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Anzeiger für (das Mer kurWMe) SberhHen - Amtliches Berkündigungsblatt des Kreises MarSnrg

Die Ankunft der deutschen Ro? in Senf.

Genf, 24. Dez. Die Note der Reichsregierung

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, _ Ä ... dssris, 24. Dez. Der Kammerausschuß für IQP t^^artige Angelegenheiten ist heute nachmittag lUV KVuer Sitzung zusammengetreten, um eine Mit- »fci»Ur-9 bes Ministerpräsidenten Herriot über Generalinspektion in Deutschland, die die

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Wer alle Fragen gehört werden soll, die die bei­de« Provinzen betreffen.

''ranzöVchem Tert der Preffe übergeben. Gleichzei­tig bestätigte der Generalsekretär des Völkerbundes dem deutschen Generalkonsul in Genf, der die Note mit der Denkschrift vom 29. September überreicht batte, den Empfang. Eine bfrefte Antwort an den Reichsminister des Neustem ist noch nicht erfolgt, ^ie Rote bat im Völkerbundssekretariat einen starken Eindruck hinterlassen. Cie wird in den neutralen Kreisen des Sekretariats als sehr geschickt und als eines der wichtigsten Do­kumente bezeichnet, die bisher der Völkerbund erkalten babe, wobei man die rückstchtslose Lsifen- beit anerkennt, mit der die grundlegenden Pro­bleme angefaßt werden, und besonders hervorge- boben, dal? es sich hier um die erste direkte Kundqe- biing der Reichsreaieruna an den Völkerbund in der Veitrittsfrage bandelt. Bei den maßaebenden hohen Beamten des Sekretariats hat jedoch v.or allem der Passus, in dem der Generalsekretär ersucht wird, die zuständigen Instanzen des Völkerbundes tu be­lassen, sichtbare Verleaenbeit bewirkt. So ist man äch in der Tat bis jetzt über die weitere Behand­lung, die die Note zu erfahren bat. noch nicht klar und bat sich zunächst mit ihrer Nekermitteluna an die Mitaliederstaaten des Völkerbundes begnügt, ll^s'er die spätere Stellunanahme des Völkerbundes bestehen nur Vermutungen.

Ostpreußen« Zugang zur Weichsel.

Berlin, 24. Dez. Auf Grund des Artikel« 97 des Vertrages boa Versailles hat die B a sch af« terkonferenz in Paris anstelle der vorläufige« Bestimmungen über den Zugang derBevölke« rung Ostpreußens zur Weichsel nunmehr endgültige Bestimmungen erlassen, die am 1. Feb. 1925 in Kraft treten sollen. Die endgültige Rege­lung, die das Ergebnis langjähriger mühevoller Verhandlungen ist, weist in verschiedenen Punkte« eine Verbesserung gegenüber der vorläufigen Rege­lung auf, läßt aber immerhin eine Reihe von deut­schen Wünschen zur Sicherstellung deS Rechtes der Bevölkerung auf den Zugang zur Weichsel, die bo« deutscher Seite nachdrücklichst geltend gemacht wür­gen, unberücksichtigt. Die deutsche Regierung hat in einer Note an die Botschafterkonferenz auf dir für Deutschland in wesentlichen Punkten unbefrie­digende Regelung hingewiesen und hat sich für de« Fall, daß durch die praktische Durchführung der neuen Bestimmungen die Rechte der Bevölkerung noch mehr verkümmert werden sollten, Anträge auf Aenderung der neuen Regelung Vorbehalten.

Pari», 24. Dez. Gestern ist die Kommis­sion für Elsaß-Lothringen wiederum zu einer Sitzung zusammengelrcten. Im Namen der zwölf elsaß-lothringischen Abgeordneten, die jüngst ihren Austritt erklärt hatten, bemerkte Abgeord­neter Schaumann, daß das Vorgehen der elsaß- lothringischen Abgeordneten von ihrer Fraktion ge­billigt worden sei. Da sie wiedergewählt wor­den seien, sollten die Abgeordneten die Mitarbeit in der Kommission nicht ablehnen, umsomehr, als von dem Vorsitzenden das Versprechen gegeben worden sei, die in Frage kommenden Re formen für das Verwaltungsshstem in Elsaß-Loth­ringen nochmals einer Revision zu unterziehen. Der Ausschuß hat alsdann mit einigen Abänderungen die Aufhebung des Generalkommissariats angenommen und außerdem bestimmt, daß ein konsultativer Ausschuß in Paris eingesetzt werde, der

Ei« gemeingefährlicher Hetzer.

