Sekte 4
Sotto, RoAlw, Berlin
' T 0 k i 0, den 10. Avril 1925.
Dieses Tokio ist der Ort des Globus, an dem man am besten die Häßlichkeiten von Europa und Amerika erkennen kann. Was bat die technische Zivilisation aus dieser Stadt gemacht! Plumpe Wolkenkratzer aus Eisen und Zement neben den zierlichen Wobnbäusern aus Lolz, den erhabenen Formen der Tempel, gerade nüchterne Linien, die die krause Schrift der geschwungenen Dächer durchstreichen, wie der Rotstift eines Oberlehrers im Exerzitium des Schülers wütet. Aber die Zivilisation ist .Tokio nicht nur ästthetiscb verderblich gewesen. Der furchtbare Brand, der sich an das grobe Erdbeben anschloß und weit mehr Menschen- eben vernichtete als das Beben selbst — denn ein japanisches Häuschen kann, einstürzen obne viel Schaden anzurichten —, dieser Brand entstand durch elektrische Kurzschlüße und durch Gasexplosionen. Die Technik wird von der Zentralisation der Kraft- und Lichtverteilung in einem Erdbebengebiet wie Japan abgehen und andere Wege finden müsien, wenn solche Katastrophen in Zukunft vermieden werden sollen. Leider ist davon nichts zu merken. Vielmehr wird in möglichster Eile "lies in dem alten Zustand wieder errichtet. Man stelle sich einen Berliner „Buddelsommer" in millionenfacher Vergrößerung vor und man bat ein Bild de-- .wütigen Tokio.
Niemand kann behaupten, daß ev sich jetzt hier angenehm lebe, und dennoch ist Tokio beute ein von den Ausländern stark heimgesuchter Aufenthaltsort. Amerikaner und Engländer überwiegen, aber auch die Rickfen und Deustdfen werden immer zahlreicher. Alle lockt das „Geschäft", die Ausfuhr der Naturschätze, der Handel mit Seide und Sojabohnen, Reis und Kampher und die Einfuhr zahlloser europäischer Produkte, nach denen die javanische Bevölkerung Verlangen hat, die aber die einheimische Industrie noch nicht Herstellen kann, als da sind: optische Artikel, photographische Apparate, Fahrräder, Nähmaschinen, Werkzeugmaschinen aller Art, chemische Farbstoffe, Eine ungeheuere Entwicklung hat die Sojabohnenindustrie genommen. Japan muh außer dem, was es im Lande baut, Riesenmengen aus der Mandschurei beziehen, um dem Bedarf der Industrie zu genügen. Die Bohne liefert nicht nur ein Volksnahrungsmittel, das mit den getrockneten Fischen und dem Reis die Hauptrolle im täglichen Menu des Javaners spielt, sondern es werden verschiedene Arten Oel aus ihr gepreßt, die in der Technik eine fast grenzenlose Verwendung finden.
Das Verhältnis zu Deutschland ist gut. Seitdem Japan sich mit Rußland wegen Sachalin verständigt hat, betrachtet man Rußland hier als die wirtschaftliche Landbrücke nach Europa und steht am andern Ende Deutschland als zweiten Brückenpfeiler. Japanische Diplomaten und Intellektuelle sprechen heute von einem javanisch-russisch-deutschen Bündnis als 'einer erstrebenswerten und ..... Mr alle drei Nationen nützlichen Sache. Die -arr, Möglichkeit eines organischen Flugverkehrs von Köln nach Tokio liegt im wahrsten Sinne des Wortes in der Luft. Sogar von einer abgekürzten deutsch-japanischen Luftverbindung über den Nordpol weg ist im Anschluß an die Luftreisevläne von Roald Amundsen bereits gesprochen worden. Man denkt nicht mehr an „Schimonescki". Das Haßgefühl, das bei der Nennung dieses Namen» den ewig lächelnden Javaner früher innerlich ergriff, ist erloschen.
