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Sindtnbukg
Man schreibt uns:
Die Linkspresse verlegt sich auf di« Taktik, Hindenburg als eine Schattenfigur zu behandeln, die Lüh vollständig durch andere lenken und leiten läßt. Man behauptet, daß man gegen Hindenburg persönlich gar nichts habe, sondern daß man In ihm das bequeme Werkzeug von Monarchisten und Reaktionären treffen und bekämpfen müsse.
Dies ist natürlich nicht ernst zu nehmen. Auch die Linkspresse weiß sehr wohl, da tzt)indenburg mit !seiner ganzen Persönlichkeit für seine Kandidatur jeinsteht. Er hat sich außerordentlich schwer dazu entschlossen, seine Zusage zu geben. Er hatte be- >reits abgelehnt, ehe ihm von Herrn v. Tirpitz das ,Za abgerungen wurde. Gerade diejenigen, die die iHiründ« seiner Ablehnung durchaus zu würdigen wußten, zweifeln auf der anderen Seite nicht daran, daß er seine Zustimmung dann doch noch nach ^reiflichste» Ueberlegung und im vollen Bewußt- Icin ihre» Tragweite gegeben hat. Als Hindenburg ßa sagt«, war die Kandidatur Jarres durch wiederholte Zwischenfälle tatsächlich unmöglich geworden. Und Hindenburg rückte dadurch in eine Lücke, die für den Reichsblock und für den Gedanken der überparteilichen Kandidatur verhängnisvoll hätte werden müssen. Er fühlte, wie er selbst versichert hat, Sch an sein Portepee gefaßt und er hat in dieser age das schwere Opfer gebracht, sich in die politische Kampflini« zu stellen.
Die Blätter, die Hindenburg als Schattenfigur gtt diskreditieren versuchen, werden im deutschen Bolle ganz gewiß kein Echo finden. Trotz aller scheinheiligen Versicherung führen sie den Kampf gegen Hindenburg Persönlich, wie sie ihm das Bewußtsein für die Konsequenzen seines Entschlusses abfpuechen. Die widerliche Karrikatur, mit der ,der „Bvrwärts" den Feldmarschall verhöhnt, ist ein ganz übles Beispiel persönlichster Kampfesweise. Hindenburg Ist von verschiedenen Seiten darauf aufmerksam gemacht worden, daß er sich durch die Annahme einer Kandidatur solchen Beschimpfungen aussctza. Er hat sich trotzdem zur Annahme einer i Kandidatur entschlossen und wird sicher gegen alle Anwürfe, die ihn treffen sollen, seinen Mann stellen.
ES ist ganz eigentümlich, daß dieselben Blätter, die den „hilflosen Greis Hindenburg" nicht derb genug verhöhnen können, ihn zu gleicher Zeit als den Mann hinstellen, dessen Name allein schon das Ausland mit Angst und Sorge erfüllt. Hier' treffen wir auf das zweite taktische Manöver, das die Linkspresse gegen die Kandidatur Hindenburg unternimmt. Derselbe Hindenburg, der angeblich nicht weiß, was er tut, ist nach der Behauptung der Linkspresse als Bannerträger der Monarchie auf den Plan gtreten. Dieses Bild Hindenburgs ist ebenso falsch wie das andere, das ihn als einen hilflosen Mann malen möchte. Kein Deutscher zwei- ftlt an dem ehrlichen Willen Hindenburgs, zu den Worten seines Aufrufs mit der Tat zu stehen. Hindenburg har nach den furchtbaren Tagen des Zusammenbruchs seine Staatsgesinnung dem republikanischen Deutschland gegenüber durch die Tat bereits vollauf erwiesen. Er hat auch nach der Revolution noch den militärischen Oberbefehl behal- ten und das Heer in mustergültiger Ordnung in die Heimat zurückgesührt. Präsident Ebert hat ihm da» m»ls dafür Dank gesagt und er hatte alle Ursache dazu. Denn wenn Hindenburg auch nur um Haaresbreite von dem Wege selbstlosester Pflichterfüllung abgcwichen wäre, so hätte es damals zu einem blutigen Bürgerkriege kommen können und müssen. Die« ist der Hindenburg, der sich zu dem schweren Opfer entschlossen hat, seine sturmerprobte Persönlichkeit für die Reichspräsidc. ' "t zur Verfügung zu stellen.
