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3«tn franzöfischen Finanzproblem.
Parole Sindenbun,
auf Sturm. Hindenburg
dal. Zeit
er» en
Sie Frage,
sch'and.
Oezänk
Beratungen im Linkskartelk.
ff. Paris, 11. April. Heute vormittag traten die zunl Kartell der Linken gehörenden vier Fraktionen zusammen, um über die durch dien Demission geschaffene Lage zu beraten.
Am Nachmittag wird eine Konferenz stattfinden, an der auch die Senatoren, die zur demokratischen Linken gehören, also die radikalen Senatoren, teilnehmen werden.
auch, daß der Kampf geführt wird um De - Daß wir endlich erlöst sein wollen aus dem der Parteien und dem Einfluß des Ausland:' land soll seinen Weg nehmen zu friedliche . aufstieg. Monarchie oder Republik, das s... für ruhigere Zeiten. Jetzt haben wir eine in ihr gilt es zu arbeiten zum Wohle des 1 Das ist der Sinn der
Parole .Hindenburg".
lichen Beziehungen zu Kaiser Wilhelm sind nicht so eng, wie die Gegner eS darstellen. Daß ee in Doorn wegen der Annahme der Kandiöaiur um Erlaubnis gefragt habe, ist eine Fabel. Das Charakter ristische an feiner ganzen politischen Haltung war doch vielmehr, daß er nach dem Ausbruch der Devolution nicht daS Oberkommando niedergelegt, sondern die Armee in die Heimat zurückgeführt hat. Und den Dank Eberts hat er ruhig entgegengenommen.
Run gut, wir wissen, daß es einen harten Kampfs geben wird. Alle Mann auf Deckl Wir wissen aber
In dem anschließenden Meinungsaustausch ist bestimmt worden, daß die Vorschläge Loucheurs dem Finanzausschuß der Kammer unterbreitet werden, er damit beauftragt werden rolf, sie, wenn möglich, miteinander in Einklang zu bringen.
ft. Paris.lt. April. Mach einer längeren Ver- leidtgungsrede Herriots, in der er die Finanzgebarung »er Regierung und der Bank von Frankreich zu re-chi- vrttßcn suchte, ergriff Poincare das Wort.
Er erklärte, die llrsnche der Verschuldung Frank- »eichs vnh die Verlegenheit der Finanzvcrwattnng liege <n dem Versagen Deutschland». (?) Anstelle
Herriot -emWonjert
Ga SobiMlt ätolntati - Milieranb?
ersten Male zum Siege geführt werden.
Einstweilen freilich steht das Barometer Die Linke rast Je weniger man gegen sagen kann, um Io deftiger wirst man ihn
Mit Jarres wurde zum ersten Male der Versuch der Ueberparteilichkeit oemacht. mit Hindenburg soll er zum
Wei -ührer der Linken zur Zeit, zu sagen weiß:
„Wie er (Hindenburg) das Opfer der Einflüstrungen gewinn- Parteivolitiker geworden ist, würde er auch als Reichspräsidenl der Svielball seiner Umgebung sein.... Durch die Aufstellung Hindenburgs verliert die Wahl iede höhere Bedeutung, sie ist herabgedrückt au? das allerniedrigste Parteiniveau. Hindenburg ist der Kandidat der Deutschnationalen. Hindenburg ist nur A t r a v v e. Hinter dieser A.rappe verbirgt stch der ganze Jammer der Parteivolitik."
Herr Marx, der Mann des preußischen Kuhhandels, trieft also Hindenburg gegenüber von libervarteilichkeit.
