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AMiWr für (das Mer kurhsMe) SSerWea - AmMes SerkMfgmMlatt des KreWs Marburg

ursp Länglichen Alttonsplau abgewichen sind.

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Der bolschewistisch« KriegSplan.

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fk. Be11in, 22. April. Wie die „Rote Fabne" mit- teilt, bat Reichsminister des Innern Schiele die Forde­rn iig der kommunisrischen Reichstagslraktion, den Rund­funk auch für den kommunistischen Kandidaten frcizu- «eben, mit der Begründung obgelehnt, daß die Voraus- sei-ung, daß hie hinter dem Kandidaten stehenden Oir- teicn und Gruppen keine gewaltsame Aenderung der Verfassung anstreben, bei der kommunistischen Partei nicht »orliegt.

RchstnmOkiMnng In gmntreto

Parts, 21. April. In der heute in der Kam- r*ter vom Ministerpräsidenten Painleve und im Senat vmn Justizmtnister Steeg verlesenen mint- isteriellen Erklärung heißt es u. a.r

Die Regierung, die sich Ihnen heute vorstellt, stegt lute die vorangegaugene Regierung, vor zwei Ungeheuer schweren Klippen der Verantwortung. Sie ititi"; für Sie Zukunft die Sicherheit Frank- PrelchS wahre» und das finanzielle Gleich«

Sofia, 21. April. Aegieruugstruppen und Dolks- miliz haben die kommunistische Bewegung in den Kreisen Schumen und Warna vollständig niedergeschla­gen. Ein großer Teil der Revolutionäre hat sich be­dingungslos ergeben. Bei dem Dorfe Klisfuar ver­sucht« eine bewaffnete Band« von Emigranten au» Ju­goslawien die bulgarische Grenze zu überschreiten: sie wurde jedoch mit Maschinengewehren und Artillerie zersprengt. Di« Regierung Zankoff'ist jetzt Herr der Lage. In ganz Bulgarien wurden bisher über 320 Gefangene in die Gefängnisse eingeliefert. Verhaftungen Werden weiterhin in großer Zahl vor­vorgenommen. Hauptmann Krotneff, der die Höl­lenmaschine gebaut hat, verübte mit seiner Frau Selbst­mord, um jeden Verrat zu verhindern. Die beiden Führer de» linken Flügel» der Bauernpartei, Pe­tr i u i und Srantfcharoff, wurden, al» sie sich nach ihrer Verhaftung durch die Flucht entziehen woll­ten. erschossen.

Heute nachmittag tritt die Sobranje zusammen. Von Regterungsseit« verlautet, daß für di« bei dem Atlen- tat Verunglückt« eine «ntlprechend« Pension genehmig» werd«« soll. Den Kaufleuten, di« von dem Attentat be­troffen Wurden, soll «in Moratorium gewährt werden.

Da» Betrauenovvtnm angenommen.

kk. Pari», S. Avril. Sie Kammer bat mit 364 »enen 218 Stimme» der Regierung da» vertraue« «,»- gesprochen.

Marr al» Rationalist.

ES hat sich eine eigentümliche Umkehrung der Begriffe vollzogen. Während der Feldmarschall von Hindenburg da» Ausland durch seine gemäßigten Wftb friedfertigen Kundgebungen überrascht, die ausgesprochenen Deutschfeinde enttäuscht hat, ist die­ser Herr Marx mit seinen nationalen Forderungen diel zu weit gegangen. Die französische Presse regt sich jrtrt kaum noch über Hindenburg, desto -«ehr ober über die Berliner Marxrede auf. worin der Kandidat der Linken zwar dem Garantiepaktge­danken zugesttmmt, aber eine Revision unserer Ost- tzrenzen und den Anschluß Oesterreich» an da» Reich ^fordert hat. Es ist in der Tat auffallend, in welchem Umfange Herr Marx, um Stimmen von rechts zu sich herüberzuziehen, jetzt nationale Töne »nschl^.'t. Aber die Wirkung in Frankreich hat er wohl nicht vorausgesehen? Sie ist tragikomisch.

