W N. Mai 1925
M« ,T>bcrhessische Zeitung" et- fjjetnt sechsmal wöchentlich. De- ^g-preis monatlich 2 GM. auS- schlicßl. ZustcllungSgebühr, durch ^ePost2.25 GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte oder ,le«entarer Ereignisse ausfallende Kmmnern wird fein Ersah ge- jeiflei. Verlag v. Dr. §. Hitzeroth, Druck der Univ.-Buchdruekerei b. e^. Aug- Koch, Markt 21/23. Kernsprecher: Nr. 55. u. Nr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt
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ÄberkMsche Zeitung
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jtenteellntte und Eichcrbeilösrage
hcglische Besorgnisse über den Sicherbeitsvaki.
London, 25. Mai. (TU.) Wie der divlo- «atische Berichterstatter des „Daily Telegr." berichtet, erinnert man sich in London gegen« gültig daran, daß Briand im Iabre 1924 in Cannes durchaus bereit war, einen westlichen "Pakt, unabhängig von dem französische-volni- schen Bündnis zu erörtern. Poincare habe jedoch auf einer Garantie die deutsch-volnischen Erenze bestanden und habe durch seine Sart- mckigkeit einen westlichen Pakt damals zu Fall gebracht. Die Frage sei heute, ob Briand -die Pläne, wie sie von Poincar- entworfen guiben, wieder beleben wolle. Bon Briand iingen beute alle zukünftigen Ereignisse ab. Es wäre vielleicht ratsam gewesen., wenn Ber- im die östlichen und westlichen Grenzen nicht gleichzeitig in seinem Paktvorschlag erwähnt litte. Die einzig annehmbare Form für England und das britische Reich wäre eine Erweiterung des belgischen Earantievertrages vom jahtfc 1839, in llebereinstimmung mit den neuen Umständen ausgedehnt auf Luremburg und ein entmilitarisiertes Rheinland. Deutschland, das für den Wiederaufbau Seiner militärischen Stärke Iabre benötigte, könne nicht als unmittelbare Gefabr angelegen werden. Schwierigkeiten werden sich iett eber im Pacific ode rim Mittelmeer ereignen, a's am Rhein oder an de» Nordfee. Es fei indessen möglich, eine Verständigung int P "ic oder m Mittelme^r zu erreichen, die auch für Italien wertvoll sein könnte.
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Sitzung vom 25. Mai.
2lm Degierungstische Aeichsfinanzminister id. S ch l i e b e n.
Präsident Löbe eröffnet die Sitzung um 2.30 Uhr und gedenkt des früheren Reich-?- , lagsabgeordneten Dr. Reumann-Hofer, der dnit seiner Gattin bei einem Automobilunfall .sein Leben verloren hat.
7 Die von der Staatsanwaltschaft eingeholte Denehmigung zur Strafverfolgung kommunistischer Abgeordneter wird nicht erteilt.
Es folgt die zweite Lesung des Gesctzent- lvurfes über die Wiederaufnahme deS Ber- i fahrens gegenüber Urteilen der bayrischen Dolksgerichte. Der Rechtsausschuh. in . dessen Ramen Abg. Haas- Baden (Dem.) Bericht erstattet, hat einen Gesetzentwurf auS- gearbeitet, wonach gegenüber den Urteilen der bayrischen BolkSgerichte die Wiederaufnahme des Verfahrens stattfinden kann. Die Wiederaufnahmen zu Gunsten des Verurteilten findet auch dann statt, wenn aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen eine Freisprechung des Angeklagten oder in Anwendung eines milderen Strafgesetzes eine geringere Bestrafung zu erwarten ist. Darüber, ob der Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens zulässig und begründet ist, entscheidet die Straf» lammet. Die erneute Hauptverhandlung findet vor dem Gerichte statt, das schon zur Zeit der Anordnung der Hauptverhanblung für die Sache zuständig ist. Wer in den wiederaufzunehmenden Verfahren als Dichter mitgewirkt hat, ist von der Mitwirkung bei der Entscheidung über die Wiederaufnahme und in der erneuten Hauptverhandlung ausgeschlossen.
Bayrischer Staatsrat v. Rüsilein wendet sich gegen den Gesetzentwurf. Die bayrische Regierung bestreitet die Zuständigkeit deS Deiches in der Frage der bayrischen VolkS- t gerichte.
