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Marburg n. t, gretog, den 17. Ssrü

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Amigtt für (to5 Mer kurWWe) SbMffea - WMcheö Mkük-lgungOW des KrelleS Marburg

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Das neue srmizWcht Kabinett.

fy.Pj irrtet

demokratisch

ewig

Senator

von tet

sämtlichen deutschen Rundfunksendern verbret« wird.

der uns in die Freiheit führt. Die Freiheit, die politische und die wirtschaftliche, ist das Ziel, das wir mit solchen Opfern erreichen müssen und, wie Ui -.uoeriiLLlich bvkie, auch erreichen werde«.

aus- Weg,

dauern.

Betrachten wir, so schloß der Redner, die ländische Mithilfe als einen unausweichlichen

Krieg ist Untergang der Konkurrenz" baS Bestreben ge­setzt: Zusammenarbeit mit der Konkurrenz. Deutsch­land habe am 10. Januar seine handelspolitisch« Hand­lungsfreiheit zurückgewonnen und werd« seine Handels« vertragsverhandlungcn unter Festhalten am Meistbe­günstigungsprinzip führen. Unmöglich sei * den deutschen Markt durch Hochschuhzölle abzuschlietzrn. Die Verarmung deS deutschen Volkes gewährt für den Absatz der deutschen Produkte auf dem inneren Markt nicht genügend Raum. Zudem sei die Lösung der Repara­tionsfrage ohne Steigerung des Exports unmöglich.

Die Richtlinien der deutschen Außenpolitik können nur sein: Sicherung der Grenzen deS Reiches, freie Entwickelung im Innern und Sicherung des Friedens zur Konsolidierung der deutschen Verhältnisse.

Arbeitsministerium: der unabhängige Abgeordnet« Laval.

Inneres: der der demokratischen Linken Abgeord»«tr Schramek.

Schäbig.

DerVorwärts" leistet sich ein besonders schäbi­ge- Stückchen in der Herabsetzung Hindenburg-. Er behauptet, daß der General nach der Befreb- ung Ostpreußens von der dortigen Bevölkerung in rührendster Weise gefeiert worden sei, aber da­zu geäußert habe:Ich würde gern darauf ver­zichten, wenn mein kaiserlicher Herr mich weniger distanzierte." DaS Blatt schließt daraus, Hinden­burg hab« die Fürstengunst der BolkSgunst vorgezogen. Worum handelte eS sich in Wirklich­keit? Um die Kaltstellung Hindenburgs und Luden- dorffs im Osten um den Steg im Weltkriege!

Freigabe des Rundfunk» für die Reichspräsident- schaftskandidaten.

Berlin, 16. April . Die Reichsregierung hat auf Anregung des Reichsministers deS Innern be­schlossen, den Bewerbern um das Amt des Reichs­präsidenten den Rundfunk zu Ansprachen an das deutsche Volk freizugeben. Voraussetzung ist selbst­verständlich, daß die hinter den Bewerbern stehen­den Parteien oder Gruppen kein« gewaltsame Aen« derung der Verfassung anstreben. Wie weiter ge­meldet wird, wird Hindenburg am Freitag vor der Wahl eine große politische Rede halten, die

Aufruf des Reichsblockes.

Berlin, 16. April. Die Gegner, die auf jede Weise bestrebt sind, die Kandidatur Hindenburg Herabzuziehen, behaupten, der Reichsblock sei eine Organisation der Schwerindustrie und des Groß­kapitals. Sie setzen geflissentlich Gerüchte in Um­lauf, dem Reichsblock seien von einzelnen groß- iitalistischen Stellen enorme Beträge für den hlkampf zur Verfügung gestellt worden. Sie llen damit Verwirrung in die Kreise unsrer An- iger tragen. Die gegnerischen Behauptungen sind i erfunden. Die Kandidatur Hindenburg wird ragen von einer überparteilichen nationalen hrheit des deutschen Volkes. Wir wenden uns jeden Einzelnen in der Erwartung, daß jeder re Pflicht tut und nach Kräften die Wahl sinan- unterstützt. Wir bitten alle diejenigen, die u in der Lag« sind, «inen angemessenen Beitrag Wf da» Postscheckkonto Berlin RW 7 rN. 16 734 Dteichsbürgerrat, Konto Arbeitsausschuß der Reichs­präsidentenwahl) zu überweisen. Jeder Pfennig, Her für die Wahl unseres Hindenburg gegeben wird, hilft die Auferstehung unseres Vaterlandes durch ruhige und friedliche Arbeit sichern. Der Reichs- »lock, Berlin W 35, Potsdamerstraße 118«.

