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Marburger ragtsanzemr

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Landeszettung

Sonnabend, D Ä. Wi 1925

pK ^Obrrbessischr Zeitung" « («tonal ivtchenllich. Be- monatlich 2 EM. aud* Siegl. Zustellungsgebühr, durch ^Post2.25 SM.Für etwa infolge gttttU, Maschinen defekte oder ^sentarer Ereignisse audfallende Innern wird kein Ersatz ge- : Kjstet. Verlag b. Dr. §. Hitzeroth, > Druck der Unib.-Buchdruckerei d. ; L,.: Aug. Koch, Markt 21/23. I Fernsprecher: Nr. 55. u. Nr. 666. I Postscheckkonto: Amt Frankfurt 1 M. Nr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und

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öbechessische Zeitung

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1 Goldmark/».»Dollar.

Sie Räumung

I Eine englische Pressestimme zur Ruhr­räumung.

|,gondon, 24. Juli. (XU.) In einem Aus. Mtz über die Bedeutung des marokkanischen Mieges fragt derO u t l o o 6, wie es komme, Wtz die größte Militärmacht der Welt Frei- Willige stellen müsse für ein Heer, das Kg 000 Mann zähle. Der Grund sei, schreibt Mentlook". daß die französische Militärpolitik M Europa einen Vernichtungskrieg als Mög- Kjheit ansehe, bei dem jeder waffenfähige Mazose notwendig sei. Die Franzosen mütz- Kt aus diesem Grund Freiwillige für Ma- Etoo mobil machen. Die Deutschen seien mit Mer Ansicht völlig im Recht, wenn sie die Miumung der Ruhr vor dem festgesetzten Datum MW als Freundlichkeit gegen Deutschland be- Machten, sondern sie aus den Druck der tanzösischen Lage in Afrika zu- Imcksühcen.

|Set Oberbefehlshaber der französischen und I eOiicttcn Besatzungstruvven an den Rec'.e- rungsvrüsidenten von Düsseldorf.

Berlin, 24. Juli. Wie die Telegraphen- lluion erfährt, hat General Guillaumat, Mitglied des Obersten Kriegsrates und Over- üehlshaber der alliierten Desatzungstruvven, km Regierungspräsidenten von Düsseldorf ütgeteilt, daß die französische und die belgische Kgierung beschlossen haben, die seit dem 11. 1. 1023 rechtsrheinisch besetzten Gebiete zu rau­ten. Am 31. Juli vor 12 Uhr Mitternacht Srd das erste der französischen Beiatzungs- itzlete, das seit dem 11. L 1923 besetzt war, SEa-nl sein. Der General spricht den Wunsch Ms, daß seitens der deutsche» Regierung alles vermieden würde, was der Befriedungspolitik Mviderlaufe. Der Regierungspräsident wird «beten, im Gebiet dieses Abkommens daraus kmzuarbeiten, daß die deutschen Behörden alle tvecldienlichen Maßnabnien treffen, damit leine Kundgebung geduldet wird. Der Komm. General des 32. Armeekorps ist vom General Euillaumat beauftragt, den deutlchcn sktsbehörden den genauen Zeitpunkt mitzu- tzilen, an dem jede der betr. Zonen als ge- chumt anzusehen ist und an dem die französi- jhen Behörden anfhörcn werden, ihre Kon- Molle auszuüben. In einem weiteren Absatz tes Schreibens werden die neuen Grenzen Oes Gebietes, dessen Besetzung nach vorgenon- »ener Räumung noch aufrecht erhalten bleibt, im einzelnen festgelegt.

Belgien tzat geräumt

Belgiens Nubrräumung durchgeführt.

