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Nach der feierlichen Vereidigung, der das Haus in atemloser Stille beiwohnte, richtete der Reichstagsvräsident L o e b e folgende An- spracke an den Reichspräsidenten:

Herr Reichspräsident! Durch die Leistung des Eides sind Sie dem deutschen Volke ver­pflichtet worden. Ich begrübe Sic namens der Volksvertretung und gebe der Hoffnung Ausdruck, es möge unter Ihrer Amtszeit ge­lingen, den in den letzten Jahren unter Ihrem Vorgänger begonnenen wirtschaftlichen Auf­stieg unseres Landes fortzusetzen, die mit Er­folg angebahnte aubenvolitische Befriedung

Tie Abfahrt vom Reichskanzler-Pakais.

Seit Stunden ist der WilhelmSplatz für lesen Verkehr gesperrt. Vor dem Reichs- ^r-Palais, aus dem der Reichspräsident leben Augenblick heraustreten mutz, hält berittene Schupo-Abteilung. Die Straßen sind von dichten Menschenmassen '^dlsäumt, deren Erregung sich von Minute E8 Minute steigert. Alle Fenster, auch die eet amtlichen Gebäude, sind dicht besetzt:

alt. m. 60.wo. Marburg o. Lahn

Der Anzeigenpreis beträgt für den 10 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM., kleine Baranzeige» 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Stf schwierigem Sah sowie bei Platz- Vorschrift 50°/, Aufschlag. Sammelanzeigen 100/, Auf­schlag. Reklamen der Millim. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt «is Barrabatl. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark = V«,,Dollar.

Sei dem Einzug am Montag hatten schon Hunderttausende den Reichspräsidenten von Hindenburg gesehen und jubelnd begrüßt. Und sie hatten es weitererzählt, welch einen präch­tigen Eindruck der starke Greis machte, wie imposant er auch in Zivilkleidung wirkte,

Die liebenswürdig-vornehm er seinen Zh- tnber lüstete. So war es denn kein Wunder, tzstz auch am Diei^tag, dem Tage der Ber- igung., viele Tausende nach dem engen aum drängten, in dem sich das feierliche Schauspiel entfaltete. Wieder mutzte die chutzpolizei in gewaltigen Kolonnen anmar- Weren. Schon bald nach 9 Uhr räumte sie ganzen Bezirk WilhelmstraheDranden- ger TorReichstag von Schaulustigen, die ine Sonderkarten besaßen. Rur auf dem nigsplatz durfte die Menge, natürlich in spektvollem Abstand von der Freitreppe Reichstags sich versammeln. Dieser Platz, dem der Reichskanzler das erste Hoch auf neuen Reichspräsidenten ausbringen und indenburg die Front der Ehrenkompagnie schreiten soll, ist nur wenig geschmückt in paar Pyramiden von Lorbeerbäumen en auf den Stufen der großen Treppe, paar Diesenkörbe mit blauen Hortensien

Ingen hellere Farben in das dunkle Grau Grün. Zwischen der Freitreppe und dem üismarckdenkmal sind, wie immer bei fest- Gelegenheiten, zwei gewaltige Fahnen­maste aufgerichtet: aber an ihnen wehen dies- nicht zwei schwarzrotgoldene Flaggen, dein nut an dem einen, während der re die schwarzwcißrote Kriegsflagge mit eisernen Kreuz und der schwarzrotgol- en Gösch in der Ecke trägt. Zur Rechten iattert der rote Ball im weihen Felde auf japanischen Botschaft :geradeaus auf dem maligen Generalstabsgebäude, das jetzt das leichsministerium des Innern birgt, wehen i Fahnen in den neuen Reichsfarben, so von der Kroll-Oper herab. Sv mischt überall die neue mit der alten Zeit, sfentlich tritt auch bald einmal die Ber­gung ein, auf daß nicht die armen Köpfe Leute, die bei niemanden anstohen wollen, usehr angestrengt werden. Das Hotel Ion am Pariser Platz, das so viele inter- ionale Gäste birgt, hat sich eine eigene usflagge zugelegt: auch die meisten Danken ggen in den Preuhenfarben schwarz-weiß dieDeutsche Dank". In der offiziellen

