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' Weiser für As Mer kurWtM SberWen - Amtliches BerkündiWnMlatt des Kreises Mmburs
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Ohne Räumung kein Handelsvertrag!
gierungen sofort in Verhandlungen eintreten, um die vorliegenden Differenzen zu beseitigen.
Yorker Bankiers zurzeit mit der Vorbereitung von Plänen zur Flüssigmachung von 50 Millionen Dollar für eine neue Anleihe für französische Gesellschaften. Die Bankiers äußerten, daß alle diese Pläne bis zur Klärung der Kriege "chuldenfrage vertagt werden müßten.
Verpflichtungen nicht erfüllt hat.
2. Deutschland ist außerstande, sie zum 10. Januar zu erfüllen.
Deutschland hat seine Verpflichtungen bisher
Qu. Berlin, 31. Dez. Wie wir soeben t^tnsvrnliertcr außenpolitischer Seite erfahren.
Ti« Franzose z«r «riegsschnldfrage.
Paris, 80. Dez. Augustin Hainan veröffent licht in der „Ere Nouvelle" einen Artikel übe. die Kriegsschuldfrage. Er schreibt: „Rah mond Poincarö ist einer der Verantwortlichen Urheber de» Weltkrieges. Diese Tatsache steht heute für jeden außer Zweifel, der niicht vom Parteigeist besessen ist. Es liegen genügende Zeugnisse vor, z. B. die Erinnerungen Paleologues, die Memoiren von Georges Louis, des Grafen von Witte, die offizieNen Dokumente, die die russische Regierung in den Schwarzbüchern veröffentlicht hat, usw. Da» sind nach streng wissenschaftlicher Methode zusammengestellte Dokumente. PoincarS har den Krieg vorbereitet; er wollte den Krieg, war also der Mitschuldige von Iswolski, Sasonow, Wilhelm II., den deutschen Junkern und den internationalen Großindustriellen. Der Verfasser fügt ironisch hinzu, man müsse die Menschen aber nach ihren Werken und nicht nach ihren Absichten beurteilen. Da» Werk Potncarös, der Weltkrieg, sei, wenn man die Folgen, die sich noch entwickeln könnten, in» Auge fasse, für die Menschen gut gewesen, trotz der ungeheuren Zahl seiner Opfer. Alle Völker seien aufgerüttelt worden. Monarchen seien gestürzt, die kapitalistische Wirtschaft sei umgestürzt worden und stehe noch mitten in der Umwälzung. Der Geist der Revolte habe sich über die Welt ausgedehnt. Millionen von Menschen hätten da» Recht auf Befreiung erkannt. Das zaristische Rußland sei in eine Sowjetrepublik umgewandelt worden. Das alles sei das Werk Poin- carSs, ja noch viel mehr, eS sei nur ein Teil seines Werkes, denn dank de» Weltkrieges sei der Gedanke einer Föderation der Völker in dem Völkerbund entstanden. Auch die politische und moralische Weltordnung, ja soMir die wissenschaftliche
Köln, 31. Dez. Gewerkschaften aller Richtungen nahmen gestern gegen die beabsichtigte Verlängerung der Besetzung der Kölner Zone folgende Entschließung an:
Der Eewerkschaftsausschuß für das besetzte Gebiet als Vertreter der arbeitenden Bevölkerung erhebt Einspruch gegen die beabsichtigte Verlängerung der Besetzung der auf Grund des Versailler Vertrags am 10. Januar zu räumenden ersten Zone (Kölner Zone). Der Eewerkschaftsausschuß hat sich stets für die Erfüllung des Vertrages eingesetzt und sich gegen alle völkerverhetzenden Bestrebungen gewandt. Die Ruhrbesetzung wurde als rechts- und vertragswidrig bekämpft, wobei das Ziel der Verständigungsmöglichkeit nicht aus den Augen verloren würde. Mit Eenugtung konnte in den letzten Monaten eine merkliche Entspannung der Lage im besetzten Gebiet wahrgenommen werden. Alle Hoffnungen auf eine weitere Entspannung werden vernichtet, wenn die Räumung der ersten Zone im vertragsmäßigen Zeitpunkt nicht erfolgt. Die Gewerkschaften empfinden dies als einen schweren Schlag für alle Verständigungsbestrebungen und sind entsetzt, daß kleinliche Vorwände benutzt werden, das große Werk der Völkerverständigung zu erschweren. Sie bezeichnen die Verlängerung der Besetzung als eine neue- Sanktion, die nur geeignet ist, der Bevöl- kerung des besetzten Gebietes den Glauben an die Heiligkeit internationaler Verträge zur auben. Jegliche weitere Verlängergnu der Besetzung verhindert die Gesundung der Weltwirtschaft, vermehrt die Rot und die Leiden der Bevölkerung und stellt die Erfüllung der Verträge, insbesondere des Londoner Abkobnnens, in Frage. Der Eewerkschaftsausschuß spricht die Erwartung aus, daß die beteiligten Re
in ungenügendem Maße erfüllt.
