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Der Anzeigenpreis beträgt für den lOg-fpalt. Zeilenmillimeter 0.08 EM., kleine Baranzeigen 0.06 GM., amtliche unv aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem 2ah sowie bei Platz- Vorschrift 50% Aufschlag. — Eammelanzeigen 100 % Auf­schlag. Reklamen der Millim. 0,35 SW. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Beleg« werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Soldmark — Dollar.

Expedition soll bekanntlich unter der Leitung Frithvf Nansens und Dr. Eckener- stehen. Die Friedrichshafener Zeppelin-Werke wollen ein eigens für diesen Zweck bestimmtes Luftschiff bauen, wenn — die Botschafter» konferenz eS erlaubt. Nach dieser Ent­scheidung der Dorschafterkonferenz entstehen aber berechtigte Zweifel, ob die Erlaubnis für dies« Bau gegeben wird.

Die Reichsregierung wird sich, wie wir erfahren, bereits in einer der nächsten Ka­binettssitzunzen mit der durch die Entscheidung der Botschasterkonferenz geschaffene Lage be­fassen, wobei ReichsverkehrSminister Krone einen Bortrag über die seitens Deutschland einzuleitenden Schritte halten wird.

„Obcrbisslsch« Zeitung" er- ;nt sechsmal wöchentlich. Be- exicis monatlich 2 GM. aus- iitjl. ZustcllungSgcbübr, durch ^c|12.25 GM.Für etwa infolge irciks, Maschincndefekte oder fflCntatet Ereignisse ausfallend« .gtmertt wird kein Ersatz ge- stet. Verlag v. Dr. §. Hihcroth, 3 der Univ.-Buchdruckerei b. h. Aug- Koch, Markt 21/23. knisprecher: Nr. 55. u. Nr. 666. ^stscheckkonto: Amt Frankfurt SR. Nr. 5015. — Sprechzeit

Redaktion von 10—11 und

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Chinawirren in Berlin.

Aehnlich wie in Paris, aber in milderer Form haben in Berlin sich aushaltende Chi­nesen einen Druck aus den Gesandten ausge­übt, um ibn zur Unterschrift einer Erklärung zu bewegen, die im Sinn der chinesischen Re­volutionäre abgefaßt ist. Es handelt sich hier im besonderen um einen Protest gegen die An­wesenheit des Generals £>iu in Berlin, der in besonderer Mission und mit großem Gefolge in der Reichshauvtstadt eingetrosfen ist. Von den modernen Chinesen wird gegen den Ge­neral eingewandt, daß er sich von den Gegnern der Emanzivation Chinas in Japan und England habe feiern lassen, und es wird der Verdacht ausgesprochen, daß er in Deutschland Munition kaufen oder Anleihen ausnehmcn wolle — offenbar zu einem antirevoiutionären Zweck/ Der chinesische Gesandte in Berlin hat nun ein Schriftstück unterfertigt, wonach er derartige Handlungen des Generals Hsu unter allen Umstihrden verhindern will und mit Le­ben dafür einsteht. Angeblich hat der Gesandte seine Unterschrift bereitwillig geleistet. Wir können nicht feststellen, ob er vielleicht selbst an dieser Revolte gegen sich beteiligt gewesen ist — auch das wäre ja denkbar —, und wol­len uns auch in die chinesischen Wirren zu Berlin ebensowenig einmischcn wie im kernen Osten. Solange sich solche Aktionen ohne Ge­waltanwendung innerhalb der Räume der chi­nesischen Gesandtschaft vollziehen, sind sie ja durch deren Erteritorialität sowieso vor einem Eingreifen der deutschen Polizei geschützt. Er­wähnt sei aber in diesem Zusammenhang, daß jetzt die englische Presse anfängt, ihr lebhaftes Bedauern über die Politik auszusprechen, die während des Weltkrieges die Westmächte in China getrieben haben, indem sie dort die deutschen Besitzungen rauben liehen. Run werden sie von den Chinesen sehr eindringlich aufgefordert. dem deutschen Beispiel zu folgen und ebenfalls die gleichberechtigte Eiohmacht­stellung Chinas in vollem Umfange anzuer­kennen. Das ist der Fluch der bösen Tat....

