Einzelbild herunterladen
 

UZödienilidie Unterhaltungsbeilage zur Oberhessisch en Zeitung

Marburg, den 10. März

1925

to Md vkhdw ter Stil. Sa«

den im Sommer gern von des Wildtauben der

yv*-- oujgc sucht, welche den MjhsU^e» Erd-j »och Mauerreste, Kirchenstümpfe oder Äaswa «le»

fr. 10

sind liegen geblieben, deren Besitzer en^we^er um« bekommen waren oder in das Rachbardorf zogen, sich bort niederließen «nd von hier aus bi» Felder bestellten. Ortsverzeichnisse des sechzehnten Jahr­hunderts zeigen uns deutlich b--i eim-m B»ral»'che der damaligen und heutigen Orte, daß die heutigen Wüstungen damals schon als solch- vorhanden waren, weil ihre Namen nicht auftreten.

von H. P«-.

vielleitP trete» In älteren Urkunden Orts­namen auf, die wir Herste vergeblich suchen würden. Gar ost ist außer den» nackten Hamen nicht» mehr auf uns überkommen. Hin und wieder erinnern

hoben aufpkcken. Die Jagdpächter machen sich diese Tatsache zunutze, bauen in der Nähe der Bohrstellc ' eine Taubenhütte und verschaffen sich einen zarten ZonntagSbraten.

Wir haben gesehen, daß die Salzböde einem Einbrüche deS Gestern- ihre Richtung verdankt, i Sie hat nun daS vorgezeichnete Flußbett nach ihren Bedürfnissen weiter ausgewaschen, namentlich in 1 ihrem unteren Laufe. So ist im Laufe van J».hr- rausendcn daS an landschaftlichen Reizen reiche Tälchen von heute geworden, ein liebliches, ein ( eigenartige- Tälchen! Lieblich im Frühling, wenn Wiesen sich mit frischem Grün und bunten Blumen schmücken, reich an Erntesegen im Sommer, wenn tausend fleißige Hände sich regen, die Gaben deS SchSpferS in Wiese und Feld einzubringen, ernst und ruhig im Herbst, wenn deS fleißige» Landman- neS Hand den Samen der Erde anvertraut; wild und grausig im Nachwinter, wenn des Tauwindes warmer Ebern die in den Bergen lagernden Schnee­massen zum Schmelzen bringt, die Wasscrmengen brausend und gurgelnd ihren Weg suchen und schäu­mend und zischend das Tal durchfluten.

Gerade das wilde Ungestüm der winterlichen Wassermassen hat einen großen Anteil an dem etzigen lieblichen Talbilde. Sie waren eS, die durch Jahrtausende linkS und rechts die Berge benag­ten und so ständig das Tal verbreitern halfen. Durch ihre aütragende Tätigkeit haben sie ihm die schönen Wiesen gegeben, an denen «S so reich ist. Ter Wiesenreichtum hat nun wieder eine reiche Viehzucht im Gefolge. So konnte daS Berschen entstehen:

Tamm «nd Lohr'

Da» ist wahr; *

Die Etzelmühle binner, Do flieh' die fetten Rinner!

Ein herrlicher Anblick,der Kühe breitgestirnte Scharen"! Der Biehreichtum und die Sauberkeit der Kühe sind denn auch mit Recht der Stolz der Besitzer. In früheren Zeiten kannte man nur daS Vogelsberger Höhenvieh; später kam das rotbunte Simmentaler RicderungSvieh mehr in Mode, neuer­ding» hat auch die schwarzbunte Friesenkuh ihren Einzug in» Tal gehalten; in den Ortschaften des Kreise» Biedenkopf wird noch heute dem Vogelsber­ger Rind der Vorzug gegeben.

Im Gegensatz zur Viehzucht tritt der Ackerbau dem Lahntal und dem EbSdorfer Grund gegenüber zurück. Die Ackerflächen hoben meist den tonigen Hörreschiefer, der in südwest-nordöstlicher Richtung, von Sinn an der Dill kommend, sich durch das Tal hinzieht zum Untergrund, der infolge seines Ge­halte» an Kieselfliure sich schwer löst und der auf» lagernden Humusschicht keine Nährstoffe abgeben kann, weil er selbst keine besitzt. Zudem ist dieser Schiefer sehr wasserdurchlässig, sodaß e» zur Som­merszeit nach landläufiger Redensart wöchentlich zweimal regnen muß, wenn der Acker sein Vermögen geben soll.

