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St.149. 6O.Mro.

Marbmg a. 8oN

Ser Anzeigenpreis beträgt für de» 10 gefpalt. Zeilenmillimeter 0.08 GW., kleine Baranzeigen 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz­borschrift 50"/, Aufschlag. — Eammelanzeigen 100 °/» Auf­schlag. Reklamen der Millim. 0,35 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatl. Ziel 5 Tage. Beleg« werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Soldmark — '/«.-Dollar.

Oberfohren sei, wie ihm (Dr. Best) m*tgdei[t worden sei, durch seine Frau m erheb Mähe als Schuldner interessiert fei. Är. Jötft betonte ausdrücklich, und wiederholt, daß er den Sachverhalt nicht nachge-rüft habe. Als man ihm aus dem Ausschuß entgegenhielt, datz man ihn in Hessen als einen der bedeu­tendsten Hypothekeng laubiger be­trachte, mußte er zugeben, daß sein vermögen in Wertpapieren angelegt ist, die durch die Aufwertung betroffen werden. Abgeordneter Freiherr v. Mchthosen-BreSlau stellte fest, daß das Gut feiner Familie von ihm, nachdem es vier Monate lang öffentlich auSgeboten war, zum höchsten Kaufangebot übernommen wurde, daß er seine Mutter und seine unverheiratete Schwester voll unterhalte, während seine ver­heiratete Schwester auf ihren Wunsch den vollen | Betrag auSgezahlt erhalten habe. Dr Rade- 1 macher stellte fest, daß die ihm nahestehende

Eine Maßregelung des polnischen Gesandte« in Amerika.

ft Warschau, 25. Juni. Wie gemeldet wird, wird der polnische Gesandte in Wa­shington abberufen werden, weil der von ibm abgeschlossene Anleiheoertrag mit einer New- eodei Firma Dillen Read Compagnie für Polen außerordentlich ungünstig ist.

Wag, W M. Sunt 1925

Die ,L>berhessische Zeitung" et« ti^eittt sechsmal wöchentlich. Be- mgSpreiS monatlich 2 GM. au<- tolie6l. ZustellungSgebühr, durch LiePost2.25 GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte oder elementarer Ereignisse ausfallend« Auuunem wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag v. Dr. §. Hiheroth, Druck der Univ.-Buchdruckerei d. Zoh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 55. u. Rr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. — Sprechzeit bet Redaktion von 10—11 und »/,!—! Ubr-

Saushalt -es ReichsljuanMinisterlums

Irr Reichslag wieder nicht beWOWig

Die RÄnnimMage

Die Räumung des Ruhrgebietes in vier Etappe«.

Düsseldorf, 27. Juni. Heute vormittag 8.35 Ubr fuhr Marschall Petain wieder von Düsseldorf ab. Es verlautet, daß seine An­wesenheit im Ruhrgebiet vollständige Klarheit über die Methode der Räumung gebracht hat. Die Zurückziehung der Truvvcn erfolgt etav- vcnweise. Zunächst soll die Bochumer, dann die Essener, danach die Mühlheimer und zuletzt die Duisburg-Ruhrorter und Düsseldorfer Zone geräumt werden.

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Die Kämpfe in Marokko

Französische Schlappe in Marokko.

Paris, 28. Sunt (WTB.) Privat­meldungen aus Marokko lassen erkennen, dah Abd et Krim auf dem östlichen Teil der Front einen starken Druck ausübt. Selbst das .Journal des Debats" muß zugeben, daß es sich seit Beginn der Feindseligkeiten, also fett der ersten Maihälfte um einen der schwierig­sten Kämpfe handelt. Der Einbruch der Rif­leute habe gegen Süden wesentlich an Ter­rain gewonnen. Jedoch scheint das franzö­sische Kommando Herr der Sage geblieben zu fein. Obwohl es si chnicht darum handele, um jeden Preis die Stellung zu halten, er­fordere die Aufgabe, die jetzt gestellt ser em wachsames Kommando. Die augenblickliche Krise könne vielleicht noch einige Tage an» dauern. Jedoch könne man nach den vor­liegenden Rachrichten behaupten, daß es zwei­felhaft sei, dah die Rifleute augenblicklich einen Dormarsch gegen Fez planen.

eine Aenderung des Brauntweinmonopolge- setzes wünscht, dahingehend, daß der Mono- polverwaltung ein rein kaufmännisches Ar­beiten ermöglicht wird. Weiter wird die I Regierung ersucht, auf die Benzin- und Den- zolverbrauchenden Behörden einzuwirken, daß I im Einvernehmen mit der Monopolverwal- I tung Versuche angestellt werden, anstelle dieser I Stoffe Spiritus zu verwenden.

