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Der Anzeigenpreis beträgt für den 10 gespalt. Zeilemnillnaeter 0.08 SM., kleine Baranzeige» 0.06 SM., amtliche und an* . tvärtige Anzeigen 0.10 SM. Bei schwierigem Sah sowie bei Platz­borschrist 50«/. Aufschlag. — Eammelanzeigen 100«/. Auf­schlag. Reklamen der Millim. 0,35 SM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege Verden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er- füllungsort Marburg.

1 Goldmark --- Dollar.

Ab- el Krim greift an etntultr Wechsel im sranzWchen Sberkommand»

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Äbevhessssche Zeitung

Dienstag, W 7.3uli ISA

^Oberhessische Zeitung" er- sechsmal wöchentlich. Be- ^preis monatlich 2 SM. au* ^ßl. Zustellungsgebühr, durch t«fofi2.25 GM.Für etwa infolge Ltreiks, Waschinendefekte oder ^»entarer Ereignisse ausfallende ggunrnrn wird kein Ersatz ge- jtijlet. Verlag v. Dr. §. Hiheroth» der Unib.-Buchdruckerei b. --oh. Aug. Koch, Markt 21/23. DMlsprecher: Nr. 55. u. Nr. 666. «.stscheckkonto: Amt Frankfurt g.giL Rr. 5015. — Sprechzeit set Redaktion von 10—11 und

*,,1—1 Uhr.

eröffnet Werte, en Pa. lnleihe, eb uli»

Rekordernte in Bulgarien.

Sofia, 5. Juli. Der diesjährige Ernte­ertrag ist in ganz Bulgarien um etwa 50 Pro­zent höher als im vorigen Jahre. Es ist die beste Ernte in den letzten fünf Jahren. In­folge des guten Ertragnisses werden alle bis­herigen Beschränkungen für den inländischen Eetreidehandel sowie für den EetreideaUs- fuhrhandel aufgehoben.

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Das SlcherhMproblem

Die Reichsregierung wieder in Berlin.

Berlin, 6. Juli. Reichskanzlex und Außenminister werden heute nachmittag L jofeber in Berlin zurückerwartet.

Der Ort der Sicherheitskonferenz.

I. g. Bon zuständiger Stelle sind wir zu der Erklärung ermächtigt, daß die Meldung Mr eine Demarche des deutschen Botschafters in Haag, in der Deutschland an Holland das Ersuchen gestellt haben soll, den Friedenspalast "für eine Konferenz über den Sicherheitspakt zur Verfügung zu stellen, vollkommen aus der Luft gegriffen ist. Einen solchen Schritt hat Deutschland nicht unternommen; als Ort einer solchen Konferenz käme übrigens auch der Haag kaum in Betracht. Falls es zu einer sol­chen kommen sollte, ist wohl anzunehmen, daß sie in Genf stattfindet.

Frei erfunden ist auch die Meldung verschie- toter Blätter, daß der deutsche Botschafter in London, Sthamer, in Berlin weilt. Damit entfallen alle an diesen Besuch geknüpften Mutmaßungen.

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blickliche Stand der Sage. Balfour erklärte dann, er teile nicht ganz die Beforgnifse Greys, daß die Schwierigkeiten Englands auf die Ab­nahme des Prestiges der europäischen Zivilisa­tion zurückzuführen seien; er stimme der An­sicht vollkommen zu, daß der Weltkrieg die allgemeine Umwälzung hervorgerufen habe, an der man jetzt leide. ■ i

Berlin, 6. Juli. Im '-ösle-Untersu- chungsausschuß des Landtages 1. en die Sach­verständigen Geheimrat Dr. S t r a fetnann und Medizinalrat Dr. Stürmer daran fest, daß bei Dr. Hoefle Selbsttötung infolge seelischer Depreffion, die die freie Willensbestlmmung ausgeschlossen habe, gegeben fei

Beide Gutachter können nicht entscheiden, ob Absicht Vorgelegen habe, wohl könne auch Fahr­lässigkeit Vorgelegen haben.

