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8et ter Abstimmung in Mußen

.Berlin, 8. Mai. Die preußische Re­gierungskrise steht vor der Entscheidung, «m heutigen Freitag, mittags 12 Uhr, tritt »er A e l t e st e n r a t des Landtages zusam­men. In dieser Sitzung wird entschieden Merken, ob das Kabinett Braun am Nach­mittag im Plenum die Vertrauensfrage un­ter Dem statuS quo stellen wird, oder ob "«h ein andrer Weg der Lösung der Krise Möglich ist. Im Augenblick stehen sich die Bestrebungen, ein Kabinett von der Deut­schen Volkspartei bis zu den Sozialdemokra­ten zu bilden, unter Ausschaltung Brauns Ministerpräsident und die Absicht Brauns, für sein Kabinett daS Vertrauen fordern, scharf gegenüber. Am Freitag Mit der Ausschuß zusammen, der über die «uflösung des Landtages zu entscheiden hat. Braun ist gewillt, im Falle der Ablehnung

Vertrauensfrage auf die Auflösung hin- vwrbeiten.

Mtb Die Annahme verschiedener Blätter, baß die auf den 8. Mar verschobene Abstim­mung über die Vertrauensfrage für daS Ka­binett Braun eine weitere Hinausschiebung er­fahren würde .trifft, soweit wir unterrichtet fach, keineswegs zu. An der Entschlossenheit des Kabinetts Braun, am Freitag vor den Landtag zu treten und eine Mehrheft für sich zu suchen kann nicht gezweifelt werden, tzs ist allerdings richtig, daß die Kom pro - mißverhandl ungen, die feit Tagen zwi- tont dem Zentrum und der Deutschen Volks- xpartei unverbindlich mit dem Ziele einer Ablösung des Kabinetts Braun durch eine andere Regierung auf breitester Grundlage ge- führt haben, noch kein Ergebnis gezeitigt haben und daß man auf beiden Seiten wünscht, diese Fühlungnahme nicht abreißen zu lassen. An einen Rücktritt des Kabinetts Braun noch vor der Abstimmung auch dieses Gerücht wurde verbreitet ist jedoch nicht zu denken. Die Aufrechterhaltung ter Fühlungnahme mit der Volkspartet ist dielmehr so gedacht, daß sofort, nachdem die Regierung Braun am Freitag die erwar­tete knappe Mehrheit erhalten hat, neue und diesmal wohl offtzielle Verhand­lungen über eine Verbreiterung der Regie­rungsbasis einsehen sollen. Im Zentrum und bei den Demokraten erstrebt man die Bil­dung eines Kabinetts der g r o ß e n Volks- gemeinschaft im Sinne der bekannten Marxschen Pläne,, also ein parlamentarisches Analitionskabinett mit parlamentarischen Mi­nistern und fester Bindung der beteiligten Par­teien. Auf der Rechten würde man zweifellos M Schaffung eines Beamten lab inett- verziehen, in dem zwar alle beteiligten Par­teien durch Beamte ihrer Einstellung vertre­ten sein sollen ,jedoch keinerlei engere poli­tische Bindung einzugehen brauchen.

Wie bereits angedeutet, ist es in den bis­herigen Vorverhandlungen noch nicht gelungen, eine Einigung zu erzielen. Die Schwierig- fciten, di« sich einer Kompromißlösung entge­genstellen, find beträchtlich. Infolgedessen dürfte mit einer baldigen Beendigung der Preu- ßmkrise nicht zu rechnen sein, es sei 'denn, M es wider Erwarten doch am Freitag zur Lendtagsauflösung kommt. Der Fall hierfür küre gegeben, wenn die kommunistische Frak­tion vollzählig zur Abstimmung erscheinen würde. Aber die Furcht der Kommunisten vor einer Landtagsauflösung ist zu groß, und auch ne heutige Erklärung derRoten Fahne", « zur Abstimmung alle kommunistischen Ab- geochneten zur Stelle sein und gegen Braun Kmmcn würden, kann nicht überzeugen, daß «tS wirklich der Fall sein wird.