TU. Brüssel, 24. Juli. Rach amtlicher Ritteilung ist die belgische Ruhrräumung durchgeführt. Der le"e belgische Soldat soll Heftern die Nheinbrücke überschritten haben.

| Nie Mage im Saargeblel

S aarbrücken, 24. Juli. (WTB.) An­gesichts der Notlage des Saargebiets hat die Stadtverordnetenversammlung Saarbrücken in ihrer gestrigen Sitzung eine Entschließung ge­faßt, die unter anderem auch dem französischen Arbeitsminister übermittelt werden soll, tn der '= unter anderem heißt: das Realeinkommen ter breiten Volksschichten habe sich in den letzten beiden Jahren infolge der Entwertung tes Franken ständig verschlechtert. Bei der Bevölkerung habe eine verzweifelte Stimmung «latz gegriffen, die, wenn nicht schleunigst Ab­hilfe geschaffen wecke, zu einer schweren Kata­strophe führen müsse. Tie Stadtverordneten- tettammlung erwarte, daß alle Verantwort­lichen Stellen den Ernst der Lage erkennen imb terrch eine allgemeine Teuerung entsprechende Lohnsieigerung eine Entspannung der Lage terl^iführen wücken.

Tic von den Gewerkschaften gestellten Lohn- wckerungen erkenne die Stadtverordnetenver- sammlung als berechtigt an.

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Dos Schulbenvrodlem

®ie italienischen Schulden an England. 'London, 24. Juli. Auf eine Anfrage «n Unterhaus wurde von der Regierung fnirgeteilt, daß Italien am 30. Juni 1925 *89,5 Millionen Pfund Sterling Schulden In England gehabt habe. Die Rückzahlung Aüfse vertragsgemäß in Pfund erfolgen. Sie aufgerufenen 5 Prozent Zinsen wären «em Kapital zugeschrieben wordey.

Sie Aride brennt

Met Sachschaden - 25000 Morgen Wald bei Rachenew sernichwt

Der Brand in den Mooren nördlich von Hannover hat auch am Freitag noch größere Ausdehnung erfahren. Am westlichen Rande im Hclstorfer und im Otternhagener Moor dringt der Brand weiter nach Neustadt zu vor. Am südwestlichen Rande des Bissendorfer Moores flackerte heute früh das Feuer wieder auf. Reichsswebr konnte jedoch rechtzeitig wieder eindämmen. Nach zuverlässiger Schätz­ung nimmt man an, daß eine Fläche von 9000 Morgen von dem Brande in Mitleiden­schaft gezogen worden ist. Heute nachmittag fand eine Besprechung aller Führer des Ab­wehrkampfes statt, an der sich auch der Ober­präsident Noske beteiligte und in der die weitere Organisation des Löschwesens beraten wnrde.

Rasende Ausbreitung des Feuers bei Osnabrück.

O sn a b r ü ck, 24. Juli. lWTB) Der Brand im groben Moor breitet sich mit ra­sender Schnelligkeit aus. Bisher ist eine Fläche von über 2000 Qnadrat- kilornetern dem Feuer zum Opfer ge­fallen. Mehrere Siedlungen sollen noch be­droht sein. Bon Osnabrück sind Reichswehr, Schutzpolizei und Technische Nothilfe zahlreich eingesetzt worden.

Der Waldbrand bei Rathenow.

Berlin, 24. Juli. (WTB.) Der Wald- brand in der Gegend. von RathenoroJ Stendal und Hafelsberg, der eine der furchtbarsten Bra.»dkatastro- phe Mitteldeutschlands darstellr. ist durch ie vereinten Anstrengungen von eingesetzten Wehren und des Militär- und Schuvoaufge- botes zum Stillstand gebracht worden. Die Löscharbeiten gestalteten sich überaus schwierig, da die große Trockenheit und ein leichter Wind die Ausbreitung des Riesen­brandes begünstigte. Die Gegend zwischen Rathenow und her Elbe bildet ein einziges Flammenmeer. Die Orte Stockelsdorf, Karlstal und Klietz mußten von der Bevölkerung schnellstens getarnt werden. Alles Hab und Gut mußte infolge der drohenden Gefahr zrückbleiben. Im gan­zen sind ungefähr 3 00 0 Morgen Wald vernichtet. Es bandelt sich hauptsächlich um kleinbäuerlichen Besitz, der reich an Wild­beständen war.

Großer Moor- und Heidebrand bei Nienburg.

