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seien große yei milche Wa„ aufgesunden worden. Die Wahrheit ist, daß die Kommission keinen Fund von irgendwelcher Bedeutung ge-
graphenstangenf dazu, Verfehlungen Deutschlands festzustellen. Der Dawesplan hat solche Gründe fortgeräumt, fetzt ist e» die Abrüstung, die den Grund zu liefern hat. Das geht sehr gut, da man ia auch zugleich Richter ist. Die Kontrollkommission braucht nur den Befehl zu bekommen, einen unbefriedigenden Bericht abzugeben; ob sie ihn schon erhalten hat, wisien rot» nicht. Aber den Befehl hat sie erhalten, den Bericht so rpät abzugeben, daß auch, wenn er günstig ausfallen sollte, die Räumung am 10. Januar nicht mehr möglich ist. Das Jnteresie Frankreichs an der Verlängerung der Besetzung ist das primäre, das Jnteresie Englands nur sekundär. Die französischen Truppen stehen noch im Ruhrgebiet Wird Köln geräumt, so kommt die Verbindungslinie zu ihnen in deutsche Hand. Dies würde sie roefter nicht gefährden, denn es ist nicht anzunehmen, daß Deutschland diese isolierten Divisionen angreifen würde, um am nächsten Tag über allen großen Städten französische Bombengeschwader zu haben, aber die französischen Militärs wähnen sich noch immer in einer Art Kriegszustand mit Deutschland. Als sich in London Herriot nach starkem Drängen von britischer Seite dazu verstand, die Ruhr binnen Jahresfrist zu räumen, hofften, viele, er werde den Befehl zur Räumung für den' 10. Januar geben. Wir glauben, daß Herriot dies 'elber gewünscht hat, unterdesien ist die Stellung seiner Regierung noch schwächer geworden, täglich wird ihm vorgeworfen, daß er in die Ruhrräumung überhaupt eingeroilligt habe. Da darf er es nicht wagen, die Räumung jetzt anzuordnen und deshalb müssen die Briten noch in Köln bleiben. Die deutschen Zeitungen hoffen, daß beide Räumungen im Mai vor sich gehen werden. So etwas ton man heute noch gar nicht sagen; es hängt doch völlig davon ab, wie dann die innerpolitische Lage in Frankreich sein wird. Thamberlain will Herriot den Gefallen tun; nicht umsonst natürlich, trotzdem e» auf Deutschlands Kosten geht. Was ist Kompensation? Sie kann an so vielen Orten liegen, daß es müßig ist, sie zu suchen.
Ausländische Blätter; lmmcn.
Wien, 28. Dez. Zu dem Beschluß der Botschaf- terkonferenz schreibt die „ReichSpost": Der Beschluß der Botschafterkonferenz, die Besetzung der Kölner Zone aufrecht zu erhalten, wird nicht nur im nationalistischen, sondern auch im verständigunas- bereiten Deutschland als ein Schlag ins Gesicht «npfunden werden. ' Mit Recht ttblttft man betritt eine flagrante Verletzung des Versailler Vertrags, denn die angeblichen militärischen Verfehlungen können auch außerhalb .Deutschlands nur als eine Ausflucht angesehen werden. So ist an dem AuSgang des Jahres 1924 statt der erhofften weiteren Förderung de» Verständigungsgedankens das kaum Erreichte neuerlich In Frage gestellt. - ,
Die „Deutsch-Oesterreichische Tageszeitung" sagt: der gestrige Beschluß der Botschafterkonferenz beweist, daß erstens Frankreich niemals gutwillig die besetzten Gebiete zurückgeben wird, zweiten», daß der Versailler Vertrag nicht mehr als gültiges Dokument, sondern als ein Fetzen Papier zu bewerten ist. An diese Tatsachen wird man sich in Deutschland zu halten haben. Nur ein einige» nationales Deutschland wird dem unwürdigen unerträglichen Zustande, ein willenloser Spielball fremder Interessen zu sein, ein Ende zu machen vermögen.