Ich fragte neulich einen javanischen Freund: „Weshalb habt ihr uns Deutschen so wegen Schimanoseki gezürnt. Neben uns haben doch die Rusten und Franzosen gleichermaßen dagegen erhoben, daß Japan nach dem Kriege Mit China die ^arocnsel Liautung behalte?" „Oh", erwiderte er, „wir verstanden es einmal nicht, daß ihr mit Frankreich und Rußland an demselben Strange gezogen habt, der Hauptgrund aber war das Auftreten eures
lNachdruck verboten.)
Ser Bismarck von ütrschkea
Ein lustiger Roman von Fritz Skowronnek.
Copyrigth 1924 by Karl Köhler u. Co., Berlin SB. 15.
(Fortsetzung.»
Marie lieh all« Vorwürfe stillschweigend über sich ergehen. Das Bewußtsein ihrer Liebe gab ihr eine stille Zufriedenheit, btt wie der verheißungsvolle Schein der Morgensonne ihren Himmel erhellte. Ihr größtes Glück waren die Briefe von Karl. Er schrieb täglich aus* jährlich von seinen Erlebnissen. Da er infolge Mariens Weigerung nicht genötigt war schnell zu kaufen, war er wählerisch geworden. Er fuhr hierhin und dorthin und prüfte genau.
Marie las sein« eingehenden Schilderungen natürlich mit Interesse. Auf einen vorteilhaften Kauf hatte Karl verzichtet, weil das Wohnhaus eng und alt war und er seine junge Frau nicht in eine solche „Kaba-che" führen wollte. Dann färbten sich ihre Wangen rot und das Herz pochte schneller...
Nur eins machte ihr Sorge. Karl bat und flehte in jedem Brief um eine Antwort. Nur um ein vaar Zeilen über ihr Sknnbcn. Ihr Herz drängte sie, ihm diesen berechtigten Wunsch zu erfüllen. Mehrmals hatte sie sich schon mit ihrer Schreibmappe in dir Laube gesetzt, aber ihr Vorhaben scheiterte iedeSnml bei der Anrede. Karl schri-b natürlicherweise „Meine geliebte Marie"". So 'konnte sie chn nicht anreden, und ihn auch nicht dutzrn, wie er eS tat. Das ,hätte doch so ausgrsehen, als ob sie ihren Widerstand aufgegeben hätte... Der Bries blieb ungeschrieben, nur wegen der Schwierigkeit der Anrede.
Eines Tages kam Erdmut«, siel ihr um den Hals und machte machte ihr sanft« Borwürfe, baß sie Karl so schlecht behandle.... Er sei schon ganz verzweifelt...
kderhessische Zeitung, Marburg a. 8. Montag, den 18. Mai 1925
virhmarkt kn Fulda vom 14. Mai.
Bezahlt wurden für das Stück: Bullen 300—400 Ochsen 450—600 Fahrstiere 300—400 M, Jungstiere 1 bis 1% Jahre alte 140—200 M, frischmelkende Kübe 450—600 J(, ältere trächtige Kühe 220—320 -il, trächtige
Warenmärkte
Berliner Produktenbörse vom 16. Mak.
Weizen 263—265, Roggen 221—224; Sommergerste 226—240; Wintergerste und Futtergerste 200—216; Safer 200—216: Mais 200 bis 204; Weizenmehl 33%—36%; Roggenmehl 3Q%—32%; Weizenkleie 16,60; Roggen- kleie 16 M.
damaligen Gesandten in Tokio, Herrn v. wut- schmid, der es angemesten fand, sofort mit bewaffneter Gewalt zu drohen. Wir konnten uns damals nicht widersetzen, aber wir sparten uns die Rache auf. Jetzt ist der Borfall erledigt."