Die Gemaßregelte«.

München, 21. April. Die Mitglieder der demokratischen Partei, Dr. Müller-Meiningen, Dr. H a m m e r s ch m i d t und Nikolaus Stolz sind Nunmehr formell aus dieser Partei aus ge­schieden. E» handelt sich bekanntlich um die Konsequenzen ihrer Stellungnahme gegen die grund­sätzliche Kompromiß-Kandidatur Marx und zu Gun­sten de» deutschen Führer» Hindenburg.

Dresden, 21. April. Ministerpräsident Held, Landtagspräsident Winkler, ferner die Heiden Landlagsabgeordneten B e t h k e und S a stan ;Mub noch mehrere Recht/sozialisten sind in der leisten Sitzung des sozialdemokratischen Parteivor­standes des Wahlkreises Ost-Sachsen (Dresden— Bautzen) mit 27 Stimmen gegen eine Stimme aus der Partei ausgeschlossen worden.

Großfürst Nkkolnfewitsch über de« «ssckewks«»».

London. 21. Avril. .Dasso Telegraph" veri .cut- licht eine Unterreduna. die der Berichterstatter de» Blattes mit dem Nikolai Nikolaie -

witsch in der Näb« von Paris batte. Tie,#r erklärt«, h«r Stur» des Bolschewismus m?e# von Nußland Ielbst dnrchaefi'dri werden. Noch dem S'urze des Boss't'ewismus würde es notwendig sein. Bedingungen Mt unter denen da» r,,steche Volk keinem W!"-n f'-ictt Avshri'ck «eben könne. Tfe Neoserimas'arm Nlükke errichtet werden In sse«—»nstsn"n„no mit den -Wer­bungen de» rnsstt<st«n Bottes. Der 6htrt des Bossle» -"Ismus würde die Bekeitlauna d-s zetstöre-den S»- Nems des Kommuismus und die Wlederberstettnng des NKefchgewichtes der sn-sf bedeuten. Este entscheidender Schfga geaen den Mittespvnss des Korn» mnnigmug würde He mfr*iamfte und rn'^eRe Mast» nehme g---<-n diel»« liebes T-fn. Der Grobtürst erff ört«, _ df« Ri'lten «nberbetb Rußlands fe^r zachlr-'che BuNen in Rnbtand selbst ihn an der Svitze der Be- trnhfn<*fil>eme>”'ne leben möchten. Wenn es Ga"''S °Bille l»i. werde er die st ü b r u na der oerech'-n Sache nn-rnefimen. Die Hondlnn» des S—srnesten Korill. der in wabura mm Zaren von R'ibtnnd ertiäri labe, dnbe felnerfef Atirt'inn n,,| das Schf<ssal des riikükchen Mntteq n>>aeeüb» und babe nur ngnüt'»s,.,.d-nd die Ein« ‘■»•ff der N"sten Im Anstande a-tchmä»bf, Stttes. was für K<e 3'rfynft Rußlands nan Belang sei. könne pur aus ruMIchem Baden geschossen werden. Alles, was va-ber Mtimtnt werde, werbe vom russischen Bolke «bgel'hni.

Sell tot PrelrilM Marr wüMen?

Bon Prof. Dr. Ernst Maaß, Marburg.

So fragt in der „Frankfurter Zeitung" vom 18. April der protestantische Politiker der Novem­ber-Revolution, Prof. D. M. Rade, um mit einem sicheren Ja zu antworten. Er bezeichnet alle an­ders Denkenden urbi et orbi als solche, welch« den verlegenen oder gewissenlosen Hetzern des Hin- denburgblocks nachgeben und höhnt über den furor protestanticuS, mit welchem Sdlsdruck er die Luthertreue parodiert. Solche Parodien sind Ge­schmackssache. Wenigstens die hessischen Protestan­ten aber, die dem Einfluß des Marburger Tbeo-- logieprofessor» und Pfarrer» mehr ausgesetzt sind, sossen gewarnt sein. Allbekannte Tatsachen und allbekannte Wahrheiten können nicht oft genug wie­derholt werden: die Gegner lassen e» daran ja auch nicht fehlen. Also:

