Marburg a. L, MilllvsA, 6tn 11. März
60. Mrs. ISA
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MMr W M Mer WW SSelWfen - AmMchss MnMgimaW des KreAS MarbM
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Marx abermals MmWrprasiöent
H«ri Man ist gestern im Preußischen Landtag Übermal» «um Ministerpräsidenten gewädlt worden, tzein« Mehrheit war diesmal knapper al» das erst« |KaL Er erhielt zwar ebenfalls wieder 222 Stimmen. Üuf der Eesenfeite aber waren die Kommunisten dics- gtai etwas vollzähliger mit 42 Stimmen zur Stelle. So hin es, tafe dir gesamt« Opposition 220 Stimmen auf« bracht«, Hätte sich da» Stimmenverbaltni» um eine klimme vorlchoben, so wäre Herr Murr gestern durchgefallen. Sein« Wahl hing also an einem seidenen Fähen. Der Feststellung diese» Ergebnisse» ging eint halbe 6<uiibe voraus, in der sich die Weimarer Koalition unbändig über einen unerwarteten Stimmenzuwach» de» Herrn Mart freute. Nach der ersten Zählung sollte Herr Marr 232 Stimmen und die Keoenieite (Kandidatur von Richter) dafür 10 weniger erhalten haben Dos Eiv.ebnts erwies sich bei nochmaliger Zählung als falsch !«»■> bk Koalition zeigte nunmehr re..,t betrübte Ee- ißchtei.
Harr Murr wird trotz seines knappen Siege» mutig O.i ■ Werk gehen. Er wird sich allerdings hüten, mit lei» «em alten Kabinett wieder vor den Landtag zu treten Die Ziffern seiner Wiederwahl würden ibn davon, wenn er die Absicht gehabt hätte. Miet abgeschrcckl Kobe Herr Marr ist aber bei der Wiederaufstellung sei» aet Kandidatur von vornherein anderen Sinnes gewesen. Er will das Kabinett, das er bildet, nicht wie» 'bet ein paar Tage darauf dem gewillen Schicksal des iSturzes anssetzen. Es soll vielmehr zum mindesten der Versuch gemacht werden, eine einigermaßen zuverlässige Mckrheit zu gewinnen. Dabei wird wobl zunächst He-r S c v e r 1 n g von der Bühne abtreten. Herr Marr ist bereit, an seiner Stelle einen anderen weniger umstrit- t«i en Sozialdemokraten ju präsentieren. Es war schon früher in diesem Zusammenhänge von dem Abgeord- jtiicn ® 181) n s 11 die Rede. Herr Marr wird aber Itit einem solchen Versuche nirgend» Gegenliebe finden. Die Opposition rechts vom Zentrum tritt nach wie vor fiir eine bürgertiche 'JJ’ehrhcilebilbiinn ein und wird lebe > Kabinett Marr oblebnen, in dem die Sozialdemo- Ih iie vertreten ist. Darüber ist Herr Marr auch schon «nterrlchtet. Es ist deshalb möglich, daß er seine Be- Wühungen von vornherein auf die Bildung eines überparteilichen Beamtenkabinettes einstell», bei dellen Bildung er allerdings den Barteien der Weimarer Kocili- t-v» ein gew. es Vorzugsrecht einzuräumen gewillt kieint. Alle diese Kombinationen sieben aber auf un- ndjiren Füllen, da Herr Marr vom Zentrum als Kandidat für die Präsidentschaftswahl ausgestellt worden ist, m-d sich dann wohl aus der vrenllischen Politik znrück- z-clen dürfte.
Serkin. 10. Mär». Präsident Bartel» eröffnet bu- Sitzung um 2.20 tlhr. Haus und Tribünen sind sehr park besetzt. Auf der Tagesordnung steht al» erster Punkt die Wahl des Ministerpräsidenten. Das Haus tritt sofort in die Wahl ein.
Die bei der letzten Wahl für Marr stimmenden Frak- fronen der Weimarer Koalition, Zentrum, Demokraten vno Sozialdemokraten, stimmen wieder fiir Marr, die Kommunisten fiir Pieck, die Deutschnationalen und die Deutsche Volksoartei für Dr. v. Richter. Die Wirtschaftliche Vereinigung stimmt wieder für Ladendorff.
