t)tetW1*e Seit**«, «arburg *. L. tinrtttt, Ve* 29. Dezember 1924.
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anlatzte ihn, als Handelsminister im Kabinett Waldeck-Roufieau den Bürgern zu beweisen baß er ein „Homme de gouvernement" sei, das; et die Bürger auch gegen die Arbeiter schützen könne. Seine erzwungene Abdankung vom höchsten Pesten der Neupblik hat ihn aufs tiefste gekränkt. Der ehemalige Sozialist und Bürqerichreck 'ft an b*e Spitze der „Nationalen RepublikanNch:» Liga" getreten und bekämpft Herriot und alles Linke mit heißem Hast. Er wird der Führer de: Opposition gegen Eaillaur fein. Seine Reden übertreffen an Giftigkeit und Heftigkeit bei weitem die Reden Poin- carös. Der ehemalige Bewunderer der d-utschen Sozialvolitik (er hatte fte auf mehreren Reisen in Deutschland studiert) steht im heutigen Deutschland ein Land, das an nichts anderes denkt als an Nicht- erfülluna seiner Bfi-bten und an blutige Rache.
An Millerands Gegeneifer, der sich jetzt, seitdem keine amtliche Rücksicht ibn mebr bindet, bemmunas- los ergiestt, sieht man aber erst die Größe und Bedeutung des Sieaes. den die Linke am 11. Mai errungen hat. Glücklicherweise ist die linke Mehrheit noch für drei Jahre aesichert, und das ist die beste Bürgschaft gegen Millerands Rückkehr zur Macht. Dieser rasende Bbilister würde sein Heil sicher in einem neuen Ruhreinfall versuchen. Europa ist Herriot zu Dank verpflichtet, ^ast er Millerands Gefährlichkeit durchschaut und ihn abgesagt hat. Die Wutanfälle Millerands werden Herriots Reformpolitik. Vie vor allem Ersparnisse in den Hee-esaus- paben herbeifülrren will, nicht verhindern. Erst auf Grund dieser Ersparnisse wird Eaillaur dann die Bilanzierung der Einnahmen und Avsgaben bewerkstelligen können, ohne die Frankreichs Wäb- rung nicht aus dem Zustand des Zitterns und Schwankens herauskommt.
A«r trm Wien Schiet
Frankreich dementiert die Nachrichten über di« Angliederung non Saarlouis.
ff. Paris, 23. Dez. Havas dementiert amtlich die Nachricht, daß die französische Regierung «ngeboten habe auf das Eaargebiet und die Saargruben im Austausch gegen die Stobt Saarlouis enb sieben weiteren saarländischen Gemeinden zu Verzichten.
Paris, 22. Dez. Der Präsident der Regie- rungskommission des Saargebietes, Rault. lot' dem Ministerpräsidenten Herriot heute die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung von Saarlouis übermittelt. Ministerpräsident Herriot hat sofort in einem Brief den Präsidenten Rault ersucht, unverzüglich in der kategorischen Form die Nachricht zu dementieren, datz Frankreich gegen Abtretung der Stadt Saarlouis und sieben weiterer saarländischer Ortschaften das Angebot gemacht habe, Frankreichs Anrechte auf das Saargebiel abzutreten. Herriot ersuchte den Präsidenten, der Stadtverordnetenversammlung von Saarlouis fein Erstaunen darüber auszudrücken, datz Männer, die sich Friedensfreunde und Anhänger einer AussöhnungSpo- kitik nennen, so leichtfertig eine Nachricht hätten auf- Nehmen können, die ebenso falsch wie trügerisch sei.
ff. Paris, 23. Dez. Havas ersucht den Präsidenten der Regierungskoinmtsflon des Saargebie- tes in der kategorischen Form, zu dementieren, dast Frankreich wegen Abtrennung von Saarlouis und anderen saarländischen Ortschaften das Angebot gewacht zu haben, Franfreichs Anrecht auf da» Eaar- ßebiet abzutreten.
Die Abgeltung der Rüheschäden.