Aufruf des «olkSblocks.

Berlin, 16. April. Das Vaterland ist in Gefahr! Die Reichspräsidentenwahl entscheidet über den inneren Frieden Deutschlands. Die Htnter- Hlänner der Kandidatur Hindenburg erstreben eine Monarchistische Restauration. Sie bereiten, wir Hoffen wider Willen, einen Bürgerkrieg vor. Sie Mrzen Deutschland in neue international« Schwie­rigkeiten und stören die Wiederaufrichtung der -Wirtschaft. Wer Deutschland» Zukunft sichern will, unterstützt die Kandidatur der verfassungStreueil Karteien. Der Wahlkampf kostet Geld! Wer die deutsche Ration retten will, zahle einen angemesse­nen Beitrag auf das Postscheckkonto de»Bolks- HlockS", Berlin Nr. 5400.

Weltwirtschaft und Weltpolitik.

Hamburg, 16. April. Im Lieberfeeklub ent­wickelte heute abend Reichsaußenminister Dr. S t re- sem a n n in großen Zügen die Zusammenhänge zwi­schen Weltwirtschaft und Weltpolitik. Das Wort 6ie Wirtschaft sei unser Schicksal" sei sicherlich unrich­tig, da über die großen Grundfragen die Politik ent­scheide. Diese aber sei zu keiner Zeit mehr von Wirtschastsfragen beeinflußt gewesen als in der Gegen­wart. 2m Versailler Vertrag habe man versucht, Deutschland wirtschaftlich soweit wie möglich unschäd­lich zu machen. Deutschlands Lage sei jetzt aber die, daß es heut« noch viel enger mit dem Ausland wirt­schaftlich verflochten sei als früher. Ter Erfolg ist die Zertrümmerung. Fast alle europäischen Währungen feien zertrümmert, was wiederum eine Dauerkrise ausgelöst habe, die nun schon seit Jahren auf Europa und der Weltwirtschaft laste. Da die internationale Kauftraft zurückgegangen sei, die Pro- duktionsfähigkeit der Weltindustrie aber eine erhebliche Steigerung erfahren habe, so stehe die deutsche Pro­duktion vor der schwierigen Aufgabe, trotz des Ver­lustes der wichtigsten Rohstoffgebiete die höchsten Lleberschüsse zu erzielen. Mit ernstester Sorge müsse man die Vorgänge verfolgen, die darauf hindeuteten, daß die Zusammenfassung unerläßlicher Rohstoffge­biete im Machtbereich weniger Staaten erstrebt werb«. Deutschland verfüge nicht mehr über die früheren machtpolitischen Mittel. Sein einzig«» wirkliches Machtinstrument sei jetzt seine Konsumkraft. Die Sr- kenntnis, daß durch die Armut Deutschlands die an­deren Länder nicht reicher geworden seien, habe wie es scheint, an die Stelle der bisherig«, Parole:

Die Wochenbilanz der Bank von Frankreich.

P ar i s, 16. April. Die heute veröffentlicht« Wochenbilanz der Banque de France weist unter den Aktiven eine Vermehrung der Vorschüsse an den Staat um 350 Millionen Franken aus, wodurch der Posten »Rückständige Vorschüsse an den Staat" sich auf insgesamt 22,350 Milliarden Franken beläuft. ®i:re Erhöhung ist, wie Havas berichtet, auf die Tatsache zurückzuführen, daß eine entsprechende Zahl Schatz« bonbs durch die privaten Kreditinstitute übergeben und von diesen bei der Dank von Frankreich diskontiert worden sind, die bet der Veröffentlichung der letzten Wochenbilanz fällig geworden find. Diese fällig ge­wordenen SchahbonbS find unter dem PostenStaats­papiere" (Portefeuille) enthalten, der infolgedessen ein« Verminderung von beinahe 667 Millionen Franken auf­weist. Der mieten umlauf ist trotz der Erhöhung der Vorschüsse an den Staat 45 Millionen niedriger im Vergleich zur letzten Wochenbilanz. Der PostenDi­verse" unter den Aktiven weist eine Vermehrung von beinahe 388 Millionen Franken auf. Dies ist auf di« am 15. April fällig gewordenen Verpflichtungen deS Handels zurückzuführen.

