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Arankreich bereitet sich m»f eine« Zollkrieg vor.

Zürich, 8. Ian. Der Pariser Korrespondenz derNeuen Züricher Zeitung", der seit jeher von offiziellen Pariser Kreisen als Sprachrohr benutzt wird, meldet, man mach« sich in Paris auf den Zollkrieg gefaßt, der für Eliatz-Lothringen und das Saargebiet die bedauerlichsten Folgen haben wird. Gewisse Blätter des Linkskartells machen jetzt für die schwierige Lage, in di« di« deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen geraten find, die Folgen der Kölner Zonenfrage verantwortlich.

ft Berlin, 5. Ian. Reichskanzler Marx führte gestern, derZeit" zufolge, wegen des erteilten Auftrages zur Bildung einer überparteilichen Re­gierung Verhandlungen mit verschiedenen der deutschnationalen Bolkspartei nahestehenden Per­sönlichkeiten. Wie verlautet, soll eS sich dabei um die Neubesetzung deS Reichsministerium des Innern und ReichSw lr tfchaftSmin i steri- umS handeln. Wie das Blatt bemerkt, wird der Stand der Berhandlungen nicht al» ungünstig be­zeichnet. De»Montag" will wissen, daß für die Besetzung de» Wirtschastsmintsteriums der Ministe­rialdirektor a. D. Reuhau» und für den Posten de» Innenminister» Vizepräsident KrieS in Frage kommen. Die Genannten haben sich ihre Ent­scheidung bi» heute Vorbehalten. Wie das Blatt weiter schreibt, hat man in gewissen Kreisen den Eindruck, daß die Deutschnationalen eine derartige umgeänderte ReichSregleruug unterstützen werden, allerding» unter der Voraussetzung, daß die Deutsche Bolkspartei In Preußen all« Anstrengungen macht, auch dort eine auf den gleichen Prinzipien aufgc- baute Regierung herbetzuführen.

Sie WirlMaftSÄerkniblmsm

»in veutsch-frauzöfische» HandelSprovisorinm.

9? art 8, 3. San. Es bestätigt sich, daß Handels­minister Daynaldi Staatssekretär Dr. Trendelenburg den Entwurf eineS HandelsprvvisvriumS unterbreitet hat, da mit dem Abschluß eines deutsch-französischen Handelsvertrages biS zum 10. Januar nicht gerechnet I werden kann. Die Basis für ein solche- Provisorium hat sich jedoch besonder- mit Rücksicht auf die kürzlich veröffentlichte französische Zolltarifnvvelle noch nicht finden lasten. In dieser Novelle werden für sehr viele Artikel, die Deutschland interessieren, Minimalzoll- fätz« gefordert, die über das htnausgehen, was der augenblicklich in Kraft befindliche französische Maximal- zolltarif vorschreibt. . Wie die Havasagentur berichtet, wird die nächste Vollversammlung der deutschen und französischen' Handelsvertragsdelegationen erst statt­finden, nachdem die Reichsregierung zu dem fron*, -ösischen Vorschlag betreffend den Abschluß eines Mo­dus vivendi Stellung genommen hat.

Das Schulöenproblm

Schuldentilgung bis zum Jahre 2018.

Paris, 3. Jan. Die Morgenpresse glaubt be­richten zu können, daß Finanzminister Clementel Vorschläge zur Tilgung der franz äst« >chen Schulden bei den Vereinigten Staa­ten ausgearbeitet hat, die Ministerpräsident Herriot am 30. Dezember dem amerikanischen Botschafter übermittelt habe. Die Vorschläge lauten:

1. Frankreich wird für eine Periode von 10 Jahren ein Moratorium bewilligt, während­dessen die durch den Dawesplan vorgesehenen deut­schen Zahlungen sich verstärken und die Lasten, di« Frankreich für Pensionen und fsjr den Wiederaufbau auszugeben hat, sich verringern.

2. Nach 1935 will Frankreich feine Schulden bei Amerika int Verlaufe eines Zeiträume» von Jahren, und zwar eingeteilt in vier Etappen von 20 Jahren in sich von Etappe zu Etappe stei­gernden Zahlungen abtragen. Al» Zinssatz schlägt die fraitzösische Negierung y, Prozent vor.

