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Der greise Feldmarschall hat sicher geglaubt, seine BereitschaftSerklSrung dem Vaterlande Dienst zu erweisen und ihm auch dieses noch schuldig zu sein. Politischer Ehrgeiz fhn nicht. Den treuen Manu ehrt eine

Berlin, S. Avril. Bo« Reichsblock wird mit- eetcilt:

Der Reichsblock hielt heute vormittag eine entschei­dende Beratung Liber den Kandidatur für de« zweiten Wahlgang ab. Sm ganzen Verlaufe der Verhandlungen lieb Jarres keinen Zweifel darüber, dah an seiner Person die Erweiterung der Basis des Reichsblockes nicht scheitern dürste. Nachdem die Bayerische Volks- p-itei mitgeteilt hatte, dab sie eiuer Kandidatur Siu- denbnrg rustimmen würde, bat Jarres telegraphisch, »o» seiner Aufstellung Abstand zu nehmen und empfahl dem Reichsblock dringend, Hindenburg die Kandidatur z« übergeben.

Der Reichsblock beschloh daraus mittags, die Kandi­datur Hindenburg anzubieten, die dieser soeben an­genommen hat. Die Bayerische Bolksvartei, die Wirtschaftspakte;, der Bayerische Bauernbund und die Seutich-Hanoversche Partei haben sich auher den im Reichsblock vereinigten Parteien und Berbänden dieser Kandidatur angeschlosien und sind damit dem Reichs­block be-getreten.

Die Rationalsozialifte« für Hindenburg.

München, 9. April. Zu Ehren Ludendorffs anläßlich seines 60. Geburtstages veranstalteten am Mittwoch abend eine Reihe von völkischen Ver­bänden in München eine Kundgebung mit Fackel­zug. Ludendorff hielt hierbei eine Rede, in der er auch auf die Annahme der Reichspräsident- schaftsknndidatur durch Hindenburg zu sprechen kam und der Erwartung Ausdruck gab, daß seine An­hänger für die Wahl Hindenburgs ein­treten.

' Aussührungsoorschristen des preußischen Innen­ministers.

Für den zweilcn Wahlgang sind die gleichen Stimm­listen und Stimmkarten wie im ersten Wahlgang zu verwenden. Ihre Berichtigung darf sich iedoch nicht nur auf die Streichung etwa verstorbener Personen usw. be­schränken, sondern muß auch Zu- und Abzug um­fassen. Der Stimmzettel erhält am »Kopf den

liches Verhalten und seine eiserne Pflichterfüllung auch dem unglücklichen Vaterlande gegenüber ge­ehrt hat. Zum Dank dafür werden Millionen Deutsche ihn wählen, darunter auch solche, die unter anderen Umständen lieber einen Hindenburg ganz außerhalb des politischen Spiels gesehen hätten. ,88 gilt nun» die Irrungen und Wirrungen der letz­ten Tage schnell vergessen zu machen. Ueber die begangenen Fehler und ihre etwaigen Folgen wird erst nach dem 26. April zu reden sein.

Einigen Trost bereitet jedenfalls den Anhän­gern des Reichsblocks der Blick auf die große Einigkeit im Linksblock. Diekulturpolitischen Be­denken" der Demokraten gegen den Zentrumsfüh­rer Marx treten natürlich bei den Sozialisten in verstärktem Maße auf. Besonders in Sachsen und «m Rhein macht sich die Zentrumsfeindschaft der Linken Luft. Der sozialistische sächsische Lehrerverein macht gegen die Kulturpolitik des Zentrums mobil! die Leipziger Volkszeitung erklärt, daß sie nie aus ihrer Abneigung gegen Marx ein Hehl gemacht habe, und ruft zu Volksversammlungen auf, in denen für die kirchenfreie weltliche Schule demon­striert werden soll. In rheinischen Versammlungen der Sozialdemokraten wagt man keine Diskussion über die Kandidatnr Marx zuzulassen, und Herr Sollmann verteidigt dies im Vorwärts so eigen­artig, daß man das schlechte Gewissen laut schlagen hört.Wir bleiben scharfe Gegner der Kulturpol- tik des Zentrums", so schreibt er. Nicht für das Zentrum solle man am 26. April stimmen, son­dern für Marx, der auf einer Stufe mit Wirth und Joos und Jmbusch stehe. Nanu? Ist das wahr? Was sagen dazu die rechtsstehenden Katho­liken?

klären. Damit sind die seinerzeitigen Gerüchte übyj»

Die Stimmen des Auslandes.

fk. Rom, 9. Avril.31 Risorgimento" schreibt, daß die Aufstellung desmystischen Hindenburg" zum Reichspräsidenten von Bedeutung sei, weil sie den Zu- nmmenhalt des Blocks der Rechte »bedeute. Der Ber­liner Korrespondent desMessaggero" bemerkt dagegen, daß die Kandidatur Hindenburgs Schwierigkeiten für das Kabinett Luther bringen könne.