Protest dcr Chinesen in Berlin gegen die Anwesenheit deS Generals Hsa.

Berlin, 29. Juni. (TU.) Wie das „Ber­liner Tageblatt" meldet, fand am Sonnabend in der Berliner chinesischen Gesandtschaft aus Beran!efsung des „Ausschusses der chinesischen nationalen Freiheitsbewegung" eine Versamm­lung statt, in der die Teilnehmer beim Ge­sandten Sun Schau Wei gegen die Anwesen­heit des Generals Hsu protestierten. General Hsu wird vorgeworfen, dah er während seiner Tätigkeit in Japan und auch während seiner letzten Besuche in England und Frankreich gegen die nationalen Interessen Chinas ge­handelt habe. Nach längerer Aussprache wurde dem Gesandten in ultimativer Form eine Erklärung zur Unterzeichnung gegeben, wonach er mit seinem Leben dafür einsteht, dah General Hsu in Deutschland weder Muni­tion einkaufen, noch Anleihen oder sonstige, China schädigende Abmachungen treffen wirb. Der Gesandte hat die Erklärung unterzeichnet.

ft London, 2 Juni. „Daily Telegraf" und „Times" wenden sich heute mit größter Schärfe gegen das England feindliche Vorgehen, das von amtlichen Stellen der Sowjetvertreter in China gegen den britischen Handel im fernen Osten gerichtet werde. Beide Blätter fordern sofort und unverblümt die Abberufung der britischen Vertreter in Moskau und Ausweisung der Sowjetdelegation aus England.

ff. London, 29. Juni. Der politische Kor­respondent der „Daily Mail" weist bezugneh- nehmend aus die Rede Lord Birkenheads vom Sonnabend über die neue chinesische Gefahr bin, dah diese Rede besonders bemerkenswert sei, weil Lord Birkenhead Mitglied des Ka­binetts für auswärtige Angelegenheiten sei. Es würde kaum überraschen, wenn das jetzt in den Händen der Regierung befindliche Beweis­material über die bolschwestrschen Urheber der Unruhen in China als Anlaß genommen wurde, um die anderen europäischen Mächte

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jnd 7' Die halbamtlich mitgeteilt wird, hat die ‘ Dotschafterkonferenz der deutschen Regierung eine Note übersandt, die als das Ergebnis

Die ernste Lage in Gina

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zu einer gemeinsamen Aktion gegen die Mos­kauer Regierung zu veranlassen.

Geringe Aussichten aus Beilegung der chi­nesischen* Streikbewegung.

London, 29. Juni. (TU.) Die japani» scheu Bemühungen, eine Sondervereinbarung in Schanghai herbeizuführen, sind, wie die „Chicago Tribüne" berichten, fehlgeschlagen. Der chinesische Kommissar für auswärtige Angelegenheiten hat den Eigentümern der ja­panischen Baumwollspinnereien die 10 000 Dollar zurückgegeben, welche als Entschädi­gung für die Verwundeten und Geschädigten der Unruhen angeboten wurden. Der Zu­sammenbruch der Verhandlungen ist nach ja­panischer Meinung auf die Möglichkeit der Annahme der radikalen Forderungen zurückzu- führen. Diese Forderungen gehen auf eine Erhöhung der Löhne, auf Streikrecht und Or­ganisationsfreiheit der Arbeiter hinaus. In­folgedessen sind Hoffnungen auf eine Bei­legung des Streikes recht schwach. Der Streik hat sich heute weiter auf andere Fabriken, besonders englische, ausgedehnt. Die Ge­werkschaftskasse hat gestern weitere Dollar» streikgelder an die Streikenden ausgezahlt Zum größten Teil stammt dieses Geld aus Sowjetkassen.

Ausweisung des französischen «nd eng­lischen Konsuls auS Peking.

Paris, 29. Juni. (TA.) „Daily Ex­preß' meldet aus Peking, daß die Behörden von Kanton den Konsuln von Frankreich und Großbritannien den Befehl erteilten, nun­mehr die Stadt zu verlassen und die Ver­waltung der europäischen Niederlassungen einer Gesellschaft zu übertragen. Die Antwort der beiden Konsuln ist noch nicht bekannt

Neue Unruhen in China bevorstehend.

