Oberhesfische Zeitung, Marburg a. L. Freitag, de» 12. Juni 1S2«,
9tt. 135
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izenerie einbezogen werden.
Wer sich der letzten Gartenbauausstellung erinnert, weiß, daß die Allee vom Haupt- eingang aus (die Fortsetzung der Orangerieallee eingesäumt wurde von prachtvollen Hortensien. die während der ganzen Dauer der Ausstellung ihre Dlütenpracht entfalteten. Die Idee ist beibehalten, doch werden dieses Wal an Stelle der Hortensienbüsch« runde Blumenbeete angelegt, die von einer gespannten Kugel überdacht werden, die abends beleuchtet wird, und so einen wirkungsvollen Eingang zur Ausstellung bieten dürste. Don der Allee rechts, d. h. hinter dem Orangeriehaus, vollständig durch' Anpflanzungen abgetrennt, wird eine künstlerische Friedhofsanlage errichtet Werden in der die moderne Grabmalkunst gezeigt' werden soll. Sei Anpflanzung vcm Bäumen und Sträuchern, sowie die Aufteilung des Geländes ist bereits vollständig fertig. Gegenüber, also zur Linken der Allee, stehen die großen Gewächshäuser, die wieder hergerichtet werden und in denen Blumen und Pflanzen gezeigt werden sollen, die im Freien
Briefkasten der SchrisUettnng.
Mieter. Eine Verpflichtung zu der amtlich festgesetzten Miete noch Zuschläge über nachträglich vom Hausbesitzer erhobene Abgaben zu bezahlen, besteht zur Zeit noch nicht. Vorläufig ist dies eine freiwillige Leistung des Mieters. Die Verpflichtung erfolgt mit der regierungsseitigen Genehmigung, die beantragt ist. Es kffolgt dann besondere Bekanntgabe.
nicht untergebracht werden können, unter an- I der em wird die Hofgärtnerei Göbel Orchideen, I der Botanische Garten Kakteen, Gärtnerei I Hermann Schulz einen vorbildlichen Winter» I garten zeigen. Anschließend hieran bereitet I die Stadtgärtnerei eine große Anlage vor I mit Zierbeeten und dergleichen, um muster» I gültige öffentliche städtische Anlagen zu zeigen. Pergolen schließen diese Anlagen ab und wer- 1 den gleichzeitig Ruheplätze bieten. Die große Festhalle von 1905, die erheblich verfallen ist, wird wieder vollständig hergerichtet. So wird I der Gartenmöbelindustrie Gelegenheit geben, I ihre Erzeugnisse auszustellen, Tafelschmuck und I dergleichen sollen hiermit verbunden werden. Eines der' weiteren Gewächshäuser wird der .Hottonia", Verein für Aquarien» und Ter» I rarienkunde, zur Verfügung gestellt, die hier I Aquarien und Terrarien in großer Anzahl I bepflanzt und belebt ausstellen wird. Vor I diesen Gewächshäusern soll ein Musterschre- I vergärten angelegt werden, gegenüber von diesem wird Herr Presser einen vorbildlichen Schulgarten zeigen. I
Unmittelbar im Anschluß an die beiden großen Bassins und Springbrunnen werden zwei große Dlumenparterre angelegt werden. Hier wird die Handelsgärtnervereinigung in I riesigen Farbenbeeten die verschiedenartigsten I Blumen in ihrer geschlossenen Farbenwirkung zeigen. Die Taxushecken, die den Bassins I wirkungsvollen Hintergrund bieten, sind ergänzt worden, so daß sie wieder eine geschlos» I sene Silhouette bilden. . Die drei großen Springbrunnenanlagen mit der großen Son- I täne werden ausgebaut, mit einer ihrer. Das» sinform entsprechenden weiteren Einfassung I versehen. Hinter diesen Decken, nach dem Ausgang zur Herrngartenstrahe, werden weitere Dlumenparterre angepflanzt. Die alte Terrasse wird einerseits Restaurantzelte, andererseits solche für Industrie und Gewerbe I haben. Rechts von diesen ist eine besondere Obftanlage vorgesehen, in hie die vorhandenen I Obstbaumbestände einbezogen werden. I
Im Anschluß an diese Anlage, in Der- bindung mit der hohen Steinmauer, soll em alter hessischer Dauerngarten genau nach text- I sicher und bildlicher Lieberlieferung angelegt I werden, der auch alle die Pflanzen, namentlich Heilkräuter und Rutzpflanzer, enthalten soll, die unsere Dorfahren in ihren Gärten zu I ziehen pflegten. Eine antike Brunnenanlage, Gartenhäuschen werden diesen ©arten, ergänzen, der interessante Dergleiche vermitteln wird zu den heutigen Kunstgartenanlagen. Don diesen wird eine riesige Anlage der Firma Kaiser & Seibert interessante Musterbeispiele vorführen. Die Anlage dieser Firma reicht 'von hier aus bis zum Orangeriehaus, sie wird einen Staudengarten, einen Rosen-
I garten, einen Dadegarten, einen Dahliengarten und verschiedene Sonderanlagen vom einfachen Parterre bis zur reichsten Garten»
I fünft zeigen.