Muftslini wttelMgt tat SaschiSnmt

Vom, 3. Jan. In Erwartung der Rede Wusto- linis trat die Kammer heute in äußerst erregte» Stimmung zusammen. Die Tribünen waren überfüllt und die Abgeordneten konnten vom Präsidenten mnt nur mit Mühe auf ihren Plätzen gehalten werben.

In seiner politischen Rede sagte Mussolini u. a.: Ach wünsche kein neues Vertrauensvotum, bereu ich schon genug erhalten habe. Attikel 47 der Verfassung gibt der Kammer da» Recht, die Minister in *2hv» klagezustand zu versetzen. Ich frage, ob es in oder außerhalb der Kammer jemanden gibt, der mich tn Anklagezustand versetzen will? (Lebhafter Beifall bet Mehrheit.) Ich will mich selbst anklagen. Es heißt, ich habe die Tscheka gegründet. Wie und wann? Ich weiß es nicht. Wenn ich eine Tscheka gebraucht hätte .hätte ich sie gegen die Dewalttaten angewenbetz. In Italien hat e» nie eine Tscheka gege< 6en. Niemand kann mir Intelligenz, Mut und achtung des feigen Geldes ahstreiten. WaS man düst .Tscheka" nennt, hat ohne Verstand gehandelt. j!

Mussolini lehnte lebhaft und entschieden jede ihm von Rossi zugefchriebene Verantwortung für die Hebet» fälle auf Amenbola. Misuri, Forni und für da» Ver< brechen an Matteotti ab. Er erinnerte an seine Der- söhnungSred e und versicherte, Achtung vor Matte­otti gehabt zu haben, dessen Intelligenz und Be­harrlichkeit er schätzte. Er gab zu, daß Um die An­hänger der Gewaltmethoden beeinflussen wollten, ab«» er habe sie immer abgeschüttelt. Er habe alle» mög­liche getan, um zu einer Versöhnung zu gelangen, aber die Opposition habe mit einer verfas­sungswidrigen Abson b erung und mit ei­nem unsauberen und elenden Pressefeld­feldzug geantwortet. (Beifall.) Die Norma- lisierungsverfuche wurden mit der Ermordung Easa- inis und nrit einer elenden Hetze beantwortet. Wau >at auch eine moralische Frage aufgeworfen, aber man weiß, tote solche entstehen und toa» sich hinter moralischen Fragen verbirgt. Mussolini verteidigt, den Faschi-mi» lebhaft und sagte: Ich übernehme die politische, «»ralische und historische Veranttoort ung für alle», toa- sich er­eignet hat. >W«u der Faschismus nicht eine politische Leidenschaft war, sondern .Knüppel und Rizinusöl", wenn er eine Verbrecherband« war, bann bin ich der Führer dieser Derbrecherbande. Dem Feldzug der Opposition habe ich bi» zur äußersten Grenze der Geduld zugesehen. Al» sich nicht nut die Faschisten, sondern viele andere Bürger fragten, ob noch eine Regierung bestehe, schritt ich mit den bekannten Einfchränkungsmaßnahmen ein. Das über­legte Zögern lieh mich gewisse Menschen kennen lernen, die bereit sind, Farbe zu ändern, sobald der Wind ungünstig wird." Unter Hochrufen der Kammer auf

Sirsfemann über die Autzenpolitih.

Berlin, 3. Jan. Im Auswärtigen Ausschuß des Reichsrats gab, rote aus parlamentarischen Kreisen verlautet, Roichsaußenministsr S t r e s e - ma n n eine ausführliche Darstellung .der gegen? roärtigei* Lage und der auswärtigen Politik. Hier- kam zur Sprache, daß die Note der Alliierten '. T»n--Trv vn <>-»« -ä^-5 ÖVUtl-.H mw/r

eingetroffen sei und ihr Eingang demnächst er« wartet werde. In oer Diskussion gelangte als- 1,01111 die Frage der Handelsverträge zur Besprech­ung, wozu sich auch der Reichswirtschastsminisier äußerte. Beschlüsse wurden im Ausschuß nicht gefaßt.

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Der Reichskanzler an Saarlouis.

