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flnzeigerM(dasM)erkmchessML)<vberhessen/<-Amtliches VerkündiguntzsblMIürdkreisiAarbWz

Nr.iN. 60.3ahrg. Marburg «.Lahn

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1 Goldwark V«,,Dollar.

Marburger Tageblatt

Settische

Landeszettung

Freitag,

bett 5. Sunt 1925

Die ,F>berhessische Zeitung" er- sechsmal wichentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. aus- schließl. Zustellungsgebühr, durch pwPost2L5 GM.Für etwa infolge Streiks, Waschin en defekte oder tlementarer Ereignisse ausfallende Nummern wird kein Ersatz ge­leistet- Verlag v. Dr. §. Hiheroth, Druck der Univ.-Buchdruckeret b, Zoh. Ang. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 55. u. Rr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt e. M. Nr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und

Uhr.

Die MmMm Wirren

Schon immer waren die Verhältnisse in Lbina schwer zu überblicken, weil die Bevöl- kcrung des Riesenreichs durchaus nicht einheit­lich ist und ihre Führer stets uneinig sind, Dazu die sich kreuzenden Interessen der euro- räischen Staaten wie Japans "hinzukommen. Leit der Revolution aber, und seitdem der Weltkrieg das Selbstgefühl der Chinesen ge- bcben bat, ist die Lage besonders komvliziert. Während Deutschland sein Schutzgebiet auf- hegeben hat und China als gleichberechtigte llacht behandelt, halten die anderen Staaten poch an ihren Sonderrechten fest, durch die das himmlische Reich auf das Niveau eines balb- Lltivierten Landes berabgedrückt wird. Da- pegen beginnt das nationale Bewußtsein der Chinesen sich mehr und mehr auszulehnen. Was man früher Fremdenfeindschaft nannte, vor wohl schon damas und ist sicherlich heute tut der Kamvs gegen die fremden Usurpatoren und Bedrücker, die sich als Berater und Vormünder Beten., Diese Vrundstimmung haben die Bolschewisten ge­schickt auszunutzen verstanden, so daß die na­tionalen Motive sich mit den antikavitalisti- schen vermengen. Streiks in den javanischen Spinnereien von Schanghai und Tsingtau Arteten zu einer aufrührerischen Bewegung aus, in der chinesische Studenten die treiben-

Kräfte sind. Zwiespältig ist deshalb auch s Verhalten der chinesischen Behörden. So­ziale Unruhen würden sie wobl zu unter­drücken geneigt sein, aber der nationalen Be­wegung können sie sich nicht entgegenstellen, selbst wenn fie es wollten. So hat die Pe­kinger Regierung eine recht energische Protest- »rte versaht und die chinesische Sandels- mmmei von Schanghai den Generalstreik 1 proklamiert, der die Rabrungszusubr zu dem Kremdenviertel gefährdet.

Vorläufig scheint trotzdem keine erhebliche Gefahr für die Europäer in China zu bestehen. Ihre Riederlasiung in Schanghai läßt sich militärisch genügend schützen, da noch aus /Hongkong und Japan Truppen berangezogen werden können. Bedenklich aber könnte für üeHerrenrassen" in China die Lage werden, penn die alts Uneinigkeit der Chinesen ein- nal verschwinden sollte. Deshalb richtet Rch sie Aufmerksamkeit auf die D or g än g e im flord-en Um die ostchinesische Bahn in der Mandschurei besteht ein Streit zwischen Rnß- ond und Javan, auf dessen Seite der mäck>- tlge chinesische General Tschang-Tso-Lin ist. diesem nehmen es die Russen sehr übel, daß !r dieWeißgardisten" unterstütze. Der Ein-

der Bolschewisten ist ja besonders im- len stark. Tschang hat nun Truvven nach Pe­king geschickt, und es fragt sich, ob er mit scinem alten Gegner, dem christlichen General Feng, Frieden schließen oder neuen Streit er* öffnen will. Für Deutschland empfiehlt , sich ohne Zweifel die Fortsetzung der bisherigen Nichteinmischungsvolitik. Mit Recht beteiligen Kch die deutschen Kaufleute in China nur an en Notstandsarbeiten, nicht aber an den mili- terischen Maßnahmen. Wer die nationalen Instinkte der Chinesen anerkennt, hat von ihnen nichts zu fürchten.

