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Der Ei^entumsfchutz in Sowjetmtzland.
Moskau. 12. Slug. Der Rat der Bolks- kommisiare Sowjetruhlands hat es für notwendig erachtet, das Strafgesetzbuch dahin zu «weitern, datz eine willkürliche Vernichtung und Beschädigung von staatlichem und kommunalem Eigentum mit einer Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre verfolgt werden soll.
Mische LmldrWtuug
Was weiter die östlichen Schiedsgerichtsoerträge anbetrifft, so scheint es, datz man sich geeinigt hat, datz diese Schiedsgerichtsverträge unter die gemeinsamen Garantie Frankreichs und des Völkerbundes gestellt werden.
Ein Einsall in Frankreich.
Eine Massenzusammenziehung deutscher Truppen in der entmilitarisierten Rheinlandzone.
Eine Konzentrierung deutscher Truppen in unmittelbarer Nähe der Rheinlandzone, die auf einen Einfall schliehen lasse. Der Bau von Festungen und anderen Arbeiten, die einen ausgesprochenen militärischen Charakter tragen. .
Äbecheffische Zeitung
ertraglrch ist. Alle Bemühungen der Regie- rung, diese Massenwaisiterung einzudämmen, i™ erfolglos. In Moskau befürchtet man, datz die Bewegung auch auf die benachbarten Gouvernements übergrvisen werde.
Mssenauswan-eruligen russischer Bauern nach Sibirien
Selsi7lgsors, 12. Aug. Die Zentralbehörden in Moskau sind sehr beunruhigt über die Massenabwanderung der Bauern aus dem Gouvernement Tula. Mehrmalige Mißernten, die Vernichtung des Wehs usw. haben zu einem katastrophalen Niedergang der Landwirtschaft im Gouvernement Tula geführt. Die ver- zweifefte Bevölkerung wandert in Massen nach Sibirien ab, von wo Nachrichten etntreffen, daß dort das Reich eines „neuen Bauernzaren" im Entstehen begriffen sei. der geordnete Zustände in Rußland einsühren werde. Die Bewegung reist selbst die Bewohnerschaft jener Gegenden mit sich fort, in denen die Lage noch
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"X?tr «nzetgenprew beträgt füü den 10 gespalt. Zellenmillimeter' 0.08 SM., kleine Baranzeigen; 0.06 GM„ amtliche und «tt#* wärtige Anzeigen 0.10 GM. Beil 8chlvierigem Sah sowie bei Platzv Vorschrift 50»/, Aufschlag. —< Lammelanzeigen 100 % Aufschlag. Reklamen der Millim.
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4 Goldmark — V.,,Dollar.
Zur Konferenz Brlan-s mit Chamberlain Sie Antwort in 3 bis 4 Tagen
Sennerslag, W13. August 1925
Dit.-Oberhesstsche Zeitung" er- u^int sechsmal wdchentlich. Be- ^.jpreis monatlich 2 GM. ans- rchneßl. Zustellungsgebühr, durch Me^cf12-25 DM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte oder Ul«ent-rer Ereignisse ausfallend« qMmern wird kein Ersatz ge- dlstet. Verlag b. Dr. §. Hiheroth. Druck der Unib.-Duchdruckerei b. goh..Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 55. u. Nr. 666. «„Ischeckkonto: Amt Frankfurt £ 5R. Nr. 5015. — Sprechzeit wt Redaktion von 10—11 und ',,1—1 Uhr.
heil, eins neue Aussprache vor dem Zusammentreffen des Völkerbundes in Genf statt- finden zu lassen.
London. 12. Aug. (TU.) Während heute vormittag im Foreign office die beiden juristischen Sachverständigen des englischen und des französischen Außenministers mit der Abfassung der Antwortnote an Deutschland beschäftigt waren, haben Briand und Chamberlain ihre Besprechungen fortgesetzt. Bon unterrichteter englischer Seite wird erklärt, daß bereits heute eine »völlige Hebet» einstimmung" erfolgen dürfte, sodaß Briand bereits morgen wieder nach Paris zurückkehren könne, mit einer Antwort an Deutschland in der Tasche, die die völlige Zustimmung Englands erhalten habe. Selbstverständlich werde die Note zuerst der belgischen und italienischen Regierung zur Kenntnis gebracht werden. Die Veröffentlichung wird erst nach dem Empfang in Berlin erfolgen, doch wird eine kurze Mitteilung über den Inhalt der Rote nach den Londoner Besprechungen herausgegeben werben. Morgen nachmittag wird Chamberlain im Kabinett über die Verhandlungen mit Briand Bericht erstatten.