»fcObcrh-ssisch- Zeitung" et- z fdxtnt sechsmal wöchentlich. De- nlgsrrkis monatlich 2 GM. aus- Mkßl. Zustellnngsgcbühr, durch diePost2.25 GM.Für etwa infolge Slicik«, Maschinendefekte oder elementarer Ereignisse ausfallende jammern wird kein Ersah ge- kil1et. Verlag v. Dr. §. Hitzeroth, Druck der Unib.-Buchdruckerei v. gb. Aug- Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 55. u. Nr. 666. «ostschcckkvnto: Amt Frankfurt t M- Nr. 5015. Sprechzeit t« Redaktion von 1011 und 0,1-1 Uhr.

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30.

Berlin, 12. Mai. Der Reichspräsident v. Hindenburg hat aus Anlatz der heuti­gen Amtsübernahme folgende Ku n d g e b u ng an das deutsche Volk erlassen:

Am 26. April 1'925 hat mich das deutsche Volk zu seinem Reichspräsidenten gewählt. Am heutigen Tage habe ich das neue bedeu­tungsvolle Amt angetreten. Getreu dem von mir geleisteten Eid will ich alle meine Kräfte daran setzen, dem Wohle des deutschen Volkes zu dienen, die Verfassung und die Gesetze zu wahren, Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben.

In dieser feierlichen ernsten Stunde rufe ich unser ganzes deutsches Volk zur Mitarbeit auf, Mein Amt und mein Streben aebö- ren nicht einem einzelnen Stande, nicht einer KonioN-on, nicht einer Partei, sondern dem gesamten durch hartes Schicksal verbun­denen deutschen V o k e in allen seinen Glie­dern. Ich vertraue auf den Beistand des ewi­gen Gottes, der uns auch durch die schwere Notzeit unserer Tage gnädig bindurchführen wird. Ich vertraue auf die in glänzender ruhmreicher Vergangenheit bewährten unsterb­lichen Lebenskräfte der deutschen Nation. Ich vertraue auf den gerade auch in schwersten Zeit immer wieder gezeigten ovferbereiten Le­benswillen unseres Volkes. Ich vertraue end­lich auf den großen Ged- - der Gerechtig­keit, deren mit allen Kräften zu erstrebender Sieg auch dem deutschen Volke wieder seinen müf :*.n Platz in der Welt verschaffen wird.

Mein erster Erutz gilt all denen, die unter der Not unserer Zeit besonders leiden. Er gilt den vielen, die im Karten wirtschaftli en Rin­gen ums Dasein stehen. Er gilt dem ganzen arbeitenden deutschen Volke, von dem die schwere Lage unseres Staates und un? rer Wirtschaft Besondereeistungen fordert. Er gilt den Valksgenosien autzcrbalb der deutsch n Reichsgrenzen, die mit uns durch Bande des Blutes und der gr-°-n deutschen Kulturge- meinschaft unlöslich verbun^'n sind. Er gilt besonders den Alten und Kr-nken, die voll Sorge einem trüben Lebensabend ontgegen- blicken. Er gilt endlich unserer Hoffnung unserer deut chen Jugend.

Wir wollen auch weiterhin gemeinsam stre­ben, durch ehrliche, friedliche Leistung unserem berechtigten Anspruch auf Achtung uns Aner­kennung bei den anderen Völkern Geltung zu verschaffen und den deutschen Namen von dem ungerechten Makel zu befreien, der heute noch auf ihm lastet. Durch Selbstachtung zur Ach­tung der Welt! Durch Selbstvertrauen zum Vertrauen der anderen!

Wir wollen danach trachten, in der Ent­wicklung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Gemeinschaftslebens jedem ein­zelnen Stande und Volksgenossen sein täg-

Hin-enburg tritt fein Amt an

Die Eiöesieistung Eine Kundgebung

0bertMsrtie Zeitung

Der Sitzungssaal des Reichstags ist schon 8® 10 Uhr vormittaags von Schaulustigen °uf den Tribünen bevölkert. Er selbst entbehrt jeden besonderen Schmuckes. Nur "e Präsidentenbühne,- wo die feierliche Vereidigung vor -sich gehen wird, ist mit !chwarz-rot-goldnen Fahnen drapiert und ®>it hellblau und lila leuchtenden Horten­den reich geschmückt. An den Seitenwän- »en der Tribüne einfacher Lorbeer, der «nch die Wand hinter der Präsidenten-- tribüne ziert und ein in der Mitte ange- "kachtes Fahnentuch mit dem Reichsadler 8mrahmt.

ren Wünschen begleitet, übernehmen Sie, Herr Reichspräsident, Ihr hohes Amt."