Arbeiter-Kundgebungen.
Berlin, 14. Avril. Am Ostersonntag fand in Potsdam eine mächtige aus Berlin und der Mark Brandenburg stark bosthickte Kundgebung von Arbeitern und Angestellten auf über- vakteilicher Grundlage zur Reichsvräsi- dentenwabl statt. Auch die vaterländischen Verbände beteiligten sich zahlreich mit Fahnen- aboednungen. Unter Vorantritt einer Musikkapelle marschierten die nach Tausenden zählenden Teilnehmer in geschloßenem Zuge mit Dutzenden von schwarz-weiß-roten Arbeiterfahnen
Potsdam nach dem Basain-Platz. Hier begrüßte namens des Potsdamer Bezirksverbandes des Reichsbundes vaterländischer Arbeitervereine (im R. D. B.) der Arbeitervertreter und Stadtverordnete S ch ö n st e d t die aufmarschierenden Maßen. Als Hauptredner sprach der Vorsitzende des Rationalver- ba»de? deutscher Verufsverbände, der Svitzenorgani- fation der vaterländischen Arbeitnehmerbewegung. ReichstaasnSgLordneter Fritz Geisler, über die ernsten Gefahren der Zukunft des deutschen Volkes. Der Redner schloß seine Ausführungen: In Hindenburg stebe vor dem deutschen Volke das hehre Vorbild der Gesinnung, die die Voraussetzung für die Erreichung des S^ratsideals der Gerechtigkeit. Sauberkeit, sozialer Brüderlichkeit und Freiheit, also fit bessere Zeiten ist
Di« Kundgebung wurde mit einem begeisterten Hoch auf Hindenburg geschloßen. Danach fand in der Friedenskirche ein besonderer (Bottesbienft für die Vertreter der Arbeiter und Angestellten statt.
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Vertin, 14. Avril. Auch der Deutschnationale Arbeiterbund für Groß-Berlin und die Provinz Branden! urg batte zum zweiten Oslerfeiertag Vertreter aus der ganzen Provinz nach Berlin zusammenbernfen. Reichstagsabgeordneter Hartwig, der Vundesvorsitzende, eröffnete die Tagung. Als der Vertreter der Reichstagsfraktion und des Landesverbandes Berlin begrüßte Oberregierungsrat Laue rrenr, Bk. d. R., die Sitzung, während Landtags- «lüsordneler R ü f k e r von der Parteileitung und der
Die Pariser Kabinettskrise
Brtmd verzichtet — Ralntevd berufen
ff, Paris, 15. April. Driand erklärte (Journalisten, er hab« dem Präsidenten der Republik mitgeteilt. dah er angesichts der Weigerung der Sozialisten nicht in der Lage sei, ein Kabinett zu bilden.
fk. Paris, 15. April. Der Nationalrat der ozialistischen Partei vertagte feine weiteren Beratungen auf heute vormittag. Die Vertagung erfolgte im Hinblick der Weigerung Briands, ein Kabinett zu bilden und in der Annahme, daß der Präsident der Republik vielleicht noch heute abend eine politische Persönlichkeit berufen werde, der er den Auftrag, ein Ministerium zu bilden, erteilen werde.
fk. Paris, 15. April. Der Kammerpräsident P ainlevb ist in bas Quai d'Orsay berufen worden. Der Präsident der Republik ersuchte ihn, das Kabinett zu bilden. Painlevö erbot sich bis heute früh Bedenkzeit.
fk. Pari», 15. April. Kammerpräsident Pain- leve hat noch gestern abend zuerst mit dem Senator Maurice S a r r a u t verhandelt, der nach Beendigung der Unterredung erklärte, er habe Painlevä lebhaft gebeten, das Kabinett zu bilden. Er habe nicht verheimlicht, daß er gewissen Widerstand finden könnte, aber er sei doch der Ansicht, daß er in diesem Augenblick ein Ergebnis erzielen werde.
Die Sozialist« gegen eine Beteiligung an bet Regierung.