Derselbe Javaner drückte bet anderer Gelegenheit sein Erstaunen darüber aus, daß wir das Ultimatum seiner Regierung im Jahre 1914 betreffend Kiautschau nicht da>—t beantwortet haben, daß wir Kiautschau, das Deutschland doch nicht militärisch halten konnte, seinen rechtsmäßigen Besitzern, den Chinesen rurückgaben. „Ihr 6-..et uns", meinte er, „damit in die schönste Verlegenheit gesetzt, einen Grund zur Kriegserklärung ler- auszufinden. Die Cyinesen hättet irn euch zu dicken Freunden gemacht, die auch nie d,t Krieg erklärt, nie euer Eigentum mit Beschlag belegt hätten. Auch hättet ihr eine scharfe Spannung zwischen China und England wegen Wei-hai-wei bervorgerufen.
Also sprach der Japanmann und lächelte mich etwas mitleidig durch seine Hornbrille an Ich aver dachte bei mir, daß unser jetzi- Ser Vertreter in Japan kein Herr v. Eut- hmid mehr ist, sondern ein hochkultivierter Mann, der weiß, daß Bismarck nicht nur Deine hatte, an denen Kiirassierstiefel saßen, sondern daß unter seiner Kürasfiermütze ein Kopf saß.
X.
Einige Tatze später hatte Pnluttke di« Schuhe für di« Mehhöferschen Damen vollendet. Jede Schusterzunst hätte sie als Meisterwerke anerkennen müssen! Sie waren fest und derb und sahen doch elegant ans. Mit Wohlgefallen besah der Alte fein Werk. Am anderen Morgen zog ec seine Feiertagskleidung an, hüllte btt Schube in ein blaues Tuch und ging hinaus nach Krrschkn.
Bei der Arbeit waren ihnt allerloi Gedanken gekommen. Er wollte mit dem alten Mey- böser ein vernünftiges Wort reden. In dem Hirn des einfältigen Alten hatte sich die Ansicht festgesetzt, daß et dem Schulzen von Kersch- ken nur gut zutzuveden brauchte, »m die Sache zwischen den Kistdern in Ordnung zu bringen,
MMast und BEr
Au» dem Wochenbericht über den Frankfurter Effektenmarkt.
Die im Laufe der vergangenen Woche auf der Frankfurter Effektenbörse eingetretene Abschwächung, die bis zu 5 Prozent und vereinzelt auch noch mehr betrug, konnte int Laufe dieser Woche vollkommen ausgeglichen, ja in vielen Fällen sogar in eine Befestigung der Kurse umgewandelt werden. In erster Linie trug dazu der Eindruck bei, den die Eidesleistung des neuen Präsidenten auf die Weimarer Berfastung machte und die Reden und Erlöste, die v. Hindenburg aus Anlaß seines Einzuges in Berlin hielt. Dieser Eindruck ist ein vorzüglicher gewesen, wie auch aus den ausländischen Blätterstimmen hervorgegangen ist. Die Folg« davon war, daß bereits am Montag dieser Woche von der Spekulation Deckungrkäuse auf allen Gebieten vorgenommen wurden. Auch Metnungskäufe fanden statt, ferner lagen bedeutende Kaufaufträge aus dem Rheinland« vor und auch das Ausland breinflußte die Börse insofern in günstigem Sinne, als es aufhörte feinen neut- schen Aktienbesitz weiter abzustoßen. Auch die Vorgänge auf dem Eetreidemarkt waren der Aufwärtrbewegung auf dem Effektenmarkt günstig, weil die Abwicklung der Maiver- pflichtungen einen unerwarteten reibungslosen Verlauf nahm. Auf dem Geldmarkt war die Lage im allgemeinen unverändert. Gegen Ende der Woche wurde tägliches Geld etwas knapp, weil die Kavitaltsten sich auf langfristige Kredite eingelassen, hattey, da in der vergangenen Woche tägliche» Geld kaum unterzubringen war. ,
Marie erwiderte sehr zurückhaltend, sie habe kein Recht, mit ihrem Bruder einen Briefwechsel zu unterhalten. Sie könne es nicht hindern, baß er an sie schreibe und sie wolle ihn nicht durch Zurückweisung seiner Briefe kränken, aber feine Werbung halbe sie zurückgewicsen.
