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vriaud, französischer Außenminister.

Chamberlain, englischer Außenminister.

Nr. 186 60 Mrg. Marburg a. Lahn

Marburger

Zaseßlmzeiger

MM LanMettung

Französische Merschümthett

Hokeitsoerletzung durch sranröfische Flieger.

Berlin, 10. Aug. (TU.) Wie derB e r l. Lokalanzeiger" au? Karlsruhe meldet, hat ein Geschwader von sechs französischen Flugzeugen heute srüh um 8l4 Uhr in einer Höbe von etwas über 1000 Metern den Rhein bei Karlsruhe in östlicher Richtung über- slogen. lleber dem Karlsruher Flugolatz dreh­te das Geschwader nach Norden ab und slog über badischem Gebiet weiter. Unter der Be-

London, 10. Aug. Die englischen Morgen­blätter stehen in Erwartung der morgen begin­nenden Paktbesprechungen. Es sei notwendig, so schreibt dieWestminster Eazette, daß Deutschland zu Rate gezogen werde, bevor ein endgiltiger Paktentwuri gemacht werde. Das größte Hindernis gegen Deutschlands Ein­tritt in den Völkerbund sei seine Abneigung, die militärischen Verpflichtungen des Völker­bundsvertrages anzunehmen. Eine ernstliche Schwierigkeit bestehe darin, daß Frankreich als Garant der Schiedsgerichtsverträge zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarn auf­treten wolle mit dem Rechtsoorbebalt, bei einem Konflikt jederzeit gegen Deutschland ein­greisen zu können. Die britische Oeffentlichkeit würde sich einem Pakt widersetzen, wenn Frank­reich darauf bestünde, sein Schwert auf diese Art über Deutschland zu halten und eine Revi­sion der Friedensverträge zu verhindern. Denn England würde als Hüter der Rheingrenze in eine unmögliche Lage kommen, wenn Frank­reich das Recht beanspruche, die entmilitari­sierte Rheinlandzone zu durchqueren.

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füllungsort Marburg.

1 Goldmark V«,-Dollar.'

Das Programm der Berkasiuagskeier im Reichstage.

Berlin, 10. Aug. (TU.) Das Programm der morgen Mittag 12 Uhr beginnenden Ver- fassungsfeier der Reichsregierung im Reichs­tage ist folgendes: 1) Erste Synvhonie, erster Satz, von Brahms, 2) Festrede des Honorar­professors Dr. Hermann Platz, 3) Erste Svn- phonie, vierter Satz von Brahms, 4) An­sprache des Reichskanzlers, 5) gemeinsamer Gesang des Deutschlandliedes, erste und dritte Strophe. Die musikalischen Vorträge werden durch das Berliner Philharmonische Orchester unter Leitung von Julius Brüwer ausgembrt.

Zurückhaltende Begrüßung Briands.

London, 10. Aug. Briand wird heute abend in London ankommen ukd voraussicht­lich zwei Tage hier bleiben. Die Mitglieder des Kabinetts befinden sich trotz der Vertagung des Unterhauses während der Dauer der Ver­handlungen in London. DerObserver" be­faßt sich kurz vor der Ankunft Briands noch einmal mit dem Verhandlungsthema und meint, dem französischen Außenminister müsse vor allen Dingen mit größter Höflichkeit klar gemacht werden, daß es Grenzen gebe, über die England nicht hinausgehen könne und daß es moralische Erwägungen gebe, von denen der ganze Wert des Planes abhänge. Man könne nicht gestatten, daß das Genfer Protokoll unter einem andern Namen wieder auferstehe. Es gebe nur einen Weg: in einer Konferenz unter gleichberechtigter Teilnahme Deutsch­lands die Paktfrage zu lösen.

Aenftag, ft, 11. August 1925

^Oberhesflsch« Zeitung" er- ^it sechsmal wöchentlich. Be- ^preis monatlich 2 GM. aus- Zustellungsgebühr, durch

^Pofi2.25 GM.Für etwa infolge St«iks, Waschinendeftkt« oder ^NSit-rer Ereignisse ausfallend« «umm-rn wird kein Ersatz ge- iristet. Verlag b. Dr. E.Hitzervth, oä bet Univ.-Buchdruckerei v. ^Aug. Kock- Markt 21/23. «^spreche»: Rr. 55.«. «Rt. 666. L-^che-kkonto: Amt Frankfurt

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«,,11 Uhr.

