Rr.ii Marburg a. L, Mittwoch, den 14. siamm so. satzrs. iS.
DhechsWchtz ItzßSrsW
Anzeiger für WS früher kurWM) SberWen - Amtliches Berkündigungsblatt deö Kreises Mrburg
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Be
‘ti'öe ,-ch.rftttche Lage kommen würde, hat niemand er-
Wenn auch heute die Ausfuhr, namentlich in Wolle und Weizen, noch ausserordentlich stark und die Einfuhr von Tertilwaren und Maschinen noch beträchtlich ist, so geht Australien doch Schritt für Schritt dem Zustande des wirtschaftlichen Gleichgewichtes entgegen, das heißt dem Zu- ttonde. in dem das Land in der Lage sein wird, alle feine Bedürfnisse aus sich selbst heraus, mit seiner Industrie aus seinen eigenen Rohstoffen, zu decken. Daß Australien, das ehemalige Land der Verbrecher, jemals kn eine foIAe aussichtsreiche roirt-
Dentfchlan» erfüllt de« DaweSplan.
~ Paris, 12. Jan. Der Generalzahlungsagent Parker Gilbert ist heute aus Berlin in Paris ^«ingetroffen. Er hat der ReparationSkom- Mission einen Bericht übergeben, woraus her- dorgeht, daß der ganze Kontrollapparat plangemäß am Werke sei und daß Deutschland seinen Der- pflichrnngen gemäß dem Dawesplan nachkomme. Am -Mittwoch wird unter dem Vorsitz von Parker Gil 6ert eine Kommission zusammentreten, an der auch die deutschen Zahlungsagenten teilnehmen werden.
Innere von Australien al« noch zum Teil unerforscht bezeichnen. Denn auch 61» dahin hatte weder da» Eoldfieber, das seit 1851, der ersten Ent. deckung von Gold in Australien, so viele Menschen dorthin gelockt batte, noch die Sucht, die anderen reichen MetaUchähe des Landes auszubeuten, die Ansiedler weiter landeinwärts al» bis in di» gold- und erzhaltigen Randgebirge und Randgebiete ge- führt. Erst in den letzten dreißig Jahren bat man die gtofte Tiefebene, die das Innere Australien» bildet, dem Ackerbau und der Viehzucht erfchlosien. teilte hat die Erzeugung von Weizen, Waste, Milch, Käse und Butter die Gewinnung von Erzen und Metallen längst überflüaelt.
Vergleicht man die Anteile, die di« einzelnen Erwerbszweige an der Gesamterzeugung Australien» haben, nach den Jahresdurchschnitten 1912/13 und 1922/2.3 miteinander, so eraibt sich in runden stahlen folgendes: Die Erzeugnisse des Ackerbaues sind sich mit 22 v. £>. und die Forstwirtschaft und Fischerei mit 2 v. H. gleich geblieben. Die Erzeugnisse de» Bergbaues Rr ~ hin-maen von 12 auf 5 v H und die der Biehz cht (Wolle) von 26 auf 24 v H zurückgeaangen. Gestiegen sind jedoch die Erzeugnisse der Milchwirtschaft von 9 auf 11 v. SS. und die der verarbeitenden Industrien soaar von 28 auf 35 v. f>. Noch geht ein beträchtlicher Teil dieser Er- zeugnisie außer Landes, noch allo aebört Australien zu den Wirtschaftsgebieten, die Rohstoffe ausführen und Fertigwaren bereinnehmen. Es vollzieht f’z doch aber in Australien ein merkbarer Wandel. Denn die Ausfuhr der gänzlich unverarbeiteten Rohstoffe nimmt ab, während die Verarbeitung der Rohstoffe im Lande selbst zunimmt. So wächst die stahl der Wostwäschereien, der Erz verhüttenden Betriebe, der Tertilfabriken, der Milch verarbeitenden Betriebe und mit aste dem im Zusammenhang die stahl der Maschinenfabriken.
heuet, der dem Zentrum angebört — für die Setzung des Postens in Aussicht genommen haben.
Wird Hergt Innenminister?
Bericht der EntwaffnungSkomMisslo».