Das tollste an der bisherigen Hetze gegen Hindenburg ist aber, das; die Linke nach altem Rezept das Ausland msbil zu machen sucht. Wir haben schon öfter darauf binsewiesen. wie sehr gerade diese Art jedem Deutsch- fublenden ins Gesicht schlagen muß: man empfindet das anr der Linken scheinbar gar nicht. Frankreich wünscht dch Marr, wahrscheinlich noch lieber Wirtb oder Braun, nie reden Deutschen ist klar, daß Frankreich nichts tut, uiu uns zu stärken — also —!! Aus dem Auslande
001111 auch unserer Weltpresse, über deren po- rinlchen Einfluß bei uns man stch (trch der Zahlen!) offenbar im Nuslande immer wieder tauscht, der Ball zngeworfen: Hindenburg — dasistdieMonarchie, "r wll oer Platzhalter der Hobenzollern sein: Hinden-
? 'ss ber Krieg. Das ist zwar blühender Ilnfinn und Kinderschreck, aber es wird der Ton sein, auf dem man retzt 14 Tape hausieren geht Die „Germania" schreibt in voller Wut:
»Wenn die Manager der Kandidatur Hindenburg etwa geglaubt haben sollten, daß die persönliche Rücksicht aus den greifen Heerführer die Gegner seiner Kandidatur etwa hindern würde, mit aller Schärfe die Klinge zu kreuzen, so muß ihnen mit aller Eindeutigkeit gesagt werden, daß sie sich getäuscht haben. Die Verantwortung aber fällt auf jene, die Hindenburg ge- rufen haben, der jetzt die Rolle eines Mac Mahon und >en Repräsentanten des monarchistischen Systems spielen soll." ,
So arbeitet man in Deutschland der französischen Propaganda in die Hände. - Segestes! Don den Franzosen wird natürlich in ihren derzeitigen inner- politischen Schwierigkeiten mit besonderer Freude die Aufstellung des Feldmarschalls von Hindenburg ausgenutzt, um das Schuh- und Düstungsbedürfnis der
vergangene Woche war erfüllt von der bangen
... wen der Reichsblock dem deutschen Volke als Präsidentschaftskandidaten Vorschlägen werde. Der Linksblock, der sich heute Volksblock nennt, batte sich unter der taktisch nicht ungeschickten (well parteipolitisch klugen) Führung des Zentrums iu Marr bekannt. Ma«
Reichspräfidentenwahl und Rutzenpsu i'i,
Berlin, 9. April. Zu der in der Presse auf» geworfenen Frage, ob die Mitglieder des Reichskabinetts der Meinung feien, dah die Aufstellung Hindenburgs die Vernichtung ihrer außenpolitisch:» Pläne bedeute, bemerkt die „Zeit", das Organ Stre- femanns: Die Außenpolitik der Reichsregierung ist international festge- l e g t. Es ist ganz selbstverständlich, daß diZe tsb i eit« Politik fortgeführt werden wird und fortgeführt werden muß. Das Reichskabinett kann in dieser Politik vom Reichstage desavouiert werden, dem die letzte Entscheidung über die-Verträge zusteht, die sich aus oer Außenpolitik ergeben können. Inwiefern Hindenburg im Falle seiner Wahl diese Politik durchkreuzen sollte, ist nicht erfindlich.
armen, unschuldigen Marianne von der ganzen Welt zu beweisen. Auf gewisse Erfolge ihre unzweifelhaft oeschickten Propaganda werden wir gefaßt sein müssen. Verbrecherisch handelt der Deutsche, der sie aus inner- politischen Gründen unterstützt. Vielmehr werden wir
Vachdruck darauf hinzuweisen haben, daß die Außenpolitik in Deutschland Sache der Regie» rung und des Reichstags, während der Reichs- Präsident hier nur eine repräsentative Stellung ein» nimmt. Selbst wenn Hindenburg wollte, so könnte er . ^Reichspräsident keine eigene Außenpolitik treiben, tote la auch Ebert Kabinette der verschiedensten Richtungen hat ernennen müssen. Aber man hat auch sonst im Ausland, von der deutschen Linkspresse unterstützt, auS Hindenburg einen ganz anderen Mann, als er in Wirklichkeit ist, gemacht. Daß Ludendorff jetzt auf feine eigene Kandidatur verzichtet, ist selbstverständlich und bedeutet keineswegs eine politische Gleichstimmung zwischen den beiden ehemaligen Heerführern. Auch von einem grundsätzlichen Entscheibungskampf zwischen Monarchie und Republik kann trotz der Aufstellung Hindenburg» nicht die Rede fein. Der alte General ist selbstverständlich Monarchist, aber seine Person«
Entschöstmng herbeisühren.