I Zwei bis vier kleinere Rabaten werden hier noch einzelnen Ausstellern zur Verfügung gestellt. Wo ein geeigneter Platz vorhanden
I ist, der die gesamte Anlage nicht stört, sind I Derkaufsstände und Kioske vorgesehen.
I Das Terrain, das durch die Einebnung der I Olbrichgärten gewonnen wurde, ist teilweise I der Samenhandlung Hufeld zur Anpflanzung zur Verfügung gestellt. Die vorhandenen fiel»
| nent en Brunnenschalen bzw. Decken bleiben I erhalten und werden ebenfalls mit kunfl» I lerischen Dlumenanlagen verbunden. 3n un- I mittelbarer Rahe hiervon sind umfangreiche
Rosenanlagen eingepflanzt worden, bis letzt I sind schon 5000 Rosenstöcke gepflanzt, die fast I ausschließlich aus den Steinfurter Rosenzuch- I tereien bezogen wurden. Seitlich von den I beiden großen Springbrunnen werden durch I Gartenarchitekten vier künstlerische Sonder- I gärten angelegt, Pergolen trennen diese Gar» I ten und bilden gleichzeitig Verbindungsgänge I und Ruheplätze, von denen man die Anlagen I sehr gut übersehen tarnt.
I Endlich wird vor dem Orangeriehause und I vor den Gewächshäusern, also links und rechts I von der Eingangsallee, die großen rechteckigen I Wasserbecken instand gesetzt und mit Wasserpflanzen besetzt werden. Das Orangeriehaus
I selbst wird vollständig erneuert und soll ein I vornehmes Restaurant mit Festsaal aufneh- I men. Hier werden auch gleich wie m d«n I anschließenden Dau Schnittblumen in wechselnder Folge gezeigt werden. „. . .
I Aus dem Gesagten, an dessen Qkrtotrf- I lichung jetzt schon sehr weitgehend gearbeitet I wird, darf der Schluß gezogen werden, daß I die Gartenbauausstellung Darmstadt 1925 I einer der Hauptanziehungspunkte des Sann- I stLdter Sommers werden dürfte, daß sie die I große Ausstellung von 1905 vielleicht umfang» I lich nicht ganz erreicht, aber doch andererfeits I unendlich viel mehr zeigen wird, als es da» I mals möglich war, eine Leistung, die um so I höher zu veranschlagen ist, als die wirt» I schriftlichen Verhältnisse schwieriger geworden I sind und von jedem Beteiligten erheblich I größere Opfer verlangen.