In der „V o l k s z e i t u n g" heißt es, Deutschland soll nicht zur Ruhe kommen. Die Klage der Siegerstaaten aber, daß in dem besiegten Reiche der Geist der Revanche, der Reaktion und des Militarismus noch immer nicht ausgestorben sei, fällt auf den Ankläger selbst zurück. Die In London im Herbst angebahnte Herbeiführung friedlicher Verhältnisse koNtzte nicht empfindlicher gestört werden, als durch die demütigende, vergewaltigende Art, mit der ein Recht, welche» Deutschland au» dem Versailler Vertrag besitzt, mit der Macht de» Stärkeren wieder gebeugt wird.
Der „Tag" schreibt über die angeblichen Verfehlungen Deutschlands durch vergrabene Gewehre, versteckte Drehbänke usw.: Daß man mit solchen Lappalien keinen Krieg führen kann, kann, liegt auf der Hand und wird auch garnicht bestritten. Aber was tut», man mußte eben einen Jßntnb finden.
Zurückhaltung zu beurteilen. Wenn die französische Regierung die frühere Räumung des Ruhrgebiets als ein Zugeständnis an Deutschland auffaßt, das ihr nicht zweckmäßig erscheint, so kann man sie deutscherseits daran nicht hindern. Ein solcher Entschluß der französischen 3Vgierung müsse aber von Deutschland als eine völlig* Preisgabe der bisherigen Politik der Entspannung aufgefaßt werden.
In Erwartung der Entente-Rote.
Qu. Berlin, 29. Dez. Wie wir erfahren, steht die Ueberreichung einer Kollektivnote der alliierten Regierungen, in der der deutschen Regierung der Beschluß der Botschafterkonferenz über die Räumungsfrage mitgeteilt werden soll, unmittelbar bevor. Die alliierte Note, mit der sich das Reichskabinett am Dienstag in einer Sitzung beschäftigen wird, wird sehr schnell von Deutschland beantwortet werden. Es ist mit ziemlicher Bestimmtheit zu erwarten, daß das Reichskabinett in diesen Angelegenheiten zu einem vollkommen einmütigen Beschluß gelangen wird.
Paris, 27. Dez. Die Botschafterkonferenz ist heute vormittag unter dem Vorsitz von Jule« C a m b o n zusammengetreten. Sie konnte das einstimmige Einverständnis der französischen, englischen, belgischen, italienischen und japanischen Regierung in der Frage der Kölner Zone feststellen. Sie hat sich »lsdann über da» Verfahren geeinigt, da» hinsichtlich der Notifizierung an die deutsche Regierung eingeschlagen werden soll. Die Botschafterkonferenz hat den Inhalt der Note besprochen, die die aMierten Regierungen noch vor dem 10. Januar an die deutsche Regierung richten werden. Die Botschafterkonferenz wird am nächsten Mittwoch wieder zusammentreten, um endgültig die : Note fertigzustellen, für die das Sekretariat der ' Botschafterkonferenz den Text vorbereiten soll.
Pari», 28. Dez. Die Morgenpresse bcschäf- I tigt sich mit dem geftem von der Bo tschafter- : konferenz gefaßten Beschluß und sucht denselben : so darzustellen, als ob gestern bereits da» sachliche : Urteil über das Ergebnis der Milttärkon- : trolle gefällt worden sei. Dieses taktische Vor- ' gehen wird einigermaßen dementiert durch eine : der Havasagentur aus London zugegangene Schil- ' derung der augenblicklichen Lage. In dieser zwei- : felloS beeinflußten Depesche heißt es:
Die Entscheidung, welche die Botschafterkonfe- ’ renz getroffen habe, beweise nur, daß die erste Phase beendet sei. Die N g t e,. wxlche die Bot- ' schafterkonferenz ausarbeite, stelle die Antwort dar • auf den Protest der deutschen Regierung gegen die : Aufrechterhaltung der Besetzung der Kölner Zone. > Obwohl diese Note begründet werde, sei sie doch nur : ein provisorische» Instrument, das in keiner Weise ; der Beurteilung der Frage in ihrer Gesamtheit : vorgreise. Der Note werde also eine zweite Mitteilung an die Reichsregierung folgen, wo- ■ rüber erst entschieden werd«, nachdem man in dem Besitz de» endgültigen Berichtes der Kvntrollkom- ' Mission sei. In diesem Bericht sei die Frage zu beantworten, ob Deutschland dis militärischen Verpflichtungen des Versailler Vertrages erfüllt habe. Der endgültige Bericht, der von der Kontrollkommission erwartet werde, werde diese Frage beant- Worten. Es sei nicht umvahrscheinlich, daß hierüber \ vermutlich zwischen dem 5. und 10. Januar die Notifizierung erfolge. Die Havasdepesch« fügt hinzu, e$ unterliege keinem Zweifel, daß in London ' und Paris die diplomatischen und militärischen Autoritäten schon entschieden hätten und daß man weder die Militärkontrolle noch die Besetzung der Kölner Zone aufheben wolle, solange nicht Deutschland die fünf Punkte erfüllt habe, welche die Botschafterkonferenz in dem Brief vom September 1922 angeführt habe.