1. Politik ist keine Beschäftigung für Greise! Wie aber, wenn diesmal der GreiS bei 78 Jahren ein jugendlicher Greis geblieben ist? Der eifernde Politiker und Theologe kennt Hindenburg persön­lich offenbar gar nicht: die Zahl der Jahre nimmt er zum Maßstab. Schwätzt Hiuderrdurg wirklich so blöde, z. B. in srrner Osterbotschaft an da» deutsche Volk? Machen es denn die Kahre? »*■ cher ist Greis unrettbar schon mit d- und mancher war überhaupt

15. April unternommen werden. Die Ermordung des Generals Georgieff, dessen Beisetzung zu dem furchtbaren Bombenanschlag führte, wurde offen­bar erst verübt, als die Kommunisten merkten, daß da» Attentat auf den König fehlgeschlagen war. Der Aktionsplan ging zweifellos auf di« Er­mordung des Königs hinaus, der dann gelegentlich seiner Beisetzung durch ein ähnliche» Attentat, wie es in der Kathedrale verübt wurde, die Ermor­dung der Minister und der Generale folgen sollte. In der allgemeinen Verwirrung hätte man dann die Sowjetrepublik ausgerufen. Ursprünglich sollte der Hauptschlag im Nordwesten Bulgariens geführt und die Hauptstadt erst nach der Entsendung der Garnison nach dem Aufstandsgebiet besetzt tverden. Es M noch «geklärt, wtunt die Bolschewisten von diesem ' ~ "

. Zeiten, in welchen die Revolutions^ntrale tn ^floStau. die aqfdrinenb immer noch an den verschiedent­lich gescheiterten Methoden des qewaitlamen Ur"i'"".es festhält, ihre volle Kraft auf die Mächtgewinnung «n Deutschland richtet«, das Frühjahr 1919 und die I»nsla° tionsperioden, (inö vorbei. Moskau sucht nun nach wei­teren Schwäck?vunkten in Europa. Zunächst hofft« man au3 nächster Nachbarschaft her die kleinen Baltenstaaten überrennen m können. Der Revaler Butsch miüaläckte. N»v stellt es lick heraus, hast aer Overationsvian auf hem Bassan. wo leit jeder die Umsturtmöalickkejten beson­ders eraiebia waren, nach dem Muster von Reval ausae- ^l>oitrt worden ist. Die von der bulgarischen Regierung beschlagnahmten und den auswärtigen Vertretern vor­gelegten Dokumente bringen so überraschende Enthüllun­gen, daß man zunächst geneigt war, s« für Fälschungen anzusehen. Der Plan für die militärischen Operationen m so geschickt angelegt, daß man die kundige Hand des (.Generalstäblers darin sieht. Augenblicklich sind d-e Ber- haltmsse noch so wenia geklärt, daß zwar nicht von irgendwelchem Erfolge, »rber doch auch -noch nicht vom gänzlichen Scheitern der russischen Pläne gesprochen werden kann.

gewicht slcherstellen. Hinter diesen beiden Prob­lemen müssen im Augenblick ässe anderen, wie wichtig sie auch sein ßtögen, zurückstehen. Bei den kommenden Verhandlungen wird die Regierung die Fortentwickelung der Ausführung des DaweSplanS ebenso wie die Regelung der Frage der interalli­ierten Schulden, die so schwer auf unsrer Politik und unsrem Lande lastet, weiter verfolgen. Frank­reich bleibt allen seinen Alliierten treu. ES wird gegenüber allen Nationen gerecht und friedfertig sein, denn e» hat den tiefen Wunsch, dazu beizrr- tragen, daß der Welt die Ruhe und die Stabilität gegeben wird, die sie so nötig hat.

Sicherheit, Schiedsgerichtsbarkeit u. Entwaffnung, da» sind die drei Vorbedingun­gen, auf denen das Protokoll von Genf sich auf­baut.

