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Tie Berliner Presse znr Reichskanzlerrede.
Sämtliche Blätter unterstreichen in ihren Kommentaren die Ausführungen des Kanzlers über die Kontinuität der deutschen Außenpolitik.
Der „Lokalanzeiger" sagt: Wie man sieht, lassen die nationalistischen Unbesonnenheiten, die man erst vom Kabinett Luther und sodann von der Wahl Hindenburgs zum Reichsprasi- deuten in Aussicht stellte, nach wie vor auf sich warten. Die „Seit“ wendet sich gleichfalls gegen hie Befürchtungen, daß die durch
Die „Oberhcssische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 2 GM. aus- schließl. Zustellungsgebühr, durch diePost2.25 GM.Für etwa infolge Streiks, Waschinendefekte oder elementarer Ereignisse ausfallende Nummern wird kein Ersatz geleistet. Verlag b. Dr. §. Hitzeroth, Druck der Unib.-Buchdruckerei b. Ioh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 55. u. Nr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5015. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 und
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Bor dem deutschen Industrie- und Sandels- tag der Vereinigung der amtlichen Vertretungen der deutschen Wirtschaft mit Ausnahme der Landwirtschaft und des Sandwerks, hat Reichskanzler Dr. Luther am Mittwoch eine Rede von besonderer Bedeutung gehalten. Ist sie doch die erste große Erklärung des Reichskabinetts nach der Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten — und nach dem Besuch Dr. Luthers bei diesem. Die Rede zerfällt deutlich in zwei Teile, den wirtschaftspolitischen und den außenpolitischen. Der erste Teil gebärt zu dem Spezialgebiet des früheren Reichsfinanz- ministers und dürfte.nicht mit dem Reichsorä- fidenten erörtert worden sein, aber auch er enthält manche sehr bemerkenswerten Einzelbei- tcn. So hat Dr. Luther in zwar böslicher, aber scür eindringlicher Weise bis Wirtschaft aufgc- fordert, bei der Preisfestsetzung wieder nach Pfennigen, zu kalkulieren und auf die Verbraucher Rücksicht zu nehmen, die zur Bildung von Svarkavital kommen müßten. Ferner hat er die bisherige Belastung der Wirtschaft mit Steuern als unerträglich anerkannt und die Soifnung auf möglichst baldige Verabschiedung der neuen Steuergesetze sowie der Gesetze über
oic Aufwertung ausgesprochen, lieber die endgültige Gestaltung der Z o l l v o r l ag e werde sich die Reichsregierung in den nächsten Tagen schlüssig werden, und auch hier sei eine möglichst schnelle und ebenso eine recht nüchterne Erledigung rein vom wirtschaftlichen. Standpunkte aus zu verlangen. Man kann sich nach diesen Worten vorstellen, wie dem Reichskanzler vor der virtsi-polititchen Behandlung des Zollvro- blems graut, die zu vermeiden er im Ernst wohl nicht hofft. Mit großem Nachdruck betonte Dr. Luther noch, daß die deutsche Währung vollkommen gesichert sei und von einer neuen Inflation absolut keine Rede sein könne. Wenn dieses Vertrauen fich allgemein durchsetze, dann werde die Reichsbank, die jetzt noch die Mittel für die Stabilorbaltung der Mark in der Hand halten müsse, eher in der Lage sein, den Kreditwünschcn der Wirtschaft zu entsprechen.