Währen d des Krieges erschienen in den latein­amerikanischen Staaten eine Reihe vonRomanen" und Hetzpamphleten, die auf einem nicht mehr zu unterbietendem Bildungs- und Sittlichkeitniveau die deutschenGreuel" darstellten. Der Verfasser dieser sicherlich gut bezahlten Sch?" schritten war ein Spanier mit Namen BlaSeo Ibanez, der z. Zt. damit beschäftigt ist, von Paris aus die Umsturz- Propaganda gegen Spanien und seine Regierungs­form zu leiten. Nach dem Kriege hat der saubere Herr versucht, sein Hetzgeschäft gegen Deutschland fortzusetzen. Seine Hetzkilme sind dann aUerdings von den südamerikanischen Regierungen auf An­suchen der dort ansässigen Ausländsdeutschen schnell verboten worden. Nun hot er ein neues, ebenfalls in die gleiche Branche schlagendes Geschäft aufge­macht. Daß Beziehungen zu einigen der alten Geld­geber bestehen, ist wohl anzunehmen. Woher sollte er sonst die Mittel nehmen, um auf allen erdenk­lichen Schleichwegen Millionen von Flugblättern und Propagandoschriften nach Spanien zu schicken und zwei FlugzeugeFreiheit" undRepublik Spanien" zu unterhalten. Es ist bezeichnend für diesen Mann und seine Geldgeber, daß er auch bei der spanischen Propaganda seinen Deutschenhaß beteiligt. In seiner 40 Seiten starken SchriftEine in Fesseln geschla­gene Nation" wird der König beschuldigt, den Deut­schen unzählige Rechte zum Schaden des Landes ausgeliefert zu haben. Der spanische König soll persönlich am Hause Krupp interessiert sein und die Unternehmungen dieser Firma in Valencia, Barce­lona und Tarragona gefördert haben. Besonderen Zorn hat der Plan einer Zeppelinlinie zwischen Sevilla und Südamerika erregt. Ibanez fordert einen Volksentscheid über die Frage der Staatsver- nssung und zwar nach vorheriger Entfernung des Königs; es soll eine provisorische Regierung von makeUosen" Persönlichkeiten gebildet werden. Das Wort Makellosigkeit im Munde dieses Gesellen nimmt sich besonders eigenartig aus. Vor 15 Jahren hat sich Ibanez an einem großen spanischen An iedlungsunternehmen bereichert und die von ihm nach Argentinien gelockten Landsleute im größten Elend zurückgelassen. Hoffentlich entsinnt sich das spanische Volk zur rechten Zeit dieser Tatsachen.

Tic Kundgebung lautet: s

Sehr verehrter Herr Reichspräsident! Dc.H Reichskaüinetr hat in seiner gestrigen Sitzung ein­stimmig beschlossen. Ihnen, Herr Reichspräsident, die Empfindungen zum Ausdruck zu bringen, di« uns angesichts des Schweren bewegen, das sie In diesen Tagen zu tragen haben. Wer an der Spitz« des Deutschen Reiches steht, hat des Vaterlandes Wohl zu fordern und zu wahren. Wir haben z. T. itttjayrelanger Zusammenarbeit mit Ihnen Ihr Witt ken kennen, Ihre Persönlichkeit politisch und mensch­lich schätzen gelernt. Aus Grund dieser Kenntnis wünschen wir Ihnen zu sagen, daß wir einmütig und ohne Unterschied der Parteistellung die lieber- zeugung haben, daß Ihre Tätigkeit stets dem Wohle des deutschen Vaterlandes gegolten hat. Lassen L-ie uns Ihnen in diesem Sinne unsere besten Wünsche für Ihre weitere Tätigkeit in Ihrem hohen und verantwortungsvollen Amte aussprcchen.

Der von Berlin abwesende Reichskanzler MarH hat, wie Dr. Jarres hinzufügte, ihn beauftragt, dem Reichspräsidenten zum Ausdruck zu bringen, daß er die Empfindungen und Wünsche des Kabi­netts aufrichtig teilt.