*

Schanghai, 4. Juni (WTB.) Der Streik bat sich weiter ausgedehnt, doch ist ein Umschwung in der Haltung vieler Arbeiter /offensichtlich. Die Polizei bat verschiedene Streiten unternommen und eine Menge bol­schewistischer Schriftstücke beschlagnahmt Es wurden einige Verhaftungen vorgenommen.

London, 4. Juni. Die Lage in Schang­hai wird von Stunde zu Stunde ernster. Die Streiks nehmen ständig r«. 2m Zentrum der Stadt haben zahlreiche Za - lammenftöhe stattgefunden, bei denen die Aufständischen zwei Tote und 75 Verwundete hatten. Bewaffnete Fahrzeuge patrouillierten »eftern durch de« westlichen Teil Schanghais. Di« Aufständischen haben in dem Vorort Shavei, der ihnen eine brauchbare Overa- tionsbasts gegen die ausländischen Niederlas­sungen bietet, Barrikaden errichtet. Der Mangel an Nahrungsmitteln macht stch bei den Chinese« mehr bemerckbar als bei de« Ausländer«, die grobe Vorräte a« einge­führten Nahrungsmitteln besitzen.

Sturm auf daS Europäerviertel in Peking.

Peking, 4. Juni (TU). Tausende Pe­kinger Studenten demonstrierten vor der Fremdenkolonie, sie versuchten, in daS Eu­ropäerviertel einzudringen, wurden aber rechtzeitig gehindert. Die Masse wurde dar­

auf von Agitatoren zu Europäermorden aufgehetzt. In Schanghai wurde ein ame­rikanischer Sergeant, der von der örtlichen Polizei verhaftet worden war, mißhandelt. Proteste des amerikanischen Konsuls erwirk­ten darauf die Freilassung.

Alliierter Meinungsaustausch.

Paris, 4. Juni. (TU.) Am Quai d'Orsey wurde auf eine Anfrage mitgeteilt, daß zwischen den allierten Mächten auf diplo­matischem Weg« ein Meinungsaustausch über tue Vorfälle in Schanghai im Gange set. Vor­läufig werde aber die Initiative zur Ergreifung weiterer Schutzmaßnahmen ben diplomatischen Vertretern überlassem

Eine Beschwerde«»!« an di?' ausländische« Vertreter.

ft. Peking, 5. Juni. Das chinesische auswärtige Amt hat gestern Nachmittag eine weitere Note an den italienischen Ge­sandten als D e r t r e t e r der interessier­ten Mächte gesandt, worin Beschwerde erhoben wird, daß die Polizei von Schanghai wiederum auf das Volk geschossen habe, was neue Ovfer gefordert habe, und worin erklärt wird, die meisten Ovfer seien von hinten getroffen worden. Die Polizei habe keine Verletzte gehabt, wodurch die Grundlosig­keit ihres Vorgehens bewiesen sei. Die Hal­tung der Behörden in Schanghai sei die Ur­sache des Streiks. Die Note fordert die Ver­treter der Mächte auf, unverzüglich in energi­scher Weise an die Konsulate in Schanghai heranzutreten und den Gebrauch von Feuerwaffen einzu st eilen, damit weiteres Blutversietzen vermieden wird.

ft. Petins. 5. Juni. Der Sowjet-Bot­schafter K a r a ch a n richtete gestern eine Note an den chinesischen Außenminister, in welcher er anläßlich der Erschießung von Arbeitern und Studenten in Schanghai dem chinesischen Volt das Beileid der Sowjet-Revubliken aus- ivricht. Ä _

fk. London, 5. Juni.Daily Expreß will erfahren haben, daß die javanische Regierung eine dringende Note nach Peking gesandt Babe, in der klar zum Ausdruck ge­bracht werde, daß Javan, wenn die chinesi­schen Behörden nicht in der Lage seien, die Ordnung in verschiedenen chinesischen Städten aufrecht zu erhalten, bereit sei, bewaff­nete Land- und Seestreitkräfte in genügender Zahl zu entsenden. Das Blatt erklärt dazu, diese Aktion würde nicht der Erklärung des javanischen Außen­ministers die ein Unternebm.n mit den an­deren Mächten vorgesehen batte, entsvrechen und würde weit über die politischen Absichten hinausgehen.