Nachdem bis zum letzten Augenblicke die Ent­scheidung geschwankt und der FeldmarschaN von «eitern seinen Verzicht zugunsten des Dr. Jarres ausgesprochen hatte, ist am Mittwoch vom Reichsblock doch Hindenburg als Kandidat aufgestellt worden. Er hatte sich von Herrn v. Tirpitz be­stimmen lassen, im äußersten Falle noch zur Ver­fügung zu bleiben, und die Deutsche Volkspartei stellte schließlich ihre Bedenken zurück, um nicht die Einheit des Rcichsblocks zu sprengen. Denn die Wssttschaftspartei war darin der Bayrischen Bolks- pa .tci beigetreten, daß sie nur für eine Kandidatur Hi /denburg die Parole ausgeben, sonst aber ihren Ätchängern die Stimmabgabe frei geben wollte. Auch die Welfen erklärten sich für Hindenburg.

Der Ausruf M Rcichsblocks.

Der Aufruf des Reichsblocks zum zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl spricht zunächstDr. Jarres den Dank der Millionen auS, die hinter ihm stehen.

Sodann heißt es: Am 26. April den Endsieg für den vaterländischen Gemeinschafts- gedanken zu erringen, ist das Ziel aller Deutschen, bte das Vaterland über die Partei stellen. Diesem «edauken folgend, haben die Bayerische Volkspartei, der Bayerische Bauernbund und die Deutschhannoversche Partei erklärt, sich auf Hindenburg als gemeinsamen Kandidaten mit den im bisherigen Reichsblock zu- sammengeschlossenen Parteien und Berbänden vereini­gen zu wollen. Dr. Jarres folgend, hat die nunmehr io verstärkte Front des Reichsblvcks beschlossen, dem deutschen Volke den Mann für das Amt des Reichspräsidenten vorzuschlagen, dessen Name in aller Welt das Programm deutscher Ehre, Treue, Kraft und Festigkeit bedeutet: Generalfeld- marschall v. Hindenburg. Hindenburg hat als der getreue Eckhart des deutschen Volkes sich diesem Ruf nicht entzogen, sondern sich in stets bewährter Pflichterfüllung bereit erklärt, das große Opfer feiner Kandidatur zu bringen. Wir betrachten es als die ganz selbstverständliche Oflicht aller Deutschen, sich mit ganzer Kraft und Hingabe für unseren Hinden­burg einzusetzen. Hindenburg war Euer Führer in