Die ministerielle Erklärung beschäftigt sich als­dann mit der inneren Politik. Die Regie­rung verpflichte sich formell, für da» Jahr 1925 nur einen Budgetentwurf vorzulegen, in dem alle Staatsausgaben soweit wie möglich herabgemiudert und durch Steuern gedeckt sind und keine Ausgabe von nun ab mehr dem Staatsschatz zufallen soll. Die Aufrechterhaltung des finanziellen Gleichge­wicht» mache e» ferner notwendig, jede Debatte zu vermeiden, - die irreführende Mißverständnisse und leidenschaftliche Polemiken Hervorrufen könnte. In diesem Sinne wolle die Regierung, um aus den varlamentarischen Debatten über die Beziehungen der französischen Republik zum Vatikan herau»- zukommen, einen besonderen qualifizierten Vertreter beim Vatikan aufrechterhalten. Die Regierung werde ferner vom Senat die Durchberatung der sozialen Versicherungsgesetze fordern und den Schutz de« gewerkschaftlichen Lebens sicherstellen. Auch die Wicdereinstellung der Eisenbahner und die loyale Durchführung de» Achtstundentage» würden gemäß den Abkommen von Washington und Genf weiter betrieben werden. Endlich erwähnt die Regierungs­erklärung die Pflicht zur Förderung des Wiederauf­baues und schließt mit den Worten: Die Regierung fordert Kredit vom Parlament: sie fordert Zeit zum Handeln, und sie erwartet, daß man sie nach ihren Taten und ihren Erfolgen beurteilt. Wenn das Parlament aber kein Vertrauen zur Regierung habe, dann möge es sofort das Schicksal in andere Hände legen, denn di« Stunde lasse weder Aufschub noch Ausflüchte zu.

Pari», 21. April. Seit vielen Jahren hat kein solcher Andrang zu einer Kammersitzung stattgefunden wie heute. Al» der ehemalige Minfterpräsident Her» r i o t in der Kammer erschien, erhebt sich die ge­samte Link« und bringt ihm st«h«nd minutenlang eine stürmische Ovation dar. Ministerpräsident Painleve besteigt alsdann die Rednertribüne, um von der ministeriellen Erklärung Kenntnis zu geben. Doch selten dürfte in einer Kammerfitzung die program­matische Erllärung einer neuen Regierung stürmi­scher unterbrochen worden sein. Äl» Painlevö von der Beibehaltung eines Vertreter» dein Vatikan sprach, riefen einzelne Mitglieder der Opposition: .Jawohl, das ist der Canossagang!" Auch die Erwähnung von Elsaß-Lothringen rief bei der Opposition ironischen Beifall hervor. 3m weiteren Verlauf feiner Erklärung mußte der Ministerpräsident wiederholt minutenlang warten, bi« er sich wieder Gehör verschossen konnte. Rachdem der Ministerpräsident seine Rede beendet hatte, verlieft der Präsident der Kammer die «inge- gangenen fünf 3nterpellationen, deren sofortige Dis­kussion gefordert wird.

Al» erster 3nt«rpellant erklärte der kommunistische Abgeordnete Marcel C a ch i n. seine Partei erwarte von der neuen Regierung nicht». Rach seiner Ansicht beständen zwischen den Grundsätzen der Regierung Herriot und Versprechungen der Regierung Painleve Widersprüche.

Als zweiter Interpellant ergreift hierauf der Ab­geordnete Bertrand, der Vorsitzende der nationalen Vereinigung der Frontkämpfer, das Wort, und erklärt die ehemaligen Frontkämpfer hätten mit Ent­setzen die Ernennung E a i l l a u r' zum Finanz­minister erfahren. Caillau» sei verhaftet und vom Staatsgerichtshof unter der Beschuldigung des Ein­verständnisse« mit dem Feinde verurteilt gewesen. Et habe es vorgezogen, durch di« niedrigen Pforten einer Amnestie in die Kammer zurückzukehren. Wa» man Caillaur hauptsächlich zum Dorwurf machen könne, sei, daß er an dem Sieg Frankreichs gezweifelt hätte. Bertrand erllärte Hhliehlich, er verweigere der Re­gierung nicht nur das Vertrauen, sondern et be­trachte auch die Anwesenheit Caillaur' in der Kammer al« eine Herausforderung der Toten und der Lebenden.