„Das kann ich nicht begreifen, liebe Marie." erwiderte Eidmute kopfschüttelnd. ,Lch würde den Freier, den ich liebe, mit Händen und Zähmm festhalten und mich den Teufel darum scheren, ob e» seinen Verwandten recht ist oder nicht.""
,Sla ja,"" fuhr sie eifrig fort, al» Mari« dazu schwieg. „Son Zartgefühl ist ja sehr edel, aber man soll nicht vergessen, daß man auch dem G-lieb ten das Glück zerstört... Da muß man eben auch Opfer bringen. .. und Ihre Bedenken kann man überhaupt nicht Opfer nennen..." •
Das kleine lustige Mädel sah bei bt<«r Stand rede ganz ernsthaft aus. Und ganz böse fuhr sie fort In ihr steckt doch, ohne daß sie es wußte, ein ganzes Stück Herrenbe- wutztsein. Deshalb wat sie böse, daß die arme SchufterStochter sich auf ihren Stolz versteifte, anstatt dem reichen freier dankbar um den Hals zu fallen.
Rinder 350—450 Jl, Jungrinder 1—11% Jahr alt 150—200 Jl, Kälber 50—70 °4t. Der Handel war gedrückt und es verblieb großer Überstand.
Bor einer Stützung der WollmSrkt«.
Die Haltlosigkeit der Wollmärkte, die seit Anfang 1925 allen Interessenten ungeheure Verluste verursachte, hat, wie die „Tektil- Woche" meldet, dazu geführt, daß sowohl in den deutschen als auch den engh.ujen Wollkreisen die Wiedererrichtung der int vorigen Jahre aufgelösten Bawra lebhaft erörtert wird. Diese Gesellschaft wurde bekanntlich mit englischen Regierungsmitteln unter Beteiligung der australischen und südafrikanischen Züchter im Baisieiaht 1920 gegründet. Sie nahm damals 2,6 Millionen Ballen auf und setzte sie, ohne den Markt zu erschüttern, bis Anfang 1924 restlos ab. Eine ähnliche Valorisation würde auch beute wohl möglich fein, besonders, da gegenwärtig nach sachverständiger Angabe eine Aufnahme von 50 000 Ballen völlig ausreichen würde.
Amtliche Bekanntmachungen
d«S LandratSamtoS Marburg.
Die Gebühren für die Reinigung und das Ausbrennen der Schornsteine werden auf Grund des § 77 der Reichsgewerbeordnung infolge der durch Schiedsspruch des Schlich- tungsausschusies festgesetzte erheblichen Erhöhung der Eesellenlöhne und der Steigerung der Geschäftsunkosten vom 18. 5. 1925 ab anderweit wie folgt festgesetzt:
1 Für die Reinigung eines besteig- baren Schornsteins f. d. 1. Stockwerk 0,25 RM.
für jedes weitere Stockwerk 0,10 „
2. Für die Reinigung eines unbesteigbaren Schornsteins für das 1. Stockwerk 0,20 „
für jedes weitere Stockwerk 0,10 M
3. Für das Reinigen eines gewerblichen Zwecken dienenden Schorn-
' steines oder eines Sammelbei- zungsschornsteins die doppelten Sätze von 1 und 2.
4. Für das Ausorennen eines un- bestcigbaren Schornsteins für das 1. Stockwerk 0,40 „
für das jedes weitere Stockwerk 0,20 „ Der Hauseigentümer hat zum Ausbrennen erforderttche Brennstoffe zu stellen, oder den Schornsteinfegermeister Hierfür besonders zu entschädigen.
8 out das Reinigen eines Schorn- steinanfsatzes soweit es besondere Anforderungen stellt 0,15 „
6 Muß die Reinigung zu außergewöhnlicher Zeit oder auf besondere Anordnung oder Bestellung erfolgen oder ist dis" bestim- ... mungsgamäß angeMeldete Reinigung verhindert oder unntögli* gemacht worden, so ist am Wobn«-" Sckiornsteinfeaermeisters ein Zuschlag von 0,40 bis 0,75 RM., außerhalb des Wohnorts ein Zuschlag je nach Zeitaufwand zu entrichten.