Berlin, 3. Ian. Der Reichskanzler richtete an die Stadtverordnetenversammlung von Saarlouis folgendes Schreibens

Mit Freude und Stolz nahm die Reichsregie­rung Kenntnis von dem erhebenden Bekenntnis zum Deutschtum, das sämtliche Stadtverordneten von Saarlouis anläßlich der umlaufenden Gerüchte über gewisse Absichten wegen der Zukunft ihrer Stadt erneut ablegten. In welchem Zusammenhaiic diese Gerüchte haben entstehen können, und worauf sie zurückzuführen sind, entzieht sich der Beurteilung der Reichsregierung. Jedenfalls ging ihr, wie ich in Uebereinstimmung mit dem inzwischen erfolgten Dementi der französischen Regierung feststellen kann, keinerlei Angebot der französischen Regierung über eine von den Bestimmungen des Vertrages von Versailles abweichende Regelung des endgültigen Schicksals des Saargebietes, insbesondere der Ge­gend von Saarlouis, zu. Das Recht, im Wege der Volksabstimmung frei und unbeeinflußt über ihre staatliche Zugehörigkeit zu entscheiden, ist der ge­samten Bevölkerung des Saargebietes vertraglich gewährleistet. Keine deutsche Regierung könne ihre Hand dazu bieten, dieses Recht irgend einem Teil der Bevölkerung des Saargebietes zu entziehen. Wohin das Sehnen und der Wille der Einwohner von Saarlouis geht, zeigte die von echt vaterländi­schem Geiste getragene eindrucksvolle Kundgebung der Stadtverordneten von Saarlouis vom 20. De­zember erneut in klarer und unzweideutiger Weife der Reichsregierung. Ich spreche hierfür den Stadt­verordneten den wärmsten Dank aus und versichere feierlich, daß die Reichsregierung der deutschen Stadt Saarlouis allzeit die Treue wahren wird.

Ser Kampf um öle Räumung

Heute Ueberreichung der Botfchafternote.

Wie Havas aus Berlin berichtet, haben die alliierten Botschafter gestern vormittag den T e x t -er Note bekommen, in der die Nichträu- B u n g der Kölner Zone angekündigt wird. Die Botschafter sind gestern nachmittag in der e n g - -ischen Botschaft in Berlin zu einer Bera- iun g zusammengekommen. Die Ueberreichung soll heute (Montag) erfolgen. Der Text der Note Wird am Dienstag vormittag gleichzeitig i n dllen alliierten Hauptstädten ver- -ffentlicht.

fk. Berlin, 5. Ian. Im Reichstag trat die Fraktion derBayertschenBolksparteizu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen, in der der bisherige Fraktionsvorsitzende Domkapitular Dr. Leicht wiedergewählt wurde. Im übrigen beschäftigte sich die Fraktion über die Vorberei­tung von Anträgen und geschäftlichen Angelegen­heiten.

Auch in der Vorstandssitzung der deutsch- nationalen Reichstagsfraktion wur-

Seilin, 1. Ian. Die Bestimmungen bes Ver­trages von Versailles über bi« meistbegünstigte Zollbchandlung werden mit dem 10. Januar un­wirksam. Deutschland gewinnt daher soweit keine Handelsverträge bestehen, von dieser Zeitpunkt ab wieder die Freiheit in der Gewährung der Meistbe­günstigung an andere Länder. Mit Rücksicht hierauf erließ die Reichsregierung unbeschadet der gesetz­liche» Möglichkeiten zur Anwendung besonderer

den lediglich formelle Angelegenheiten besprochen. Die Frage der Regierungsbildung Kam in beiden Sitzungen nicht zur Sprache. Der Reichskanzler M a r x hat gestern abend die Führer der B»nri- schen Volkspartei und anschließend die Führer der Wirtschaftspartei empfangen, sodaß in der Frage der Regierungsbildung etwas Abgeschlossenes für heute noch nicht zu erwarten sein dürfte. Die Fraktion der n a t i o n a l.s oz i a l i st t sch en Freiheitspartei trat ebenfalls am gestrigen Nachmittaa unter Anwesenheit der Abgeordneten Ludendorff, von Gräfe und Henning zu einer Sitz­ung zusammen, der eine Besprechung der Frak- tionsführex vorausgegangen war. Zu Beschlüssen kam es auch in dieser Sitzung nicht. Die Fraktion setzt am heutigen Montag Vormittag ihre Sitzung fort, in welcher die Wahl des Vorstandes erfolgt.

