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Marburg a. L. Donnerstag, denMürz
60. gabrs. 192$
Anzeiger für (bas stcher WW) SSerhrWa - AmMrS SerkimdjgMgsblatt des MW Mach
DieTrauerfeierfür-enRrichsprasi-enten
Bei diesem Stand der Dinge Ist es nicht mögllch, f tontreie Einzelbeilen anzugeben. Das mutz auch gegen» 1
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N^ ienmufik, singt dann in dem tt>ertfnH8 nnsichtbar aufgestellte
bestehend au» einer Infanterie-Bataillon, einer Batterie, unter vou Berlin. General-
linken Reben'aal der tum Professor Rüdel
vierten Teile der Reichswehr.
Schwadron Kavallerie, einem einer Küstentochrkornpagni« und dem Befehle des Kommandanten
Friedrich-8bcrt-Stratz« la Betlie.
Berlin. 4. März. Der Magistrat hat be« 'chlosten, daß eine Hauptverkehrsstraße der 6*dht Berlin Friedrich-Ebert-Ltratz« genannt werden soll.
4 Wochen Trauer der leitende« Reichsbeamte».
Um der Trauer der Reichsbeamten über den Tod des Roichsprästdenten Ausdruck zu verleihen, hat die Reichsregierung beschlossen, daß die Reichsminister und die leitenden Beamten der Reichsministerien während der Dauer von vier Wochen nach dem Tode des Rei.chepräsidcntcn. also bis ein» schließlich 2S. März 1925. fick der Teilnahme an alle« gesellschaftlichen Veranstaltungen amtlicher oder halbamtlicher Art enthalten.
Berlin, 4. März. Ebenso wie da» Reichs» Ministerium hat auch das Preußische Etaatsmi» nUteriiim beschlossen, um der Trauer der preußischen Beamten über den Tod des Reichsprästdenten Ausdruck zu verleihen, daß die Staatsminister und leitenden Beamten der Ministerien bis einschlief;» sich 2S. März sich der Tclnahme an allen gesell» schaftlichen Veranstaltungen amtlicher oder halbamtlicher Art enthalten.
ein Volk, ein Baterland! Auch bet ruhiger Würdigung de» Lebenswerke« de» Reichsprästdenten müssen wir einen Lichtblick suchen, der un» über Vartcitaktlk und parteipolitische Begrenztheit erhebt. Biele Stimmen de» deutschen Volkes haben früher und setzt hell und laut bekundet. Reichspräsident Ebert Hube in allen wichigen Enscheidun- aen da» Richtige getroffen. Au» dem Auslande sind freundliche und aufrichtige Kundgebungen zu un» gekommen, die nicht nur über den Menschen, sondern auch über sein Werk mit warmer Zustimmung urteilen. Ein Rückblick auf die tatsächliche Entwicklung während der Amtszeit de» töten Reichspräsidenten zeigt Folgende»:
So unklar und bedroht unsre «ustenpolitische Lage noch ist. so sehr au» diesem oder anderen Gründen unsre wirtschaftliche Erholung im Argen liegt, an» so vielen ungeheilten Wunde» unser politischer BolkSkSrper noch blutet, f» macht do» Schiff unsre» Staatswesen» doch heute wieder Fahrt und hat einen festen Kurs, während e« vor sechs Jahren leck und steuerlo» und mit meuternder Mannschaft auf dem Boden de» Weltgeschehen» umhertrieb. Ncichspräsident toar aber In all dieser Zeit Fried- rich Ebert. Der Geschichtsforschung mag ruhig überlassen bleiben, seinen persönlichen Anteil an dem, wa» geworden ist, im einzelnen zu ermitteln. Sie ivird in den richtunggebenden Dingen der Austen- und Innenpolitik überall nachhaltige Spuren feine» zielsicheren, einsicht»vollen Wirken» feststellen. Solch schlichte Feststellung al» letzten Grust und Dank für Friedrich Ebert, unseren Reichspräsidenten, ent- spricht dem Wesen de» Manne», der stet» nur auf die Sache sah. Wir wollen Abschied nehmen von dem Toten mit einem Wort, da» ein Gelübde de» deutschen Volkes an der Bahre de» ersten Reichspräsidenten sei, alle» Gute einzusetzen für Deutsch- land» Zukunft. E» sei da» Wort, da» Jikob sprach, al» er rang mit dem Engel de» Herrn: „Ich lass« dich nicht, du segnest mich beim!“
Der Lhor singt darauf da» Grablled von 6. M v. Weber, die maurerifche Trauermufik von Mozart schließt sich an, unter deren Rtängen die Trauerversammlung den Saal und da» Hau» ve-läßt. um im Vorhof -ur Bildung des Trauerzuge» Aufstellung y nehmen. M» der Sarg mit dem toten Reichspräsidenten da» Hau» verläßt, um aus dem auf Der Straß» stehenden offenen Leichenwagen aufgestellt zu werden, intoniert die Milltärmufik die 2l»--Dur°Sonake.
