Marburg o. L SlrnSkag, den 21. April
AnzMr für (das Wer kurhWche) SberheUn - AmttlchrS SttlülidjgimMlatt des MW Mrdttw
Meinung ist nichts tu merke».
20. April. Der Berliner Ver-
fk. London
, weift, daft Hindenburg der Mann höchsten nationalen I schied der Partei die Ansicht, daß die gegenwärtigen
am 26. April zum Präsidenten des Reiches wählen.
Generalßeldmarschall v. Hindenburg seine Kandidaten rede hielt, war au» allen Teilen Deutschland»
hat es kürz- Menschen An st and"
deutscher und ausländischer Pressevertreter.
ZtaatL»ninister Dr. v. L S b e l l richtete an den
Abenteuer einlietze.
Während der ganzen Nachkriegszeit hab« er immer gegen kriegerische Abenteuer gesprochen, weil diese nur unheilvoll enden könnten. Seine Ansicht al» militärischer Sachverständiger sei, daß Deutschland nicht imstande sei, auch nur gegen einen kleinen Nachbarstaat sich zu v" 'digen, denn auch Staaten wie Polen und die .. . .choslowakei hätten größere Heere al» Deutschland und würden durch militärische Bündnisse gestützt, sodatz wir in die-
Veschämen».
Die schwedische „Svenska Dagbladet'
stark bes»cht. Unter den Anwesenden bemerkte man eine ga»-e Reihe hervorragender Politiker, sowie
»n geladen«« Gästen des Inlandes und des Aus- --- -----
»>.d«s und aller Parteirichtungen vor die Oeffentlich- «Kriege und in der Zukunft, sowie von »t getreten und die alberne Mär der Linkspresse ist I der Notwendigkeit, das deutsche Ansehen wieder her- te Spreu zerstoben. ES ist lächerlich, wenn sich die zustellen und das deutsche Volk von der schweren prwchtsr ter Kandidatur Marx den Anschein geben, I Anschuldigung der Verantwortung für den Welt-
tt bedauerten sie die öffentliche Kraftprobe, I krieg zu entlaste», die Rede war. Aber auch die
er Hindenburg sich unterzogen hat. Es ist noch I Stellen, in denen der Feldmarsall betonte, daß
kherlicher, wenn sie auch nach dem Tag der Kund» I er sein Ziel auf verfassungsmäßigem Wege er»
»bung »on Hannover noch an dem Trugbild des I reichen wolle, wurden mit starkem Beifall aus
lände» werden. Dafür möge Gott seinen Segen geben. Der Gedanke der Ueberparteilichkeit der Reichspräsidentschafttkandidatur habe sich mächtig durchgesetzt. Wenn behauptet werde, daß eine Präsidentschaft de» Geiteralfeldmarschall» den Krieg, die Wiederaufrichtung der Monarchie und die Diktatur bedeute, so sei die» alle» Lug und Trug und er bitte insbesondere auch die Vertreter der auswärtigen Presse, diesen Märchen entgegenzutreten.