Der außenpolitische Teil der Rede ist zweifellos mit dem Reichspräsidenten von Hinden- burg erörtert worden, und man muß an die amtliche Erklärung erinnern, daß zwischen.die- sem und Dr. Luther sich volle Uebereinstim- mung ergeben habe. Denn dieses außenpolitische Programm erbält ja gerade dadurch seinen internationalen Wert. Der Reichskanzler stellt an die Spitze die Versicherung, daß in der Außenpolitik „das Gesetz der Kontinuität" herrschen müsse, und daß ihre Richtung nicht willkürlich geändert werden könne. Es bandelt sich also nur um eine Wiederholung und Ilnterstreichung der bisher von dem Kabinett vertretenen politischen Grundsätze. Mit großer Deutlichkeit wird noch einmal den Alliierten vorgehalten, daß die Verschleppung der Entscheidung über die Kölner Zone ein schweres Unrecht ist, an dem die gesamte europäische Politik krankt. Aber ebenso klar wird ausgesprochen, daß das Reichskabinett an seiner Haltung in der Sicherheitsfrage nichts ändern will und daß sie weiter an der friedlichen Verständigung der Völker Mitarbeiten wird. Deutschland wolle keinen Krieg führen und könne keinen Krieg führen. Ein anderer Weg müsse ges"<bt werden, um das Reich zu den legitimen Zielen zu führen, „auf die kein deutscher Staatsmann verzichten kann".- Und das Gesetz der Kontinuität wird hier noch einmal mit den Worten wiederholt:
„Es ist selbstverständlich, daß der von der Reichsregierung einge- nommene Standvunkt unverändert besteht.“
Niemand wird nach diesen Worten darüber im Zweifel sein können, daß die Wabl des Feldmarschalls von Hindenburg zum Reichspräsidenten am den bisherigen Kurs der deutschen Außenpolitik keinen Einfluß haben wird.
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Aussprache über die „RegieruugscrNäruug".
Das Haus tritt in die Besprechung der gestrigen Erklärung des Ministerpräsidenten ein.
Abg. Leid (Soz.) erklärt, es fei auf« fallend, daß die Deutsche Dolkspartei sich in die volle Abhängigkeit der Deutschnationalen begeben habe. Demgegenüber trete die Sozialdemokratie mit aller Kraft. für die Republik ein, der sie auch einen sozialen Inhalt geben wolle. Der Redner verliest eine Erklärung, in der dem Kabinett Braun das Vertrauen ausgesprochen wird.
Abg. Lü dicke (Dtnl.): Herr Braun hat die Schuld an der Krise dem deutschnational- kommunistischen Block beigemessen. Es ist nichts als ein taktischer Kunstgriff, von einem solchen Block zu sprechen. Richt wir sabotieren die Regierungsbildung, die Schuld liegt an der falschen Einstellung der Weimarer Koalition. (Stürmischer Widerspruch links und in der Mitte.) Seit dem 23. Januar hätten wir fünf Ministerien gehabt, und alle fünf Ministerien seien durch eine Minderheit gewühlt worden. Das entspreche nicht dem Seifte des Parlamentarismus. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder ein Deamten- ministerium oder die Auflösung. (Rufe links: Beantragen Sie doch die Auflösung!) Rein, das tun wir nicht, wenn wir auch der Anschauung sind, daß bei Reuwahlen die Deutsch- nationalen als stärkste Partei wiederkehren werden. (Lachen links.) DaS Zentrum geht weiter mit der Sozialdemokratie, einer durchaus kirchenfeindlichen Partei, zusammen. Wir werden alle verfassungsmäßigen Mittel unh
Die zweite Beratung eröffnet darauf Abg. H e i l m a n n (Soz.). Er weist zunächst die Aeußerung des Vorredners zurück, der von einer Partei des organisierten Landesverrats sprach. Es werde gegen die Regierung mit Waffen gekämpft, wie. sie schmutziger nicht gedacht werden könnten. Auch sei zu bezweifeln, daß Hindenburg wirklich ehrlich vom Volkswillen gewählt wurde. (Zurufe rechts: Unerhört!) Daß die Wahl Hindenburgs im Ausland sehr ungünstig gewirkt hat (?). - wird auch durch das Telegramm, des deutschen Botschafters in London bestätigt. Die: So- - zialdemokratie ist jederzeit zu Verhandlungen . mit einer tragsähigen Regierung bereit. Die Auflösung erfolgt, wenn alle Verhandlungs- Möglichkeiten erschöpft sind. Leider ist die Auflösung bereits unvermeidlich geworden.
Die Aussprache über die Regierungserklärung wird hierauf abgebrochen.