7. Die Anzahl der Stockwerke im Sinne der Bestimmungen unter 1—4 berechnet sich von dem Geschoß an, in dem der Ruß aus dem Schornstein zu entfernen ist. Jede Balkenlage im Dachgeschoß gilt als ei- ^»ockwerk. Beim Fehlen der Balkenlage ist das >o- genannte ll.-Rundgebälk der Balkenlage gleich zu achten.
8. Mit dem Inkrafttreten dieser Anordnung verlieren die Bestimmungen der Bekan-t- machung vom 29. 11. 1923 ihre Gültigkeit. Marburg, den 15. Mai 1925. (107
Der Landrat. Schwebet.
aber etwas unbehaglich war ihm doch zumute. Und als er an der offenen Tür an der Dorf- schenke vorbei kam, trat er ein, um sich durch einen Schluck für den schweren Gang zu stärken.
Er fand eine lustige Gesellschaft vor. Der Barbier Fidutzki der mit dem Gemeindebe- amten Leidereiter und einigen anderen die Napoleonfrage besprach. Tas Dors war noch vollständig im unklaren darüber, wie sie gelöst werden könnte. Daß der neue Schmiede- geselle sich zu der Rolle hergeben könnte, gatt in eingeweihten Kreisen für ausgeschlossen, denn der ließ sich nicht prügeln. Die Sache stand also noch immer auf dem alten Fleck.
„Mr können nicht mehr zurück,"" krähte Fidutzki, „jetzt müssen wir durch. Wir müssen einen Napoleon haben, der von Bismarck Schacht kriegt."
„Das ist doch nicht deine Serge/" erwiderte Seiberetterr gro6, ""das wird der Bismarck schon befingern."
„Na, ja, aber ein gehöriges Stück Geld wirb es kosten. Ich schätze daß er dreihundert Gulden wird auispucken müssen."
Der Schuster ans Benkheim horchte auf. Dreihundert Mark! Wenn er die dreihundert Mark hätte, konnte er Leder kaufen und einen Gesellen einstellen. Er ließ sich noch einen großen Schnaps einschenken und horchte weiter auf das Gespräch der Kerschker. Es war kein Zweifel, der Schulze würde nicht nur mit Vergnügen das Geld zahlen, sondern er würde auch noch demjenigen dankbar fein, der ihm aus seiner Verlegenheit half.
Ganz mutig wanderte er zum Schulzenhof, lieferte der Frau Meyhöfer die Stiefel ab und nahm nicht nur Bargeld, sondern auch ehrliches Lob für die gute Arbeit in Empfang. Dann ging er in die Amtsstube, wo Herrr Meyhöfer in ziemlich verdrießlicher Stimmung am Schreibtisch saß.
Der Schuster hing seine Mütze an einen Nagel, schritt auf Meyhöfer zu und streckte ihm vertraulich d« Hand entgegen.
__________________________«r. Hs
Statt. Bekanntmackii, MlM ÄMMShW Di« im Monat Mai d. Js. fälligen Clq und zwar:
1. Grund- und Hauszinssteuer für Mai iz
2. die rückständige Hundesteuer für 1. h, fahr 1925,
8. die Müll- und Kanalgebühren ftz, Vierteljahr 1925,
4. die erste Rate der Gewerbesteuer , Kapital für 1925 und
5. die Gewerbesteuer vom Ertrag für j 1925
sind, soweit sie nicht gestundet sind, nun» bis zum 23. Mai 1925 an dick Stadthauvth zu entrichten.
Die Stenerzettel über Müll- und Kanal bühren können, soweit sie noch nicht aus händigt sind, bei der Zahlung in Empfang nommen werden.
Mahnzettel werden nicht ausgehändigt. Vom 24. Mai ab werden die Rückstand« Wege der Zwangsbeitreibung eingezogen.