Abg. Hampe (Wirtsch. Bgg.) stimmt dem Antrag insofern zu, als dadurch eine Wiederaufnahme der Verfahren ermöglicht werde. Schwerwiegende Bedenken gegen den Antrag lägen aber auf verfassungsrechtlichem Boden. Zwischen der bayrischen und der Reichkregie- tung beständen ohnedies dauernd Konflikte. Der Antrag Müller- Franken würde neuen KonfliktSstofs bringen. Daher lehnt der 21 ebner den Antrag ab.
r Abg. Lohmann (Dntl.) schlieht sich der Auffassung der beiden Vorredner an. In dem Augenblick, wo zahlreiche Anträge auf Aachprüfung der Reichsverfassung vorlägen, wäre der Antrag Müller-Franken aus staatS- Pvlitischen Gründen abzulehnen.
Abg. Sänger (Soz.) bringt zum Ausdruck, dah aus Gründen des reinen Rechts die einstimmige Annahme des Gesetzentwurfes am Platze wäre. Ausserdem sei die Gültigkeitsdauer des Gesetzes über die bayrischen DolkS- gerichte längst beendet.
Abg. Dr. Kahl (D. Dpt.) erklärte, dah er dem Gesetze zustimmen werde, weil viele Gründe ihn dazu veranlahten. Don einem Eingriff in die bayrische Justizhoheit könne dabei keine Rede sein, weil Artikel 7, Abf.
Schliebens Finanzpolitik gerechtfertigt
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schuh die Auffassung, als ob im Etat große stille Reserven vorhanden sind, nicht für gerechtfertigt. Aber ebenso ist er auch der Auffassung, dah eine steuerliche Ue b erlast u n g wie im vergangenen Jahre auf dce Dauer unheilvolle Folgen zeitigen würde. Der Ausschuß hält es daher für seine Pflicht, alle beteiligten Stellen darauf aufmerksam zu machen, daß durch die bereits beantragten oder gefaßten Beschlüsse in den verschiedenen Ausschüssen zwischen den Einnahmen und Ausgaben des Etats jetzt schon so große Spannungen geschaffen worden "sind, daß bei einer weiteren Vergrößerung im Etat eine Ilnterbilanz eintreten wird und damit die Gefahr, daß das Reich nicht mehr in der Lage i st. seine öffentlichen Aufgaben zu erfüllen.
Der HauShaltsauSschuh deS Reichstags nahm gestern zunächst den Bericht deS Mg. E r f i n g (Z.) über das Ergebnis der Verhandlungen deS Unterau?» • fchuffeS über die gegenwärtige Finanzlage entgegen. Der Ausschuß kam zu der Auffassung, dah
die stillen Rücklagen im Etat, die nur in ganz bescheidenem Umfang vorhanden sind, sachlich gerechtfertigt sind. Eine stille Reserve sieht der Ausschuß in der angesetzten Summe von 235 Millionen für die Durchführung der vierteljährlichen Steuer- und Gehaltszahlungen. Die Durchführung der vierteljährlichen Steuerzahlungen für dieje- nigen Zensiten, die zur Einkommensteuer veranlagt werden, bedeutet, daß dieser Teil der Steuer,»ahler die Steuern nich^ mehr monatlich voraus, sondern vierteljährlich zahlt, und zwar am Schlüsse, und daß dadurch in dem Zu» fluß der Steuern zur DeichSkasse eine S t o k - fung entsteht. Rach einer gewissen lieber« gangSperiode wird diese Stockung ausgeglichen fein, so daß die in dem Voranschlag vorgesehene Summe unter Umstünden zur Bacanzierung de« Etats dienen kann, falls eine Unterbilanz eintreten sollte. De? gilt auch für die Rückstellung der Summen siir Gehaltszahlungen.
Der Vorschlag der DeichSregierung .eine ReparationSrücklage in Höhe von 2 20 Millionen Mark zu machen, ist he füg angegriffen worden. De ©rar» auSschuß kam zu der Auffassung, daß dce do- der Reichkreg.erung beantragte Redarations ■ rüdiage sachlich gerechtfertigt ist.
