Marburg a. 8. Srettag, bra 6. Mürz
60. sarrs. 1925
l Anzeiger für (das Mer jggjjjt) SberWen -Amttlches MMmMM MW Mrbnrg
?huc HUnbVeaten,
ff. Berlin, 6. Vlärz.
Vb/chi-dLgrüb« M moi taS.'S . krV ?,"riu 6. März. Zur Frag« der Beu. zweites pikantes Faktum: Herr Severing, den -------- * jchwlu:en Vertust Wahl des ReichsprLNbenten werden sowoSt Ler «Vorwärts" krank geschrieben hatte, meldet sich
von Mit
Außer der Kandidatur Thälmann ist noch keine aufgestellt. Die Sozialdemokraten sind offenbar in schwerem Druck. Was ist weniger blamabel für sie: vor vornherein auf einen soz. Kandidaten zu ver- zich en oder im zweiten Wahlgang ihn fallen zu lassen'? Denn die Zeiten für einen foziclistischcn Reichspräsidenten sind wohl vorüber. Die Rolle
hervor, den auch die sozialdemokratische Partei durch da- Hinscheiden de» Reichspräsidenten erlitten habe Dann sprachen der Präsident des badischen Land tag«, Dr. Baumgartner und der Vorsitzende de» Allgemeinen Deutsche« Gewerkschaftsbundes Abg. L e i p a r t im Namen der Gewerkschaften. Nack einem vom Arbeiter - Sängerbund vorgetragenen Männerchor „Ein Sohn de» Volke»" von Pfeil sprach Stadtpfarrer Dr. Maa» den Angehörigen de» Reichspräsidenten Worte de» Tröste» zu. Dan» wurde der Sarg in die mit grünen Tannenzweigen ausgeschlagene Gruft versenkt, während die Kapelle badischer Polizeimusiker da» Lied: „Deutschland über aller" anstimmte.
Während die offizielle Feier ihr Ende gefunden hatte, zogen noch ungezählte Tausende am Grabe vorüber, um dem Verstorbenen ihre letzte Hui. diguug zu erweisen und Kranzspenden niederzule- gen. Die Feier, die auch vom Wetter in bester Weise begünstigt wurde, verlief troy de» Masse», andrang» und der räumlich beschränkten Verhält, nisse würdig und ohne große Störungen.
wieder gesund. Er will doch Innenminister bl Sonderbar, höchst sonderbar.
Oberbürgermeister Dr. Walz.Heidelberg ent« •ot dem Verilorvenen die letzten Grüsse seiner Vater« mrdt. ReichSlagsaügeordneter Müller-Fran» ” rtff dem verstorbenen langjährigen Freunde
Dir RegierumkbWimg in $rtu6cn Marx vor dem Rücktritt»
Dke Verhandlungen über die Wahl deS preußischen Ministerpräsidenten sind gestern in allen Frak- !”ne" wieder ausgenommen. Bezeichnend für die Ab- sicht des Zentrums ist, daß die Vertreter deS Zentrum» im Dellestenrat allen Ernstes den Vorschlag machten, die Neuwahl deS Ministerpräsidenten auf einen Ter» m ’Vna$ der Veichspräfidentenwohl zu ^rschieben. Da» wurde aber nicht nur von der Deutschnationalen Dolkspartei und der Deutschen Deutschen Volkspartei, sondern auch von der demokratischen Partei abgelehnt, während den Sozialdemokraten dieser Vorschlag nicht unangenehm zu fein schien. Die Neuwahl des Ministerpräsidenten wird setzt nach den bisherigen Beschlüssen des AeltestenrateS E Dienstag, dem 1 0. März, stattfinden. Man nimmt allgemein an, daß Marr sich nicht wieder aufstellen läßt, da er zum mindesten im ersten Wahl» -an9 für die Veichspräsidentenwahl für da» Zentrum der einzig mögliche Kandidat ist und beim Zentrum und der Demokratischen Partei noch immer Hoffnung besteht, Marx im zweiten Wahlgang für die Reichs. Präsidentenwahl zum gemeinsamen Kandidaten der x-infen machen zu können.
Rachklävge.
