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Pari», 26. Febr. Sier liegt, wie in hiesigen diplo- Mattschex Kreisen ruverlässig verlautet, ein erstes greif' tores Beron^'rürf des franko-engfischen Meinungsaus- Dnrfche» »or. Frankreich bat sich »war widerwillig, «ter not gedrungen, auf Grund der britischen Vor- Wellungen bi mit einverstanden erklärt, daß die in Wusstcht genommene Abriistungskonferen» ledig- t i-ent Kontrollbericht und die Frage der Kölner Besatzungszone zum Gegenstand haben wird, Wid da» Eicherungsproblem definitiv au» dem kelba»bku»gsorogVamm dieser Konferenz a u s s ch e i - «et. Dafür l»at die englische Negierung ihr" Forderung «ach Festsetzung eines bestimmten Datums für die Räu- »ung der Kmner Zone zurückgezogen, womit Merding» nach Auffassung hiesiger Kreise da» franzö- Asche Zngepändni» nur ungenügend aukgewogei eiib.
Die Sicherung»- und Earantiefrage wird einer besondere« Konferenz Vorbehalten, zu der auch Deut'chland zugelassen werden soll. Es werden also «w e k internierte Konferenzen in kurzen Ab fänden Wtfein6«bei folgen. Die Jntitiative wird, den hiesigen Mattern «folge, beide Male von England aus- »ben, u«d zwar wird England, wie der „Temps" aus Lrüssc! erfährt, höchstwahrscheinlich unmittelbar nach MlSgans der geplanten Abrüstungskonferenz, die vor- Wrssrchtlich Ende März in Brüssel zusammentritt, Stankreich und Belgien zu einer Aussprache Ker die Eicherungs - und Earantiefrage ein- tiden. .
Paris, 26. Febr. Mtnisterprä ibent H e r r i o t Hatte gestern abend eine längere Unterredung «it dem englischen Botschafter Lord Crepe. ES sei an»«nehmen, daß . sie über den Bericht der «ilitärkontrollkommission und über die MSglich- keit einer Begegnung zwischen Herriot und Chamberlain gesprochen haben. Französischerseit» wolle »an bet den Regeln bleiben, die man in der Ber- Dgngenheit befolgte. Englischerseits bestehe man »tcht mehr auf der Festsetzung eine» bestimmten Zeitpunktes für die Räumung von Köln und Erkenne mqn, daß die ausschließlich ton der Erfüllung der militärischen Klauseln abhängen müsse. Co sei kein bestimmtes Abkommen über die inter- «lliierte Konferenz, die etwa am 1*7. oder 18. März Msammentreten wolle, getroffen worden. Augenblicklich neige man mehr dazu, sie in Brüssel, als in London odex Paris stattfinden zu lassen... Was die Beteiligung deutscher Vertreter anlange, so will der »Petit Parisien" erfahren haben, daß diese Frage btzt ausgeschaltet fei» -
Konferenz der Alliierten in Brüssel.