Bor kurzem hatten die Franzosen noch be­ruhigende Bulletins aus Marokko verbreitet, wonach jetzt voraussichtlich eine ruhigere Pe­riode beginnen sollte, da die Eingeborenen erst einmal ihre Ernte einbringen wollten. Abd el Krim aber, der Führer der Rifkabhlcn, hat sich in seiner rebellischen Art nicht an dieses Programm gehalten, sondern einen Vor­stoß gegen die französische Front unternom­men, der teilweise zu einem Durchbruch ge­worden ist. Der amtliche Frontbericht der Franzosen weiß freilich bisher davon nichts, sondern ist kurz und inhaltlos wie seine Vor­gänger und Vorbilder. Aber die offiziöse Agen­tur Radio muß bereits eine ganz andere, und zwar eine recht bedenklich klingende Darstellung verbreiten. Eine Reihe von Stämmen sei abgefallen oder im Abfall begriffen, da die Franzosen den versprochenen Schutz der Ernte nicht haben durchführen können. Die Jni- siative liege zur Zeit bei Abd el Knm, und wenn nicht eine starke französische Gegenoffen­sive einsehe, dann werde die Hauptstadt Fez ernstlich bedroht sein. Die franzosenfreundliche „Daily Mail" verstärkt diese Darstellung noch durch eigene düstere Meldungen: marokkani­sche Truppenteile seien durch die französische Front hindurch nach vorne gedrungen, ein­zelne französische Posten würden belagert und die ganzen rückwärtigen Verbindungen der Franzosen seien so bedroht, daß diese gar keinen bestimmten Feldzugsplan ausarbeiten könnten. Das Kabinett Painleve, das der Linksopposition eine baldige friedliche Beile­gung des Marokkokrieges versprochen hatte, befindet sich nun in einer schwierigen Lage. Es darf die militärischen Sorgen nicht ver­heimlichen, weil es nur dann von der Kammer neue Kredite erhält, die bereits angekündigt werden. .Die Regierung der stolzen „Sieger- nation" muß zugeben, daß die französischen Truppen von einem Kabylenhäuptling ernst­lich bedroht werden, weil nur unter dieser Vor­aussetzung eine wesentliche Verstärkung auch der Kolonialarmee durchzusetzen sein wird. Auch der Wechsel im Oberbefehl hängt damit zusammen. Ob die französischen Sozialisten trotz alledem die neuen Kredite für den Krieg bewilligen werden, ist jtodj sehr fraglich. Viel­leicht mißtrauen sie dem Tätigkeitsdrang der französischen Kolonialoffiziere und glauben nicht daran, daß Abd el Krim solche kriege­rische Initiative entwickeln würde, wenn man ihm Gelegenheit zu einem anständigen Frie­densschluß böte. Aber die Mehrheit der Kam­mer und des Volkes in Frankreich dürften sich doch von dem Rasseln der Trommel locken lassen, und das könnte für eine Regierungs­umbildung und damit für die weitere Ent­wicklung des deutsch-ftanzösischen Verhältnisses von erheblicher Bedeutung werden.

sk. P a r i s, 7. Juli. Zum Oberbefehlshaber der marokkanischen Streitkräfte ist der Kom­mandant des 30. Armeekorps am Rhein, Gene- ral NouIin, ernannt worden. Wie „M a - tin“ berichtet, hat General Guillaumet, der allgemein als der für den neu geschaffenen Posten am meisten in Aussicht kommenden General bezeichnet wurde, das Anerbieten ab­gelehnt.

fk. Paris, 7. Juli. Wie „Daily Chro- nie le" meldet, hat General Guillaumet den Oberbefehl über die Marohkottuppen mit der Begründung abgelehnt, datz Painlevö ihm nicht die Verstärkung liefern wolle, die er für die erfolgreiche Kriegführung für notwendig erachte.