Aus dem abgesperrten Teil der Wilhelmstratze habe« inzwischen die zur Trauerparade abkomman-
>"ber der ermähnten Saoasineldung gesagt werden. I Wenn diese Meldung im übrigen betont, daß es zwei« ■ e,.,att sei. ob demnächst eine Lösung pefunten wert 2. ;• i
kSbe lehnt die Kandidatur ab.
D r e S l a u. 4. März. Die .Bolktwacht" veröffentlicht einen Brief be» ReichsragSpräsidenten L 0 ebe. öer eine Antwort ans die Aufforderungen darstellt, er möge für di« Reichspräsidentschaft kandidieren. Ser Reichsiagsprälidrnt erklärte, er würde eine solche Kandidatur nicht annehmen können. 2hm fehlten dazu unentbehrliche Eigenschaften, die dem verstorbenen Reichspräsidenten so hoch angerechnet würden. Man solle jeden auf den Platz stellen, für den seine Eig- nung rhn bestimme. 2ede» Kandidaturangebot würde er daher strckre ablehnen.
Wegen der Trauerfeierlichkelten für den verstorbenen Reichspräsidenten haben gestern weder ttjjekteu* noch Produktenbörsen statlgcsundrn.
Berlin. 4. Mär». In der Berliner llntversttät fand heilte oormfttoa die Trauerfeier für den verstör- Venen Reichsprästdenten in Form einer Sitzung de» er- weiterten Senat, statt. Der Unioerfitätsrf-or lel'ete die («ier mit Pr,"”<',tiortröpen ein hierauf erprfff Rek- tnr voll da, Wort zu einer Gedächtnisrede. Rach dem bes Liebes ..Es ist ein Schnitter, der beißt Lob durch den llnioersttätschar schloß die Feier.
In Kiel. Oldenbura. Lübeck und Wilhelmshaven ranben gestern und beute eindrucksvolle Trauerkund- knr den verdorbenen Reichsprästdenten statt. . soilbelmsbaven veranstalte'en die dort versammelten Switse eine- Flaanenvarade und feuerten einen S .K 21 s<u‘ *
major Siehr. Aufstellung genommen. Da» 3nfantcric- bataillon besteht au» je einer preußischen, bayerischen, württembergischen und badischen Kompagnie. Rach den milltärischen Ehrenbezeugungen setzt sich be* Trauerzug in Bewegung. Berittene Mannschaften be Dchutzpvllzei eröffnen ihn, ihnen schließen sich bie militärischen Formationen an. Hinter den Soldaten bewegt sich bet Leichenwagen, geleitet von den Mir- arbettent be« Reichspräsidenten, sowie den Söhnen. Verwandten und den nächsten Freunden der "Familie Ihnen felgen der Reichskanzler und bet Reichstags- Präsident. da» diplomatische KorpS. die Staats- und Ministerpräsidenten bet Länder und die Deichsminister, ferner bie Minister bet Länder. ReichSratsbevoll- mächtigte und eine große Anzahl Vertreter des Reichstage». Dahinter die Staatssekretäre, bet Präsident des Reichsgerichts, der Generaldirektor der Reichsbahn, der Reichsbankpräsident. Bertreter des Reichs- wirtschaftsrate» und be» Landtage«, bet Oberbürgermeister und bet Stadtvetordnetenvorsteher von Berlin. Vertreter be» Deutschen StäbtetageS unb ber großen Organisationen ufto. Hieran schließen sich bie Wager mit den Damen bet Familie be» Präsidenten, gefolgt von den Wagen mit den Kränzen und Blumen unb ben weiteren Beamten unb Angestellten tm Bureau der Reichspräsidenten. Rimmehr fügen sich bie Derbän'.e unb Organisationen an, die in der Withelmstraße Ausstellung genommen haben.
