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Marburg a. L. Eomwbenb, bra u. Februar

60. Fahrs. 1925

es«

Boden

ne» Provisorium, sondern eine endgültige Rege- «r.ng stattfindet. Die deutsche Regierung könnte

Laufe der nächste« Monate Besprechungen über die Frage der italienischen Schuld an Großbritannien zu beginnen.

Die Debatte über den Regelungsplan betref­fend den Schutz der britischen Industrien wurde auf Montag festgesetzt.

HandelSminister b. Meine! wandt« sich noch­mals gegen den Versuch, den Anschein zu erwecke«, als ob etwa» bewiesen worden sei. Der Regierung müsse di« Möglichkeit der Nachprüfung gegeben wer­den, sonst komme man in Verdacht, Augenblick»« erfolge zum Nachteil wichtiger Belange erzielen wollen. Der Minister schloß: ,Zch mutz mich «nee»

Die «osten der Ruhrbesetzung.

/ London, 13. gebe. Im Unterhaus wurde Hine Frage, ob die Kosten der Ruhrbesetzung auf Nie DaweSannuitäten angerechnet würden, von dem [ Schatzkanzler Churchill verneint.

In Beantwortung einer anderen Frage er« i!klärte Churchill, während seines Aufenthalte» in iParr» gelegentlich der interalliierten Finanzmini- ^Aerkonferen, habe der italienische Ftnanzmintster j *en Wunsch Italien» -um Ausdruck gebracht, im

Nch höchsten» zu einer UebergangSregelung bereit- ftnben, aber auch dann nur unter dor Voraus­setzung ,datz für die endgültige Ordnung dieser Dinge die uneingeschränkte gleich« Behandlung in Handels- und Wirtschaftsdingen jetzt schon festge- Kgt wird.

aen auf Cürunb von Verelelchrverbanblangen bezahlt. Auf die Frag. ob dem Zeugen bekannt sei, daß die Lederoerniertunssstekle einmal ein glän'-nhes Zeugnis ^ür Kutssker ausgestellt bade, erklärt« der Zeuge, daß ibm davon nicht, bekannt i i. Auf die Frage bei Vor­sitzenden, ob dem Zeugen Kutilker persönlich bekannt ge­worden sei, erwiderte der Zeune, daß er nur als Be­auftragter der Direktion mit Kutisker v.rbandelt brbe "nd zwar wegen eingetretener Schwlert"kelten blnNcht« sich der Abwicklung der «boeWoITeneit Geschäft«. 6* "- ♦er, als Zeuge nicht mehr bei der Gesellschaft war, habe ^ich Kuti'ker einigemale persönlich an ibn gewandt.

Hierauf wird von der Wobnungibeschaf- iung für die Barmots gesprochen. Der Vor­sitzende verliest dazu zunächst einen Bericht des Ober« Präsidenten an den Minister. Nach Ansicht des Ober- oräsidenten ist in der Mabnungsangeleaenbeit sei. ms set zuständigen ^ebörden ordnungswidrig ver fahren rocr-en. Es M sebr merkwiirdig, daß Varmo< als Ausländer einen Wobnungsberechtigungsschein er­halten habe, während die Ansländer sonst nur «fiten Wohmm-^-erlauhnisichetn bekamen.