Der dritte Interpellant, Abg. C e h, erllärte, seine Freunde seien enttäuscht, denn sie hätten eine Re­gierung der Entspannung erwartet. Davon könne nicht die Red« sein, wenn der Regierung Männer wie Eaillau« angehörten.

Der nächst« Interpellant, der Abg. T a i t t i n g « r. beschäftigt« sich gleichfalls mit Eaillauff. Als der Abgeordnete de« näheren auf den Prozeß Eaillaur eingeht, erhebt sich Ministerpräsident Painleve und erllärt. er hab« besonder» qualifizierte Männer für die Mission ausgesucht, die ihm anvertraut worden sei. Wie könne die Kammer <tn Eaillaur zweifeln, da «r es jetoefen sei, der Fach und Petain an die Spitze de» ranzösischen Heere» gestellt habe.

Der Ministerpräsident bespricht alsdann des Rähe- ren die Finanzfrage und sagte, man müsse einen Ausgleich zwischen Rückzahlungen und Erneuerungen finden. Hierzu sei aber die Mitarbeit aller Bürger nötig und deshalb richte er seinen Appell an alle Parteien.

Rach dieser mit großem Beifall auf genommenen Rede wurde di« Sitzung unterbrochen. Dach Wieder­aufnahme der Sitzung ergreift her Abg. Blalsot 6a» Wort yir Begründung sein« AtoterpellgtUm,

Marr in Koblenz.

.Koblenz, 22. Avril. Gestern abend hielt Marr ifet in« Siebe, in bet er u. a. erklärte, wenn jemals . ei» ©elfietsteil bem deutschen Vaterland« leine naiio- »ile Treue bewiesen habe, so seien es die beletzlen Ge­biete gewesen. Er hoffe bald auf eine enbpiilfiae ssrei- sJMl Deutschland- und auf die lleberwindung der mate- -wefleit Not Die barten Leiden seien eine Läuterung für Volk und Baterlond geworden. Die Alliierten feien »erträglich verpflichtet, die befett ten G.l'.ele zu bestiwm- toi Fristen »u räumen. Die Räumung der nördlichen Kbeinlandzone sei, ohne daß die Gründe der Nichträu- «ung klargekeat worden seien, verzögert worden. Mit lern deutschen Volk und insbesondere der rheinilchen Be- »ölkerun, erwarte er, daß in kürzester Frist nW nur die iwrdliche Rbeinlandzone, sondern auch da» Ruhrgebiet »on der Besatzung befreit werde.

va«er«flucht bt die Berg«.

Paris, 21. Avril. Der hiesige Newvork Herald meldet von der bulgarischen Grenze, bisher wären 16 000 Verhaftungen vorgenommen und 400 Per ouen getötet worden. Bei der Erhebung in Bratza nördlich von Sofia sollen 100 Bauern getötet worden fein. Der • Schrecken regiere in ganz Bulgarien. Der größte Toil der Mitglreder des Exekurivkom tee» der Kommunistischen Partei wäre in Polizeigewahrsam.

Berhaftnug dnlgarischer Student«« i« verli«.