AthMcht ©arlcnfauauSilellung
Sie Vorarbeiten für die große hessische Gartenbauausstellung 1925, die im Herbst dieses Jahres als eine der größten und bedeutsamsten Veranstaltungen des Sarmstädter Sommers im Orangeriegarten stattfinden soll, sind im vollen Gang, d. h. sie sind bereits soweit gediehen, daß man schon jetzt einen Lieberblick gewinnt Über den Llmfang und die Reichhaltigkeit dessen, was die Gartenbauausstellung bringen wird. Es sind in den letzten Monaten, begünstigt durch den milden Winter, außerordentlich umfangreiche Arbeiten geleistet worden. Wer den Orangeriegarten heute besucht, wird erstaunt sein Über die Gröhe des Ausstellungsterrains und über die vielgestalteten Möglichkeiten, die es zur Verwirklichung einer derartigen Ausstellung bietet. Vor allem ist erreicht worden, daß der imposante Surchblick durch die Mitte des Gartens über die breiten Freitreppen mit den seitlichen Springbrunnen, Fontänen und Wasserbecken, mit den Terassen und wundervollem Baumwuchs wieder vollständig freigelegt wurde. Sie versenkten Olbrichgärten sind väschwunden, das Gelände ist wieder eingeebnet und wird nunmehr in die Gesamt»
SeffenWm und RmbbargebM
Cassel, 10. Juni. Um eine Einigung über die bestehenden Lohndifferenzen im Holzgewerbe und über den Streik in Cassel herbei- zuführen, fanden vom 4.—6. Juni in Berlin | Verhandlungen statt, die zu keiner^Cinigung 1 führten. Der Zentralvorstand der Arbeitgeber I beschloß die Aussverrung der Holzarbeiter in ganz Deutschland. Es kommen vorerst rund 80 000 Arbeiter in Frage. — In der Leiv- zigerstraße lief ein Junge von 10 Jahren aus derselben Straße in einen Personenkraftwagen, wurde überfahren und erlitt Schädelbruch und Lungenquetschungen. Der schon wie leblose Junge wurde sofort durch die Sanitätswache Fuldabrücke nach dem Landkrankenbause gebracht, wo er aber gleich nach der Einlieferung starb.
Gießen, 10. Juni. In der Nacht zum Freiag voriger Woche ist in Wiesbaden, wo er zuletzt wohnte, der frühere Oberbürgermeister Mecum im 68. Lebensjahre verstorben. Der Verstorbene stand bekanntlich von 1902 bis Ende März 1914 an der Svitze unserer Stadtverwaltung. — Die Landwirte können in diesem Jabre mit einer außerordentlich guten Heuernte rechnen. Das Gras stebt reichlich und boch wie kaum seit langen Jahren. Das feuchte, warme Wetter im Mai war dem Wuchs des Grases außerordentlich günstig.
Neu-Isenburg, 7. Juni. Seit geraumer Zeit wurden bei hiesigen Bürgern Steuerbeträge doppelt und vielfach, wenn Sie die Zahlung verweigerten, durch Pfändung eingezogen. Eine Nachprüfung ergab schließlich, daß zwei Bürogehilfen durch betrügerische Machenschaften und falsche Eintragungen sich diese lohnende Nebenbeschäftigung verschafft hatten. Die jungen Leute, die jedenfalls, wie es ja immfcr der Fall ist, sonst „große Töne" redeten, wurden verhaftet. „Der Krug geht so lange zu Brunnen, bis er bricht."
Halbe rftabt, 9. Juni. Am 16. und 17. Mai fand in Halberstadt der diesjährige Regimentstag der ehem. Angehörigen des 4. Lothr. Inf.-Regis. Nr. 136 (Dieuze und Straßburg i. E.) statt. Diejenigen Regimentsangehörigen, welche noch nicht Mitglieder eines örtlichen Regimentsvereins bezw. des seit 1922 in Hannover gegründeten Kameradschaftsbundes ehem. 136 er sind, werden gebeten, ihre Anschrift an den Bundesschriftführer, Kamerad Obersteuersekretär A. Werner, • Göttingen, Walkemühlenweg 22 zu senden, der auch über alle Bundesangelegenheiten Auskunft erteilt.
Mergentheim, 10. Juni. In Burgstall wurden dem Landwirt Hoch in einer der letzten Nächte sämtliche Schafe erschlagen. Vermutlich handelt es sich um einen Racheakt.
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Aus der Umgegend
-r- Kirchhain, 9. Juni Wie stark die Mm'.erliebe auch bei den kleinsten Tierchen waltet, zeigt folgendes: Ein hiesiger Geschäfts- I mann kam gegen Abend zu Fuß aus der I Wohragegend. Plötzlich sah er auf der zwischen Kornfeldern gelegenen Landstraße zwei kleine Wieseln. Er ging auf sie zu, ihre Vor- I wärtsbewegungen waren noch sehr schwach, so- I daß sie es vorzogen, zu bleiben und den großen I Fremdling anzufauchen. Blitzschnell kam nun aus dem Kornfeld das Muttertier und fauchte ebenfalls wie eine wütende Katze den Mann I an, der die Tiere unbelästigt lieb, denn ix. I Wiesel ist ja der Feind .r Feldmaus.