Hannover, 20. April. Die Versammlung in bcn GeseKschaftsräumen der Stadthalle, in denen
öS. zahlst. 1825
hat Hindenburg in Hannover gesprochen und was er fk. L o n d o n, 20. April. Der Berliner Ber» bort gesagt hat, ist in einer Unterredung, die et dem tretet des Reuterbüros hat an Hindenburg eine Vertreter des Reuterschen Büros gewährt hat, noch Reihe von Fragen gerichtet, auf die von Hinden- eimnal kräftig unterstrichen worden. Die Presse der bürg erklärt wurde, daß er bereit sei, den vorge- Littien geht über diese Unterredung mit bezeichnen- schriebenen Eid, wonach der Reichspräsident ge- dem Schweigen hinweg. Hier hat Hindenburg auf maß der Verfassung die Reichsgesetze respektieren, Frage», Die sicher nicht präpariert waren, eine ganz gewissenhaft seine Pflichten erfüllen und jedem klare Antwort gegeben, eine Antwort, die im Aus- Manne Gerechtigkeit zukommen lassen werde, zu lande ein Schreckensgespenst zerstören wird, das die leisten, denn sonst hätte er nicht das Recht gehabt, Pres'e des Linksblocks in geradezu verwerflicher Agi° sich als Kandidat auffteNen zu lassen. Die Frage tation geschaffen hat. Niemand wird nach der Han- Republik und Monarchie stehe gegenwärtig m noverkchen Kundgebung leugnen können, daß Hinden» IDeutschland nirgends zur Erörterung. Die Sicherburg in Bezug aus die Aotwendigkcht der Außen- h ei tsfrage sei gegenwärtig Gegenstand der inter- politik der gegenwärtigen Regierung nicht einen Zoll nationalen Erörterungen. Daher könne er sich nicht breit von dem Programm abweicht, das der gegenwär-1 persönlich in diese Frage einmischen, mit denen sich tige Kanzler und der Außenminister verfolgen. 3m in erster Linie die betreffenden Regierungen beschäs- Ausland mußte der Eindruck zerstört werden, den das tigen müßten. Natürlich verfolge er diese wich- gewistenlvse Treiben der Linkspresse geschaffen hatte. I tigen Erörterungen mit besonderer Aufmerksamkert. 3m 3nlonbe ist das nicht nötig. Das deutsche Volk I Er teile mit alle.: anderen Deutsche«: ohne Unter»
Verantwortungsbewufttseins ist und mit der Ehren-1 Grenzen im Osten zu Gunsten Deutschlands ge- festigkeit seiner Anschauungen einen gesunden ändert werden müßten. Aber um den Frieden nicht Wirklichkeitssinn verbindet. Es wird ihn deshalb^zu gefährden, müßte diese Frage durch Derhand- ~ ......* ...... hingen geregelt werden. Der Versailler Vertrag
sei für uns bindend, bi» ein neues Abkommen zwischen den Vertragsparteien geschlossen werde. Er habe bereit» in seiner Osterbotschaft an das deutsche Volk gesagt, daß er dem inneren und äußeren Frieden zu dienen wünsche. Er teile durchaus die Ansicht daß Deutschland nur von einer friedlichen Entwicklung im Innern leben könne und daß e» eine Torheit sei, wenn Deutschland sich in kriegerische
Mlhciten aus sich wirken zu lassen. Hindenburg bringt Ur das Amt des Reichspräsidenten alle erforderlichen Ottlichen Eigenschaften mit und er ist Mannes genug, sich auch den politischen Anforderungen dieser Stellung gewachsen zu zeigen. Er war bei der Kundgebung in Hannover durchgedrungen von jener Würde und von ,jenem Selbftbewußtsein, die seine Persönlichkeit adeln inb die in dem höchsten Amt des Deutschen Reiches Unentbehrlich sind. Als Friedrich Ebert in Weimar zum provisorischen Reichspräsidenten gewählt wurde, hatte man von seinem ersten Auftreten nicht gerade denselben Eindruck,
Die Kundgebung in Hannover hat aber noch einen zweiten Strich durch die Rechnung des Linksblockes gemacht. Man hat Hindenburg als den Schikdhalter der Monarchie, als den Borkämpfer des Militarismus and der Reaktion verschrieen, ganz unbekümmert um ♦le Waffe, die man damit wieder einmal dem Aus»
fern Falle einer Macht gegenüber ständen, deren Rückhalt viel stärker al» der uufrtge sei.
Amerika und Hindenburg.