Hierauf wird der sozialdemokratische Abgeordnete und srübere prevk,sfche Ministervräs'dent Etadtrat Hirsch- Charlottenbura vernommen. Cr sagt aus, daß m Stnt nser Juli Nastin, der früher am Aus- «närtiaen Amt bekchäktlat war. stch für Henry Barmat bet ihm nach den Bedingungen für Baukosienzufchußwob» n"N"en "»fundsat babe. D->r sieuoe bemerkt, daß ihm Henry Barmat nur ganz flüchtig bekannt gewesen sei. Herr Nastin hätte später nach einer Ilnterredung drei Zeugnisse vorgewiefen. die von der keebandlung von Höffe und von d-»n, Bby. Lanae-Heaermann unterschrie­ben waren. D°r Borsttzende verlas sämtliche drei Schrei­ben aus den Akten. Der Zeuge Hirsch erklärte, daß der Aiobnungsberechtsaungsschein nicht schlechthin auf t n Bezug einer Wohnung lautet, sondern daß Meter Schein gusdri'cklich den Vermerk trägt, daß er nur gültig ist für den Bezug einer Baukostenzutchutzwohnung. Eine fc- meste Anmeit'ing für bett Bezug einer Wohnung an Badmaf Ist damals und auch bis beute noch nicht er­folgt. Der Ze"ae erklärte auf die Frage des Vorsitzen- den. daß die Angelegenheit in der Hauptsache so ge« hondbaht werde, daß die vorläufige Genehmigung unter dem Vorbehalt erteilt wird, dah die Genehmigungsbe- icheinigung noch beigebracht wird. Auf eine Frage des Aba. Deerbera (Dnat i erklärte her Zeuge Hlrfh: Ich war einige Male im Büro des Herrn Barmat. um zu versuchen, stellenlose B->rsonen durch ibn unterzubringen ober Unierstützungsbeträae für Bedürftige zu erbitten Einige M"le babe Ich auch Ilnterstützungsbeträge bekom­men. Damit Ist die Vernehmung des Zeugen Hirsch und die heutige Ausfchuststtzung beendet. Ein Termin für die nächste Sitzung steht noch nicht fest.

Ratifizier»«» be» englisch-österreichische» Handel» vertrage».

London, IS. Febr. Gestern wurden die Statt- fikationSurkunden des englisch-österreichischen Han- delsvertrag» mit dem österreichischen Gesandten au»< getauscht.

Die Hüter des Frieden».

fkl. London, 14. Febr. Wie der Parlaments­berichterstatter derDailp News" schreibt, hat eine Anzahl von Mitgliedern der liberalen und Arbei­terpartei des Unterhauses, darunter Hudson. Enowden, Weydwood, Benn. Pansonbn-Kennwar- thn. beschlossen, zur Förderung der allgemeinen Friedensziele zusammenzuarbeiten. Diese Gruppe will ihre Aufmerksamkeit auf den Bau der großen Flottenbasis in Singapore sowie der Er­weiterung der Luftstreitkräfte widmen und beab­sichtigt, auch die Notwendigkeit der Räu­mung Kölns int Parlament zu vertreten.

ficken Behandlung aller auf gesetzlichem stehende" nationalen Bestrebungen.

Si«anzmi«ifter a. D. Dr. v. Richt«, w, bem Unter» suchungsausschuh.

Angesichts des gestrigen Zwischenfalls ist im Hause eine Schutzwache von zwölf Beamten des Berliner Po­lizeipräsidiums anwesend. Es wird in tie Vernehmung des Finanzministers a. D. v. Richter eingetreten, wobei auch der Präsident und einige andere Angehörige der Staatsbank zugegen finb. Der Zeuge erklärt, es sei unmöglich, daß die Geschäfte der Staatsbank seitens des Finanzministeriums einzeln beanfstchtigt werden könnten. Als Finanzminister richtete er nur einmal einen Empfehlungsbrief zugunsten des Abgeordneten Seilmann an den Präsidenten her Staatsbank, ^if ö.ber. Selbstverständlich habe er in der Empfeh­lung für Heilmann sachlich nicht Stellung genommen zu bs'w, was Heilmann vom Staatsbantpräsidenten wollte « 'T Dorsitzende verliest ein Schreiben Heilmanns, in dem dieser den Minister bittet, seinem Freund Julius foarmat dem neuen Vräsidenten der Staatsbank zu emp­fehlen. Richter erklärt dazu, abgesehen von Hellmann habe er niemals mit irgend einer politischen Persönlich- leit über Kutssker und Barmat gesprochen.,