Die Autwort drS diplomatische« Korps.

Peking, 4. Juni . (WTB.) Heute vor- mittaa trat daS diplomatische Korps zusam­men und entwarf den Text der Antwort auf die Note des chinesischen Auswärtigen Amis, vom 2. 6., in der dieses gegen das Vorgehen der Polizei von Schanghai gegen die Unruhestifter Einspruch erhoben hat . In der Antwort, bte dem chinesischen Auswärtigen Amt heute nach­mittag vom italienischen Gesandten überreicht wurde ,heißt eS: Während wir die Ereignisse bedauern, durch die eine Anzahl unglücklicher Opfer getötet und andere ernstlich verletzt wur­den, glauben wir, dqß es notwendig ist, bte Umstände darzulegen, unter denen bte Poltzet ihre Waffen gebraucht hat . Die demonstrieren­den ,--ruppen, bte in dem Europäerviertel um­stürzlerische gegen die Ausländer gerichtete Schmähschriften verteilten, jtnb ausgefordert worden, s-H zu zexstreucm Die Führer wurden verhaftet. Die Menge weigerte sich, der Auf­forderung ndch zukommen, griff die Polizet an und versuchte einen Sturm auf die Polizei­station. Erst dann machte bte Polize» von der Waffe Gebrauch. Die Verantwortlichkeit liegt daher bei den Demonstranten, nicht bet ben Behörden. DaS gemischte Gericht, vor daS die Schuldigen gebracht wurdest, hat ihre Frei­lassung gegen Bürgschaft angeordnet.

fk. London, S- 2u«i. Wie ays Schang­hai gemeldet wird, durchziehen Panzerwagen die Straßen. Die Lage ist äußerst ernst.

fk London, 5. Inin. Reuter erfährt aus gut unterrichteten Kreisen: Abgesehen von der Entsendung von Schiffen und der Landung von Motoren und Marmetruooen in Schang­hai bat bisher keine veiemtgle Aktion der Mächte stattgefunden. Es besteht kein Wunsch nach einer Intervention die auch von keiner Seite angeregt worden ist. '

fk. Tokio, 5. Ium. Der KreuzerT a - ts wta" mit 200 Marinesoldaten an Bord ist nach Schanghai abgefahren. - . ..... «

Das EkherheilsvrMm

Reine Sicherheitspaktkonferenz.

Berlin, 4. Juni (TU.). Die Morgen­blätter melden aus London: Bezüglich der von verschiedenen Blättern verbreiteten Ge­rüchte, daß zwecks Beratung des Sicher­heitspaktes eine Konferenz einberufen wer­den soll, ist Reuter zu der Erklärung er­mächtigt, daß diese Meldungen unzutref­fend seien. Jedenfalls fei der augenblick­liche Stand der Verhandlungen ein der­artiger, daß man nicht sagen tönen, der Augenblick sei für eine Konferenz geeig­net.

Englands Standpunkt in der Sicherheits­frage.

Berlin, 4. Juni (TU.). Wie die Morgenblätter aus London melden, heißt eS in einer Reutermeldnng u. a.: Es ist nicht zutreffend, datz irgendwelche spezielle Interpretation oder Ankündigung bezüglich dessen, waS geschehen wird, vorliegt. Die Diskussion hat noch nicht den Punkt er­reicht, wo man in Einzelheiten angeben kann, waS in bestimmten Eventualitäten geschehen' wird, abgesehen von den Möglichkeiten, die daS Rhein­landbetreffen. Die Erörterungen be­schäftigen sich nock mit den allgemeinen Grundsätzen und die englische Regierung ist nur festgelegt auf die Aeußernngen, die Chamberlain im Unterhaus getan hat, wonach England den Gedanken eines Paktes Über die westliche Grenze annimmt, an dem England mit- zuarbeiten bereit ist und dessen Verpflich­tungen darauf beschränkt sind, die westliche Grenze zu garantieren, um einen zukünf­tigen Krieg zu verhindern.