Rewhork, 20. April. Die gestrige Htnden- burgrede wird eingehend von sämtlichen Blättern be» prochen. Sie hat wegen ihrer besonnenen Ruhe bett besten Eindruck gemacht. Besonder» anerkennend wird hervorgehoben, daß sich Hindenburg voll und ganz auf den Boden der Reichs- Verfassung gestellt und betont habe, daß er den Frieden erhalten wolle und die EntwaffnungSbe-- stimmungen de» Versailler Vertrages durchführen werde. Großen Eindruck macht auch seine Erklärung, daß er nur dem Vaterlande und keiner Parte« dienen wolle. Die Blätter geben ausführliche Darstellungen über den Empfang bei Hindenburg, ohne irgendwelche Kritik zu üben. Die Berichte sind sachlich gehalten und enthalten keinerlei Angriffe gegen Deutschland. In den letzten Tagen hat überhaupt eine ruhige Betrachtung der Kandidatur Hindenburg» Platz gegriffen und man verfolgt die Vorgänge in Deutschand mit äußerster Gelassenheit. Die Blätter wundern sich selber über die au» Deutschland kommenden Gerüchte, wonach bie. Kandidatur Hinbenburgs ble deutsche Anleihepolitik ge, fährden soll. Gerade die amerikanischen Wirtschaft»- kreise zeigen wenig Interesse für den Wahlkampf in Deutschland und betrachten die Dinge mit bet äußersten Ruhe. Auf verschiebene Anfragen wurden alle Gerüchte über Schwierigkeiten bei Kredit- Verhandlungen von einflußreichen Bankierkreisen auf das schärfste zurückgewiesen. Die von Deutschland eintreffenden Gerüchte haben keinerlei Einfluß ans den Gang der Kreditverhandlungen.
Gemeinheit.
Die Germa nia, das «Berliner Zentrumsblutt, vev» Sfsentlichl einen Artikel, in dem „von einem alte» Seeoffizier" folgende Fragen an Hindenburg gerichtet werden: _. , ,
Zum ersten an den Menschen: hat Hmoenburg zur gleichen Zeit, als blühendes deutsches Leben an der Front verblutete, als die Hcimai hungerte, in Kreuznach a» eine Gäste Bilder gegeben mit der ilnterschrist: Muc be» vmmt der Krieg wie eine Badekur?
Zum zweiten an den Offizier: hat der Feldmarfchall Hindenburg geduldet — wie es bei Ludendorff andeutungsweise zu lesen stehl —, daß er für eines ander» Verdienst gefeiert wurde? Offiz-erstandpunki betxmtet nicht nur das Decken von Untergebenen bei Fehlern, sott» dem auch das Herausholeu ihrer Leistungen, das BeveUe» rellen der eigenen Eitelkeit. Offizier fern heißt: ehrlich
Die „Kölnische Zeitung" schreibt dazu: Wtoer in der kommunistischen, noch in d.r soz>'aldeniokrat,schen Prelle war bisher etwas derartig Ni.-dcrträcht'ges on penönkicher Beschmutzung des vorbildlich vornehmen GeneralkeLmar«, schalls zu lesen. Die Germania, ihren eigenen, warnen * schändend, hat sich mit dieser Leistung auf die errufe der gemeinen Burschen gestellt^ die nächtlicherweile nationale Denkmäler besudeln.
lanbc gegen Deutschland in die Hand gibt. 3etzi
durch fein Organ, bett „Oss ervatore Roma»- no" außerordentlich scharf gegen ein Zusammengehen der deutschen Katholiken mit dem Sozialismus ausgesprochen. Das Blatt betont, daß der Sozialismus nicht nur religionsfeindlich sei, sondern auch jede Moral bekämpfe. Zwischen dem christllchen uub dem sozialistischen ®eban;m könne e» keine Gemeinschaft geben, benn der Sozialismus sei eine Absage, ja eine Auflehnung gegen die Familie, gegen den Staat. Zwei ganz verschiedene Wellen stände« sich hier unversöhnlich gegenüber. Jede Illussion darüber sei gefährlich.
Wenn diese Aeußerung de» päpstlichen Stuhles In die Reihen der deutschen Katholiken bringt, darf e» wohl al» ausgeschlossen gelten, daß sie dem fab schen Führer folgen »erben, der sie an den S o zia- l i» m u » verraten hat.
In der „Germania" vom 13. Januar 192: finbet sich der Satz:
„Die Sozialdemokratie ist bereits von Leo XIII. al» verderbliche Irrlehre verworfen worden. Nach der Revolution haben die Bischöfe immer wieder dieser großen Gegnerin den Kampf angesagt."