Der Zug bewegt sich vom Hause des DeichSpräst- beuten durch den oberen Teil der Wsthelmstraßc und biegt unter ben Klängen bet Militärmusik in ben Mittelweg bet Straße Unter ben Linden ein. H ei schließen sich bie Derbänbe unb Organisationen, die hier Aufstellung genommen hatten, bem Trauerzuge an. bet inzwischen durch bas Wittelportal be» Branben» burge« Tote» nach recht» zur Sommerstraße ab* gebogen ist.
Der Trauerzug bewegt sich bann nach bem Reich»- tagSgebäube. Auf bet Rampe bet Haupttreppe hatte da» offizielle Gefolge Aufstellung genommen. ReichS- tagSpräfident Soebe entbot bet sterblichen Allle beS Reichsprästdenten bie letzten Grüße. 2n kurzen Ausführungen gab er ein Bild von bem LebenSlaus und der politischen Tätigkeit be» Reichspräsidenten. 3n befonberem tote» er barauf hin, welche Achtung der Reichspräsident bei einer erdrückenden Mehrheit des deutschen Dolkes sowohl als auch besonders im Auslande genossen habe. 3u der schwersten Zeit de» deutschen Volke», in welche seine Amtstätigkeit gefallen 'ei. habe er unablässig daran gearbeitet, Deutschland in der Welt wieder Achtung zu verschaffen. Richt werde es ihm vergönnt sein, den Tag zu schauen. an dem bie j Sorgen für unser Doll sich mildern und seine Bemühungen ihren Lohn erhalten werden. Wenn einst über Deutschland unb Europa die Fahne des Friedens wehe, dann werde da» deutsche Volk mit Dankbarkeit gurüd- denken, an ben. besten Arbeit einzig unb alle« bem Wohl be» deutschen Volke» gegolten hab«.
Darauf formierte sich von neuem bet Trauerzug «nt> e» ging burch bie FriedenSallee zur Budapester Straße. An bet Prästbentenwohnung hält der Trauer* 9U9 für einen Augenblick an. bann geht es weiter zum Potsdamer Platz, welcher, wie alle ZugangSstratzen. von Menschen überfüllt ist.
Beim Eintreffen des Trauerzuge» auf bem PotS- hamer Platz spielt ba» Schutzpolizeiorchester. Man hebt ben Sarg, bebeckt mit ber Flagge be« Reichs- Präsidenten, au« bem Katasall unb nun ziehen bie Zehntausenbe entblößten Hauptes unb in tteffiem Schwelgen vorüber. Gegen 8'/. Uhr wirb ber Sarg in ben bastle bestimmten Wagen getragen. Die Frau Reichspräsident war vorher mit ihren Angehörigen erschienen unb hatte kurz vor Abfahrt be» Zuges Salonwagen Platz genommen. Pünktlich um S.A» Uhr setzte Nch ber Zug langsam unb unter dem Schweigen ber Zurückbleiben den in Bewegung, um bie trbifdje Hülle be» Reichspräsidenten ber heimatlichen Srbe zuzuführen.
*n ber neunten Abenbstunbe begann bet Der» rehr abzustauen unb ber PotSbamer Platz wieder fein alte» Aussehen anzunehmen.
Avsammenstötze auf dem Potsdamer Platz.