London, 1. April. Di«Westminster Gazette" schreibt zum Problem Painlev^S, bevor nicht in deut­licher Weis« eine friedliche Außenpolitik ge­wählt worben sei, tonne keine bauernde Erleichterung der finanziellen Sage eintreten. Der Dawesplan biet« eine Erleichterung, aber nur, wenn eine Verständi­gung mit Deutschland vorhanden sei, und wenn zum Veispiel die Franzosen entschlossen feien, am Rhein zu bleiben, sei eS unzweifelhaft, daß die Deutschen nicht die ungeheure Anstrengung auf sich nehm:« wür­den. die erforderlich fei, um di« Dawesaimui :c.n auf« zubringen. Painlevö wisse dies ohne Zwei) ' aber er habe Poincare neben sich, und zum Llebersluß geb« e» unglücklicherweise die Kandidatur Hindenburgs in Deutschland, die im Falle eines Erfolges eine neue Sr- mutigung für den Poincarismus in Frankreich sein würde. Man könne lediglich hoffen, daß aus beiden Seiten deS Rheins während der nächsten zwei Wochen mäßigende Einflüsse am Werk sein würden: denn di« Deutschen wie die Franzosen müßten jetzt begriffen

Befreit« Gebiete: entweder der radikal« Abgeordnet« Schmidt oder der radikale Abgeordnet« Degris.

Luftschisfahrt: der der radikalen Linken angehörend« Abgeordnete Eynac.

Technischer Unterricht und schöne Künste: der der radi­kalen Linken angehörende Abgeordnete Jean D e l b o s.

Verwaltung des Kriegsministerium»: Ossola.

verhinderter Mordanschlag auf Caillaux?

Paris, 16 April. Heute morgen um 10)6' USt wurde am Quai d'Orsay in der Nähe des Kammer­gebäudes ein Mann verhaftet, der durch sein auffallen­des Benehmen die Aufmerksamkeit der Polizei erregt batten. Es handelte sich um einen Bankangestellten, der, wie die Untersuchung ergab, im Besitze eine» Re­volvers war und, wie er erklärte, die Absicht batte. Caillaux zu töten. Aus dem politischen Verhör erga» sich, daß man es höchstwahrscheinlich mit einem Geistes­kranken zu tun hat. Er wurde dem Eefängnislazarett überwiesen.

sozialistische angedörendr

Landwirtschaft: der der demokratischen Linken an» gehörend, Senator Jean Duran.

Kolonie»: der radikale Abgeordnete Andre Hesse.

Pensionen: der sozialrepublikanische Abgeordnete Anteriou.

Marin«: der radikal« Abgeordnete ®»reL

Algier.

Auswärtige Angelegenheiten: der sozialisttsch-rupu- blikanisch« Abgeordnete Brignd.

Finanzen: Caillaux. _

Orffentliche Arbeiten: der der demokratische« Linken angehörende Abgeordnete dr Jim"

Kreüitbilse filr da» Handwerk.

Berlin, 16. Avril. Die vor einiger Zeit elnge- lettrte Aktion zur Milderung der Kredttnot de» Handwerk», de» Einzelgewerbes und des Einzri- bandels gelangt lautBerl. Tagedl." jetzt zur Durch- ftibrun». Di« Kreditbilfe wird sich in der Weise voll­ziehen, daß 2030 Millionen Postgelder durch di« 6ee« Handlung über die Zentralinstitut«, also über di« Pren- «enkasie, Eenosienschaftsabteilung der Dresdener und Girozentrale, an die Kreditnehmer w«ik«rg-'ett»t t-ierben. Dir Kredit« dürsten auf sechs Monat« be­fristet und zu einem Zinssatz von 10 Prozent ge­geben werden.

