Anzeiger für (das Mer kurWMe) SSerhrffen - AmWrZ VrttllndigMgSdlatt des KreAS MmbM
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Marr vrrzMel
L Marx al» Ministerpräsident zurückgetreten.
i fk. Berlin, 19. März. Wie aus parlamentarischen Kreisen mitgeteilt wird, hat der bisherige Ministerpräsident Marx die Neuwahl nichtan- aenommen. Die heutige Sitzung des Landtags dürste daher vertagt werden. Die Neuwahl des Ministerpräsidenten wird voraussichtlich am Freitag erfolgen. (Wiederholt, da nur in einem Teil vnierer gestrigen Auflage.)
■ , Vertagung der Regierungsbildung?
i fk. v e r l i n. 2V. März. Bei den Berhandlun- ven am gestrigen Nachmittag zwiscken Vertretern der einzelnen Parteien konnte eine Einigung über eine Kandidatur für das für Preußen zu schaffend« Beamtenkabinett noch nicht gcfun- H,n werden. Di« Verhandlungen sollen heute vor- !«sittag weiter geführt werden. Mehrere Blätter Lehmen an, daß in der heutigen Sitzung des L'ltestenausschusse» des preußischen Landtag, s ein Antrag auf Vertagung der Regierungsbildung bis nach der Reichspräsidenteiuvahl gestellt werden wird.
fk. B e r l i n. 2V. März. In den späten Abendstunden fand erneut eine Besprechung der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspattei mit dem Zentrum statt. Diese Berhandlungen sollen itm Freitag fortgesetzt werden.
L i fk. Berlin, 2V. März. Zur Regierungsbildung in Preußen hören wir weiter: Die Kandidatur Dr. Kaufmann kommt nicht mehr in Frage. Für ihn war erneut der Entwasfnungskommissar Peters genannt worden. Die Anregung, Höpker-Aschoff, den gegenwärtigen demokratischen Finanzminister mit der Bildung des 'Kabinetts zu betrauen, fand bei den Rechtsparteien keine Zustimmung.
Nie Nahl des ReiHßvrtWm'rn
Die amtlich« List«.
fk. Berlin, 20. März. (Amtlich.) Die aus Lrnnd von Wahlvorschlägen für den ersten Wahl- kauZ Rcichspriisidontenwahl zugelassenen An- war.er, deren Namen auf dem amtlichen Stimmittel vorgedruckt sind, sind folgend«:
l .Vtto Braun, Preußischer Ministerpräsident a.D„ Berlin.
2 .Dr. Heinrich Held, bayer. Ministerpräsident, München.
3 . Prof. Dr. Willi H e l l p a ch, badischer Staatspräsident, Karlsruhe.
,4.Dr. Karl Jarres, Reichsmknister a.D, Ober'mrgsrmcister von Duisburg.
5. Erich Lttdsndorff, General a. 2>„ München
6. Wich. Lrarx. Reichskanzler a. D., Berlin.
7. E. Thä lm a n n, Transportarbeiter und Mst- i licd d 's Reichstags, Berlin.
Noch ein Kandidat.
Halle, 19. Stürz. Die Deutsche Auf- \ wertu n g s - u n d Aufbaupartei hat den l Denatspräjidentett beim Reichsgericht in Leipzig t w. Lobe, als Kandidat für dis Reichsoräsidrnt- | schäft aufgeftellt
Im Preußischen Landtag scheint man endlich an der Schwelte einer aussichtsreichen Lösung zu ^stehen. Die erste Voraussetzung ist mit dem Verzicht des Herrn Marx — wir konnten bereits gestern durch Rundfunk 12.15 mittags die kurze : Melduny bringen — auf feine Wahl zum preußischen Ministerpräsidenten erreicht. Herr Marx war i von Anfang an der Vertreter der Weimarer Koa- k lition und sein Mißerfolg ist in erster Linie dar- r auf zurückzuführen, daß er trotz des Widerstandes | In der eigenen Fraktion versucht hat, den zahlen- | mäßig ganz ungerechtfertigen Anspruch dieser Koatinon auf ihre Herrschaft in Preußen durchzu- setzen. Herr Marx ist jetzt infolge des entschiedenen Widerstandes der Oppositionsparteien zurück, getreten und hat den Platz für einen Nachfolger frei gemacht, der zum Ziel kommen kann, wenn et auf alle parteipolitischen Experimente ver- .Z'chtet.