L>n Heidelberg hat am Garge Friedrich Eberts .aus Wunsch der Familie" zum Schluß der evangelische Stadtpfarrer gesprochen. Bei den zum größten Teil direkt kirchenseindlichen Sozialdemokraten wird diele Tatsache Mißbehagen auslösen. Mn» zeigt st« den Ebert-Krei» in einem sympathischen Licht, weil viel Mut dazu gehört, dem Aberglauben der Menge — nicht« andere» ist der von Parteiwegen diktiert« Unglaube — offen entgegenzutreten Starken Widerhall wird überall die Anordnung finden, baß di« Trauer» feier mit dem Deutschland-Liede schloß da» ja Eber» zur Nationalhymne gemacht hat. Wir halten ee vermißt bei der großen Kundgebung vor dem NeichS- lage. Welch ein Eindruck wär« es gewesen, wenn diese gewaltige Menge .Deutschland. Deutschland über alles" gesungen hätte. Aber den radikalen Sozia- listen, zu denen Herr Loeb«, der Veranstalter der Reichstagsfeier. unzweifelhaft gehört, scheint das Lied zu national zu sein. WaS sollte auch der Genosse C r i s p i e n dazu sagen, der doch kein Vaterland kennt, das Deutschland heißt ...» 3n Süddeutschland hat öte Demokratie immer einen stärkeren nationalen Zug gehabt.
eines Durchfallkandidaten gehört nun nicht zu den erfreulichsten. Herr Loebe, der Reichstags. Präsident hat sie (mit der Begründung großer Bescheidenheit) jnit sehr energischem Dank abge- lehnt, must sich aber dafür einen Anpfiff des „Vorwärts" gefallen lasten: Disziplin gefy über Be. scheidenheit. — Roch merkwürdiger ist die in den Kreisen der „Rationalliberalen" aufgetauchte Idee, den ehemaligen deutschen Kronprinzen fungieren zu lasten. Eine heimliche Zählkandidatur des Kronprinzen würde b:nt monarchischen
Gedanken mehr schade« als nützen. Dis
Linke würde sich über die verhältnismäßig geringe Zahl der Stimmen lustig machen. An eine offizielle Kandidatur des Schloßherrn Oels dealen aber auch die Deutschnationalen Recht nicht.
Gl« «rmrinsam« bürgerlicher Kandidat?
™ .? orlin , 5. März. In der deutschnationalen ^etchstagsfraktnm wurde, wir au« parlamentarischen Kreisen verlautet. die Mitteilung gemcht, daß zwischen der Deutschnationalen Dolkspartei. der Deutschen VvllS^»rtei, der Bayerischen Dolkspartei und der Wirtschaftlichen Vereinigung sowie den in Frag« korn- menden Verbänden Fühlung genommen wurde zwecks <a.ufltenung eines gemeinsamen Kandidaten >ur die Präsidentschaftswahl. Die Besprechungen beenden sich erst im Anfangsstadium. Perfonenfragen wurden noch nicht erörtert
Beschwerde» über Bartel»' SeschMt.sLbrun«.
Der Helte ft entat de» Landtage» beschäl tigie sich gestern mit einer Beschwerde der Kommunisten über die Geschäftsführung des Präsidenten Bartel». Es wird Beschwerde Geführt, daß der Präsident bk letzte Landiagssitzung am 3. Stär», die dem Gedächtnis be% Reichspräsidenten gewidmet war. eigenmächtig Geschlossen habe, ohne den Beschluß des Landtage« bet» bcizusiibren. daß er dem Kommunisten Pieck da, Wort zur Eeschästsordnung nicht erteilt und daß er schon vor Beginn der Sitzung erklärt habe, er werde sich bei eine« derartigen kommunistischen Verlangen über die Bestimmungen der Geschäftsordnung bin« wegsetzen. Die Kommunisten baden daraufhin beantragt, daß der Landtag diesen absichtlichen Eeschastsord- nungsbruch verurteilen und den Rücktritt be» Landtag,Präsidenten Bartel» fordere. Prä- iident Bartel» gab zu, daß er gegen die Geschäfts ordnung verstoßen habe und rechtfertigte da» mit den außergewöhnlichen Umstanden. Da» Zentrum regte dann an, ähnlich wie im Reichstag in die Geschä!»sordnung des Landtages eine Bestimmung aukzunebmen, wonach der Präsident berechtigt sei, in besonderen Fällen bat Wort nicht zu erteilen.
