evimasrnd, toi M Rai 1925
Die «Oberhessisch« Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 2 GM. aus- - schließ!. Znstellungsgebühr, durch -di«Post2.25 GM.Für etwa infolge Streits, Maschinen defekte oder elementarer Ereignisse ausfallende Kummern wird kein Ersatz geleistet. Verlag b. Dr. §. Hiheroth, Druck der Univ.-Buchdruckcret d. Zoh. Aug. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 55. u. Nr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt e. M. Nr. 5015. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 und
Uhr.
Äbecheffische
Rarimmr ^9 VA A MM gAt 6tlWt Sägeblatt / W g/ ■ H Hl 1 WWW Soatotilung
».125. SÜ.Mrg. Marburg a.Mn
Der Anzeigenpreis beträgt für den 10 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM., kleine Baranzeigeu 0.06 GM., amtliche und auswärtige Anzeigen 0.10 GM. Del schwierigem Satz sowie bei Platzborschrift 50°/o Aufschlag. — Eammelan zeigen 100 °/o Aufschlag. Reklamen der Millim, 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Erfüllungsort Marburg.
1 Soldmark — V«,»Dollar.
MizeigerlUridasMier KmchMche)Gberhrssew-> Amtlich es VerKünöigungsblattjwed-KreisKlürbMJ
FmakreW MarbkkmM
Die Maroklodebatte in der französischen Kammer.
Paris, 29. Mai. Die Kammer setzte in ihrer heutigen Nachmittagssitzung die Jnter- vellationsdebatte über Marokko fort. Zu Beginn der Sitzung verliest Kammerpräsident H e r r i o t die von dem Kartell der Linken eingebrachte Tagesordnung Cazals, deren Tert bereits veröffentlicht wurde.
Hierauf ergreift der Abg. M a l v y das Wort, um sich über seine Reise nach Spanien auszusprechen. Er verwahrt l'ch dagegen, daß irgendwelche Eeschäftsgründe dasür matzgebend gewesen seien, datz er Verhandlungen mit der spanischen Regierung angeknüpft habe. Roch weniger habe es sich hierbei um di» Lergwerks- konzession gehandelt. Gegen alle derartigen Tendenzmeldungen habe die spanische Regierung bereits protestiert. G* habe keine an' :re Sorge gehabt, als durch die Herbeiführung einer Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Spanien dem Interesse seines Landes zu dienen. Abd ei Krim habe es verstanden, Frankreich und Spanien zu veruneinigen. Er habe indirekt Friedensangebote gemacht, aber nur der spanischen, nicht der französischen Regierung. General Primo »e Rivera habe seinen Abgesandten freies Geleit angeboten. Aber Abd ei Krim habe nichts mehr 'von sich hören lassen. Es sei ihm nur darum zu tun gewesen, Waffen und Kriegsmaterial in die Hände zu bekommen. Malvy betont, datz eine Friedensmöglichkeit nur bestehe, wenn Frankreich und Spanien aufrichtig zusammenarbeiteten.
Der kommunistische Abgeordnete M a r c e l l Eachin erklärt, datz Frankreich und Spanien vor 20 Jahren Marokko unter sich aufgeteilt hätten. England hätten sie beseitigt und ihm für diese Selbsten!äutzerung freie Hand in Aegypten gelassen. Insbesondere erinnert Eachin daran, wie Jauräs die Marokkopolitik charekterisiert habe. Habe man denn t>i" 1 4 Grundsätze des Präsidenten Wll- s o n nach dem Kriege ganz vergessen, durch die man allen Völkern der Welt das Selbstbelllm- mungsrecht versprochen habe? 300 Millionen Muselmanen würden in der 9Eeu durch die ? Grossmächte der westlichen Völker beberr^t. Der Ministerpräsident möge dem französischen Volke '"gen, was Marokko Frankreich seit 21 Jahren an Menschen und Geld gekostet habe und wieviel dieses Marokko der französischen Republik kosten werde, in einem Augenblick, in dem so viele Milliarden den französisch e n F i n an z en f e bl t e n. Eachin verliest dann eine Tagesordnung der Kommunisten, in der die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten gefordert wird.