London, 12. Jan. Die Frage der »ervf- Fentlichung des Berichtes der Entwaffnung»- mm iss ton ist bisher noch unentschieden, und tdie Meinungen über die Zweckmäßigkeit eine» falschen Schrittes sind nach wie vor geteilt. In der breiteren Oeffentlichkeit hält man die Beröffent- Iichung für geraten, aber in maßgebenden Kreisen ßtztelen Rücksichten auf die gesamte politische Lage Mit. Zwar wünscht man auch dort die Beröf- sentlichung in vollem Umfange, da eine chruchstückweise Herausgabe unerwünschte Wirkung Hervorrufen würde. Dieser Auffassung stehen aber -diejenigen anderer Mächte gegenüber. Dort Wünscht man höchstens Teile de» Berichte« veröffentlicht zu sehen; im ganzen aber überwiegt die Stimmung für die vollständig« Bekanntgabe des Berichtes, der im übrigen immer noch nicht fertig- ttefteUt worden ist.
ft. Londa», 14. Jan. ©em dtvlomattschen Be- rzch'erstatter de» „Dafl, Telegraf zufolge laufen bei
Sie SiegleruagMbung
Berlin, 13. Jan. Reichsfinanzminister St.ßu16er Hetzte beute die Besprechungen mit den Parteifübrern fett und empfing den deutschnationalen Abgeordneten Schiele.
Berlin, 13. Jan. Den Blättern zufolge hat man *4« parlamentarischen Kreisen den Eindruck, daß es Luther beute noch gelingen werde, sein halb aus Parlamentariern, balb aus Fachmintstern bestehendes ßkeichskabtnett zu bilden. Gewisse Differenzen jsollen noch in der Frage der Besetzung des Retchsinnen- Ministertums besteben. Während die Deutschnationalen tden Posten mit ihrem Fraktionsmttglied Wallraf be. Hetzen wollen, soll Luther eine andere Persönlichkeit — »an spricht van dem Kölner Oberbürgermeister «de-
und im Verlaufe feiner Besprechungen während seines Pariser Aufenthalts erhalten hat.
Bor dem Ende der Pariser Konferenz.
fk. P a r i S, 14. Ian. Die Konferenz der F i n a n z m i n i st e r hat gestern eine Vollsitzung abgehalten. Da der endgültige Text des Abkommens in französischer Sprache noch nicht gedruckt werden konnte, Konnte der Austausch der Unterschriften der Delegationen noch nicht erfolgen. Heute sollen die letzten Beratungen der Konferenz stattfinden.
Aultmlien
Im Jahre 1806 haben Europäer zum ersten Male das Festland von Australien gesehen und betreten. Aber es dauerte an die vierzig Jahre, bis man nur die wichttgsten Küstenlinien festgestellt hatte, und selbst im Jahre 1885 durste man das
dänischen Vertretern auf der Pariser Konferenz unverbindlich getroffen wurden und die gestern abend unterzeichnet werden sollten. Die endgültiae Vollsitzung ivird infolgedeffen nicht vor heute früh abgehalten werden können. Wie verlautet, werde das britische Kabinett hinsichtlich der Frage der alliierten Schulden diese Angelegenbett m Kl ... im Zusammenhang mit den Eraebnisten erörtern, die Churchill seitens der französischen Regierung
wartet. Man hört es in Australien nicht gern, daß von 1788 bis 1867 deportierte Diebe, Betrüger, Mörder und ähnliches Gesindel die Kolonisten des Landes gewesen sind. Man rechnet es sich infolgedessen in Australien noch nicht zur Ehre an, von den ältesten Kolonisten abzustammen, wie dies heute in Nordamerika in solchem Maße geschieht, daß man dort von einem Kolonistenadel sprechen kann.
Aber man steht hier wie dort, daß die Sckein- beiligkeit und Gewistenlosiakeit. mit der die Engländer wie die Amerikaner in ihren Kolonisationen vorzugehen wisten, ihre guten Früchte tragen. Ilm die lieben Diebe und Mörder nicht ihrer Freiheit oder ihres Kopfes zu berauben, schickte England sie nach Australien und ließ sie dort auf die heimische Bevölkerung los mit dem Ergebniste, daß diese binnen hundert Jahren ausgerottet war. Die Amerikaner drangen gegen die Indianer vor, angeblich um ihnen .Zivilisation und Christentum zu brinarn. Auch hier mit dem Erfolge, daß die indianische Bevölkerung nach kaum mehr als hundert Jahren bis aus verkümmerte Reste ausgetilgt war. Man mutz es nur verstehen, den Mantel richtig uwzuhängen.