Sie Kämpfe in Marotte

Als die Franzosen im Jahre 1924 das für 2« Ernährung der Rifstämme wichtige V^gha-Tal besetzten, entstand zwischen den Arabisten und den Franzosen eine erheb- Spannung. Wenn diese Spannung da- noch nicht zur Auslösung kam, so lag daran, daß die Rifkabylen nach der

Verhandlungen der Volkspartet mit de« Deutschnationale«

Berlin, 7. Mai. Zur Frage der Reg«- vmgsbildung in Preußen teilt daSBerllner ScgrBIott" mit, daß die Landtagsftaktion der Deutschen Volkspartei heute vormittag eine ^Mng abgehalten hat, in der beschlossen nochmals mit der Deutsch nationalen Zettet Fühlung zu nehmen. Zu diesem Zweck P*t heute nachmittag eine gemeinsame ?b>mg per Fraktionen der Deutschnationalen derlei mit der Deutschen Volkspartet' statt.

spanischen Seite hin ihre Aktivität zu zeigen hatten. Außerdem waren sie zahlenmäßig nicht so stark, um eine Art Zwei-Frvnten- Krieg führen zu können. Sie ließen sich, ungeachtet der bestehenden Spannung, durch französische Waffenhändler nach wie vor mit Waffen versorgen, die sie dann gegen die Spanier verwandten, und sie warteten auf die Gelegenheit, um diese Waffen auch ander­wärts verwenden zu können.

Es ist eine Ironie der Geschichte, daß in dem Augenblick, in dem in Genf eine Waf­fenhandelskonferenz stattfindet und in der der Franzose Paul Boncour eines der maßgebendsten Mitglieder darstellt, daß in diesem Augenblick die Franzosen selbst die Auswirkungen des französischen Waffenhan­dels in Marokko zu fpüren bekommen. Dieser Waffenhandel ist früher von der französischen Regierung nicht behindert worden, denn es ist ja ein offenes Geheimnis, daß die fran­zösische Regierung keinerlei Interesse daran hatte, Spanien von seinen Marokkonöten zu befreien. Run hat sich plötzlich diese Po­litik gegen Frankreich selbst gewandt, und Abd-el-Krim hat die Gelegenheit benutzt, um sich gegen die Franzosen zu erheben. Das Ziel der Rifleute ist: Marokko den Ma­rokkanern.

Man muß eS Abd-el-Krim lassen, daß er einen nicht ungünstigen Augenblick für sein Losschlagen gewählt hat. Er hat zuerst die Erfolge des spanischen Rückzuges voll aus­genutzt. Diese Erfolge bestanden für ihn darin, daß er in den Besitz einer großen Menge Kriegsmaterial kam, und zwar handelt es sich dabei um Kriegsmaterial modernster Art. Er hat weiter so lange gewartet, bis die Aussichten für einen Friedensfchluß mit Spa­nien günstiger waren. Ob Primo de Rivera angesichts der Offensive der Difleute gegen Frankreich nun erneut Gelegenheit neh­men wird, von sich aus gegen Abd-el-Krim vorzugehen, muß einstweilen noch bezweifelt werden, denn die Spüren der verflossenen spanischen Kriege gegen Marokko schrecken auch in Spanien allzusehr. Primo de Rivera ist übrigens kein Eroberer aus reiner Er­oberungslust, sondern das Bestreben dieses politischen Generals war ja gerade, von Spanisch-Marokko nur das zu halten, was wirklich zu halten war .

Die bis zur Stunde aus Marokko vorliegen­den Rachrichten über den Kampfausgang sind sehr spärlich. Der französische Aufmarsch ge­gen die Rifleute erfolgt in drei Gruppen, lieber den Ausgang der Kämpfe läßt sich noch nichts sagen. Zahlenmäßig sind die Franzosen weit stärker als die Rifleute. Sie sind insgesamt auch mit besseren Waffen ausgerüstet, die Frage des Dachschubs ist allerdings ein besonderes Problem. Bedeu­tungsvoller aber ist noch die Tatsache, daß den Franzosen eine rein zahlenmäßige lieber« legenheit in dem Augenblick wenig mehr nützen wird, in dem die Kämpfe sich in dem Gebirge selbst abspielen werden. Die Spa­nier haben ja die gleiche bittere Erfahrung machen müssen. Sie waren ja ebenfalls ge­genüber den Rifkabylen in der Mehrheit, aber diese Mehrheit hat ihnen wenig ge­nützt .denn die Rifkabylen haben es meister­haft verstanden, die Vorteile, die das Ge­birge ihnen bot .auszunutzen.