Jas AM zu Sanktionen
(Eigene Funkmeldung.)
fk. Paris, 13. Aug. Der Berichterstatter des „Mali n“ aus London meldet, die von Briand und Chamberlain festgelegten Fälle, die ein Eingreifen Frankreich gestatten, ohne datz der Völkerbund in Erscheinung zu treten hat, sind:
Antibolschewistische Entente gegen Durchmarschrecht dckrch Deutschland?
London, 12. Äug. (TU.) In den Kreisen der Arbeiterpartei geht das Gerücht um, daß Frankreich bereit wäre, in einen antibolschewistischen Bund an Englands S«te ein» S:n, wenn England den Franzosen das marschrecht durch Deutschland nach den Oststaaten im Kriegsfälle einräumt. Polen uni die Tschechoslowakei, so lautet die französische These, müßten als Nachbarn Rußlands besonders geschützt werden.
P a r i s, 12. Aug. Von eingeweihten Kreisen wird versichert, daß Briand und Chamberlain sich nicht allein über das Memovand im und die deutsche Note unterhalten, sondern auch im Zusammenhang damit die Lage in Marokko und China erörtert haben. Die Diskussion in dieser Frage fei umso dringlicher et- ich«neu, als man im englischen Kabinett geäußert habe, daß Frankreich durch die Art /einer Orientpolitik dem btitlschen Reiche Schwierigkeiten in den Weg lege.
General Serrall
j Aoch Pariser Meldungen ist noch ein dritter 1 Test des Berichtes des Generals Serrail Wer die Vorgänge in Syrien unterwegs, der 1 bk schon längst erwarteten Angaben über die französischen Verluste enthalten soll. Deo fran- 1 Msche Oberkommissar will übrigens mit den Rebellen verhandeln.
Die französischen Verluste
(Eigene Funkmeldung.)
1 ft. Paris, 13. Aug. Wie bereits berichtet, Id Ministervräfident Painlevö gestern Immittag nach Beendigung des Ministerrates 1 den Industriellen Playonlt aus Bairut - empfangen, den General Sarrail beauftragt hatte, dem Ministerpräsidenten einen »«traulichen Bericht über die Lage in Syrien »erstatten. Der Bericht beschäftigt sich sehr eingehend mit der politischen Lage im Deschebel- und Drusgebiet und mit he« unmittelbaren Ursachen der Zwischenfälle dtb Meinungsverschiedenheiten unter den Mitgliedern der Familie des Sultans Atrasch. Es heißt in dem Bericht: Die Franzosen l haben, um ihre Anhänger zu schützen, eine Abteilung von 7 Offizieren und 160 Mann zur Verstärkung der Garnison von S u c i d a ent- h»bt Diese Abteilung ist von überlegenen Kindlichen Streitkräften umgangen worden *8b hat im Kampf mit diesen ungefähr 106 Hann verloren. Darauf ist eine zweite Abteilung unter dem Befehl des Generals Hichaud in Stärke von 3000 Mann, darunter 62 Offiziere und 840 Man« französischer Truppen abgesandt worden, um die Erregung beschwichtigen. Diese Abteilung hat in Einem Borpoftengefecht einen Offizier ver- l»ren und hat sich nach Berlust ihres Lebens- Aittelzuges zurückgezogen. Nach dem Kampf *d man 385 Verletzte, darunter 23 Offiziere, bezahlt. Die genaue Zahl der Toten ist schwer ^Ezngeben, da nur 15 Mann festgestellt »et» *en konnten. Von 432 Vermißten dürfte der patzte Teil (Syrier und Maldegassen) von den Trusen gefangen oder nach Transjordanien Ebe, zu den Engländer« geflüchtet sei«, die sie *btr zurückschickten. Die Garnison von Surida 8 bereits umzingelt, aber genügend mit Lebensmitteln. Munition und Wasser versehen, ^ir leistet dem Angriff der Drusen Widerstand **b hat nur einige Verluste zu verzeichnen. *’* Zwischenfälle haben sich in einem Augen- blick ereignet, als die Lage so wenig ernst er- folittt, daß General Sarrail anbot, einen Teil ^ner Syrierschützen nach Marokko zu entsen- um der gegenwärtigen Lage in Marokko ^Segnen zu könne«. Der General hat nur ^wache Verstärkung nötig, die ihm auch untrüglich gesandt wurde.
Die alliierte Einheitsfront.