Newyork, 29. Juni. Bei neuen Unruhe» in Schanghai gab es einige Tote. Nach einer Meldung aus Kanton find die Ausländer von den englischen und franzöfischen Behörde» rum Verlassen der Stadt ausgesordert worden, da neue Unruhen devorstchen. Wie aus Peking gemeldet wird, hat General Fen« i» alle» Straßen seinen Beschluß zur Durchführung des Kampfes gegen England bis zum fiegreiche» Ende öffentlich bekanntmachen lafien.

London, 29. Juni. 3» Seihu find die Kundgebungen heftiger geworden. Augen­blicklich ist die Lage dort äußerst gespannt. Aus allen Richtungen treffen Studenten em und versuchen Unruhen anzustiften. Ein briti­sches Unterseebot ist in Seibu eingetroffen. ^» Futschau ersuchte dcr britische Konsul den Militärgouverneur um Schutz auf Grund von Gerüchten übe« einen Angriff auf die Kabel- ftation. In Tschungking agitieren geschlagene Soldaten «nd vermehren die Reihen der Auf­rührer.

fk. Kanton. 30. Juni. Eine chinesische Rote wurde an den britischen und französi­schen Konsul in Kanton gerichtet, in der von Großbritannien eine Entschuldigung und Be­strafung für die Schießereien in dem Euro- väerviertel, die Zurückziehung aller, Schifte aus den Gewässer von Kwantung mit Aus­nahme von zwei Deveschenbooten uni» die Be­zahlung einer Entschädigung für den Verlust an Leben und Eigentum gefordert wird. Die Rote sagt, es sei bekannt, daß die französischen Truppen auch gefeuert haben, aber erst auf das britische Feuer bin. Die Note ist von dem Kommissar für auswärtige Angelegen­heiten im Namen der Zivilregierung unter­zeichnet. Die Konsuln haben die Note nicht beantwortet.

fk. H a n k a u, 30. Juni. Da die chinesi­schen Behörden ver>vrochen haben, daß sie Kundgebungen Verbindern werden, haben die britischen Behörden die Freiwilligen zu­rückgezogen und bauen die Verteidigungsan­lagen ab. Die englandfeindlichen Kund­gebungen dauern fort.

der seit mehreren Monaten zwischen Deutsch­land und der Entente schwebenden Verhand- bmgen über die Aenderungen der berüchtigten .Begriffsbestimmungen" aufzufassen ist. Die Äote stellt eine schwere Enttäuschung dar. Es sind nicht nur die von Deutschland gewünsch­ten Milderungen der Bestimmungen des Ver­sailler Vertrages zugestanden worden, im Ge- genieii werden der deutschen Lustschiffahrt meue weitgehende organisatv- Bindungen" auferlegt. Die Einzelhei­ten der Note sollen demnächst veröffentlicht erden.

Wie uns aus Kreisen der deutschen Flug­zeugbau-Industrie mitgeteilt wird, hat diese neueste Entscheidung der Dotschafterkonferenz gerade in diesen Kreisen große Aeberroschung hervorgerufen. Man hatte allgemein den Ein» uck. daß die Verhandlungen, die einst in Pa» is geführt wurden, einen für die Interessen r deutschen Luftschiffahrt günstigen Der» uf genommen haben. Insbesondere konnte an ziemlich sicher sein, daß England seinen zen Einfluß in der Dotschafterkonferenz fbieten würde, um Deutschland endlich wie- in Luftschissahrtsfragen diejenige Freiheit zuräumen, die ibm auf Grund seiner von r ganzen zivilisierten Welt anerkannten istungen gebührt. Der englische Oberste taatskommissar für das Lufischiffahrtswesen t sich in der letzten Zeit wiederholt — zu» tzt noch bei den Veranstaltungen des deut­en Rundfluges — in Berlin aufgehalten d sich von der Anhaltbarkeit der den deut» )en Luftschiffbau fesselnden Bestimmungen rzeugt. Die Wünsche der deutschen zustän- igen Stellen nach Milderung dieser Seftint­im gen haben bei diesem Herrn stets ein illiges Ohr gefunden. Wenn trotzdem die otschafterkonferenz anders entschieden hat, o muß man wieder einmal feststellen, dah der influß Englands in.der Botschafterkonferenz «ich: übermäßig groß zu sein scheint.