Düsseldorf, 22. Dez. Die hiesig« Industrie- und Handelskammer teilt mit: »Der Wirtschaftsausschuß für das besetzte Gebiet hat mit dem Reich wegen des Ersatzes der Rhein- und Ruhrschäden Verhandlungen geführt, deren Ergebnis n. a. folgendes ist:
1. Schäden durch Beschlagnahme sür Re- Darationszwecke werden bis zum Betrage von 5000 Mark voll- und garüber hinaus ohne Einschließung einer Höchstgrenze mit 75 Prozent vergütet.
2. Kontributionsabgaben auf Grund von Mikumverträgen werden mit 75 Prozent »urückerstattet, wenn der Rachwei» erbracht werden kann, dah diese Summe nicht abgegolten worden ist.
3. Die bisher teilweise ersetzten Schäden des sogenannten Sonderverfahrer:» werden nach folgenden Bestimmungen ersetzt:
Ersatzfähig find alle Schäden, die in bet Zeit vom 1. Januar 1923 bi» zum 15. November 1924 entstanden sind. Die bisherigen Schadenbeschränkungen werden auf gehoben. Schäden bis *um Betrage von 5000 Mark werden voll und der Rest mit 75 Prozent abgegolten. Die bisherigen Meldungsfristen kommen in Fortfall. Eine Aufwertung der Vergütungen, die seit bet Zahlung entwertet sind, erfolgt nicht. Zollstrafen, bis während des Ruhrkampfes bezahlt worden sind, werden gleichfalls bis zum Betrage von 5000 Mark voll und darüber hinaus mit 75 Prozent vergütet. Die Anträge auf Schadenersatz find bis zum 3L Januar 1925 bei den zuständigen Stellen schriftlich ein- zureichen.
Streikbeschluß der saarländische* vifenvah*- arbeiter.
Saarbrücken, 22. Dez. Wie wir erfahren, hat der Deutsche Eisenbahnerverband die stärkste Eisenbahnergewerkschaft de» Saargebietes, in ihrer gestrigen Sitzung den Einttitt in den Streik beschlossen. Die Durchführung des Beschlusses hängt von der Antwort ab, die die Regierungskommission im Laufe des Tage» auf die Lohnforderungen der Eisenbahnarbeiter geben wird.
Berlin, 22. Dez. Der Amtliche Preußische Presiedienst teilt mit: Heute vormittag 11 Uhr fand unter dem Vorsitz des preußischen Ministerpräfiden- ten Braun eine Sitzung sämtlicher preußischer Staatsminister statt, in der der Landeshauptmann der Rheinprovinz Dr. Horion über den Verlauf und das Ergebnis der von ihm geführten Verhandlungen m Koblenz und Düsseldorf berichtete. Der Ministerpräsident dankte dem Landeshauptmann für die Arbeit, die neben bet Losung bedeutsamer politischer Fragen den Erfolg bei Zurückziehung nahezu aller bisher noch wirksamen Ausweisungen gehabt habe. Er hob ferner die unerschütterliche Opferbereitschaft der rheinischen Bevölkerung hervor, die in schwerster Zeit dem Reich und Preußen die Treue gehalten habe. Der Sitzung wohnten auch Vertreter der politischen Parteien der Rheinprovinz bei.
Deutsche- Reich
Berlin, 22. Dez. Der Landeswahlausschuß für die Landtagswahlen in Preußen hat in bet letzten Sitzung die Anzahl der Mitglieder des neuen preußischen Landtags auf 450 festgestellt.
Berlin, 22. Dez. Das „B. T." meldet: Der Posten des Oberbürgermeisters von Hannover, bett bisher der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete L e i n e r t innehatte, wurde öffentlich a u s g e - ichrieben.
Fortfall der Finanzamtserklärnng bei Reise« ins Ausland.
Berlin, 21. Dez. Mit Rücksicht darauf, daß die bestehende Steuerfluchtgesetzgebung mit dem 31. Dezember ihr Ende erreicht, entschloß sich die Reichsregierung im Interesse der Verkehrssörde» rnng, ab 1. Januar 1925 die bisher für die Ausreise aus dem Reichsgebiet erforderliche steuerliche Unbedenklichkeitserklärung der Finanzämter fort- fallen zu lasten. Damit ist die Möglichkeit geschaffen. für Reichsangehörige den deutschen Sichtvermerkzwang allgemein zu beseitigen und für Richireichsangebörige mit Wohnsitz oder dauerndem Aufenthalt im Inlands den Ausreisesichtvermerkszwang wesentlich abzuschwächen.