Seit gestern wird darüber verhandelt, ob und teie dieser einzig erfolgversprechende Weg einge- scklagen werden soll. Es sind starke Widerstände L »u überwinden. Sie liegen zum Teil bei den bis- L herigen Regierungsparteien, die natürlich ihren Stachtspruü'' ungern aufgeben, zum Teil auch bei l den Deutschnationalen, bi« sich, wie es scheint, ■ schwer in dö» Gedanken finden, daß deutschnatio- nale Minister zusammen mit Vertretern der Linken in einem Kabinett sitze : sollen. Da es sich . dabei um ein Beamtenkabinett handelt, in dem die parteipolitische Färbung so diskret wie möglich l [ein soll, so wird man erwarten können, daß sich trotz aller Schwierigkeiten das Problem lösen läßt. Di« Hauptsache ist, daß man den richtigen Mann findet. Zu den Persönlichkeiten, die bisher gekannt worden sind — Landeshauptmann Horion ‘ iltib Staatskommissar Dr. Peters — ist neuerdings E rin weiterer Name hinzugetreten, der des Berliner Kammerpräsidenten Dr. Tigges. Es scheint, baß dieser neue Anwärter Aussicht hat, für den f S Posten des Ministerpräfidenten auserseyen zu r werden. Natürlich kann es sich nur um eine Zwischenlösung handeln, die in Kraft tritt und in Kraft bleibt, bis die Dinge auch in Preußen für eine endgültige Lösung ähnlich wie im Reiche reis - geworden sind.
Sin-
Teilveröffentttchung des Kontrollberichts.
L o n d o n, 19. März. Nach einer Meldung der „Times" soll derjenige Teil des Berichtes bei Militärkontrollkommission über Deutschland ver. öffentlich! werden, bet von besonderer Wichtig, teit ist.
und ihre strafrechtliche Verfolgung verlangt.
(Als Innenminister Severing sich zur Antwort anschickt, rufen die Kommunisten: Arbeitermörder!) — Der Minister erklärt: Schon bei oberflächlicher Betrachtung haben sich so viele Fehler auf allen Seiten gezeigt, daß mir zur Klärung der Dinge die polizeilichen Berichte nicht ausrcichen, daß ich vielmehr eine Untersuchung an Ort und Stelle durch eine Minlsterialkommission vornehmen lassen werde. ES ist nicht wahr, daß ich da» polizeiliche Verbot gedeckt und dem Oberleutnant Pitz- ker ein gutes Zeugnis ausgestellt hätte. Abg. Dr. Waentig hat da» Verbot ungesetzlich genannt. So weit kann ich ihm nicht folgen (Lärm bei den Kommunisten). Ich glaube nicht, daß eS in Rußland einem deutschen Sozialisten gestattet würde, als Redner auszutteten (Sehr gut! bet den Sozialdemokraten). Ungesetzlich war das Verbot nicht. Es handelt sich nur um eine Frage der polizeilichen Zweckdienlichkeit. Da» Redeverbot de» Polizeipräsidenten Runge an die ausländischen Redner ^var mir unverständlich. WaS mich aber veranlaßt hat, Runge sofort zur Disposition zu pellen, war folgendes: Wer in einer so kritischen Zeit beim Beginn einer Reichspräsidentenwahlkampagne und bei dem drohenden Ausbruch eine» EifenbahnerstreikS ein solches Verbot erläßt, bei dem besorgt werden konnte, daß die Ausführung auf Schwierigkeiten stößt, muß an Ort und Stelle bleiben, um über die Ausführung zu wachen. Der Polizeipräsident Runge hat aber an diesem Tage eine Dienstreise nach Berlin gemacht und hat die Ausführung seiner Anordnungen Organen überlassen, bei deren Auswahl