Der Wahlakt, der ohne Zwischenfälle vor sich gebt, lat folgendes Ergebnis: Abgegeben wurden 443 Stimmen, von denen eine ungültig. Von den gültigen 442
Stimmen staden erkalten:
Abg. Dr. Mar, 222
Ab», v. Richter 151
Pieck (Komm.) 42
Ladendorff (Wittich. $66.) 16
Körner l Rat.-Soz.) 11
Sr. Stars ist somit gewählt.
i Ohne Aussprache werden sodann die Anträge über bte Haffkroulheit der Ausschuhberatung überwiesen.
f Der Rachtragsstellenetat zum Haushalt für 1924 wird in zweiter und dritter Beratung angenommen.
Darauf setzt das Haus die gemeinsame Aussprache, |k Uraniröge und »rohen Anfragen betreffend das Grubenunglück auf Zeche „Minister Stein“ fort. .
Abg. Sieger (Ztr.) erklärt, auf der Zeche „Mini- Eet Stein" habe die Verwaltung die Berieselung in kN letzten Wochen, wo sich der Ausbau der Sieinfiaub» sverrung der Vollendung näherte, offenbar nicht mehr recht ernst genommen Er selbst habe in der Grube Kohlenstaub in Menge gefunden, der nicht er», wie die Verwaltung fest behauptete, durch die Explosion ange- tveht worden fei. Man müsse da» Schiellen in Pech- tcbienflöiten bei Schlagwettererscheinnngen sofort verbieten. Die Genehmigung abfallender $ße»terfübtung hülfe nur ganz ausnahmsweise erteilt werden. Eine besondere Ueberwachung der Schlagw'ilerentwicklung sei eine dringende Notwendigkeit, ebenso die Errichtung von Rettungskammern. 17 der von der Erubenkoia- stroobe betroffenen Bergleute, die noch drei Stunden Nach der Katastrophe gelebt haben, hätten gerettet werden können, wenn solche Kammern dogewefen wären
Abg. Hartmann (Dem.): Alle Sicherbeitsmah- ! Innen bfeiben wenig wirkungsvoll, wenn es nicht die >hn- und Arbeitsverbandliingen den Bergleuten mög- h machen, die llnfallversicherung». und die dazu ge- '.igen Vorschriften auch wirklich einzuhalten. Bel dem iiireiberh’ffem sind Leben und Gesundheit stark ge- hrbet. Die Unfallversicherung und Hinterbliebenen- rforgung bedürfen im allgemeinen einer Reform, ich bei Efnzelunfällen muh eine Bellernng der De- pige eintreken. Insbesondere wird eint Prüfung notwendig sein, ob ein Verbot der Schießarbeit burthae» führt werden kann und ob sich die Einrichtung von «ettungskammern empfiehlt. Ferner wird zu prüfen ein, ob die Rettungsmannschaften als solche nicht hauptberuflich beschäftigt werden können, damit sie auch un» sallverbütend wirken können.
Die Fortsetzung der Aussprache wird auf Mittwoch efttag 12 Uhr vertagt.
Sie ReWpröWnlkNMhI
verlln, 10. Mär». In der Frage der Wahl de» Reichspräsidenten haben beute vormittag zwischen cinl» 5en Parteifuorern unverbindliche Besprechungen!
attgefunden. Auf Grund de» demokratischen Briefe»
iMtd bei heute eefotatea Vereinburusg wurden die Grat» 1
Hone« de» Zentrum« und der Demokraten von de« Ausschuh der rechtsstehenden Parteien gebeten, für morgen vormittag vertrete, mit möglichst weitgehende« Vollmachten zu entsende«. Die Blätter glaube«, doll diese Besprechung zu einer Klärung der Lage führen werde, sodah vielleicht noch im Lauf de» morgi-
•i Tage» die Nominierung eine» Kandidaten für die Nelchspräsidentenwahl erfolge« dürfte.
Dke Angst de» Reichsbanner».
Magdeburg, 10. März. Ter Bundesvorstand des Neichsbanners Schwarz-Rot-Gold Hat beschlossen, den "Biindesnorsitzenden Obervräsident Hörsing nach Berlin zu entsenden, um dort mit den Vorständen des Zentrum», der Demokraten nnd Sozialdemokraten die Möglich Zit einer gemeinsamen republikanischen Kandidatur für die ReichsvräsidentenwaHl zu besprechen.