Rach eingehender Prüfung hält der Aus-
Rach dem Ergebnis 6er Verhandlungen im Unterausschuß des Haushaltsausschusses muß anerkannt werden, daß dal vom AeichSsinanz» Ministerium bargelegte Kassen» und ©tatäbuö im wesentlichen zutreffend ist. Der Ausschuß ist allerdings der Ansicht, daß zurzeit noch gewisse Reserven vorhanden sind. Es handelt sich hierbei jedoch nur um geringe Beträge oder um Beträge einmaliger Art, bie durch vermehrte Ausgaben bin» nen kurzem aufgezehrt werden und daher ungeeignet sind, laufende Mehrausgaben zu stützen. Zur Vermeidung der Gefährdung des Haushalts ist aus der Aus» gabeseite die größte Vorsicht geboten, während die Einnahmen, falls die bis- igen ArSgabebcschlässe des HattLhattSans- ^.. sses und" der Spezialausschirsse aufrechterhalten werden sollen, keinesfalls weientltch gemindert werden dürfen.
kommenden Herbst sind von der Preußischen Landwirtschaft rund 800 Millionen Mark Kredite zurückzuzahlen.
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Sie Kämpfe in Marokko
Die Marokkodebatte der französischen Kammer auf Mittwoch verschoben.
Paris, 25. Mai. (WTB.), Die Kammer hat heute nachmittag ihre Arbeiten mich vierwöchiger Unterbrechung wieder auf genommen. Die Tatsache, daß die Interpellationen über die Ereignisse tn Marokko auf der Tagesordnung standen, hatten einen starken Andrang deS Publikums zum Palais Bourbon veranlasst. Jedoch sind die Erwartungen enttäuscht worden. Nachdem Kammerpräsident Hcrriot di« vorliegenden Interpellationen b?8 sozialcsti- scheu Abgeordneten Renaudel und des lommu* nistischeil' Abgeordneten Toriot über die Ereignisse in Marokko verlesen hatte, erklärte Ministerpräsident Painleve, daß cs vielleicht zweckmäßig wäre, die Diskussion der Interpellationen cu vertagen. Da da? Ergebnis irr Abstimmung über diesen Vorschlag zweifelhaft bl-.B, mußte eine Auszählung erfolgen, die ergab, daß die Vertagung auf Mittwoch mit 812 gegen 178 Stimmen angenommen wurde.
Paris. 25. Mai. (WB.) Die Vertagung der Jntervellationcn über die Ereignisse in Marokko ist auf den Wunsch der sozialistischen Kammerfraktion zurückzufübren, vor Beratung der Jntervellationcn mit den zum Kartell der Linken gehörenden Gruvvcn sich zu besprechen, um zur Abfassung einer gemeinsamen Tagesordnung zu gelangen. Eine Delegation der sozialistischen Kammerfraktion bat hierüber heute vormittag mit dem Ministerpräsidenten Painleve verhandelt, der im Einverständnis mit den übrigen Parteien der Regierungsmehrheit der Vertagung zugestimmt hat. Außerdem soll der Abg. Malvy, der gestern aus Madrid zurückgekehrt ist. erklärt haben, es fc> wünschenswert, die Debatte um einige Tage hinauszuschieben, damit die augenblicklich noch geführten Verhandlungen abgeschlossen werden könnten, lo daß es der Regierung ermöglicht werde, im Verlaufe der Jntervellationsdebatte über das Ergebnis der von ihm eingeleiteten Verhandlungen zu berichten.
Paris, 25. Mai. (WTB.) Wie HavaS aus Casablanca berichtet, treffen dort täglich neue Verstärkungen ein, die unverzüglich an die Front gesandt werden.
Paris, 25. Mai. (WTB.) Wie eine im Temps veröffentlichte MeLung aus Rabat besagt, sind sechs französische Posten im Taunat- und Moulay-Aingebiet, die ständig durch die Rifleute angegriffen weiten, zurückgezogen worden . Als Grund wird in ter Mewung angegeben ,daß die ständige Versorgung dieser Posten mit Munition und Verpflegung de sranzon- chen Abteilungen in ihrer Aktionsfreiheit behindert hätten. Die Gruppe Cambray^habe Verstärkungen erhalten, die sie in den Stand setzen werde, der Bedrohung der Verbindung»« wegc auS Algerien, die der Feind auSzuüben versuche, wirkungsvoll entgegenzutreten. Rach einer im Journal veröffentlichten Meldung aus Rabat sind die sechs Posten deshalb aufgehoben Worten .weil sie täglich durch Angriffe der Rifleute bedroht worden sind.