Paris,«. Juli. Die gesamte Pariser Presse schildert die Lage in Marokko als sehr ernst, vor allem ist das zahlreiche Uebertreten bis- her noch Frankreich treuer Stämme zu Abd el Krim äutzerst besorgniserregend. Seitdem sich die französischen Truppen zurückgezogen haben, gehen die in den geräumten Gebieten ansässi-

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MtMlifischt Debatte im Sberhaus

London, 6. Juli. sWTB.t Im Oberhaus mnde heute die angekündigte Debatte über Ne auswärtigen Angelegenheiten von A s» yuith eröffnet. Asquith stellte zu Beginn stner Rede die Frage, welcher Fortschritt ge- oachi fei oder erwogen werde, was die Räu­mung Kölns und des Kölner Gebietes durch die britischen Truppen anbelange, ferner welches das Ergebnis der alliierten Erwägun­gen über die angeblichen Verzüge Deutschlands m der Erfüllung des Versailler Vertrages sei ^mb welche Rechtfertigung für die weitere Ver­zögerung der Räumung der genannten 3one bestehe. Afquith kam dann auf die Sicher­heitsfrage zu sprechen und erklärte: Die be­stehende Unsicherheit und der Mangel ange­messener Vorkehrungen zum Zwecke ihrer Be­seitigung ist nicht nur gefährlich für Frank­reich, sondern für alle europäischen Nationen. Me bisherigen Versuche, eine Regelung zu fin­den, sind gescheitert. Sie zu finden, bleibt je­doch die erste Aufgabe der europäischen Staats- dunst. Es ist von großer Wichtigkeit, datz Deutschland Mitglied des Völkerbundes wwd. Der neue Sicherheitspaktentwurf ist mit Be­friedigung zu begrüßen. Ein Vorzug ist es, daß die Initiative von Deutschland ausgegan- ton ist und daß fein Vorschlag einen bedeuten­den Fortschritt darstellt, wobei nur zu be­dauern ist, daß die Bezugnahme auf die Revi­sion von Verträgen unklar gehalten ist.

Lord Grey führte aus: Die Bedeutung des deutschen Vorschlages zur Regelung der Slcher- heitssrage kann nicht hoch genug angeschlagen werden. Der deutsche Vorschlag weist einen heuen Weg für die Zukunft Europas. Seit bet Beendigung des Weltkrieges hat sich die Autorität der europäischen Zivilisation, wie dies die Ereignisse in Aegypten, Marokko, China und anderswo zeigen, beispiellos ver­mindert und die Frage des Augenblickes ist ; es, wie sie wieder hergestellt werden kann. Europa kann aber fein früheres Prestige nur viederherstellen, wenn es bezüglich des künf­tigen Friedens ein Beispiel gibt. Die deut- scheu Vorschläge für einen Sicherheitspakt er­öffnen nun einen neuen Weg und einen besse­ren, als den der alten Sonderbündnisse. Die Verpflichtungen, die Großbritannien überneh­men müßte, wären die Hochhaltung des Prin­zips der Schiedsgerichtsbarkeit und des Grund­satzes. daß Großbritannien zu der an» Begriffenen Nation steht. Großbri­tannien darf sich nicht abseits halten. Eine Politik der Isolation ist unmöglich. Selbstver­ständlich müssen die Dominions in je­dem Punkte zu Rate gezogen werden. Es darf kein Druck auf sie angewendet wer­den, Verpflichtungen zu übernehmen, die sie richt eingehen wollen.

Lord Balfour, der darauf das Wort nahm, erklärte zunächst, da die Ausführungen feiner Vorredner eine Verteidigung der Poli­tik der Regierung darstellten, bleibe ihm sehr wenig zu sagen übrig. Balfour erinnerte dann in Beantwortung einer Frage Asquiths bezüglich der Räumung des deutschen Gebie- tes än die Umstände, unter denen die im Ja­nuar fällige Räumung verschoben wurde so- wie an die Ereignisse, die zu der französisch- britischen Mrüstungsnote führten. Er sagte, bisher sei von der deutschen Regierung keine Antwort eingegangen und dies sei der äugen«

gen Dorfschasten massenweise zu Abd el Krim über. Während selbst in offiziellen Kreisen bisher die Stärke und Uneinnehmbarkeit von Fez heroorgerufen wurde, wird jetzt in einem GommuniquG zugegeben, daß die Bedrohung dieser Stabt keine Legende mehr fei.

Ungünstige Lage der Franzosen. — Wei­terer Abfall bisher franzosenfreundlicher Stämme.