Marz: — ZentrnmSkandidat.
ff. Berlin, 11. März. Wie der „Vorwärts" wissen will, hat die ZentrumSfraktton in einer Sitzung beschlossen, den preußischen Ministerpräsidenten Marx als Präsidentschaftskandidaten des Zentrum» für den ersten Wahlgang aufzustellen. Dieses Ergebnis werde heute seine endgültige Bestätigung durch den Parteiausschuß deS Zentrums finden. Marx habe sich bereit erklärt, die Kandidatur anzunehme«.
Der demofratische Vorschlag bezüglich der Reichsprüsidentenwahl findet in den rechts, stehenden Zeitungen keine Gegenliebe. Die „K reu zze t t u ng" spricht von einem 93er, wirnmgsmanöver und frtgt: Anscheinend soll die Kandidatur Simons der Demokratie und dem Zentrum, die durch das Berhaltcn der Sozialdemokratie in starke Verlegenheit geraten find, aus der Patsche helfen. Die „N a t i o n a l p o st" äußert sich in Lhn, lichem Sinne und erklärt über die Persönlichkeit des Neichsgerichtspräfidenten Dr. Simons, daß er gewiß ein Mann von untadeliger Ehrenhaftigkeit und zweifelsfreier Vaterlandsliebe sei, jedoch den deutschnationalen Anschauungen um vieles fern stehe, sodaß die dentschnationale Partei ihn niemals auf den Schild heben könnte.
Die volksparteiliche „Zeit" schreibt: Der Ausschuß der rechtsstehenden parlamentarischen Gruppen hat bisher, was wohl kein Geheimnis mehr ist, Dr. Jarres als geeigneten Kandidaten für die Reichspräsidentschaft ausersehen. Der Parteivorstand der Dentschnationalen hat ohne Debatte der Kandidatur Jarres einmütig zugestimmt. Wir stimmen mit der Deutschdemokratischen Partei in der Würdigung de» Reichsgerich'spräfidenten Dr. Simons überein, bei einer Gegenüberstellung der beiden Persönlichkeiten machen wir aber kein Hehl daraus, daß wir in der Persönlichkeit des Dr. Jarres die Vertretung des Reiches soweit sie in den Händen des Reichspräsidenten liegt, außerordentlich gut gewahrt sehen. Wir glauben daher auch kaum, daß die in dem Ausschuß vereinigten Parteien von ihrer bisherigen Stellungnahme in der Personenfrage abgehen würden. Jedoch find wir überzeugt, daß jede Mitarbeit und Mitwirkung weiterer bürgerlicher staatsbejahender Kreise vom Ausschuß sehr begrüßt werden kann. Das „Tageblatt" betont, es wäre falsch, in dem demokratischen Vorschlag etwa eine Annäherung an einen irgendwie gearteten Rechtsblock oder Bürgerblock zu erblicken. Ein solcher oder auch nur der Schein eines solchen kommt fiir die demokratische Partei nicht in Frage. Wie das Blatt mitteilt, wird sich auch der sozialdemokratische Parteivorstand heute vormittag mit der demokratischen Anregung beschäftigen.
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Stulfthtr Reichstag
Sitzung am Dienstag, den 10. Mörz.
Aus der Tagesordnung steht zunächst dis dritte Beratung des Gesetzentwurfes über die Stellvertretung des Reichspräsidenten.
Abg. Graf Westarp (Dntl.) erklärt, daß feine Freunde der Borlage zustimmen, weil sie den höchsten Justizbeamten des Reiches mit der Stellvertretung des Reiches betraue. Nachdem aber inzwischen der demokratische Vorschlag einer Kandidatur Dr. Simons erfolgt sei, stelle er ausdrücklich fest, daß aus der Zustimmung zur Vorlage keine Schlüffe auf die Haltung seiner Partei zur endgültigen Wahl des Reichspräsidenten gezogen werden dürfen.
Abg. D r ü n i n g h a u s (D. Vpt.) gibt eine gleich'' Erklärung ab und bedauert, daß durch den Vorschlag der Demokraten die Person' des Reichsgerichtspräsi- denten in die politische Debatte gezogen werde.
Abg. Koch-Weser (Sem.) erwidert daß auch die Zustimmung seiner Freunde keine Vorbedeutung für die endgültige Wahl des Reichspräsidenten haben solle.
Sie Vorlage wird darauf gegen die Stimmen der Kommunisten und der Rationalsozialisten angenommen.
In dritter Lesung wird ebenfalls gegen die Ctiptmen der Dationalsozialisten und der Kommunisten der ®e« »ehentwurf zur Llebernahme der durch das Ableben des Reichspräsidenten entstandenen Kosten auf daS Reich angenommen.