er offenbar nicht gut beraten war. Der Hallesche Vertrauensmann Per K. P.D., Hertel, hatte der Polizei versprochen, die Ausländer nicht reden zu lassen. Er hat dieses Versprechen gebrochen. Wenn sein Verhalten strafrechtlich vielleicht nicht zu fassen ist, so ist es doch moralisch gekennzeichnet (Lärm bet den Kommunisten). Nach den Bekundungen der Sachverständigen wurden bet den Opfern auch Geschosse gefunden, die nicht aus Polizeidienstpistolen stammen konnten (Lärm bei den Kommunisten). Wir nehmen eine unparteiliche, schonungslose Untersuchung vor, um die Partei von allen ungeeigneten Elementen zu säubern. Zu dem Verlangen dieser Säuberung sind alle Parteien berechtigt, nur die Kommunisten nicht (Lärm bet den Kommunisten). Kennen Sie dies Buch? (Der Minister zeigt ein rotbroschierte» Heft „Der Bürgerkrieg". Die Kommunisten lärmen und lachen). In diesem Buch wird von der kommunistischen Partei ein Reglement zur Führung de» Bürgerkrieg» gegen die Polizei ge :6en. Wenn die Beamten da» lesen, so wissen sie nicht, daß diese blutdürstigen Redensarten zum großen Teil nur den großen Mund ungeeigneter Elemente verraten, die di« K. P. D. au» ihren Reihen entfernen sollte, wie auch au» der Polizei die ungeeigneten Element« entfernt werden. Ich habe meine Schuldigkeit getan. Tun Sie auch (zu den Kommunisten gewendet) die Ihre! (Lebhafter Beifall in der Mitte und Lärm bei den Kommunisten).
Nach längerer Zeit legt sich der Lärm und der erst« Debatte red ner, Abg. Dr. Maretzktz (Dntl.) kann seine Ausführung«« beginnen: Die Deutjch-
Ein Wahlschwindel de» „Vorwärts".
Der „Dorwäts" gibt heute eine angebliche Aeußerung von Dr. Jarres wieder, wonach dieser gesagt habe: „Wir holen uns das Rheinland in 20 itauren mit den Bajonetten wieder." Dr. Jarres ermächtigt die Telegraphen-Union zu der Erklärung, baß er eine derartige Aeußerung niemals getan hat.
Präsidenten abgelehnt hat (Lärm und Rufe bei den Komm.).
Die Absetzung wird gegen die Stimmen der Deutschnationalen beschlossen.
Bei der dann folgenden Fortsetzung der zweiten Beratung des Gesetzentwurfs über die Wahlzeit der Provinzial- (Kommunal-) Landtage und -Kreistage beantragt Dr. v. Är le» (Dntl.) di« Zurückverweisung an die Ausschüsse.
■ Der Antrag auf Zurückverweisung an den Ge- mesnb.eausfchuß wird gegen di« Stimme» der
RnuUscher Lmbtag
2 5. Sitzung am 19. März 1 925.
Deutsch nationalen, der Deutschen Bolkspartel und der Kommunisten abgelehnt.
I E« folgt die namentlich« Abstimmung über den Ausschutzanttag, wonach die W a h l z e l t der Pro- vinziallandtagS- und KreiStagsabegeordneten, die am 20. Februar abgelaufen war, bi» zum 1. Nov. 1925 verlängert wird.
Die Abgeordneten der Rechten und die Kommunisten beteiligen sich nicht an der Abstimmung.
Präsident Bartel» stellt al» Ergebnis der Abstimmung fest, daß 212 Stimmen abgegeben worden sind, da» Hau» also beschlußunfähig ist. — Er beruft sofort eine neue Sitzung ein mit der Tagesordnung der alten.
Es folgt die zweite Beratung der Novelle zum Gesetz über die vorläufige Steuer vom Grundvermögen. Die Novelle verlängert die Geltungsdauer de» Gesetze» bis zum 30. Juni 1925.