Die Verbündeten müssen den S ch l u ß b e -
6eetn ben Faschismus
Rom, 30. Dez. Die Blätter aller Schattierungen beschäftigen sich in den letzten Tagen fast aus- schließlich mit der inneren Politik. Die Oppo- sitionsblätter laufen Sturm gegen das Weiterbestehen des Kabinetts Mussolini und verlangen von ihm, daß er zurücktritt, um der Justiz freien ungehinderten Lauf zu lassen. Inzwischen veröffentlichen sie neue Enthüllungen, um die Massen aufzuregen. Da aber nach den Regierungsblättern Mussolini durchaus nicht daran denkt, seinen Gegnern den Gefallen zu tun, zurückzutreten,' und da auch die Krone, wie in einigen Blättern- hervorgehoben wird, sich nicht in den inneren Streit' einmischen kann, solange die Regierung in Kammer und Senat eine große Mehrheit besitzt, so sucht ein Teil der Oppositionspresie die Rechtsliberalen gegen das Ministerium mobil zu machen. Der Umstand, das Salandra als! Präsident der wichtigsten Kommission der Kammer,« nämlich der Etatskommi'sion, feine Entlasiung ge«1 nommen hat, wird bereits als Anzeichen für diel Trennung der Rechtsliberalen von der Regierungl angesehen, aber der „Messagers" behauptet, daßs eine solche Auslegung des Rücktritt« Salandras tendenziös und irreführend fei.
Auf der Tagung der F a s ch i st e n p r e s f e in Rom erklärte Ministerpräsident Mussolini in einer Rede, in der er die Notwendigkeit betonte, in der politischen Hochspannung eine schlagkräftig« Parteipreffe zu haben, er habe durch die Einbringung der Wahlreform die Partei vor die Aussicht gestellt, eine neue Schlacht zu gewinnen, und zwar nicht nur der Ausdehnung nach, sondern in bet Tiefe des Volkes. Der Feldzug der Oppost« t i o n, den Faschismus zu bezwingen, sei mißglückt, und der Versuch, ihn (Mussolini) von dem Faschismus zu trennen, sei gescheitert und werde immer scheitern.
Rom- 31. Dez. M Florenz erstürmtem der Tribun« die Faseisten die Redaktion des„Nuov« Giornale", warfen die Möbel zum Fenster hinaus, übergossen die Maschinenlokale mit Benzin und steckten sie alsdann in Brand. Ferner verhinderten sie die Feuerwehr, den Brand zu löschen. Auch eine Freimaurerloge wurde zerstört.
Florenz, 31. DSz. In der ganzen Provinz haben große Kundgebungen stattgefunden, in denen eine unübersehbare Menschenmenge unter Vorantritt mehrerer Musikkapellen zahlreiche Plakate mit der Aufschrift „Es lebe Italien! E» lebe Mussolini!" mit sich führten. Zwischenfälle von Bedeutung haben sich nur vor dem Gebäude des Oppo- sitionsblattes „Nuovo Giornale" zugetragen. Militär und Polizei vermochten durch ihr Eingreifen ernste Gewalttaten zu verhindern.