Das Ergebnis der Londoner Besprechung besteht nach den bisher vorliegenden Meldungen darin, datz Briand und Chamberlain auf die Aufrechterhaltung der alliierten Front gegenüber Deutschland Wert legen, obgleich dies dem Sinne einer offenen Aussprache zwischen den zukünftigen Vertragsgegner« nicht entspricht. In materieller Hinsicht dagegen scheint diese Front nicht gefestigt. So scheinen die Fragen der Sanktionen und der Garantien in London noch völlig ungeklärt. Frankreich strebt eine Kompromißlösung an, die für „flagrante" Fälle der Vertragsverletzung durch Deutschland ein sranzösisches Sanktiousrecht in den Pakt aufzunehmen wünscht, während für weniger wichtige Fälle die Sanktionsbesugnis Sache des Völkerbundes sein soll. Dies wäre eine Lösung, die von Deutschland aus keinen Fall angenommen werden kann. Die französischen Garantiewünsche im Osten Deutschlands scheint dagegen England glatt abzulehnen. Eine Einigung ist zwischen den Alliierten darin zu verzeichnen, datz sie bei einem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund jede Sonderbehand- lung hinsichtlich des Art. 16 ablehnen unter Hinweisung aus die Zuständigkeit des Völkerbundes, und datz die Erwartung hinsichtlich der Entlastung des deutschen Gebietes von der Besetzung durch Frankreich mit dem Hinweis auf die Unverletzlichkeit des Versailler Vertrages abgelehnt wird. Demgegenüber mutz betont werden, datz Deutschland seine Forderungen hinsichtlich des Eintritts in den Völkerbund nicht fallen lassen kann. Was die Erwartungen angeht, so denkt Deutschland nicht daran, von Frankreich die Aufhebung des Versailler Vertrages zu fordern. Dagegen gibt der Versailler Vertrag in Art. 431 selber eine Handhabe zur Lösung des Besatzungsproblems. Die Weiterentwicklung der Dinge mutz nun ab- gewartet werden. Aus keinen Fall kann der deutsche Standpunkt durch irgendwelche interalliierte Abmachungen präjudiziert werden. Gelöst werden kann der gesamte Fragenkomplex nur aus einer großen, gemeinsamen Konferenz, die Deutschland natürlich anstreben wird und deren Zeitpunkt davon abhängt, wie sich die alliierten Verhandlungen über Deutschlands Eintritt in den Völkerbund und die Frage der Garantien gestalten werden.
Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Expreß" schreibt, datz sich die Dominions gegen den Sicherheitspakt ausgesprochen hätten, der sie in einen europäischen Krieg verwickeln könnte. Es sei allerdings nicht anzunehmen, datz Chamberlain aus sie Rücksicht nehme« würde: es würde ihm augenblicklich nicht schwer fallen, im Unterhaus eine Mehrheit für die Politik des Paktes zu finden. — Aber die französische und die deutsche Regierung dürften nicht vergessen, datz jede neue englische Regierung in der Lage sein würde, den Pakt zu lösen, da er den demokratischen Gefühle» Grotzbritanniens vollständig entgegengerichtet sei.
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Die Einmütigkeit in London.