Paris, 23. Febr. Nach vorliegenden Mel- bangen hat man alle Bedenken fallen gelassen und Brüssel «19 Qrt für die in der zweiten Märzhälfte «sammentoetende Konferenz der Alliierten gewählt. Auch sonst hak der Meinungsaustausch zwischen Eng- stmd und Frankreich positive Resultate gezeitigt. Sie lassen sich in folgende Ergebnisse znsammeu- fsssen: Die französische Regierung ist damit einver- pnnden, daß lediglich der Kontrollbericht >md die Frage der Besetzung der „Kölner" Jone zür Besprechung gelangt. Das Sicher- HeitSproblem scheidet endgültig aus dem Ber- H«tdlungLprogramm aus:
Dssür hat die englische Regierung Regierung -ihre bisherige Forderung .der definitiven Festsetzung eine» So* latug für die Räumung der Kölner Zone u.rückgezogen. Die Franzosen lassen sich ihre Mfriedenheit über diesen Erfolg nicht anmerken. ffim Gegenteil, sie finden diese große Konzession i Englands noch für ungenügend. Die Sicherungs- vnd Garantiefrage wird einer besonderen späteren Konserenz Vorbehalten. Zu dieser soll auch das Deutsche Reich zugelassen werden. Somit hätte man mit zwei aufeinanderfolgenden interalliierten Konferenzen zu rechnen. Beide sind auf die Initiative Englands zurückzuführen. Einer Brüsseler Depesche des „Temps" zufolge werde Englund voraussichtlich nach Abschluß der ersten Kon- strenz Frankreich und Belgien zur Aussprache über die Sicherheitsfrage auffordern. Noch eine zweite Meldung «uS Brüssel teilt der „Temps" mit, die großes Aufsehen erregt. Ob sie aber auch nur annähernd den Tatsachen entspricht, das soll hier nicht weiter untersucht werden. Deutschland, so «eldet der,Temps", sei im Begriff, den Alliierten Vorschläge zn unterbreiten, die hinsichtlich der west- «chen «venze formellen und der östlichen sehr all- Gemeinen Charakter tragen. Die südliche Grenze übergehe Deutschland mit Stillschweigen. " '
27. Febr. Unter der fettgedruckten Ucberlchrtst „durchgreifende Forderungen an Deutschland' veröffentlicht „Daily News" einen Leitartikel worin es heißt, eine häßliche Lage ent* wickelt sich iin Zusammenhang mit der Frage der deutschen Mrüstung. Die Räumung Kölns stehe fetzt in Gefahr bis zum September oder Oktober Belleicht sogar bis zum nächsten Jahr aufgeschoben werden. In Versailles geschehen Dinge, die wirksam die Hände Großbritanniens binden wür- b-n «nd eine Krise in Frankreich arzf stch nehmen würde. Marschall Fach und die übrigen Mitglieder des Versailler Komitees seien dabei, die auf den Bericht gestützten Forderungen zu formulieren. Trotzdem die Beratungen geheim seien, verlaute von inspirierter Seite, daß diese Forderungen von Deutschland in höchstens 6—8 Monaten erfüllt werden könnten, und daß das Versailler Komitee „fast em stimmig" zu dieser Ansicht gekommen sei. isnropa stehe bcnruDor einer neuen Krise und der
Witte Deutschlands für einen Sicherheitspakt ki dann unwiderruflich verloren. Eine maßgebende
Persönlichkeit habe erklärt, der Bericht enthalte sehr viel wertloses Gerede.
Meinungsverschiedenheiten über da« französtsch« Wiederaufbanprogramm.
Paris, 27. Febr. Ministerpräsident Herriot hat gestern vormittag im Ministerium de» Auswärtigen in einer Konferenz den Borsitz geführt, an der Finanzminister Elementes, der Minister für die befreiten Gebiete, die Präsidenten der Finanz« kommissionen des Senats und der Kammer sowie die Eeneralberichterstatter des Budgets in Kammer und Senat teilnahmen. Diese Besprechung diente einem Meinungsaustausch über die kürzlich von der Regierung getroffene Entscheidung in da» provisorische Budgetzwölftel für den Monat März die Artikel, die sich auf den Wiederaufbau der „befreiten Gebiete" im Jahre 1925 beziehen, einzustellen. Da sich die Finanzkommissien des Senat» grundsätzlich gegen diese Einstellung erklärt hat, haben der Ministerpräsident und die Präsidenten eine Lösung zu finden «erstickst, die die beiden Ansichten in Uebereinstimmung bringt Eine endgültige Entscheidung soll erst getroffen werden, wenn der Minstierprästsident mit den Vertretern der Wiederaufbaugcbiete eine Rucksprache genommen hat.
Deutschland» Protest gegen die Besetzung des Saargebiet» durch Franzosen.
fk. Genf, 27. Febr. Da» Völkerlwndssckre« tariat teilt mit, daß es eine Rote der Reichs» regier u ng erhalten bat. in der diese gegen die Fortdauer der französischen Truppen besetz ung im Soor gebiet protegiert. Diese Note. soll vom Völkerbundsrat aus seiner Märztagung geprüft werben. ..
fk. London, 27. Febr. „Morning Post" erfährt, daß Lord A l l e n b q ein Gesuch um Ent- Hebung von seiner Stellung al» Oberkommisiar für Aegypten, die er seit 1919 inne hat. eingereicht habe. Eine amtliche Bestätigung ist bisher nicht zu erlangen gewesen.