.. fk- Berlin, 5. Jan. Im preußischen Landtag hielt die Deutsche Volkspartei ihre erste Fraktionssitzung ab. Die Fraktion war fast voll­zählig vertreten. Auch eine große Anzahl von Mit­gliedern der Reichstaasfraktion wohnte der Sitzung bei, darunter die Abgeordneten Scholz, Kemples, v. Kardorff, Eurtius, Morath und Hepp. Im Laufe der Beratung erschien noch der Reichsaußen- minifter Dr. Strefemann. Der Vorsitzende der Preußenfraktion Dr. £ e m p e erstattete zunächst Bericht über die politische Lage und über die Frage ber Kabinettsbildung. Rach ihm nahm das Wort der preußische Finanzminister Dr. v. Richter. Auch Kultusminister Dr. Boelitz nahm an der Sitzung teil. Die anschließende Aussprache, die bim Nachmittag 4 llhr begonnen hatte, erreichte eift um 8 IHjr abends ihr Ende.

Vergeltungsmaßnahmen eine Verordnung, nach der vom 11. Januar ab die meistbegünstigte Zollbehand« lung nur noch auf Erzeugnisse solcher Länder anzu­wenden ist, in denen die deutschen Erzeugnisse Der« traßlidj ober tatsächlich nach dem Grundsatz de» Meistbegünstigung behandelt werden.

Nach dem augenblicklichen Stande handelt t» sich um folgende Länder: Argentinien, Aetiopien, Bo­livien, Brasilien, die britischen Dominions unb bi» Kolonien (außer Australien, Kanada und Neusee­land), Bulgarien, Chile, China, Columbien, Costa Rica, Dänemark, die Dominikanische Republik, Aequador, Griechenland, Guatemala, Honduras, Indien, Irland, Jugoslawjen, Kuba, Lettland, Li­beria, Litauen, Mexiko, Nicaragua, Niederlande!, Norwegen, Oesterreich, Panama, Paraguay, Per, sien Peru, Rumänien, Rußland (nebst der Ukraine, Weißrußland, Georgien, Asserbewschan und Arme­nien), Salvador, Schweden, Schweiz, Siam, Spa­nien, Tschechoslowakei, Türkei, Ungarn, Urugay, Venezuela und die Vereinigten Staaten von Ame­rika. Im Hinblick auf die Handelsvertragsverhanb- lungen ist mit dem Hinzutreten weiterer Länder zu rechnen.

I Keine Regierungsmehrheit.

Berlin, 3. Ian. Der Reichskanzler uotte heute vormittag die in Aussicht genommene I Aussprache mit den Führern der Reichstagsfraktion des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Demo­kraten. Der Verlauf der eingehenden Besprech- ung ergab, daß die drei Fraktionen bei den von ihnen anläßlich der Regierungsbildung gefaßten Beschlüssen v e r h a r r e n und daß somit die Mög­lichkeit b<r Bildung einer auf tragfühi- ger parlamentarischer Mehrheit be­ruhenden Regierung nicht gegeben ist.

Der Reichskanzler hat im Laufe des heutigen Vormittags die Vertreter der bisherigen Reäie- I rungsparteien empfangen. Das Zentrum war durch die Abgeordneten Spahn, Stegerwald und Becker- Arnsberg vertreten. Für die Deutsche Volkspartei erschienen die Abgeordneten olz, Curtius und Brüninghaus, für die Demokraten die Abgeordneten K och , Erke­lenz und Der« bürg. Außer dem Reichskanz­ler nahmen von der Regierung Dr. St res e- mann) Graf Kanitz, Dr. Jarres und H a m m an den Besprechungen teil. Im Anschluß daran wurde heute mittag 12y, Uhr als Vertre­ter der Deutschnationalen Volkspartei der Frak­tionsvorsitzende Schiele vorn Reichskanzler em­pfangen. Um 4 Uhr nachmittags wird eine Be­sprechung zwischen dem Kanzler und den Vertre­tern der Sozialdemokratie stattfinden.