Der RelchsernSürungsminister im besetzten Gebiet
Berlin, 5. März. Der Reichsmlnister für Ernätz» rung und Landwirtschaft, Graf K a n i h, begab sich a« Mittwoch ins besetzte Gebiet. Dori wird er bi» Vertretungen der rheinischen Landwirtschaft emvfar.gen. die ihm ihre Wünsche vortragen wollen, und im Anschluss an die Besichtigung von landwirtichaillichen Beiriede« auch mit anderen Wirtlchasisoerbanden Fühlung nehme«. Dann wird der Reichswirtichaitsminister Im Industrie», Hub 6U Düsseldorf über die Lage bet deutsche« Lanosrrtz»'
öte Sozialdemokraten al» auch die Demokraten selbst- "®e Kandidaten aufstellen. AIS Anwärter l^r Demokraten nennen di« Blätter den Hamburger Bürgermeister Dr. Petersen und den badischen ^""^Präsidenten Dr. Hellvach. Aus Zentrum»» rite fei bi» Aufstellung von Mar« so gut Vie sicher.
Wa» die Parteien recht« vom Zentrum betrifft, so werbe e4 hier aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer gemeinschaftlichen Kandidatur kommen und twar sei bereit» innerhalb der Ausschüsse ein« engrre Wahl getrnffen worden, sodaß e» sich nur noch um me Entscheidung zwischen vier Persönlichkeiten handelt Unter ihnen befindet sich, wie die .Zeit" betont. Reichskanzler Dr. Luther nicht. Der Neichsau«. lchnß der Deutschen VvllSpartet werde wahrscheinlich Anfang nächster Woche einberufen werben, um zu der Präsidentenwahl Stellung zu nehmen.
Die da» Blatt weiter mltteilt. scheinen die Sozialdemokraten und die Demokraten ein besonderes Gesetz über die Stellvertretung de« Neichspräfidenten bis zum Amtsantritt deS neugewählten ReichSpräsi- denten für notwendig zu hallen. Der .Vorwärts" weist hierbei auf eine Aeußerung be« Abgeordneten o : en ® En her .Vossifchen Zeitung" hin. Die .Zeit glaubt allerding«. daß bei den übrigen Parteien die Ansicht bestehe, baß für dl» bevorsteh»nd» kurze Ueberganszeit der NeichSkanzler weiter di« Stellver- tretung führen könne. Wenn sich jedoch <ni« irgend ffnfm Anlaß die Notwendigkeit einer besonderen Stellvertretung ergeben sollt», so schein« man in diesem Falle den DeichsgerichtSpräsidenten Dr. SimonS für di« geeignet« Persönlichkeit zu betrachte«.
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Der „Vorwärt«" bezeichnet die VertvUung des Deichs tag« bi«, nach der Wahl de« neuen Reichs- Präsidenten als äußerst befremdend. Sine Entschei- 2ynS über die Vertagung deS Reichstage« siege beim Reichstag selbst. Außerdem sei der Präsident be» Reichstages Loebe von Berlin abwesend. Auch habe sich der Aelkestenausschuß mit der Frage der Vertagung noch nicht beschäftigt. Auch die .Zeit" hält es für bedauerlich, wenn sich der Reichstag auf zwei Monate vertagen sollte. Der Reichstag hab« außer dem Stak eine Reihe wichtiger Fragen zu erledigens Der auswärtige Ausschuß des Reichstage» wird voraussichtlich am Mittwoch nächster Woche zu «iner Sitzung zu- sanimentreten. Reichsaußenminister Dr. Strese» mann wird laut .Zeit" einen Bericht über die außenpolitische Lage erstatten.
ruhe einlnnfenbcc Zug die Mitglieder de« badischen Landtage» sowie der Stadtverwaltung Karlsruhe zahlreiche höhere Staatsbeamte, nachdem schon .vorher «ne Darmstadt die Vertreter der hessischen Regierung und de» hessischen Landtagspräsidiums «i,getroffen waren.