Die Novelle wird gegen die Stimmen der Deutschnationalen angenommen.
Abg. Dr. Waentig (Soz.) begründet bann eine große Anfrage der Sozialdemokraten über das Vorgehen der Halleschen Polizei gegen die Hallesche Kommunistenversamm-ung, das zur Tötung verschiedener Versammlungsteilnehmer geführt hat. Der Redner bezeichnet es als selbstverständlich, daß die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden müßten. (Die Kommunisten weisen bei diesem Satz auf den Innenminister Severing mit dem Rufe: Da sitzt ja der Schuldige!)
Der Redner bezeichnet das polizeiliche Verbot al» ungesetzlich und als Torheit. Unverständlich sei eS weiter, daß der Hallesche Polizeipräsident Runge (Rufe bei den Kommunisten: Ein Parteigenosse) an dem Abend dieser Versammlung nicht in Halle war. Als die Exekutivorgane der Polizei sahen, daß die Durchführung deS Verbots schwer möglich sei, hätten sie darauf verzichten und sich mit einer Strafanzeige begnügen sollen. Auf der anderen Seite hätte der kommunistische Leiter der Versammlung eine beispiellose Verantwortungslosigkeit gezeigt (Auf diese Worte kommen von den Kommunisten minutenlange lärmende Rufe). Wenn es aber fein sollte, daß einige rote Frontkämpfer die abströmende Menge am schnellen Verlassen de» Saales gehindert haben, so liegt hier eine furchtbare Schuld vor (Neues Lärmen bei den Kommunisten).
Abg. Frau Krüge r-Halle (Komm.) begründet zu der gleichen Angelegenheit einen kommuiristi- fur'1 birWt6&r
Abg. GrzesinSkh (Soz.) beantragt vor tritt In die Tagesordnung die Absetzung des Punktes: Entgegennahme einer Regierungserklärung, da Herr Marx inzwischen die Wahl zum Mlnister-
fk. Berlin, 20. März. Wie mehrere Blätter melden, hat die Sektion der Leichen bei ben Hallenser Zusammenstößen mit ben Kommunisten ergeben, baß mehrere ber Toten nicht e r s ch o s. en, sondern im Gedränge erdrückt worden ind. Bei einem Toten wurden im Schädel Ge» choßteile vorgefunden, die nach Aussage der Gerichtssachverständigen nicht aus einer Militär. Pistole herrühren. Es handelt sich um ein Blei- Geschoß aus einem T r o m m e l r e v o l v e r. Es letzt demnach fest, daß der Mann aus der Ver- ämmlung heraus erschossen worden ist.
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vormittag zwischen 11 und 11.15 Uhr die Komni uni sie n die Arbeit niedergelegt, um o während der Aufbahrung b-r Halleschen Cpfei gegen die blutigen Vorgänge in Halle zu protestieren. Zu Störungen kam es nirgends.
nationale Volkspartei spricht Ihr schmerzliche» Bedauern über die traurigen Borfälle In Halle aut (Rufe bei den Kommunisten: Heuchler!). Wtt hegen noch immer die Hoffnung, daß die von de« Kommunisten verhetzten Arbeiler sich eine» Tage« wieder auf ihr Deutschtum besinnen. Da» Redeverbot gegen die ausländischen Redner war zweifellos berechtigt.
Abg. Drescher (Soz.) unterstreicht zunächst di« von seinem Parteifreund Waentig an der Polizei geübte Kritik und wendet sich dann gegen die Kommunisten. (Diese Angriffe werden von den Korn- muniften mit lauten Beschimpfungen deS Rednert beantwortet. Die kommunistische Frau Krüger erhält mehrere Ordnungsrufe, well sie dem Abg. Drescher Immer wieder zuruft: „Und er ist docf ein Lump!")