Neuordnung des höheren Schulwesens in Preußen.
Berlin, 22. Dez. Der Amtliche Vreußiscke Prestedienst meldet: Nachdem im Herbst d. Is. die neuen Stundenpläne für die bäb->-en Schulen be- hannfneneben worden sind, hat das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung unter Hinzirziebunq einer Reibe von Fachberatern die allgemeinen Richtlinien und die methodischen Bemerkungen für die einzelnen Lebrfächer fertiagestellt. Den Vertretern der Philologen, der Vhilaloainnen. der Städte und dem Hochschulausschuß ist Gelegenheit gegeben worden, in zweitägigen Beratunaen zu den Lehrplänen Stellung zu nehmen, sodaß die Arbeiten in Kürze beendet sein werden. Die fertigyestellten Lehrpläne werden dann den zuständigen Instanzen vorgeleat werden, so daß mit ihrer Einführung zu Ostern 1925 sicher gerechnet werden kann.
Die neue Personalverorbnuna bet Reichsbahn.
ff. Berlin, 23. Dez. Mehrere Blätter melden, daß nunmehr der endgültige Entwurf der Personalverordnung für die deutsche Reichseisenbahngesellschaft erschienen sei. Es stehe setzt fest, daß die ordentliche Kündigung der Beamten des unteren Dienstes nur für den Schluß eines Kalendermonats, bei Beamten des mittleren Dienstes nur am Schluß eines Kalendervierteljahres, bei letzteren nach Einhaltung einer Kündigungsfrist von zwei Monaten erfolgen dürfen. Bezüglich der Besoldung erlaßt der Generaldirektor Richtlinien über Prämien für besondere Leistungen im Dienst und für Ersparnisse an Material. Die Arbeitszeit beträgt nach dem Entwurf wöchentlich mindestens 5 4 Stunden. Für die Ueberschreitung bet wöchentlichen Arbeitszeit wird eine Vergütung nicht gewährt. Ein Ausgleich kann durch Dienstverteilung zu anderer Zeit gewährt werden. Die Versetzung von Beamten in den einstweiligen Ruhestand kommt nur dann in Betracht, wenn der Beamte aus Gesundheitsrücksichten usw. ausscheiden muß.
Stuttgart, 22. Dez. Die letzte Nummer des „Beobachters" (Organ der demokrattschen Partei Württembergs) wurde wegen eine» Artikels mit der Ueberschrift „Der Herr Staatspräsident" vom hiesigen Amtsgericht 1 beschlagnahmt. Auch die heutige Stummer der „Schwäbischen Tagwacht" wurde wegen Wiedergabe eine» Teile» des infriminterten Artikels des „Beobachters" beschlagnahmt.
AxÄmd
Pari», 21. Dez. Ministerpräsident Her- rot, der, wie bereits berichtet, gestern abend im Krankenzimmer die Vertreter der französischen Presie empfing, unterhielt sich nach der Abgabe seiner Erklärung über den Kommunismus mit einigen Journalisten. Er erflärt, wie die Havasagentur berichtet, auf Befragen über die außenpolitische Lage, noch sei keine Reibung mit anderen Staaten zu befürchten. Er brauche wohl nicht die vertrauensvolle Freundschaft zu unterstreichen, die in den Beziehungen Frankreichs zu den anderen Mächten, besonders zu England, herrsche. Diese Freundschaft werde Gelegenheit haben, sich am 10. Januar zu zeigen, wenn die Frage der Räumung der Kölner Zone durch die englischen Truppen akut werde.
Paris, 22. Dez. Die Senatskommission der Republikanischen Vereinigung (Partei Poincarch hat in ihrer heutigen Sitzung beschlossen, wieder um den jetzigen Senatrpräsidenten de SekveS bei Eröffnung der bevorstehenden Session zum Kandidaten für die Senatspräsidentschaft zu ernennen. Der Gegenkandidat der radikalen Linken soll Senator Birnaimö-Martin sein.
Die „Abrüstung".