Der sozialistische Abgeordnete Renaudel erklärt, es sei notwendig, datz das Abkommen, das man mit Spanien treffe, keinen militärischen Hintergedanken in sich berge. Gestern sei es zu einem Missverständnis gekommen, als Vriand von der Möglichkeit gesprochen habe, unter Ausschluss Spanien, mit Add el Krim zu verhandeln. Es sei deshalb eine neue Erklärung notwendig und er, der Redner, erwarte von der Regierung, datz, wenn das Abkommen mit Spanien unterzeichnet sei. die Verhandlungen mit Abd el Krim eingeleitet würden.
Hierauf ergriff Aussenminister Vriand das Wort und erklärte: Frankreich habe bis jetzt eine rein defensive Haltung eingenommen. Da man das Selbstbestimmunosrecht der Völker anführe. müsse man auch zugeben, dass es Stämme gebe, die das Recht hätten, sich Frankreich zuzuwenden. Diese seien auch geplündert worden. Die, französischen Posten, die zu ihrem Schutze errichtet worden seien, habe man umzingelt und bedroht. Diese Stämme habe Frankreich nicht verlassen dürfen. Vriand erinnert daran, dass, als Frankreich 1914 am Rhein bedroht worden sei, es allen Völkern, die es kolonisiert habe, freigesiellt habe, über sich selbst zu verfügen. Alle Kolonien hätten sich Frankreich angeschlossen und alle ihre Bewohner hätten sich als Franzosen gefühlt. Das sei die Freiheit der Völker: Ueber sich selbst zu verfügen. Vriand erklärt. Frankreich habe Marokko zivilisiert. Es habe heute gute Wege und Eisenbahnen und leine Bewohner arbeiten und prosperieren. Wenn die Friedensverhandlungen kommen sollten, sei es notwendig, dass man sich vorher mit Spanien verständigt. Frankreich habe Spanien gefragt, ob es sich mit ibrn für einen raschen Frieden einsehen wolle. Eine Teilung des Rifsgebiets kornmenichtinFrage. Frankreich werde seine Beeinflussungszone nicht überschreiten aber es werde auch nicht vergessen. ,ba& noch heute französii^es Blut M Ma-' Zokko vergossen werde
Bei der Abstimmung wird die Priorität der Tagesordnung Cazals, also die Tagesordnung des Kartells der Linken, mit 537 gegen 2 9 Stimmen zuerkannt, worauf die Tagesordnung selbst mit erhobenen Händen fast einstimmig angenommen wird. — Die Kammer vertagte sich hierauf auf kommenden Dienstag.
Paris, 29. Mai. (WTB.) Die für die Marokkooperationen von der Regierung beantragten Zusatzkredite belaufen sich insgesamt auf 31700 000 Franken. Ein diesbezüglicher Antrag ist der Kammer heute vormittag zugegangen.
Die Kämpfe in Marokko.
London, 29. Mai. (TA.) Wie der Kor» respondent der „Chicago Tribüne" berichtet, haben die Streitkräfte Abd el KrimS einen Angriff auf die Garnisonen auf den Höhen von Dibano gemacht, wurden aber nach offiziellen Nachrichten aus Tanger zurück» geworfen. Meldereiter von der spanischen Zone berichten, dah Abd el Krim alle Anstrengungen mache, feine Armee durch die Ausübung von Leuten aus jedem Dorfe und Androhung der Todesstrafe im Falle der Weigerung instandzuhalten. 3n der spanischen Zone nördlich von W e z z a n und 3 o b a I a sollen die Rifleute Verstärkungen erhalten und die spanischen Vorposten angegriffen Haden.
ft Pari s, 30 .Mai. Das gestern in Fez veröffentlichte Kommunique über die Lage in Marokko besagt: Die Sage im Westen von Französisch-Marokko ist ruhig. Am mittleren, Frontabschnitt ist die Sage unverändert. An verschiedenen Steifen haben neue Vorstösse des Feindes stattgefunden. Eine Abteilung Rifleute tu Stärke von 250 Mann habe am 27. Mai im Nord westen von §>azzi Dezza die Bem Buyohi Angegriffen. Der Angriff wurde. von den Stämmen unter Hilfe von französischer Artillerie zurückgewiesen. Der Feind hatte 9 Tote auf dem Schlachiselde zurückgelassen. In der Gegend von Kiffaue sind die Telephon- verbinbungen zerstört Wochen. Der Feind hat ein starkes Feuer auf die dort liegenden französischen Posten und auf die den Franzosen treu geblichenen Stämme eröffnet.