fk. L o n b o n, 5. Jan.Daily lelegraaf" sagt CqMK M WfetFfiW

Landes geschlossen hinter sich, Großbritannien woll« von seinen Alliierten nicht mehr haben, als was e» selbst an Amerika bezahlt. Dieses Opfer bedeute ein Nachlassen in der britischen Forderung im Betrage von 1 Milliarde Pfund Sterling. Die britische Re­gierung sei nicht im Stande Vorschläge anzunehmen, die sie dem britischen Publikum nicht für fair emp­fehlen könne.

ffc. Paris, 5. Ian. Wie Havas aus Berlin berichtet, wird die Note über die Kölner Zone heute mittag %1 Uhr dem Reichskanzler über­reicht werden. Der englische Botschafter Lord h'Abernon werde dabei eine festaelegte mündliche Erklärung abgeben. In der Mitteilung werde Aich die Absicht kundgegeben, der deutschen Re- perung eine neue Note zuzustellen, wenn der end- «iltige Bericht der Militärkontrollkommission vor-1 fegt und nachdem dessen Schlußfolgerungen ge­prüft sein würden.

Protest gegen die Nichträumung.

Im preußischen Landtag wurde von der Frak- ston der Deutschen Volkspartei folgender Antrag von Dr. v. Campe eingebracht:

Der Landtag rodle beschließen: Die Staatsregie-1 tung wird ersucht, der Reichsregierung bekannt S sieben, daß Preußen jeder Maßnahme der eichsregierung zustimmt, die darauf abzielt, dem Versuch der Entente entgegenzutreten, die erste Zone des altbesetzten Gebietes wider das Völker- »ckt und gegen das Versailler Diktat über den ». Januar hinaus durch fremde Truppen besetzt! »« halten. Die Staatsregierung wird weiter er­picht, durch jede Maßnahme, die geeignet erscheint, | »r aller Oeffentlichkeit der Welt, auch von Preu- fcn aus dagegen Protest zu erheben, daß preußi- ws Land gegen Recht und Vertrag über den 10. ganuar 1925 unter fremder Bedrückung leiden Muffen. Die Staatsregierung wird weiter ersucht, Den Bewohnern des altbesetzten Gebiets die An- Mlnahme der Staatsregierung und des Landtags! » ihrem schweren Schicksal bekannt zu geben, daß Orr ihrer Treue gewiß sind und daß «rfi Umeu | Mreue zusichern und halten. I

O»«r»essilche Zeitung" erscheint sechOMUt wöchentlich. Peiuaspreie M«n«tlich 2 Mart «uefAttefcfl*

Hhr. Durch »ie Post 2,2"> Mk. Für au,fallende Nummern infolge Streik, oder elementarer Eieiinille kein Tr^u PI*9** / Erlitt k»r den 10 gel». ZeilonnriSinreter 0,01 Soldmark. Amtliche und «u«»ittlge A»,eigen 0,10 »old«

*,Tr.C.£>lüer;tb.-Druck der Uniu.-Buchdru-erei ..n 3oh. Noch, Markt ri/A-"er^ «eschiL Ieoee Pl-tzoorschrifteubO'i. «usi chl-g. 5.m*el««$elge* 190«), eMfldfUg.ÄetU«. 0,15 .

ftene: Nr. 55, Schriftleitung: Nr. 66f, Postscheckkonto:'Nr. 5015 Amt Fran" urt^ Ma'n " edenlo EäÄ'» und °»fillt, wenn die Zahlung spater al. 5*läge «folgt Helege werde, berechnet,

1 teeRi0 Auskunft »«* die Seschtftsüell« und Zusendung der Angedote. rrf»llung,ort Mardurg. 1 S.-Mk. = u>, Dollar

......

Em überyaettSlichrs Kabinett

Mm mit »8t Bildung beauftragt

Berlin, 3. Ian. Der Reichskanzler hat heute nachmittag nacheinander den Vorsitzenden der deutschnationalen Reichstagsfraktion, Schiele, und den Vorsitzenden der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, Hermann Müller, empfan­gen. Eine Aenderung der gegenwärtigen Lage in der Frage der Regierungsbildung ist, wi aus varlamentarischen Kreisen verlautet, durch diese informatorischen Besprechungen nicht elngetreten.