Berlin, 21. April. Die am Sonntag verhafteten bulgarischen Studenten gehören dem b u l g a r i f ch en Kommunistischen Klub an. der vor einigen Mo­naten in Berlin unt« Leitung eine» gewissen Czemef sowie Dr. Boititteff gegründet wurde und hauptsächlich auS bulgarischen Studenten besteht, dem aber auch andere, radikalen Anschauungen huldigende Ausländer, u. a. Lhinesen, angehören. ES besteht der Berdacht, daß der Klub auch mit den deutschen Kommu­nisten enge Verbindung hat. Die Ermitt­lungen der politischen Abteilung des Berliner Polizei« Präsidium» werden fortgesetzt, da damit gerechnet wird, daß noch weitere Angehörige bet Kommunistisch« Klub» auf freiem Fuße in Beirlin weilen, deren mittel­bar« Zusammenhang mit dem Sofioter Unglück nicht ausgeschlossen erscheint. Der bulgarische Gesandte wurde int Auswärtigen Amt über daS bisherig« Ergebnis d« Untersuchung und über da» beschlag­nahmte Material unterrichtet.

Ja»kofs erschoss««.

Sofia, 21. April. Iankoff, der al» Haicht b« kommunistisch« Verschwörung in Bulgarien angeseh« wird, wurde in einem Fenergefecht mit Polizisten, di« ihn verhaften wollt«, erschossen.

Sofia, 21. Avril. Heber die latschießun« Iankoff» meldet die Bulgarisch« Tclegrovbrn- oaenhit noch folgende Einzelheiten: Iankoff war in einem niedrigen Gebäude in einem entlegenen Viertel vor Sofia umzingelt worden. Die Polizei, die ibn un­bedingt lebendig gefanaen neftmen wollte, fordert« ibn wiederholt auf, sich zu ergeben. Iankoff, bet stch fn bem Keller gut verschanzt hatte, lehnte bies aber ob. Von 3 Uhr nachmittag» bis Mitternacht wurden di« Versuche, Ionkoss zur Kapitulation zu bewegen, fortce» fetzt. Schließlich beauftragte die Polizei einen der Mit- verfchwi.'ret Iankosss, einen ehernc^en Offizier na—m» Korieikoff, der feit einigen Tagen verhaft.t wat. damit, Jankoss zur Uebergabe »u überreden. Kodieikofs aber machte mit Jan'oss gemeinsame S-'*e. so^rh die Polizei, um den Widerstand der beiden Verschwörer m brecken. f*ärfer vorgehen muhte. Von beiden Seit« wutve iebfiü?? Dke Vbffwt* warf Snndgru-ta--

ten auf bas Gebäude, da» schließlich Feuer fing. Au« den Trümmern des H-»"ies wurden später He Lei' -n und Kobfessosss berousaezogen. Jankoss ist ein Sohn de» verstorbenen Obersten Jankoss. d-t in der mazedonischen Bewegung «'ne hervorragende Rolfe ««- lofelt bat. Er selbst ®at Chef bet miiuariftfjen Abtes, lung bet Kommunisten und eines bet einflußreichste« Mitglieder bes Eebeimkomitee».

Ar Wahl -es Reichspräsidenten

Solaeb zur Hindenburg-Kundgebung.

Amsterdam, 20. Avril. Während die anderen Mvßen holländischen Blatter über die Hindenburg- jttinbeebuxe nur kurze kritiklose Berichte verössent- firften, sendet der Berliner Berichterstatter des „Nieuwe Nvrietdamsche Courant* seinem Blatt einen langen Mifsotz, in dem angeführt wird, Hindenburg habe voll­kommen recht, daß di« Behauvtung über seine „senile ibktfelung* außerordentlich übertrieben sei, und es sei keinen Augenblick daran zu zweifeln, daß der Feldmar­schall es voftkommen aufrichtig meine, wenn er sage, daß «r den Frieden nach innen und außen fördern »olle, und wenn er hervorhebe, daß et weder so ein« Mlig noch so Ktffena,rbn)a(b fe(. »nt fl<b dur-h feine Ilm- Bri'ifttg derart beherrschen zu lassen, daß diese ixTafen Harten, die mit seinen 9fnf’rf'ten in augenlcheftssi'bem Viderfvruch Rehen würden. Die Reden, welche ssinden- I«kg gehakten babe,, könnten ebensogut von Marx oder tinem anderen Kandidaten gehalten worden sein, aber Ho» eigentliche Schwergewicht liegt nicht in bem, was Hindenburg sagte, sondern in dem Eindruck, den jktne Person machte. Es könne ober nicht geleugnet ■erben,, baß bieser gewaltig gewesen sei. Die »enschliche Wesse, in bet er svrach. überzeuge feine 3u» Wret omi feiner Ehrlichkeit Einfachheit, seinem festen Willen tmb feinen guten Absichten.