Zur ersten Lesung gebracht werden bann die Gesetzentwürfe über das Genfer tlebereinkom- men, über das Dereinsrecht der landwirtschaftlichen Arbeiter und die Entschädigung der Landarbeiter bei Arbeitsanfällen.
Abg. Obendieck (Komm.) fordert, daß auch auf den Gütern Betriebsräte zugelassen werden.
Abg. S chmi i d t - Köpenick (Soz.): Wir werden dafür sorgen, daß das Koalitionsrecht tatsächlich durch- ge-ührt wird, und daß die Freizügigkeit auch nichts
durch Maßnahme« der Deichseifenbahn illullorifch gemach» wird.
Die Vorlage wird hieraus dem sozialpolltifchen Ausschuß überwiesen. Zur Kenntnis genommen wird das Washingtoner Ueberetnfommen übet die Beschäftigung der Frauen vor und nach ihrer Mederkunft.
Abg. Frau Demi» (Soz.) fordert, daß daS Hebet- etnfommen als Gesetz vorgelegt werde.
Abg. Frau Ahrendsee (Komm.) verlangt staatlich« Entbindungs- und Kinderfürsorgeanstalten und lehn» die privaten und kirchliche« Einrichtungen ab.
D»e Vorlage geht ebenfalls an den sozialpolitischen Ausschuß.
8« folgt die Beratung des LlustizhauShalteS.
Abg. Korsch (Komm.) berichtet über die Ausschuß- Verhandlungen. Der Redner erstattet einen stark einseitig gefärbten Bericht, sodaß von den bürgerlichen Parteien lebha'ter Protest gegen seine Ausführungen erhoben wird, und auch der Vizepräsident KrebS ihn ermahnen muß. fachlich zu berichten und persönlich« Urteile zu vermeiden.
Abg. Dr. Levi (Soz.) fordert Beseitigung der letzten Justizreform deS Ministers Smminger, die nur eine Verstopfung des Justizbetriebes zur Folge gehabt habe.
Dr. Barth (Dntl.) weist die Dorwürfe gegen den Richterstand zurück.
Abg. Hamp« (Wirtsch. Bgg.) begrüßt eS, daß bei der neuen Justizreform auch eine Zusammenarbeit mit Oesterreich in Aussicht genommen fei. Der StaatSgerichtshof habe keine Berechtigung mehr.
Darauf werden die Beratungen abgebrochen. DaS HauS vertagt sich auf Mittwoch, den 11. März. 2 Ähr nachmittags: Weiterberatung des Wahlgesetze» über die Reichspräsidentenwahl.
Berlin, 10. März. Set KriegSbeschä- digtenauSschutz deS Reichstages hat auf der Grundlage einer Regierungsdenkfchrift die Sacharbeit aufgenommen. Sabei spielte eine wesentliche Rolle, ob das alte Mannschaftversorgungsgesetz oder das Reichsversorgungsgesetz den Vorzug genießen soll. Die Vertreter der Deutschen Volkspartei und der Demokraten unterstrichen die Rotwendigkeit, vor allem den älteren Kriegsbeschädigten zu helfen, die in Zeiten der Arbeitskrise am stärksten gefährdet seien. Der Re- aierungäüertteter stellte in Aussicht, daß die Regierung bereit sei. mit dem Reichstag in Verhandlungen ein- zuireten, aus denen eine abschließende Ordnung der ganzen Frage erzielt werden könne.
Im Dildungsausschuß des Reichstages wurde die Griindschulsrage zum Abschluß gebracht. Angenommen wurde ein gemeinsamer Antrag der Deutsch- nationalen, der Deutschen Volkspartei rmd des Zentrums. der eine Entschließung betreffend die Dauer der Grundschule enthält. Im wesentlichen wird darin bestimmt, daß besonders leistungsfähige Schüler bereits nach drei Jahren zur Sexta überzugehen berechtigt sind. Gegen den Entwurf stimmten die Sozialdemokraten und die-Kommunisten. Die neue Regelung wird Ostern 1925 bereits in Mecklenburg, Württemberg, Vaden und Dayern eingeführt werden können. Die übrigen Länder werden am 19. März in einer Konferenz weitere Maßnahmen beschließen, um soweit als möglich nach dem Antrag des Ausschusses in der Grundschulfrage zu verfahren.
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M Tagung Wkrrbundralks
* Die erste öffentliche Sitzung.