Hindenburgs Ansprache.

Der Reichspräsident antwortete:

Sehr geehrter Herr Reichstagsvräsident! Rehmen Sie meinen herzliche» Dank für die Worte der Begrützung entgegen, die Sie mir jobcn im Namen der deutschen Volksvertre­tung gesprochen haben, nachdem ich gemäß der repubttkanischen Verfassung vom 11. August 1911 den Eid als Reichspräsident geleistet habe. Reichstag und Reichspräsident gehören zusammen. Denn sie sind beide unmittelbar aus den Wahlen des deutschen Volkes hervor- grgang-n. Auf dieser gemeinsamen Grundlage allein leiten sie ihre Machtvollkommenheiten her. Beide zusammen erst bilden die Verkör­perung der Bolkssouveränitot, wie sie die Grundlage unseres --samten heutigen Ver­fassungsleben bilden. Das ist der tiefe Sinn der Verfassung, auf die ich mich soeben durch mein Mann-swort sei-^'G verpflichtet habe. Während aber der Reichstag die Stätte ist, wo die Gegensätze der Weltanschauungen und der politischen Ueberzeugungen miteinander rnm-n, toll der Reichspräsident der iibervartei- lichen Zusammenfassung aller arbeitswilligen und aufbauenden Kräfte unseres Volkes die­nen. Auch an dieser Stelle spreche ich es da­her noch einmal ausdrücklich aus, datz ich mich dieser Aufgabe der Einigung und Sammlung unseres Volkes widmen will. Diese grobe Aufgabe wird mir dann wesentlich erleichtert werden, wenn auch in diesem hohen Hause der Streit der Parteien nicht um Vorteile für eine Partei oder einen Berufsstand gehen wird, sondern vielmehr darum, wer am treuesten und erfolgreichsten unserem schwergeprüften Volke dient. Ich hoffe zuversichtlich, datz der edle Wettstreit und die treueste Pflichterfüllung die sicherste Grundlage bilden werden, auf der wir uns immer wieder nach dem Streit der Geister und Meinungen zu gemeinsamer vertrauens- vrller Arbeit zusammenfinden werden."

Darauf brachte Reichstagsvräsident Loebe ein Hoch auf das Deutsche Reich und das in der Republik geeinte deutsche Volk aus, das von der Versammlung mit Begeisterung aus­genommen wurde.

Der Reichsprästdent begibt sich durch die Wandelhalle auf die Ramve des Reichstages, wo der Reichskanzler ein Hoch auf den Reichspräsidenten ausbringt. Der Reichspräsi­dent schreitet die Front der Ebrenkomvagnie ab, besteigt dann den Wagen und fährt unter Eskorde einer Schwadron Reichswehr-Ulanen nach dem Palais zurück.

Hindenburgs Kundgebungen.

Ebenso wie die Begrützung des Reichs­präsidenten mehr war, als nur der Stim­mungsausdruck derer, die seine Wahl ge­wünscht und Wirkungen in ihrem Sinne da­von erhofft hatten, so sind auch die ersten Kundgebungen Hindenburgs ersichtlich mehr als nur die Wahrung einer Form. Es ge­nügt, um dies zu erkennen, die Reden und Erlasse zu betrachten, mit denen Hinden­burg am ersten Tag seiner Reichspräsü- dentenschaft seinen Amtsantritt vollzog. Nach der Eidesleistung, für die der Reichs­präsident die besonders bekräftigende und persönliche religiöse Form wählte, beant­wortete er die Ansprache des Reichstagsprä- ribenten Loebe. Er tat es, indem er die.