Bremen, 24. Juli. (TU.) Ei« großer Moor, und Heidebrand wütet zur Zeit im Lichtenmoor bei Nienburg a. d. Weser. Das Feuer, das bereits gestern ansgebrochen war, hat bereits über 4000 Morgen Moorland er­griffen. Die technische Nothilfe von Nienburg sowie die Einwohnerschaft der Moorgrenzorte beteiligen sich an den Rettnngsarbeiten. Neben

großen aufgestapelten Torsmengen find 147 Moorbinsenstrecken verbrannt. Das Feuer setzt .sich vom Ostwind getragen, in westlicher Richtung fort. Es find inzwischen verschiedene neue Brandherde entstanden. Die umliegen­den Ortschaften find durch Abriegelung von dem weiteren Ausbreiten des Feuers ge- fichert. Das Feuer ist durch die Unvorfichtig- keit viehhütender Kinder entstände'..

Ein Augenzeuge erklärt:Rur der Regen kann retten. Es wird noch 6 Wochen brennen. Das Moor und die Forsten ringsum sind ver­loren, wenn der rettende Regen nicht kommt. Sie kennen die Tücken des Moorbtandes zu genau. In drei bis vier Meter Tiefe glimmt der Brand unter dem Boden fort, um plötzlich hinter dem Rücken der Arbeiter emporzubre- chen. Das Moorfeuer brennt nicht mit dem Winde, es nagt sich langsam unerbittlich von Scholle zu Scholle gegen den Wind weiter. In der Nacht verschwindet es unter der Erde, doch wenn die Sonne steigt, steigen auch die Flam­men empor.

Amtliche Erklärungen.

Berlin, 24. Juli. Wie von amtlicher Seite mitgeteilt wird, hat sich der hannoversche Moor - und Heidebrand seit den letzten 48 Stunden nicht verbreitert. Nur im Kreise Nienburg sprang das Feuer infolge des starken Windes auf das Forstgebiet über, und im Kreise Neustadt, wo schon Hoch­wald brennt, ist noch das Hellstorfex

Brü n d geraten, während ifft Kreise Burgdorf der Brand zum Stehen gekommen ist. Bei dem überall herrschenden Wassermangel besteht die einzige Mög­lichkeit für die Abwehr des Brandes im Aus­schlagen der einzelnen Flammen mit großen grünen Zweigen. Menschenleben, Hau- s e r und Ernte sind nach wie vor nir - g e n d s b e s ch ä d i.g t ober vernichtet worden. Neu ausgebrochen ist ein Moor- und Heide­brand im Regierungsbezirk Osnabrück, zu dessen Bekämpfung ebenfalls alle verfügbaren Kräfte mobilisiert sind.

lieber den umfangreichen Waldbrand zwi­schen Rathenow und der Elbe wird mitgeteilt, daß nach vorläufiger Schätzung von dem Brande ungefähr 2 5 0 0 0 Morgen Staats« forsten in einer Länge von 16 Kilometer heimgesucht worden sind, die zum größten Teil größeren Besitzern, zum Teil bäuerlichen Eigentümern gehören. B e r I u ft e a n Men­schenleben undHäusern sind nicht zu be­klagen. Zur Bekämpfung des Brandes wur­den sofort die Garnisonen von Rathenow und Stendal mit. anderen Reichswehrtruppen ein­gesetzt. Die. Gefahr scheint gegenwärtig besei­tigt. Kleine.. Flockens euer sind noch zu be­merken, die bei ungünstigem Wind sich aus- breiten könnten. An mehreren Stellen sind hohe Holzgerüste als Beobachtungs- posten errichtet worden, die mit Telephon­leitungen versehen sind, sodaß jedes Ausslak- kern des Brandes sofort gesichtet und gemel­det werden kann.