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DieSiegerpolitik" hat Frankreich nun glücklich in Finanzschwierigkeiten peinlichster Art geführt. Das Land und Volk, das sich nach dem Versailler Frieden politisch ein Herscherdakein und wirtschaft­lich ein Rentnerdasein auf Kosten des besiegten Deutschland erträumt hatte, sieht sich nun zu steuer­lichen Eingriffen in das Kapital gezwungen, wie sie mit einer gesunden und normalen Finanzpolitik nicht mehr zu vereinigen sind. Der Senator de Monzie hat einen Sanierungsplan ausgearbeitet, der neben einer künstlichen Inflation eine Kapital­abgabe zur Verhütung weiterer Krisenentwick- lungen vorsieht. In vorderster Front des Finanz­kampfes steht Herriot, der sich leidenschaftlich toben­den Gegnern gegenübersieht und dabei der Unter­stützung des sozialistischen Flügels seines Blockes durchaus nicht sicher ist. Gleichzeitig mit dem Sa­nierungsplan und im engsten Zusammenhang mit diesem wird bekannt, daß die Bank von Frankreich monatelang ihre Bilanz gefälscht hat, um die Tat­sache erhöhten Notenumlaufs zu verbergen. Die Linkspresie wirft dem Präsidenten der Staatsbank vor, daß er nicht weniger als vier Milliarden un­rechtmäßiger Weise zu Wahlzwecken den Führern des Nationalen Blockes zur Verfügung gestellt hat und,daß das ganze Finanzelend, was an sich ja nicht unrichtig ist, eine Folge der nationalistischen Block­politik ist. Die Stellung Herriots wird auch durch die Gegnerschaft des Senats erschwert. Im Senat ist anläßlich der Aussprache über den öffentlichen Unterricht ein Mißtrauensvotum gegen den llnter- richtsminister mit einer Mehrheit von 138 gegen 134 Stimmen angenommen worden und zwar auf Grund der Behandlung der »nationalistischen Kra­walle im Studentenviertel. Die nächsten Tage wer­den also interessante Entscheidungen bringen. Die gesamte Presse der Rechten verhöhnt dieFrei­willigkeit" der geforderten Kapitalsabgabe, da ja ein Zeichnungszwang gegen diejenigen Kapitalisten vorgesehen ist, die nicht freiwillig den zehnten Teil ihres zur Einkommensteuer angegebenen Vermögens gegen die geplante Verzinsung von 3 Prozent ab- geben wollen. Wenn Politik und Eeldinteressen in dieser Weise zusammen fallen, wie es in Frankreich u* d" Fall ist, und wenn man in Rechnung iteut, daß auch ein kehr beträchtlicher Teil der bür­gerlich-radikalen Wählerschaft Herriots sich nicht 9er ws Portemonnaie greifen läßt, erscheint die Stellung des Kabinetts als nicht gerade sehr ge­sichert. Es ist nun allerdings zu befürchten, daß Herrwt auf dem Gebiete der Außenpolitik, in der Stellungnnahme zum deutschen Sicherheitsvorschlag, versuchen wird, eine Ablenkung für die Unzufrieden­heit der nationalistischen Kreise zu schaffen.

Gefälschte Bilanz je« Bank von Frankreich?

Paris, 8. April. Die FinanzkomMission der Kammer hat die Beratung der Finanzdorlage de Monzies gestern abend um 9 Uhr wieder ausge­nommen. Von 44 Mitgliedern waren nur 4 anwesend. ®e Monzie wurde während zweier Stun­den von der Kommission angehört. Die Kom­mission ers-chte ihn um Erklärungen darüber, wie diejenigen, die ihr Vermögen im AuS lande angelegt hätten, zur Bezahlung der Steuerabgabe herangezogen werden können, und wie zukünftig die Kapitalflucht verhindert werden soll. Nachdem de Monzie die Kammer verlassen hatte, schloß sich eine Diskussion an. Das zum Schluß der Sitzung ver­öffentlichte Kommunique teilt mit. bah nacheinander Herriot und de Monzie von der Kommission angehört worden sind, und dah mit 18 gegen 14 Stimmen der Vorschlag eines Mitgliedes abgelehnt wurde, die Fi­nanzvorlage de Monzies in zwei Teile zu trennen, nämlich in eine Vorlage über die Erhöhung des Dank­notenumlaufs und eine solche über die Vermögens­abgabe. Nach Verlassen der Kammer machte ein Mitglied der Kommission folgenden Ausspruch: Man wird vor den französischen Steuerzahler treten müssen, um ihm zu sagen: »Bezahle entweder 10 v. H. Seines Vermögens, woraus du für die dir ausge- händigten Scheine 3 v. H. Zinsen erhalten wirst, oder du mußt es über dich ergehen lassen, daß daS gleiche Zehntel deine- Vermögen» innerhalb von 5 Jahren durch Steuern ohne Zinsen erhoben werden wirb. 3m Verlaufe der Sitzung bestätigte de Monzie, dah der um 2 Milliarde« erhöhte Danknotenumlauf im ganzen 43 Milliarden Franken betrage. ES bleiben somit nur nod) 2 Milliarden neue Danknoten auszugeben. Dieses Eingeständnis bedeutet, bah die Bilanz der Bank von Frankreich bi» jetzt gefälscht war. ES verlautet, dah die Regierung der Dank von Frankreich diese ' Fälschung aufgezwungen hat, in der Hoffnung, daß es ihr in der Folge möglich sein werde, den Dank­notenumlauf wieder unter das gesetzliche Marimum von 41 Milliarden Franken zu bringen. Der Gouverneur > der Bank von Frankreich soll sich seinerzeit geweigert 1 haben, sich mit diesem Manöver einverstanden zu er-

großer, schwerer Zeit! 3hr seid ihm gefolgt! Ihr habt ihn geliebt! Er hat Euch nicht verlassen! Kämpft für ihn auch jetzt, wo er, der alte Führer, treu wieder «n Eure Spitze treten will, um dem Dalerlande in Frieden und Aufbau zu dienen. Unsere Lesung lautet deshalb: Mit Hindenburg zum Sieg! Für die Ein­heit aller Deutschen, für christliche Art und sozialen Fortschritt, für des Vaterlandes Größe und Freiheit! Hindenburg, der Retter aus der Zwietracht.