Daris, 29. Mai. (WTD.) Wie der 3ntranfigeant berichtet, werde in Madrid angekündigt, dah der Bruder Abd el Krims schwer verwundet worden sei.
Um die Entsendung einer UrberwachnngS- kommissisn nach Marokko.
Paris, 29. Mai. (TU.) Die Heeres- kommission wird heute zu dem Antrag A e- n a u d e l s, der die Entsendung einer lieber» wachungskommission nach Marokko fordert, Stellung nehmen. Der Abgeordnete Mis» > o f f e hat einen Gegenentwurf vorbereitet, nachdem die HeereSkommission ungerechtfertigte Angriffe in die Befugnisse der Oberkommandos ablehnt.
Madrid, 29. Mai. Im Auftrage des Königs hat Primo de Rivera aus Barcelona Begrüßungstelegramme an die Ar m e e in Marokko gerichtet, in denen er die Ueberzeugung ausspricht, daß das Heer, wenn die Umstände es erforderten, stets zu Opfern bereit sei. Gleichzeitig kündigte Primo de Rivera seine Ankunft in Tetuan für den 4. Juni an.
Zn Ven spanisch-französischen Berhand- lungen.
Madrid, 29. Mai. (TA.) Aach einer Erklärung der Regierung bestehen bisher keine Abmachungen mit Frankreich, die den französischen Truppen das Aeberschreiten der Grenzen der spanischen Zone gestatten. Sämtliche Abmachungen mühten auf Gegenseitigkeit beruhen.
--*---
Sor btt ÄMklbimg
Entwafsnungsnote und Sicherheitspakt.
In Paris und London scheint man sich jetzt endlich soweit über die an Deutschland zu sendende Entwaffnungsnote geeinigt zu haben, daß ihrer Absendung an Deutschland eigentlich nichts mehr im Wege stehen dürfte. Zunächst wird man sich vermutlich damit begnügen, der Oesfentlichkeit mitzuteilen, daß die Botschafterkonferenz sich über die an Deutschland zu richtende Note schlüssig geworden sei. Es scheint übrigens, als ob zwischen Paris und London bis in die letzten Tage hinein Meinungsverschiedenheiten über den Lbgrakter der „deutschen Ber seh-» 1 u n L - n“ ’ ■""•’M Koben. Während von
Paris aus die Auffassung verbreitet wird, daß die Deutschland nachgewiesenen Verfehlungen derartig schwerer Natur seien, datz sie von Deutschland erst etwa im Laufe eines Jahres beseitigt werden können, steht man in englischen Militärkreisen auf dem Standpunkt, datz Deutschland die ihm zur Last gelegten Verfehlungen sehr gut bis September dieses Jahres ausgleichen könne.
Die Meldungen über den Sicherheitspakt müssen mit größter Vorsicht ausgenommen werden. Die „Time s" macht die sensationelle Mitteilung, daß es zu einer Einigung nicht nur innerhalb des englischen Kabinetts gekommen sei, sondern daß auch ein völliges Einvernehmen zwischen Frankreich und England in naher Aussicht stände. Die „Times" vermag aber nicht anzugeben, auf welche Punkte sich diese Einigung erstreckt. Wenn sie dagegen erwähnt, daß Frankreichs Hauptbedenken darin besteht, daß es durch eine neutrale Rheinland- zone von Europa, d. h. von seinen Allianzen mit Polen und der Tschechoslowakei ausgeschlossen werde, so ist damit der Punkt erwähnt, in dem Frankreich und England zweifellos nicht zu einem Einver- ft ä n b n f 5 gelangt sind, da der englische Standpunkt, eine Verpflichtung nicht zu unterstützen, die über eine Garantie der Grenze im Westen hinausgeht, durch die Kabinettssitzung eher gefestigt als erschüttert erscheint. Was aber von „nahe bevorstehenden Mitteilungen" zu halten ist, das haben wir in letzten Jahren zur Genüge erfahren.