Vmifchte «ei»
Ein Reichs-a««erführrr als Anstifter zum Mord.
Kürzlich wurde auf den greifen Geh. Oekono« mierat Dr. h. c. Saeuberlich in Gröbzig tAnbalt) ein feiger Raubüberfall verübt. Es ist nunmehr, wie uns geschrieben ist, zum erheblichen Teil und der energischen Arbett der Schutzstelle für Industrie und Landwirtschaft in Magdeburg gelungen, da» Verbrechen aufzuklären. Ein früherer Kutschjunge des Geheimrat» Saeuberlich, der sich durch Aeußerungen über den Einbruch in Gröbzig verdächtig gemacht, wurde zunächst unter dem Verdachte der Täterschaft festgenommen. Nach tagelangem Leugnen gestand er schließlich unter de« Druck der Beweise die Tat ein und nannte als M i t* tütet den Gröbziger Stadtverordneten, Führer der sozialdemokratischen Partei und de» „Reichsbanner»", Benne, der al» maßloser Hetzer bekannt war und der bereit» allerhand Untaten auf dem Kerbholz hatte. Benn« war u. a. wegen Landfriedensbruchs schon einmal zu einer hohen Zuchthausstrafe verurteilt worden. Bevor Benne verhaftet werden konnte, verübte er durch Durchschneiden der Pulsader Selbstmord.
Bezeichnend ist, da ßmunmehr seine Partei« reuude als Grund für den Selbstmord ein körperliches Leiden angeben, da» ihn aber seltsamerweise nicht verhindert hatte, in der Silvesternacht allerhand Unfug zu treiben und Ueberjsäll«
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fk. Paris, 14. Ian. Wie berichtet wird, hat Handelsminister Raynaldy der deutschen Dele- äatton einen von ihm neuerdings gemachten V o r- > ch l a g e zugestellt. Wie weiter berichtet wird, hat Dr. Trendelenburg geantwortet, er werde in der heutigen Vollsitzung zu den französischen Vorschlägen Stellung nehmen.
Der Streit um da» Handelsvertragsprovisorium.
Paris, 13. Ion. Zur Richtigstellung der in der französischen Morgenpresse erschienenen Ausführungen über den Stand der deutsch-fran- zösischenWirtschaftverhand ungenist zu bemerken: Der französiscke Provi oriumsvor- chlag mußte von der deutschen Delegation a l- gelehnt werden weil er weder der in den bisherigen Verhandlungen geschaffenen Basis noch den siichilinien der schon im November von dec beub chen Delegation übergebenen Entwürfen zu einem allgemeinen Dertragsschema Rechnung trug. Cr tellt in wesentlichen Punkten insbesondere hin- ichtlich einer teilweisen Aufrechterhaltung der im Vertrag von Versailles für Elsaß-Lnthrinqen vorgesehenen zollfreien Konttngente, tatsächlich eine bloße Wiederholung von Vorschlägen dar, die Deutschland nickt nur in London, sondern auch bei den abschließenden Verhandlungen in Paris stets abgelehnt hatte.
Der von der französischen Delegation gestern ibergebene neue Vor s.ch l a g bestrebt eine nötige Veränderung der bisherigen Berhandlungs- grundlage und sieht nur eine beschrankte Meistbegünstigung vor und verläßt dami: die Basis des von beiden Seiten in den bisherigen Verhandlungen zugrunde gelegten Protokolls vom 12. Oktober 1924. Er bedarf deshalb einer neuen eingehenden Prüfung durch die deutsche Delegation. Die deutsche Delegation wird voraussicht- ■ ich morgen der französischen Delegatton auf ihren Vorschlag antworten, vielleicht auch einen Gegenvorschlag übermitteln.
. Str Kampf um Nt Räumung
Protesttelegramme gegen die Richträumung.