Vor dem Palais postiert ist eine Schar von Photographen und Kinooperateuren. Vor der Freitreppe des Palais hält ein Auto mit der Standarte des Reichspräsidenten. Ein Flugzeug kreist über dem Platz.

Punkt 11.45 Uhr erscheint Reichspräsi­dent Hindenburg, begleitet von dem Reichskanzler Dr. Luther und nimmt im Auto Platz. In langsamer Fahrt, während die Schupo salutiert und die begeisterte Menge unaufhörlich Beifall ruft, setzt sich der Zug langsam in Bewegung. Lächelnd dankt der Reichspräsident, indem er den Zylinder abnimmt. Ein kleines Mädchen wirft in das langsam fahrende Auto einen Blumenstrauß, den der Reichspräsident dankend aufnimmt.

Auch unter den Linden eine festlich be­wegte Menschenmenge. Auf einer Seite der int strahlenden Sonnenschein liegenden Straße hat Reichswehr von der oberen Wil- helmstratze bis zum Brandenburger Tor Aufstellung genommen. Dicht neben der englischen Botschaft, über der die britische Reichsflagge weht, berittene Schupo. Auf der französischen Botschaft flattert die Trikolore.

11.15 Uhr passiert der Reichspräsident das Brandenburger Tor. Von weitem hört man schon die Hurra-Rufe .sieht das- cherschwenkeu der Menge. Immer wieder dankte der Reichspräsident ernst und gelas­sen für die stürmischen Zurich:. Kaum hatte der Zug das Brandenburger Tor hinter sich gelassen, als schon die Menge nach dem Reichstagsgebäude hiustürzte, um ihn noch einmal beim Aussteigen zu sehen.

Rings um den Reichstag herum hielt ein Kordon von Schutzpolizei. Der Durchgang zur Rampe ist dicht mit Zuschauern be­setzt, die sich trotz der Schupo bis hierher durchgeschlängelt haben. Der Königsplatz ist von einer unübersehbaren Men­schenmenge besetzt. An der japanischen Botschaft vorbei rückt, von allen Seiten stürmisch begrüßt, die Ehrenkompagnie mit klingendem Spiel heran. Die Musif bricht ab. Im Parademarsch geht es am BiS- marck-Denkmal vorbei. Ein kurzes Kom­mando, die Kompagnie nimmt Front zum Reichstag. Während sich die Erwartung immer mehr steigert, spielt die Militärka­pelle.

Punkt 12 Uhr betritt der Reichspräsident den Sitzungssaal des Reichstages. Auf von einer grünen Girlande umzogenen goldenen Grunde, der das Motiv des Reichsadlers zeigt, erhebt sich in der Mitte die Stan­darte des Reichspräsidenten. Auf der Mitte des Präsidententisches liegt in schwarzes Leder gebunden die Mappe, die ein Per­gamentblatt mit der in der Verfassung festgesetzten Eidesformel in großer künst­lerischer Frakturschrift enthält. Diese Mappe, die der Reichstagspräsident Loebe hat anfertigen lassen, soll jedesmal bei der Vereidigung der Reichspräsidenten benutzt werden.

Sämtliche Besucher sowie die Tribünen erheben sich von den Sitzen. Die Kom- m u n i st e n rufen:Nieder mit den Monar- chsten! Es lebe die Räterepublik!" und ver­lassen bis auf sechs Abgeordnete den Saal.

Der Präsident des Reichstages richtete folgende Worte an den neugewahl- ten Reichspräsidenten:

Herr Feldmarschall! Das deutsche Volk hat in seiner Abstimmung am 26. Avril ds. Jah­res Sie zum Präsidenten des Reiches gewählt und Sie damit auf den höchsten und ehrenvoll­sten Platz der deutschen Revublik berufen. Der Artikel 42 der Verfassung von Weimar ordnet an, daß Sie vor der versammelten Volksver­tretung den Eid auf die Verfassung leisten. Zu dieser feierlichen Handlung habe ich den Reichstag zusammengerufen und überreiche Ihnen die Eidesformel und bitte Sie, den vor­geschriebenen Eid abzulegen."