Berlin, 24. Dez. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, überbrachte Ministerpräsident Braun als Sprecher des preußischen Kabi­netts heute nachmittag dem Reichspräsiden­ten eine Kundgebung der preußischen Regierung, bl der sich diese der Erklärung der Reich»«««

waren. Die Kommission hat ihren Berichterstatter beauftragt, diese beiden Fragen dem Ministernräsi- denten Herriot zur Beantwortung zu übermitteln.

Paris, 25. Dez. Der Senat hat gestern die Beratung über das Amnestie-Gesetz beendet, jedoch an der von der Kammer angenommenen Fassung drei Aenderungen vorgenommen, sodaß das Gesetz noch­mals an die Kammer zurückgehen muß. Die Ab­änderungen beziehen sich auf die Amnestierung der­jenigen, die anarchischer Umtriebe beschuldigt wer­den, der wegen Streikvergehen entlassenen Eisen­bahner und auf die Frage, ob den Deserteuren das Stimmrecht für eine gewisse Zeit entzogen werden soll.

Paris, 25. Dez. Der Minister des Innern hat bei derSurete Generale" einen Sonderdienst geschaffen, der sich mit der Ueberwachung der fran­zösischen und der ausländischen Agitatoren zu die­sem Zweck befassen soll, einen wirksamen Kampf gegen den Kommunismus durchzuführen.

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Rom, 24. Dez.Agenzia di Roma" weist an Hand einer Fülle von Einzelheitcn nach, mit welch schlagenden Gründen Deutschland gegenüber etwaigen Vorstellungen der Entente seine Entwaff­nung beweisen könnte.

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Ser Ausstand in Albanien

Belgrad, 24. Dez. Wie die Zeitungen aut Albanien melden, bestätigt es sich, daß die Ausstän­digen nach mehrtägigen mörderischen Kämpfen Sku« tari und Ales'ia genommen haben. SBte die ZeitungLetsch" erfährt, finden blutige Kämpf« in der Gegend von Elbasan statt. Eine Abteilung Aufständiger, die aus Valona hervorbrach und In den Engpaß von Kiafa eindrang, griff 15 Km. nördlich von Tirana die Regierungstruppen an, unter denen sich auch der frühere Präfekt bo« Skutari, Bayrowitsch, befand. Bahrowitsch wurd« getötet. Die Ausständigen erbeuteten vier Ge­schütze und 6 Maschinengewehre. Ahned Zogu, der an der Spitze zur Einschließung Tiranas steht, be­fand sich gestern 25 Km. von der Hauptstadt ent­fernt.

Bel grad, 26. Dez. Nach den letzten Na^ttch- ten wird amtlich bestätigt, daß die Truppen ".t.-mel Zogus Tirana nach erbittertem Widerstande dec An­hänger Fan NoliS besetzt habe.,, «u« Prinzre» wirb berichtet, daß die von Bayran Teur befeh­ligten Regierungstruppen gestern im Norden Fort- chritte gemacht und die Linie Kukaß-Liumcuola- Bttsane wieder besetzt haben. Immerhin glaub« man nicht, daß dieser Erfolg den entscheidende« Sieg Achmed Zogus in Frage stellen könnte, dessen Anhänger gegenwärtig ganz Mittelalbanien besetzt halten und die wichtigsten Verkehrswege beherrsche« Zogu sandte in alter Eile Verstärkungen, um bk Lage im Norden wtederherzustellcn.

Paris, 26. Dez. DieChicago Tribüne" mel­det aus Durazzo: Die Aufständigen in Albanien setz­ten nach der Einnahme von Tirana den zu lebens­länglichem Zuchthaus verurteilten Mörder eines Amerikaners in Freiheit. Der amerikanische Ge> iandte protestierte unverzüglich dagegen.

ff. Wien, 27. Dez. Nach einer von derNeuen Zreien Presse" veröffentlichten Mitteilung des hie­sigen albanischen Konsulats wird die Einnahme von Tirana durch die Aufständigen bestätigt. Valona sei zur provisorischen Hauptstadt Albaniens erklärt worden.

