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<p[e ^Obrrbess'sch« Zeitung" er- [Aebtt sechsmal wöchentlich. Be- p,A«Pk«is monatlich 2 GM. aus- Weßl. Zustellungsgebübr. durch dieP°st2.25 SM.Für etwa infolge Streiks. Waschlnendefektr »der elementarer Ereignisse ausfallend« Kummern wird kein Ersatz g«. lelslet. Verlag d. Dr. §. Hiheroth, Druck der Unid.-Vuchdruckerei d. zoh. Aug- Koch. Markt 21/23, Fernsprecher: Rr. 55. u. Rr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt 4. W. Rr. 5015. — Sprechzeit per Redaktion von 10—11 und
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Essen, 28. Juli. (TU.) In den Aus- »ellungshallen, vor dem Polizeipräfidium usw. &b starke Truvvenkontingente zusammenge- Lgen. Auf dem weiten Manöverfelde am Eüdrand der Stadt wird in geschlossenen Abteilungen noch fleißig exerziert. Es ist damit ju rechnen, daß der Rest der Besatzung Essen richt vor kommenden Freitag abend verlassen jeden wird. Am Freitag vormittag 10 Uhr iS anläßlich des Einholens der Trikolore am Hauptquartier, dem Gebäude des Bergbaulichen Vereins, eine gewaltige Truvvenvor- Ebrung zu erwarten. Nach dem Abzug der ßrsatzung werden am Sonnabend die vor 2% Zähren verdrängten Schupoabteilungen in Mn wieder einrücken.
XäumungsvorLereitungen auch in Duisburg.
TU. Duisburg, 28. Juli. Auch in Duisburg machen sich die ersten Anzeichen der Räumung bemerkbar. I» viele« Privatqaar. litte« wird eifrig gepackt und das grobe Ee- chck fortgeschafft. Scho« in den nächste» Tagen sericu verschiedene Truppenteile die Stadt «klassen.
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Set Schnellzug Basel - Paris verunglückt
Zugunglück in Paris.
TU. Paris, 28. Juli. Kurz nach Mitter« »acht ist der Baseler Schnellzug vor dem Pans« Ostbabnhof auf eine Lokomotive aufge- stchren. Zwei Eisenbahnwagen find vollständig Zertrümmert. 18 Personen wurden veletzt, darunter sechs schwer.
Ofieniroc Ab» cl Krims gegen Ne Spanier?
k Paris, 28. Juli. Aus Tetuan wird gemeldet, daß Abd el Krim an der spanischen Front große Truppenmassen zusammengezogen hat und zwar soll es sich um seine besten Kampfeinheiten handeln. Abd d Krim ist bemüht, in der spanischen Zone mehrere aufständische Stämme hierbei zu !benutzen, um den Spaniern die rückwärtigen Verbindungen abzuschneiden. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß Abd el Krim einen großen Angriff gegen die Spanier dorbereitet und hierzu von der französischen Front reguläre Truppen zusam- mengezogen hat. Die Rückzugsbewegung der Kabhlen in den letzten Tagen scheint auf diese Umgruppierung der Kräfte zurückzuführen sein. Nur im Zusammenhang mit dieser Bewegung sind wohl auch Vie französischen Erfolge zu erklären.
F Paris, 28. Juli. Wie der Berichterstatter der „Information" aus Marokko berichtet .soll der Hauptstoß der neuen Offensive Abd el KrimS gegen Uessance ge- fführt werden. Die Djeballahs sollen be- »reitS den Befehl erhalten haben, Uessance anzugreifen. Die Franzosen haben den Militärposten von Zendoula, einige Kilo- Zmeter nördlich von Uessance geräumt. Seite Verstärkungen treffen dauernd ein, »ährend zugleich starke Befestigungen im Norden von T a z a von den Franzosen angelegt werden. Die französischen Posten haben den Militärposten von Derader, west- lich von Ain Aicha geräumt.
Petaius Rückreise «ach Frankreich.
Paris, 28. Juli. (III.) Marschall PL- tain fährt nach der Unterredung mit Primo be Rivera heute Abend nach Ceuta, um sich an Bord des Kreuzers „Strasbourg" nach Marseille einzuschiffen.
Frankreichs Angst vor bene Kommunismus.