Perlt n. 4. März. Am Wege des Trauer« zua-s. der durch starke Schutzpofizeiaufgeboie frei« (lehrten wurde, hatten sich ungeheuer Menschen, masten zusammengedrängt. die „ei'u^en. bie ^ofizeikette zu durchbrechen. An verschiedenen Stellen muhte zur Unterstützung der Absperrung berittene Schutzpolizei einschrelten. Vor bem Pots* bamer Vobnhof kam es zu kleineren Znsammen« strsteu zwischen Polizei unb ber angcfammelten Menge, bir Immer intcbrr versuchte, bie «Mpeevung ju durchbrechen. Es wurden einige Festnahmen vorgenommen. Der Städtische Rettungc-dienst hatte vier fliegenbe Rettungsstationen eingerichtet, die bei bem starken Andrang der Masten "in einer ßQftm Reihe von Fällen fn Tätigkeit treten mustte«.-
Uederaus zahlreich waren in der Umgebung des Reichstages die Erkrankungen in den Reihen des Puhsikums. die zumeist durch Chnmacht erzeugt wurden. Außerdem waren ober auch viele Fälle von Verletzungen durch Pferbetritte zu verzeichnen. Der Arbeiterfamariterbunb unter ber ärztlicher Leitung von Dr. Mesting nahm sich der Erkrankten und Verletzten mit opferwilligster Hingabe an. Im Reichstag-rgebäiide selbst waren Räume zur vor. läufigen Unterbringung der Kranken eingerich'et. Hier wurden die Verletzten verbunden und dann, soweit es ben städtischen Krankenwagen möglich war, die Pkenschenmasten zu durchdringen, in die Krankenhäuser abtransportiert. Todesfall« waren bi» gegen 5 Uhr nicht bekannt geworden.
ist natürlich von biet aus nicht »u erkennen, dah da» auch die Ansicht ber fran»niiji+>en Regierung . c. Die Reichsregicrung ist mit bem Stubium des Problem» ä>on fett geraumer Zeit degUüen, und ihre Unter« \ haltunsen mit ben alliierten Regierung.« rerfo.^cn gerade ben Zweck, ba» Stubium auf beiden Seiten zu lutvern.
^-kd^ aennrel, txträit fSt ben 10 geiv. Setlenmtaimeter n.'W (SolbmatL Amt«», unb auswärtige «ttieiiee 0.10 Salb« Seher Satz, sowie b PlauvorichckitenbOst, Ansicht,,. Eamm.laitzeige» 100*/, ÄefiMi. Äetkrme» (LM (Ube.
»h»ni?AÄ*b c,'lt ali darrudatt und Metall t, wenn bi« Zahlunz (pater et« » Tage erfol,t Ä«Uit mecotn b«trsn«L ebenio Auskunft durch bte ®eirbaft»it«lte unb Zujeubung bet Angebot«. Erfüllung»»« Äatdurg, 1 = *% Della!
England weicht überall vor Frankreich zurück.
Mtb. Der Völkerbund wird In den nächsten Togen die Mitglieder der Regierungskommission de» Saargebiets neu ernennen. Fünf Jahre lang hat der französische Staatsrat R a u l t den Vorsitz in der Kommission geführt unb Herriot hat kürz» ch in der französischen Kammer Herrn Rauit für eine Tätigkeit uncmgeschränktes'Lob ausgesprochen. Herr Rauit hat also in seiner fünfjährigen Tätigkeit stets den Auftrag vor Augen gehabt, den Loucheur ihm seinerzeit gab, „sich steis dessen zu erinnern, was Frankreich von ihm verlangt", und was in einer französischen Zeitung näher umschrieben wurde mit den Worten, „er sei bemüht, nachträglich das zu erreichen, was englischer Reid und amerikanische Mißgunst in Versailles nicht zulleken", nämlich die Annexion des Saar« gebiete. Solche Bestrebungen vertragen sich allerdings nicht mit den Bestimmungen des Saar« siatuts und auch nicht mit den Instruktionen, dl« der Regierungskomnrissirn am 11. Februar 1580
- ■F.aupsvr.i» monatlich 2 Mack «mckchNetztt» 3«stelluni,t«.
i ~ qJ**i,u»(on«nb«Ttamtnern infetg. Streit» #b« elen-entaret ffir.inniffe tri» (Erlau — tiertri
♦««»•»•tb.- Druck betUrn»..T«<tbrutftm von Seh. Aua. Ho*. S atti 21/21- gernfpredjer: «r. 55, un» «r. 656. IBeftldwiftent»: »ir uti;> Amt Frankfurt a. Main.