Inzwischen hatte sich der T r a u e r z u g in drei teile gcerbnet, die in der Plöck 'gegenüber der «nr-gangshalle unb der anschließenden Rohrbacher- strasie. sowie in der Ludwlgsiraße Aufstellung nah ven. Auch hie Spalierbildung In der Rohrbacher- .^r"ße durch Schulen, Vereine und da» sehr zahl' l«ich vertreten« Reichsbanner ..Schwarz-Rot Gold" fvar bereits kurz nach 8.30 Uhr vollzogen.
’ Ehrfürchtiges Schweigen der auf dem Bahnhof versammelten Bevölkerung kündigte pünktlich um
" 9.0 Uhr das Einlaufen des Sonderzuges «lt der Leiche de» Reichspräsidenten am. dem aisbilb Ej.«ei(t)?renglcr Dr. Luther, Staatssekretär Dr. Meist pW vekchsminifler Gestler. grau Ebark und das
! sonstige Trauergefolge entstiege». Während die An ^teefenben die Häupter entblößten, wurde der Sarg
। feierlicher Weise von LandeSgendarmen übernvm sWrn Die Pechflammen auf de» Pylone» loderte-,
. i"uf und weihevoll zogen die Klänge des Chora s: .^efiedk du deine Wege" über beit Bahnhvfsplat!
machtvoll chifckeitbe .Konzert aller Kirchen- Hlnckeu- zeigte den in den benachbarte» Straste» War- »enden «n, daß der Zug sich nunmehr in Bewc «lmq gefetzt hat. Eröffiwt wurde dieser von einer mbiefluHfl Berittener Schnp», dann folgte» die Frei villfge Feuerwehr von Heidelberg mit" ihrer Musik WMte. Gesangvereine, studentische Korporationen Morduungen der Vereine mit ihre» Fahnen, starke ^b le Hungen des ReichSl'annerS „Schivarz-Rvt-Gvld" «ad eiwe Kapelle freiwilliger Puttzelmufiker. Eine M erwältigende Fülle kostbarer Kranzspenden, die .dem Sarge vorangetragen wurden, gaben Zeugnis der Liebe und Verehrung, die dem Relchspräsl- -Wtiiien auch über das Grab hinaus entgegengebracht Verden.
Dem Leichenwagen folgten zunächst die näheren Angehörigen des Reichspräsidenten mit dem Öfter- vürgermelster der Stadt Heidelberg, Reichskanzler Or. Luther und Reichswehrminister Dr. Gestler, «enen sich zahlreiche Vertreter autzerdeutscher Re- Mermigen, ber Sattderregierungen, Vertreter des Reichstags und Landtags, der Stadtrat von Heidelberg. die Rektoren unb Senatoren der badischen Hochschulen in vollem Ornat, sowie die zahlreichen Mcreine anschlossen, während den Abschluß des xuaeS wiederum eine Grupve berittener Schupo bii- • 'bete. w
ein Teil mächtigen Zuge« kvnnte auf »-,» Friedhof Aufstellung nelpueu, tu« ei» noch ge ringer« Teil konnte sich um die Grabstätte scharen, der gegenüber die Heidelberger Sänger auf einer grn^n Tribüne Aufstellung genommen hatten. Händels gewaltiger Trauer marsch au» dem Orato- üum ,^aul" leitete die Fciedhofsfeier ein und er- reifenb solgte ihm, vorgetragen vom Heidelberger eärigcrbunb, das „Sanktus" aus der deutschen Messe Vv,i Schubert. Sodann trat der badische Staatspräsident Dr. Hellpach an das Grab, um tm Kamen des Rcichsrals unb des Lande» Baden ungefähr folgende Rede zu halten:
D» Volk spürte den Toten al» sein Eigen. Aus Reihen des Voltes kam er. Nun empfängt jttn die Erde dieser wundervollsten aller Kegräft- nfsstätten, bx’3 Bergfriedhofes zu Heidelberg. Wei- sich nicht der Blick der Andächtigen bis ins .Leillose, wenn er von den halbverwitterten Tafeln bre stirstlichen Namen de» Geistes abltest? Biel- «icht kann nur eine deutsche Stadt an Fülle des Ergangenen Geistes sich mit Heidelberg verglei- Weimar, das ja auch durch unseren Toten für das jüngste Deutschland eine verjüngte Bedeutung •uU'fing. Du, Friedrich Ebert, bist unter ben eblen des Geistes kein Einbringung. Du gehörst ^'l der Abel, der hier bestattet liegt, rvlil Adel bei- Geburt, sondern der Adel derer ist. jbie anS sich unb durch sich geworden sind, was sie !b»r Menschheit und dem Volk bedeuteten Fn dir 'Friedrich Ebert, fand da» echte GotteSgnadcntnm' feine besondere Erfüllung, denn Dir ward die »nade, bas Volk zu erretten, da» dich gebar. Aus Agener Kraft unter Mühsal hast Du Dir alle Be- K'.stümer ber Bildung zugeeignet und weder mit >em Kaufmann, noch mit dem Künstler, weder mit «nt zünftigen Gelehrten, noch mit dem zünftigen Diplomaten Unterhaltungen zu scheuen brauchen. D» bist kein Emporgekommener, sondern ein empor- Lcrungener, damit recht eigentlich hast Du das Amt Jadeit, das Du als Ersten bekleidetest. Ein A!ene- «kel würde von diesem Grabe aufflammen vor ^dem Deiner Nachfolger, der von Deiner Spur ab-' wiche und auch nur eine Stunde vergäße, daß Don Gotte» Gnaden sein heißt, zu Volkes Diensten
18. Sltzuno vom ». Mär»
Am Rküierunastisch- 6anbeUmtnift«« Dr Schreiber.
Zunächst gedenkt ber 2anbtageoräfib«nt Bartel, o« erhobenem Hause mit teilncbmenb«n Worten be, Erolv stonsrntglück, in Wittenberg unb mach, Mitteilung von b«m Ableben des Abg Krua <3«nftum).
Wadj einer «rreeten Protestred, be« Kommunisten v>»«k- der die Trouerkeierlichkeiten für ben «erstorbenen Keichsorasibente» unb ba, Verbot bet „Roten Oaln«* kritisiert«, geht man zur laaeeorbnung Ober
« er,f.oIa‘ bie erste Beratung bei «„träge 8bet ble aU,b.,JlMune b«• Dlenklelnkomm.n« evangelischen unb katholischen Pfarrer
Nachdem noch ber «bg Voß («at.-Eoe) bu .lin, mung seiner Partei ,u ben Anträgen erklärte unb btt Wbg Ä on i g. Gwinemünbe (So,.) sich gegen bi« «w trag» ausgesprochen bat. tibrrroeift ba« Ham« ble «» trag» bem Ausschuß löt veomlenlraaeit
Nachdem bet so»lalbemokratlfche Antrag, bet bv stebenbe ftänbige Ausschuß für Siedlung,, unb wob» nungswesen soll» künftig al, Ausschuß für lanbroirt- ichaftliches Sieblungsroefen bezeichnet werben, anom. i- men worben war, folgt Johann ble gemrtnfame Beratung ber etwa 25 großen Anltagen unb Ütanträg« □Her Parteien au« Anlaß be« Dortmunbet fitu< benunglücks
Abg D ft e t o t b (So,.) empfiehlt bem Landtag, endlich den lablloien Versprechungen, daß alle» SienM .> mögliche getan werden müsse, um die Wiederkehr svi Unglucksfaqe zu Verbinde r«. bi« tat folgen ju la Hm
Ada .Effert (3.) tritt dafür ein, daß die Gruben- au sticht in dem früheren verstärkst^ Maße wieder ein- geführt werden müße Ferner muffe man mit ben 5Ut» tunesfammern »ur Befeitigung ber Gefahren Versucht
Abg. SoboHla lKomm.1 wirft den Gruben Verwaltungen vor. daß sie durch ba« zunehmende Antreiben bet Arbeiterschaft die Schuld an derartigen Unglück«- faUen batten Er fordert Ausbau bec Grub, sicherbeit«, fommissionen und begründet sodann einen Antrag auf Verkürzung der Arbeitszeit in ben Bergwerken.