Zum Schluß beschließt das Haus noch, einen Untersuchungsausschuß für den Fall Höfle aus 29 Mitgliedern zusammenzusetzen. :
Rächste Sitzung Donnerstag , vormittag -11 ■ Ahr- ,
Ter Industrie- und Hnndrlstag an Hindenburg.
Berlin, 29. April. Der heute zu seiner Vollversammlung im Reichswirtschaftsrat zusammengekommene Deutsche Industrie- und Handelstag hat an Generalfeldmarschall von Hindenburg ein Telegramm gesandt, in bem die Hoffnung ausgedrückt wird, daß das deutsche Volk unter der Amtsführung Hindenburgs bald wieder den Platz unter den Völkern einnehmen werde, der ihm gebühre.
die deutsche Initiative angebahnten Bestrebungen durch, die.Reichspräsidentenwahl gestört werden könnten. Der „Berliner Dörsen- furrier" schreibt, Luther habe seine Rede mit einem starken und klaren Bekenntnis zur Mit- arbeit der Reichsregierung am Wiederaufbau Europas und an der solidarischen Zusammenarbeit aller Völker geschlossen.
Die „Dossische Zeitung" erklärt, die heutige Rede des Reichskanzlers sei um so bedeutsamer. als unmittelbar nach der Wahl Hindenburgs ein Vorstoß des radikalen Flügels der Deutschnationalen gegen die Verhandlungen über den Sicherheitspakt neuerlich ausgenommen wurde. Hindenburg hat sich für die Kontinuität in der Außenpolitik und für die Fortsetzung der Verhandlungen über Öen Sicherheitspakt entschlossen. Auch der „Vorwärts" stellt sest. daß alles auf Verhandlungen und auf internationale Verständigung gestellt bleibt.
Der Widerhall im Auslande.
fk. Berlin. 30. Avril. Die englischen Morgenblätter veröffentlichen die gestrige Rede des deutschen Reichskanzlers. Der Berliner Korrespondent der „Daily News bebt hervor, daß in dieser Erklärung auch das Programm des Reichskanzlers und Hinden- bnrgs augenblickliche Politik bekannt gegeben sei Hindenburas Zustimmung zu der jetzigen deutschen Politik stellt einen neuen Triumph für den Außenminister Dr. Strefemann dar, über den die extremen Rationalisten wegen seiner Unentbehrlichkeit sehr erbittert seien.
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ff Berlin. 30 April. Die. sozial« demokratische Reichstagsiraltisn hat eine Jntervellation eingebracht in der es heißt: Die Wahlagitation eines Teiles der Parteien, die die Kandidatur des Generalfeldtnarschalls v. Hindenburg av'fgefteTIf batten, richtet sich gegen die republikanische Staatsiorm und mit besonderer Hektigkeit gegen die Linien dec bisherigen deutschen Außenpolitik. Wir richten deshalb an die Reichsregierung die Frage, ob sie glaubt, unter den veränderten Verhältnissen an der bisherigen Außenpolitik festhalten zu können. — Auch die kommllnistische Fraktion hat eine ähnliche Anfrage an die Reichsregie- rung gerichtet.
Reichskanzler Luther bat in seiner gestrigen Rede ausdrücklich erklärt, daß die Regierung an der bisherigen Außenpolitik nichts ändern werde.
