dem genannten Sinn getroffen werden, doch stellen diese Vereinbarungen keine irgendwie restlose Erfassung der deutschen und englischen Kohlenwirtschast dar.

Dio SontonWrWe bei

Mukonms geiWert

Paris, 2. Sept. (TU.) Di« spanisch-fran­zösische Flotte hat versucht, an zwei Punkten in der Alhueemar-Bucht Landungstruppen auszufetzen. Die Rif-Kabylen leisteten aber verzweifelten Widerstand und konnten di« Landung noch aufhalten. Abd el Krims bis­heriges Hauptquartier Ajdir, liegt in der Nähe der Bucht und wird von den Schiffsgefchützen unter Feuer genommen. Die Ris-Kabylen zie­hen neue Kräfte bei Scheschauen zusammen, um sich dort vor der Offensive zu sichern.

Neue Truppenzusammenziehungen Abd el Krims.

Paris, 2. Sept. (TU.) In der westlichen spanischen Zone zieht Abd el Krim bedeutende Truppenmengen zusammen, während an der Tangerfront die Lage unverändert ist.

Die kommunistische Propaganda in Algier und Marokko.

Paris, 2. Sept. . (Täl.) Trotz der ver­schärften Sicherheitsmaßnahmen der Behör­den ist es wieder vier Kommunisten, unter denen sich auch der Abgeordnete Doriot be­finden soll, gelungen, sich nach Oran in Algier einzuschiffen. Man befürchtet, daß sie sich verkleidet auf dem marokkanischen Kriegsschauplatz Herumtreiben werden und mit ihrer antimilitaristischen Propaganda großen Schaden anstisken können. Bisher konnten die vier Agitatoren trotz energischer Der- solgung nicht gefaßt werden. 1

Beiden Lau' ungsversuchen der Spanier k« der Bucht von Alhucemas gelang es de« Kabolrn, de« Truppe« - Tran, -ortdarnpfer Espana Quainto" durch Geschützfener zu ver­senke«. An Bord des Schiffes befanden sich et­wa 1000 Fremdenlegionäre. Ans de« Mittei­lungen von spanischer Seite geht nicht hervor, welche Verluste bei diesem llnfall r« ver­zeichnen waren. Das Feuer der Rifkabylen war so heftig, datz auch der KreuzerAlfons XIII* betätigt und der Kommandant des Schiffes verwundet wurde. Abd el Krim soll zurzeit in der Stadt Targift aufhalten.

1<. Deutscher Archlvtag

Regensburg, 2. Sept. (TU.) Vor­gestern wurde hier der 17. Deutsche Archiv tag mit einer Versammlung int alten Rathaussaal feierlich eröffnet. Es sind namhafte Persön­lichkeiten aus allen Teilen Deutschlands zu der Tagung erschienen. Die Leitung der Tagung liegt in den Händen des zweiten Direktors des Geheimen Staatsarchivs in Berlin, Dr. Klingenborg. Nach Erledigung einiger gei schriftlicher Angelegenheiten gedachte der Ge- neraldirektor des Staatsarchivs Bayern, Dr. Riedner, der verstorbenen Berufsgcnossen. Oberstudirnrat Bauerschmidt überbrachte die Grüße der Bayerischen Staatsregierung, Rcichsarchivdirektor M ü) e b e ck die Grüße der Reichsregierung und Seküonsrat Prof. Bütt­ner die der österreichischen Archivverbände. Im Namen der Regierung der Oberpfalz be­grüßte die Versammlung Regie tu ngsdcre tat Stöhsel, im Namen der Stadt Bürger- meffter Hermann« - ~