TU. Paris, 28. Juli. Der Geschäftsführer des kommunistischen Blattes „Sumanite" und 12 andere Kommunisten sind wegen Aufreizung von Mitgliedern des Heeres zum militärischen Ungehorsam unter Anklage gestellt worden.
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Mein mid Weichsel als
Paris, 28. Juli. (TU.) „Cte Ron- oelle" macht in einer Besprechung über die Wiederannäherung Frankreichs und Englands die FeMellung, daß England für ein Entgegenkommen in der europäischen Politik die Unterstützung Frankreichs in Asien fordere. Die Zugeständnisse Englands am Rhein und sogar an der Weichsel sollten durch eine Solidarität der französischen Politik mit England in China erlauft werden. „Ere Rou- velle" glaubt r« wissen, daß dementsprechende Instruktionen an den französischen Gesandten in London ergangen find und warnt Bri - and vor allzu weitgehenden Verpflichtungen. Das Blatt macht auf die bedenklichen Fol ' aufmerksam, die ein allzu schroffes Vorgehen F' in China nach fich ziehen würde. Der englisch-französische Meinungsaustausch über die deutsche Rote.
Paris, 28. Juli. Ueber den englischen Standpunkt zu der deutschen Note, der gestern Bertholet mündlich übermittelt wurde, glaubt „Journal" mitteilen zu können, daß die englische Regierung vorläufig auf bine Konferenz verzichten wolle. Sie pflichte der französischen Auffassung bei, daß die Unterzeichnung des Garantiepaktes ohne leben Einfluß auf die Rheinlandbesetzung bleiben müsse. Ueberetnstimmung bestehe weiter über das Prinzip des Einttitts von Deutschland in den Völkerbund und über die französische Ansicht, daß die S ch i e d s - sprüche obligatorisch sein müßten und keinen juristischen Charakter tragen dürften, wobei die englische Regierung besonderes Gewicht auf die Feststellung lege, daß dieses Prinzip auf die Auslegung strittiger Punkte des Versailler Vertrages voll zur Anwendung komme. Zu tiefergehenden Meinungsverschiedenheiten gebe dagegen die Frage Anlaß, ob Sanktionen automatisch ergriffen werden dürften oder ob für sie eine
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.unparteiische Entscheidung erforderlich sei. Die Klärung dieser Srage sei von besonderer Bedeutung, da es sich in erster Linie um die Feststellung der Maßnahmen handele, die guf Grund eines Verstoßes gegen die entmilitarisierte Rheinlandzone ergriffen werden sollten. Ein Gegensatz bestehe ferner in der Frage der Garantierung der Schiedsverttäge durch Frankreich.
Von den anderen Punkten gibt auch der „Petit Parisien" zu, daß die französische Forderung der Garantierung der Schiedsgerichtsverträge im Osten zurzeit den größten Stein des Anstoßes bilde.
Der Londoner französische Botschafter de Fleuriau hat nach dem „Petit Parisien" neue Instruktionen erhalten, die sich auf die französische Auslegung gewisser Fragen des internationalen Rechts beziehen.
Der Tert des Garavtievaktes wird vorbereitet.
Paris, 28. Juli. (TU.) Wie die Blätter Mitteilen, sind augenblicklich die diplomatischen Verhandlungen zwischen Loudon und Paris außerordentlich lebhaft. Das „Petit Journal" erfährt, daß der juristische Sachverständige des Quai d'Orsey Fromaseot gestern aus London zurückgekehrt sei, wo er verschiedene Male mit dem englischen Sachverständigen des Foreign Office, Sn Lecil Hurst, verhandelt habe.
Bei diesen Sachverständigenverhandlungen habe es sich nicht allein darum gehandelt, die juristischen Unterlagen für die französisch-englische Einigung hinsichtlich der Beantwortung des deutschen Memorandums scstzulcgen, sondern eher darum, den eigentlichen Tert des Earnntievaktes vorzubereiten, der Gegenstand der ganzen Verhandlungen gewesen sei. Chamberlain und Briand, so betont das „Petit Journal", hätten absolut den Wunsch, vorwärts zu kommen und zu einem Abschluß zu gelangen. Sie seien absolut zu einer Besprechung mit Deutschland bereit, wenn Deutschland wirklich ein Vorwärtsschrci- ten der Verhandlungen wünsche.