Genf, 10. März. Unter dem Vorsitz von Chamberlain ist der Völkerbundsrat heute vormittag um 1» Uhr 3u seiner ersten öffentlichen Sitzung zusammen» getreten. Italien ist erstmal» durch Scialoia vertreten. Schweden ist durch Sioerborg vertreten, da der schweiße Außenminister Unbcn erst heute abend in Genf eintreffen wird. Die übrigen Ratsmächte haben ihre bekannten Delegierten entsandt.
Rach Eröffnung der Sitzung widmete Chamberlain zunächst dem schwedischen Ratsmitglied B r a n« t i n g einen herzlich gehaltenen Nachruf. Auf oie von Chamberlain im Rainen des Rates an das schwedische 'olk gerichteten Worte dankte der schwedilche Unter» 'taats'efretär Sioerborg. Er versicherte, daß Schweden den Volkerbnndsidealen Branting» und seinen Besire- Hungen zur Versöhnung und Zusammenarbeit der Völker treu bleiben werde.
Rach dieser Trauerkundgebung trat der Rat in die Tagesordnung ein und genehmigte zunächst einen von Zriand vorgelegten Beria-t über die griechischen Flüchtlinge, während ein Bericht über Mandats- ^agen auf den Wunsch von Hyman» auf eine spätere Situ« o Di ringt wurde.
Der Rat nahm u. a. einen Bericht über die erste £ p i u m {o n f e r e n 9 an. während ein Bericht über bfe zweite Oviumkonferenz noch »urückgestellt wurde. Der Rat stimmte schließlich in Gegenwart de» ständigen Vertreters Oesterreichs beim Völkerbund, Minister Vfügl. den Empfehlungen des Finanzkomitees zur Förderin.g des österreichischen Sanierungswer- k e s zu. In feiner Eigenschaft al» Präsident des Ratskomitees für Oesterreich wies Chamberlain den Vertreter Oesterreichs auf die Rotwendigkeit hin, alle Masi- tichmen zur Durchführung der im September getroffenen Vereinbarungen zu ergreifen.
Benesch eirnnerte an den vor kurzem abgefchlosie- nen öandelsoertrag »wischen Oesterreich und der Tschechoslowakei, den er als einen wertvollen Schritt auf dem Wege zum Wiederaufbau Oesterreichs bezeichnet.
Scialoia appelliert dringend an den guten Willen aller Länder zur Durchführung de» finanziellen Wiederaufbaus Oesterreichs und unterstrich die Bedeutung, die die Arbeiten des Wirtfchaftskowjtees des Völkerbundes betreffend die Abschaffung der Verbote und Einschränkungen von Aus- und Einfuhr auch für die Sanierung Jeperrcidjg haben können.
Nächst« öffentliche Sitzung am Diittwoch.
st. Hatte, 11. MStz. Nach einet Meldung bet Agentur Hava» Halte MintsterprSsident Her- riot gestern abend mit verschiedenen Persönlichkeiten» die bet französischen Delegation bei der letzten Vollversammlung de» Völkerbundes angehv» ten, eine Beratung, um die Haltung festzulegen, bk der französische Vertreter tm BölkerbundSrat bei Erörterung de» Protokoll» über die Schiedsgericht»« barkelt einnehmen soll. Tie französische Regierung bleibe den Grundsätzen de» Protokoll» treu, erklär» sich ober bereit» an bet Erörterung von Adände« rungSvorschlägen tetlznnehmen, ble eingebracht werden und über die die Vollversammlung de» Völkerbundes sich au»zusprechen haben werde.
Nach dem „Petit Parisien" ist im Laufe d. . t« ferenz u. a. auch die Frage deS Sicherheit? J zu dreien oder zu fünfen erhoben worden. Frankreich sei nunmehr bereit» da» Protokoll bet Lag« anznpassen» bte sich In den letzten Monaten her« au»gestellt habe. Frankreich will jedoch grundsätzlich seinen übernommenen Verpflichtungen treu bleiben. In diesem Sinne werde Briand am Donnerstag auf die Erklärungen des englischen Staat», sekretär» Chamberlain antworten. Vach der heute vormittag zusammentretende Ministerrat werde sich mit der gleichen Angelegenheit beschäftigen. Daraus werde der französische Delegierte Briand seine Instruktionen erhalten.