Solingen, 12. Jan. Die Städte des oberen Kreises So l i n g e n richteten wegen der Nicht- ti umung der Kölner Zone Protesttele- htamme an den Reichskanzler, in denen sie erklären, Zsß sie in der Nichträumung der Kölner Zone eine jMundlose Verschlechterung unterer Eesamtverbältnisie fstrblicken. — Der Oberbürgermeister der Stadt Krefeld «Sandte im Aufttage aller Fraktionen des Stadtverord- itleteukollegiums mit Ausnahme der Kommunisten, ebenfalls eine drahtliche Eingabe an den Re i ch s k a n z l er. Berner die Vorstände der Landwirtschaftskammer für die Btheinvrovinz, des Landwtttschaftlichen Vereins- für Rheinpreußen und die Bereinigten rheinischen Bauernvereine eine gemeinsame Kundgebung.
Schwach« erst recht nicht auf Schutzzölle verzichten. Di« Z*"i.enbank «uß ausgestaltei werden zu einem Reichskreditinstiiut. Die Kapitalnot der heutige« Landwirtschaft artet tu einer nationalen Gefahr au», wenn nicht rechtzeitig Reich und Staat von sich au» der braucht ble Kreditmöglichkeiten schaffen, die sie
Mg. Sepp fiter Me Sogt ter Sont* wlrtWlm
, -Hamburg, 12. Jan. In Kiel fand der 80. Pro- vwzialtag des Landbundes Schleswig-Holstein statt. Der Vorsitzende, Landtagsabgeordneter M i l - berg begrüßte die erschienenen Gäste und mahnte das -andvolk zu einheitlichem Zusammenstehen. Er teilte m«t, daß er zu seinem Bedauern den Vorsitz de» Landbundes wegen Arbeitsüberlastung niederlcgen müßte. Dagegen werde er als Landtagsabgeordneter und Vorstandsmitglied der Landwirtschaftskammer die Belange der Landwirtschaft und des Landdundes ernstens cer» treten. Der Nachfolger Milbergs im Vorsitz des Landbundes, Graf Kielmannsegg, wird von der Vrr- lammlung mit Beifall begrüßt.
Der P r ä s i d e n t des Reichslandbundes/ Reichstagsabgeordneter Hepp, ergreift darauf das Wort zu Ausführungen über die Lage der Landwirtschatt. Die deutsche Landwirtschaft will endlich ruhige und geordnete Ver- haltnisie und eine Regierung, die Rücksicht nimmt auf die Lebensnotwendigkeiten des deutschen Landvolkes. Nur eine RegierungderbürgerlichenMehrbeit, die auf nationaler und christlicher Grundlage steht, kann dem deutschen Volke Besserung brinneg. Die wichtigste Aufgabe für die deutsche Landwirtschaft ist es beute, den etaat als nationalen Faktor im Volksleben »u stutzen. Die zweite grobe Aufgabe der Landwirtschaft ist, dem deutschen Volke die Rabrungsfreiheit wiederzugeben. Mit dieser Aufgabe eng verbunden ist bie andere, die Landwirtschaft in den Stand zu setzen, die gesamte Wirtschaft des deutschen Volkes zu befruchten. Die Bestrebungen des Reichslandbundes gipfeln dauer darin, die Produktion zu beben. Die Eteuer- bblitik des Reichslandbundes giriert in dem einem Sage, poB die Besteuerung sich anvassen müße an die Leistungs- mngkett. und zwar nicht nur des gesamten Verufsstan- sondern des Einzelbetriebes. Der Landwirtschaft mupe eine einheitliche Bewert ungsgrund- l o g e bewilligt werden für sämtliche Steuern im Reich, Staatund Gemeinde. Diese Bewertungsgrundlage müsse |5 chanpassen an die jeweiligen Ertragsverhältnisse. Wenn beute selbst wirtschastsstarke Länder ihre Wirtschaft durch «chutzrölle sichern, so kann die deutsche Wirtschaft in ihrer
Berlin, 13. Ian. Im Laufe des heutigen Lormittags hat der Finanzminister Dr. Luther nur -en Abgeordneten Schiele sDeutschn.) und darau Ken Abgeordneten Müller-Franken (Soz.) zu kur- »en Besprechungen empfangen. Wie in parlamen- lvrrischen Kreisen unverbindlich verlautet, drehen sich die noch bestehenden Meinungsverschiedenkei- Itn um die Besetzung des Reichsministeriums des ißnnern. Das Zentrum wünscht, daß dieses Amt 'Mit Herrn Adenauer besetzt ivird und wollte den Deutschnationalen nur das Verkehrsministerium »«gestehen. Dies haben jedoch die Deutschnatiana- |en als gänzlich untragbar angesehen, weil das Werkehrsministerium keinerlei politische Bedeutung habe und zudem durch die Abtrennung der Vsenbabnangelegenheiten nur noch ein Rumpf- Ministerium darstelle. Das Zentrum soll geneigt «in, nunmehr sich mit der Besetzung des Reichs- Manzministeriums mit einem Deutschnationalen, ;imb zwar dem Abgeordneten Hergt, einverstanden i|u erklären. Die Persönlichkeit des Herrn Ade- ttotuer soll, wie es weiter heißt, den Deutschnatio- fttalen nicht annehmbar erscheinen.