Rom, 1. Ian. Am 31. Dezember wurden bet einigen Politikern und in den Räumen der republikanischen Partei Haussuchungen vorgenommen.
Rom, 1. Ian. Folgende Zeitungen wurden gestern beschlagnahmt: In Rom die Abendblätter „Popolo", „Mondo" und „Voce" und die beiden Witzblätter „Beppo Giallo" und „Serenis- simo", in M a i l a n d der „Corriere della Sera", der „Avanti", die „Giustizia" und der „Unita", in Turin die „Stampa", ferner in Rom die beiden Mittagsblätter „Sereno" und „Piccolo".
unb^ die industrielle Ordnung hätten Fortschritte verzeichnen.
fk. London, 2. Ian. Premierminister Bald- w i n kehrte gestern nach London zurück. In einer auf Montag angesetzten Kabinettssikunq wird, laut „Daily Graphie", Cecils Pariser Reife und auch der Entwurf der Rote der Botschafterkonferenz an Deutschland, die in London eintraf, sowie die unmittelbare Zukunft der deutsch-englischen Handelsbeziehungen erörtert werden.
fk. London, 2. Ian. Während dem „Daily Mail" aus Paris gemeldet wird, daß die alliierte Rote über die Frage der Räumung Köln« von den Botschaftern morgen der Reichsregierung über- reicht werde, hält „Daily Telegraf" eine weitere Verzögerung der Uebermittlung für wahrscheinlich. Der diplomatische Berichterstatter des Blattes schreibt, es sei wahrscheinlich, daß die alliierte Rote nicht vor einigen Tagen in Berlin übergeben werde. Sie werde von den alliierten Bot. schaftern gemeinsam unterbreitet werden. Der Wortlaut der Rote werde wahrscheinlich in seiner Fassung einige Verschiedenheiten von der von der Botschafterkonferenz am Mittwoch entworfenen Rote auftttoifen. CE» twrbe streng die Auffassung vertreten, daß- die britt|d)e Regierung um eine weitere Acnderung des Entwurfs vom Mittwoch ersuchen werde. Der Korrespondent des „Daily Telegraf" befaßt sich mit der in der englischen Presse viel beachteten Krittk eines Teiles der deutschen Presse in der Haltung der englischen Regierung in der Räumungsfrage mit folgenden Ausführungen: Es würde gut sein, wenn die deut- schen Chauvinisten ihren Ton gegenüber England und seinen Alliierten mäßigen würden und wenn die deutschen Gemäßigten, die sich dauernd wegen ihrer Chauvinisten entschuldigen, aber auch die Alliierten ermahnte, eine mutigere Haltung gegen-' über den extremen Nationalisten einnehmen würden.
fk. London, 2. Ian. „Daily Mail" zufolge wurde dem amerikanischen Botschafter eine lange, äußerst freundlich gehaltene' Antwortnote auf die Mitteilung der amerikanischen Regierung in der Frage der Beteiligung der Vereinigten Staaten an den nach dem Dawes-Plan eingesammelten Reparatioenen überreicht und darauf von ihm nach Washington übermittelt Dem Blatte zufolge erwarten britische Politiker aller Parteien eine maßgebende Erklärung der fran- zöischen Regierung übet ihre Haltung in der Frage der französischen Schulden an England. Niemand nimmt an, daß Cecil mit einem neuen Vorschlag wegen der Bezahlung der Schulden nach Paris gehe. Unterrichtete Kreise glauben, daß Frankreich ernstlich beabsichtige, seinen Verpflichtungen nachzukommen.
«ne Anleih« für französisch« Gesellschaften.
N « w v o rk ' 81. Dez. Nach einer weiteren Meldung bet »New Port Xfmes* befasse« sich Nerv-
Kein deutsch-französischer Stahltrust.