Marburg, den 18. Mai 1925. tz
Stadthauptlasst
-
Geschäftlich« Mitteilung.
HanSwirtschaftlicheS.
Wenn je die Htausstau davauf bedacht n ihren Wäschebestand in fürsorgliche Obhut nehmen, so in dieser teuren Zeit, in der kostbaren Wäschestücke kaum noch zu erst sind. Sie ist sich dessen bewußt, daß die bensdauer ihres Wäscheschatzes abhängig U von jetiter Behandlung, vor allen Ding n « seiner Behandlung bei der Wäsche. Mit M Vermeidet die kluge Hausfrau deshalb «* Reinigungsmittel, die nachteilig auf die G Webefaser einwirken können und wählt dH sichtigerweife nur ein solches Erzeugnis, W volle Gewähr bietet für größte Schonung iW treu behüteten Wäsch bestandes. Als ein WM lich Vorzügliches Waschmittel wird Dr. TboM sons Seifenpulver (Marke Schwan) empfohW Es erfüllt alle Voraussetzungen, die an ■ Waschmittel bester Qualität gestellt werbM Besonders schont und erhält es die Gen« faser, da keinerlei schädlichen Bestandteil:M ihm enthalten sind und es nur aus den beM Rohstoffen berge fteltt wird. Dabu besitzt ■ Thompsons Seif.'Npulver (Mark' Schwank M gezeichnete Waschkrast, macht die Wäsche M Müde blendend weiß und verleibt ihr den ■ genehmen, frischen Dust der Rasenbleiche. ■ Anwendung ist denkbar einfach und beguem M .aus. der-jedem Paket aufa-brudten GebrauW anweisung zu erfehen. Achten Sie beim EW tauf auf den Namen „Dr. Thvntpfon" W die „Schutzmarke Schwan"", da minderw-rW Nachahmungen angeboten werdn. 3U
K A S E R ?l £ H & T Ct A S S E 5
vertrauenswürdige, aufmerksame u. preiswerte Bedienung.
„Na, guten Tag audj, Meyhöfer, ich n! Ihnen doch mal guten Tag sagen und sch " wie es euch geht.""
Der Schulze brummte, ohne die bargen« Hand zu beachten. „Was wollen Sie, ha! Sic noch nicht das Geld für die Schuhe kommen?""
„Aber ja doch, trautster Herr M:yhö , Ich dacht bloß so, wir könnten doch beide e | ein vernünftiges Wort miteinander reden, । - doch der Karl meine Marie heiraten will.'"
„Ich glaube nicht, daß etwas draus roid erwiderte Meyhöfer mit einem grimmii ? Lachen. _
„Merkwürdig," meinte der Schuster k» schüttelnd, ,chas meint meine Marie auch."'. ,
„Ihre Marie scheint mit ein ganz vernL - tiges Mädel zu sein.""
„Ach ja, Herr Meyhöfer, Gott fei Dank, ist klug und fleißig, und hat was gelernt, 1 möckt gut für Ihren Karl passen."
Meyhöfer stand auf. Ter leicht angetrunfc alte Mann reizte ihn durch fein Geschwätz d Zorn.
„Was wollen Sie denn nun eigentlich. “ luttke? Zch habe nicht Zeit, mich mit Ihn hier zu unterhalten.""
„Ach Gott, Herr Meyhöfer, ich macht nicht stören, Ich dacht bloß, wir müßten < zukünftige SchwäherSleute uni mal ® sprechen, weshalb Sie denn gegen die HoÄ sind!...."
„Das kann ich Ihnen ganz kurz und lich sagen, Ihretwegen, nur Ihretwegen, j luttke! Wegen Ihres Trinkens... Su tz ein notorischer Trunkenbold, Paluttke, f wenn Sie nicht in Benkheim, sondern in Ser? ten wohnen würden, hätte ich Lse schon 1<O auf die Säuferliste gefetzt.'"
_________________________(Fortsetzung folgt
Du kriegst die motte
nichl lo5 ohne
Tr. WeinreichS MoUknaiyer.