Am 18. Dezember 1924 hielt der Papst in Rom eine Ansprache an ble Karblnäle, In bet e» heißt:
„Kraft unserer un» von Gott verliehenen väterliche,: Gewalt für unsre Pflicht halten, alle, be» sonbers ble Staatsmänner, die den Frieden und das öffentllche Wohl lieben, denen Helligkeit der Familie und Ehrfurcht vor Menschenwürde am Herzen liegt, eindringlichst aufzufordern, mit vereinten Kräften darnach zu trachten, von sich und ihre» Landsleuten die so schweren Gefahren und ganz sicher eintretenden Schäden des Sozialismus und KominuniSmuS fern zu halten."
Marx, der Vorsitzende de» Deutschen Katholikentages, aber läßt sich als Kandidat deS Svziali»mu» wählen!
Am 1. Sept. 1924 erklärte der heilige Bat« beim- Empfang einer katholischen Universitäts- Vereinigung, daß er die Zusammenarbeit der Katholiken mit den Sozialdemokraten tadeln müsse: „Da hört mau, cs genüge der Grund be» öffentlichem Wohles, un: sich mit ben Sozialdemokraten zusammenzutun, ble ble Akonfesslonalltät verlangen. Die Katholiken dürfe«: nur eine Politik betreiben, die auf dem Boden be» katholischen Glauben» bs« ruht."
Zum Schluß sei ein Artikel in der Zeitschrift „Katholische Politik" erwähnt, der sich scharf gegen ble ZeutrumSpartel wendet. Da» Zentrum häng« mit dem Herzen an einer Verfassung, die notorisch gottlos und goitfeindllch sei. Dann heißt e»t „Versippt, verschwistert und verschwägert mit der Sozialdemokratie, vor der der Papst warnt, so stehl das Zentrum vor dem katholischen Bolle, um dessen Stimmen es aber trotzdem und alledem wirbt. E» ist einfach unerhört!"
■ Felbmarschall, ber beim Eintritt in den Saal mit stürmischem Beifall begrüßt worden war, Worte tiefgefühlten Dankes für das schwere Opfer, das er durch die Uebernohme der Kandidatur für die Reichspräsibentschaft gebracht habe. Wie al» Felbmarschall er das glorreiche deutsche VollSheer in schweren Kämpfen geführt habe, so solle er jetzt der Führer des deutschen Volles auf friedlichen Bahnen yuiL uniece». schwer geprüften Vater»
v. Serckt und die Präfldenienwahl. ,
Amtlich wirb mitgeteilt: Verschiedene Zeitungen^ haben Nachrichten über die Stellungnahme des Eene«, rals von Seeckt $u den Kandidaten füt die Reichspräsidentschaft verbreitet. Alle diese Nachrichten sind falsch. Entsprechend seiner Dienststellung verhält sich der Che« der Niesle,tune »ur Präsidentenwahl vol- lig neutral.
lich als „betrübend für jeden mit elementarem nationalen bezeichnet, daß jede Kritik des Auslandes an Hindenburg von einem großen Teil Deutscher als willkommen geheißen werde. Das Blatt bedauert diese Preisgabe der nationalen Würde wie des Selbstbestimmungsrechts der Ration und vermißt in den Auslandskritiken die Ileberlegung, daß eine deutsche Rechts- regierung erfahrungsgemäß besser für die Durchführung einer Berständlgungs- Politik geeignet sei, als eine Regierung, bei Öer eine starte Rechte in Opposition steht.
®le deutsche Linkspresse, die einmal Hindenburg ul^'oerübtcri Lapergreis abzutou beliebt, lann andererseits sich nicht genug tun, vor ihm als „Kriegshetzer" zu toarnen. Wie wir bereits sagte:., kam: das nur den Erfolg und den Zweck haben, das Ausland auf- zu peitschen gegen uns. Das ist den Herren alles egaf, im Gegenteil, sie arbeiten ja mit diesen Mitteln allzugerne. 3n Wirklichkeit hat das schwedische Blatt Recht: Rur eine besonnene Rechtsregierung genwßi im Ausland« auf die Dauer das Vertrauen, da» auch uns nützt. Eine Linksregierung ist ihnen freilich bequemer. Das liegt aber nicht in unseren 3nteressen und noch sind wir keine französische Provinz.