fk. Berlin, 14. Ian. Reichspräsident Ebert pnpfing gestern gegen 10 Uhr abends Rechsfinonz- Minister Dr. Luther, der über die bisherigen Verhandlungen mit den Parteien Bericht erstattete.
fk.' B e r l i n, 14. Ian. Halbamtlich verlautet, daß heute Reichsfinanzminister Dr. Luther offiziell mit der Kabinettsbildung beauftragt werden Dürfte. Die „Bosiifche Zeitung" behauptet, daß Dr. Luther mit den Fraktionsführern gestern am bäten Abend eine Verständigung erreicht habe und paß nunmehr die Zustimmung der Fraktionen, insbesondere der Deutschnattonalen und des Zentrums dusfteht. Als Vertrauensmänner der Fraktionen für das Kabinett werden W al l r a f, Dr. S t r e f e- Mann, Dr. Brauns und Graf Lerchenfeid von der Bayerischen Volkspartei genannt. Als vichtparlainentarische Minister kommen dazu Dr 18 e h I e r und Graf Kanitz und der n e u e P o st- Minister.
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London 14. Ian. Der diplomatische Vertre- ter des „Evening Standard" schreibt, indem er die Ergebnisse der Pariser Konferenz zusam- menfaßt, durch seinen Verzicht auf eine feste Summe habe Amerika ein beträchtliches sinan- zielles Opfer gebracht, und auf der berühmten Konferenz seien alle Schwierigkeiten so gut wie beseitiat worden. Frankreich, Belgien und Ita- lien hätten ihre Forderungen herabaemindert. — Die britischen Forderungen würden also hier völlig befriedigt werden. Gleichzeitig seien Amerikas Interessen mit denen der europäischen Alliierten und mit einer ordnungsmäßigen Zahlung der Dauerleistungen durch Deutschland verbunden worden.
London, 14. Ian. Wie der omtlicke britische Funkdienst meldet, hat sich keine Möglichkeit finden lassen, um einen Entwurffürdie Vereinbarungen aufzustellen, die in den Besprechungen zwischen den alliierten und am erb
drr nmtfte Skandal
Ä Die Untersuchungen über die Barmat- und Kutisker-Affären sind noch kaum eingeleitet, al» fdjon wieder ein neuer Skandal bekannt wird. S t.r ia nicht ein so großes Format wie die beiden erw/hnten Korruptionsaffären anzu- nehmen; immerhin erregt er aber doch deshalb das Interesse der gesamten Oeffentlichkeit, weil roteberum Regierungsbeamte in ihn verwickelt sind, und offenbar ziemlich beträchtliche öffentliche Gelder wieder zu unlauteren Zwecken ausgeoeben worden sind.