Die beiden ersten Tage seit dem Zusammen- trit des Preußischen Landtages haben bereits gezeigt, daß auch in Preußen alles auf eine Entscheidung hindrängt. Die Aussprache, bte fich am Mittwoch an die Regierungserklärung des Ministerpräsidenten Otto Braun anschloß, hat bereits deutlich ergeben, daß bte innervolitischen Gegensätze unter den Parteien des Preußischen Landtages sich inzwischen tn keiner Weise vermindert haben. Irgendwelche Aussichten, daß sich die Opposition zu einer Aenderung ihrer Auffassung gegenüber dem Kabinett Braun bereit findet, bestehen nicht. Ebenso muß man es nach der heutige Rede des Zentrumsredners als ziemlich ausgeschlossen ansehen, daß das Zentrum die Gefolgschaft dem Kabinett Braun etwa aufgeben will. Rach beit augenblicklickien Stimmverbältnissen besteht aber keinerlei Aussicht, daß, wenn die Opposition in ihrer bisherigen Haltung verharrt, bas Kabinett Braun das verlangte Vertrauensvotum erhält. Die Abstimmung darüber ist neuerdings wieder vertagt worden und zwar auf Freitag den 8. Mai, weilMinisterpräsident Brann mitte der nächsten Woche an der Eröffnungsfeier des Deutschen Museums in München teilnehmen will. Die Haltung der Rechten gegenüber dem jetzigen preußischen Kabinett hat fich sogar im Laufe des Mittwoch noch verschärft. Viel dazu beigetragen hat zweifellos die Meldung, die am Nachmittag in den Wandelgängen des Landtages verbreitet wurde, daß nämlich ber, preußische Innenminister Severing den Sozialdemo- kratischen Abgeordneten Erzesinski zur Zeil Oberregierungsrat im Preußischen Ministerium des Innern, zum Polizeivräsidenten zu Berlin als Nachfolger des aus Anlaß der Da:- mat-Affäre ausgeschiedenen Präsidenten R'ch- cr ernennen werde. Erzesinski ist vom Bern? Metallarbeiter und wird in maßgebenden Kreisen als wenig geeignet für den ihm zugc- dachten Posten angesehen. Die Rechte glaubt nun, daß die gegenwärtige preußische Regierung selbst nicht mehr an ibr weiteres Bestehen glaubt und daß sie deshalb noch kurz vor ihrem Abgang diesen wichtigen politischen Posten mit einem Sozialdemokraten besetzen wolle. In parlamentarischen Kreisen überwiegt die Ansicht, daß die Auflösung des Preußischen s Landtages nicht mehr su umgeben ist. , Es schweben zwar augenblicklich noch unvcrbinb- ! liche Besprechungen zwischen Zentrum nnv Deutscher Volksoartei. die darauf hinausgehen, ein überparteiliches Beamtenkabinett, dem sowohl die Sozialdemokraten als auch die Deutschnationalen zustimmen könnten, zustande zu bringen. Man glaubt jedoch nicht, daß diese f noch irgend einen Erfolg haben werden. Als ■ Tag der Neuwahlen in Preußen käme d e r 1 4. I u n i in Frage, da an diesem Tage auch die Wahlen für die Kreistage und Provinzialtage > stattfinden sollen. Heber den voraussichtlichen Ausfall dieser Neuwahlen läßt fich umso weniger etwas sagen, als nach dem Wahlergebnis vom 26. Avril die Parteien des Volksblocks und des Reichsblocks sich etwa die Wage halten.
Heftung
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Wege anwenden, diese Regierung zu stürzen, die ein Hnfegen für Preußen ist. (Beifall rechts, Widerspruch links und in der Mitte.)
Abg. Heß (Ztr./ erklärt das Zentrum halte nach wie vor an der bisher eingenommenen Haltung fest, daß die beste Lösung die Wiederaufrichtung der großen Koalition in Preußen sei.