Die Rebe bes Felbmarschall» selbst war fast ununterbrochen von Beifall begleitet, ber überall ba stürmischen Charakter annahm, wo von ber Einigkeit beS deutschen Volke» im
Zentrum und Sozialdemokratie.
In bei letzten Berliner Wahlversammlung des Lintsolocks. in bei Herr Marx für bie npublikaniichen 3beale kämpfte, wurden in Massen Flugblätter verteilt, die 3um Austritt aus der Kirche und iust die Woche nach der Präsidentenwahl zu einer großen Kirchenaustrittswoche zu machen ausforderten. Das hätte sich der x>or» sitzende der Katboliken-Tage gewiß nicht träumen lassen, daß eine Marx-Versammlung zu einer solchen Pro- vaganda benutzt werden könnte. Der Voikall ist auch beiart peinlich für das Zentrum und muß ihm unter bet katholischen Wählerschaft solchen Schaden zufügen, daß man an einen teullsche« Plan bet Marx-Gegner auf der Rechten glaube", könnte. Aber die Aufrufe waren in der Druckerei des — .Vorwärts" gedruckt! Tiiift damit die Verantwortung auch nicht die forialbemokra- tifch« Parteileitung, die roobl zu klug ist, um in dieser Zelt so offen mit ihrer Religlonskeindschaft beroorsu» treten, so gibt es doch in der Partei eine nach dieser Richtung ganz besonders tätige Eruvve, zu bet als einet bei „geistigen Führet" bet ehemalige preußische Kultusminister Aboll Hofsmann gehört. Das Zentrum kann bie Tatsache von sich nicht abschütteln, baß auch diese Kirchenstürm« 1» seinen Bundesgenossen geböten, es auch ihnen zur Wiedetgewlnnung des Eiallusses in Preußen verhalfen hat »ad daß es auf ihre Stimmen füt Marx rechnet. Auch der Ilmstand, bl6 bet Verband bet nationalen Minberbeiten Deutschlands, als bie deutschseinbliche» Pole«, Dänen, Litauer usm. füt die Wahl von Mair eintreten, dürfte noch im letzte» Augenblick manche» stutzig mache».
Der Papst »ege» de» Linksblock.
Die Kandidatur de» Herr« Marx hat einen schweren Schlag erlitt«. Der Batik»« hat pch
ein übles Wahlmanöver.
Der Hindenburg-Sonntag in Hannover ist bet Linken mächtig auf bie Nerven gefallen. Nicht nur baB ihre Presse alles versucht, um den Elnbruck zu veiklel- nern und zu verschleiern und das Ausland trotz allem mißtrauisch gegen Hindenburgs „Hintermänner zu machen — auch frei erfundene Sensationsmeldungen letzten sofort ein, die gewissermaßen den greisen FeldmarsmaU Lugen strasen sollten. Ei hatte gesagt, daß ei die Verfassung als gegebene Tatsache hinnehme, und damit zu verstehen gegeben, daß er die Parole Monarchie oder Republik verurteile. Auf diese Parole aber setzt d:e Linke alle ihre Hoffnungen. Flugs erfand also d:e „V. 3.“ die Nachricht, daß der ehemalige deutsche Kronprinz und die Kronprinzessin in dieser Woche zusammen mit rechtsstehenden politischen Führern bei Hrndenourg sein würden. Diesmal aber batte die Luge nur sehr kurze Beine. Nach wenigen Stunden lagen sowohl vom Feldmarsih:ll als auch von dem Vertreter des Kron- orinzen Erklärungen vor, daß die „B. Z. -Meldung vollkommen unwahr sei. Solche Manöver werden simerlt« ber Kandidatur Hindenburg weit ehrt nützen als schaden.
säfc-t-g-t eg. in n-fa. leileemlOimetet 0.0R »olbmatt Klei« Aat-Anzeiqe« 0.06 SM. Amtliche ue» Satz tonte t>. !$Ioi«oottotiften50«L Aufsthlag. Sammel-nze.qen 100-f, Ärtabett. Ziel » Tage. Be^e berechnet, enem, An».
fünft durch eie Gelchäitsitelle unö Zulendung bet Lagedote. Ctruanngeott Marburg. 1 S-Ükk. — l«, Dollar
SB mm Mimst in SnmkrM
Painlevö» Regierungserklärung.