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London, 24. Dez. DieTimes" schreibt in Anem Leitartikel, es sei klar, was die deutschen vchntte in den alliierten Hauptstädten bedeute­ten, nämlich daß, wenn die Kölner Zone nicht am vionuar geräumt werde, den Deutschnationalen N'r der Woge der öffentlichen Entrüstung zur Macht verhalfen werden würde, die gegen den ^arvesplan seien. Die gleichzeitigen offiziellen Vorstellungen in London, Brüssel und Paris be­deuteten eine v e r h ü l l t e D r o h u n g. Sie deu­teten. an, daß es unter Umständen schließlich u n - Möglich, werde, die Verpflichtungen unter dem »aroesplan auszuführen. DieTimes" betont, daß «er ^awesplan vom Reichstag mit der erforder­nden Mehrheit bestätigt worden fei. Deutschland

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Berlin, 24. Dez. Die dcutsch-belgischeu W i r t s ch a f t s v e r h a n d l u n gcn sind bis 5. Jan. vertagt worden, da die belgische Delegation sich an­läßlich der bevorstehenden Feiertage nach Brüssel begeben hat. Vor der Abreise der belgischen Herren hatte der Leiter der deutschen Delegation, Mini­sterialdirektor Ritter, die Mitglieder der beiden Dele­gationen im Hotel Bristol zu einem Frühstück ver­sammelt.

eine Kundgebung für den Reich» AnWmten

Berlin, 24. Dez. In der gestrigen Sitzung des Reichskabinetts, an der unter dem Vor­sitz des Vizekanzlers Dr. Jarres sämtliche Mit glieder des ReichSkadinetts teilnahmen, wurde ein stimmig eine Kundgebung für den Reich- Präsidenten beschlossen. Um dieser Entschlies­sung besonderen Ausdruck zu verleihen, begaben sich heute vormittag sämtliche in Berlin anwesende, Reichsminister zu dem Reichspräsidenten, wobei Dr Jarres die Entschließung des Kabinetts übermittelt!

ken seine Verpflichtungen rückgängig zu machen vr^uche, werde es sich selbst als vertrauenswürdig osanomarlren. Die Wirkung in den alliierten "ndern wurde das Gegenteil dessen sein, was an- We-nend erwartet werde. Selbst Deutschlands vreunde würden an seiner Ehrlichkeit zweifeln « die, welche sagten, Deutschland werde nie ein nnöeres Argument begreifen, als das der Gewalt, wurden einen wesentlichen Beleg für ihre Auffas- funa haben.

Marx und Herriot.

Die Erklärung zur Kölner Räumunassrage, die Reichskanzler Marx durch dieKölnische Volks­zeitung" verbreiten ließ, ist nach jeder Richtung zu­treffend und beweiskräftig. Rur über eins wer­den die Diplomaten des Auslandes vielleicht lächeln: über das Erstaunen des Herrn Marx, daß die Londoner Vertrauens- und Dersöhnungsstim- mung so völlig verflogen fei. Auf die breitere Oeffentlichkeit in der Welt wirkt aber vielleicht doch die unzweifelhaft echte Enttäuschung des Kanzlers; mancher macht sich wohl jetzt klar, was es bedeutet, wenn in Deutschland sich die Lieber« zeugung festsetzt, daß eine neue Epoche derSank­tionspolitik" beginnen solle, und -atz alle Opfer, die wir der Verständigung ge­bracht haben, umsonst gewesen seien. Den Regierenden in den Ententeländern werden die juristischen Darlegungen des Herrn Marx noch mehr Kopfzerbrechen bereiten. Denn die sind in ihrer Klarheit unübertrefflich und unwiderlegbar; sie entziehen schon im Boraus den gewundenen Ausflüchten und Vorwänden, mit denen die Alli­ierten ihren Rechtsbruch verschleiern wollen, jeden Halt. Soll zur Aufrechterhaltung eines rechts­widrigen Zustandes eine weitere rechtswidrige Handlung begangen werden? Diese Frage des deutschen Reichskanzlers, die sich auf die Kombi­nation der Kölner Räumung mit der Ruhrräu­mung bezieht, ist knapp und schlagend. Die Gegen­seite wird schwer um eine klare Antwort herum- kommen. Was bisher über die Erklärungen Her- riots im Ministerrat und über das offizielle fran- zösifche Kommunique gemeldet wird, ist das Gegen­teil einer klaren Antwort. Was ist das für ein neuer Schwindel mit derEntdeckung neuer Waf- fenlager"? Kein Mensch in Deutschland weiß etwas davon. Vor allem aber warten wir immer noch auf die Erklärung, wer in der Welt einen deutschen Angriff fürchtet.