Berlin, 9. April. Der Dolksblock hat für den zweiten Wahlgang einen Aufruf erlassen, in die Parteien des Dolksblock« und die republikanischen Organisationen im ganzen Reiche aufgefordert werden, sich zusammenzuschließen und den Kampf für die Kan« didatur Marx gemeinsam zu führen für das vom Volksblock verfolgte Ziel: Für Vaterland, Volksftaat und Republik.
Sine Stimme der Vernunft.
ff. München. XI. April. In einem Brief, welchen bet langjährige Führer der bemokr-illsHa». Partei. Dr. Müller-Meinigen, zugleich bu ÄapAi ferne« Freundes Abg. "Rio. SAH.'m Sen-FÄKEkß»!
rückzr.-ahlcn und die schwebende Schull) zu vermindern. Äußeroem soll sie zum Rückkauf amortisierter Rentrntitel dienen. Um diese Kasse mit den nötigen Mitteln zu versehen, soll eine lOprozentige Abgabe erhoben werden von dem mobilen und immobilen Vermögen, mit Ausnahme des kleinen Grund» Znd Bodenbesitzes. Der Gesetzentwurf sehe außerdem die Beseitigung der Obliga- ttoihin der Nationalen Verteidigung vor, sowie die Schaffung. von Obligationen für die AmortisierunqS- kasse bis zu 50 Milliarden, die in 50 Jahren zurückgezahlt werden müssen, uns zwar wach dem zehnten Jahre durch Auslosung. Diese Obligationen tollen zwei Prozent Zinsen bringen, die von der Steuer befreit sind .
Dir Fiuanzgebarung der Bank von Frankreich.
Paris 9. April. Die heute veröffentlichte Wochen» bilanz der Bank von Frankreich weist einen Notenumlauf von 43 004 62185 Franken auf, was gegenüber der Bilanz der Vorwoche eine Vermehrung um 2100 896 650 Franken bedeutet. Damit ist der Oefsent- lichkeit bekannt gegeben worden, daß die gesetzliche Grenze des Notenumlaufs von 41 Milliarden um rund 2,5 Milliarden 'überschritten worden ist.
Der „Temps" bemerkt £it dieser Wochcnbilanz, daß die Ueberschrcitumr der Grenze des Notenumlaufs in den voraufgcgangencn Wochenbilanzen auf dem Posten „Diverse" sowohl unter den Aktiven wie unter den Passiven verzeichnet gdoekn war. Unter diesem Posten finde man auch den Gegenwert für die Erhöhung des Notenumlaufs, der heute in der Bilanz zutage trete, denn die heutige Wochenbilanz weise tatsächlich auf dem Posten „Diverse" unter den Aktiven eine Vermehrung von rund 926 Millionen und auf dem Posten „Diverse" unter den Passiven eine Verminderung um rund 1152 Millionen auf.. Der Posten „Vorschüsse an den Staat" weise 22 Milliarden Franken auf, also int Vergleich zur Vorwoche eine Vermehrung um 100 Millionen, jedoch keine Ueberschreitung des gesetzlich sestgelcgten Maximums von „Vorschüssen an den Staat" die gerade jetzt 22 Milliarden betrügen.
der ausgebliebenen Zahlungen batten sich 110 Milliarden Schulden und 90 Milliarden Zinsen für geliehene Summen eingestellt. Frankreichs Finanzen hätten sich nur durch das Vertrauen des Lande» und durch die Wiederherstellung des Budgetgleichgewichts solange erhalten lassen. Daran hättten alle Regierungen mitgearbeitet. Es wäre ungerecht, wenn man bedauvten wolle, daß die jetzigen Zahlungen Deutschlands irgend etwas mit der augenblicklichen Regierung zu tun b...ten. Die Ruhrbesetzung hat 2 Milliarden eingebracht und die Schaffung des Dawesplanes ermöglicht. Es könne aber doch nicht abgeleugnet werden, daß die augenblickliche Regierung die Ausgabe von neuen Banknoten, die ungesetzlich gewesen sei. genehmigt habe. Poincar4 erklärte zum Schluß, die Politik Herriots fei nicht geeignet gewesen, di« finanzielle Sanierung herbeizu- führon.