Paris, 14. Avril. Der geschäftskührenbe Ausschuß bei Bereinigung der sozialistischen Parteien de» Seine» beparteweuts hat heute vormittag, eine Sitzung abgehalten unb nach einem Meinungsaustausch sich einstimmig gegen jede ministerielle Beteiligung ausgesprochen. Er bat außerdem beschloßen, beute nachmittag vom Nationalrat bet Partei »u fordern, baß bie llnterstLtzungsvolitik nur zugunsten einer Regierung ausgeübt werde, bie bie Finanzlage durch eine Abgabe vom Kapital sanieren will und die bereit ist, den Kampf gesen den Senat aufzunehmen.
Mölket soll f*(t gestellt werden.
Paris, 14. April. Dem Echo de Pari« zu- folge hat.der Ober sie Kriegsrat in seiner letzten Sitzung die Pläne, deS G ener als Rollet nach
preußischen Landtaasfraktion Grüße überbrachte. Stadtverordneter L o ch b a u m - Reu-Ruppin sprach als Vertreter des Landesverbandes Potsdam I. Reichstagsabg. Hartwig hielt dann eine längere Rede über „Die sozialpolitischen Aufgaben bet Gegenwart". Rach ibm sprach Landtagsabg. Lindner über „Die Lehren der lohten Wablkämvse". Am Nachmittag fand eine große öffentliche Kundgebung statt. Der etwa 1500 Köpfe faßend« Saal wat überfüllt. Die Versammlung faßte den Beschluß, dem Generalfelbmarschall v. Hindenburg nachstehendes Telegramm zu übersenden: „Die Kund^ehun« des Deutschnationalen Arbeitetbundes von Groß-Berlin und Brandenburg grüßt den Retter aus der R ussen.no t als den Kandidaten der Deutschen kür das Reichspräfibium. Heil unb Sieg am 26. Avril."
Die Hetze gesen Hindenburg.
London, 14. April. Im Leitartikel mit der Ueberschrift „Republik oder Kaiserreich?" führt bie „Times" aus, es bestehe nicht länger ein Schatten des Zweifels darüber, vor welch'- Entscheidung das deutsche Volk stehe. Die Wahl Hindenburg» zum Gegenkanbibaten von Marx habe ganz Europa verkündet, um welche Frage es. gehe. Die Feage, die sowohl für Europa, wie für Deutschland sehr ernst sei, fei ein offener Kampf zwischen Monarchie und Republik, zwischen preußischem Militarismus und Parlamentarischem System, zwischen Reattion und Regierung des Volkes durch das Volk. Es sei nicht anzunehmen, daß diese Wahrheit den Massen de« deutschen Volkes durch irgendwelche Sophismen oder falsche Darstellungen verheimlicht werden könne. Europa wird ,so schreibt das Blatt, in dem neuen Präsidenten die reiflich wohl überlegte Wahl Deutschlands erblicken, bie erfolgt ist in voller Erkenntnis ihrer Folgen unb im vollen Bewußtsein der damit verbundenen Verantwortlichkeit. Die „Times" führt weiter aus, was eine Unterstützung der Kandidatur Hindenburgs durch Großadmiral v. Tirpitz für England und Amerika bedeute, fei in allen Ländern, außer, wie eS scheine, in Deutschland bekannt. Die Ersetzung des Zivilisten IarreS durch den Soldaten Hindenburg habe sofort de« Beitritt LudendorffS unb zweifellos mit ober nach ihm bie Führer der Freikorps, den Leiter des Kapp-PutfcheS, bie Schüler Hitlers unb des Schwarmes bet Unversöhnlichen unb Ränkeschmiede zu» Folge gehabt. Die „Times" schließt, die deutschen Wähler würden instinktiv wissen, baß die Wahl eines erhörten Monarchisten und erklärten Diener» des Hauses Hohenzollern zum ver- eibi^ten Präsidenten der deutschen Republik allgemein als Warnung und Herausforderung Europas aufgefaßt werden würbe (?)