Aber man sollte endlich auf den K e rn p un k t d:r ganzen Frage kommen, Englandhatsich seiner außereuropäischen Schwierig­keiten wegen wieder einmal auf unsere Kosten mit Frankreich vertrö­sten. Und nun heisst es dafür die unscheinbare Formel finden. Alle Reden gehen doch nur um diesen Punkt herum, wie die Katze um den heißen Brei.

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Herriots Weihnachtsgeschenk.

- Paris, 24. Dez. Nach Beendigung des Mi- nisterrats ist der Preffe heute vormittag im Quai tz'Orsay folgende Mitteilung gemacht worden:

Ministerpräsident Herriot hat im Laufe der Sitzung seinen Kollegen von der Note Kenntnis ge­geben, die er am 22. Dezember über die Aufrechter­haltung der Besetzung der Kölner Zone von der englischen Regierung erhalten hat. Er hat seinen Kollegen den Inhalt eines Memorandums plitgeteilt, in dem die französische Regierung fest- pellt, daß die aus Deutschland erhaltenen Nachrich­ten schon jetzt genügen, um zu beweisen, daß es nach dem Friedensvertrag von Versailles unmöglich sei, die Räumung am 10. Januar vorzunehmen. Der Inhalt dieses Memorandums ist von den Ministern gebilligt worden. Uebrigens, so habe Herriot mit- geteilt, könnten die von der I. M. K. K. n eu en t- geckten, verheimlichten Wafffen- lager nur die Gründe für die von der französischen Regierung vertretene These verstärken. Die Ver­handlungen der Alliierten über diese Frage würden im größten Einvernehmen fortgesetzt.

fk. P a r i s, 27. Dez. Die Botschafterkonferenz tritt heute zu einer Sitzung zusammen, »um von dem Bericht des interalliierten Militärkomitees in Versailles Kenntnis zu nehmen auf Grund der von der Kontrollkommission gelieferten Teilbe­richte über die Generalinspektion in Deutschland. Es sei wahrscheinlich, daß die Botschafterkonferenz sich über einen Schritt der alliierten Länder in Berlin einigen werde, die im Namen ihrer Regie­rungen eine Note überreichen wird, über deren Inhalt man sich verständigen werde. Diese Note werde aber jedenfalls nicht vor den ersten Tagen des Monats Januar überreicht werden.

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Amerika fürchtet für das Gutachten.

Newyork, 26. Dez. In amtlichen Kreisen verurteilt man die Politik Frankreicks in bezug auf die Räumung der Kölner Zone. Man ist d-r Anfickt, daß Frankreich auch ohne Gegcnleistunacn Deutschlands in die Räumung der Kölner Zone hatte emwilligen können. Die Politik Frankreicks bringe eine Gefährdung des Dawes-Planes mit ich, und bedeute die größten Gefahren für die rirdliche Entwicklung der ganzen Welt. Durch die ranzösische Politik fei eine neue Beunruhigung der politischen Atmosphäre herbeigeführt. Auch lehne Amerika ab, in die Reparationskommission cin-mtreten, denn durch die französische Politik haben sich die Verhältnisse in Europa in letzter Zeit wieder verschlechtert.

Newyork, 26. Dez. Staatssekretär Hughes hat sein Befremden über die Weigerung der En­tentemächte ausgesprochen, die am 10. Januar allige Räumung Kölns vorzunehmen. In Wa- hingtoner Regierungskreisen befürchtet man, daß wrch die Fortdauer der Besetzung Kölns der Er- olg der im Dawes-Plan vorgesehenen Reparatio­nen in Frage gestellt werden könnte.

Als Antwort auf die kürzliche Aenßerung, daß sich das amtliche Amerika an der Dawes-Üösung nicht beteiligt habe, erinnert die amerikanische Presse an die von Hughes, Dawes, Äsung, Logan, dem Botschafter in London, Kellog, sowie Morgan und L a in o n t in europäischen Fragen entfaltete Tätigkeit.