Mtb. Die wiederholten Besprechungen, die der Präsident der französischen Republik, Doumer- g ue, mit verschiedenen'führenden politischen Per­sönlichkeiten gehabt hat, hatten das Ergebnis, daß P a i n I e b 6 vom Präsidenten den Auftrag zur Kabinettsbildung erhalten und angenommen hat. Die Hoffnungen, daß er bereits im Laufe des Don­nerstag dem Präsidenten die Bildung seines Kabi­netts werde melden können, waren zwar verfrüht. Für die Beurteilung der Politik, die Painlevs vor­aussichtlich treiben wird, ist die Tatsache wichtig, daß er ein intimer Freund und Gesinnungsgenosse deS vom Senat gestürzten Ministerpräsidenten Herriot ist. Man kann also bestimmt sagen, daß die von Herriot eingeschlagene Politik eine wesentliche Aen- berung nicht erfahren wird. Ob Deutschland von seiner Regierung Gutes oder Schlechtes zu erwarten hat, werden die nächsten Ereignisse lehren. Painlevä blickt auf eine kurze politische Laufbahn zurück. Er war Unterrichtsmtnister int Kabinett Briand, Kriegs­minister int Kabinett Ribot 1917, dann Minister­präsident, bis Clemeneeau ihn stürzte. Als die Wahlen am 11. Mai die radikalsozialistische Mehr­heit brachten, wollten seine Freunde ihn zum Prä­sidenten der Republik wählen. Er unterlag aber dem jetzigen Präsidenten Doumergue. Mit großer Mehrheit wurde er damals aber zum Präsidenten der Deputiertenkammer gewählt. Painlevä ist nicht nur Politiker, sondern auch Gelehrter. Seine mathematischen Forschungen haben ihn in der gan­zen wissenschaftlichen Welt bekannt gemacht.

Die Hauptschwierigketten, die Painleve bei der Kabi­nettsbildung hatte, scheinen bei bet Person Catllaux gelegen zu haben, den Painleve unter allen Umistänoenl für fein Kabinett gewinnen wollte. Cailleaux tft be­kanntlich eine umstrittene Persönli chkeit. <5enr schärfsten Gegner erkennen aber sowohl feine staatsmännischen Fähigkeiten, als fejne außergewöhnlichen finanzpoliti­schen Kenntnisse an. Die nationalistische Opposition in Senat und Kammer lehnt ihn j.boch mit aller Ent­schiedenheit ab, weil er Feind i-.ber Revanche- und Chauvinistenpolitik ist. Heber die stundenlangen Be­sprechungen, die Cailleaux mit Painleve hatte, erklärte er Journalisten gegenüber, daß es sich» um tote Be­sprechung der Finanzlage Frankreichs gebanbeU habe. Er meinte, daß die Finanz- und Wirtschaftslage außer­ordentlich schwierig sei und daß man sich über seine Per­son keinerlei Illusion machen solle. Er sei kein lZau- berer, besitze also auch keinen Zauberring, mit Mfen Hilfe er die finanziellen Schwierigkeiten befeitiuen könne. Für den Fall deS Eintritts Cailleaur in das Kabinett Painleve wich von Seiten der Rechtsopposition im Se­nat eine heftige Kampagne vorbereitet, die wahrscheinlich von Cailleaux erbitterstem Gegner, Von Poincare ge­leitet wird.

Die BeruftlNg Cailleaux wird von der gefamten Rechten geradezu als eine Provokation aufgefaht. Es gibt auch heute noch sehr viele Leute in Frankreich, die tatsächlich der Auffassung sind, daß Cailleaux während des Krieges durch eine desaitistifche Politik das Vaterland geradezu verraten habe. Daß Cailleux den Finanzministerposten übernommen hat, damit ist eine parlamentarische Gepflogenheit durchbrochen, da im allgemeinen in Frankreich Minister nur au8 den Reihen des Parlaments entnommen werden. Cailleaux gehört aber bekanntlich weder dem Senat noch der Kammer an. Die Berufung Cailleaux wird von außerordentlich großer politischer Bedeutung sein. Denn damit wird die Absicht Painleves, die Politik des Linksblocks fortzufetzen, besonders kräftig unterstrichen. Trotz der großen politischen Dedenken, die man in Frankreich der Berufung Cailleaux entgegensetzt, gilt er in weiten Kreisen als der einzige, der die Situation noch retten kann.

Abhängigkeit vom Auslände werd« aber, wenn uns die politische Klugheit nicht verlasse, nicht

Kandel, Post and Telearaphi«: der der radikalen Bereinigung angehörende Cfiaumet

Poiucarä hetzt gegen Caillanx.