Abg. Metzinger (Z.) spricht da» Bedauern feiner Freunde au» über die Todesopfer, die leide» der Zusammenstoß in Halle gefordert habe. Ti« Ursachen liegen darin, daß es gewisse politisch« Kreise gibt, die ein Interesse daran haben, immer wieder größere Bolkskreise zu unbedachten Handlungen zu verleiten, die den Interessen der Führer nützen. Unter den Opfern in Halle befindet sich kein einziger kommunistischer Führer (Hört! Hört! bei der Mehrheit!) An den Innenminister richtet die Zentrumsfraktion die Mahnung, mit größerer Energie als bisher die staatliche Orb nun« gegen alle Unruhestifter zu schützen.
Abg. Heidenreich (D.Vp.): Bei allem Mitleid, daS die Opfer verdienen, muß doch festgestelli werden, daß es ein Unfug ist, jedes Durchgreifen bei taatlichen Organe geegen Unruhestifter gleich zum Anlaß großer Anfragen im Parlament zu machen.
Um 6 Uhr wird die Weiterberatung auf morgen vertagt. •
ft. London, 20. Mär». Der volitische Berichterstatter de» „Daily Telegraph" schreibt, daß der Plan de» tschecho-slowakischen Außenministers Benesch be-i treffenb zwei besondere Gruppen von Pakten sympathische Erwägung gefunden habe und daß Chamberlain bei dem Kabinett darauf drängen werde, daß et seinen ganzen Ginflug für da» Zustandekommen einer Konferenz zwischen Deutschland und Frankreich geltend mache. Daß die Vereinigten Ctaaaten, wenn auch nut in beratender Eigenschaft, an den Beratungen teil» nehmen, sei äußerst wünschenswert. Bezüglich der Washingtoner Abrüstungskonferenz beißt es, daß augenblicklich fein« Verständigung zwischen Eros- britannien und Frankreich in der heiklen Frage der Einschränkung de« U-Bootbau«» erzielt sei und daß Chamberlain auch nicht in der Sage sei, »u erklären, daß eine Verständigung in Aussicht stehe. Die klein« Entent« und di« Mich«» Staaten übten einen beben«
Sie Wir!MWAtchmd!ungm
Der deutsch-belgische Handelsvertrag.
Berlin, 19. März. Zu ben deutsch-belgische» Hanbelsvertragsverhanblungen erfahren die Blätter, baß bie englische Delegation gestern nach Brus« el abgereist ist, um bie Zustimmung ihrer Regierung zu erlangen. Dies bürste in einigen Tagen ber Fall fein. Alsdann wirb der Vertrag hier unterzeichnet. Einige Nebenpunkte sinb noch zu klären, boch unterliegt es keinem Zweifel, baß auch bies gelingen wirb. Die Verhandlungen sind von beiden Seiten sachlich unb entgegenkommend geführt worben. Der Vertrag ist aufgebaut auf »em Gebanken, ba^ eine Uebergangszeit von einem Jahre bestehen soll, währenb welcher bi« Belgier mit uns in einigen Artikeln differenzieren werben. An diese Uebergangszeit schließt sich automatisch der definitive Zustand. Die üblichen Be- timmungen über Schiffahrt, Eisenbahn und Ein» etzung von Konsulaten sind in dem Vertrag ent- lasten. Die Ratifikation wird erfolgen, wenn die »rutsche Zollnovelle in Kraft getreten ist.
«Reue Behandlungen über die Lkprozentig« Abgabe.
London, 19. März. „Daily Telegraph" berietet, daß jetzt wieder Verhandlungen zwischen den englischen und deutschen Finanzministerien und dem Generalagenten für die Reparationen über die 26prozentige Reparationsabgabe und die Methode ber Erhebung stattfinben. Man habe eine neue Formel gesunden, unb hoffe, mit ihr endlich die Schwierigkeiten überbrückt zu haben.
Rutscher SteWtag
18. Sitzung am 19. März.
Auf der Tagesordnung steht bie zweite Lesung des Gesetzentwurfes über die vorläufige Regelung des Haushaltsplanes für 1925.
Der Ausschuß hat der Vorlage zugestimmt.