Die Geldforderunge« Englands.
fk. London, 27. Febr. Lord Cecil gab bekannt, daß Großbritannien von Frankreich 616, von Italien 576, von Jugoslawien 29, von R »mäni'n 26, von Portugal 22. von Griechenland 21, von Rußland 750 Millionen Pfund Sterling zu fordern h«be. _ -
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und RrvolsN
mib. Die Vemühnngen, in das Dunkel der Dorkriegsgeschichte mehr Licht z« bringen, sind deshalb nicht sehr leicht, weil die uns ehemals feindlichen Staaten sich bekanntlich weigern, ihre Dorkriegsarchive zu öffnen. Deutschland allein hat feine sämtlichen politischen Akten seit dem deutsch-französischen Kriege 1870/71 lückenlos zur Veröffentlichung geöffnet. Schon heute steht die ganze wissenschaftliche Welt des In- und Auslande» auf Grund bet deutschen Veröffentlichungen unter dem Eindruck, daß bet Mythos von der alleinigen Schuld Deutschlands am Weltkriege tm Sterben ist. Die Anzahl derer, die den berüchtigten Schukdpara- graphen de» Versailler Vertrages al» das größte Unrecht, daS je einem Volke angetan ist. ansehen, wächst zusehends. Man kann es begreifen, daß insbesondere Frankreich lebte Deigung verspürt, dem deutschen Beispiel ge folge«. Denn alle Veröffentlichungen runden ftch allmählich zu dem Bild ab, daß die eigentlichen und alleinigen Kriegsschuldigen von 1914 an der Seine gesessen haben. PoincarL, der damalige französische Ministerpräsident und Jswollki. der russische Botschafter in Frankreich, find bereit» heute vor dem Forum der Weltgeschichte mit der Verantwortung für die Entfesselung des gewaltigsten aller Kriege belastet. Auch in Frankreich kann man sich dieser Tatsache nicht länger verschließen. In guter Erinnerung find noch die Veröffentlichungen des französischen Botschafters Louis am Petersburger Hofe, der von Poincarä seinerzeit abberufen wurde, well er sich für die Revanchepolitik Poineare» nicht mißbrauchen lasten wollte. Soeben fielt man von einer neuen Veröffentlichung der Pariser Prelle, die die Mitteilungen Loui» über die Urheberschaft PvincaröS am Weltkriege in bemerkenswerter Welle ergänzt.
Sn der Ere Rondelle beschäftigt sich der bekannte französische Publizist Viktor Margueritte mit dem von dem ehemalige« Senator Humbert herausgagebenen Buch, i« dem dieser zu beweisen sucht, daß Frankreich für den Krieg im August 19U nicht vorbereitet war. Demgegenüber erklärt Margnerttta, das französische Volk wisie anscheinend nicht davon, dah die offizielle Korrespondenz Iswolski» inzwischen bekannt geworden fei: e» wisse offenbar auch nichts von der Veröffentlichung der Telegramme des serbischen Gesandten Wellenitsch» jenen zwei durchschlagenden Beweisen. daß Poincare zweimal im Dezember 1912 und im April 1913 den Krieg gewollt habe und daß er, als das damals nicht geschehe« konnte, zweimal cnttäufcfct gewesen fei. Er, Margueritte, werde demnächst tn der Gre Rondelle unwiderleglich beweisen, daß Rußland tat Dezember 1912 sich nicht in der Lage glaubte, einen Konflikt hervorzurufen und daß Poincare deshalb febr enttäuscht gewesen sei Iswolski habe am 18. Dezember 1912 nach Petersburg berichtet: .Die französische Regierung faßt die Möglichkeit des Krieges gewissenhaft und kaltblü- blütig und ist fest entschlossen, ihre Alliiertenpflicht zu erfüllen. Sie hat alle
notwendigen Maßnahmen getroffen, die Mobilisation an der Ostgrenze ist verifiziert. da» Material steht bereit.