Zerrissen die Fahnen, zerstückelt das Land, Tie Heimat ein Opfer der Schergen, Doch lodert die Freiheit im Sonnenbrand Aus unseren ewigen Bergen, Bis klirrend der Knechtschaft Fessel reißt Und der Adler sein altes Tirol umkreist.
Lumen, Stiel und Sperl
2. Marburger Vergrenuen.
Zum zweiten Male findet am nächsten Sonntag auf der Strecke des Vorjahres das Marburger Bergrennen statt. Die eingegangenen Meldungen zeigen, daß die Veranstaltung in diesem Jahre weit über den vrovin- ziellen Rahmen des Vorjahres bmausgeht. Unter den gemeldeten Fahrern finden wir Svortsleute erster Klasie, wie Hans von Opel, den diesjährigen Sieger tm »olitude- Herkules- und Ovelbahnrennen, den Rennfahrer Jörns, beide mit * Ovel-Renn- und Sportwagen; Kavvler, den vorjährigen Solitude-Sieger auf Simson-Suvra. Den übrigen inländischen Fabrikaten Mercedes (mit und ohne Komm-hor), Selve, Pluto u. a. m., stehen unter mderen an internationaler Klasse Austro-Deimler, Fiat und ein 8- Zylinder-Bugatti gege""ber.
In den Motorradkla.sen streiten sich erstklassige inländische Marken wie D. K. SB.,
Tirol
Kufstein, 7. Juni 1925 «wüte sind die letzten Guirlanden abge- JSmert in dem Städtchen, well fle zer- Sjen im Sonnenbrand der Tage. Mer Kestesstimmung will immer noch nicht -A<&cn Man kann sich nicht trennen von Orte, der eine Woche lang Heim- nstte froher Festlichkeit war. Immer noch Ottern die Fahnen, und die letzten Trupps Fugend, Hannoveraner sinds und Bremenser, marschieren, singend wie am ersten xage und wimpelüberweht, ihrem Sonder- mit dem Kommandeur der Gen- wmerie zusammen. Ein kerndeutscher Südtiroler trotz der fremdartigen Kakhi- Sm die Oesterreich eingeführt hat. unaufgefordert findet er Worte höchsten W für die Disziplin der Masseu in ten vergangenen Tagen. Kein ernsthafter «wischenfaE trotzdem Kufstein an der Was- Ürscheide zwischen bayrischem Bier undTl- «ler Wein liegt und beides in höchster Vollendung bietet. Besonders hat diesem militärisch empfindenden Manne dieStraff- teit der reichsdeutschen Jugend gefallen. Auch aus den Dörfern hört man nur Worte ehrlicher Freude. Diese Jugend auS tem ganzen Reiche, die, mehr als zehntausend Köpfe stark, den blauen Treuewim- tel des Vereins für das Deutschtum im NrSland bis in entlegene Täler und einsame Almhütten führte, hat mehr, als es Reden vermögen, ihre Sendung im Sinne dieser Tagung erfüllt. „Wir sind Front ter Stammestreue, deutscher Erde, — deutscher Art," klang ihr Lied, wirkte ihre Stimmung. Und eine weitere Wirkung ihres Auftretens. Ueberall hört maus: Warum haben wir in Oesterreich nicht diese Schutzvereinsjugend, die sammelt und wirbt? Nach Kufstein wird auch Oesterreich seine Schulgruppenbewegung erhalten. Die iteugefügte Front der Verbünde wird auch in der Grenzmark Oesterreich einen Sturmtrupp der Jugend und damit einen entscheidenden Kräftezuwachs erhalten.
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B M. W., N. S. U. mit Rädern gleicher Qualität des Auslandes um die Palme des Sieges. Der kurze Ueberblick zeigt, daß sich die Qualität der startenden Maschinen gegenüber dem Vorjahre bedeutend gebessert hat, so daß ein erstklassiger Sport gewährleistet scheint. .Wie wir erfahren, bat sich die Rennleitung die Erfahrungen des letzten Jahres bei ähnlichen Veranstaltungen zunutze gemacht und für eine möglichst glatte und unterhaltende Abwicklung Sorge getragen.