Drr tnglitoc Setontbtiterltttil

ff. London, 24. Juli.T i m e s schreibt zu der kritischen Lage in der britischen Kohlen­industrie: Unter den gegenwärtigen Umstän­den sei nicht zu hoffen, daß es z»r Wiederauf­nahme der Verhandlungen komme. Beide Parteien gingen bewußt in den Kampf. Die Ursache aller Schwierigkeiten liege darin, daß die britische Kohlenindustrie krank sei. Mit Sicherheit könne angenommen werden, daß die Bergarbeiterschaft von dem Gewerkschaftskon­greß in seiner Gesamtheit unterstützt werde. Wenn die Zechenbesitzer glauben, eine Spal­tung unter den Bergarbeitern herbeizuführen, so täuschten sie sich. Das Blatt bemerkt, daß vie Zechenbesitzer den Sieg davontragen,wür­den, doch würde eine solche Niederlage auf industriellem Gebiet einen größeren Schaden zur Folge haben und daß auf politischem Ge­biet die Arbeiteroartei die Mehrheit gewinne und zur Macht komme.Times" schließt: Das Land werde von enter Katastrophe bedroht, die es in seiner Geschichte noch nie erlebt habe und von der es sich, wenn überhaupt, nur nach einem Menschenalter erholen werde.

Die Lage im englische» Kohlenbergbau.

- L ock d v n, 24. Juli. (TU.) Der General­sekretär der Bergarbeitervereinigung Cook glaubt, daß der tote Punkt' in der englischen .

Kohlenkrise noch nicht überwunden sei. _ Es seien vorläufig keinerlei Aussichten auf eine Besserung der Lage vorhanden. Bis zum 1. August seien nur noch sieben Tage. Die ein­zige Hoffnung beruhe darauf, daß der Unter­suchungsausschuß vielleicht noch in letzter Stunde Mittel und Wege findet, die die Wieder- eröffnung von Verhandlungen möglich machen sollen. Die Bergwerksbesitzer hätten sich bis­her nicht bereit erklärt, ihre Bedingungen zu- rückzunehmen.

Ludendorff gegen den parlamentarischen Unter­suchungsausschuß.

TU. München, 24. Juli. General Lu­dendorf gibt imVölkischen Kurier" eine scharfe Erklärung ab auf die Frage, warum e.r sich nicht zu dem Bericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses über die Ursachen des deutschen Zusammenbruches von 1918 geäußert habe. Es heißt darin, daß die ganze Unter­suchung von der Ausschußmehrheit nicht etwa aus vaterländischen Gründen geführt worden sei, sondern nur, um sein Ansehen im Volke weiterhin zu schädigen. Diesem parteipoliti­schen Betrieb auch nur einen Schein historischer Berechtigung zu geben, indem er zu ihm Stel­lung nähme, haben ihm seine Anschauung und seine Würde verboten. , , / , '

Berlin Mts

Nach den kritischen Tagen der letzten Wochen hat der Neichsaußenminister Dr. Stresemann mit seiner Antwortnote eine freundliche Presse gefunden. Zwar'ist die Genugtuung nicht auf allen Seiten eine ungetrübte, aber' ein wenig Anerkennung zollt selbst der Gegner.Ge­schickt" das ist etwa die Note, die der Ant­wort auf die Vriandsche Rote vorn 16. Juni durchweg erteilt wird.

Man gierkt die verschiedenen Eiyflüsse, welche bei'der Fertigstellung mitgewirkt und diese um mindestens eine Woche verzögert haben. Nach den hier und da durchsickernden Informationen Kann man annehmen, daß die Juristen schon länger mit ihrem Schriftsatz im Auswärtigen Amt fertig waren. Ihre Arbeit ist auch setzt noch übertdl zu spüren und zeigt, daß die ge­rühmte deutsche Gründlichkeit' der Juristerei auch hier zu Worte gekommen ist, jene Gründ­lichkeit, welche die Feinheiten-und Spitzfindig­keiten der französischen Kollegen vermeidet, deren Meister der maßgebende Jurist im fran­zösischen Auswärtigen Amt offenbar ist.