Abg. Dr. Oberfohrn (Dntl.) erHäit I namens seiner Fraktion, daß sie die Etat« I gebarung und vorsichtige Finanzpolitik des aegenwärtigen Finanzmtnifters vollkommen billige und dem Ministerium ihr Vertrauen ausspreche. Es sei zu bestreiten, daß unter den gegenwärtigen Rotständen der Sohnsteuer I unb sonstigen Steuerpolitik des Reichsfinanz- ministerium unsozial sei. Es sei zugegeben, I daß der Personalstand des Reichssinanzmim» steriums mit über 1000 Mitarbeitern heute nominell größer sei als die gesamten Deichs» I Ministerien vor dem Krieg. Dem ümanz- I Ministerium seien ja aber auch das ehemalige I Schutz- und Wiederaufbauministerium ange­gliedert wordem

Abg. Cremer (D.Dpt.) Mr aus, durch die Reichssteuern werde eine neue Klammer um die einzelnen Reichsteile gelegt und es sei daher zu begrüßen, daß der Finanzminister auch Sympathien für diesen Gedanken habe. Der Redner glaubt, dah die Schwarzbren- nereien heute unter der Monopolverwackung | größer geworden sei als sie es immer war. iSchr richtig! rechts; Widerspruch lmks. Zu­ruf: Politische Quertreiberei!) Die Frage der Rotreform der Deamtenbefoldung könne nicht gelöst werden bevor ein Aeberblick über die Finanzverhältnisse des Reiches vorhanden «ei.

Äbg. Dr. Schreiber (Z.) wünscht Klä­rung der noch vorhandenen organisatorischen Unklarheiten beim Reichsfinanzministerium, die namentlich noch über den angegliederten Abteilungen des ehemaligen Wiederaufbau­ministeriums und Schatzministerlums bejtan- ben. Mit dem Standpunkt der einheitlichen Reichsfinanzverwaltung habe der Minister ab­solut recht. Es müsse eine Geschlossenheit der Verwaltung angestrebt werden. Mit gro­ßer Genugtuung müsse festgestetlt werden, daß die im Sande erhobenen Vorwürfe, dah die Verwaltung des Finanzministeriums zu teuer fei, unbegründet seien. Hervorzuheben sei, dah der Finanzminister der mächtigste Mann in Deutschland sei. weil alle anderen Mini­sterien in ihren Ausgaben von seiner Zu­stimmung abhängig seien. Der Finanzminister habe daher eine Flucht in die Oeffentlich- keit nicht notwendig, die er wegen ferner Etatüberlastung unternommen habe. Der Fi­nanzminister könne regieren, wenn er regieren wolle.

Da sich sehr wenig Abgeordnete im Saal be- sinden, beantragt Abg. Stöcker (Kom.) die Vertagung des Hauses.

Abg. Höll ein (Kom.) bezweifelt die Be- schluhfähigkeit des Hauses.

Das Büro ist sich über die Beschlußfähigkeit nicht einig. Er findet hierüber eine nament­liche Abstimmung statt, die ergibt, dah von den 493 Abgeordneten sich nur 207 im Saale befinden. Das Haus ist also nicht be­seh l u h f ä h i g.

Präsident S ö b e schließt daher um 3.30 dm Sitzung. Rächste Sitzung am Donnerstag, den 2. Juli, 2.30 Ahr nachmittags. Fort­setzung der Debatte über den Etat des Fi­nanzministeriums.

Aus der icutitbnaiionnkn äW vartei

Dr. Best tnb die Deutschnationalen.