Ein neuer französischer Sanier« ngsplan.
Paris 9. Avril. Lavas will erfahren haben, daß der von dem Berichterstatter des Finanzausschusses der Kammer, dem Abg. V io kette, ausgearbeitete neue Sanierungsplan die Schaffung einer Amortisationskasse vorskht, die in erster Linie dazu bestimmt ist, die Vorschüße der Bank von Frankreich zu-
man auch den inneren Widerständen gegen Marr im sozialistischen wie im demokratischen Lager noch so viel Wert beilegen — es galt der Linken gegenüber einen Mann zu finden dessen Persönlichkeit die Unvartei- lichkettin sich selbst trug. Denn dartAmt de» Reichspräsidenten soll eben von den Parteiendunabhängig sein — das ist der Sinn der Volkswahl sonst hätte man auch den Präsidenten durch das Parlament wählen lassen können. E» galt eine Persönlichkeit zu finden, deren Leistung und deren politische Haltung vom ganzen deutschen Volke anerkannt wird. Als die Kandidatur Jarres, im Süden z. B., auf Widerspruch stieß, lag es nabe, feine Kandidatur zugunsten einer umfassenderen fallen zu lasten. Es spricht wieder für den staatsvoliti- schen Geist, in dem sich die im Reichsblock zusammen- geschlossenen Parteien geeinigt haben, daß sie auf Sonderwünfche verzichteten. Das wird namentlich der DeutiAen Volkspartei, die an dem tüchtigen und hoffentlich für Großes noch auf seienden Jarres festhalten wollte, nicht leicht gefallen sein. Doch nun haben wir sie, die einigende
Parole Hindenburg
Daß der greise Feldmarschall sich wieder einmal dem Vaterlande in schwerer Stunde nicht versagte, ist ein hohes Zeichen seines vaterländischen Pflichtgefühls. Wie Bismarck verzehrt er sich im Dienste am Vaterlande. Er war es, der in schwerster Stunde die oberste Heeresleitung übernahm, und alle iubelten ihm 8ti Daß Deutschland dem Ansturm der viel zu vielen erlag, war nicht seine Schuld. In opferbereiter Größe stellte er sich nach dem Zusammenbruch der neuen Republik zur Verfügung als es galt, das Heer zurückzu- führen. Immer wo seine Person in den letzten Jahren vor die Öffentlichkeit trat, geschah es, um zur Einigkeit, zum Deu»^„ein, Wahr- und Starksein zu mahnen. Niemals bat er seinen Fuß in die Niederungen des
_„r J s ■ 9- Apnl- Die zur Regierungsmehrheit gehe,enden vier Kammerfraktionen sind heute vor- Ml.tnr zujammengetretn nnd haben beschlossen in der h'Uipen Nachmittagssitzung eine Interpellation -".nanzlaae einzubringen und deren sofortig-, - i-llusston zu sord.rn. Hierauf ist über das Ver- gegenüber dem Regierungsentrvurfe betref- T r Q?e A"'"ung der Finanzen diskutiert worden. 9Ti,r;ni /t#rnbte be® Finanzausschusses, der Abg.
»klarte ausdrticklich, daß der Finanzaus- WUb alle ihm unterbreiteten Vorschläge prüfen kündigte der ehemalige Minister Loucheur an, daß er die Absicht habe, einen Gesetz- «ntw.'.'.s gegenüber dem Sanierungsplan der Regierung vorzulegen. Dieser Gesetzentwurf sieht die Schaffung einer vollständig gesunden Finanzlage auf Fonds »ur diese Kasse schlägt Loucheur folgendes vor: Verdoppelung der Einkommensteuer, und eine Steuer für luxuriösen Lebensaufwand. In gleicher Weise seien auch ununterbrochene Konversionen vorgesehen, um die Höhe der Schulden herabzusetzen.
Die Vorschläge Loucheurs sollen bei den Abgeordneten der verschiedenen Gruppen einschließlich der sozialistischen Gruppe günstig ausgenommen worden fein.