Nach dem „Petit Parisien" ist es wahrscheinlich, daß die an Deutschland abzusendende Note die Nichträumung der Kölner Zone am 10. Januar begründen werde, sowohl mit der Tatsache, daß der Gene- r a l b e r i ch t der Kontrollkommission noch nicht eingegangen sei, wie mit den jüngst, festgestellten Waffenfunden. Die Rote werde jedoch der Reichsregierung nicht jede Hoffnung auf eine neue Prüfung der Frage nehmen für den Fall, daß die noch stattfindenden Kontrollhandlungen befriedigendere Ergebnisse zeitigen würden.
Brüssel, 27. Dez. Der Außenminister Hymans hat an die englische und französische Regierung eine Denkschrift gerichtet, worin er die Stellung der belgischen Regierung zur Frage der Räumung der Kölner Zone auseinandersetzt. Wie die „Agence Belge" hierzu erfährt, ist die belgische Regierung der Meinung, daß die Räumung am 10. Januar nicht wird stattfinden können, da der Bericht der Interalliierten Kontrollkommission, dessen Entscheidung der Alliierten dienen müsse, vor diesem Ergebnisse al» Grundlage für die Prüfung und Zeitpunkt nicht fertiggestellt sein wird. Andererseits seien nach den der belgischen Regierung zugegangenen Nachrichten die auf die Entwaffnung bezüglichen Bestimmungen des Versailler Vertrage» bisher noch nicht völlig durchgeführt. Die Entwaffnungsbestimmungen bildeten aber für Belgien die Bürgschaft seiner Sicherheit. Die belgische Regierung müsse daher dieser Frage besondere Aufmerksamkeit zuwenden.
Eine schweizerisch« Stimm«.
Bern, 25. Jan. Das „Berner Tageblatt" schreibt zur Frage der Räumung der Kölner Zone: Es entspricht den französischen und den britischen Interessen, daß die Kölner Zone vorläufig nicht geräumt wird; aus diesem Grunde wird sie nicht geräumt. Nun ist man in-Paris und London zu feinfühlig, dies brutal hexauszusagen. Im Januar 1922 dienten mangelhafte EachlieferMgen
Fortsetzung der Lügenhetze.
Paris, 29. Dez. „Journal" will wissen, daß der am Sonnabend abend in der Konferenz am Quai d'Orsay ausgearbeitete Entwurf der an Deutschland zu richtenden Note auf Artikel 429 des Versailler Vertrags Bezug nimmt, und erklärt, die Räumung der Kölner Zone setze voraus, daß Deutschland alle Vertragsverpflichtungen erfüllt habe, daß man aber schon jetzt feststellen könnte, daß sie bis zum 10. Januar nicht erfüllt sein könnten. Die Botschafterkonferenz habe bis jetzt noch nicht den endgültigen Bericht der Kontrollkommission, doch hätten die erhaltenem provisorischen Berichte schon die einstimmige Feststellung ergeben, daß zahlreiche und sehr ernste Verletzungen gegen die Vertragsvorschriften begangen worden seien und noch fortgesetzt begangen würden.
„Journal des D6bats schreibt: London würde es vorziehen, daß man die flagrante Verfehlung Deutschlands nicht betone, sondern vor allem die Behinderung in den Vordergrund stelle, die die interalliierte Kontrollkommission bei Durchführung ihrer Aufgabe gefunden habe. Das Blatt hofft, daß bis Mittwoch di« britische Regierung jiber die ernsten Ungelegenheiten einer derartigen Begründung nachdenke.