Angesichts der jetzigen Kämpfe ist es zweck­mäßig auf die politische Entwicklung in Marokko kurz hinzuweisen, denn dieser afrikanische Wetterwinkel ist ja auch für die europäische Politik von Bedeutung gewesen. Die Algericas-Konferenz vom Jahre 1906, die nach dem Kaiserbesuch in Tanger stattfand, hat die Klärung der marokkanischen Verhält­nisse nicht herbeiführen können. Deutschland schloß nun 1909 und 1911 mit Frankreich zwei Verträge über die Zusicherung wirtschaft­licher Gleichheit. 1912 wurde dann das fran­zösische Protektorat über Marokko errichtet, und Frankreich brauchte sich dann nur noch mit Spanien über die spanische Zone aus­einander zu setzen. Spanien kam bei diesem Geschäft wirklich nicht gut weg, und die spätere Regelung, die im Jahre 1924 erfolgte, hat die spanische Lage wenig gebessert. Es wurden den Spaniern nur gewisse wirtschaft­liche Zugeständnisse von den Franzosen ge­macht. Während Marokko so zwischen Frank­reich und Spanien aufgeteilt wurde, wurde das Gebiet von Tanger in eine internationale Zone umgewandelt. Tatsächlich haben aber in dieser Zone auch die Franzosen die Vor­herrschaft. Als Folge des verlorenen Krieges mußte Deutschland auf seine . Rechte in Ma­rokko auf die früher abgeschlossenen Ver­träge verzichten. In den Artikeln 141 bis -146 des Versailler Vertrages ist dieser Ver­zicht, der Deutschland praktisch von Marokko ausschlietzen sollte, ausgesprochen worden. Von deutscher Seite sieht man also die Entwicklung der gegenwärtigen Verhältnisse in Marokko

nicht mit politischen, sondern mit wirtschaft­lichen Augen an. Die Artikel des Vertrages von Versailles werden auf die Dauer nicht hindern können, daß Deutschland doch in Marokko sich wirtschaftlich seinen Platz wieder erobert. Für die deutsche Ausfuhr ist Ma­rokko ein wichtiges Land, wenn man bedenkt, daß Deutschland früher hinsichtlich der Ein­fuhr nach Marokko gleich hinter England und Frankreich gestanden hatte. Es ist deshalb notwendig, daß auch hier die Rechtsungleich- heit Deutschlands wieder beseitigt wird, und daß der deutsche Handel dem der übrigen Rationen als gleichberechtigt anerkannt wird.

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Paris, 7. Mai. Wie HavaS aus Rabat berichtet, hat die im Zentrum operierende Abteilung der französischen Marokkotrup­pen bereits zehn Tote, zumeist Eingeborene, und etwa 100 Verwundete zu verzeichnen. Die Rifleute hätten sehr schwere Verluste zu verzeichnen.

Rach einer weiteren Meldung auS Rabat seien jetzt noch 4 bis 5 französische Posten in der Gegend von Bibane umzingelt. Fran­zösische Flieger hätten diese Posten ver­sorgen können, besonders mit Wasser, in­dem sie EiS in Blöcken abwarfen.

Rach einer Weiteren Meldung aus Ra­bat könne man annehmen, daß Truppen aus Algier herangezogen Werben, um die fran­zösischen Marokkotruppen zu verstärken.