Abg. Hein- Barmen (D.Rat.) verlangt, daß di« Sicherheit in den Gruben auf oie deutbar größte Höbt gebracht werden muff«. Der Redner wünscht Sero off- kommnung de» t; rieselnirgswesen... sowie ?'..lrg»-n eignetet Sicherhritsräume bei Easgelabren «sw.
beträgt rfir ben 10 gech. ZeilenmMimeter O.QS Goldmark. Amtlich, und au.wSttlae «niet,«, n in «.fk« Ve, iGwietlgem Satz, iomie b PIatzvori»riften50st,«-ficht-,. Semmelenwiae« 10ü“/.
e,e v-rr°b-tt und oeriäUt, wenn ble erfoljl iu«
ebenfo »n.kmnft »«rch »le GeschSjt.nell. ,n» Zujendung der »nged,^ LtSannzLtt R-tbntg. l ij'«t - ^ ^a«'t
M Beisetzung beö RelckSprüsidenten
H«ipelh«rg, ». Marz. Schon In ben früheste» Morgenstunben fluteten gewaltige Menschen- »affen «nS ber näheren Umgebung nach Heidelberg, •Um sich In der einzigen Straße, ble ber Tranerzug istasslert, ber Rohrbacherstraße, einen Platz zu sicher». Am 6.51 Uhr lief ber erste Zvnderzug au» ber Rich, tuug Mannheim ein unb nun folgten in ganz kur- tzen Abständen Immer weitere Züge, die besländig zieue gewaltige Menschenmassen auf den so winzigen Dahnhofsplatz «uSspelen. Ein Sonderzug au» der «eichShanplsladt brachte eine stattliche Anzahl Ber- Auer Presievertreter, ein um 9.05 U^r an» Karls-
Abg. Riedel (Dem.) begründet eine grobe Antrag« einer Fraktion, in ber nach bem Ergehni, bet Dortmunder Unlersuchung gefragt wirb, ferner nach be« Maßnahmen, die möglich sind, um t^r-rtiae Ervlosion»« Unglück.' zu Verbindern. Die Äegkiung müße für ein» gereihte Verteilung der privaten Sammlungen sorge«. Der Redner rät schließlich an. die verschiedenen »ntr"g« einem besonderen Ausschuß zu überweifen.
Sandelsminister Dr. Schreiber: Erste Sach« fccx Regierung werbe es fein, ble Rot der Hinterbliebenen be, der furchtbaren Enibenkatafl'vobe,u lindern. Zu, Behebung bet ersten Not batte ble Regierung fofod lüft000 Mark ausgesetzt, unb dann sind au« privater uni osientlicher Sand reiche Spenden gefloßen, für die bl« Staatsreglerum, an dieser Stelle allen Gebern, ben gro» Jen wie den kleinen, herzlichen Dank aussorlcht. (Set« all.) Zur Verteilung der Gaben ist ein besonberer Au«- Huß eingeletzt, ber etwa 670 000 Markverteilen bat. Ein besonderer Beirat prüft die Frage, wieweit e« notwendig ist. für bk Hinterbliebenen neben ber Knapp« chaftsversorgung bouernb eine Hilfeleistung zu gewähren. 30OT0 Mark sind abgezweigt worden für dielenigen. die am Reltungrwerk beteiligt waren. (Beifall.) Un- sere Hatiplsorge muß e» öfter sein, daß die Lebenden im Sergba» vor künftigen Gefahren geschützt bleiben. (Bei-
,?tT llntersuchungsausschuß. besten Ermittelungen noch nicht abaeschlosten sind, wirb mit aller Schärfe butch. greifen und Schuldige zur Verantwortung ziehen. (Bei- lall.) Ich habe bas Oberbergamt angewiesen, s-stzu- rellen, in welchen Zechenieilen da« Schießoerfabren sofort eingestellt werden muß. Ferner babe ich da. Ober- ftergaml in Dortmund angewiesen, sofort eine Verordnung auszuarbeiten, durch die ba« GcsicinsstauboerfaS- ren In ben gefährlichen Gebieten obligatorisch eingefübrt wird. Dieses Verfahren bat sich al, sicherstes Mittel gegen die Koblenstauberplosionen erwiesen. Die Zahl der Aufsichtsbeamten werde erhöbt und ihre Auswahl fo getroffen werden, daß sie auch da» Vertrauen set Beleg- chofl besitzen. Jeder Raubbau Ist verwerflich. Darum auch ber an der Arbeiterschaft, ble bas wertvollste Gn bes beutschen Volke, ist. (Lebhafter Beifall.)