Paris, 16. April. DerMatin" bringt in einer Sonderausgabe Vie Meldung, daß die Aus­sichten des Kabinetts Painlevs sich in letzter Stund« wieder sehr verschlechtert hätten. Gegen zwei Uh« morgens habe im Senat eine mächtige Opposition gegen eine Ernennung Caillaux eingesetzt. Poiw« carä habe, als er von der Ernennung Caillan^ Kenntnis erhalten hätte, auggerufen:Die Wahl Caillaux bedeutet eine Herausforderung des Se­nates." Diese Erklärung rief tiefen Eindruck her­vor.

ein« Rede Marx' iw Berlin.

( Berlin, 16. April . Reichskanzler a. D. Marx hielt heute abend bei einem Bankett im Zoologischen Garten eine Rede, in der er ausführte, die Ansicht, das Ausland habe sich um rein inner­deutsche Angelegenheiten nicht zu kümmern, gehe m dem Kern des Problem» vorüber, der in die Krage zusammengefatzt werden könne, wird die Präsidentenwahl in Deutschland eine politische und damit auch eine wirtschaftliche Kursveränderung dringen oder nicht? Niemand beklag« mehr als er die innere Zerrissenheit unseres Volkes und da» noch immer große Mißtrauen des Auslandes uns fegenübcr. Aber zweifellos habe die Formel, auf ie die Präsidentenwahl gebracht wurde: Repu­blik ober Monarchie, diesem Mißtrauen neue Im­pulse gegeben. Was bedeutet daS für unsre Wirt­schaft? Int Innern stehe das große Problem der Anpassung unserer Wirtschaft und unserer Staats- finanzen an die Erfordernisse einer gegenüber den Borkriegsverhältnissen gänzlich veränderten Zeit un­gelöst vor uns. Wir ständen vor einem Reform­programm allergrößten Stiles: Neuorganisation «usrer Wirtschaft, Verteilung der Daweslasten, Re­form der Finanzgesetzgebung und Regelung unsrer Wirtschaftsbeziehungen zu den anderen Ländern. Und in einer solchen Lage wolle man die Spaltung innerhalb des Volkes noch verschärfen durch daS Hineinwerfen des politischen Momentes, und den Wirtschaftskampf dadurch verschärfen, daß man eine Scheidung der Geister nach der politischen Rich­tung herbeizwinge, während doch der Ruf nach einer Sammlung Echo finden sollte. So hänge die innerwirtschaftliche Lage und Entwicklung Deutsch­lands in hohem Maße von dem Ausgang der Prä­sidentenwahl ab. Auch außenpolitisch bedeute die Entscheidung am 26. April eine Entscheidung über die ruhige Weiterentwicklung oder Gegenwirkung. Es gebe im Ausland weite, recht mächtige Kreise, denen schon die Möglichkeit eines Kurswechsels in Deutschland einen höchst willkommenen Agitations- ftoff liefere. Es gebe mächtige Wirtschaftskreise im Ausland, denen daran liege, das kaum gewichene Mißtrauen gegen den gefürchteten Konkurrenten wie­der wachzurufen. Das könne unsrerseits nicht gleich­gültig übersehen werden. Sollen wir da» Miß­trauen wecken, das unsre Wirtschaft vor schweren inneren Auseinandersetzungen steh«, und es daher besser wäre, den Ausgang dieses Kampfe» abzu­warten? Unsre Wirtschaft bedarf immer noch in großem Umfange der Hilfe von draußen. Diese

jrt«Obirhessische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 2 Mark ausschließlich Znftellungrg«. :butzr. Durch die Post 2,25 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streik» oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Setlag itzon Dr.C. Hitzeroth. Druck der Univ.-Buckdruckerri von Ioh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 55, Nr. 656. und Postscheckkonto: Nr 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Deutsche WlkWaMegen