Und im Aprtt 1913, so erklärt Margueritte weiter, habe man mir auf den Krieg verzichtet, um den Balkan- verbündeten Zeit zu geben, neue Kräfte zu sammeln unb sick> auf die »Tage der Freude" (!) vorzubereiten. Margueritte sagt zum Schluß seines Artikel», der Be- gimt der immanenten Gerechtigkeit nehme seinen Anfang.
Wir find neugierig, wie Herr PoincarL stch auch jetzt wieder herauslügen wird.
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Ar ffiitltoafK'Strfiontongtn "'iuf'V'wb» Bedingungen.
ff. Pari», 27. Febr. Im Lause der gestrigen Beprechungen zwischen Dr. Trendelenburg und Handelsminister Raynaldy legte Dr Trendelenburg dar, unter welchen Bedingvn - flen die deutsche Regierung bereit sei, ei« Protokoll zu unterzeichnen, in dem die Grundlagen für die künftigen Verhandlungen zum Abschluß fines Provisoriums festgelegt werden. Die Bedingungen bestes'en darin, daß die französische Regierung ihrerseits sich in einer Bestimmung des Provisoriums bezüglich des endgültigen $anMe»er» trageo verpflichtet, Deutschland von einem b'stiwm- ten Zeitpunkt an de facto Me i st b e g ü n si i a u ng zu gewähren. Dieser Zeitpunkt würde noch im Laust der Verbandl"ngen zu bestimmen lein und ee ist nicht möglich, daß er mit dem bis setzt auf neun Monaten vorgesehenen Provisorium zusammen fällt. ..
fk. Paris, 27 Febr. Wie dem „Journal" mitgeteilt wird, werden die französischen Sanner- ständigen heute fusammentreten, um die gestern abend von Dr. Trendelenburg ül erreichte deutsche Rote zu p"üfen. Wenn sie sich der Ansicht n<5 Handelsministers Rannaldn an^chliesien und glauben, daß nun eine Verständiaungsbasis gegeben H. io werde momen eine Vollsitzung der bei« hen Deleaationen ftattfinden, und man werde die Grundlage eines französischen Abkommens f-'Riegen, das gewiße allgemeine Fragen regeln mülle. Vor allen Gingen die R i ed erlass nnasfrage, die Transportfrage und die K o n su l a r fr a g e. Von den heutiaen Verbandliingen werde es abhängen, ob das Abkommen zustande ^ommt oder ob der Bruch diesmal ohne Zweifel endaültjg sein werde. Das Wahrscheinlichste ab”t sei, daß man sich verständigen werbe. Wennm an sich verständige, dann bürfe man nicht glauben, daß die Arbeiten erledigt seien. Erst dann würden die Arbeiten beginnen.
Erneuter Riickaang de» französischen Franken.
Paris, 26. Febr. Der Franstnkurs hat heute einen neuen Riickaang erfahren, intern das Pfund Sterling auf 91,82 und der Dollar auf 16.38 stieg.