Der Streik im Saarbersbau
Saarbrücken, 27. Juli. Der Ausstand der Bergarbeiter ist vollständig. Rund 99 Prozent der Belegschaften stehen im Ausstand. Bewaffnete Landjäger halten di« Gruben besetzt. Die Bergleute bewahren größte Disziplin. Ueberall herrscht Ruhe. Die Gewerkschaftsführer weilen in Paris, um mit dem französischen Arbeitsminister über die Lohnfrage zu verhandeln. Die großen Metallarbeiterverbände beS Saargebiets haben sich mit den Bergarbeitern solidarisch erklärt. Der Landesrat des Saargebiets wendet sich an das französische Arbeitsministerium mit einem Telegramm, in dem die große Notlage der Bergleute als die Ursache des Streikes bezeichnet wird und wegen den schweren Folgen für die ganze Bevölkerung dringend gebeten wird, den Forderungen der Bergleute weitestgehend gerecht zu werden. In einer Eingabe an die Regierungskommission des Saargebietes sprechen ferner die Landesratsfraktionen des Zentrums und der Deutsch-saarländischen Volkspartei die dringende Bitte um sofortige Hilfe aus. Gleichzeitig wird die Regierungskommission ersucht, anzuordnen, daß den Bergleuten im Saargebiet für alle die Feierschichten, die in den letzten Wochen vorgekommen sind, die Erwerbslosenunterstützung unter Verdoppelung der Sätze ohne Verzug ausgezahlt werden.
Die deutschuationale Landtagsfraktion u«V die Ruhrkohleukrise.
Berlin, 28. Juli. Die deutschnatto- nale Landtagsfraktion weist in einer kleinen Anfrage auf die schwere Absatzkrise des Ruhrkohlenbergbaues hin, die zu einer Katastrophe auszuwachsen drohe. ES werden Aenderungen der Tarifpolitik der Reichsbahn, Steuererleichterungen für die Ruhrindustrie und Notstandsarbeiten für die Arbeiterschaft gefordert. In einer weiteren kleinen Anfrage ersucht die deutschnational«
Landtagsfraktion um Auskunft, welche Sicherungen getroffen seien, um zu verhindern, daß die Räumung des Einbruchs- gebietes und der Brückenköpfe Duisburg und Düsseldorf nicht zu stärkerer Belegung des altbesetzten Gebietes führen.
Daß dmW'stanMW Saar- aWemmtn
Berlin, 28. Juli. Der „Lokalanz." meldet: In der gestrigen Nachmittagssitzung der Saar-Delegation mit den Mitgliedern des Auswärtigen Ausschußes des Reichstags wurde eine Einigung erzielt und erreicht, daß die Deutschnationalen und die Volksparteiler ihre Bedenken gegen die Annahme des deutsch- französischen Saarabkommens zurückstellten. Sie werden daher für die Annahme des Abkommens stimmen, jedoch mit der Einschränkung, daß das Abkommen nur eine Gültigkeitsdauer von vier Monaten erhalten soll, wie es ja auch nur als Provisorium von Anfang an gedacht war. Nachher soll die Regierung verpflichtet sein, eine Aenderung der Kontingente, vor allem beim Roheisen, berbeizuführen, woran- dann eine eventuelle Verlängerung des Abkommens um weitere vier Monate in Frage kommt, falls nicht dis dahin der deutsch-französische Handelsvertrag perfekt sein sollte. Die Delegation veabnchtige nach Erreichung ihres Zweckes Berlin alsbald wieder zu verlaßen.
Tie dentsch-luxemburgische« Aktie« bleibe« j« Deutschland.
Köln, 28. Juli. Die „Köln. Ztg." meldet: Entgegen anderslautenden Meldungen ist das 21 Millionen betragende bisher im Besitz der Firma Hugo Stinnes befindliche Paket von Aktien der deutsch- luxemburgischen Bergwerks- und Hütden- A.-G. in Bochum durch Vermittlung des Bankhauses Schröder in London an eine deutsche Jndustriegruppe übergegangen.
Die Ammsckmrlage
Die Amnestievorlage im Rechto-AusMst des Reichstages.