?U London, 5. 3««i. Obwohl die amt­liche« Stellen nach wie vor eine außerordent- iche Zurückhaltung in ihren Ae ißerunse« über den gegenwärtigen Stand der Dinge zei­gen. kann dennoch alles, was insbesondere aus Paris über angebliche Zugeständ­nisse Englands berichtet wird, als ver­früht oder unrichtig bezeichnet werden. Nachdrücklich wird vier darauf bingewiesen, daß die englische Regierung keinerlei Verein­barungen oder Verträge abschließen könne, die England zu einer Teilnahme an einem euro­päischen Konflikt verpflichten würden.

Der Pariser Korrespondent desManchester Guardian" teilt mit, England habe auf die Frage geantwortet, ob der Begriff der Ge­genseitigkeit in dem Sicherbeitsvakt den Sinn habe, daß ein französischer Einmarsch in bas neutralisierte Rheinland tn Erfüllung der militärischen Verpflichtungen Frankreichs ge­genüber Polen und der Tschechoslowakei als »in Bruch eines Sicherheitsvertrages betrachtet würde. Dickfe Antwort habe die gegenwärtige allgemeine Erleichterung und Freude in Frankreich verursacht. In London wird jedoch, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, r ach wie vor an dem Standpunkt sestgehalten daß man über derartige Einzel­heiten zur Zeit noch keinerlei Meinung kundgeben könne, da die Verhandlungen bisher lediglich akademischer Natur gewesen seien.

BriandS Autwort a« Englaud.

Paris, 4. Juni (TU.). Wie die Mor­genblätter melden, hat Briand gestern mit Berthelot und Larroche an der Abfassung der Rote gearbeitet, die wahrscheinlich heute abend als Antwort auf das britische Garantievertragsmemorandum nach Lon­don abgehen wird. Trotz der Zufammmen- kunft mit Chamberlain in Genf be­absichtigt Briand, das betreffende Memo­randum . so ausführlich wie möglich zu be­antworten.

Die Antwortnote wird besonders auS- führen, weshalb Frankreich in feinem Antwortentwurf auf das deutsche Angebot betont, daß Sch ied Sg e r ich tS- Ve r- träge auf keinen Fall die terri­torialen Vertragsbest immun gen zum Gegenstand haben dürfen.

Amerikas Politik Europa gegenüber nnvrr- ändert.

Pewhork, 4. Juni (TU.). Washing­toner Kreise erklären auf Berliner Meldun­gen, daß die Reichsregierung in der Ent- roaffnungSfrage auf die Intervention Ame­rikas hoffe. Amerikas Politik Europa ge­genüber bleibe unverändert. E S denke ..nicht daran, sich in europäische Fragen einzumischen, obwohl nie­mand in Washington an Deutschlands völ­liger Abrüstung zweifele.

Die Könwse in Marokko

Angriff der Rifkabtzlen auf Sie französische Front.

Paris, 4. Juni (TU). Rach einer Havasmeldung aus Tanger hat Abd et Krim den Djabellas in der westlichen Zone den Befehl. zum Angriff auf die franzö­sischen Truppen erteilt.

Spanien plant Truppenlandungen in Marokko.

Paris, 4. Juni (TU). DerMatin" meldet aus Madrid, die spanische Regie­rung habe Abd el Krim ein Ultimatum ge­stellt .worin der marokkanische Führer auf­gefordert wird, sich der Landung spanischer Truppen an der Küste Alhueemas nicht zu widersetzen. Das Ultimatum lauft in den nächsten Tagen ab, worauf daS fpan Ische Geschwader in See stechen wird. Die Lan­dungstruppen sind 18 000 Mann stark. Die Landungsoperationen sollen noch vor dem 15. Juni bewerkstelligt werden.