Hoffen wir, daß die Sauvtfehler des vorjährigen Rennens, Etaubplage und zu Iang= fame Startfolge sich nicht wiederholen. Auch halten wir eine zwischenzeitliche Bekanntgabe der Rennnresultate an verschiedenen Stellen der Strecke für wünschenswert.
Wie nachträglich noch gemeldet wird, liegen , fast 100 Meldungen vor.
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SotbWmuWtn
X Prof. Dr. med. Hermann Freund in Münster hat den Ruf auf den Lehrstuhl der Pharamakologie an der Universität Heidelberg als Nachfolger R. Gottliebs abgelehnt; nunmehr wurde der Heidelberger vharmakologische Lehrstuhl dem ord. Professor Dr. Hermann Wieland an der Universität Königsberg angeboten. — Der Ordinarius für Dogmatik in der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen Dr. theol. Karl Adam bat den Ruf an die Universität Bonn aWelebnt. — Ernannt wurde der o. Professo^Dr. Hermann August Korfs von der Universität Gießen vom 1. August 1925 an zum ordentlichen Professor der neueren deutschen Sprache»udn Literatur an der Universität Leipzig.
X Der emerit. ord. Professor für Altes Testament an der Universität Greifswald, Geh. Konsistorialrat D. Dr. Gustav Dalman, begeht am 9. Juni seinen 70. Geburtstag.
\ X Der emerit. ordentliche Professor der mittleren und neueren Geschichte an der Universität Freiburg i. B., Geheimer Rat Dr. Phil., Dr. theol h .c. Heinrich Finke begeht am 13. Juni den 70. Geburtstag. — Der Bonner Privatdozent Dr. theol. et. Phil. Lorenz Dürr hat den Ruf auf den Lehrstuhl des Alten Testaments an der Akademie zu Braunsberg als Nachfolger von Prof. A. Schulz
I angenommen. — Im Alter von 74 Zähren verschied am 6. ds. Mts. der frühere langg- jührige Kurator der Universität Göttingen, Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Dr. jur. Ernst O st e r r a t h, Ehrenmitglied der Georg August-Universität. - Professor Dr.
I Max V a s m e r, Ordinarius für slavisch« Philologie an der Universität Leipzig, der vor kurzem als ordentlicher Professor nach Berlin berufen worden ist, ist zum
I korrespondierenden Mitglied der ukrainischen Schewtschenko - Gesellschaft der Wis-
I senschaften in Lemberg ernannt worden» — Dr. rer. pol. Anton Felix N « pp -
I Zinn, der sich an der Universität K ö1 n als Privatdozent für praktische Volkswirtschaftslehre, insbesondere Verkehrswesen, habilitiert hat, hat sich mit einer Antritts-
I Vorlesung über das Thema „Grundfragen der deutschen Binnenschiffahrtspolitik em»
I geführt. — Der ordentliche Professor für I Mineralogie und Petrographie an der Technischen Hochschule in Aachen, Dr. Hans
I Schneiderhöhn hat einen Ruf an die Universität Freiburg i. B. erhalten. —
I Der Astronom, Abteilungsvorstand a. D. an der Deutschen Seewarte in H a m o u r g, Oberregierungsrat Professor Dr. Karl Ste- chert, ist am 6. Juni tm Alter von 69 Jahren gestorben.