Qu. Berlin, 31. Dez. Die ablehnende Haltung der englischen Stahlindustrie dürft« voraussichtlich das Zustandekommen eines internationalen Stahlkartells endgültig verhindern. Wie wir hören, ist. auf Grund der Weigerung der englischen Verbände auch davon Abstand genommen worden, eine deutsch-französische Kartellvereinigung zu bilden. Die in Aussicht genommenen Vereinbarungen zwischen der deutschen und französischen Industrie werden daher ausschließlich die Frage des Austausches von Kohle und Erzen betreffen und in keiner Hinsicht auf finanziellem Gebiet zu einer Kapitalbeteiliaung französischer Unternehmungen
dürfte ein deutsch-französischer Handelsvertrag nur bann zustandekornmen, wenn in der Frage der Räumung der Kölner Zone eine Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich erzielt wird. Die Reichsregierung kann nicht länger die Tatsache verhehlen, daß es unmöglich sein wird, in den Wirtschastsfragen mit Frankreich zu einer Verständigung zu gelangen, wenn die französische Politik in der Räumungsfrage neue Schwierigkeiten bereitet. In Berliner Auswärtigen Amt hat es großes Erstaunen hervorgerufen, daß der französische Finanzmini- fter Clemente! in seiner Erklärung vor der französischen Kammer gegenüber den seht wieder aufgenommenen deutsch-französischen Wirtschafts- Verhandlungen einen Optimismus zum Ausdruck gebracht hat, der gerade jetzt wenig angebracht erscheint, wo die Durchführung des Versailler Vertrages durch die Stellungnahme der alliierten Regierungen in Frage gestellt wird. Für die Lösung der deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen ist es unerläßliche Voraussetzung, daß die politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern {ich erträglich gestalten, denn sonst tritt genau die- elbe Komplikation ein, die durch die Poincarö- che Politik geschaffen wurde. Man hat in Berlin den Eindruck, daß die französische Regierung zu ihrer jetzigen Haltung namentlich dadurch bestimmt worden ist, darauf der am 6. Januar beginnenden alliierten Finanzkonferenz schwerwiegende Streitfragen zwischen den alliierten Regierungen zu lösen sind, die auch die außenpolitische Situation Frankreichs erschwert haben. Infolgedessen wird man die Pariser Finanzkonferenz auch ir Deutschland mit großem Interesse verfolgen müssen, da es sich Herausstellen wird, inwieweit die französische Politik in die Lage versetzt wird, die jetzt von ihr eingeleiteten Aktionen, die sich wieder einmal ausschließlich gegen Deutschland richten, zu liquidieren. Die französische Regierung dürfte sich nach den ihr von deutscher Seite zuteil gewordenen Informationen kaum darüber im Unklaren sein, daß Frankreich vor der Wahl steht, sich mit Deutschland politisch und wirtschaftlich zu verständigen, ober aber alle Voraussetzungen auch für das Zustandekommen eines Handelsvertrages zu zerstören.