Länder selbst stark beeinträchtigen, wie es das englische Beispiel in der Schaffung eines l-Balle» direkten Luftweges nach Indien zeigt, zum tr fetik $eil ganz unmöglich machen. Deshalb hatte ' . ' lich die vor einigen Monaten in Paris ta» rogerte» -g^e Luftverkehrs-Sachverständigen-Konso- DrogctiJtenj fßr weitgehende Milderungen der Ver­sailler Luftverkehrsbestimmungen Deutschland

_» Dabei muh besonders darauf hingewiesen ■ Verden, dah man in Kreisen der Sachverstän­digen und Luftverkehrsinteressenten auch auf -Baller weiten der Entente der Auffassung ist, bah ■«.fnn»« den deutschen Luftverkehr hindernden Be° 1 Kimmungen von Verailles unhaltbar geworden wenbuq 4inb, da sie den internationalen Luftverkehr

gegenüber ausgesprochen. Leider hat aber, Vie die betreffende Note beweist, in der otschafterkonferenz nicht die gesunde Einsicht, cnbcrn die politische Unvernunft gesiegt. Sie hnte die Vorschläge der Sachverständigen- onserenz ob und versucht, durch neue or- anisawrische Bestimmungen die trotz aller eschränkungsklauseln neu im Aufblühen be- iftene deutsche Lustschiffahrt noch mehr als i-her zur Ohnmacht verdammen. Die seit st zwei Jahren in Frankreich betriebene arke Propaganda gegen die deutsche Luft» iffahrt Hot also den ersten Erfolg erzielt An den zuständigen Berliner Stellen ist man r Auffassung, dah das Vorgehen der Bot» Ichalterkonferenz nicht dazu angetan ist. die Verhandlungen über einen Sicherheitspakt, der > der Festigung des europäischen Friedens Dienen soll, besonders zu fördern.

I Was Deutschland für den inter­nationalen Luftverkehr bedeuten *5nnte, wenn ihm auch seitens der Bot» Zchafterkonferenz eine loyalere Behandlung zu­teil würde, davon hat man eine Vorstellung bekommen bei der Nordpol-Expedition Amundsens, die bekanntlich mit deutschen Flugzeugen ausgeführt worden ist. Die Ent­scheidung der Dotschafterkonferenz trifft in «nem Augenblick in Berlin ein, wo gerade die Verhandlungen über eine neue Nordpol-Expe- ■ Mtjon mittels Luftschiff begonnen haben. Diese

Ein neuer Mi

„Die heilige Allianz der Sieger" nennt Fraueesko N i t t i, der ehemalige ita­lienische Ministerpräsident, in seinem neu­esten Buch, („Der Friede". Uebertragen von Berthold Fenigstein. Frankfurter Soeie- täts-Druckerei tz.m. b.H., Abteilung Buch­verlag, Frankfurt a.M.) dem vierten in der Reihe bedeutungsvoller Veröffentli- chungen zur politischen und wirtschaftlichen Loge Europas nach dem schmachvollen Ver­sailler Diktat, den Völkerbund, in den man Deutschland unter allerhand Vorspiegelun­gen und künstlich ausgeklügelten Gründen hineinlocken möchte, um es noch mehr aI3 bisher zu schwächen und einzuengen. ES ist anzuerkennen, daß ein Italiener, ohne seine Freundschaft für Frankreich zu leug­nen, dem er sich als Romane stammver­wandt weiß, mit solchem Freimut für die im Weltkriege Unterlegenen eintritt und für einen Wiederaufbau der europäischen Wirt­schaft auf Grund der Gleichberechtigung aller Staaten kämpft. Was er ersehnt, ist Bildung der „Vereinigten Staaten von Eu­ropa", die bisher nur ein Ideal, jetzt zur notwendigen Bedingung für die ganze Fortentwicklung der Welt geworden sind. Nitti meint, man dürfe sich keinen Täu­schungen hingeben: entweder vereinigt sich Europa oder es geht zu Grunde.