Der Reichsblock.

Ministerpräsident Herriot bat nach einer weiteren Meldung gestern den Antwortentwurf auf die deutsche Anregung hinsichtlich des Abschlußes eines Sicherbeits» vakts, mit Anmerkungen versehen, au seine Verkäster den politischen Direktor im Ministerium des Aeuberm Laroche, den Kabinettschef Bergery und ' Justitiar Fromageot zurückgegeben. Nach Matrn" wird noch eine zweite Korrektur ..... meiteten abänberungen erfolgen, so daß, wie es scheint, die französische Antwort nicht sofort den Alliierten zur Kenntnisnabme unterbreitet wird, was die llebeueichung der Antwortnote in Berlin etwa» binauszogern könnte.

. , solche

Auffassung, wie ihn sein bisheriges überpartei-

AufdruckReichsvräsidentcnwabl II. Wahlgang". Um 'die versehentliche Verwendung von Stimmzetteln, die Ifür den ersten Wahlgang bestimmt und unverwendet ge­blieben waren, zu verhüten, wird der Neichsinnnen- minifter anordnen, daß für die Stimmzettel grüne»

Berliner Blätterstimme«.

Berlin, 9. April. Die Nachricht, dah der Reichs­block die Kandidatur Hindenburg aufgestellt und da i Hindenburg die Kandidatur angenommen hat, wurde, da sie ziemlich spät bekannt wurde, nur von wenigen Berliner Abendblättern kommentiert.

Die »Dossische Zeitung" bezeichnet die Aufstellung der Kandidatur als eine Niederlage der Deutschen Volkspartei und erHärt, daß trotz des scheinbaren Zu­wachses, den die Bayrische Volkspartei und die Deutsch­hannoveraner dem Reichsblock bringen, die Kandi­datur Hindenburg weit schlechtere Aussichten habe als eine Kandidatur Jarres. (?)

Das .Achtuhr-Abendblatt" nennt die Kandidatur Hindenburg eine ausgesprochene Verlegenheitskandi­datur. Das Blatt glaubt zu wissen, daß die volks­parteilichen Vertreter sich bei der Abstimmung über die Kandidatur Hindenburg der Stimme enthielten.

DerVorwärts" bemerkt, die Kandidatur Hinden­burg sei eine außenpolitische Katastrophe und er­wartet einen Wahlkampf, wie ihn Deutschland noch nicht geführt hat, und dessen Folgen unabsehbar sind.

Die Spätabendausgabe deSTag" dagegen be­zeichnet Hindenburg als den kommenden deut­schen Führer.. Jarres habe immer erklärt, dah an seiner Person nichts liege und dah er in dem Augenblick gern verzichten wolle, wo es gelingen sollte, den volkstümlichsten Deutschen zur Annahme des höchsten Amtes zu bewegen. Hindenburg sei weit mehr als der Kandidat nur einiger Parteien und Verbände, und er habe oft staatsmännischer gedacht und gehandelt als Leute, die sich allzu gern selbst als Führergenies ansehen.

DieBerliner Börsenzeitung", die seit einigen Tagen mit aller Entschiedenheit für die Kandidatur Hindenburg eingetreten war, begrüßte heule nach­mittag im Voraus die endgültige Aufstellung der Kandidatur.

München, 8. April. DieBayerische Staatsztg." schreibt zur Bereitwilligkeit Hindenburg», die Kandidatur zur ReichsprSfidentenwahl anru- nebnten: Mit dieser Entscheidung ist der schier un­entwirrbare Knoten vo« Irrungen und Wir­rungen der lebten Tage durchbauen. Di« Verhand­lungen in Berlin haben so ein Ende gefunden, das jeder begrüßen muß. Hindenburg ist Kandidat für das höchste Amt, das das deutsche Volk nach der Weimarer Verfassung zu vergeben bat. Fast scheint e# so, daß der greise deutsche Führer im Weltkriege dem deutschen Volk abermals ein Symbol ist i« den Tagen, in denen es gilt, aus den politischen Wirre« der Gegenwart Ret­tung zu finden. In diesem Zusammenhang ist der Wunsch verständlich, es möge dem opferbereiten Feld- berrn aus Deutschlands großer Zeit gelingen, durch sein Handeln Deutschland ein Beispiel zu sein, e» zu Verricht bereiter Hingabe an das Ganze zu erziehen,' denn das allein bat ja dem aufwärtsstrebenden Deutschland die größten Sindernisie bereitet, daß der Wille der Par­teien nur allru oft in den Vordergrund getreten ist und das einige Zusammenarbeiten fast unmöglich gemacht hat.