„Temps" dagegen will wissen, daß keine Meinungsverschiedenheiten mehr zwischen London und Paris bestehen; er schreibt u. a.: Schon jetzt ist man übet die Tatsache unterichtet, daß Deutschland die festgelegten Bedingungen noch nicht erfüllt hat und daß infolgedessen die Kölner Zone nicht zum vorgeschriebenen Datum geräumt werden kann. Nach dem Blatt scheint hinsichtlich des Verfahrens, über das man sich verständigt habe, nichts zu befürchten zu fein. Wenn der Hintergedanke, eventuell mit der deutschen Regierung über ein Kompromiß zu verhandeln, in einigen Kreisen bestanden habe, so scheine jetzt alles zu bestätigen, daß er keine Aussicht mehr habe, durchzudringen. Auf alle Fälle fei nicht mehr die Rede davon, ein Kompromiß abzu- schließen, durch das das Problem der verzögerte« Räumung der Kölner Zone mit derjenigen der beschleunigten Räumung des Ruhrgebiets verbunden werden würde. Es handele sich also um zwei grundverschiedene »Lunge, die man nicht miteinander verbinden könne.
Dl« „OSotzesssiche Zeitung" «scheint fedjsmal wöckentlick. — B«juftr»rei, »«»«tlich 2 Mark au.scklietzlich Z»ft«ll»«r»<i»» Mkt. Sei* bt« Poft LL» Mk. — Für ausfallende Nummern infolge Streiks ober elementarer Ereignisse kein Lrsan — gering MsixC-St tieiatb. — berUniv.-Buckdruckerei von 3»b. Au,. Koch, Markt 21/23.— ^ernlnrecher: Verlag nnb Selchastr- stell«: Nr. 55, Schriftleitung: Nr. 666. Postscheckkonto: Nr. üuii Amt Frankfurt a. Main.
die Spuren dieses Gebrauches zeig» t e n. Die nächste große Nachricht war der angebliche Fund von Ausrüftungsmaterial für 3 Divisionen. Den Kern dieser Sagtz bildete der Fund von 20 alten Sätteln, 43 verrosteten Karabinern und Ge« n ehren, 15 alten Maschinengewehr» gc ft eilen ohne Gewehre und eintgetq Zubehör bei einem Dresdner Reiterregiment. Merkwürdigerweise wurde ein Furch, von 277 Seitengewehren und 31 Läufen in Dessau wenig ausgeschlachtet, bagegen reizte es die Dhan- tosie der französischen Berichterstatter, daß in einem alten, man denke eugebauten, Gang bet Schießstände in Ruhleben ein Fund, gemacht wurde, d» handelte sich allerdings nut ym perrostett
Stockholm, 28. Dez. Die Stockholmer Zeitungen verurteilen scharf die Absicht der Nichträumung der Kölner Zoneam 10. Jan.' Unter der Ueberschrist „Eine sonderoare Versönhnungspolitik" schreibt die „A l l e h a n - da": Deutschland ist ohne den geringsten Zweifel so entwaffnet, wie in der Weltgeschichte keine Großmacht vor ihm. Dieser Tatsache gegenüber haben die Argumente der französischen Blätter über uiig«.Lau}e geyeime deutsche Rüstungsmaßnahmen nur die Bedeutung leeren Gewäsches. Die Vertragsbrüchige Art, in Der die Frage der obligatorischen Räumung der Kölner Zone jetzt von den Weltmächten behandelt wird, vervollständigt das in her Note an den Völkerbund entworfene Bild der Gefahren, denen Deutschland sich aussetzt, wenn es dem Bund ohne Garantien gegen eventuelle Folgen des Benesch-Protokolls beitritt. — f t o n dl a d e t" nennt die geplante Note der Botschafterkonferenz ein Attentat auf den Frieden Europas und schreibt, angesichts der in der Note Stresemanns mttgeteilten Ziffern könne ein ehrlicher Mensch an tue Aufrichtigkeit der französischen Beschuldigungen kaum glauben; viel eher werde man jetzt an den Satz erinnert, daß
Kwech tzje Wttes fettige. "
Qu. Berlin. 29. Dez. In der französischen Preff« wird angerünbigt, daß eine frühere Räumung des Ruhrgebiets infolge de» gegenwärtigen Konflitts mit Deutschland nicht in Frage komme, «v.s daß die Räumung erst im August 1925 vorge- stontmen würde. Dies« französischen Mitteilungen »aben in Berlin sehr unliebsame» Aufsehen hervor« » Läufen. Man ist jedoch in den Kreisen de» Aus- 481 ®aTtl8en Amt« geneigt, hjes« Frag« jnit größter
Der Reichswehr» -nister weist di« feindliche Lügenhetz« zurück.