„Daily Expreß" d ingt in bet vollen Breite der ersten Seite in Fettdruck bie Ueberschrift: „Der Schatten des vormaligen Kaiser» legt sich über Europa" und führt aus, ein Erfolg Hindenburgs bei der Wahl würde eine sofortige Rückwirkung auf Frankreichs Politik und seine Haltung in der Schul- denfrage haben. Frankreich wurde sich nur sicher fühlen, wenn es bis zu den Zähnen bewaffnet sei, unb bie Aussicht auf Zahlung der französischen Schuld an England würde in »verte Ferne rücken.
In einem Leitartikel sagt „Daily Expreß", die britische Politik habe bie Erholung Derrtsch-
Anhöruug eines kurzen Berichtes bes Marschalls Foch über den Stand der deutschen Rüstungen als .inopportun unb gefährlich" bezeichnet. Das Blatt fordert die vdlUge Kaltstellung RolletS, dessen Eintritt in em neues Kabinett die schwerwiegendsten Folgen für die nationale Verteidigung nach sich ziehen würde.
Im Quotidien greift heute der Generalsekretär der Liga für Menschenrechte den Oberkommissar Tirard heftig an. Der Grund für diesen Angriff ist die Aufrechterhaltung der Militärbeschlüsse trotz aller ausdrücklichen Anweisungen Herriots bereits vom Oktober 1924, an die Stelle von Militär Zivilisten zu setzen. Die einzige Aenderung, die eingetreten sei, sei diejenige. bah an Stelle des einen Militärbureaus ein anderes getreten fei. 3m übrigen aber fei alles beim alten geblieben. Der Generalsekretär fordert energisch, dah Tirard sich entweder den Weisungen der Regierung unterwerfe, oder, falls dies nicht der Fall fei, ihn seines Postens zu entheben.
Die Foch-Entscheidung der Betschaftetkonfetenz überreicht.
London, 14. Avril. Nach einer Meldung des Londoner „Daily Telegraph" wurden die endgültigen Beschlüsse Marschall Fachs und der Versailler Militärkomitees zu dem Bericht der MilitLr-Kontroll- Kommission in Deutschland am Sonntag dem Sekretariat der Voischaf terkonferenz überreicht. „Daily Telegraph" fügt hinzu, den französischen und belgischen Konferenzmitgliebern sei von ihren Regierungen mitgeteilt worden, daß übet die Fragen, die in dein Bericht enthalten sind, kein weiterer Fortschritt erwartet werden kann. .
Poinear » Kamps gegen bie deutschen Vorschläge.
Aewhork, 13. April. Der „Public Ceöger" in Philadelphia veröffentlicht einen Artikel PoincaröS zur Sicherheitsfrage. Poincare bekämpft darin die deutschen Dorfchläge unb behandelt besonders eingehend die polnische Frage. Er erinnert dabei die Bereinigten Staaten daran, daß sie ger-be wie Frankreich eine Garantie für die Grenzen Pel.'nS übernommen haben.
lands ermöglicht, aber diese Erholung scheine für Deutschlands Seelenheil allzu rasch erfolgt zu sein. Vie Tatsache, daß eine Reichsmark 5 französische Franken wert sei, habe eine ähilliche Wirkung auf die nationale Psychologie rote die alten Potsdamer Paraden. Die Deutschen machten sich nicht klar, daß bie Wahl Hindenburgs gleichbedeutend mit der Wahl de» Marschalls Foch zum Präsidenten von Frankreich sein würde. Hindenburgs Wahl würde ein Unglück erster Ordnung sein. Seine Niederlage würde, wenn sie nicht überwältigend ausfallen sollte, die üble Wirkung seiner Nominierung nicht beseitigen, selbst wenn lediglich eine starke Minderheit de» deutschen Volkes ihn als Präsidenten wünsche, werde die Rückwirkung in Frankreich sofort zu verspüren fein. Poincarvs Rückkehr zur Macht werde unvermeidlich sein. Der schwindende französische Militarismus werde wiederbelebt werden und die Stimmen der Gemäßigten würden vom Brausen der Flugzeuge erstickt werden. Das Blatt schließt, wenn Hindenburg wirklich seinem Lande einen Dienst zu erweisen wünsche, könne er nichts Besseres tun, als seine Kandidatur zurückzuziehen.
Marx in Königsberg.