Lhamberlam-Miand-Konferenz in London über die SicherbeitssrnM

völkerung herrscht Empörung über diesen lle- bergrift der französischen Militärflieger.

Französisch-englischer Kriegsgräberkonflikt.

London, 10. Aug. Einen Sturm der Ent­rüstung hat in der ganzen englischen Oeffent­lichkeit die Nachricht hervorgerufen, daß die französische Regierung nach vorausgegangenen erfolglosen Verhandlungen mit der britischen Kriegsgräberkommission die Aufgabe von ins­gesamt neun bei Laventie südwestlich von Ar­mentier gelegenen Soldaten kriedhöfen ange­ordnet hat. Die englische Presse ist «über die­sen Akt französischer Pietätlosigkeit empört und berichtet bei dieser Gelegenheit auch über die schlechte Unterhaltung der Kriegsgräber. Die Maßnahme wird von französischer Seite damit begründet, daß die Anhäufung zu gro­ßer Mengen Toter die öffentliche Gesundheit gefährde. Mit Exhumierung der Toten und ihrer Unterbringung in entfernter gelegenen Plätzen ist bereits begonnen worden.

AerWunMg

Die Weimarer Verfassung ist die staats­rechtliche Grundlage des in den Wehen des Umsturzes entstandenen neuen Deutschland. Man rühmt ihr nach, daß nurdieK^raftdes deutschen Volkes und dre politische Einsicht rm Stande waren, sie zu schaffen unddaß sie em bleibendes Zeugnis der deutschen Gestaltungs- kraft sei. Die Anerkennung der Weimarer Verfassung, welche darin liegt, schont doch das Grundsätzliche zu verkennen, daß die Erhol tung der Reichseinheit weniger das Werk der Weimarer Verfassung war als das Nachwehen des Bismarckschen Geistes, welcher dieser Reichseinheit geschaffen hat. .

Verfassungen sind Grundlagen der Staaten, das ganze Leben der Nation baut sich auf Urnen aut Sie sind das Grundgesetz der Staa- ten. Allerdings, sie sind nicht unabänderlich. Das gilt insbesondere auch von der Weimarer Verfassung. Sie atmet nicht den Geist der Ur- sprünglichkeit, welchen ein Bismarck der ersten Verfassung des Reiches einhauchte. Die Grund- lagen für die Weimarer Verfassung haben die Theoretiker geschaffen, welche in eifriger Ur- beit die republikanischen Verfassungen anderer Länder studierten und das ihnen geeignet Er- scheinende für das deutsche Reich übernahmen, oft genug ohne Rücksicht darauf, ob solche Be­stimmungen für die spezifisch deutschen Zu- stände anwendbar waren. So wurde die Wei­marer Verfassung in verhältnismäßig kurzer Zeit geschaffen, und gerade darin liegt cke Ur­sache, daß sie manche Lücken und Mangel zeigt, daß sie grundlegende Verfassungsfragen, so wie die Stellvertretung des Reichspräsiden, ten, späterer gesetzlicherer Regelung überließ. Man hat sich in Weimar ängstlich gehütet, selbstschöpfend vorzugehen, wie allein btet Frage der Neueinteilung des Reiches zur Ge­nüge bewiesen hat. Die Weimarer Verfassung selbst dringt zum Ausdruck, daß sie ixicht für sich beansprucht, ewig unabänderlich zu fern. Sie enthält selbst die Bestimmung, daß Ab- änberungeh der Verfassung auf gesetzgeberi­schem Wege möglich seien.

Die Verfassung als Grundlage des Staates respektieren, heißt deshalb noch nicht, auf febe Reform der Verfassung nun verzichten. Leider hat sich in weiten Volkskreisen die An­sicht und die Ueberzeugung durchgesetzt,, daß Jeder, welcher für die Reform der Verfassung Eintritt, ein Hochverräter sei, weil er an den Grundfesten des Staates rüttle. Dem ist aber nicht so. Die Weimarer Verfaffung muhte und muh wie jeder Akt der Gesetzgebung , die Feuerprobe der Praxis bestehen. Erweist diese, daß Abänderungen notwendig sind, dann wäre es verkehrt, wenn man sich gegen solche sperren würde. Es ist deshalb bedauerlich, daß der vom Reichsinnenminister angeregte Ausschuß zur Reform der Weimarer Versas- fung, nicht zu Stande kommen konnte, um fo bedauerlicher, weil er einen Weg hätte, er­schließen können, der zu einer innigeren An­näherung der Länder hätte führen können.