______ ..... sich. . Borwads" und „Bossllche Zeitlina" überbieten sich in An- ariifen und Verdächtigungen Man höre nur, was die -..Germania", das Statiner Zentrumsblatt und der
Sorben trifft die Nachricht ein, daß das Kabinett Herriot in Frankreich gestürzt ist. Die Bahn ist für Poincar4 oder wenigstens einen feinet Eesinnungs- Senosten wieder frei. Das linksgerichtete Kabinett Herriot ist, ebenso wie das sozialistische Kabinett Mac : Donald In England, eine Episode geblieben, was von Kennern der Verhältnisse von vornherein vorausgesagt wurde. Auch in Frankreich bat man einmal den Versuch gemacht, ob man mit der Geste der Versprechungen, der Friedensschalmeien und der großen Worte weiter _ kam. Der Versuch ist kläglich gescheitert. Innerlich ist »r bereits an dem Tage gescheitert, an dem Herriot in bent Kampf um die Kölner Zone un£ das militärische ®utod){en die Politik Poincares mit dessen eigenen vcitteln fortsetzte. In Frankreich wird die Politik durchaus von de, Außenpolitik beherrscht. Man darf also annehmen, daß Herriot gefallen ist, weil ihm die außen- politiichen Erfolge — besonders gegenüber Deutschland — versagt »heben. Den äußeren Anlaß zum Sturz gaben sowohl bas Problem der Stellung Frankreichs zum Va- than und mit ihr die eng verbundene elsaß-lothringische präge als die Finanzmlscre. Alle diese Fragen stehen kn engster Fühlung m,t der Außenpolitik und irgendwie auch mit dem deutschen Problem. Wie sehen, wie Frank- "'to zrelbewußt eine nationale Politik treibt, die wohl W ^Eekn verschieden sein kann, während das Ziel Mt Jahrhunderten das gleich« ist. Deshalb sollt« man oei uns gerade heute vor der Reichsvräsidentenwahl bcinus seine Schlüsse ziehen. Wir verweisen in dieser «eätebuns auf unsere Ausführungen in dem Artikel »Parole Hindenburg".
Hannover, 9. April. Das Direktorium her Deutsch-Hannoverschen Partei veröffentlicht 1 heute in der hannoverschen Landeszeitung eine Erklärung zur Wahl des Reichspräsidenten, in der es den Parteifreunden empfiehlt, ihre Stimme für den Generalfeldmarschall v. Hindenburg abzugeben. Ein Gewissenszwang solle indessen nicht ausgeübt werden.
Ludendorff und Hindenburg.
Bei einem allgemeinen'Tackelzuge zu Ehren des 60 Geburtstages Ludendorffs in München führte Ludendors (wie bereits kurz gemeldet) aus:
„Wir .haben heute die Nachricht erhallten, daß der beste 'Solbat des alten deutschen Heeres, Geiieralfeld- marschall von Hindenburg, die Kandidatur für Den Reichspräsidenten angenommen hat. Machen -sie sich klar, jvas das für einen Mann von über 77 Jahren bedeutet, machen Sie stch klar, was es heißt wenn dieser Mann sich dazu entschließt. Solches Opfer bringt der deutscheste Mann dem Vaterllaride. putsche Man» ner, deutsche Frauen!! Dieses Opfer soll uns allen ein Vorbild sem. daß wir es ihm gleich iu tun suchen, daß jeder fein Opfer bringt. Von Ihnen erwarte ich, daß Sie eintreten bis zum Aeußerften, daß dieser Aiann am 26, April tatsächlich gewählt wird, damit Deutschland wieder ehrlich wird."
Ludendorff schloß damr seine Aiisfübrungen mit den Worte»: „Kameraden, deutsche Mänuer und Frauen! Die Linie meines Lebens ist der Kampf für das Leben und die Freiheit de» Volkes . Für diesen Kampf erbitte ich Ihre Mitarbeit."
Schweizer Stimme» .Londoner W-tte«.
Basel, 9. April. Der Baseler Anzeiger schreibt zur Aominierung HindenburgS: Hindenburgs Berufung bedeutet den sicheren Derfall der Herrschaft des Linksblocks. Die deutsche Rechte hat einen meisterhaften Schachzug getan. — Aus London wird gemeldet: Rach Bekanntwerden der Hindenburgdidatur nahmen di« Wetten bei Lloyd über den Ausgang der Wahlen einen sensationellen Charakter an. Der Stand der Wetten für einen Sieg des Rechtskandidaten stieg sprunghaft von 5 auf" 15 zu 1.