Königsberg, 14. April. Der Kandidat des Bolksblocks, Reichskanzler a. D. Marx entwickelte heute abend vor einer zahlreichen Hörerschaft fein Programm zu den wichtigsten Grundzügen und Problemen der deutschen Politik.
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TaS gekränkte „Reichsbanner".
Berlin, 14. April. Die Berliner Linkspresse ist wieder einmal höchst indigniert. In dem schönen Städtchen Rheinsberg/berühmt durch da» Schloß, in dem der alte Fritz seine heitersten Jugendjahre verlebt hat, sollte zu Ostern ein „Republikanischer« Tag" stattfindeii mit Fackelzug und allerlei Veranstaltungen des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Der Rheinsberger genius loci hat sich aber ein wenig gesträubt, gegen diesen modernen Geist. Der KutSvorsteher ließ die schwarz-rot-golbnen Gäste nicht in daS Schloß hinein, in dem eine Inventur ftattfanb und verhinderte auch den Einzug der Fahnen und Fähnchen in den herrlichen Schloßpark . Es hat bann noch einige Reibereien mit der Bevölkerung gegeben, wobei Reichsbannerleute verhaftet wurden; und eS«ist eine Abteilung Gendarmen, die man jetzt Landjäger nennt, mit einem Maschinengewehr zum Schutz der friderieianischen Erinnerungen gegen den Reichsbannergeist aufgeboten worden. Die Linke verlangt nun ftrenge Untersuchung und eS mag geprüft werden, ob des Sitten etwas zuviel getan ist. Aber die Neigung der Reichsbannerleute zu polizeiwidrigen Ausschreitungen ist doch bereit» gerichtsnotorisch. Warum schickt man die jungen Leute bei so herrlichem Wetter, nicht lieber in den Wald hinaus?
Der Saatenjtanb im Deutschen Reich Anfang April 1925.
Berlin, 8. Avril. Dank des außerordentlich milden und schneearmen Winters sind die im Herbst bestellten Saaten allgemein gut durch den Winter gekommen. Aus- winterungsschüden dürften in diesem Sabre nur in ver
hältnismäßig geringem Umfang« entstanden fehl. Die Saaten haben sich im allgemeinen günstig entwickelt. Ihr Stand wird zumeist al» gut, teilweise sogar al» üvvig bezeichnet. Bet den Roggen» und Eerster'aaten zeigen sich In manchen Gegenden als Folge des Nachwinters im März zwar gebliche Stellen, die sich bei an« baltenber günstiger Friihjahrswitterung jedoch bald wieder verlieren dürften. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2 — gut, 3 = mittel, 4 — gering, lautet die Beurteilung im Reichsdurchschnitt für Winterweizen 2,6 (gegen 3,2 Avril 1924), Winterroggen 2,5 (3,4), Winter« spelz 2,7 (2,7), Wintergerste 2,6 (3,4). Während durch die Witterung im allgemeinen Winterschäden nicht entstanden find, ist anbemteils vielfach großer Schaden durch tierische Schädlinge, hauptsächlich durch Ackerschnecken, Mäuse und Krähen verursacht worden, wodurch bereit» Umpflügungen notwendig geworden sind. Die Frühjahrsbestellung der Felder, welche durch die Ungunst des Märzwetters zeitweise unterbrochen wurde, ist nunmehr überall im Gange.
Feierschichten im Saarbergbau.
Saarbrücken, 14. April. 3n einer Besprechung der Bergwerksdirektion mit- den Organisationsverlretern machte Direktor Sainte Claire Deville davon Mitteilung, daß die Bergwerksdirektion sich infolge Absatzmangels genötigt sehe, für den Monat Ahril zwei Feierschichten «lnzulegen. Für Mai seien weitere Feierschichten unvermeidlich.
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Ausland
Die Regierungsbildung in Belgien.
Brüssel, 14. Avrll. Der König bat Bänder» velde, die Bildung des neuen Kabinetts zu übernehme«. Vandervelde behielt sich seine Zusage vor, da er zuvor seine Freunde zu Rate ziehen will.
An» Sowletrnßland.