Berlin, 3. Ian. Rach den Besprechungen mit den Führern der Reichstagsfraktionen hat der Reichskanzler dem Reichspräsidenten über da--- v . ____I,

der von den Fraktionen eingenommenen Haltung die Bildung einer auf einer parlamentarischen Mehrheit beruhenden Regierung nicht möglich ist, hat der Reichspräsident Reichskanzler Dr. Marx beauftragt, eine dieser parlamentarischen Lage Rechnung tragende Reichsregierung zu bilden. Der Reichskanzler Dr. Marx hat den Auftrag äuge, nommen.

London, 3. Ian. DieZimes schreibt in Anem Leitartikel, es fei keineswegs sicher, daß der Wortlaut der von der Botschafterkonferenz ent­worfenen Wote an Deutschland so abgefaßt fein Werde, daß er eine volle überzeugende, durchaus befriedigende, von der öffentlichen Meinung in titen alliierten Ländern, in Deutschland und tn der »eU geforberte Erklärung für die Verzögerung **rrmutig Kölns gebe. Der Zusammenhang xeser Verzögerung mit den Umgehungen der fintwafsnungsbestimmungen des Versailler Ver- ^ages durch Deutschland sei bisher noch niemand Mnerhalb oder außerhalb Deutschlands klar ge­wacht worden. In den alliierten Ländern bestehe Sne starke und natürliche Annahme zugunsten der nbeutungen, daß die Militärkommission einen wewets dafür gefunden habe, daß Deutschland die «ntwaffnungsbestimmungen nicht getreu durchge- fibrt habe, und daß mächtige Einflüsse in Deutsch- i fcnö versuchten, durch alle möglichen ingeniöse Listen irgendeine Art militärischer Streitkraft bei-' pivehalten. Aber wenn die alliierten Regterun- i E" ,eine Aktion unternähmen, rote sie die $er= Wtebung der Räumung Kölns über den Ver- J5ö0?3eitpunht hinaus bedeute, so komme ihnen nir ihre Aktion die vernunftgemäße Zustim­mung nickt nur ihrer eigenen Länder, sondern I aia) ber Nationen zu sichern, die von bat euro- pmschen Unruhen weit entfernt seien. Dies sei «nso notwendiger, da die deutsche öffentliche Mei- wing sich m einem Zustand äußerster Verwirrung bennde imd eine Anzahl lächerlicher Andeutungen «io nachweislich falscher Behauptungen vor- »nnge, die möglicherweise einige schwankende An- E?" /luslande beeinflussen könnten. Die »oßere Gefahr sei daß diese deutschen Argumente, ^um Teil zweifellos inspiriert, zum Teil aus vnkenntms der Außenwelt entstanden seien, bis E?. ^mem gewissen Maße dem moralischen Ein- muck entgegenwirken könnten, den die Aktion der Regierungen zu schaffen bestimmt fei. J e deutsche öffentliche Meinung, die nicht durch- »is kriegerisch fei, muffe voll unterrichtet werd ^'s^sS^ichen die alliierte öffentliche Meinung, r fei absurd, daß die Debatte, die von solcher Öligkeit für den Frieden und die Sicherheit Europas sei, unter Bezugnahme auf einen ange- &JIfeiked Seheimer amtlicher Dokumente jrtgefuhrt werde. Die alliierten Regierungen »ußten alles darüber, und es sei wahrscheinsich, sie in ihrer Aktion voll gerechtfertigt seien »ber sonst wisse niemand Bescheid, und bevor enU .wcber der vorläufige Bericht oder der volle Be- Rstlitarkontrollkommission veröffentlicht Sem lld)c Meinung aller Länder in

£n» Jlanb °?et ßerinpeter Verwir-

bie Wirkung der diplomattschen tzs wn der Regierungen werde geschwächt werden. klar. unbedingt notwendig, daß eine r u. Mitteilung über die Ergeb- r'Urto " ntrollkommission bei ^.?e^er Gelegenheit vesöffentlicht werde.