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Sie Meisuchung des We-AuWusses -

Berlin, 6. Mai. Der preußische Landiags- ausschuß für die Untersuchung des Strafver­fahrens gegen Dr. Hoefle hat heute feine Verhandlungen fortgesetzt. Er trat zunächst in die. Vernehmung des Vorstehers der Strafabtei­lung, in der Hoefle untergebracht war, Schmidt, ein, welcher Angaben machen soll über den Aufenthalt Soefles im Untersuchungs­gefängnis und Lazarett. Auf eine Frage des Zeugen gab Hoefle an, er habe ein altes Herz­leiden. Der Zeuge veranlaßte darauf eine Un- terfuchung durch Dr. Hirsch, der auch tatsächlich einen Herzfehler feststellte, aber hinzufügte, daß es sich um fein ernstes Leiden handele. Am 18. Avril um 4.50 Uhr nachmittags wurde mir Hoefle durch den Lazarettwachtmeister auf einem Meldezettel als schwerkrank gemeldet. Ich ging zum Oberdirektor, machte ihm Mit­teilung davon und bat ihn auch, an Medizinal­rat Thiele telephonieren zu dürfen. Es sei der Verdacht aufgetaucht, daß Dr. Hoefle zuviel Narkotika zu sich nehme. Bei einer vorgenom­menen Bettuntersuchung wurden 3 3 T a b l e t - ten Pantbopon Lumina! gefunden, die sich in einem dicken Briefumschlag befanden. Bei einer erneuten Untersuchung am Sonntag habe Dr. Hoefle einen besseren Eindruck ge­macht. Zu Beginn des Montag sei dem Zeu­gen auf Erkundigung mitgeteilt worden, daß der Zustand des Kranken sich nicht verschlim­mert habe,' am Sonntag abend habe der Zeuge aber auf keinen Fall den Eindruck gehabt, einem Sterbenden gegenüberzustehen.

Der Pfleger Müller führte aus, er habe in der Nacht »um 19. Avril Hoefle bei unregel­mäßigem Puls tief schlafend gefunden und habe darauf den Arzt benachrichtigt. Seiner Ansicht nach handelte es sich um Bewußtlosig­keit, die bis zur Ueberführung Hoefles in das Hedwig-Krankenhaus angehalten habe. Müller erklärte weiter, es sei sehr selten vorgekom­men, daß die erkrankten Häftlinge, auch Schwererkrankte, einer gründlichen ärätlujen Untersuchung unterzogen wurden. (!)

Der Zeuge Pfleger Moeller gibt an, daß unter den Pflegern der Vergiftung s- verdacht bereits am Mittwoch den 15. April gehegt worden sei. Dr. Hoefle habe ihm am »weiten Osterfeiertag erklärt, daß er am drit­ten Feiertag entlassen werden solle. Da er an diesem Tage aber nicht entlassen worden sei, habe der Zeuge angenommen, daß Dr. Hoefle durch Vergiftungserscheinungen die Entlassung habe herbeiführen wollen. Daß Dr. Soesle Tabletten von außerhalb erhalten konnte, hält der Zeuge für möglich. Auf Befragen des Ab­geordneten Kuttner erklärt der Zeuge Rechts­anwalt Dr. Peschke, daß Dr. Hoefle ihm gegen­über niemals Selbstmordgedanken geäußert habe.

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Berlin, 7. Mai. Der Untersuchungsaus­schuß des Preußischen Landtages zur Prüfung des Strafverfahrens gegen Höfle vernahm heute als Zeugen den Pfleger Reinfeld vom Ge­fängnislazarett Moabit. Der Zeuge sagte ans, Hösle sei in der Woche )taK> Ostern seelisch zusammengebrochen gewesen, wahrscheinlich in­

folge der Enttäuschung seiner Hoffnung, am dritten Feiertag entlassen zu werden. Am 17. April habe Hösle ihn gebeten, ihm einen Brief vorzulesen, da er nicht mehr lesen könne utti> wohl bald sterben werde. Der Zeuge hat de» Arzt am 18. April am Bett Höfles gesehen. Am Nachmittag dieses Tages sei Hösle bewußt­los gewesen. Der benachrichtigte Arzt, Medi­zinalrat Dr. Thiele habe eine Injektion unge­ordnet, auf die aber Hösle nicht reagiert habe. Es sei dann auf ärztliche Anordnung noch eine zweite Einspritzung gemacht worden. Der Arzt sei abends persönlich gekommen und habe dem Zeugen eine Luminaltablette gezeigt, die er in der geballten Faust Höfles gesunden habe. Bei der daraus arctorbneten Untersuchung des Zimmers seien 35 Luminal- und Pantopon- Tabletten entdeckt worden, die zum Teil aus- , sahen, als seien sie schon im Munde gewesen.