Paris, 6. Juli. Die Nachrichten aus Marokko lauten außerordentlich ungünstig. Nach einem Bericht der Radioagentur find weitere Stämme, die seither noch auf der Seite der Franzosen standen, zu Abd el Krim übergetreten. Die wenigen noch treuen Eingeborenen zeigen eine große Mü­digkeit und Unentschlossenheit. Das fran­zösische Oberkommando wird von den Ein­geborenen verdächtigt, sein Versprechen nicht gehalten zu haben, daß die von Abd el Krim besetzten Gebietsteile rechtzeitig zurücker­obert würden, damit die Erntearbeiten noch beendet werden könnten. Statt des ange­sagten Vormarsches seien die französischen Truppen immer weiter zurückgegangen. Die mohammedanischen Führer erklären ganz offen ,datz, wenn nicht durch eine große Offensive das verlorene Terrain wieder zu­rückerobert würde, sie für die weitere Fran­zosenfreundlichkeit der Stämme die Ver­antwortung nicht übernehmen könnten.

Dir Friedensvorschläge en Abd el Krim.

Paris, 6. Juli. Wie der Madrider Be­richterstatter des „Journal" in einer Un­terredung mit Malvy erfahren bat, hat sich die französisch-spanische Konferenz in ihrer letzten Sitzung mit der Abfassung von Frie­densvorschlägen für Abd el Krim beschäftigt. Es handele sich um ein öffentliches und nicht offiziöses Friedensangebot, das durch Mittels­personen überbracht werden soll. Die Vor­schläge seien folgende: Abd el Krim und der Rifbevölkerung werde die volle wirtschaftliche und administtative Freiheit unter der Ober­hoheit des Sultans innerhalb der festgelegten Grenzen garantiert. Abd el Krim werde ferner seiner symbolischen Bedeutung halber nicht das gesamte Waffenmaterial, sondern nur 50 000 Schnellfeuergewehre ab­treten müssen. Malvy fügte hinzu, die fran­zösisch-spanische Verständigung könne als voll­zogene Tatsache angesehen werden.

Reue Kreditforderungen.

Berlin ,6. Juli. Wie der „Montag" aus Paris meldet, wird im Verlauf die­ser Woche der Kammer das neue Kredit­begehren für Marokko unterbreiten. Nach den Blättern gilt schon jetzt als feststehend, daß die Sozialisten diese Kredite ablehnen werden.

Englisches Unterhaus. (Die Marokkofrage.)

London, 6. Juli. (SEBS.)1 Chamberlain erklärte im Unterhause, die Regierung glaube nicht, daß die britischen Interessen in der Tan­gerzone unmittelbar bedroht seien, aber sie be­obachte natürlich die Dinge mit Aufmerksam­keit. In Beantwortung einer Anfrage sagte Chamberlain weiter, er könne sich nicht dafür verbürgen, -aß den Mitgliedern des Unter­hauses Gelegenheit gegeben werde, die Lage in Marokko zu erörtern, ehe ein Vorgehen in Frage käme, das Großbritannien zu einem militärischen Eingreifen zur See oder zu Lande veranlaßte. Wenn die britische Regie­rung zii der Auffassung käme, daß die Tan­gerzone ernstlich bedroht sei, müßte sie bezüg- sich ihrer Entschließungen völlig freie Hand haben. Auf die Frage wegen der etwaigen Teilnahme britischer Streitkräfte an einem Vorgehen in Marokko erklärte Chamberlain, er ijabc die Gesichtspunkte der Regierung hin­sichtlich der Erörterung der marokkanischen Angelegenheit mitgeteilr. Es könne von ihm keine Antwort erteilt werden, ehe die Regie­rung die ganze Frage neuerdings beraten habe.

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Aus ton Bammt-AuWich

Der Barmatausschuß des Landtage».

Berlin ,6. Juli. Der preußische Un­tersuchungsausschuß für die Barmat-KutiS- ker-Affäre wird heute feine Verhandlun­gen fortsetzen. Es soll über die allge­meinen Fragen und die bisherigen Fest­stellungen eine Aussprache stattfinden. Der Reichsbankpräsident Dr. Schacht wird den Verhandlungen auf Einladung beiwohnen.