Manche Bertien im Tal, namentlich solche, deren Untergrund aus Lößlehm besteht, sind recht frucht­bar und geben kaum dem Lahntal etwas nach. Trotz­dem ist der Erntednrchschnitt, hauptsächlich in gute» Jahren, recht befriedigend, besonder» in Korn, Gerste und Kartoffeln.

Da» Salzbödetal ist reich an Mühlen, von denen die meisten, fast möchte man sagen, paarweise auf die Welt gekommen sind, d. h. man trifft meistens zwei Müblen dicht nebeneinander an Bon den 26 Mühlen, die einst lustig am rauschenden Bach klap­perten, hat gar manche da» Klappern verlernt: sie sind erdrückt worden durch die Grohmühlenindustrie Nur einzelne sind noch int Betriebe. Da» ist schade, denn e» schwindet mit feder ein Stück Poesie. Wo­her kommt das sagenhaft Trauliche, das die Mühle umspinnt, das den Wanderer, der ihr Klappern hört, gefangen nimmt? E« entspringt der Ehrfurcht vor der Stätte, die «n» da» (Betreibe in unser täg­lich Brot umwandelt.

Unser Salzbödetälchen nährt trotzdem seinen Mann! In der Hungerzeit der KriegSjahre konnte e» manchen Kern abgeben an die weniger begüter­ten Gegenden und Großstädte. Das Salzbödetal nährt feine Bewohner, macht sir darum seßhaft und entwickelt in ihnen eine starke Heimatliebe, die so rührend und gewaltig au« den Briesen unsrer Brüder und Söhne sprach, die au »gezogen waren. Heim und Herd, Weib und Kind vor dem Feinde zu schützen.

An den Anrwanderfahren de» verflossenen Jahr- hundert», sind, wie überall, so auch au» ben Ort­schaften de» Salzbüdetale» manche Familien weg­gewandert überbea großen Teich" und haben sich eine neue Heimat gesucht. Aber die Sehnsucht nach dem Hetmattäl-hen läßt sie nicht zur Ruhe 1 kommen. Immer wieder kommen Ne, wenn auch nur zu Besuch, in ihr liebe» Tälchen und freuen sich : seiner Schönheit und seiner Reize. Traurig schei . den sie wieder mit dem Wunsche:

Herr Gott, wenn einst mein Leben stirbt und seine letzte Ruh' erwirbt, laß mich in meiner letzten Wiegen In meinem Heimatktälchen liegen.

E» rauschen dann in meine Ruh'

* deS Bächleins Wellen immerzu,

al» sänge mir die Mutter wieder

' die lieben, alten Schlummerlieder.

§oas GesangbE in der ErWuvv (Weil das erste Mal unleserlich, wiederholt.) Met Wääs'), die fcheavv Line, Schn aii un bei Loben, Sßir scbeal of em Age Gan daab of d' Oben. Mr könnt f ach soft arad Ke G^iebät*) nit nenn. Aebr Bee warn 8* korz_ Gon z' lang viel die öänn, vn deß F en Schnurrbart Os Mäulche schu prit, 3s bibfch bei em Barsch, Beim Büsche »war nit Se stottert beim Schwätze, Ds Rüsche war nit, Dos kum nu vom Schnovvt, Ach treoiln deats sckut. War gar sch' oergeasse, Derwersckit un verstraaf). War voller Gedanke, Gan kor, no Derstaad.

So traf ick T etzcd *) 6am Sonrdagse Staat, Zaum Abendmahl Ginge Die adle Leu «end. Gi Wüäsche. wu willi t6r So stolz da ich» bin?" Ei bbeichte. du DoDommkopv, Zoum NoRmrchtmobl greb." ,.3a iaat mir, was traal ihr Do do ean f Hünn?

Dos is doch t SveackgrLib,*) » viel eich erkenn " Herr Ieses, ILib Gouttchel Ach stieb mir dock bei. Woas eich adle Ccheusel *) Dergeasie doch sei!" Eich mußt weich arg dämmen *) s deat ach schu klüvve *) Gean bat noch ke Fläsch Bei d' Grroes tarn Devoe *) Schneall schneati eich en Stabe, «6 Goutt, wäi writteet, Gon bat da Gesangbuch Dobei ean bt 4>aab.