Ein« englische Stimme zur Räumungsfrage.

fk. London, 27. Dez. Der diplomatische Be­richterstatter desDaily Telegraph" schreibt: Die Sitzung der Botschafterkonferenz sei auf heute verschoben worden, weil am Dienstag und Mitt­woch britische und französische Denkschriften über die Frage der Räumung der Kölner Zone ausge­tauscht wurden, die einige Meinungsverickieden- deiteii zwischen den beiderseitigen Auffassungen enthalten. Infolgedessen sei beschlossen worden, Beratungen zwischen London und Paris sowie mit 8tom und Brüssel abzuhalten, in der Hoffnung, eine gemeinsame Vereinbarung des Inhalts der Note zu erzielen, die von der Botschafterkonferenz an die deutsche Regierung abgesandt werden müßte. Im ganzen nahmen die britischen Sach­verständigen gewisse Verstöße der deutschen mili­tärischen Behörden in der Frage der Effektivbe- stände, der Ausbildung und der Industrieab- riistun.g nicht ganz so ernst auf, wie ihre französi­schen Kollegen, da sie der Ansicht seien, daß einige Derartige Verstöße unvermeidlich und verhältnis­mäßig harmlos seien, während im Hinblick auf die deutsche Sicherheitspolizei ein Kompromiß ohne Zeitverlust und ohne Schwierigkeiten erreichbar sein würde. An zweiter Stelle nehme man briti­scherseits dazu Stellung, eine nicht zu entfernte Zeitgrenze für die Räumung des Kölner Gebietes frstzusetzen, während die deutschen Behörden sich verpflichten würden, die wesentlichen Mängel der Ausführung der Militärklauseln des Friedensver­trages zu beseitigen. Weiter bestehe in London wenig Neigung dazu, dieses Datum mit einem für Pie Räumung des Ruhrgebietes festzusetzenden Zeitpunkt zu vereinigen, aber die Franzosen wünschten nicht, daß eine Zeitgrenze, beispielsweise tc 1. Mai, für die Räumung Kölns auch die «amnung des Ruhrgebietes auf das gleiche Da- nim, statt am 1. September, nach sich ziehen solle. Der Berichterstatter schließt, er erfahre, daß Brüs-

wehr oder weniger dem französischen Stand­punkt zuneige, und daß Rom wünsche, den letz­teren mit dem britischen zu vereinigen.

Interalliierte Militärkontrollkommission durchge- !vhrt hat, enk^snzunehmen.

Paris, 25. Dez. Wie bereits berichtet, hat an den Völkerbund wurde am Montag abend vom Ministerpräsident Herriot dem Kammerau»- Völkerbundssekretär in deutschem, englischem und schuß für auswärtige Angelegenh'- " ~ ' ----- - -

t e n Kenntnis von dem Ergebnis der Generalin- fpektion gegeben. Die Kommission bat hierüber aestern beraten. Im Verlauf der Besprechung hat demJournal" zufolae Loucheur erklärt, man müsse über das Verhalten Deutschlands seit der Einleit'ing der Befriedungspolitik des Kabinetts Herriot Klarheit haben. Außerdem müsse man wissen, ob Dentsckland die Bedinaungen erfüllt habe, die in der Note vom 29. September oestellt

DI«Otertzessisch« Zeitung" erscheint sechsmnl wöchentlich. Pezngsvreir »»natlich 2 Mark ,u,schlletzlich Zustelluniri»- Der U»,etae»vret« beträgt fit een 10 gelt. 3etlew*iHi*etet 0,01 G«l»«nrk. Amtlich« tii »n,»irrige An,eigen 0,10 »«!»«

IStjr. Durch die Post 2,25 Mk. Für au»salleude Nummern infolge streik» oder elementarer Ereianiise kein Ersan iöerlr; mark. Bei schwierige« Satz, samie b. Plan»«rschriften50'f, Aufschlng. 2a««et«n,eigen Aufs hin;. Aekiame» 0,3» Sei»«.

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stelle: Nr. 55, Echriftlettung: Nr. 656. Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main. ebenso Auskunft durch die Seichiftsstelle und Zuiendnng »et Angebote, rrttillnngeett Murburg. 1 L.-Mk. z= Velar

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