Darauf werden die Beratungen abgebrochen, 11 Ubr: Weiterberatung.
Die Mast-enienvadi
Zweimal wählen?
Eo fraßt die „Germania", indem sie auf die weit anseinonderliegenden Termine — 29 März und 2B. April für die beiden Wahlgänge der Präst- denlenwahl hinweist. Viel bester wäre es doch in jedem Fall, wenn gleich am ersten Tage der neue Reichspräsident aus der Urne stieg«. Da, ist gewiß richtig. Und ebenso klar ist die Absicht d.r . Germania", möglichst frühzeitig eine Einigung aus einen Zcntrumskandidaten herbeizuführen. Ob es allerdings denkbar ist. für einen Kandidaten die ab. Mute Mehrheit aller abgegebenen Stimmen zu gewinnen, wie es im ersten Wahlgang erforderlich wäre, das muß als recht fraglich erscheinen. Von den über 30 Millionen, die bei der letzten Reichs- tagswahf abgegeben wurden, hatten Sozialdemokraten, Demokraten und Zentrum zufamme» knappe 1-1 Millionen, die Kommunisten 2,7 und die anderen Parteien den Rest von 13,3 Million n. Die Kommunisten konnten also den Ausschlag geben, doch schalten si esich ja selbst aus, da sie nur für ihren .Zsihrer" Thälmann stimmen werden. Sollen nun die anderen Parteien auch zum elften Wahltag, jede für sich, ihre ..Zählkandidaturen" aufstellen? Das wäre überflüssig, weil ja die ungefähre Anhängerzahl der Parteien Mr Genüge bekannt ist, und auch recht unprakttsh insofern, als die tm ersten Wahlgang herausgekommene groß e Zahl leicht einen gewissen suggestiven Einsluß auf die Wähler ausübt. Ferner kann, man die - teiligung sehr schwer im Voraus abschätzen, sodass Uel>errafchungen nicht ausgeschlossen sind, wenn im letzten Augenblick eine Eammelkandidatur auftritt. (Es ist daher dringend die sofortige Aussprache und Einigung der Parteien zu empfehlen, die am Ende Zusammengehen wollen.
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»»-sr. «,»>«> »ie 1 ,|l »(t. — nut austanrnbr Wummern Infolge Streik, «der »lernent-rer Ereianille kein Erian — -iwiaa
»»» Dr.L. -I tz«r»ttz.— Truck »er unlv -Bu«tdrvck-i«l v»n 2otz. «un. Noch, Markt 21/A.— Fernsprecher: Nr 55 »n» Ar 6GC.
Poft|checkk»n:o : fit äulj Amt yrantfurt a. Main. '
Während der Reichstag noch trauert, hat der Landtag bereits die Arbeit wieder ausgenommen. Or begann mit dem landesüblichen Kommunisten- krnch. Herr Pieck, der in der Trauersitzung am Dienstag durch vorzeitigen Sitzung-schluß am neben verhindert worden war — der Acltcsten» sich stundenlang mit diesem Fall be» Aaftigt —. rächte sich durch wüste Schimpfreden auf ©ftcrt. Die Republikaner verließen ben Saal, jmnn folgte, nach einem Vorpostengcfecht der Marxisten, gegen die Erhöhung der Pfarrerge- halter, die Aussprache über das Dortmunder Grubenunglück. Zweiter Aufguss der Reichstagsdebatte, fesselnder sind die Vorgänge hinter den Kulissen, -r as Zentrum Hai den vergeblichen Versuch gemacht, die Wahl des Ministerpräsidenten hinauszuzögern bis nach der Wahl des Reichspräsidenten. Nur damit Herr Marx nicht etwa beschäftigüngslos wird? Bisher hatte man doch solche Eile, dass man es nicht Au ruhigen Verhandlungen kommen licS». Und ein