Berlin, 25. Mai. (TU.) Wie die Abendblätter melden, ist es in Marokko gestern im Zentrum der französischen Stellung wieder I zu schweren Kämpfen gekommen. Erne I Gruppe des Obersten Frendenberg, die auf I dem nördlichen Ufer des Reighatales weiter I vorstieß, begegnete einer feindlichen Abteilung in Stärke von 5000 Mann. Die Riffkabylen
I leisteten hartnäckigen Widerstand und roieber« I holten ihre Gegenangriffe, wobei es zum Sandgemenge kam. Der Gruppe Frendenberg
I gelang es trotzdem, die Riffkabnlen unter I schweren Verlusten zurückzuschlagen und ihren Marsch fortzusetzen. Die Eingeborenenstämme, die sich Abd el Krim angeschlossen buoen, sollen den Befehl erhalten haben, sich moeltwft lange dem Vormarsch der französischen Truppen entgegenzustellen und bis sum Aeubersten Widerstand zu leisten. Am östlichen Teil der französischen Front herrscht Ruhe, doch ver- I stärkt sich dort der Druck der Riffkabylen I außerordentlich.
I Malon äber die Madrider Verhandlungen.
Madrid, 25. Mai. (ZU.) Malon er- I klärte in San Sebastian einem Pressevertreter, die Madrider Verhandlungen seien diplomati- I scher Natur und hätten sich nicht auf mili- tchaSch» Angelegenheiten bezogen. Das Ergeb- ■J‘- - ' in acht Tagen bekannt sein.
3, der Reichsversafsung dem Deiche die 2u» a.zoberhvheit zugestehe. Dein rechtliche, nidjt eUpa Politische Gründe veranlaßten ihn, tm Interesse der Rechtssicherheit für das Ge- fetz einzutreten, was einer grundsätzlichen RechtSauffa'sung entspreche. Dies fei. aber nicht etwa die Auffassung feiner ganzen Partei.
Mg. Trvhmann»Rürnberg (Bahr.BP.) betonte, daß gewisse Mängel am Gesetz über die DolkSgerichte anzuerkennen seien, daß Bayern aber aufgrund der Reichsverfassung nicht in der Lage gewesen sei. da« Gesetz zu ändern. Verhandlungen mit der Ae,chsr?gie» rung hätten leider zu keinem Ergebnis geführt. Abg Sänger habe sich vor längerer Zeit im bayrischen Landtag gegen einen Antrag der Unabhängigen Sozialdemokraten ausgesprochen, der die Aufhebung der Volksgerichte forderte. (Hört! Hört!) Der Redner wendet sich dagegen, dah der Reichstag in die Ju» stizhoheit der Länder eingriffe und bittet daher. den Antrag abzulehnen.
Mg Dr. Korsch (Komm.) meinte, es würde im deutschen Lande wenig verstanden werden, wenn im Deutschen Reichstag aus formellen verfassungsrechtlichen und partikula- ristischen Gründen eine Aenderung deS Gesetzes über die abscheulichsten Ausnahmegerichte verhindert werden, die eS gibt.
Mg. Dr. HaaS (Dem.) fragte, ob eS nicht als sicher gelten könne, daß die Bayern selbst froh wären, wenn sie eine Möglichkeit der Wiederaufnahme der Verfahren der bayrischen Volksgerichte hätten, wenn Bayern selbst nicht in der Lage fei, das Gesetz zu ändern, fo sollte man in Bayern froh sein, dah da« Reich diese Aenderung vornehme. Deshalb müsse man für den Gesetzentwurf stimmen. (Zustimmung.)
Die dann im Hause vorgenommene einfache Abstimmung über den Artikel 1 deS Gesetzentwurfes ergibt keine klare Entscheidung. Im Hammelsprung wird der Gesetzentwurf mit 148 gegen 126 Stimmen angenommen. Desgleichen der Rest deS Gesetzentwurfes in zweiter und dritter Lesung.