Auf die Frage, ob ibm über die Kreditgewäb rung an Michael. Kutisker und Barmat niemals vorher etwas zu Obren gekommen sei, ehe es in ber ''"e stand, erwiderte her Zeuge, bah unter her Vergabe der Kredite andere nicht zu leiden gehabt bät- ten. Auch bei der Etatsberatung im vergangenen Jahre leien ihm über biete Dinge keine Informationen znge- gangen. Auf eine Frage von Zentrumseite, ob hie Vor- gonge bei der Ceebandlung nicht vielleicht an dem un- gunttisen System lagen, erwider'e v. Richter er glaube nicht dasi dies an einem Systemfehler liege sondern ba- lan, dah Ruebe und Hellwig diese wichtigen Ar gelegen- beiten nichts vorgetragen haben. Staatsbankpräsident Schrödersteht sich dem Standounkte Richters an. o Richter erklärt weiter, der Staatsbank babe es sehr recht sein können, wenn die ungeheuren Harten unb Schäden infolge der Stillegung der Rotenprest« durch die Kreditgewährung der Staatsbank gemildert wurden. Es könne niemils die Rede davon sein, dah ein Wider­spruch in der Kreditpolitik der Rei-hs- und her Staats­bank vorhanden war. Staatsbankoräsident Schröder sogt aus. es sei eine alte Tradition der Staatsbank hab sie ihre Kreditpolitik stets im engsten Einvernehmen mit der Reichsbank führe. Auf die Frage des Vorsitzenden Dr. Leidig , ob es dem Staatsbankpräsidenten bekannt fei, dah der Reichsbankvräsidet auch ietzt mit her Politik bet Staatsbank einverstanden sei, erwidert Schröder, das 'bm d--s vom Reichsbonkpräsibenten bestätigt worden fei Sodann beantwortet bet Präsident der Staatsbank Schröder eine Anfrage des Deutschnationalen Deer- berg. dah er das Empfehlungsschreiben des Finani- minksters v. Richter als eine reine HmliSkelt oufgefaet bebe.

Sodann wird '.er 3enae Geheimrat HIehmon r vernommen. Er war Vorsitzender des Aufsichtsrats der Altleder-Verwertungsstelle i:nb sagt aus. dah die Firma Kutisker int Jabre 1920 erstmalig als Käufer von bee- resmaterial nufgetreten sei. Es hätten sich Vc.mstan- dungen ergeben; schlietzl.ch habe Kutisler alle Fordernn-

DetHtm* «in« B»-li ter illustrierte SRcnohhfr'* (SRtr.ae Ullstein u. To. Berlin! bett» im Dezentde-*- einen Aufsatz über de« chomn-e.tbe.-. Finanzmau-." Jokvtz Michael (ein geborener Srcnffuner) BetüitenlitAi, n welchem insbesondere desteo fsnaozttchnlfche Fodtg» tch« n bervotgeboden wurden. Da, deu ische Volk lanx strob fein, wen« es vo« solche«Finanzministern" ee» schont bleibt.

Bauer will i» der Partei bleibe».

ft Berlin, 14. Febr. Der sozialdemokrae tisch« Partelvotstand bat auf Montag und Dienst«» den Parteiausschub zur Besprechung der polittschen Lage nach Berlin einberufen. Reichskanzler a. D. Bauer bat an den Beizrksauskchuh Berlin der forialdemokr» tischen Partei lautVorwärts" ein Schreiben gerichrr in welchem er unter Bezugnabme auf den Beschluß de4 engeren Vorstandes, der den Ausichluh Bauer« au» der Partei emvfieblt, erklärt, dah der imLokalanzeiger^ ve-offentlichte Amertma-Briek In keinem Punkt zutretz icnfc sei, er bittet habet, dem Beschluh auf seinen Au» fchluh au, der Pgnet einstweilen nicht »uzusttmmen.

Richter unb Werthauer.