fk. London, 13. Aug. Reutet berichtet, daß Briand in einer Unterredung, die er Pressevertretern gewährte, die Ergebnisse seiner Londoner Reise unter verschiedenen Gesichtspunkten besprochen habe. Briand erklärte u. a.: Es sei ungemein wichtig, daß die Aussprache mit einer solchen Einmütigkeit über die Einzelheiten der Antwort an Deutschland geendet habe. Die Antwortnote wird etwa in 4—5 Tagen abgesandt werden, sobald die Sachverständigen sie in eine ordnungsmäßige diplomatische Form gekleidet hätten. Es bestehe keine Notwendig-
Ist Manchen« Feierlichkeiten
München, 12. Aug. (TU.) Heute nach» mittag hat im Auftrag des Reichspräsidenten von Hindenburg der in seiner Begleitung be» sindliche Staatssekretär Dr. Meißner, dem Kardinal Erzbischof Dr. v. Faulhaber, dem Präsidenten der evangelischen Landeskirche Dr. Beit und dem gegenwärtig in München befindlichen Marschall Limann von Sanders Besuche abgestattet. Der Reichspräsident selbst stattete dem Generalfeldmarschall Prinz Leopold von Bayern einen Besuch ab. Rach 5 Uhr nachmittags nahm der Reichspräsident bei dem Münchener Gesandten des Deutschen Reiches, v. Hantel, den Tee ein. Hieran schloß sich ein kurzer Besuch im Deutschen Museum, wo der Reichspräsident von dessen Schöpfer, Oskar von Miller, begrüßt wurde. Das Abendessen nahm der Reichspräsident beim Ministerpräsident Dr. Heidt ein, woran sich um 9.15 Uhr abends ein großer Empfang im Hause des Ministerpräsidenten anschloß. An ihm nahmen die Mitglieder der bayerischen Regierung, die in München weilenden Reichsministet, die Parlamentarier, „ die Spitzen der Reichs» und Landesbehörden, Vertreter 6er Stadt, der Kunst und Wissenschaft, der kirchlichen Bekenntnisse, des diplomatischen Korps und bet Presse teil. Die Reichswehr veranstaltete zu Ehren des Reichspräsidenten en en Zaipfen streich vor dem Haus des Ministerpräsidenten: i
Ovationen für den Reichspräsidenten. *'■
München, 12. Aug. (TU.) Schon vor 11.30 Uhr hatte sich eine immer größer werdende Menschenmenge auf dem Marien- platz angesammelt, die den Reichspräsidenten bei seiner Abfahrt mit nicht endenwollenden Beifallsrufen begrüßte. Rach der Feier tlh Rathaus trat Reichspräsident von Hindenburg mit dem Ministerpräsidenten Dr. Heldt und dem ersten Bürgermeister Scharnagel auf den Balkon des Rathauses. Kaum wurde die nach Tausenden zählende Menschenmenge seiner ansichtig, aI8 sie in gewaltigen Lkubel ausbrach und das Deutschlandlied anstimmte: das von der Menge trotz des starken Regens mit entblößtem Haupte gelungen wurde. 3m Anschluß an neue Hochrufe sprach Hindenburg zur Menge und' sagte: „3ch danke für den herzlichen Empfang, der mir in dem schönen München zuteil geworden ist. Unser teures deutsches Vaterland hurrah, hurrah, hurrah.!" Die Menge nahm den Ruf brausend auf, worauf unter neuen Zurufen und Tiicherschwenken der Bevölkerung der Reichs» -räsident mit einer Verbeugung den Balkon verließ.
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Ist Mimst in Marokko
ft. Paris, 13. Aug. Savas berichtet aus W e s f a u vom 12. August: Die Aktion der ftanzöstschen Truppen am Lukkas hat guw stige Ergebnisse gezeitigt. Der Feind hat sich demoralisiert über die nördliche .ant Amesusitua zurückgezogen unter Aufgabe ferner Stellung auf lern Dschebed Sarsar. Man meldet, daß mehrere feindliche Stamme Verhandlungen wegen ihrer Unterwerfung wünschen. Die Zusammenarbeit der französischen und spanischen Truppen bewahrt sich glänzend. Die neue Lage habe auf die französischen Truppen einen günstigen Eindruck gemacht. Die Sitze bat ein wenig nachgelassen 'und es ist möglich gewesen, verschiedene fran- - zösische Abteilungen für 24 Stunden aus dem Operationsgebiet zurückzuzieben und ihnen Ruhe zu verschaffen.
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Die Deutschen in der Fremdenlegion.
Rewyork, 12. Aug. (TU.) Aus dem Bericht des bei der Fremdenlegion in der Nähe von Fez weilenden Hearst-Korrespondenten Wiegand ist mit erschreckender Deutlichkeit zu entnehmen, wie groß der Prozentsatz an Deutschen in der Zusammensetzung der Fremdenlegion ist. Unter 14 000 bis 16 000 Zremden- legionäten befinden sich insgesamt 7000 bis 8000 Deutsche, also 52 Prozent. Unter den deutschen Fremdenlegionären befinden sich deutsche Offiziere und viele berühmte deutsche Flieger, die als Unteroffiziere dienen. Auf Wiegands Frage nach den Gründen des Eintritts solcher Deutscher in die Fremdenlegion . wurde chm die Antwort zuteil, daß wirtschaftliche Gründe den Eintritt veranlaßt hätten.
Militarisierung der Weißrussen.
Minsk, 12. Aug. Die sowjetrussischen Behörden beabsichtigen eine vollständige Militarisierung der weißrussischen Bevölkerung vorzunebmen Aus diesem Grunde sollen an die Berufsverbände Waffen verteilt und mit der militärischen Ausbildung sofort begonnen werden. Aushebungen sollen vorläufig zweimal in der Woche abgehalten werden.