Da« HauS wendet sich dann der Beratung deS Haushalts für die Ausführung deS Frie- denSvertrageS zu.
Abg. D a u ch (D. Vpt.) gibt namenS der Deutschnationalen BolkSpartei, der Deutschen Volk-Partei, der Bayrischen BolkSpartei. deS Zentrums und der Wirtschaftlichen Bereinigung eine Erklärung ab, dahingehend, dah eine Besprechung de« Haushalts für die Ausführung deS Friedensvertrages erst erfolgen könne, wenn der von der Regierung angekündigte Ergänzungsetat vorgelegt worden fei.
Da« HauS stimmt dann dem Etat für die Ausführung de« Friedensvertrages für 1924 ' und 1925 in zweiter Lesunazu und vertagt sich auf DienStag 2 Uhr nachmittags: Gesetzentwurf über Depot- und Depofitengefchäste und Beratung des Etats deS ReichSwehrministeri- ■un».
Die AMiiMagr
Sine Rede Dr. Dingi o^ees über Sie Anfchluß- srage.
Wien, 25. Mai. (TU.) Auf dem gestrigen Parteitag der Großdeutschen Welf spartet sprach der Obmann, Abg. Dr. D i n g h o f e r, über die Frage des Ans hlusses an Dcuischland und sagte u. a.: £3ir ntünen mit allen Mitteln trachten, die engste Verbindung mit unseren Brüdern in Deutschland tn Fragen der Wirtschaft, der Kultur und des Rechtes zu hallen. Unsere Berliner Reise bat in dieser Beziehung bereits sichtbare Wirkung gehabt. Den lebhaftesten Wiederhall bat tn Oesterreich bet Erklärung des deuM-m Außenministers Slresemann gefunden, daß sich keine deutsche Regierung finden wird, angesichts des Sicherbeitspaktes eine Erklärung abzugcben, die auf den Verzicht des Anschlusses Oesterreichs hinausliefe. Ebenso freudig verzeichnen wir auch die Worte, die Stresemann anläßlich der Verabschiedung des Zusatzabkommens zum deutsch-österreichischen Wirtschaftsabkommen gesprochen hat, wobei er unter Zustimmung des ganzen deutschen Reichstages zum Ausdruck brachte, die deutsche Regierung werde allcs tun, um die Beziehungen zu Oesterreich enger und inniger zu gestalten. Der Anschluß ist und bleibt aus dem Marsche. Die Bevöl^rung Oesterreichs und des Deutschen Reiches wollen ibn und keine Macht der Erde wird imstande sein, ihm diesen Willen aus die Dauer aufzu- balt'en. Der Anschluß kann verzögert werden, beseitigt jedoch niemals; wenn wir nur wollen.
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KttuM« Landing
Landwirtschaftsfragen im Preußischen Landtag.
Berlin, 25. Mai. 3m HauPiausfchub des Preußischen Landtages erklärte Landwirt- schaftsminister Steiger u. a.: Wir müssen die Erträge der Landwirtschaft steigern., 3m 3ahre 1924 wurden 2609 neue Siedlerstellen geschaffen. Bis zum 1. Mai 1925 wurden 20,9 Millionen Mark an 350 öffentlich-rechtliche Gesellschaften für Meliorationen ujw. gegeben Durch Kultivierung der Seide würden von 1919 bis 1924 im Regierungsbezirk Stabe 8537 Hektar, im Regierungsbezirk Lüneburg 8773 Hektar'urbar gemacht. Die Lanbwirtfchafts- schulen sollen zu Realschulen ober zu lanbwirt- schaftlichen Aufbauschulen mit einer Fremb- svrache umgewanbelt werben. Die Zahl bei Foitbilbungsschulen hat sich im vergangenen Wintei verbieiiacht. Dei Veibiauch von Stickstoff ist gegenüber 1913 um 130 000 Tonnen der Verbrauch vpn Kali um 113 000 Tonen gestiegen. Dagegen sinb Supervbosphate um 16 000 Tonnen weniger verbraucht worben. Der Viebbestanb bat noch nicht bie Dorkriegs- böbc erreicht. Rur bei Pfeibebestanb ist um 2,37 Prozent höher. Sehr brückend i ft b i e Riebitnot ber Landwirtschaft. 3m