Endlich hat sich Herr Severtnq dazu entschlos­sen, den Voli-etnräfidenten Richter zubeurfau« bett. Aster es bedurfte dazu erst eines Erntftte- lnnasnerfastrsns der Staatsanwaltschaft gegen Nickter! Dessen Komnramitfteruna durch die Aus- fcstutzverstandlunaen batte dem Minister nicht ge­nügt. Aber die Sozialdemokratie, unterstützt von ben ihr hörigen t«hält unbeirrt an Herrn Sevrring als d-m einzig mäalichen Innen­minister In Brentzen fest. Befremdlich und be­dauerlich ist. bah der Porsttzende des Unterfuch- unasausfchusfes am letzten Tage von Richters Amtstätigkeit feine Mithilfe bei der Herbeiholung von Bolizei zur Entfernung eines obstinaten Kom­munisten in Anspruch nahm. Eine zweite Sensa­tion im oleicken Augenblick erlebte Berlin mit der Verhaftung des Justizrots Werthauer, eines der gerissensten Anwälte. Er soll bei der Beratung Kutiskers car zu ungeniert dessen Schiebereien nnb Betrügereien, zumal die mit dem Hanauer Lauer, unterstützt haben.

Berlin, 13. Febr. Der preutzische Presse- dienst t"ilt mH: Der vreutzifche Minister de» In- n-rn Severing hat das Urlaubsgesuch de« Ber­liner Polireivräsidenten Richter genehmigt.

Der Berliner Polizeipräsident Richter rich­tete an den vreusiiscken Innenminister folgendes Schreiben: Im Interesse des mir anvertrauten hohen Amt"s bitte ich ergebenst, mich bis auf wei­teres zu beurlauben. Ich hoffe, damit auch die völlige Aufklärung der fortgesetzt ge- nen mich erhobenen Angriffe und meiner Ueber- zeugung nach völlig haltlofen Berdöchtiounaen ^wechhienlust zu fördern. Meine Bertretuna wird mein ftänbi-ir Stellvertreter Vizepräsident Moll übernehmen.

Richters Vrrrratsekrstär ent lall en.

Berlin, 13. Febr. Der Vrivatfekretär des Berliner Polireivräfidenten Richter, Stöcker, der beim Pollzeipräsidi'nn auf Vrivatdienftver- frag anaeftent ist, hat fein Entlass ungsge- «ch eingereicht, dem lautLokafanzeiger" statt- gev-'-?n wurde.

I Ei« »euer Skandal?

I München, 13. Febr. Als bet der Beratuntz des Handelsetat» im Bayrische« Landtag der ®o* zialdemokrat Bauer in Bezug auf den B a r m a t Ifkandal erklärte, feine Partei werde sehen, btt damit in Zusammenhang stehe, abschütttln, macht« der völkisch« Abgeordnete Buttmann den In»

I ntschen ZwifchenrufrEinschließlich Eberts Darauf entstand auf den Bänken der sozialdemo­kratischen Partei große Unruh«. Ein Sozialdemo­krat, der Abg. Bürgermeister von Augsburg, Acker­mann, drohte Buttmann. Der Vizepräsident konnte nur mit Mühe die Ordnung wiederher­stellen. Bauer ergänzte seine Rede dabin, daß bie Sozlaldemomkratie vor keiner Person Halt mache» werd«, um aNt Mißstände aufzudecken unb die Be­teiligten der Verurteilung zuzuführen. Dem frühe­ren Reichskanzler Bauer sei sofort der Stuhl vor Idle Tür gesetzt worden und wenn noch andere Par- I teigenoffen beteiligt sein sollten, so werde es Ihne» genau- so gehen. Da noch weitere beleidigend« Zwischenrufe erfolgten, erteilte der Vizepräsident Bauer Ordnungsrufe. In seinen weiteren Aus­führungen meinte Bauer, dem Barmatfall könne man ähnliche» auch in Bayern gegenüber«

I stellen. So habe bie bayrische Staatsbank an ei» I industrielle» Unternehmen in Fürth Summen hln- ausgegeben, die infolge ausländischer Spekulati»-

I nen wohl verloren fein dürften. Er sei bereit, I dem Aontrollau-schutz noch andere Frage« vorzu­legen.