Die Politiker hatten länger miteinander zu ringen, vielleicht der Politiker - in Stresemann selbst. Aber auch sie haben sich zu einiger Deut­lichkeit durchgerungen, wenn man auch wun- schrn möchte, daß an manchen Stellen und über manche Dinge noch deutlicher geredet worden wäre. Aber hier darf man wohl nicht über­sehen, daß das ohnehin schon schwierige Pro­blem nicht mit allzu vielen Einwendungen be­lastet werden durste. Iedensalls bann ober gerade darum nicht, wenn es am Ziel tn ben Hafen der Konferenz einlaufen soll wovon vorsichtigerweise nicht gesprochen wird, was man aber doch zwischen den Zeilen nahegelegt

Der deutsche Botschafter in den. Bereinigten Staaten kündigte sogar schon einen dahin- -gehenden Vorschlag an. Das ist sthr.zubeach. ten. Gutunterrichtete englische Kreise wollen nämlich wissen, daß in wesentlichen Punkten im letzten Augenblick noch Aenderimgen an der Note vollzogen worden seien. . Vielleicht wußte Freiherr von Maltzahn um einen Entwurf, bet das Verlangen nach einer baldigen Konferenz offen hervorhob. Ihn erreichte dann, da er zu weit vom Auswärtigen Amt entfernt ist, nicht mehr die Nachricht von ben letzten Aende- . runqen. Und so erfahren wir durch diese Un- zulönglichkeit einiges über die Entstehungsge­schichte der deutschen Antwort und gehen kaum fehl in der Annahme, daß auf englischen Rat vor einer Konferenz eine Auseinandersetzung zwischen Berlin und Paris ftattfinben soll.

Warum? Man beachte die Disposition der Note. Sie ist einfach und klar. Sie behandelt im ersten Teil das, worauf es ankommt: Der Garantiepakt kann nicht für alle Zeiten eine Revision der Vertrüge ausschliehen. Denn so hoffen wir das ist doch der letzte Sinn des ganzen deutschen Paktvorschlages daß er das System von Versailles, die Versailler.Men- talität, durch ein anderes System, durch «ne andere Mentalität ersetzen will. Denn ein durch die Methoden von Versailles garantierter Ga­rantiepakt hat doch für uns gar keinen Sinn. Nicht als ob der Abschluß des Garantle- paktes von einer Aenderung dieser Vertrage abhängig gemacht werden sollte sagt die Note recht geschickt; aber der Garantiepakt muß zu einer Revision hinführen fordert das deutsche Interesse. , .

Im zweiten Abschnitt behandelt die Note das Schiedsvertragsfystem, das nach der Konstruk­tion der Briandschen Note für Deutschland nicht in Betracht kommen kann, weil nach dem französischen System der Schiedsoertrag nur der scheinbare Rechtstitel für Exekutionen sein soll. Es geht nicht an, daß ein Land als Ga­rant für zwei durch Verträge gebundene Staa­ten auftritt, wenn es selbst durch Wehrvertrage. mit dem einen dieser Staaten eng verbunden, also von vornherein Partei ist.

Der dritte Abschnitt äußert sich über die Hal­tung Deutschlands zur Frage des Eintritts in den Völkerbund. Gerade hier ist zu fordern, daß die Politik der deutschen Regierung eine konsequente und gradlinige bleibt. Erfreulicher­weise hat die deutsche Negierung die Gelegen­heit benutzt, um auf die Erfüllung des Ver­sailler Vertrages hinsichtlich der allgemeinen Abrüstung hinzuweisen, deren Durchführung eine unabwendbare Voraussetzung für die Gleichberechtigung ist. Versteckt liegt hier der Gedanke, ein? Zwischenlösung zu finden, welche die Möglichkeit des deutschen Eintritts in den Völkerbund gibt, wenn die anderen die Initia­tive zur Abrüstung ergreifen.

Etwas wie eine.captatio benevolentiae klingt der Schluß, der den Wunsch nach beschleunig­ter Erledigung zum Ausdruck bringt. Denn, wie wir bereits am Mittwoch den ersten Ein­druck über die Note zusammenfahten, von einer bedeutsamen Annäherung der gegenseiti­gen Standpunkte kann eigentlich noch nicht die Rede fein. Hierbei ist zweierlei zu beachten. Zunächst, was wir oben erwähnten: Vermutlich auf englischen Rat ist der Konferenzvorschlag