Das Gutachten von Dr. Schacht.

Berlin, 6. Juli. Im Untersuchungsaus­schuß des Landtages für die Barmat-Katisker- Affäre erklärte heute Rrichsbankvräsident Dr. Schach t, so sehr er mit der Politik der Seehandlung im Frieden zufrieden gewesen sei, so bedauerlich sei es, daß sie den Umschwung nicht Völlig übersah, sondern die sehr großen Summen, die ihr zuflossen, hinausgab.' In der Reichsbank habe man von dieser Hinaus- gäbe nichts gewußt. Daß aber die Gewährung der Kredite an Barmat und Kutisker volks­wirtschaftlich nicht von Nutzen war, darüber be­stände wohl Einigkeit. Auf Befragen bestä­tigte Präsident Schröder, daß erwogen werde, für die Staatsbank in Zukunft zum Kollegialsystem, überzugehen. Reichsbankpräsi­dent Dr. Schacht erklärte weiter, der von ihm erhobene Vorwurf des Mangels an Füh­lungnahme stamme daher, daß er ’/i Jahre nicht erfahren konnte, wie hoch sich die von der Seehandlung in die Wirtschaft gegebenen Summen beliefen und wohin sie geflossen waren. Erst im Juli habe et eine ungefähre Ausstellung erhalten. Der Vorsitzende stellte dann das Thema der Steinbank zur Erörte­rung und gab einen kurzen Mberblick über die Ergebnisse der Ausschußseststellungen.

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Aus ton SlmnuMutz

Berlin, 6. Juli. Im Steuerausschuß de? Reichstages beantragte der Abg. Fischer- Köln (Dem.), das gegenwärtige Beteiligungs­verhältnis bis zum 31. März 1926 aufrecht­zuerhalten .Reichsfinanzminister v. Sch liec­hen erklärte dazu, 8 20 der Regierungsvorlage lege das Verhältnis der ^Beteiligung cqi der Einkommensteuer und der Körperschaftssteuer fest. Er bilde das Kernstück. An der Be­teiligung des Reiches in Höhe von einem Vier­tel des Aufkommens dürfe nicht gerüttelt wer­den. Vielleicht könne erwogen werden, den Ländern und Gemeinden durch Erhöhung der Beteiligung an ’ber Umsatzsteuer einen Aus­gleich zu gewähren. Staatssekretär Dr. P o - p i tz betonte, daß der Antrag des Abg. Fischer für die Reichsregierung nicht annehmbar wäre. Der Reichsfinanzminister habe wiederholt er­klärt chaß das Reich vom 10. Oktober 1925 ab 25 Prozent des Aufkommens in Anspruch nehmen müsse . Eine Aenderung des schon in der Vorlage vorgesehenen Beteiligungsverhält­nisses bleibe für die Reichsregierung indisku­tabel . Was die Befürchtung betreffe, daß die Länder und Gemeinden ihre Fincmzwirt- schaft im Laufe des Rechnungsjahres nicht umstellen könnten, so habe schon vor Beginn des Rechnungsjahres die in der Vorlage ver­ankerte Auffassung der Regierung feflgeftanben, daß die bisherige Beteiligung der Länder an der Einkommensteuer und der KörperschastS- steuer sich nicht fortsetzen lasse.

Nach Erklärungen der Länder und Gegen­erklärungen des Reichsfinanzministers stellten die Regierungsparteien mit Ausnahme der Bayerischen Volkspartei und der Wirtschaft­lichen Vereinigung den Antrag, daß die Län­der für sich und ihre Gemeinden von dem Aufkommen an der Umsatzsteuer in der Zeit vom 1. Oktober 1925 bis zum 31. März 1926 35 Prozent, vom 1. April 1926 ab 30 Prozent erhalten sollen. Die Beteiligung der Gemeinden soll durch die Landesgefetzgebung geregelt weiden. An der Einkommensteuer und an der Körperschaftssteuer sollen die Länder und Gemeinden mit 75 .Prozent beteiligt sein. Dieser Antrag wurde angenommen.