Ci» Dementi z«r Hinve«burg-Kanvivat«r.

Berkin, 21 April. Generaloberst v Heerinaen ersucht uns um B rbreitunq fola-ntri E'lläruna: In her „B. Z. am Mittag" vom 21. 4. befindet sich ein Urtikel unter der llcberschrist: „Der Kronprinz pnd Hindenburg" folgende Notiz: „Daaea-n hat Gmeral- Vberft v. Heexlng-n, der ssch im Auaenbl'ck der Entschei- bttJifl in Doorn b-stnch, die Kandidatur H'nbenbnrg dort We Erörterung ^stellt. V. Herrin ar n stieß zunächst zwar »ttlft aus Bedenken: btt Unterredung sand ober ein Vorzeitiges Ende, als er die Frage b-5 Schloßßertn nach len- weiterhin für bief-n selbst sich eraebenben Aus- sschän in ungünstigem Sn ne b''antworten mußte." Diese tz»uze Notiz ist von Anfang bi» zu Ende ev <0 P c «. Ich erkläre hiermit ausdrücklich, daß ich w-der h Doorn gew-ken bin, noch irg-nd-inen Schriftw-chs-'l bezüglich bet KandHatnr Hindenburg mit dem Kaiser Mibrt haße.

Atz in Mkmtrn

Wenn di« bulgarilche Grenze auch hermetisch verschlossen worden ist, unterliegt e» doch keinem Zweifel, daß do» furchtbare Bombenattentat in der Kathedrale von Sofia da« Signal für einen bolsche­wistischen Aufstand im ganzen bulgarischen Lande gewesen ist. Wo immer die Kommunisten tn einiger Stärke sitzen, haben sie den Kampf begonnen, um die königliche Dynastie und die gegenwärtige Re­gierung Bulgariens über den Haufen zu werfen. Nach den Meldungen, die ttotz aller Absperrungs­maßnahmen über ble Grenze bringen, sind die bul­garischen Provinzen der Schauplatz von Mordtaten und Plünderungen. Es scheint, daß ble Ausschrei­tungen an bref Stellen besonders schwer und blutig lind: An der Küste des Schwarzen Meeres, wo die Bolschewisten seit langem das Einschmuggeln von Waffen und Munition betreiben, ferner in den jugoslawischen und griechischen Grenzgebieten, wo sich die kommunistischen Banden in der letzten Zeit gesammelt haben und wo sie nun mit Mord und Plünderungen vorgehen.

Als Ganzes betrachtet, scheint der kommunistische Aufstand aber doch ein Fehlschlag zu sein. In Sofia, wo der Haupttnann Stojanoff, ein Soldat schärfster Tonart zum Stadtpräfekten ernannt wor­den ist, hat das Militär dke Zügel fest kn der Hand. I n übrigen ist der bolfchewsstische Aktionsplan offen­bar durch irgendetwas gestört worden und in irgend einem wichtigen Punkte fehlgegangen. Die bul­garische Polizei hat in der letzten Märzwoche und in der ersten Aprilwoche zahlreiche Schriftstücke und Munitionsvorräte entdeckt, durch ble ble Bolsche­wisten sich verraten haben. Infolgedessen konnten zahlreich« Verhaftungen vorgenommen werden. Aus allen Enddeckungen und Verhaftungen ging klar her­vor, daß die Kommunisten In engster Fühlung mit der dritten Internationale tn Moskau und dem Propagandabüro der Bosschewisten in Wien am 15. Slpril in Bulgarien einen allgemeinen Auf­stand planten. Große Teile de» Beweismaterials wiirds-r- i» bet bulgarische« Presse veröffentlicht. DaS Attentat auf König Boris konnte trotzdem am

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