Sie GübttungSfmat
Cln deutscher SIchrrungsvorschlagk in dieser Beziehung nicht ungewöhnt llchem Wege über London kommt die NachricU von einem neuen deutschen Sicherungsvorschlaa zu uns, der sich in mancher Beziehung an den feU nerpeit von der Regierung Cuno vorgeschlagenen Pakt anlchnen soll und wie ee heißt, den evglt» sehen Wünschen auf Beschränkung be» Pakts auf Westeuropa Rechnung tragen [oll. Die Schlag« warte Kontrolle — Sicherung, Sicherung — Kon« trolle beherrschen augenblicklich da» politisch, Feld. E» besteht die Gefahr, dah Frankreich trotz de» zur Schau getragenen englischen Wider« stände» seine bekannte Auffassung vom Sich» rungsproblem mit den durch den Völkerbund g» planten Kontrollen endgültig durchsetzt. Jeden« fall» wäre es nicht das erstemal. daß Englants restlos, unter Stellung einiger formaler Forderun« aen zu Gunsten Frankreich» umfällt. So ist e» denn an sich begreiflich, wenn von Berlin au» versucht wirb, aktiv in bie Entwicklung eingu« greifen. Die Unhaltbarkeit ber deutschen Oft« sirenze, soweit bet Korridor und Oberschlesien tu i^rage kommen, ist auch in England erkannt. Man sträubt sich gegen die Einbeziehung der französischen Vasallenstaaten in das Sicherheitsproblein, lieber bie Form, in ber Deiitschlanb sich angeb« sich ben englischen Standpunkt, der einen Min« bestanspnich Deutschlands barfteflt, sich zu eigen gemacht hat, ist von amtlicher deutscher Seite noch nicht erklärt worden. Ein Eingreifen im gegenwärtigen Augenblick scheint schon aus dem Grunde nicht ganz unangebracht, weil ja die Zurückverweisung des von Marschall Fach redigierten Kontrollberichts an die Militörkommission beweist. wie uneinig die Vertreter der beiden großen Entente-Staaten sind. Cb otlerbing» überhaupt eine Möglichkeit besteht, auf bem von ber deutschen Regierung allein für möglich gehaltenen „friedlichem Wege" das Grenzproblem im Cften. nicht nur Polen sondern auch der Tichechoslowak« gegenüber auszurollen, ist eine Frage für sich. Da» Echo der öffentlichen Meinung in ben genannten Ländern wie in Frankreich wird solchen englisch, deutschen Fühlern gegenüber nicht gerade freundlich sein- Denn der Sicherungs-Pakt aber daraus hinausioiifen sollte, die im Weste» ebenfalls ist keiner Weise „gerechten" Grenzen zu verbürgen, H im Cften Revision erfolgt, so bürst« Deutschland keine Ursache haben von sich aus in ein Verhandlungsgebict einzudringcn, bas vorläufig noch autzerorbcntlich heikel ist unb bei besten Losung Deutschlands freiwillige Mitwirkung einfach nicht entbehrt werden kann. Diese Notwendigkeit, von Deutschland freiwillig gegebene Zusicherungen zu erhalten, ist bie stärkste Stutz« unserer Stellung.
Berlin. 5. März, liehet den augenblickliche» Stand der Sicherbeitsfrage wird uns von unterricht ter Seite folgendes mltgetellt: Die ausländisch« Press« bat seit einigen Tagen Ihr Jn.ereffe In besonderem Maße dem deutschen Vorgehen in der -icherheitsfrage zugewandt. Tie diesbezüglichen Mel- dung.'n geben von den deutschen Schritten in der Sicherheitsfrage kein zutreffendes Bild, wie es die daran an« tnüDfenben Auslassungen anderer ausländischer Zeitungen tun.