Budapest 9 .April. Zu der Kandidatur Hindenburg schreibt der „Bester Llovd", Hiudenburas Naim sei das Symbol der deutschen Geschichte geworden und bedeute für weite Kreise deS deutschen Volkes mehr als einen bloßen Ervonenten von Varteiinteressen. Hin- denburas Name sei ein« Fahn«. bk letzte aroße und reine Fahne, bk der deutschen monarchistischen Bewegung ' erhalten geblieben fei. Ob es klug von de» Deutschnationalen gewesen fei, den offenbar widerstrebenden greisen Heerführer vor eine Zwangslage ?u ‘tetten, wird sich noch zu erweisen haben. Jedenfalls wirb der Präsidentschaftskampf, der im ersten Wahlgaim mit imponierender Ruhe unb Besonnenheit vor sich ging, jetzt mit neuer Heftigkeit auflodern. Der Name Hindenburg werde sicherlich auf jene Wähler «ne» üggestiven Einfluß ausüben, die, über die Parterzer- litteruiy des deutschen Volkes verzweifelt,, sich m->ber von den Wahlen ferngehalten haben. Diese Maßen werden am 26. April daS Zünglein an der Wage sein und in dem in neu entflammter Leidenschaft entbrannten
Kampf um bk künftige deutsch« Staatsbestimmung btt
Pacleikampfes gesetzt. Er ist und bleibt das Symbol alles dessen, was Deutsch heißt.
Wohl mag bei der Entlchedung über die Kandi- datensrasc sich mancher gescheut haben, Hindenburg einem Wahlkampfe auszusetzen, aber es mußte gewagt werden
um Deutschlands willen.
Denn der erste Wahlgang bat uns ja gezeigt, bis zu welchen trostlosen Zuständen her Parteigeist sich verirren konnte.
ff. 11. April. Die Regierung ist bei
Zer Abstimmung über die Tagesordnung der bemofrati» wen Link«« des Senats mit 132 gegen 156 Stimmen i» kr Minderheit Bebliebten.
Das K«bi«ett hat daraufhin beschlossen, znrückzutreten. Es wirb dem Präsidenten ein Schreiben ßberreiche», in dem es die Demission de» gesamten Ministeriums mitteilen wird.
ff. Paris, 11. Avril. Der Präsident der Republik hat die Demi ff ton des Kabinetts Herriot angenommen.
Der offizielle Bericht.
fk. P a, i s, 11. April. Quai d'Orsay hat gestern pbend folgendes Communiqu^ ausgegeben: Infolge der Abstimmung im Senat hat Herriot gemeinschast- sich mit seinen Mitarbeitern heute abend 10 Uhr dem Präsidenten der Republik die Demission des ge- Kmtcn Kabinetts angeboten. Der Präsident hat e Demission angenommen und die Minister gebeten die Geschäfte »erläufiff weiterzuführen.
Deutsche Blätterstimmen.
Berlin, 11. Avril. Zum Sturze Serriots öndelt neti6htW: 5m ®runbt «-n-mmen
den gegenwärtigen Dingen in ■ xentt< "Echt um Fragen der Finanz-
solid.-»» um eine Eesamtabrechnnnq mit Serriot und feinem pslitifcheu Programm.
L A« 8w-i Frage» sei die Politik Herriots grschrrtert. An der Opposition die et Rrfi r» und in den religiös eingestellten ^'dst geschaffen habe unb an der »rrhai gn,gos-krn -Lntrvrckelung der Finanzen.
r PAke* Vertreter des ^Berliner Tageblattes" nrirh 1'„V,b9flnS Dem scheidenden Herriot
«rrt in der ganzen Welt anher Poincarö und Mille- M Sa5 Zeugnis versagen, daß er mit auf, '^,'^e uach der Befriedung Europas gestr-bt -hM 1 °-«E. aber er war zu jeder
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