Berlin, 28. Juli. (TU.) Der Rechts- Ausschuß des Reichstages setzte heute die Beratung der Amnestievorlage fort und nahm in der Eesamtabstimmung den § 1 entsprechend den gestrigen Beschlüssen an. Er wandte sich dann der Aussprache über den 8 3 zu.. Hierbei wurde von sozialdemokratischer Seite be- antragt, keinen Unterschied zwischen den Delikten zu machen, die vor dem 1. Oktober 1923 und denen die nachher begangen worden sind. Reichsjustizminister Frenken erklätte dazu mit Bestimmtheit, daß die Reichsregierung an den Fristen und Terminen festbalicn müße/ der Unterschieb zwischen den Dingen vor 5 Jahren und später sei entscheidend.
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Dir Arbritrr-SIymviadr
Frankfurt, 28. Juli. An Ergebnis« fen des gestrigen Kampftages sind nachzu- tragen:
Ringkämpfer Bantamgewicht: Gehring-Deutschland; Federgewicht: Sa«n- Finnland; Leichtgewicht (reguläre Klasse): Sarikowsky-Finnland; Mittelgewicht (reguläre Klasse): Kokkinen-Finnland; Federgewicht (Altersklasse): Dotzauer-Deutschland; Mittelgewicht (Altersklasse): Freiberg-Lettland; Schwergewicht (Altersklasse): Witz- mann-Deutschland.
Das Faustballspiel um die Olympia-Meisterschaft gewann die Tschechoslowakei gegen Deutschland mit 62 : 40.
In der Olympia-Meisterschaft im H a n b * ballsp iel siegte Deutschland gegen ble Schweiz mit 4:2. ,
Der 5. Kampftag. ’ H'
Die letzten, am 5. Kampftage der Olympiade ausgetragenen Wettkämpfe haben folgende Ergebnisse: ■ -
Turnen: Achtkampf für Turner: Rödel vor Rahnseld und Burli (sämtl. Deutschland. i
Zwölfkampf für Turner: Salomen vor Mäki und Lethinen (sämtl. Finnland). j
Achtkampf für Turnerinnen: Neubauer Oesterreich vor Benedix und Girke-Deutsch- land.
Zwölfkampf für Turnerinnen: Dick au» Deutschland vor Pestova-Tschechei und Re- bach-Deutschland.
Leichtathletische Wettkämpfe: 4 mal 100 Meter Hürdenlauf: 1. Mattila- Finnland in 58 Sekunden vor Kääriänen- Finnland und Wels-Deutschland.
Kleine Olympiadestafette für Sportlerinnen (200, 50, 50, 100 Meter): Deutschland in 53,5 Sekunden vor Finnland und vor zweiter Mannschaft Deutschlands.
400-Meterlauf für Sportler: Virta ht 51,6 Sek. vor Elo und Hankki (sämtl. au» Finnland.
Fußballspiel um die Olympiade- Meisterschaft: Sieger Deutschland gegen Finnland mit 2:0 (Halbzett 0:0).
Bryans Beisetzung.
Newyork, 28. Juli. (TU.) Präsident Coolidge hat öffentlich angeordnet, daß alle öffentlichen Gebäude in Washington am Donnerstag, an dem Tage die Leiche dort eintrifft, halbmast zu flaggen haben. Da» Begräbnis auf dem Nationalsried.wf wurde genehmigt, da Bryan im spanisch-amerikanischen Kriege Oberst gewesen war. Bryan wird also mit militärischen Ehren, sonst aber in aller Stille beigesetzt werden. Er bat selbst ein schmuckloses Begräbnis gewünscht.
Die Streiklage.
fh. Saarbrücken, 29. Juli. In der Streiklage im Saarbergbau ist eine Aende- rung nicht zu verzeichnen. Bemerkenswert ist, daß auch die Angestellten der Saargruben zur Lage Stellung genommen und die Organisation beauftragt haben, der Bergwerksbirektion eine Eingabe zu überreichen, in der sofortige Verhandlungen mit dem Verwaltungsrat der Saargruben gefordert werden, da die Gehälter der Grubenangestellten ebenso wie die Löhne der Bergarbeiter einer Aufbesserung bedürfen. Ferner wurde beschlossen, daß die Angestellten während des Ausstandes der Bergarbeiter jede Arbeit, die für gewöhnlich von Arbeitern ausgeführt wird, ablehnen sollen. Die katholische Geistlichkeit des Saar- gebieis hat an den französischen Arbeitsminister die Bitte ausgesprochen, der materiellen Lage der Saarbeoölkerüng eine bessere Grundlage zu geben.