I Im wetteren Verlauf der Beratung be» Handels­etat» erklärte der sozialdemokratische Abgeordnet» Bauer u. a. noch, bei der Uebergabe der Deut« schen Werke seien Millionenwerte be» bayrische» Staate» verschwunden, trotzdem der Treuhänder be» Staate» die Gtaatsinteressen zu wahren hatte. Di« Angestellten der Deutschen Werk« seien bereit, zew- geneidliche Aussagen zu leisten, au» denen her­vorgehe, daß der Staat um Millionen betröge« wurde. Auch hier handele e» sich um ehren Rie - senskandal. Der völkische Redner Wagner führte au», die Befürchtungen, daß auch in Bayer» KorruptivnSerscheinungen vorhanden sein könnte», seien durch da» Gebühren be» Herrn Micha« chael begründet, der in München «ine Filiale errichtet hat unb mit ben ungezählten Goldmilli- onen bet Reichspost operierte. Webner forberte ein» Regierungserklärung im Sanbtag, daß keine Bezie­hungen zwischen der Staatsregierung, Staatsbe­amten unb solchen Elementen bestänben. Es f«i auffällig, baß man nichts mehr von Michael hört^ ber es u. a. fertig brachte, mit Hilfe von Reich»- postgeldern eine Forderung Finnlands an das Deutz fche Reich aufzukaufen.

Am Schluß der heutigen Bormittagssitzung be» Lanbtages erklärte HandelSminister Dr. Meines zu ben Ausführungen beS Abg. Bauer u. a., e» sei richtig, baß schon früher behauptet würbe, ba| in bem Lager ber ehemaligen Militärwerkstätteck (Deutsche Werke) viel gestohlen würbe. Zu ben too» Bauer erwähnten Listen erklärte ber Handelsmini­ster, auS ber Berschiebenheit ber Liste sei nicht etwa zu folgern, baß etwa» Unrechte» vorliege. Da» Geschäft ber Bayrischen Staatsbank fei ein regel­rechtes Krebitgeschäft gewesen, bei bem für bie Staatsbank kein Verlust entstauben sei. Im übri­gen set das GeschäftSgebahren bet Bayrischen Staats­bank völlig einwanbfrel gewesen, wa» et aus eig­ner Kenntnis wisse. Ein Slbgeorbneter bet Bay­rischen Volkspartei stellte noch fest, baß ber vo» bet Bayrischen Staatsbank an ein Fürther Un­ternehmen gegebene Kredit deshalb gegeben worbe» sei, weil Gefahr bestanb, büß 800 Arbeiter diese» Betriebe» hätten entlassen werben müssen. Di« Unregelmäßigkeiten beim Uebergang ber bayrische» Milltärwerkstätten auf bie Deutschen Werke sete» unter bem sozialistischen Ministerium Hoffmann vor­gekommen.

Abg. Bauer (Sog.) erklärte zu ben Ausfüh­rungen be» Hanb:l»rntnister», e* handle sich bet feinem Material nicht um belanglos« Listen, foiu bem es hanble sich um offizielle Jnventurbestanb»- aufnahmen. Et werbe sein« Unterlagen ben zu­ständigen Stellen vorlegen.

Pie Räumunas- imd gtoerletofmee

In ganz Deutschland wird es mit Befriedicmo >md von weiten Kressen auch mit einem Gefllh! der Erkelckteruna begrübt werden, daß der Reichs­kanzler Dr. Luther in Karlsruhe einmal in aller Sachlichkeit unb De"tlichkeit den Kernpunkt der sogenannten Sichorheltsfraae herausaearbeitet hat. Selbstverständlich hat auch Deutschland ein Hnteresse daran, Zustande in Europa sich ent­wickeln zu sehen, die eine Gefahr der Erneuerung des W-ltkrieaes aufs äusierst mögliche beschrän- deir. Eine solche Reaelung ist aber nur möglich, wenn da, Sicherheitsvroblem im Sinne der Ge- genleiftung und Gleichberechtigung durckoeführt wird. Ginfcitioe Entwaffnung undServitute" fcia ien jede Lösung der Sicherungsfraae besten­falls zu einer Selbsttäuschung. Auch ein Miß­brauch mit Sicherungsforderungen und Kontroll- iätigheit wie er jetzt anläßlich der Nichträumung festzustellen ist und wie er in der ftänbioen Ver­zögerung und Umrebioierung des Kontrollberich- fes zum Ausdruck kommt, vergiftet auf die Dauer tmheisder Vezieknmgen.