Der Reichswehrminister Dr. Geßler erklärte SU der Gntroaffnungsfrage u. a. folgendes:
„Die Frage der Räumung von Rhein und Ruht ist eine Frage der hohen Politik, Frankreich sieht tu dieser Besetzung die Grundlage seiner ganzen Rheinlandpolitik. Die Frage der Abrüstung fol? jetzt für diese Politik nur den Vorwand hergeben. Poinearö hat seinerzeit die — durch das Gutachten Hurst-Fromageot schon in London ad absur* dum geführte — These aufgestellt, daß die im Vertrag von Versailles für die Räumung vorgesehenen Fristen überhaupt noch nicht zu laufen begonnen hätten. Die franzö- s Politik hat angeftcyts des Widerstande» bet ganzen Welt gegen eine solche Argumentierung einen anderen Weg eingeschlagen. Man sucht jetzt Stimmung zu machen, daß Deutschland nicht ab» gerüstet hat. Dazu roeroen Tag für Tag Schauermärchen üherdiedeurfcheRÜ- stung in die Welt gesetzt. Dabei hofft man, die alte Zwietracht in Deutschland selb st zu säen und neue Helfershelfer zu gewinnen. Denn man weiß, wie leicht es ist, Deutschs,, gegen Deutsche zu Hetzen und aus einet Frage der auswärtigen Politik einj innere deutsche Frage zu machen.
Die erste, ganz allgemeine Behauptung war di«, von der Obstruktion Deutschlands ge- gen die Generalinspektion. Da nun fast 1800 Kontrollbesuche — meistens ohne Reibung —‘ durchgeführt sind, da die Interalliierte Militär- Kontrollkommission zugeben muß, daß sie in jede Kaserne, in jedes Gebäude, in jede Fabrik und i i jeden Raum Zutritt gefunden hat, läßt sich diese Erfindung wirklich nicht aufrechterhalten.
M Ringen um Ne Kölner $ont
Ma« könnte auch die Ueberschrist setzen: „Unrecht Gut gedeihet nichti", ober: „Ehrlich währt ym längsten!" Denn es stellt sich immer deutsicher heraus, daß die Verlegenheit, die sich ja un- »weifelhost aus einer Räumung der Kölner Zone vor bet Ruhrräumung ergeben würde, nicht so sticht durch ein unehrliches Manöver zu beseitigen Ist, wie man sich das zuerst in Paris und London gedacht hatte. Die Engländer können doch nicht pon ihrem Standpunkt herunter, daß die Ruhrbe- fetzung »ertragswidrig und ein Unrecht war; fo suchen ste, wenn sie auch den französischen Freunden in deren Verlegenheit helfen wollen, doch nach einer Kompromißformel, um das neue gegen Deutschland beabsichtigte Unrecht zu verschleiern, gie woAen nur aus formalen Gründen — weil der Bericht der I. M. K. K. noch nickt geprüft sei — hie Räumung von Köln auf kurze Zeit hinaus« ßleben und möchten wohl, daß die Franzosen sich nn «uch mit der Ruhrräumung möglichst be- ti.en. Herrici dagegen, dem es wieder einmal ringst und bange roirb" wegen der heftigen nationale uschen Opposition, hat sich auf seinem Kränkendeste ganz poincariftifd) gewandelt und will grundsätzlich die Verpflichtung zur Räumung der ersten Zone em 10. Januar nickt anerkennen unter dem Vorwande, daß Deutschland zur Revanche rüste. Auch »en einer früheren Räumung des Ruhrae- dietes »or dem 15. August ist nicht mehr die Rede. Wegen dieser verschiedenen Auffassungen der Londoner und der Pariser Regierungskreise ist die tzotschafterkonferenz von Mittwoch auf Sonnabend verschoben worden. Inzwischen hat aber dieser unehrliche Handel auch die Machthaber in Amerika aus ihrem Weihnachtsschlummer aufgeweckt: Präsident Coolidge hat der Presse mittei- scn lassen, daß nach Anl'ckt der Regierung der Vereinigten Staaten die erfolgreiche Ausführung des Dawes-Abkommens bedroht werde durch ein Verbleiben der Besatzungstruppen in der Kölner