6tant*Wlen in Amcnmri
Das kleine Dänemark hat seit einigen Jahren tu nicht «kreißender Folge seine großen Skandalge« schichten. Segen und Fluch des Kriegsgewinnlerdaseins haben das frühere so ruhige und sauber« Land heimgesucht. Mit Bankzusammenbrüche« größten Ausmaßes schloß die „Eulaschzeit" ab. De« Name „Landmannsbank" und „Direktor Glückstadt" besagt in diesem Zusammenhänge genug. Kürzlich ist die große „Diskonto- und Revisionsbank" zusammengebrochen. Alle diese Skandalgeschichten haben das politische und gesellschaftliche Leben bis-in di« Tiefen aufgewühlt. Nun erregt ein neuer Skandal die Oeffentlichkeit. Das anerkannte und angesehene Oberhaupt einer christlichen Glaubensgemeinschaft, der skandinavische Methodistenbischof Bast, ist plötzlich während einer kirchlichen Sitzung unter Wegfall jeder Rücksichtnahme in den Formen von der Polizei verhaftet worden. Man hat die Ankläger und da» Belastungsmatereial noch nicht bekannt gegeben. In der Untersuchungshaft hat man diesen Bischof mit gewöhnlichen Verbrechern zusammen eingesperrt. Bischof Bast erfreut sich nun einer Volkstümlichkeit und Beliebtheit in Dänemark, wie kaum ein anderer Geistlicher. Man hat ihn den Bodelschwingh Dänemarks genannt. Er hat die Kopenhagener Zentralmission gegründet und geleitet und es verstanden, immer wieder sehr beträchtliche Summen aus Dänemark und Amerika für seine Zwecke flüssig zu machen. So hat er e« vom armen Hirtenjungen bis zu seiner überragenden Stellung im kirchlich-caritati- ven Leben gebracht. Dieser Mann wird nun der Betruges und der Unterschlagung kirchlicher Gelder beschuldigt. Die Oeffentlichkeit hat bisher im allgemeinen für ihn und gegen die Polizei, besonder» gegen die rücksichtslos« Behandlung Bast» Stellung
9er Kamps um die Räumung
Ein böser Anfang.
Die vielen Neujahrswünsche haben dem deutschen Volk wenig genützt. Das Jahr 1925 fängt böse an. Nach dem Silvesterbeschluß der Pariser votschasterkonferenz werden die Ententebotschaf- ter in Berlin gerade zum Zusammentritt des neuen Reichstags der Reichsregierung die Note überred S-n, die nach Havas die Nichträumung der Kölner Zone nyt der Nichterfüllung der Entwaffnungsbestimmung für Deutschland begründen soll. Danach würde — man muß den Wortlaut abwar- ten — wieder einmal die französische Auffassung über die englische gesiegt haben. Erfreulich ist der kräftige Protest der Gewerkschaften aller Richtun- Kn aus dem besetzten Gebiet gegen den neuen irtragsbrucf) — aber die „Demokratien" des Westens kümmern sich ja um Arbeiterkundgebun- «n am wenigsten. — Trübe ist der Iahresan- ftmg auch im Hinblick auf den sich immer weiter Mlsdchnenden Berliner Finanzskandal. Das Hin- eingreifen der Staatsanwaltschaft in das Barmat- Wespennest wird nun auch der Sozialdemokratte Mit peinlich, dis bisher auf dem moralischen hohen Rosse saß.
' Sie sind sich einig.
Paris, 31. Dez. ,^>cwas" veröffentlicht folgendes Londoner Telegramm:
„Der diplomattfche Meinungsaustausch über hie Vorbereitung der NoteanDeutsch- l« n d über die Räumung Kölns hat heute nachmittag, also viel früher, als angenommen wurde, |u einer Verständigung geführt. Die /englische Regierung hat den in Paris ausgearbeiteten Entwurf zurückgeschickt, ohne nennenswerte Äenderungen daran vorzunehmen. Das Ergebnis entspricht allen Erwartungen:
1. Erbringung des Nachweises durch die Verbündeten, daß Deutschland seine militärischen
Wir glauben zu wissen, daß schon jetzt übet Form und Inhalt. des in Aussicht genommenen ' Protests vollkommenen Klarheit besteht, und daß eine neue diplomatische Demarche schon in den nächsten Tagen in den alliierten Hauptstädten erfolgen wird.
Vermittlungsbemühungen im Räumungsksnslikt.
Qu. Berlin, 31. Dez. In den diplomatischen Kreisen vertäutet, daß gegenwärtig sowohl von amerikanischer als auch von englischer Seite ver- sucht wird, in der Frage der Räumung der Kölner Zone und der Beendigung der <DH l i t ä r ft o n t r o 11 e eine Kompromißlösung zustande zu bringen, die es gestatten soll, den gegenwärtigen Konflikt so schnell wie möglich zu beendigen. Wie wir aus den Kreisen des Auswärtigen Amtes hierzu erfahren, dürsten derartige Versuche gegenwärtig lediglich unter den alliierten Mächten leibst im Gange fein. Der Reichsregie- rung gegenüber hat bisher noch niemand seine Vermittlung angeboten, und es muß nach wie vor damit gerechnet werden, daß Deutschland bei der ganzen Austragung der Angelegenheit auf sich selbst angewiesen sein wird.
richt der Kontrollkommission abwarten, um sestzustellen, was von Deutschland Künftig er
* wartet werden Kann.