München, 8. April. Unter der Ueberschrist Hindenburg nationaler Präsident­schaf ta n d i d a t" schreibt die .München-AugS- bürget ndzeitung" u. a.t Mit her Annahme der Kandidatur durch Hindenburg wurde dem Feilschen und Handeln um den nationalen Präsidentschafts­kandidaten ein Ende gemacht. Wir halten es für das Richtigste, daß alle Erörterungen, die sich daran knüpfen könnten, zurückgestellt werden. Wenn Hin­denburg sich bereit erklärt, da» hohe schwere Amt des Reichspräsidenten gegebenenfalls zu überneh­men ,so wissen wir, daß dadurch alle Einwände, die sich aus daS hohe Alter deS Generalfeldmarschall» beziehen könnten, hinfällig geworden sind. Wenn Hindenburg ruft, wird ihm das deutsche ® olf folgen. Er hat eines für sich, was kein anderer beanspruchen kann: eine wahrhaft über­parteiliche Stellung und eine ungefjeure geschichtliche Leistung!

den bevorstehenden Rücktritt de» Gouverneur» de» Dank von Frankreich erklärlich. Im weiteren Der» lauf der Sitzung teilte Finanzminister d« Monzie ferner mit, baß er von der Bank von Frankreich etnet in drohenden Ausdrücken gehaltenen Brief empfang«, habe ,in dem bedauert werd«, baß die Erhöhung M Danknotenumlaufs nicht schon am Montag zur Be­handlung gekommen fei. Der Brief droh« mit «Intel' Appell an da« Land. Der Finanzminister erklärt^ daß er mit Rücksicht auf die drohenden Ausdrücke des Briefes davon abfehe, ihn zu verlesen. Er w«b» bei der Bank von Frankreich vorstellig werben, damit dieser Brief formell zurückgezogen werde.

Der Unterrichtsminister i« der Minderheit.

Paris, 7. Avril. Unterrichtsminister Al­bert blieb heute bei der Senatsabstimmung mit vier Stimmen in der Minderheit. Es handelte sich u« die letzten Vorgänge in der Rechtsfakultät und um den Studentenstreik. Senior Blaegnam brachte einen Zusatzantrag ein, wonach da, Gehalt Albert« u« 100 Franken verkürzt werden sollte. Der Unter- richtsminister hielt eine Rechtfertigungsrede, in bei«« Verlauf er u. a. erklärte, er würde sich lächerlich machen, wenn er bei diesem Anlaß die Vertrauens­frage stellte. Der Minister wies schließlich auf die Bedeutung der Abstimmung mit Rücksicht auf ihre Rück­wirkung in der Studentenschaft bin. Die Abstim­mung ergab 138 gegen 134 Stimmen. Al­bert begab sich hierauf zu Herriot.

Die Reparattonsregelung mit England.

Bereits aus der Durchführung der Handelsver- tragsverhandlungen mit England ließ sich ersehen, >atz England zwar, was ihm nicht verdacht werden amt' <utf weitgehende Wirtschaftsvorteile bedacht var, daß aber stimmungsmäßig nicht die Reibungs­lachen vorhanden waren, die Frankreich gegenüber lestanden haben und bis zu einem gewißen Grade jeute noch bestehen. England hat den Standpunkt der Gleichberechtigung in den Verhandlungen von vorneherein anerkannt und den Standpunkt des nüchternen Geschäftsmannes angenommen. Im gleichen Geiste ist auch die Regelung der Ausfuhr­abgabe eingeleitet worden. Die im wesentliche« verrechnungstechnische Festsetzung der Pauschalab- l^sung erleicktert den Handelsverkehr und bringt für Deutschland Zis-ersparni» mit sich xU

Dir ,^berh«ssiicht Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 2 Mark ausschließlich Zustellung »ge- Der Anzeigenpret« beträgt für den 10 gefp. Zetlenmtllimeter l>,08 Sold mark. Kleine Var-Anzelg«» 0.06 ®$t Amtliche «ab

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Papier verwendet wird. Der Reichswahlleiter wird am 17. Avril 1 Uhr morgens den Text des Stimm­zettels den Amtsstellen oder den Druckereien Mitteilen.