In der Umgebung von Berlin, insbesondere in dem hübschen Vorort Zehlendorf, sind in letzter rt?^^rschiedene sehr schöne Siedlungskolonien für Beamte angelegt worden. Eine große Anzahl von Bauten ist noch in Arbeit. Diese Bauten wurden errichtet von der W o h n st ä 11 e n ®. m. b. H.. einer gemeinnützigen Gesellschaft, die größ- tenteils aus ö f f e n t l i ch e n M i 11 e l n unterhal- ten wurde und die unter der Leitung von Beamten des Reichsarbeitsministeriums stand. Diese Beamten sind nun offenbar der Versuchung, ihre gemeinnützige Tätigkeit zu erwerbbringenden Geschäften auszunutzen, die außerhalb ihrer eigentlichen Aufgaben lagen, erlegen. Eine Filmgesellschaft (I) hat es verstanden, sich von der Wohnstätten G. m. b. H. einen ziemlich beträchtlichen Kredit zu verschaffen. Das Reichsarbeitsministerium nimmt zu dieser Affäre in.einer Erklärung Stellung, in der es heißt: „Die Geschäftsführung der Wohnstätten G. m. b. H. hat einen unzulässigen Kredit an ein Erwerbsunternehmen gewährt, dessen Zweck außerhalb des Aufgabengebiets der Ge- sellschaft liegt. An der Kreditgewähmno sind ein aktiver und ein beurlaubter Ministerialbeamter und ein abgebauter Beamter einer Reichsmittelbehörde beteiligt. Die Geschäftsgebahrung der Gesellschaft untersteht nicht der Aufsicht des Mimite- riums. Aus öffentlichen Fonds stammende Mittel, zu denen auch solche des Reichsarbeitsministe« riums gehören, Md hMvlhekurtM ^sichert utiü Niall gefährdet."
Wie man hört, hat die Gesellschaft aus der Hauszinssteuer erhebliche Beträge als Hypotheken erhalten. Ein Teil der öffentlichen Gelder wird ja durch die bereits errichteten und im Gang befindlichen Bauten sichergestellt sein. Die weitere Tätigkeit der Wohnstätten G. m. b. H. ist in Fragst gestellt. Die Arbeiten an den i mRohbau befindlichen Wohnhäusern sind eingestellt worden. Eine gewiß nicht angenehme Ueberraschung für die vielen Hunderte von Beamten, die nun hofften, in absehbarer Zeit zu einer Wohnung zu kommen. Die beschuldigten Beamten — es handelt sich hauptsächlich um einen Regierungsrat Brettschneider, der Direktor der Wohnstätten G. m. b. H. war, und einen Ministerialdirektor Dr. Glaß, der Vorsitzender des Aufsichtsrats war — ind vom Amte suspendiert worden.
Dringender Aufklärung bedarf die Frage, warum die gemeinnützige Wohnstätten A.-G. ihr Ka- lltal nicht dem deutschen Wohnstättenbau, der e» doch wirklich dringend nötig hat, sondern ausgerechnet einer Filmgesellschaft zugeführt hat.
Ei« «euer Gpritschieber.
Hall« a. S., 13. Jan. Wegen großer Steuerhinterziehungen und Spritschtebungen wurde hier der Fabrikant Ruschke verhaftet. Gleichzeitig wurde gegen den angeblich In ein Sanatorium überge- tedelten, in Wirklichkeit, wie jetzt bekannt wird, nach Holland geflüchteten früheren höheren Bankangestellten Reich ein Steckbrief erlassen. Reich, der u. a. die Diskontobank um mehrere hunderttausend Mark geschädigt hat, hatte Ruschke groß» Summen für Fabrikbauten vermittelt.
den alliierten Regierungen weiterhin Jnterim»berichte der verschiedensten Unterabteilungen der interalliierte« Militürkontrollkommission ein. Der Eingang de, endgültigen Berichte, der Kommission werde nicht vor End« be» Monats erwartet. Auf jeden Fall wurden zwischen den alliierten Regierungen über die Frage der nächsten Note an Deutfchland kaum vorher stattftnden können.
Die Kontrollkomwissio« in Oesterreich.
Wien, 13. Jan. Da» "Neue Wiener Journal" meldet unter Vorbehalt, daß nach dem Bericht eine» al» verläßlich erwiesenen Manne», die Militörkontro»l- kommissio» der Entente, die jetzt schon se» einigen Wochen in Oesterreich Revisionen vornimmt, auf Grund einer geheimen Anzeige in einem schuvvenäbnlichen Gebäude in Wien 26 neue Kanonen feststellte. Vosijel- Präsident Schober habe die Aufforderung der Entente- Kommission, die Herausgabe »u veranlasien, abgelebnt. da die Angelegenheit nicht in den Wirkunaskrei» der Volizei falle. Daraufhin hätte die Kontrollkommission sich mit dem Ministerium des Aeußern in Verbindung gesetzt. welche die Auslieferung der Geschütze verfügte.