Paris, 20. April. Heute hat unter dem Vorsch von Ministerpräsident Painlcve ein K a b i n c t t s r a t stottgefunden, in Hessen Verlaufe, wie das ofn^Hfe Kommunique besagt, die von Ministerpräsident Pa'.nleve abgesaßte Regierungserklärung verlesen und geprüft wnr-, be. Der Text wird endgültig in dem heute Abe»u> unter dem Vorsitz des PräsLenteu der Republik ftattonbeiiixtt Ministetrat ftstgelegt.
Lhamberlai»—Brianv.
Der englische Außenminister hat se-"-m »'nen sran^ zösischen Kollegen da» übliche Gluckwunfcht-legran.... seiner Ernennung geschickt. Herr Cdmnberlam sagst sagt darin, et vertraue in vollem Umfang au« „bei Fortdau« ber intimen nnb herzlupe« Zuiaiumei^ arbeit,", die zwischen ihm und Briand auf der letztenj Tagung deS Völkerbundrate» vorhanden gewesen sei« Das scheint dem Franzosen angesichts des gegcnwLq tigen VerhSltniste« zwischen Frankreich «tnb denn doch eine »n starke Verschleierung der grwesen zu sein. Herr Brrand antwortete, daß er U<W aus di- Gelegenheit freue, „noch bessere Bez^hungetz zwrsch« «afeeen bdben Ländern heczustrUen". Er würbe
Willenlosen, alten Mannes sestzuhalte.i versuchen. Nie-1 genommen.
ea-ib anders als die Presse des Linksblockes ist es Nachdem ber Felbmarschall geenbet hatte, nah- Pewesen, bie «s dem Reichsblock zur Pflicht machte, men t>er Reihe nach bie Führer ber im 9teichS- f*tem unparteiisch zusammengesetzten Kreis von Deut- hl^ck bereinigten Parteien das Wort, zu- Äen und Ausländern daS wahre Bild Hindenburgs „zchst für ble Deutschnationale Bolkspartel Nbg.
M zeigen. Und wenn die Helden der Feder In der {n d I e r, bann für bie Deutsche olkSpVartei
Mnkspresfe auch jetzt noch an Einzelheiten der han- Staatsminister a. D. Richter, für ble WirtschaftS- «overfchen Kundgebung mäkeln, so sei Ihnen der Ein- patfC[ unb insbesondere für bas beutsche Hanbweck
Druck entgegengehalten, den der gewiß unverdächtige Drewitz, für ble Bayrische Volkspartei ber Abg.