Auch die gestern verössentlichte Erklärung des divlo« matiichen Redakteurs der „Agence bavar" gibt ben Sachverhalt in verschiedenen wesentlichen Punkten unrichtig wieder. Seine Behauotung, t-6 Deutschland um die Vermittelung der englischen Reglervn« •’üi die Weitergabe eines deuifchen Angebots nach« gesucht und daß Herr Chamberlain eine derartig« Vermittelung offiziell abgefeimt habe, entspricht nicht den Tatsachen. Die Reichsregierung bat viel« mebr von sich aus an olle beteiligten Alliierten Reg:« rungen ihre grundsätzliche Ansicht mitacteilt »hierbei ist weder von enbflv'Ha formulierten l. nfdud» aen, noch auch von einem Antrag auf förmliche Verhandlungen die Red« gewesen. Zu einer Disknssi'N über bestimmte Proiekte eines Sicherheitsvaktcs ist cs, wenigstens soweit Deutschland beteiligt iit, noch keineswegs gekommen.
Mir 2**wr1efct iw Hanfe M «eich»präfidentcn.
D« Wtttekbau Ist durch einen Vorbau gegen den fBttffe» erweitert, und In der so gebildeten Rische hat Ker Sorg, der die sterblichen Ueberrefte Friedrich Mbecks Mtfll, dl« ihm zukommende beherrschend« Auf- Pessrwg g«funS«n. Der Sarg selbst Ist lediglich von der Dcnhsp«MN>enlenllagge bedeckt. Zu seinen Füßen Bcgen Kränz« der trauernden Gattin und Kinder. Wie tortgen Kränze, nach vielen Hunderten zählend, »urchbrschen in ihrer zum Teil märchenhaften Größe taib Pracht und mit der bunten Leuchtkraft der Farben IömtÄch«« Flaggen des Erdballs bis zu einem gewissen strade Bte sinnvolle Schlichtheit be» sonstigen Trauer- schuiuckes.
Am Fußend« de« von Kerzen Hantierten Sarges leite* mit gezogenem Degen zwei Offiziere des Reich»- I»cbnwinifieriimt6 die Ehrenwache. Zur Linken des Reichspräsidenten steht sein KabinettSche' iWeißner, recht» vom Sarg sitzen Frau Ebert, ihre Wcchtor, ihre beiden Söhne, der Schwiegersohn und die pÄtotegeckochter. ihr Bruder und ihre Schwägerin. Mit der Front «um Katafalk fitzen In der rechten Sn-?tz>Mkst« das diplomatische KorpS mit den Damen tanh m «er linken Saalhälfte der Reichskanzler, die fllt> ^chStagspräfidenten. die Aeichsminister und die fit .20*6» und Ministerpräsidenten und die übrigen offi- Dielien Vertreter mit ihren Damen. 3m Hintergrund Des 6e«T»s und In den anfchließenden Räumen Ist die rorige Trauergemeinde versammelt, alles in allem eine Seine Versammlung, in der aber die Trauer von Millionen sich verkörpert. Punkt 3 Uhr beginnt das rechts vom Hauptsaal unsichtbar aufgestellts Orchester bei Stwcksoper unter Leitung des Generalmusikdirektors WeiSer mit einem Trauermarsch aus der .Eroika" von Dcetßove». Wki respondiereud auf diese ergreifende
fideitete 8har die Totenfeier von 3acobu8 Händl Der Reichskanzler erhebt sich und tritt L ’ofümen Schrittes an den Katafalk.
Ansprache »es Reichskanzler».