Abg. Stii di len (Soz.) berichtet über die Ausschußverhandlungen. Der Ausschuß empfehle die Annahme einer Entschließung, die die Reichsregie- rung ersucht, bei der Umstellung derDeutschen Werke alle Maßnahmen zu ergreifen, die bei möglichster Erhaltung der Arbeitsgelegenheit geeignet sind, die Reichsinteressen in allem Umfange zu wahren.
Der Notetat wird mit allen wesentlichen Bestimmungen in zweiter Lesung angenommen.
Abg. Meier- Baden (Soz.) empfiehlt einen sozialdemokratischen Antrag auf Erhöhung des steuerfreien Lohn- und Gehaltsbetrages von 60 auf 100 Mark.
Reichsfinanzminister Dr. v. Schrieben bittet um Ablehnung des Antrages oder um Ueberwei- sung an den Eteuerausschuß, da sonst die rechtzeitige Fertigstellung des Notetats gefährdet werde.
Der sozialdemokratische Antrag wird daraus dem Steuerausschuß überwiesen.
Bei ber weiteren Beratung behanbelt Abg. D i 11 m a n n (Soz.) bie Umstellung der Deutschen Werke, bie sich unter schwierigsten Verhältnissen in der Inflationszeit vollzog. Die Betriebe müßten weiter, wie bisher, unter einer Leitung zu- sammenaefaßt bleiben.
Der Notetat wird dann in zweiter Beratung angenommen. Ueder die Entscheidung betreffend die Deutschen Werke wird erst in dritter Lesung abgestimmt.
Es folgt die Beratung des Gesetzentwurfes zur Regelung des Finanzausgleichs hn ersten Halbjahr 1925. Durch die Voxkrae wird lediglich oer geiienoe Finanzausgleich bis zum 30. September verlängert, zu welchem Zeitpunkt dann ber enbgültiqe Finanzausgleich in Kraft treten soll.
Die Vorlage wirb in zweiter unb dritter Beratung angenommen.
Das Haus fetzt bann die gestern abgebrochene Beratung über ben Antrag bes Wohnungsausschusses betreffend Mieterschutz usw.fort. Verbunden damit werden der sozialdemokratische An- trag Über ein Wohnungsprogramm und der deutschnationale Antrag über bie Verwenbung ber Hauszinssteuer.
Abg. Lopinski (Soz.) begründet ben sozialdemokratischen Antrag. Er lehnt di« Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft, wenn bie Friedensmiete schon in kurzer Zeit in vollem Umfange herge stellt würde, wie einige Anträge dies wollen, ab. Große Kämpfe würden bie Folge sein. Darauf werden die Beratungen abgebrochen.
Das Haus vertagt sich auf Freitag 3 Uhr: Antrag auf Sicherung ber Wahlfreiheit, kommunistischer Antrag zu den Vorgängen in Halle, dritte Lesung des Notetats und kommunistisches Mißtrauensvotum.
Die Krebttnot im gewerblichen Mittelstand.
Berlin, 19. März. Im Haushaltsausschuß des Reichstags wurde folgender Antrag angenommen: Die Reichsregierung wird ersucht, zur Milderung der angeblichen Kredstnot der selbständigen mittelständischen Gewerbe die Reichsbank zu veranlassen, eine Summe von insgesamt dreißig Millionen Goldmark der Preußischen Zentral-Genos- sensckaftskasse und der Genossenschaftsabteilung der Dresdner Bank al» Darlehen auf ein Jahr baldigst zur Verfügung $u stellen mit ber Maßgabe, die daraus zu gewährenden Kredite an bie gewerblichen Kreditgenossenschaften zu einem we- nifbrigeren als dem bisherigen Zinssatz weiterzugeben. Sollte bie Beschaffung ber Summe auf diesem Wege nicht möglich fein, fo wirb bie Reichsregierunq ersucht, bie Summe aus ben Mitteln der Reichspost den genannten Banken zur Verfügung zu stellen und dabei außerdem zu erwägen, ob Kredite aus dieser Summe nur unter der Bedingung gewährt werden, daß die Arbeitsbedingungen zwischen ben Kreditnehmern und ihren Arbeitnehmern tarifvertraglich geregelt sind.