„Wir leben nicht im Frieden, sondern kn einem verabscheuungswürdigen Zustandall­gemeiner Zwietracht, welche den sukzessiven Verfall aller europäischen Völker oder de­ren Sinnesänderung und Vereinigung vor­arbeitet."

Es scheint sich allmählich, wenn auch noch uneingestanden, selbst in den Siegerstaaten dar Dunkel zu lichten, das über den Schein­erfolgen des BölkerringenS lag. Ueberall Unordnung. Die Eroberer werden ihrer Eroberungen nicht froh, da sie nicht sicher sind ,sie behalten zu können. Wer unge­rechter Weise nationalen Besitz verloren hat, kann sich damit auf die Dauer un­möglich zufrieden geben. Daher besonder- Frankreichs Angst vor einer Revision der sogenannten „Verträge" und einer Dis­kussion über die Schuld am Kriege, auf der sie aufgebaut sind. Frankreichs Fi­nanzlage ist mehr als schwierig, und in England herrscht große Arbeitslosigkeit. Di« Gärungsstoffe der Unzufriedenheit wurden von Europa nach Asien übertragen, und eS unterliegt wohl keinem Zweifel, daß die Be­wegung in Indien, in den islamischen Völ­kern und neuerdings in China eine Folg« des Weltkrieges sind.

Das britische Weltreich erbebt in seinen Grundfesten. Mau hat ja durch die Heran­ziehung exotischer Horden auf die europä­ischen Kriegsschauplätze den Schwarzen und Gelben Gelegenheit genug gegeben, zu sehen, daß bei uns vieles faul ist und letz­ten Endes zu lernen, wie man es machen muß, um die Vorherrschaft der weißen Rasse zu schwächen oder wo möglich abzu- schütteln. Mit unerhörten Gewaltakten ver­suchte man die deutsche Einheit zu sprengen. Und was ist die Folge? Gemeinsamer Groll gegen den Unterdrücker kittete die Deutschen umso fester zusammen. Das bol­schewistische Rußland wollte ursprünglich niemand anerkennen, aber es genügte für die Russen, nicht nachzugeben, um sich schließlich doch durchzusetzen. Der Banke­rott der erpresserischen Reparationspolitik führte zum Dawesplan. In der Wieder­aufnahme normaler Beziehungen würde die beste „Reparation" liegen. Wer in den Ländern der Entente bis zum Jahre 1920 oder 1921 derartige Gedanken geäußert hätte, wäre von seinen Landsleuten als unpatriotisch fühlend verdammt worden, aber jetzt, wo die Lage täglich schwieriger wird, kommt den politischen Machthabern der Zweifel, ob sie sich nicht vielleicht doch geirrt hätten.

Noch bekämpfen sich zwei Auffassungen in der Politik über die einzuschlagenden Wege. Die eine ist für eine noch strengere Innehaltung der gefchlossenen „Verträge", die andere erkennt, daß ohne deren Re­vision eS nie zum wahren Frieden kommen wird. Die Vertreter dieser Ansicht sind unbedingt die einsichtigeren. DaS betont Nitti in seinem Buch an vielen Stellen und mit scharfblickender Logik. Zwei fürch­terliche Irrtümer sind seiner Ansicht nach hinsichtlich des Friedens der Welt began­gen worden. „Der erste war der, daß man Rußland von Europa abtrennte und gegen den Orient Vortrieb; der zweite, daß man Deutschland Rußland zutrieb. Die Früchte dieses Irrtums beginnt man schon zu er­kennen. Rußland hat die Mongolei durch­drungen und rückt immer weiter in China

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* s ft Paris, 30. Juni. Wie „Petit Jour- M htrl" mitteilt, sind im Kriegsministerium q Vorbereitungen getroffen, um gemeinsam *** cht einer belgischen und englischen Kommission ohlry sie Modalitäten über die Räumung des Ruhr- jebiets auszuarbeiten.