Englands Standpunkt.
London, 29. Mai. In der gestrigen Sitzung des englischen Kabinetts wurde in der Hauptsache der französische Antwortentwurf in der Sicherheitsfrage erörtert. Die englische Antwort dürste in zwei bis drei Tagen nach Paris abgehen. Wie verlautet, wird die englische Regierung darauf Hinweisen, daß England nur einem auf Gegenseitigkeit beruhenden freiwilligen Garant i e p a k t für die West grenzen zu- stimmen könne.
Aus dem Inhalt der Denkschrift.
Nach englischen Pressemeldungen sind die gefaßten Kabinettsbeschlüsse, deren Inhalt in Sie Denkschrift eingefügt werden soll, folgende:
1. Die englische Regierung ist nicht in der Lage, der französischen Note in formaler oder in annähernder materieller Hinsicht zuzu- ftimmen;
2. die englische Regierung wird die französische Regierung darauf aufmerksam machen, daß die Note, die von Paris übermittelt wurde, nicht das geeignete Mittel ist, um fachlich erfolgreiche Verhandlungen über die deutschen Vorschläge anzubahnen;
3. die französische Regierung wird daraus aufmerksam gemacht werden, daß sie jetzt, und zwar in allernächster Zeit, wählen muß, ob sie sich an dem Abschluß eines Sicherungs- Paktes mit England, Belgien und Deutschland, und zwar aus Grund des materiellen Inhalts der deutschen Vorschläge und ausschließlich beschränkt auf die Westgrenze, beteiligen will oder ob sie es vorzieht, die Sicherheit Frankreichs durch ein Militärbündnis mit Polen, Belgien und der Tschechoslowakei herbeizuführen, an dem England sich unter keinen Umständen irgendwie beteiligen würde;
4. die englische Regierung wird Frankreich darauf aufmerksam machen, daß, wenn sich das Pariser Kabinett zurunsten der militärischen Einkreisung Deutschlands entschließen sollte, England sich die Formulierung einer anderen europäischen Politik vorbe- bält und Frankreich nickt länger auf englische Unterstützung im Falle eines Kontinentalkrieges rechnen könne;
5. England lehnt jede weitergehende Festlegung Deutschlands in der Frage der Revision der Ostgrenzen und der Anbahnung des Anschlusses an Oesterreich ab, soweit sie über den materiellen Inhalt der Artikel 19 der Völkerbundfatzung und 80 des Friedensvertrages hinausgehen.
2 o n b o n , 29. Mai. (WTB.) Die „Times" sagt, die Derkanblungen über ben geplanten westeuropäischen Pakt schritten jetzt in schnellem Tempo fort. Die Ansichten b er britischen Regierung würben gestern genau und einstimmig festge- legt. Es ist in hohem Grabe wahrscheinlich, baß infolge bes Austauschs von Anfragen unb Aufklärungen zwischen Paris unb Lonbon bie französische Regierung tn ber Lage sein wirb, eine vernünftige unb versöhnliche Antwort auf bie beutfdjen Vorschläge zu einem sehr nahen Datum ob’.ufenben. Diese Antwort wirb selbstverständlich eine französische Antwort unbnichteinealliierteFormel sein. Zweifellos wirb in ben folgenden Mitteilungen der Standpunkt Großbritanniens mit feinen teils innerhalb, teils außerhalb Europas siegenden Intereffen vollkommen klargemacktz werden, daß in London nichts annehmbar
wäre, was wie eine Wiederbelebung der Ge- banhengänge bes Genfer Protokolls aussähe. Die Anzeichen einer Ueber ein ft immun g zwischen Lonbon undParis, bie sich fetzt zeigen, sollten, wenn bie Bedingungen weiterhin günstig bleiben, zur Einigung auf ber Formel eines allgemeinen Sicherheitsabkommens mit Berlin führen.