Man hat in Weimar die neue Verfassung in überschwenglichen Worten gefeiert, mehr viel­leicht unter dem Eindruck des reizvollen Neuen als in grundsätzlicher Würdigung des Erreichten. Nach dem Umsturz mußte ein neues Grundgesetz des Staates geschaffen wer­den. Man verzichtete auf die Anknüpfungen zum bewäyrten Alten. Man stand auch offen­kundig in Weimar zu sehr unter dem Ein­druck der Verhältnisse, unter dem Eindruck des Versailler Diktats und der vollzogenen Staatsumwälzung. Solche Eindrücke mußten sich psychologisch zwangsläufig äiißern. So kamen Stimmungsmomente in der Weimarer Verfassung zum Ausdruck, denen der Wert des Bleibenden fehlt. Man kann sich daher auch nicht wundern, wenn heute nach 6 Jahren die Weimarer Verfaffung noch nicht jene tiefen Wurzeln im Volke geschlagen hat, welche jedes staatliche Grundgesetz haben muß. Man kann sich aber auch nicht wundern, wenn manche Bestimmungen der Weimarer Verfassung auf dem Papier geblieben sind, weil die sich rasch fortfetzende Konsolidierung der Verhältnisse in Deutschland deren Ausführung unverständlich erscheinen liefe. Die Weimarer Verfassung mag eine der Ursachen fein, welche zu dieser Kon­solidierung beigetragen hat; dieses eine Gute wird aber ausgeglichen durch die andere Tat­sache, daß sie tn anderer Beziehung trennend gewirkt hat. Es fei nur hingewiefen auf die durch die Reichsverfafsung erfolgte Bestim- mung der neuen Reichsfarben schwarz-rot-gold. Dieser Schritt war gleich unverständlich wie unbegründet. Die in Weimar versammelte Nationalversammlung konnte wissen, daß der Gedanke der Schaffung' eines Groh-Deutsch- land und dieser wär doch mahgebend für die Wahl der neuen Reichsfarben in ab­sehbarer Zeit infolge des Widerspruchs der Kriegsgegner nicht zu verwirklichen war. Wa­rum dann jene Farben aufgeben, an welche sich die Erinnerung an Deutschlands Gröhe knüpfte. Man mag es bedauern, aber eine Tatsache wird es bleiben, daß die Weimarer Verfassung niemals Gemeingut des deutschen

öbevliMsche

Protestantismus, aus Deutschland die Präsi­denten des Deutschen Evangelischen Kirchen- ausschusses und des Kirchentags, Dr. Kapler und Freiherr von Kechmann, von der briti­schen Gruppe anstelle des Erzbischofs von Can­terbury der Lordbischof von Winchester. Die Amerikaner sind geführt von dem bekannten Kirchenmann Brown, die griechisch-katholifche Kirche von dem Erzbischof von Sofia und dem Bischof von Bukarest. Die Verhandlungen, die heute Montag beginnen, stehen unter Lei­tung des schwedischen Erzbischofs Dr. Nathan, Söderblom. Die ganze Woche wird den Be­ratungen der etwa 13 Kommissionen gewid­met fein, die das Material zu den Fragen: internationale Beziehungen, Politik, Ethik u. a. zu prüfen Haden, die den Gegenstand des Konzils bilden sollen. Die Hauptverhandlun- gen, zu denen etwa 600 Abgeordnete aus aller Welt erwartet werden, darunter etwa 70 aus Deutschland, werden am 19 August beginnen. Am gestrigen Nachmittag fand ein Empfang der Delegierten des Weltbundkongresses bet dem deutschen Gesandten Dr. Rosenberg statt.