9tr Mitt mit Rumänien
fk. Berlin, 27. Febr. Der Berichterstatter be» „Berliner Tageblatts" in Bukarest war von rumänischer zuständiger Seite zu der Abgabe einer Erklärung über den bekannten deutsch- rumänischen Konflikt ermächtigt, In welcher nach einer Darlegung be» rumänischen Standpunkts der Hoffnung Ausdruck verliehen wird, daß Deutschland die rumänische Regierung nicht zu Sank- tionsmaßnahmen zwingen werde, die den Interessen der beiden Länder gewiß nicht zum Vorteil gereiche und die guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Rumänien und Deutschland unterbrechen würden. Zu dieser Erklärung wird von maßgebender Stelle in Berlin mitgeteilt, daß der darin zum Ausdruck gebrachte Berständigungswille in Berlin einen günstigen Eindruck gemacht habe. Wenn die Erklärung tatsächlich die in Bukarest an den maßgebenden Stellen herrschende Auffassung wiedergibt, so werde damit die Hoffnung gerechtfertigt sein, daß eine Beilegung be» Konflikt» im Bereich der Möglichkeit liegt. Entgegen dem rumänischen Standpunkt in der Frage der Banca-Generala-Noten wird nochmal» darauf hlngewiesen, daß durch die Bestimmungen des Londoner Schlußprotokoll» alle Verpflichtungen Deutschland» mit festen Jahressummen umgrenzt sind, und daß es Zahlungen an Alliierte außerhalb dieser Jahressummen nicht mehr gibt. Dieser Grundsatz bildet die Basis, auf der der ganze Dawesplan aufgebaut ist und wenn er aufgegeben würde, würde der Dawesplan selbst völlig tn» Wanken kommen. Würde die deutsche Regierung nur in einem einzigen Falle don diesem Grundsatz abweichen, so würde da» zur Folge haben, daß auch andere Länder Ansprüche gegenüber Deutschland erheben würden. Die Frage der Banea-Generala-Noten kann also nur innerhalb be» Dawesplan» gelöst werden. Zn einer solchen Regelung ist die dentsch« Regierung bereit. In dem Bestreben, einen AuSweg zu einer gütlichen Regelung zu finden, hat die deutsche Regierung die Angelegenheit der Reparationskommission übergeben. ES ist setzt Sache der Reparationskommission, die Möglichkeiten eine» deutschen Entgegenkommens innerhalb be» Dawesplan» zu prüfen. Man hat in Berlin die Hoffnung, daß man in Bukarest d!e- fec Prüfung nicht burch Zwangsmaßnahmen vorgreifen wird. Die rumänische Regierung sollte vielmehr ihre Anstrengungen mit denen der deutschen Regierung verbinden, um gemeinsam mit der Reparationskommission eine Regelung innerhalb des DawesplanS zu finden.
Die Deutsche«-Ausweisung au» Rumänien.
Budapest, 26. Febr. Dem Budapester „Az- Uhzak" zufolge treffen fett dem Beginn de» deutsch- rumänischen Konflikt» immer mehr deutsche Flüchtlinge in Budapest ein. Die deutsche Gesandtschaft, die zugleich Generalkonsulat ist, hat die größte Mühe, die Flüchtlinge alle abzufertigen. Zumeist kommen die Flüchtlinge ohne AuSweisdokumenk» an, nachdem ihnen seitens der rumänischen Sicherheitsbehörden alle Pässe respektive Ausweispapiem abgenommen werden. Zahlreiche Flüchtlinge tonte, men überhaupt mittellos in Budapest an und ver> langen von der deutschen Gesandtschaft die Bergü- tung der Reise bi» an die deutsche Grenze nach Passau. Die meisten Flüchtlinge mußten einstweilen im SchntzhauS in Budapest untergebracht werden, da die Gesandtschaft in Ermangelung genügender Personalausweise vorläufig ihrer Arbeit nicht gewachsen ist. Der Zttzug der deutschen Flüchtlinge dauert noch an.
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Ser AuWuö In Äurtiilan
London, 26. Febr. Nach einer Meldung der „Dailv Mail" aus Konstantinopel haben die aufständischen Kurden den Lohn des Sultans Abdul Hamid, S e - Hm, zum König ausgerufen. Flugzeuge hätten da» Hauptquartier des Scheichs Said mit Bomben beworfen.
Angora, 27. Febr. Ministerpräsident Selbe Bey berichtete in der Nationalversammlung über Ursprung und Verlauf der Aufständischen- beroegung und erklärte, die Regierung Hobe wirksame militärische Maßnahmen getroffen. Der Säfir e der Opposition, General K,azim Kara Bekir Pascha versicherte, seine Partei sei entschlosien die Bemühunge.» ter Regierung zu unterstützen.