Ueber bie Entwaffnungs- unb Räumungsnote sagt bie „Times", ihre Bebingungen seien jetzt festgesetzt worben. Die sehr nernunf- tige Note werbe wahrscheinlich im Laufe ber nächsten Woche abgefanbt werben. Dieses Ereignis im Zusammenhang mit ber Charakterisierung ber Ansichten über ben Pacht bürste in ber nahen Zukunft Gelegenheit für eine Wieberbelebung eifriger biplomatifcher Tätigkeit bezüglich ber europäischen Hauptfragen bieten.
fk London, 30. Mai. Der französische Korreipondent des „Daily Telegraph" Perii- nax schreib, wahrscheinlich wird die französische Regierung in der Frage des Sicherheits- pä k t es keine weiteren Schritte unternehmen, bevor Vriand eine Gelegenheit gehabt habe, mit Chamberlain und Benesch in Genf das Vrobelm zu erörtern. Es liege auf der Sand, daß die Entscheidung, die von der französischen Regierung gefordert wird, ein Problem von sehr weitem Charakter haben wird.
lerrichtet.
---♦--
England hofft, daß Frankreich annimmt.
London, 29. Mai. (WTD.) DaS Kabinett hat heute die verschiedenen Fragen die sich aus dem in Beantwortung der deutschen Borschläge von Frankreich ausgearbeiteten Entwurf der Ävte über bie Sicheryertsfr^ge ergeben, geprüft. Die Angelegenheit ist nunmehr soweit gefördert worden, dah es letzt möglich ist. der französischen Aegrerung gewisse Borschläge zu machen. Es besteht die Hoffnung, dah als Ergebnis dieser Borschlage demnächst eine Mitteilung nach Berlin gesandt werden kann, die die Grundlage für em diese Fragen betreffendes Aebereinkommen unter den Alliierten darstellen wird Wenn diese Hoffnung erfüllt ist, so darf die franzosiche Antwort als Ansicht der Alliierten betrachtet werden. Diese Auffassung gründet sich allerdings auf die Hoffnung und den Glauben, dah Frankreich dre von England vertretenen Ansichten annehmen wird. Die französische Regierung hat der englischen Regierung Erklärungen hm sichtlich der genauen Bedeutung gewisser Telle des Rotenentwurfes übermittelt, die noch nicht klar waren. Das englische Kabinett ist über die Stellungnahme, zu der es gelangt ist, üöllis einer Meinung und es kann als sich« angenommen werden, dah England noch immer seinen Standpunkt aufrecht erhalt, wo nach die Erörterung eines weitläufigen oder unbegrenzten Planes abzulehnen sei und dah es für einen
begrenzten und beschränkten Plan eintritt.
Ein Vertragsentwurf ist freilich noch nicht vorhanden und kann aus diesem Grund den Dominions nicht unterbreitet werden. Aber die Uebetfeeregterungen sind selbstverständlich über die verschiedenen Bor schlüge, die Frankreich gemacht wurden, un»
Sie WumngMse
Berlin, 29. Mai. Die Frage der Räumung des Ruhrgebietes und der joßenannten Sanktionsstädte Duisburg und Düsseldorf ist in den lebten Tagen wtederho.t tn der CeffentlWeit erörtert werden. In einem Teil der deutschen Presse wie auch tn ber französischen ist zum Ausdruck gekommen dass dte Auffassung Dr. Stresemanns: über die Räumung des Ruhrgebiets am 16. August könne kein Zweifel bestehen, zu optimistisch set Besonders die französische Presse wies darauf hm, dass die Räumung des Ruhrgebiets tn ursächlichem Zusammenhang stelle mit der ganzen politischen Lage, wie sie sich aus den letzten diplomatischen Verllandltmien ergeben b«be. An hiesiger zuständiger Stelle wird erklärt, dass die Ru h r rä u m u n g in L o n d on terminlich festgesetzt wurde daß kett, Ereignis eingetreten sei, daß diese Abmachungen nach irgend einer Richtung illusorisch machen könnte.
Deutschland und der Völkerbund.
Berlin. 30. Mai. Wie wir aus außenpolitischen Kreisen erfahren, steht in den nächsten Tagen ein neuer Schritt des Generalsekretärs des Völkerbundes bei der Reichsregierung bevor. Es ist angekündigt worden, daß der Völkerbundsrat auf seiner nächsten im Juni stattfindenden Tagung neue Erklärungen der Reichsregierung über die Frage des Eintritts Deutschlands wünscht