Bon deutschrationaler Seite, wird geschrieben: Dr. Best, in sehr energischer Weise aufge­fordert, Namen zu nennen und sein Material für die gegen tie vier Abgeordnete erhobenen Beschuldigungen vorzulegen, führte aus, er habe einen Britf von Verwandten dos Frei- Herrn v. Richt Hosen erhalten, demzufolge dieser bei der Übernahme des Familiengutes seine Geschwister durch Stehenlassen von Rest- kaufaeldern «i'dpbigt habe. D er Abgeordnete Rademacher habe selbst gesagt, daß ihm eine nabestehewe Dergwerksgesellschast 'aus GrundstückSkäuser Restkaufgelder zu zahlen habe, durch die auch 2r. Rademacher an der Auf­wertung beteiligt sei. Der Abgeordnete Dr.

Bergwerksgesellschaft nicht ein einziges Grund­stück in der Inflationszeit erworben habe, auf das Restkausgelder zu zahlen seien. Er per­sönlich sei an der Inflation ledmsich als Gläu­biger beteiligt und habe durch sie nahezu fern ganzes Vermögen verloren. Dr. Oberfohren stellte fest, daß er niemals materiell weder tn der Fraktion noch j/n Ausschuß zur Aufwer­tungsfrage Stellung nahm. Die gegen ihn ausgesprochenen Verdächtigungen feien em Racheakt Bests . Ob er als Gläubiger oder Schuldner bei der Aufwertung mehr interessiert sei, sei nicht zu übersehen.

Abg. Dr. Scheiter (Zentrum) teilte mit, daß auch nach seinen VermögenSverfmltmsien | geschnüffelt und an seine Partei em Brief ge­richtet wurde. Dr. Best verteidigte sich gegen­über diesen Feststellungen, indem er -immer | wieder betonte, er habe Nachrichten Un­bekannter ohne Prüfung weitergege­ben. Die von Best angegriffenen Abgeordnete.i stellten anschließend fest, daß er sich m lncht- ftrtiger Weise der Verbreitung unwahrer Nach» I richten und der Verleumdung schuldig gemacht I habe.

Aki« Austritt der Dentschnationale« aus der Regierung.

Berlin, 26. Juni. Der Vorstand und die andeSverbandSvorsiStzenden der deutsch- nationalen Volkspartei sind heute zu einer Sitzung zusammengetreten, in der Graf Westarp über die Aufwertungsfrage und Freiherr v. Richthofen über die Zoll- Vorlage sprachen. In der Versammlung I kam die volle Einmuiigkeit aller Teilneh­mer zum Ausdruck. Wie das Nachrichten­büro des Vereins deutscher ZeitungSver- I leger weiter aus deutschnationalen Kreisen erfährt Besteht bei den Deutschnationana­len keinerlei Absicht, aus der Regierung. I auszutreten oder den Rücktritt des Reichs- autzenministers Stresemann zu fordern.

I Die Deutschnationalen und der Sicherheitspakt.

Berlin, 27. Juni. Die deutschnationale Pressestelle teilt mit: Die „Deutsche Zei­tung" und das „12-Uhr-M,ttags- blatt" von heute bringen die Nachricht von einem Vorstoß nordwestdeutscher Parteimstan- zen gegen den Reichsaußenminlster Etrefe- I mann, der, wie wir feststellen konnten, nicht den Absichten der Partei entspricht. Auch die I voraussagenden Bemerkungen, die der „Ber- I lin er Lokalanzeiger" vom 26. Ium zu dem noch nicht veröffentlichten Gommumque I macht, find aus dem Grunde falsch, weil die Deutschnationale Volkspartei einem Eicherbeitsgedanken natürlich positiv gegen­übersteht, soweit es sich darum um eine Si- I cherung Deutschlands auf dem Boden oller Gleichberechtigung und Eegen- I Heftigkeit handelt, o 6 n e den Verzicht I aus unveriährbare Rechte.

Sic »ofltnriftttnttt im Reichstags- MM.