Zone und daß die Auffindung kleiner Waffen- siiger von keiner wesentlichen Bedeutung für die Kriegsfähigkeit Deutschlands [ein könne. Ferner wird noch gemeldet, daß Coolidge von den En- trnteregierungen Verhandlungen mit Deutschland Über die Räumungsfrage erwarte. Ob diese recht deutliche Stellungnahme der amerikanischen Regierung, die sowohl der politischen Sachlage als Bud) bem bekanntlich sehr regen amerikanischen Kechtsgesiihl entspricht, die Haltung von Paris und Lonoon beeinflussen wird, bleibt abzuwarten. Deo deutsche Standpunkt ist klar: wenn man nicht versöhnliche Verhandlungen mit uns führen will, Hann fordern wir unser Recht nach dem Versailler Vertrag. In einer Pariser Meldung ist davon die Rede, daß Herriot geäußert habe, er könne einem Deutschland gegenüber, bas zur Revanche rüste, keine Nachsicht üben. Die Redensart voll den Rüstungen ist barer Unsinn; im übrigen aber vollen wir von Herrn Herriot gar keine „Nachsicht" haben, sondern wir wollen unser Recht!
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Die erste große Sensation war die Nachricht von einem großen Geschützsund auf dem Truppenübungsplatz Königsbrück, Es stellte sich heraus, daß die angeblich ver« ffeirn lichten Geschütze 14 alle 3 teige« schütze waren, bie fett langen Jahren
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Di« Einigkeit im Vertragsbruch.
Man hatte ja nichts anderes mehr erwartet. Aber wenn man nun lieft, daß auf der Pariser Vot- schasterkonferenz die Regierungen Frankreichs, Belgiens, Großbritannien, Italiens und Japans in voller Uebereinstimmung befchlosien haben, den vertrag von Versailles zu brechen und die Kölner Zone am 10. Januar nicht zu räumen, bann steigt doch eine ungeheure Bitterkeit und ein Gefühl ohnmächtiger Wut in jedem Deutschen auf. Selbst der „Vorwärts", der sonst in diesen Fragen eine unge- üiein schwächliche Haltung einnimmt, sieht sich nun genötigt, festzustellen, daß es ein schwerer Fehler sei, Deutschland eine Strafe zu diktieren, ehe man den Deutschen gesagt habe, wofür sie eigentlich bestraft werden sollen. Und im „Berliner Tageblatt" stellt sich die genasführte deutsche Demokratie hin und beklagt in wehmütigem Ton die nicht mehr zu bestreitende Tatsache, daß ihr vielgefeierter Friedensheld Herriot ganz in die Hände der französischen Militärs geraten und ein zweiter Poincar6 geworden r sei Ja, man kann den Herren ihren Schmerz nach- ; kühlen: Wäre der „Rechtsblock" schon zustande gekommen,'dann hätte man so schon ihm die Verantwortung für diesen Zusammenbruch des internatio- Xalen Rechts zuschieben können;aber das Zentrum L Hat doch unter demokratischem Einfluß so tapfer Ißiberftanb geleistet — unb trohbem biese schallende Ohrfeige für Deutschland! Noch immer wisien wir Nicht, welche Verfehlungen uns nun eigentlich vor- Sworfen werden, unter welchen Vorwänden die lliierien das Recht beugen. Der Reichswehrmini- fter Dr. Geßler hat noch einmal in einer Unter» Hebung bie „SBaffenfunbe" zusammengestellt, bie ben »rutschen Amtsstellen bekannt sind. Immer unfaß- ; Wer, immer lächerlicher wird danach die Behaup- hing, daß Deutschland rüstet. Aber das alles nützt »ns ja nicht einen Deut. Selbst die Stellungnahme «r amerikanischen Regierung wird von den europäischen „Siegerstaaten" achtlos beiseite geschoben; xie barbarischste Brutalität siegt über den Rechtsge- banken.
Ruhrräumung erst im August 1925?
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