i Die vtntsch-ftauzöfsscht« Brrbanvlunge«.

fk. Pari», 14. Febr. Die französischen Sach- tzerstänbigen für die Hanbelsvertragsverhcinblunaen hoben gestern eine lange Sitzung abgehalten. Wie dasJournal" zu wissen glaubt, erstteckte sich bie Beratung auf eine Prüfung ber Möglichkeiten, ben Deutschen einen Teil ihrer Forderungen zu be­willigen, ohne ihnen jedoch eine Meistbegünstigung zu gewähren. Die deutsche Delegation dürfte heute »achmittag eine Sitzung abhalten, um diese An- tzelegenheit zu prüfen. Man rechnet darauf, daß sich die Lage in einigen Tagen klären wirb.

.* An nahezu 20 Stellen bes AuslanbeS wirb gegenwärtig über ben Abschluß von H anbei S- verträaen verhanbelt. Diese Beratungen nehmen das Auswärtige Amt derart in Anspruch, daß fast die Hälfte der Beamten nicht in Berlin weilen tanu. Der Schlüsselpunkt für bie Dinge liegt in­dessen nur In Paris, weil die deutsch-französischen Verhandlungen nicht vom Fleck kommen und weil | !tn der Tat die Grundlagen dieser Abmachungen richtunggebend für die Beratungen mit den übrigen ' 'Ländern sein wirb, darum sind Fortschritte unb gar endgültige Abmachungen bis jetzt nicht zu er­zielen. Bei ben deutsch-französischen Verhandlungen ist immer noch ber am meisten strittige Punkt, bie deutsche Forderung nach Zubilligung ber Meist­begünstigung, bie zu gewähren Frankreich tnbessen fetzt noch ablehnt. Auf ber Meistbegünstigung, also ver a-b so lut gleichen Behanblung gegenüber allen f »nderen Mächten muß Deutschland) bestehen. Deutsch- knb bringt weiter darauf, baß nicht ein kurzfristi-

fk. Paris, 14. Febr. Di« Liga für Menschen­rechte hat eine Tagesordnung angenommen, in ber Äe bedauert, daß die Verlängerung ber Besetzung der Kölner Zone begründet worben sei mit angeb­lichen Verfehlungen Deutschlands, bie ihr nicht zur Kenntnis gebracht warben seien unb von ihr nicht erörtert werben können. Di« alliierten Regie­rungen hätten sich auf provisorische Auskünfte ge­stützt, um bie Hinausschiebung ber Räumung zu stegrünben. Die Liga für Menschenrecht« forbert hm Rahmen beS Versailler BerttageS, baß sie stiese» Vorgehen nicht billigt unb wünscht bie so - fertige Beröffentlchung b«S Berichts.

Pfe RtglmmosbWuno in Preußen

; Die Derttfcknationalen beteiligen sich unter be- j stimmten Boraussetzungen.

Berlin, 11. Febr. Die deutschnationale Eanbtagsfrahtion erklärt in ihrem Schrei­ben an den Ministerpräsidenten Marx zu der Frage, ob sie bereit sei, sich an einer Reaiernng der Volksgemeinschaft zu beteiligen, unter Bezug- vahme auf die Erklärung der beutfdinationafen Nei-'-stagofraktion vorn 8. Oktober, bie ausdrück­lich sich für die Volbsoerneinschaft als Zufarnrnen- faffung aller Dolkskräfte ausspricht, sie setze vor­aus, daß die zur Volksaemeinscl'aft in Preußen stch zusawwent-Hfleßenden Parteien die Relcksre- elerung unterilützen und in der preußischen Voli- stk r: r- bekennen werden zur christlim-'n Jugend­erziehung, zur Durckdringuna des Voll>s- und ktaatslevens mit christlichem Geist, zur Aufrecht­erhaltung der Vernflicktunaen des Staates zum finanziellen Eintreten für die christlichen Kircken, Sur Ablehnung des Klassenkampfgedankens, zur ssleae voterländischen Denkens und der pfleg-