Moskau, 14. Avril. Rvkoff, der beute in Leningrad eingetroffen ist, erklärte nach einet Meldung der Ressifchen Telegravben-Agentur Preßevertretern, daß der Privathandel noch lange Zeit eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft der Sowjetunion ivielen werde. In den letzten Monaten habe de» Warenumsatz sehr »ugenommen. Weder der staatlich« noch der genoßenschaftliche Handel könnten ihr Kapital entivrechend dem Wachstum bet Eesamtwirtschaft ve» größer». Die Beziehungen zwischen dem staatlichen urtX dem Privathandel müßten ausschließlich auf einer 6* Tu üben wirtschaftlichen Konkurrenz aufgebaut werden. Administrative Behinderungen des Prkvatkavital» sei«« unzulässig.
Im Hinblick auf den Sturz de» Kabinett« Herrtot sagte Rykoff, die Beziehungen Frankreich, zu bet Sowjetunion würben durch bie neue Regierung kaum verschlechtert werden,' es sei unbedingt nötig, von dem toten Punkte in bet Frage bet Beziehungen m Frankreich loszukommen.
Moskau, 14. Avril. In einem an bie Gläubigen gerichteten Aufruf bet Synode, bet von bem Vorsitzenben der Synode, dem Leningrader Metropoliten Benjamin und den Mitgliedern bet Synobe, bett Me- trovoliten, Erzbischöfen unb Kirchengelebrten unterzeichnet ist, wird ausgeführt, baß die Bewegungen gegen den Patriarchen Tichou, die diesen 1923 veranlaßte, sein Amt niedetzulegen, nicht seine Person be» känipste, sondern die der Kirche schädliche Richtung seiner Kirchenpolitik. Der Tod des Patriarchen mach« es allen Ortbodoren zur Pflicht, den Gegensatz in der Kirche zu überwinden und sich wieder zu vereinigen. Die Synode fordere die Geistlichkeit auf, gemeinsam für die baldige Einberufung eines Kirchenkonzil» tätig zu fein, das die Ausgabe habe, den Zwist in dem kirchlichen Lager beizuleaen.
Attentat auf den König von Bulgarien.
fk. Sofia, 15. April. Als- der König heute vormittag im Automobil auf der Straße Orchania nach Sofia fuhr, wurde aus bem Hinterhalt von einer Bande, bie der agrar-kommunistischen Einheitsfront angehörett, Schüsse auf ben königlichen Wagen abgefeuert. Der Lenker unb ein Junger Naturforscher würben tödlich getroffen, der König blieb unverletzt unb kehrte nach Sofia zurück.
Man ist überzeugt» baß bie Angreifer keine Kenntnis davon hatten, daß der König sich in dem Automobil befand. Eine Truppenabteilung ist so- fort zur Verfolgung der Bande abgesandt worden.
fk. Peking, 15. April. Der zum Botschafter in Berlin ernannte amerikanische Gesandte Schur- mait ist nach Schanghai gereift, von wo er sich am Sonnabend auf dem Dampfer „Präsident Jackson" nach Washington begibt.
Sarmann hingmchlrl
fk. Hannover, 15. April. Heute morgen 6 Äh» wurde durch den Scharfrichter Gräpler aus Magdeburg der Kaufmann Fritz Sarmann, der durch Urteil des Schwurgerichts vom 19. Dezember 1924 wegen mehrfachen Mordes zum Tode verurteilt worden war, im Hofe des hiesigen Gerichtsgefängnisses hin- gerichtet. Der Verurteilte machte einen sehr gefaßten Eindruck und erklärte, daß er feine Taten bereue unb .als Mann sterben wolle. Die Straf- Vollstreckung war in wenigen Sekunden erledigt.
flroolWe SontSnaWtee
' Unfall auf einer Rutschbahn.
Berlin, 15. April. Auf einem Rummelplatz in in Potsdam drang gestern einem Studenten beim Hin abgleiten aus einer Rutschbahn ein großer Holzsplitter so tief in den Oberschenkel ein, dah bi« Spitze des Splitters an der Hüfte herauskam. De» Verunglückte wurde bewußtlos ins Kraukeueh^uS gebracht. Die Rutschbahn wurde sofort polizeilich ge* Wvsi«.