-Abg. v. Campe (D.Vpt.): Man rechnet bereits mit Neuwahlen. Deshalb erlaube ich mir die vielleicht indiskrete Anfrage, ob es richtig ist, daß im Ministerium des Innern schon alle Vorbereitungen für Neuwahlen getroffen worden sind. (Minister Severing nickt wiederholt mit dem Kopfe.) Ich sehe, der Minister bestätigt diese Annahme. Die Rede des Ministerpräsidenten enthielt so schroffe und verletzende Angriffe gegen große Parteien, daß ich nicht glauben kann, daß alle Parteien, die hinter Braun stehen, mit der Rede einverstanden sind. Wir gingen, als wir in die große Koalition eingetreten sind, von dem Gedanken aus, daß wir den Ausbau des neuen Staates nicht allein den Kräften über« lassen wollten, die die Revolution g e « macht haben. Wir haben aber nicht die nötige Unterstützung gefunden. Deshalb sind wir aus der großen Koalition ausgetreten. Der Vorwurf, wir hätten die Regierungsbildung sabotiert, widerspricht auf das Schärfste den Tatsachen. Sie alle wissen, daß ein Kabinett Marx nicht zustande kommen konnte, weil Marx den Anschluß nach links suchte. Herr Braun sagte, die Kabinettsbildung sei unmöglich gemacht worden, trotz weitest» gehendsten Entgegenkommens der Linksparteien. Mir ist davon gar nichts bekannt. Ich darf bitten, uns anzugeben, worin die weitgehrnbe Entgegenkommen bestanden haben tolt. Ich weiß nur. daß man uns immer gesagt hat: Beugt Such unter die Weimarer Koalition! Herr Braun hat weiter behauptet, die Oppositionsparteien würden von . destruktiven Tendenzen. geleitet. , Herr Ministerpräsident. das war nicht die Rebe eines Staatsmannes, das war eine rein parteipolitische Rede. (Große Unruhe links.) Vom rein parlamentarischen Standpunkt aus, ist es widersinnig und absolut unparlgmentarisch, uns als neues Kabinett ein altes vorzustellen, welches ein Mißtrauensvotum erhalten hat. Das Charakteristische an der Hindenburgwahl mit der schweren Niederlage der Linksparteien und der Aufnahme ihres Ergebnisses im Volke 'legt darin, daß unser Volk vor allem wünscht, daß a 11 e Teile des Volkes zur positiven Mitarbeit herangezogen werden. (Fortdauernder Lärm links.) Wir bedauern es. wenn unser Volk von neuem zur Wahlurne gerufen werden sollte, wenn es wieder auf Monate hinaus nicht in Ruhe gelassen wird und nicht zur wirtschaftlichen Arbeit gelangen kann. Aber wir fürchten die Auslösung nicht. Die Hindenburg Wahl hat gezeigt, daß der nationale Gedanke wieder auf dem Marsche ist. Kein M.a s s e n k u l t, t o n b e r n jP er* s 8 n 1 ichkeit. (Lebhafter ' Beifall' rechts. Zischen, Pfeifen und ironische Hurrarufe links:) ■ - - . ■.
Abg. Bartel- Krefeld (Komm.) bezeichnet die Darstellung, die Kommunisten seien schuld am Siege Hindenburgs, als reine Verlogenheitsdemagogie der Sozialdemokraten. Vielmehr trage die Verbindung der sozialdemokratischen Führer mit den bürgerlichen Parteien die Schuld.
Abg. Ladendorff (Wirtsch. Vgg.) lehnt das neue Kabinett ab, zumal der Ministerpräsident eine so aggressive Regierungserklärung abgegeben habe.
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Reichstagspräfident Lobe bei Hindenburg.
fk. Berlin, 30. Avril. Nach einer Meldung des „Lokal-Anzeigers" aus Hannover ist bert gestern nachmittag Reichstagspräfident Ebbe eingetroffen- Er bat sich sofort zu Hsn- dcnburg begeben, mit dem er eine längere Unterredung hatte. Wie die Blätter bemerken, dürfte sich die Besprechung vermutlich um das Programm der Vereidigung gebandelt haben. Heute trifft der. Staatssekretär im Büro des Reichspräsidenten Dr. Meißner in Hannover ein.
Am 11. oder 12. Mai.
Der Aeltestenrat des Reichstages hat sich gestern über den Geschäftsplan ' für die nächste Zeit unterhalten.
Es wurde über den Termin der Vereidigung des Reichspräsidenten Hindenburg verhandelt, wobei der Reichstagspräsident den größten Wert darauf legte, daß zunächst daS Wahlprüfungsgericht seine Arbeit beendet haben müsse. Er schlug deshalb vor, daß die Vereidigung statt am 9. Mai erst am 11. ober 12. Mai stattfinde. In der Woche vom 11. Mai sollen bann der Etat des Auswärtigen Amtes und des Reichskanzlers behandelt werden, wobei eine allgemeine politische Debatte eingeschaltet werden soll.
Der Anzeigenpreis beträgt für ■ den 10 gestalt. Zeilenmillimetel 0.08 GM., kleine Baranzeige- '
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