Berichterstatter des Reuterbüros aus Hannover nach L e i b l, als Vertreter bes mit bem Tobe ringen» Dngland mit öen Worten übermittelt hat: Hlnden- I Geheimrats Dr. Heim, für ben RelchSlanbbunb ,|»rg mach« den Eindruck voller Kraft und Rüstigkeit, I ^err Golbacker unb schließlich für bie Offl- e 5abe über eine Stunde lang wie ein gemeißeltes ziersbünbe Admiral v. Schröder. Auch bie Ber- ®itb, ohne sich zu rühren, dagestanden uub er habe I Ixxixx der Partoien betonten übereinstlmmenb ben !tz«f jedermann durch die Kraft und Klarheit seiner I Gedanken der Ueberparteilichkeit der Kandidatur 'Stimme einen tiefen Eindruck hinterlassen. unb daß gerade darin ble zündende Wirkung gelegen
! Die Legende von der Altersschwäche Hindenburgs hghx Znm Schluß bankte ber Felbmarschall für ifat im deutschen Volke ganz sicher kein Echo gefunden. a[[e Beweise ber Treue, die ihm entgegengebracht Das Boll kennt seinen Hindeirburg und es weift, morden sind. Er werde sich bemühen, daS alles Daß dieser Mann sich mit jeder Faser seines Wesens I -u erwidern. Treue um Treue, Vertrauen Dagegen sträuben würde, sich von anderen al» Parade- gegen Vertrauen und vorwärts mit Dg-.r mißbrauchen zu lassen. Mit dieser lleberzeugung Gott für das deutsche Vaterland! jtza: das deutsch« Bolk recht. Seit Hindenburg als Kan- ~ in (gnelanK
•ibat ausgestellt wurde, ist keine einzige Kundgebung in E i n b r u ck der gestrigen
Innen: Namen in bk Oeffentlichkeit gegangen, die « ?tft a««mdn re*4 oUnftig •
»ächt stlby bis zum letzten Worte durchgearbeitet batte. I Ade bmde ^burgs^ allgeme^^^^ einen, wenn auch Das gilt selbstverständlich auch von der Erklärung, bie {ur$ ^hallenen doch sachlichen Bericht über den Verlauf le in Swuo’ver verlesen hat. Gewisse Organe des Kundgebung. Sie ist dabei obieft inet als die Din'sblsckS wagen es, über bk mangelnde Hebung „Times", die al« einziges englisches Matt die Sin- Des FeBmarschallS als politischer Redner höhnische t denbuig-Kundgebu»» »u einem Angriff auf bk «naeb» »cmerlBnse» zu machen. Wer in Hannover den l lv” verhängnisvollen Folge» der Kandidatur ^Hinden- »neren Wert dieses Mannes auf sich wirken ließ - burgs benutzt. Dto liberale „ ”1"®*
■l«nt) jedes feiner Worte und jede feiner Bewegungen einen ausführliche» tmenen Beiicht .u, Sann»«er der Gulrchkeit zu tief ergriffen, um äußerliche Em | ^r, wenn er gewählt werden sollte, nicht eine Tanr-
puvve sein würde, die nach der Musik a»bejer Leute tanze, unb daß er bk Versastuns achten wu: r. Das Blatt glaubt jedoch, daß Hindenburg rnner- balb des Rahmens der VerfaHung für manche ge- ietzmäbise Aenderu»gen«u habe« sei» wurde. Den ansführlichston Bericht bringt der „D a i l y T e i e - grap fi“, bei bie Fiage bei ausländische« Jouinallsten ausführlich wiedergibt. Die Antworten Hindenburgs au« dl« acht Fragen des Rruterkorresvondenten werden ausführlich wkdergegebe». Nirgends hat die englische Vresse au die'em Frage- und Antwortlokl das g e - ring st e auszusetzen. Allgemel» wird bk Ru- istigkeii des srelsen Feldmarschalls bewunbert, ber zwei Stunden lang bett Vorbeimarsch der Organisationen beobachtete. Die meisten Blätter, darunter aucy die ..Morn Ingo ost", bringen bie Berichte aus Hannover in großer Aufmachung unb von der angeblichen Besorgnis und Eiregung der englischen öfsenllichen
£»e*«iMe Zeitung" erscheint sechsmal «vöchentlich. — Bezugspreis Monatlich 2 Mark ausschließlich ZuftelluMrze- r." NEeft 2,25* Mk. - Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein
T,t T, L tSro rgt h. — Druck der Untv.-Buckdrucketei vo«t Joß. Aua. Koch, Markt 21/B, — Fern»recher. Nr. 55, Nr. 6Gb. und
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j Der einlHM hat am Sonntag erleben müsten, M Hindenburg durch dir vorzeitig abgefchlossene Rech- «g der Her»«» vom Zentrum, von der Demokratie vo» der Sozialdemokratie einen kräftigen Strich | rach: ljof. Seitdem Hindenburg aufgestellt worden gehl die Prefte dieser Parteien mit der Behauptung Webfen, Hindenburg sei eine altersschwache Ruine und Br das, was in seinem Namen gesagt und geschrieben Werde, überhaupt nicht verantwortlich zu machen. Am fenntag ist Hindenburg in Hannover in einem Kreis