Ar«» Reichspräslbentl Mittrauernde Männer ,iib Immenk Bon diesem Sarge, der die Hülle de» fientfchen Reichspräsidenten birgt, wenden sich In ber Stunde des Abschiednehmens unsere Ge- bünken und Empfindungen zuerst zu Ihnen, Fran VcichöprAsldent und zu Ihren Kindern. Inland eub AwUand trauern mit Ihnen und nehmen auf- richttget» Anteil an Ihrem Schmerz. Zur höchsten Gtelkmig im deutschen Reich an der Seite Ihre» Herrn K-'vmhW find Sie, Frau Reichspräsident, empor» HeschrMen. ®k waren Ihrem Leben»kamerodcn eine fapfer« und verständnisvolle Gefährtin und haben Uk in seinem hohen Amt mit fraulichem Feinge- Mtzk Mcknstützt. Zwei Söhne haben sie Im Welt- ttieg bem Vaterland zum Opfer gebracht. Ihr Herz ist ganz erfüllt von dem Empfinden, daß die tödliche Krankheit de» Reichspräsidenten nicht ohne hnewn Zusammenhang war mit all der seelischen Not, bie er seil vielen Jahre« um da» Schicksal des deutschen Volkes ertragen hat. Besonder» fei»« haben Sie mit ihm unter ber politischen Vmxgmpfimg seiner Person gelitten, die auch vor r ben Wurzeln seiner inneren Würde nicht halt- »ochie. Brei« Menschenwort kann Sie, liebe hoch- derehrte Fran Reichspräsident, in ihrem Kummer ttöfteik Reichspräsident Friedrich Ebert, an dessen Bahre für das deutsche Reich und deutsche Volk ich stweche» darf, hat eine« Lebensweg durchschritten, ber ihn zur Höhe geführt hat. Aber der Weg war Mil imd mühsam und forderte von dem Wanderer Iherbe Pflichterfüllung. Wir. die wir ihn in seiner 'Urbeki im Dienste des Bolle» und als Menschen «saunt haben, wissen, daß er ohne Rücksicht auf feine Person mit aller Kraft seines reinen Wollen« »nd feiner großen Gabe« da« Gute für alle er« firebt hat. Nach dem Zusammenbruch hat Friedrich Eberl seine ganze starke Persönlichkeit dafür - «ingefettt, daß der unselige Weg, da» Staatswesen fburtz Gewalt zu gestalten, so rasch al» möglich ver- . * legen wurde, und der Gedanke be» Recht» wieder zur Herrschaft gebracht würde. In seiner AmtS- fübruug als Reichspräsident wae ihm Deutschland» Kohl ber Leitstern. Die Außenpolitik führte von, EnHL^chungeu zu Bitternissen «nb zu neuen Ent- iönitheegen. Ein erstes Aufhellen der Nebel noch1 zu ist Friedrich Ebert vergönnt gewesen durch ben Abschluß be» Londoner Abkommen» unb den fWI Wirtlichen Frieden», der In London lebendig war. Schwer gelitten hat der Tote unter der »eee« Verdichtung de» Rebel», der durch die Nicht- »äumemg der ersten Rheinland,one über da» deutsche Bott gefWnken ist. Die innere Politik seiner Amt«, fielt Mae erfüllt von Erschütterungen und Wechsel- fälle*. Sein Herzenswunsch war, wie Ich bczeu- De« IMm, «fier alle Parteischwankungen unb politische« Zerklüftungen hinweg die Kraft der Einig- leit im benfi&en Volk wachzurufen.
* 8«r rechten Stunde und mit vollem Erfolge
»f er ba» „Deutschland, Deutschland über alle»" Als fiteb aller Deutschen neu verkündet. Friedrich Mberl» entscheidende Taten werden nicht al» Zeugen Wege* feine Neberparteilichkeit aufgerufen werden können. Seine großen Richtlinien al» Lenker de» Etaatfiweseu« zielten darauf, im ganzen deutschen Wolke da» Gefühl der Verbundenheit mit dem Staate wachzurufen. Ein Hineinwachsen drS StaalS- Drdankrn» in die gesamte Arbeiterschaft erwartete «r au« tiefer Ueberjeugung von der parlamenta- «sfchen Republik, der er mit Inbrunst anhing.
Ich handle im Geiste de» Toten, wenn ich auch bon dieser Stätte au», wo er an der Schwelle der «Wigen Ting« steht, an alle um unsrer deutschen Zu- Jbuift teilte« bte dringend« Mahnung richte: Seid