Auszugehen sind zunächst die schon einmal benutzten und noch brauchbar gebliebenen Umschläge. Auch beim zweiten Wahlgang gilt die gleiche Wahlrett wie beim ersten Wahlgang, also von 8 Uhr vormittag» bi» 6 Uhr nachmittag».

Die Ahstimmungsvorsteber haben solche Stimm­berechtigten die auf Grund eines schon vor dem ersten Wahlgang ausgestellten S t i m m s ch e i n s ihr Wa»l- recht ausüben, besonders darauf hinzuweisen, dab, falls sie inzwischen umgezogen und an ihrem neuen Wohnort in das Slimmerzeichnis eingetragen sind, sie keines­falls zu einer doppelten Wahlausühung befugt find, fich vielmehr durch solche nach § RStGB. strafbar machen würden.

Kabinettswechsel?

fk. London, 9. Avril.Daily Telegraf" zufolge ist in britischen Kreisen gestern die Meinung vertrete« worden, daß die Regierung Herriots wahrscheinlich von einem Kabinett PainleveBriand abgelöst werden wird. Painleve werde voraussichtlich die inner« und äußere Politik Herriots fort führen.

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Bandervelde über de« Sicherheitspakt. ......

Paris, 8 April. Der belgische Sozialistenführer Bandervelde bat dem Brüsseler Berichterstatter des ..Petit Parisien" eine Unterredung gewährt, in der sich Bandervelde über die Frage des Sicherheit»- vaktes ausgesprochen hat.Ich erkläre, daß ich di« vollkommene Ucberzeugung habe, daß die belgische Re­gierung, welche Männer sie auch bilden mögen, auf all« Fälle auch ferner mit der französischen Regierung ein« Politik des Friedens und der internationalen An­näherung fortsetzen wird. In diesem Geiste wird man morgen wie gestern Garantien für die europäische Re­gelung suchen." Auf die Frage, ob Deutschland in ben Abmachungen, die sich vorbereiten, eine Rolle spielen könnte, antwortete Bandervelde:Niemand dentt in unserem Lande daran, eine Beteiligung Deutschland» an einem eventuellen Vertrag abzulehnen. Ich ver­stehe darunter datürlich ein Deutschland, das im Oste« den territorialen Status quo annimmt und sich ver- vflichtet, ibn nicht mit Gewalt abzuändern, sondern ein« zukünftige Revision des Vertrages von Versailles ab­zuwarten. Einige werden natürlich sagen, daß selbst unter diesen Voraussetzungen ein Earaniiepakt, der vo« Deutschland unterzeichnet ist, nur ein neuer Fetzen Pa­pier sein wird. Es gibt keinen Sozialisten, der dies« Behauptung als falsch erklären könnte. Rach Ansicht der Sozialisten besteht jedoch ein Unterschied zwischen einem Deutschland Jarres und einem Deutschland der Weimarer Koalition. Ein auf Gegenseitigkeit be­ruhender Sicherheitspakt »wischen den Westmächten würde für die Sozialisten nur unter folgenden Bedin­gungen anzunehmen sein: Zuerst dürfte er keine Svitz« gegen Rußland enthalten. Außerdem könnte Deutsch­land nur auf dem Fuße der Gleichberechtigung mit allen anderen Nationen bezüglich seiner Verpflichtungen und seiner Rechte in den Völkerbund ausgenommen werden. Es sei schließlich nötig, daß der Pakt in den Rahmen der Abkommen einberogen werde, die durch das Protokoll vorgesehen seien. Die Annahme des Pro­tokolls sei ein wesentlicher Grundsatz, dessen Verwirk­lichung die belgischen Sozialisten der anderen Länder « verwirklichen suchten.

Fertigstellung de» Fochberichtr».

Paris, 8. Avril. DasJournal" meldet, dab der zweite Bericht des Marschall Foch über bie Entwarf- nung Deutschlands mit den von ihm geforderten Schluß, forderungen Ende der Woche fertiggestellt ein wird. Die Botschafterkonferenz dürft« dann in der nächsten Woche die Abfassung der an Deutschland zu richtenden Rote beraten. Bereit, lebt stehe aber fest, daß diese Note nicht vor der Präsidentschaftswahl am 26. Avril abgesandt werden wird.