P a r i s, 4. Juni. (WTB.) Die von der Re­gierung beantragten Kredite für Marokko in Höbe von 31 700 000 Franken beziehen sich, wie sich aus dem Wortlaut des Gesetzes ergibt, nur auf den Monat Juli. In per Begründung deutet die Regierung an, daß die gleiche Summe sowohl für den Monat Juli als auch für den August beantragt würde, im ganzen also für die drei Monate etwa 95 Millionen Fr-mien.

fk. Paris, 5. Juni. Wie Savas aus T a n g er berichtet, haben sich die Dreheballah geweigert, Abdel Krim Verstärkungen zu liefern.

Paiulevö über Marokko.

fk. Paris, 5. Juni. Ministerpräsident Painlevä hat sich gestern vor den ver­einigten Senatsausschüssen für auswärtige Angelegenheiten und für Seeresangelegen- fieiten über die Lage in Marokko ausgespro­chen. Er erklärte, daß die erste Trupven- verstärkungen schon im Monat Februar abge­gangen sind. Im März und Avril habe Mar­schall Lvautev Truvven verlangt. Er, Pain- (eoe, habe ihm Folge geleistet. Als der Druck der Rffleute sich verstärkte, sei eine dritte Aufforderung des Marschalls ergangen, der nicht nur Truppen sondern auch Flugzeuge und schwere Gebirgsartillerie verlangt habe. Im Mai sei dann die Lage beunruhigend ge­worden. Die Zahl der Verluste sei auf jede Weise übertrieben. Vis zum 2. Juni zahlte man 318 Tote, 115 Verwundete und 195 Ver­mißte. Darunter sind drei Fünftel Einge­borene. Neue Truvven würden abgeben für die Ablösung gewisser ermüdeter Truppen. Die wichtigste Frage sei, einen sanitären Dienst einzurichten, der allen Anforderungen des Klimas entspreche. An den Ministerprä­sident wurden zahlreiche Fragen gerichtet.

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Stift in Ungarn

Budapest, 4. Juui. lTU.) Im Zusam- merchang mit den Anschuldigungen des frühe­ren Innenministers Benicky gegen den Reichsverweser Hort Hy hat ein Munsterrat die Einziehung des BlattesAz Ujsagdas die Aussagen Benickys veröffentlichte, beschlos­sen. Die Druckerei des Blattes wucke beschlag­nahmt, das Weitererscheinen verboten und das Gebäude durch Militär besetzt. Das Verbot deS Blattes hat großes Aufsehen erregt. 'Der Vorstand der Sozialdemokratie sowie mehrere Gewerkschaftsführer traten yi einer Sitzung * zusammen. Unter dem ersten Eindruck wurde ejn Setzerstreik und sogar ein Generalstreik erwo,-n. Entscheidende Beschlüsse wurden aber bisher nicht gefaßt. Reichsverweser Horthy erschien vormittags im Ministerrat und hatte mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten eine längere Aussprache. In der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung kam es, als ein Ersuchen der Oppositionsparteien, die Affäre Benicky zur Sprache zu bringen, abgelehnt wurde, zu Tumulffzenen. Die Regierung wurde beschuldigt, Räuber und Mörder zu verteidigen. Minister Vaß erklärte unter stürmischen Zwi­schenrufen der Opposition, die Person des Staatsoberhauptes sei unverletzlich. Er ver­wahre sich gegen diese Angriffe. Ein Antrag der Opposition auf Einsexnng eines parlamen­tarischen Untersuchungsausschusses wurde un­ter ungeheurem Lärm abgelehnt.

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Die General-Razzia in Sofia.

Sofia, 4. Juni. (TU.) Tie auf Veran­lassung des Ministeriums des Innern hier durchgefübrte General-Razzia dauerte von 4 Uhr morgens bis '< Uhr abends. Die Stadt war von Militär und Polizei zermert.