Nu bun eich ds Buch, Sllos fang eich not oi Als Sveack in die Erwes Gens Devoe sebe ,

v. Bastian.

1) Tante. 2) Schönheit. S)£rftrrot. 4) neulich. 5) Stück Soeck. 6) schwachsinnig« Person 7) tummeln, eilen. 8) Glockenläuten. 9) Erbsen im Kochtevl.

MlfMckt.

Scheer-RStsel.

1. Wer bat das höchstej.cl im Skat selvklt?

2 wen gibt man in Bayern viel Gewicht?

& Welch« Tracht wird nie untergeben?

GeNktzsed-Rätsel.

Zu den unienstebenibm ie »wei Wörtern find die «öegensätze tu suchen. Ein lebet von diesen nnti ein »» sammengtsetz'es Hauptwort er-eden.

1. Bier Boden 2. Für Ganze. 8. 3a

<x-t ick 5. SckmnlyiO weich. 6. Selb Corinaer. 7. w* rel gib. 8. Zahm Kater

«3M

Ich brauche iw« mich stets verioigl, Gar nötie all« Tagt, «ab fehlt es eh. so bade ich'« Schon wieder, abne Frage.

So sprach ein wart'rer Sxmbtpensww wr.

I Den sollt tot setzt ergründen

Habt diesen ihr, so jetrbet ihr

Da, N tstlwott leicht staden

«astösnu» bet »»tfel ia nächster Nammee.

«usttsaag bet «ätsel aa» voriger Rammer.

«astösaa» bet Scharade: Edelstein A-NSsaa» bet Schenkraaea:

1. Mod«. 2. Altdäadlet, btna er reifte noch Destea

13. Leide ltssn und sorgen tüt »eistise DtnWe.

«aföfaae des EilbeU-Räiseto:

1. w-choldee. 2. Ettsabeih. 8. Niob«. 4. y«ertau

16. Georgi»«, ft. Ekuador. 7. Roquett«. 8. öeiaea*

1 Wenige, war« mehr.

Alter AiS d» SrimMmtr !

Bon Ed. (Seiger. t

DaS Salzbödetal.

Vor vielen Millionen Jahren bedeckte ein Welt- tteer den heutigen Erdteil Eurova und den nördli- ' chen Teil Afrikas. Im Mittelmeer, dem Schwarzen und Kaspischen Meer haben wir die Reste dieses ' Ozean» noch vor un». Nachdem sich schon kn der * 1 Urzeit eine Alpenkette au» diesem Weltmeere heraus- hob, deren Reste die Gebirge der Skandinavischen Halbinsel sind, wurde in der Nachzcit eine wei- tere Alpenkette südlich der genannten herausgewölbt. ' die wir die karbonischen Älpen neunen. In zwei i großen Bogen, einem füdroest-nordöstlich gerichteten 1 und einem südöst-nordwestlich verlaufenden Bogen - hob sich die karLonische Sllpenkette aus dem damals > Europa bedeckenden Weltmeere heraus. Der erst­genannte Bogen ist der variskische, der andere Ift der armorikanische Alpenbozen. Die Varis- 1 kifche Alpenkette bedeckte bedeckte daS heutige Mit- ' teldeurschland. Sie begann im französischen Zen- ' »ralgcbirge, setzte sich im WaSgenwalde, dem 1 Schwarzwald, dem Odenwald, dem Spessart, dem Nheinischen Schiefergebirgr und dem deutschen Mit- lelgebirge fort. Alle genannten Gebirgszüge hingen Ehemals zusammen; die noch heui« vorhandenen sind sti> R ' dicker mäcktigen Gebirgskette. Die feb- lenden Mittelstücke sind eingesunken und abgetragen, aber beibeS zugleich. Man ist berechtigt zu ber Annahme, daß ble höchsten Spitzen ber daris- kischen Alpenkette wohl eine ursprüngliche Höhe bis zu 6000 Metern hatten. Nach dem alten Naturge­setz: die Berge werden abgetragen, die Täler füllen sich auf sind diese höchsten Spitzen bl» auf ihre heutige Höhe abgetragen worden durch den viele Millionen von Jahren wirkenden Einfluß von Sonne, Regen, Schnee, Eis und Frost. Während tn den ersten Zeiten der Ausfällung da» heutige Rheinische Gebirge mit dem Thüringerwald zu­sammenhing und einen Höhenzug bildete, ist zu einer späteren Zeit der zwischen beiden genannten Gebirgen gelegene Teil abgesunken und abgetragen worden. Tie Trümmer dieser 0'-gesunkenen Partie sind dann Millionen Jahre später zum Aufbau der Buntsandsteinberge verwandt worden, toa» durch da» Vorkommen von Milchqnarztn im Buntsand- steiit leicht bewiesen ist.