~ Es unterliegt keinem Zweifel, daß, wenn Deutschland seinen militärischen Verpfsichtungen nachkommt, es für sich den Paragraphen 429 in Anspruch nehmen kann.
Die Not« der Botschasterkonserenz.
P a r i s, 31. Dez. Wie Havas mitteilt, hat sich Ke Botschafterkonferenz ohne Schwierigkeiten Itoei den Text der Note geeinigt, die Anfang nächster Woche der deutschen Regierung übermittelt wird. Da es sich um eine Entscheidung der alli- iten Regierungen handele, würden diese die Kol- stivnote der deutschen Regierung zustellen. Die tteilung sei sehr kurz und erkläre mit unwiderlicher Klarheit, daß die Räumung der Kölner ne am 10. Januar nicht erfolgen könne, weil utschland seine Verpflichtungen aus dem Frie- isoertrag, namentlich hinsichtlich der Etzjwaff- ng, offenkundig nicht ausgeführt habe.
Nach Beendigung der Sitzung der Botschafter- lHonferenz ist folgendes Kommunique ausgegeben pporben: Die Botschafterkonferenz hat um 4 Uhr
Minuten nachmittags unter dem Vorsitz von Mlles Cambon eine Sitzung abgehalten. Sie hat An alliierten Regierungen oen Text der Note, den M nach ihren Instruktionen zwecks Mitteilung an ibie deutsche Regierung betreffs der Kölner Zone vorbereitet hat, übermittelt. Die Uebermittlung pH die deutsche Regierung wird durch Vermittlung bet alliierten Regierungen in Berlin erfaßen. Die :JBote wird erst veröffentlicht, nachdem die Demarche stattgefunden hat.
Wieder eine Lügenmeldung.
st. A m ft e r d a m , 2. Jan. Der Pariser „Ma- ,tin“ veröffentlichte vor einigen Tagen eine Mel- iv«ng aus Holland die aus sehr vertrauenswürdiger Quelle stammen soll, und in der mitgeteilt wurde, s«ß feit einiger Zeit auf der Rotterdamer Werft Wiltan Unterteile von Unterseebooten für Deutschland hergestellt würden, was ein n^.er Beweis für : Deutschlands Bewaffnung gelten könnte. Die < Korrespondenten mehrerer hiesigen Blätter, darun- i«r auch der „Telegraaf" haben darauf bei der Direktion Wittener Maschinenfabrik und Schiffswerft M Rotterdam Erkundigungen nach der Richtigkeit Her obigen Nachricht des französischen Blattes nach- 8sucht. Das Ergebnis war, daß die Direktion der ierft den Bericht des „Statin“ als eine glatte Erfindung bezeichnete und hinzufügte, daß von Mer Fabrikation niemals auch nur die Rede gewesen sei. Die Korrespondenten wurden von der »Direktion direkt ersucht, die französische Meldung in Men Blättern zu dementieren.
“■ Deutschland wird protestieren.
2u. Berlin, 31. Dez. Wie wir hören, wird di« Reichsregierung auf jeden Fall nach dem Eintreffen der Mitteilungen der iuteralliier- ten Besatzungsmächte gegen die Entscheidung der Botschafterkonferenz in nachdrücklichster Weise Protest e i n l e g e n. Ein solcher Protest muß schon deshalb erfolgen, weil die Reichsregierung unter keine» Umständen zugeben kann, daß De stichland feinen Abrüftungsverpflichtun.gen nicht nach«- kommen fei, und weil die Notwendig- ke-t besteht, ein neues Diktat gegenüber Deutschland zu verhindern.
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