Berlin, 27. Juni. Der ReichStagSauS- I schütz für Handelsverträge führte heute ote I Generaldebatte über die Zolltarifnovelle I fort. Als Generalberichterstatter wird Abg. Dr. B r e i t s ch e i d (Soz.), zum Berichter­statter für industrielle Zölle Dr. Lefeune Jung (Dntl.), für landwirtschaftliche Zölle HamkenS (D. Vp.) gewählt. Reichs- wirtschaftSminister Dr. NeuhauS gab Auskunft über baS Ergebnis der belgischen I Handelsvertragsverhandlungen und der schwebenden Verhandlungen mit Italien, Frankreich und Polen. Längere Zeit hin­durch, so führte er aus, wäre es uns eine Unmöglichkeit gewesen, selbst innerhalb bei Reichsgebiete eine einheitliche WirtschastS- I Politik zu treiben. Bezüglich ber Außen­handelspolitik war Deutschland durch den Versailler Vertrag genötigt, einige Kontin­gente zollfrei und ohne Rücksicht auf die Einfuhrverbote einzuführen, während die Länder, aus denen die Kontingente aufzu­nehmen waren, Frankreich und Polen, in jeder Weise die deutsche Einfuhr zu er­schweren suchten. Der Minister stellte in seiner Rede weiter fest, datz wir nun end­lich wieder die Möglichkeit haben, die Han­delsbeziehungen zum AuSlande durch ge­genseitige Handelsverträge zu regeln. Der Grundgedanke ber deutschen Politik müsse I die Erreichung allgemeiner unbeschränkter I und unbedingter Meistbegünstigung für unsre Ausfuhr sein, baS bedeutet, datz I deutsche Erzeugnisse unter allen Umstän- I den zu den gleichen Zöllen und Einfuhr- I bebingungen in das Vertragsland hinein- I gelassen werden. Der Ausbau der Zöllner- I träge selbst, der die zweite Aufgabe der i Handelspolitik bildet, enthält die Tarifab- I machungen, die tn einer Anzahl von Han- I betSDerträgen enthalten sind und die auch erstrebt werben sollen. Zu berücksichtigen ist, datz die Zahl ber Schutzzollanhänger in I allen Ländern in den letzten Jahren größer geworden ist. Die Handelsverträge und I Wirtschaftsabkommen mit der Tschecho- I Slowakei, Oesterreich-Ungarn und Jugo­slawien beruhen auf dem Grundsatz der I freien Meistbegünstigung. Mit Belgien ist ein Handelsabkommen geschlossen, dessen Geltungsdauer 18 Monate beträgt und das I bann mit 6 monatlicher Frist kündbar ist. I Dieser Vertrag enthält ebenso wie die Han- I delsverträge der Vorkriegszeit die Bestim­mung, datz Einfuhrverbote grundsätzlich ausgeschlossen sind und beruht auf dem I Grundsatz der Meistbegünstigung. Mit Frankreich wird über ein Provisorium ver­handelt . Der Minister machte weiter ver­trauliche Mitteilungen über den Stand der Verhandlungen, ffliit Italien werde einst­weilen ein vorläufiges Handelsabkommen abgeschlossen werben, in dem sich die bei» ben Staaten mit einigen Ausnahmen ge­genseitige Meistbegünstigung zusagen. Bet ben Verhandlungen mit Polen habe e$ in vielen wesentlichen Punkten Meinungsver­schiedenheiten gegeben. Eine Annäherung ber Ansichten hat sich bisher nicht er­reichen lassen, insbesondere ist Polen, das - zu Beginn der Verhandlungen dem Ab- schlutz eines Tarifvertrages zugestimmt hatte, nicht mehr bereit, Zollbindungen Deutschland gegenüber einzugehen. Mit dem baldigen Abschlutz eines Handelsver­trages ist daher nicht zu rechnen. Die Verhandlungeil find auch dadurch erheblich beeinträchtigt, daß Polen trotz ber allge­meinen llecung, während der Dauer bet Verhanblungen den bestehenden Zustand nicht zu verändern, wiederholt, Matznah- men getroffen hat, die den deutschen Han­del empfindlich treffen. Gleichwohl hat Deutschland sich zu einet Fortsetzung der Verhandlungen bereit erklärt und hofft mit Polen doch noch zu einer Einigung zu gelangen. ES ist durchaus verständlich, datz die seit längerer Zeit mit Ruhland schwe­benden Verhandlungen auf große Schwie­rigkeiten stoßen, weil die Wirtschaftsver­hältnisse ber beiben Staaten verschieden sind.