E» ergibt sich: das Rheinische Gebirge, Taunn», Westerwald, Sauerland, Rotlagergebirge, Hainage- ftlrge sind Reste der ehemaligen karbonischen Alpen- fette. Al» sich Lahn, Sieg und Eder ihren Weg durch das rechtsrheinische Gebirge suchten, entstand die Dreiteilung Taunn», Westerwald und Sauer-

Bei der Untersuchung über da» Entstehen de» Salzbödetake» hat von Meter Dreiteilung der We­sterwald Interesse. Da» Absinken diese» Teile» deS Rheinischen Gebirge» vollzog sich ruhig und allmählich; daher da» langsame, gleichmäßige Ab- stetge» des Ostrande» de» Westerwaldes zum mitt« Zeven Lahntal. Gleichwohl ist der ruhige Verlauf de» Absinken» nach Osten hin nicht ohne erhebliche Verschiebungen tn ber Erdrinde vonpatten ge­gangen, f und letztere hat erhebliche Risse und enb Sprünge erleiden müssen. Naturgemäß ver­liefen diese in einer Richung, nämlich nach Osten «nd Südosten. So kommt e», daß die vom Wester- Walde nach Osten hin der Lahn zufließenden Bäche in ber Richtung ber die Erdoberfläche beeinflussen­den Bruchltalen verlaufen mußten und demzufolge die obere Lahn, die Allna und Salzdöde eine Fluß« richtung aufweisen.

Die Tatsache, daß die Salzböde ein Störunz»- tal zu ihrem Laufe benutzt, verdient Beachtung. Die zahlreichen Bäche de» Vogelsbergs» and die meisten der hessischen Senke haben ihr Bett durch Auswaschung de» Gestein» gewonnen. Auch ist dies, toa» hier gleich Erwähnung finden möge, bei ber mittleren Lahn der Fall.

Woher hat unsre Salzböde ihren Namen? Der Ausdruck Böde ist gleichbedeutend mit Bütte. Wah­rend das Flußbett anderer Bäche an den ttfrrn steil abfällt und unter Wasser wagrecht liegt, ist ihr Flußbett vorwiegend int unteren Saufe ausge­kehlt wie eine Bütte. Verursacht wird diese mul­denförmige Aushöhlung durch da» Gestein, durch welches ihr Weg führt. E» fft ein loniger Schiefer, der an vielen Stellen im Tale zutage tritt. Sei­ner meist rötlichen Farbe wegen heißt er FschS- schiefer. Unter dem lösenden Einfluß des Wasser» hat er sich in Ton zurückverwandelt und da» Bett des Baches muldenförmig auSgepolsteri. Dünn- plattig und leicht, ist er vom Hochwasser mitge­nommen und auch tat unteren Saufe abgelagert worden. So formte sich auch hier, besonder» in tieferen Stellen, im Saufe von Jahrtausenden, da» muldenförmige Bett.

Woher der Name Salzböde? Ihr Wasser hat «inen geringen Salzgehalt. Woher dieser kommt. Ist noch nicht einwandfrei ausgemacht. Durch Boh­rungen, die vor etwa 25 Jahren zwischen Morns­hausen und Lohra gemacht worben stab, ist ein ziemlich stark salzhaltige« Grund wasser festgc stellt worben. Da nun ht ganz Deutschland tuteite* Gebirge" Salz bis jetzt noch nicht gefunden ist, so neigt man ber Ansicht zu, da« salzhaltige Wasser fei von Nauheim her ans unterirdischen Spallen bi» in» Tal der Salzböde gelangt. ES ist die» «ine von dem Professor ber Geologie, Herrn «e- beim rot Kayser, ehedem ia Marburg, bertreteae Möglichkeit.