Die Nationalversammlung nahm einstimmig einen Antrag der Regierung an, in dem von den Aufständischen besetzten Gebiet und den umliegenden Orfichäfter den Belagerungszustand zu verdangen. Die Nationalversammlung mhm ferner einstimmig einen C esetzent- murf an, wonach jeder des Hochverrats angeklagt wee- dcn soll, der unter religiösen Vorwänden und zwecks Eireichung politischer Ziele das Volk zum Aufstand reist
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btt Mvztß gegen die .Smljche wr
Leipzig, 26. Febr. ES wird der Angeklagte M e u s vernommen. Er wurde als erstes Mitglied der Gruppe ^anS" ve'-pflichtet. Er behauptet aber, dies sei nicht unter Vorlesung Der bekannten Formel geschehen. Er sollte den General Seeckt beobachten. Bon „erledigen" habe aber Neumann nicht gesprochen. Er habe angenommen, daß General in Seeckt kompromitttert und gesellschaftlich lächerlich gemacht weben sollte. Weiteres habe et Über den Fall Seeckt nicht erfahren, da er von Ende November bis Ende Januav krank gewesen sei. Daß die Gruppe im Besitz von Sprengstoffen unb Waffen gewesen fei, habe er nicht gewußt. Da» Paket mit Bazilleir habe Neumann in seine Wohnung gebracht, ohne etwas über den Inhalt zu sagen. Er habe angenommen, daß Helmuth der Geldgeber sei. Von der russischen Botschaft habe et aber nichts gewußt. Er selbst habe für N/umann vor der Fahrt nach Frankfurt durch einen Bekannten in der russischen Botschaft namens Wundersee Dollars umgewechselt unb sogar 4.30 Mark für einen Dollar erhalten. In feiner weiteren Aussage bekunbet Meus, baß er und Szon von Neumann lediglich den Auftrag, erhalten hätten, den al» Spitzel verdächtigen Wetzel zu beobachten, nicht aber zu erledigen.
In der Nachmittagssitzung wird der Angeklagt«' Huke vernommen, der in der Partei zu Kurierdiensten verwendet wurde. Er wurde am 24. Mär» 1924 mit Skoblewski zusammen verhaftet. Er gibt an, Skoblewski erst drei Tage früher unter- dem Namen Alex durch die Vermtttluilg eines gewissen Alfred Henner kennen gelernt zu haben. Alex hab« ihm den Auftrag geben wollen, Papiere zu be- chaffen; die Verhaftung sei aber schon vor Beendigung des Gespräche» erfolgt, sodaß er Näheres nicht angeben könne.
Der Vorsitzende hält dem Angeklagten vor, datz er nach Neumann» Aussagen von diesem bereit» im September Helmuth als Verbindungsmann zut Verfügung gestellt worden sei. Huke stellt diese» in Abrede, während Neumann bei dieser Aussage verbleibt. Der Vorsitzende häU dem Angeklagten 'eine eigenen Geständnisse vor dem Untersuchungsrichter Bogt vor. Huke erklärt, zu diesen Geständnissen durch den Untersuchungsrichter und Reumann veranlaßt worden zu sein. Neumann habe gesagt: „Die Partei verläßt un» jetzt, Ich habe keine Veranlassung mehr, sie zu schonen. Wenn tm chwindeln willst, werde ich noch ganz andere Ding« auspacken unb zwar von Dir."
Neumann erklärt, sich be» Vorfälle» nicht entsinnen zu können. Tatsache sei aber, daß Huk« al» Verbindungsmann Helmuth» wöchentlich einmal von dessen Stabschef Karten, Pläne und sonstige» militärische» Material abholen mußte, das an dl« militärischen Oberleitet in den Bezirken hinauSge- chickt wurde.
Da der Angeklagte Poege der Verhandlung nicht mehr folgen kann, wird diese auf Freitag der- tagt.
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Ei« weitet Kommnnistenprozetz.
Altona. 26. Febr. Dor der großen Strafkammer des Landgerichts begann heute vormittag der Prozeß gegen 174 Angeklagte wegen Teilnahme an den im Zusammenhang mit dein Hamburger Kommunistenputtch im Oktober 1923 stehenden Schrssbeker-ttnruhen, bei