BerlIn, 13. Febr. Die Verhaftung Wertbauers jmot, wie dieB. 3 bött. damit zufammen. hab her lr^T>'-C,e En langen Konferenzen den Finanzmann Ja- ov M i cb -> e l bewogen iahen soll, im Zusammenhang mit hem Weiterverkauf her Sanauer Lagers an m« rumänische Handelshelegation bie Treubänderfchaft ut bie Zahlungen Rumäniens zu Übernehmen. Wert- ,auer soll bie Gefibällsmöglicbkeit mir Rumänien als be'onbers lockend gekchildett hoben, iobaß Michael her den Plan Kutillers zunächst nicht Eingehen wollte, 'chlleßlich doch hie Treuhönberschaft Übernahm, wodurch er bann erheblichen Gehoben erlitt, ba bie rumänische mnbe!s"elegation ein Konfottium von Schwtnblern Hochstaplern gewesen Ist. Der Derbachtsmoment, "atz Werthauer havon gewußt haben bürfte, daß hie ®e« 'iwne Kutiskers mit bem Hanauer Lager in her Luft heoen, führte ber ,.B. 3. zufolge in erster Linie zur Verhaftung Wertbauers. Das Blatt letzt Hinzu, buh reute bie V-rnebmung bes br"f\n Berliner Perteidi- fiers tu her Angelegendei' |i atftiiiPf wirv. Wie ma <. - - , - -----, ------

rrtabrt, ist von ben Re4>tsi-.r. k-rn ?Wi«c « an I bagegen verwahren, baß auf dies« ©elf« hi« die Tiaatsanwaltschaft e >> En h c'iungsm-kuch l vorgegangen wird, genchtct worben mit btt f-sjtfiutu-a. daß F» ichlamahr I j

lmstebe. |

Per Darmal > Skandal

Der Reichstag untersucht.

Man kann nach den aus der ersten Sitzung ge­wonnenen Erfahrungen und Beobachtungen eini­germaßen befriedigt feststellen, daß die sogenannte Verzögerung seitens des Reichstagsausschusses nur der Sache zum Vorteil gedient hat. Vorsitzender und Referent haben bereits in die Akten des Aus­wärtigen Amtes eingehend Einblick genommen. Es kommen nicht Bruchstücke zutaae, wie Im Landtag, die den Fall Barmat anfangs reckt harmlos erscheinen ließen. Es wird festaestesst. daß sich der Name Barmat wie ein roter Faden durch Akten und Berichterstattung de« Auswärtigen Amtes zieht. Die Belastung derer, die Barmat nach ihrer Angabe Vertrauen schenken zu müssen geglaubt haben, erscheint nun um vieles schwerer. Recht albern wirkt es, wenn aus der Tatsache, daß die Bannats bereits im Kriege mit Deutschland Geschäfte gemacht haben, eine Belastung ber vor- revolutionären Regierung hergelcitet wrrb. ein­mal mußte man im Kriege bei ber Blockabe Le- hensmittel nehmen, woher man sie bekam. Nach der Revolution war ein starke« Angebot auch soll- der Firmen, zu deren Ungunsten der übelbeleu- munbate Barmat bevorzugt würbe. Enbllch saßen auch in ben Kriegsömtern vielfach Leute, bie Herrn Barmat unb ben Revoliitionsgewinnlern nicht gerabe fern stehen, während das alte Deutsch­land im guten Sinne meist an ber Front zu sein pflegte.

Anmger für (das früher kurhesüfche) SberWen - Amülches VerklmdiMngsSlav des KreiieZ Mrdnrg

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. Oberhe|fi(<)e 3eitung erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis mon.tlich 2 Mark ausschließlich Zustellilinsg- Der Arneiaenprets beträgt für 6en 10 qefo. ZeilennUMmeter 0,03 «olbmart Amtlich« unb auswärtige Anzel»«» 0,10 (Selb

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