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st. Genf, 11. Mär». Der Völkerbund trat gestern nachmittag zu einer Geheimsitzung zusammen. Hebet die Beratungen sind keine amtliche« Mitteilungen au-gegeben worden. Cie dürften siöj jedoch auf den Gesamtkomplei: der auf der gegenwärtigen Tagesordnung stehenden politischen Hauptfragen erstreckt haben. E» bestätigt sich, daß di« deutsche Note zur Klärung der Frage einer etwaige« Beteiligung Deutschlands an militärischen Zwangsmaßnahmen des Völkerbundes angeschnitten wurde. Dabei scheine sich im Vorau» eine grundsätzlich« Einigung ergeben zu haben.
fk. London» 11. März. Der Sonderberichterstatter des Reuterschen Büros In Genf erfährt, daß die Meldung über Vorschläge Großbritannien», daß Deutschland zur Sitzung des Völkerbünde» im Juni nach Genf einqelaben werden solle, um e» in Stand zu setzen, seine Ansichten über die Frag« einer Aufnahme in den Völkerbund auszudrücken, unwahr sei. ES bestehe kein Zweifel, daß Chamberlain die französischen Sicherheitsforderungen unterstützen werde. Er halte ebenso an der Ansicht fest, daß alle» getan werden müsse» was zut Wiederherstellung Europas erforderlich sei.
fk. London» 11. März. Der politische Berichterstatter des „Dailh Mai!" schreibt, in gut unterrichteten Kreisen wurde gestern abend erklärt, daß Chamberlain, nachdem er sich gezwungen gesehen habe, Herriot mitzuteilen, daß Grosst'.itzinnien und die Dominions einen einfachen ? rbeit«naft Frankreich und Belgien nicht annehmen können es übernehme, bei der heutigen Sitzung des Völker. bundeS Vorschläge für ein jimfafienbeS Abkommen zu machen. Er werde wahrscheinlich erklären, daß diese Pläne einer sorgfältigen Prüfung bedürfen und er werde dem Rat barlegen, baß ein Alternativplan für ba» Genfer Protokoll oder Schied»« gerichtsabkommen ajif einer ähnlichen Grundlage ruhen müsse.
Halvaue Sher Teu.fchlnnd.
ff. London, 11. März. Reuter berichtet aul Newyork, daß der neuernannte Botschafter von Großbritannien und frühere Botschafter in Berlin, Hal» baue, sich sofort nach Washington begeben habe, um mit Kellogg zu beraten. In einer Unterredung erklärte er, daß Deutschland im wesentlichen entwaffnet sei. Auf die Frage, ob Deutschland in der Lage sein werde, wieder eine Weltmacht zu werden, erwiderte Haldane, seiner Ansicht nach werd« Deutschland niemals die große militärische Macht werden wollen, ble es vor dem flrege gewesen sei, aber wirtschaftlich werde eS wieder so groß werden wie jemals. Haldane sagte weiter, der Tod bei Präsidenten Gbert sei ein furchtbarer Verlust für Deutschland: jedoch andere Männer würden dies« Stellung eiunehmen und die friedliche Entwicklung des Landes fortsetzen. „Daily Mail" berichtet ebenfalls über das Interview und stellt insbesondere fest, daß Haldane nachdrücklich verneinte, daß Deutschland an dle Wiederherstellung der Monarchie benfe oder einen Versuch machen werde, die Vorherrschaft in militärischer Hinsicht, die es vor dem Kriege gehabt habe, wieder zu gewinnen. In 10—20 Jahren werde der Gedanke an die Monarchie wieder auftauchen» aber jetzt beständen derartige Pläne nicht.
Eine Saardelegatlo« in Paris.
fk. Saarbrücken, 11. März. Gestern abend reiste eine saarländische Delegation, bestehend aus Vertretern der Industrie, des Handels und der Ge- werkschaften nach Paris, um heute mittag zum erstenmale an ben deutsch-französischen Verhandlungen über ble Saarfrage teilzunehmen.
fk. Lonbon» 11. März. Die parlamentarische Fraktion der Arbeiterpartei wählte Arthur Henderson zum Hauptelnpeitscher der Arbeiterpartei im Unterhaus.
Dir WMfäSttWrnrotn Wiederaufnahme bet dciitfÄ-sranzösiich n Verhandlungen am 18. Mär,.
ft. Pari», 11. März. Die Morgenblätter veröffentlichen folgende Mitteilung: Der ehemalig, Hanbelsminister Raynalby ist burch bte deutsch«