Erfreulich ist die Haltung der Bevölkerung und der nationalpolitisch ernst zu nehmenden Kreise. Dreißig Hamburger Mädels äußern gesprächsweise den Wunsch vor her Abfahrt — nach Hamburg ists ein langer Weg — noch einmal in einem richtigen Bett zu schlafen. Der Besitzer des ersten Hotels, eines mit allem Geschmack der Zeit im Stil des Landes erbauten Hauses, bringt alle zusammen für einen ganz besonders günstigen Preis unter und richtet ihnen ein Essen, das sich dem zusammen- geschütteten Restinhalt der schmal gewordenen Börsen im Preise anpaßt, während es in der Güte dem Rufe des Hauses ent- spricht. — Die Landespresse, auch die klerikale, hat mit Wohlwollen berichtet. Selbst ein Innsbrucker Blatt vom legitimistischen Flügel, das anfangs wenig freundliche Begrüßungsworte gefunden hatte, wußte nach Den Festen nur Gutes zu sagen. Das Erscheinen des Landeshauptmanns Stumpf, eines bekannten christlich-sozialen Politikers, seine warmherzige, ttotz der Vorsicht der Ausdrucksform unmißverständlichen Worte, das Auftreten des hochangesehenen Abtes vom Stift Witten, alles das hat dazu beigetragen, das in manchen Kreisen noch bestehende Mißtrauen gegen die „Norddeut- che Invasion" zu beseitigen. Nur das ozialistische Hetzblatt kn Innsbruck kann ich eine hämische Glossierung der Ereignisse nicht verkneifen. Ihm hat besow- ders der Vorbeimarsch der Münchner „Oberländer" angetan. Oder sollte man auf einem Schutzvereinstage die Männer zurückweisen, die mit ihrem Blut in Ober- 5 schlefien und in der Pfalz für deutsches Volkstum eingetreten sind und die jeden Tag von neuem in vorderster Linie gegen feindlichen Einbruch stehen würden? Macht es erst nach, Ihr Internationalisten, und bann schmält!
Daß die Kundgebung in Rom oder besser in Trient nicht gefallen hat, ist verständlich. Aber ein „diplomatischer i Schritt?" Will man uns verbieten, tm eigenen Lande zum eigenen Volle sich zu bekennen. Noch ist Kufstein nicht Bozen. Der angebliche „Schritt" zeigt, was man . den Deutschen im Oesterreich und tm Reiche, die nach Ansicht italienischer Zeitungen dankbar für den Großmut der „Sieger" sein müssen, bieten zu können glaubt. Hof- . fentlich erhalten die Verantwortlichen für zahlreiche ungesühnt, unverfolgte Morde an deutschen Brüdern in Südtirol die richtige Antwort. In den Gasthöfen hier hängt, nicht erst seit der Tagung, ein Bild, das den Tiroler Adler ansteigend zu den rotglühenden Mauern des Rosengartens zeigt. . Die Inschrift dieses Bildes, die dem Tiroler ' Volke aus dem Herzen spricht und deren Sinn kein „diplomatischer Schritt" verwischen kann, deren Erfüllung keine Zwangsbestimmung verhindern kann, lautet:
Aus Büderu und Sommerfrischen
Soolbad Soeben a. Werra.
Wer mit der Bahn von Frankfurt nach frombura fährt, dem eröffnet sichrem« Itunbe südlich von Göttingen «ln liebliches Bild. Auf stolzer Höhe schaut er östlich der Bahn eine der schönsten und größten Ru inen Deutschlands, den Haustein, wähEid ibn westlich auf bewaldetem Berge oberhalb der Sa der Ludwigstein, bte Heimstätte der Wandervögel, grüßt Der bot mit bleiern Punkt bas zycrttt fast eines de? herrlichsten mitteldeutschen Täler, erreicht — noch zwei Stattonen^ dann liegt vor ihm das schönste deutsche Solbad: Sooden a. Werra.
Waldumkränztes, sonnenbeglanztes, Heilung spendendes Werrabad,
Zum Segen der Menschheit wachse in ä aller Zeit deine Sole, dem Salz! Als Quell der Gesundheit, der leidenden Menschheit, der Herrgott erhalt s.
So steht es über dem Söder Tor, durch das man den Ort vom Bahnhof her betritt und so erfahren es die zahtteichen Kurgäste jahraus, jahrein, wenn ^.Soeben als Kurbad aussuchen. Die Bader bewirken durch ihren Einfluß aus den Stoff wechsel eine allgemeine Umstimmung oe» Organismus.___
Kirchliche Nachrichten.
Sonnabend, den l3. Juni.
St. »Jost-Kapelle (vor Weidenhaufen) 8.30 Uhr: Abendfegen: Lic. llNenfchm^^ Gottesdienst der Israelit. Gemeinde.
Sonnabend, den 13. Juni.
Vorabend: 7.30 Uhr, morgens 8 Uhr, nachm. 3.30 Uhr, Ausgang 9.35 Uhr.
Verantwortlich für die Schriftleitung: Hanns Georg Licht.
Für den örtl. u. vrovinz. Teil: Wilh. Wmner. Sprechzeit: 8—11 Uhr, %1—1 Uhr.
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