Die Eidesleistung

Reichsprästdent v. Hindenburg übernimmt die Mavve mit der Eidesformel und leistet den Eid in folgendem Wortlaut:

Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, die Ver­fassung und Gesetze des Reiches wahren, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtig­keit gegen jedermann ausllben werde, so wahr mit Gott helfe!"

enge Verbundenheit des Reichstagspräsiden­ten mit dem Reichstag hervorhob, die, beide unmittelbar aus Wahlen hervorgo- gangen, erst zusammen die Souveränität des deutschen Volkes verkörpern, und noch einmal an die einigenden Aufgaben des Präsidentenamtes erinnerte. Der feierliche und ernste Hinweis auf den Eid ist auch in der Kundgebung enthalten, die Hindew- burg gleichzeitig an die Gesamtheit des deutschen Volkes gerichtet hat. Nur hat der Wille, ohne Befangenheit ausschließlich dem Ganzen zu dienen, in diesem Schriftstück einen noch sorgfältiger formulierten Aus­druck gefunden. In dem Munde eines Mannes, an dessen Präsidenlschaftskandida- tur sich so viele politische und sogar ausge­sprochen kämpferische Hoffnungen schlossen, wird verstärkt durch die Worte des Grußes gerade an die,die unter der Not unsrer Zeit besonders leiden", an das arbeitende deutsche Volk und an die Alten und Kran­ken. Im HinUick auf die Stellung de- deutschen Volkes unter den anderen Völkern betont der Reichspräsident auch hier den Willen zu friedlicher Leistung, die dem Ausland Vertrauen gibt, ohne darum un­erwähnt zu lassen, wie viel dem von Stammesgenossen getrennten deutschen Volk zu wünschen noch übrig bleibt. Der Er­laß an die Wehrmacht, vor allem also an die republikanische Einrichtung der Reichs­wehr, ist mit einer Wärme gehalten, die bei dem Feldmarschall des alten Heere- besonders anerkannt werden muß. Der Er­laß betont ausdrücklich, daß die Tätigkeit der Wehrmacht der Gegenwart und Zukunft gehöre,getreu ihrem Eid und den Auf­gaben, die ihr die Verfassung stellt." Mit diesem Bekenntnis zu dem gegen­wärtigen Staat, seinem Schicksal und seinen Pflichten haben der Reichspräsident und seine Berater einen Ausdruck der Amtsein­führung gefunden, der in Deutschland nicht nur, sondern auch draußen eine günstige Wirkung tun muß.

' Berlin, 12. Mai (T.-U.). In den frü­hen Morgenstunden drängten sich die Mas- ,540! M in der Richtung des Reichstagsgebäu- «rs. An den Sperrlinien der Schutzpolizei »wen sich dichte Scharen von Neugierigen. Das Reichstagsgebäude hat die Reichsfahnen Schißt. Am Haupteingang vor dem Bis- «arkdenkmal, wo der Reichspräsident nach der Vereidigung die Parade abnehmen ^ird, flattern von großen Masten die !chwarz-rot-goldnen Reichsfarben und die Vvarz-weiß-rote Krtegsflagge mit dem Eisernen Kreuz im Gösch. TaS Portal ist ®it grünem Schmucke auSgestattet.

ilhelmstrahe überwiegt natürlich fchwarz- t°gold. Dazwischen das Danner Großbri» ii tanniens. Aus dem Wege von wenigen Mi- ||6f toten fährt Hindenburg ja an der englischen .1111 toie an der französischen Botschaft vorbei, iezirtt -beide grüßen den Marschall-Präsidenten.

Scul' mnds zu sichern und so die surcktbaren Nachwirkungen des Krieges und der Kriegs­folgen, unter denen noch beute unzählige un­serer Landsleute leiden, allmählich zu beseiti­gen. Vielerlei Hoffnungen verbinden sich, Ihnen, Herr Reichspräsident, bekannt ist, jedem Wechsel in den leitenden Stellen Reiches. Möge es dem Zusammenwirken der berufenen Personen und Körperschaften ge­lingen, die erfüllbaren Wünsche ihrer Ver­wirklichung näherzubringen und auch nach außen hin das Deutsche Reich als friedliches und gleichberechtigtes Glied in die enr.väische Bölkerfamilie einzureihen. Von diesen unsr-