Der deutschnationale Reichswirtschaftsminister Dr. R e u h a u » hat tm Haushaltsausschuß des Reichs­tags eine große programmatische Rede über die Lage der deutschen Wirtschaft gehalten und die ernsten Sorgen nicht verheimlicht, die jeden Beobachter bei ihrer Betrachtung erfüllen. 2lls Barometer gilt da unsere Handelsbilanz, die seit dem 1. Januar 1924 mit rund 4 Milliarden passiv ist, was zum Teil auf die Einfuhr überflüssiger Konsum- und Luxuswaren, vor allem aber auf den Rückgang unserer Ausfuhr zurückzuführen ist. Die Möglichkeiten einer Abhilfe sah der Minister in zwei Richtungen. Erstens müsse unser Handelsvertragswesen wieder ganz auf den Grundsatz der gegenseitigen Meistbegünstigung einge­stellt werden. Als Verhandlungsinstrument bezeich­nete Dr. Reuhaus die bevorstehende neue Zolltarif­vorlage, für deren Einbringung er aber keinen Ter­min angab. Auch zu der Frage, ob das Zustandekom­men des deutsch-spanischen Handelsvertrages erwünscht ist, äußerte er sich nicht. Die andere Richtung, in welcher der Minister die Abhilfe suchte, ist die Steige­rung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit auf dem Welt­märkte durch innere Maßnahmen. In der Tat muß jedermann fragen, wie es kommt, daß die deutsche Industrie, die doch zweifellos geringere Löhne zahlt als die ausländische, trotzdem für ihre Produfte viel­fach höhere Preise fordert als jene. Dr. Neuhaus wurde in einigen Punkten recht deutlich. So be­zeichnete er die Höhe der Steuer und der sozialen Lasten als auf die Dauer untragbar, hielt aber auch mit großem Ernst den Unternehmern vor. daß sie auf andere Weise ihre Selbstkosten herabmindern könnten und sich auf die Massenfabrikation bei geringerem Einzelnutzen umstellen müßten. Ferner betonte er die Notwendigkeit, beste Qualitätsarbeit zu leisten und zu diesem Zweck der Ausbildung von Facharbeitern größte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Fürwahr: dieErrungen­schaft der Revolution", daß di« ungelernten Arbeiter fast den gleichen Lohn erhielten wie die gelernten, hat sich als Krebsschaden an de» deutschen Wirtschaft erwiesen. Im ganzen ist also das Bild, daS Dr. Neuhaus entworfen hat, recht düster und dazu geeignet, den bevorstehenden Kampf um die Steuerreform zu beeinflussen. Es zeigt sich, tote haltlos das Verlangen der Linken nach stärkerer Belastung der Wirtschafts­unternehmungen ist, die vielmehr ihrerseits die ge­planten Steuererleichterungen noch für ganz unge­nügend erklären. DaS Problem der Getreidezölle wurde von dem Minister nicht behandelt: auch hier ist noch ein harter Kampf zu erwarten.

Die Minifterliste.

ft. Paris, 17. Avril. Das Kabinett fetzt sich wie folgt infammew: , .

Ministerpräsident und Kriegs Ministerium: de« soz,a. liftisch-renublikanische Abgeordnete und Kammer- Präsident Painleve.

Justiz: der der demokratischen Linken angebörende Abgeordnete Stecee, Seneral^Souvernenr von

®er Snjeigenotei» beträgt für den 10 aesp. Zeilenmillimeter 0,08 Soldmark. Klein« Var-Anzeigen 0.06 GM. Amtlich« »«> Eu®"t,i8e Anzeigen 0,10 G-ldmaik. Bet schwierigem Satz, sowie 6. PlatzvorschriftenSO'/, Aufschlag. Sammelanzeigen 100 1 Aufschlag. Reklamen 0,35 Goldm. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso LU»-

kunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebot«, Erfüllungsort Rarburg. 1 G.-Rk. = w| Dollar

Sir WM Ser Reichspräsidenten

ff. Berlin, 17. April. Als Kandidaten für die Meichspräfidentenwabl werden aufgestellt: 1. Ge- Heralseldmarschall von Hindenburg, 2. Wilhelm Marr, Reichskanzler a. D., Berlin, 8. Prust Thälmann, Transportarbeiter und Mitglied ib«e Reichstag, Hamburg. Der Reichswablleiter hat diese drei Wahlvorschläge »ugelaffen. In dieser Reihen- wlge werden sie auf dem amtlichen Stimmzettel er- Uheinen. Außerdem befindet sich ein freies Feld auf Dem Stimmzettel, worin der Wähler einen anderen Barnen schreiben kann.