Weiter hat Dr. Hösle nach Mei­nung des Zeugen ReinseD sich eine große Menge Schlafmittel aufspeichern wollen, um. seine Haftentlassung zu beschleunigen. Am 17. April Wäre nach Ansicht des Zeugen Dr. Hösle noch fähig gewesen, durch die Einnahme der Tabletten Selbstmord zu begehen. Ge­fängnisgeistlicher Dr. Salzgeber hält es sirr, ausgeschlossen, daß Fran Höfle bei dem Be-g suche ihres Gatten die 3b Tabletten einge­schmuggelt habe . Der Zeuge glaubt, daß die Mitteilung von der Ablehnung des Haftent- lasiungsantrageS den Zusammenbruch Dr. Höfles herbeigeführt habe. Daß Dr. Höfle durch die Einnahme von Narkotika beabsich­tigt habe »seine Haftentlassung zu erzwingen, hält der Zeuge für ansgeschlosjen,, da er sich sagen mußte, doH dies die Aerzte sofort er­kennen würden. . .

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Sie Festtage in München _

Mit großem festlichen Gepränge und mit vielen schwungvollen Reden ist in München das Deutsche Museum eingeweiht wor­den, das eine Ruhmeshalle deutscher Arbeit sein soll. Zugleich ist eS auch ein Ehren, mal deutscher Einigkeit, wie sein höchst ver­dienstvoller Erbauer, Oskar von Mil­ler, in einer seiner Dankesansprachen her­vorhob. Es haben sich nicht nur Land, Reich und Gemeinde in gleicher Weise an dem Zustandekommen des großen Werkes betei­ligt, sondern auch die Mttarbeit mit Geld­mitteln und persönlicher Arbeit strömte von allen Seiten und aus allen Volkskreisen herbei. In Feierabend- und SonntagSstuu- den haben Arbeiter daran gebaut. So konnte Reichskanzler Dr. Luther in sei­nem Weihespruch am Donnerstag mit Recht, das Deutsche Museum bezeichnen als' ein Bekenntnis des deutschen Volkes zur Technik, zu sich selbst «nd znm Frieden. In diesem Sinne wolle unser Volk als ein gleiches unter gleichen am friedlichen Fort­schritt der Welt wirken. Eine der fein« ften und liberalsten Reden hat aber am Tage vorher Reichsinnenminister Schiele gehalten. Er sprach davon, daß das einstige Volk der Dichter und Denker inzwischen den staatspolitischen Gedanken hinzugewonnen habe und daß sich zu diesem auch der soziale Gedanke gesellen müsse. Dann würben wir alle sein 1

ein einig Volk von Arbeitern", ! alle gleichmäßig mit Freuben unser Tage­werk tun an bem gemeinsamen großen Werke, dem Dienst am deutschen Volke". So fügt sich wohl am besten dem kul­turellen der politische Sinn der Münchener Festtage an. Möge er in seinem ganzen Umfange von immer weiteren Kreisen des Volkes verstanden werden!

München ,7. Mai. Heute vormittag sand, begünstigt von prächtigem Frühlings­wetter, die Feier der Eröffnung des Deut­schen Museums durch einen Festakt in ber Museumshalle für Luftschiffahrt statt.

Reichskanzler Dr. Luther begann seine Rebe m! *t einer Danksagung für die Schöp­fer des Deutschen Museums, insbesondere für den Meister des großen Werkes, Oskar v. Miller. Seinen weiteren Ausführun­gen stellte ber Reichskanzler bie bret Weihesprüche ber beutschen Regierung für daS Museum voran. AIS ersten: DaS deutsche Museum sei ein Bekenntnis des deutschen Volkes zur Technik. Hierzu erklärte ber Minister: Gewaltig ist bie Zahl ber sozialen unb ethischen Aufgaben, die durch die Technik gesteNt sind unb ge­löst Werben müssen, denn alle Wirtschaft ist nur um ber Menschen willen ba. An ben zweiten Weihespruch: Das Deutsche Mu­seum ist ein Bekenntnis des deutschen Vol­kes zu sich selbst, knüpfte ber Reichs­kanzler u. a. folgende Bemerkungen: Unsre