Da« salzhaltige Gasser durchsetzt Me «beogetager. ton Erdschichten mit Salzkristalien and gelangt so ia da» ESafU-r ber Salzböde, sodaß dies davon einen schwachen Salzgehalt bekommt. Za Lohra nennt man die her Salzböde angelagerten Wiesen oberhalb der Götzenmühle die Salzwiesen. Sie wer-

seiner Parzellen an den ehemals blühenden Ort einer Wüstung wurde, oder gar oft mit Wald bei des frühen Mittelalters, der nun schon seit, deckt, für die Nachwelt unkennbar war. Solche aus- mehreren Jahrhunderten wüste liegt. Unwillkür, gegangenen Dörfer und Eiedelungen haben oft noch sich drängen sich Angesichts dessen die Fragen auf, lange Zeiten hindurch in ihrer selbständigen Ee- worin liegen die Ursachen für diese eigenartige Er- meindeordnung weiterbestanden und ständig eine« scheinung begründet und zu welcher Zeit geschah die eigenen Heimberger gewählt.

Verwüstung wohl? Fast überall wird man im Wenn die Bewohner das Dorf verließen, ver» Volke dieselbe Vermutung wiederfinden, daß der fielen die schlecht gebauten Gebäude sehr ra'ch. So wahre Urheber dieses Geschehens der dreißigjährige ist es leicht zu verstehen, daß man heute, nach roeni# Krieg sei. Irgend etwas Großes wird stets mit gen Jahrhunderten, schon fast keine direkten Spuren großen Ereignissen zusammen gebracht; denn so ist mehr vorfindet. Die müssen durch den Spaten ge> es am leichtesten erklärlich und zu verstehen. Große legentlich von Forschungen in den häufigsten Fällen Zerstörungen sind ia auch meist auf das Konto der aufgedeckt werden. Was der wissenschaftliche Kriege zu buchen. Da nun alle anderen vom dreißig- Forscher zielbewußt sucht und findet, fällt, bent rührigen Kriege hinsichtlich der langen Zeit, Zer- Landmanne oder Wege- und Waldarbeiter oft zu« störnng, der Roheit und Mordbrennerei in Schatten fällig und unbewußt in die Hände. Werden blt gestellt werd-m, so verlegt das Volk alle unbekann- Wiesen oder Aeckcr der ehemaligen Ortschaft in der ton Ereignisse in die Trauerepoche der deutschen Jetztzeit planiert, so werden gar häufig Funde ge« Geschichte, senen von Fanatismus geweckten und ge- ^acht, die Gegenstände der Siedler darstellen, weicht trogenen Krieg, welcher in überhitzter religiöser B - hier gelebt und geschafft haben.

aeisterung und Hartnäckigkeit fruchtbaren Boden go hört man immer wieder, daß Pferbeeiser fand. Obwohl nie unser deutsches Land und Volk ober Werkzeuge, Säbel, Ofenplatten, Töpfe, Nägel so furchtbar zu leiden gehabt hat wie während >i"- unb vieles wehr zu Tage gefördert worden sind. Gai ser 30 Jahre, To ist der blutige und grausame R«l'- oft widmet man den Dingen keine Aufmerksamkeit gionskrieg doch am Ausgange der wüsten Ortsckms- unb begräbt sie wieder oder wirft sie als wertiol ten des Heimatlandes nicht Mptrbiq. Zwar fi^b Gefeite.

unzählige Dörfer und Weillr mit vielen Städ'chen Für den sachkundigen Forscher haben alle mess und Gehöften damals in Asche gelegt worden vnb Dinge oft einen großen Wert. Darum, ihren lieben haben auch recht oft sahrelang wüste gelegen, aber hessischen Landleüte, hebt alles hübsch auf und ue. alle sind wieder aufgebaut worden, wenigstens in fert bie Fundgegenstände ob. Man ist euch recht dem hessischen Gebiete ist kein Ort bekannt, der nickt dankbar bafiii.