$cc Mfsvmd in Syrien

Die ersten Beschwichtigungsversuche der französischen Regierung haben nicht lange vorgehalten: der Aufstand der Drusen brei­tet sich aus und hat zunächst zu erheblichen Erfolgen geführt. Die französischen Truppen sind mehrfach in Hinterhalte geraten und b<chen Hunderte von Toten und ^verwunde- ttn sowie zahlreiches Kriegsmaterial, darun­ter Tanks, Maschinengewehre und Kanonen verloren. Der den Berichten der französi­schen Zeitungen aus Marokko und Syrien Miß man allerdings berücksichtigen, daß auch mnerpolitische Gegensätze hinemspielen. Der Marschall Liauteh ist Royalist, wird also von dm Linksblättern schlecht gemacht; der in Sh» rien befehlende General Sarrail ist Demo­krat und hat auf der Rechten eine schlechte Dresse. Aber soweit geht in Frankreich der parteipolitische Haß doch nicht, daß die Geg­ner die militärischen Schwierigkeiten über­treiben würden. Man darf vielmehr an- ttefanen, daß sie nur die von der anderen beste verheimlichte Wahrheit aussprechen, und »afe diese für Frankreich sehr fatal ist. Die Franzosen haben in ihrem liebermut und in ihrem unersättlichen Imperialismus es nicht fertig bekommen, mit den anderen eu­ropäischen Mächten, die in Afrika und Asien ähnliche Interessen verfolgen, auf gutem Fuße zu leben. Run beklagen sie die sehr berech­tigte Zurückhaltung der Spanier in Marokko Md beschweren sich bitter über die Haltung der Engländer in Syrien. Tatsächlich ist ja die englische Politik in Dorderasien der fran­zösischen mit Raturnotwendigkeit entgegen- Msetzt, da England ein Lebensinteresse daran hat, sich den Weg nach Indien frei zu halten. 6o beschränken sich denn jetzt die Engländer darauf, den Aufstand von ihren eigenen Grenzen fernzuhalten, sehen aber mit schlecht verhohlener Schadenfreude auf die wachsenden bchwierigkeiten der Franzosen.

Eine Regierungserklärung Paiuleves über die Ereignisse in Syrien.

| Paris, 10. Aug. Painleve hat gestern Pressevertretern eine Erklärung über die Vor­länge in Syrien abgegeben. Danach soll der Auistandsbewegung keine große Bedeutung zu- kommen, weil nach verbürgten Nachrichten innerhalb der Familien der Aufständischen weitgehende Meinungsverschiedenheiten be- jillnoen und einige Mitglieder dieser Familien entschieden die Wiederaufnahme einer fran- losenfreundlichen Politik befürworten. Wegen bei wachsenden Gärung habe der Oberkomman- dierende zu Demonstrationszwecken eine 175 Kann starke Kolonne entsandt, die von einem Überlegenen Feind zum größten Teil -viedergemacht worden sei. Nur 60 Sol­daten seien der Gefangennahme entgangen. Einer Strafexpedition unter General Mi - t) a n o hätten die Drusen die Munitions­kolonnen abgenommen, so daß sich die Infan­terie wegen Munitionsmangels decke zurückriehen müsse. Der kom­mandierende Offizier habe sich durch eine Ge­wehrkugel getötet, um der Gefangennahme zu entgehen. Die französischen Verluste seien noch nicht bekannt, weil der Schluß des Telegramms von Sarrail noch fehle. Seit dem 5. August hätten die Drusen nicht mehr ernsthaft ange­griffen. Sueida werde noch immer von den stanzösischen Truppen gehalten. Der Abgeord­nete Ferry hat eine Interpellation über die Ereignisse in Syrien gemeldet.

Daß die Regierung über die Ergebnisse in Syrien besser unterrichtet ist, als die offiziösen Mitteilungen erkennen lassen, beweist der so­eben gefaßte Beschluß, zwei Bataillone der Fremdenlegion sofort nach Syrien zu entsen­den. Nach einem weiteren Telegramm haben sich zwei starke französische Kolonnen in der Legion von Suaida verschanzt Die Drusen vollen die Garnison aushungern.

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Sie MtinWenfcrcro

Stockholm, 10. Aug. (TU.) Nachdem am Samstag die letzte Tagung des Weltbun­des internationaler Freundschaftsarbeit der Kirchen ihren Abschluß gefunden hatte, wurde gestern mit zwei feierlichen Gottesdiensten, in deren ersten der Landesbifchof Dr. Jhrnels aus Sachsen vor Vertretern saft aller christlichen Bekenntnisse predigte, die Tagung des Inter­nationalen Ausschusses der Weltkonferenz er­öffnet. Die Ausgabe des Ausschusses ist. die in dieser Woche zusammentretende große Kirchen­versammlung vorzubereiten. Etwa 100 Kir- chenführer aus allen Kirchen-Konzil-Gruppen sind hier eingetroffen, darunter D'n der kon- , tiner.taien Gruppe die Bischöfe der fhanöina-- vischen Länder. Finnlands und Estlands, Ver­treter des schweizerischen und sranzösischen