Nach Minister NeuhauS sprach noch ber Abg. Hilserb ing (Soz.) gegen die Vor­lage. Der Ausschuß vertagte sich bann auf Dienstag.

Die Reichsboten haben sich eine kleine Pause in den Plenarsitzungen gegönnt, da die Hauptarbeit ja immer noch in den Aus­schüssen steckt, und werden erst am Donners­tag wieder im großen Sitzungssaal zusam- menkommen. Zu der Annahme ber Unfalb Versicherungsnovelle am Freitag ist noch bemerkenswert, daß der deutschuationale Ab­geordnete Hugenberg in seiner Presse nach­träglich eine Rede veröffentlicht, die er — nick>t gehalten hat. Er wollte nämlich da­gegen protestieren, daß eine neue große sozi­ale Last der deutschen Wirtschaft auferlegt werde (manche berechneten sie auf 100 Mil­lionen Mark), obwohl die Wirtschaftslage doch schon äußerst gespannt fei. Er habe aber daruf verzichtet, weil ein Kompromiß geschlossen sei, an dem seine Partei teil« habe, und weil ohne Disziplin „das par­lamentarische Leben den letzten Rest von — Berechenbarkeit einbüßen würde." Auch der Konflikt wegen der Kündigung des deutsch- spanischen Handelsvertrages wurde noch durch entgegenkommende Erklärungen der ReichSregierung beigelegt. Die SamStagS- Siyung war nur kurz und, obwohl der Etat deS Reichsfinanzministeriums beraten wurde, ziemlich bedeutungslos; sie endete mit der Feststellung der Beschlußunfähig- keit. Die unter der Oberfläche weiter be­stehende starke innere Spannung entlud sich diesmal in der Erregung über die Vor­gänge im AufwertungSauSschutz. Da hat der Fanatiker Dr. Best eine schwere mo­ralisch« Niederlage erlitten. Er wurde er­zwungen, die Namen der beutschnationalen Abgeordneten zu nennen, denen er öffent­lich vorgeworfen hatte, datz sie aus persön­lichem Interesse Gegner einer höheren Auf­wertung seien. Die Angegriffenen konn­ten nicht nur diesen Vorwurf entkräften, sondern auch feststellen, datz Dr. Best in sehr viel höherem Maße persönlich an ber Aus­wertung interessiert ist. Ferner mußte Dr. Best zugeben, daß er seine Vorwürfe ohne Nachprüfung ber Unterlagen erhoben habe, unb sich gefallen lassen, daß ein solches Ver­fahren als höchst unpassend für einen ehe­maligen höheren Richter gekennzeichnet wurde.

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Rutscher Reichstag

I 85. Sitzung am 27. Juni.

SaS Haus genehmigt zunächst ohne Debatte I ben Gesetzentwurf über ben Schutz des zur Anfertigung von Schulburkunben des Reichs und ber Länder verwendeten Papieres gegen I unbefugte Nachahmung in allen Lesungen und wendet sich bann ber Beratung des Haus­halts bis Deichsfinanzministeri- I ums zu.

Abg. E gg e r ft e b t (Soz.) weist darauf hin, I baß der ««danke Erzberger«, die Vereinheit­lichung der Steuer durch das Reich vornehmen zu lassen, lachbem er viel befehdet wurde, nun von Sinanzminister v. Schlieben über- I nommen worden fei. Wenn man von den I Beamten trtue Pflichterfüllung verlange, so müsse man auch dafür sorgen, dah sie keine materiellen Sorgen haben. Der Redner wen­det sich dam gegen die Branntwein- rnonopolierwaltung. Dort werde un­produktiv gearbeitet. Die amtlichen Zahlen I ließen einen erfreulichen Rückgang des Al- koholismus erkennen. Der Redner begründet I bann einen ozialdemokratischen Antrag, der

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