wieder aufgebaut worden wäre. Nur einzelne Hefe -----

Der Aus- und Untergang unserer zu Betracht tobenden Orte ist daher in eine frühere 3"it Ju I verlegen. Zugegeben mag werden, daß auch ih 'T I Kriege und Fehden die chauvtzerstörer waren, doch aber noch viele andere Ursachen mitgewirkt haben, I zum Teil selbständig, teilweise tm Bersin mit den I Kriegen. Während die jüngsten Kriege zw"st eine I völlige Dernicktung der einen Armee als Tendenz I zeigten, als Begleiterscheinung aber nuck Vernich­rungen aufweisen, erstrebte im frühen Mittelaster I der eine oder andere beider Gegner, falls eine B'-1 legunq unmöglich war, durch große Bsrwüstung des | ' indlichen Gebietes dem Fttnde selbsi zu Schaden. I Man betrachtete damals alles als Feind, was mit I dem Gegner in irgend einer Beziehung stand, wicht | nur den ungeschützten Bauersmann, der zinsvflich-1 tiq war, sondern auch Vieh, Häuser, Felder, Fluren, 1 Wälder, Ernten und Saaten. Man ilünbertc die I Dörfer und zündete sie dann an, trieb die Vieh-1 Herden weg, schnitt das Getreide ab oder stampfte I es durch die Hufe der Rosse in den Boden, zerstörte 1 bie Weinberge, pflügte die Wiesen unt, schälte die | Obstbäume oder sallte sie und vernichtete die Saa, I ten. Beispiele hierzu biet-n die frühmittelalterlicher 1 Fehden in Hülle und Fülle. (Siebe .Murg Mell- 1 nau" und ..das Geschlecht von Dersch" in meiner I Geschichte des Oberlahngaues". Eiwerts Verlag 1 Marburg s Di« Schabenregister, in denen die Be­teiligten bei Sühne-Unterhandlungen ihre Be­schwerden geltend machen, beweisen zur Genüge die j Art der Fehdeführung in jenen grauen Zetten. Ost I treten auch derartige Andeutungen in Rechnungen 1 auf z D.: Dem Landfiedel des deutschen Ordens zu 1 Allendorf wirdvon Krieges ®eqen unb von 1 Brandes" 1413 der Zins erlassen. Im Jahre 1443 brannte Reinhard von Dalwrgk das dem Kloster I .Merkshau'en zusteheu.de Dorf Berningshausen nie» bei, als er von Fritzlar hermritt,wie es scheint aus 1 lauterem Frevel". Es gibt wohl nur wenige Dörfer 1 in den Nähen ber Burgen, welche im Laufe der I Jahrhunderte ihres Bestehens nicht ein« oder mehreremale durch Feindes Hand ht Asche gelegt worben finb. Die meisten wurden aber wieder aui« 1 gebaut. So wirb von Hommertshausen berichtet: 1 nachbem bann auch Hommershausen durch Pbede 1 vnb Olinge verwüstet war im Jahre 1519" usw., j wurde es wieder aufgebaut. I

Es ist demnach die Tatsache der Zerstörung und 1 die des Wüstbleibens ber Dörfer scharf voneinander I au trennen, da dem letzteren andere Vvraussetznn« I gen zukommen müssen. Zwar sind die Ursachen, 1 welche die Bewohner ein« Ort« oder Gehöft« ver­anlaßten, dies« nicht wieder aufzubauen. verschie­dener Art. doch wohl ganz besonders in der allge­meinen Unsicherheit begründet, wrltfje während der ganzen Ritterzeit aus dem Land« herrschte und die Bauern dauernd in Stern und Spannung hielt. Häufig wurden bie Bewohner durch jn harte Frondienste und Abgaben da» Leben überdrüssig | und wandten ihrem seitherigen Besitztum« oder der Stätte ihres Wirkens den Rücken, um sich in der | Stadt niederzulassen, wo größer« Freiheit axnne.

Gar oft mögen auch die schweren Seuchen de» Mittelalte« wie Pest, Aussatz, Cholera «sw. di« Veranlassung gewesen sein, daß die Bewohner den Ort verließen, soweit letzterer nicht Tein cusae» störben war. Oft werden rauh« Klima und h»he, schlechte Sage auch bie Bewohner genötigt Hoheit, ihre Scholle zu »erlassen, ober aklzuaroßer Wild­schaden macht« die Bauersleuten mißmutig und hatte oft Hunger im Gefolge. Da die Ritter Jagd. Herrn waren, hatten Beschwerde» meist nur wenig

Do, Land des wüste gewordene« Orte, wurde gewöhnlich später von den Bauern der Nachbar- dörjer eieba bebaut, »ährepb der Ort selbst p»