Paris, 21. Dez. Wie dem Journal" aus Washington gemeldet wirb, hat Englanb kürzlich an die Vereinigten Staaten eine Note gerichtet, die sich mit der Tragweite der neuen Kanonen beschäftigte, die auf den amerikanischen Kreuzern eingebaut werden sollen. Die Tragweite dieser Ee- schiche sei größer als die im Washingtoner Protokoll über die Herabsetzung der Rüstungen vorgesehene. Der Inhalt dieser englischen Note sei noch nicht veröffentlicht. Man versichere jedoch in gut unterrichteten Kreisen, daß die englische Regierung gegen diesen Plan der amerikanischen Marineleitung protestiere.
einbei» ,wische* 6ewietr*6I«*b **d SUwgoIei.
Paris, 22. De». Der „Matin" hat aus Helftna- fors ein Telegramm aus russischer Quelle erholten, dem- zuiolse die mongolische Regierung ein Bündnis der Mongolei mit Sowietrußland proklamiert haben soll.
Ei* Sstetteichisch-sübklawischer chandelsoerlrag.
Paris, 22. De» Havas berichtet aus Belgrad, taB die österreichisch-südslawischen San. delsvertragsoerhandlungen, die tm Monat September eingeleitet und in steundschaftlichem Geiste geführt wurden, gegenwärtig als im wesentlichen abgeschlossen angesehen werden können.
Rones Wahlrecht i* Italien.
einen Gesetzentwurf znr Abänderung bes Wahlrecht» eingebracht hat. Die Vorlegung dieses Entwurfs hat in parlamentarischen Kreisen einen lebhaften Eindruck hervorgerufen. In den Wandelgängen wirb versichert, baß es sich um bie Rückkehr zum System bes Einstimmenwahl- kreises handele. Diese unerwartete Maßnahme wird als Mittel gebeutet, um verfassungsmäßig aus ben Schwierigkeiten der parlamentarischen Lage herauszukommen. Auf den Vorschlag Mussolinis werden die Kammern den Gefetzeittwurf am 3. Januar 1925 prüfen.
Rom, 21. Dez. Die Kammer hat mit 240 gegen 17 Stimmen das Budget für die Finanzen angenommen und sich bis zum 3. Januar vertagt.
3t o m, 23. Dez. Die italienische Regierung hat nerfüot, daß die zum Jubeljahr nach Rom reisenden Pilger nicht mit Pässen ausgerüstet zu fein brauchen, sondern daß bei Einzelreisenden die Vil- nerharte als Ausweis an der Grenze genügt. Bei Reisegesellschaften genügen ordnungsmäßig ausge- tellte Pilgerverzeichniste.
George Buchana* f.
London, 20. Dez. Der ehemalige englische Botschafter in Petersburg, George Buchanan, t heute abend gestorben.
Mac Donald auf Reisen.
ff. London, 23. Aug. Mac Donald hat Loudon verlaßen, um sich nach Jamaika einzu- chiffen.
Kongreß brr inbifchen Nationalisten.
L o n d o n, 22. Dez. Aus B e l g a u m wird gemeldet, daß die Führer der indischen Ratio n a I i ft e n hier zu ihrem am 26. Dezember unter dem Vorsitz von Gandhi beginnenden jährlichen Nationalkröngreß eintreffen.
Die Einwanderung nach Kanada.
L o n d o n, 22. Dez. Aus Ottawa wird gemeldet, daß laut einer Mitteilung des Ministers für Einwanderung die Regierung 1925 eine große Cinroanderungskampagne in Großbritannien und Europa unternehmen werde Von Holland erwarte man eine gute Einwanderung, Frankreich, Velgien, Ungarn, Polen, Süd- lawien, Norwegen, Schweden und Dänemark zeigten auch ein beträchtliches Interesse. Auch aus Deutschland fei etwas Auswanderung wahrscheinlich. aber Kanada fei nicht darauf vorbereitet, eine große Anzahl Flüchtlinge aufzunebmen, die jetzt in Deutschland a: 5 verschiedenen Gebieten des Kontinents weilen.
Eine britische Reichskonferenz.
L o n d o n, 22. Dez. Wie verlautet, werden die Dominions in Kürze eingeladen werden, Delegierte zu einer demnächst in London ftattfindenden besonderen Reichskonferenz, die das Gen- erProtokoll und dieallgemeinePoli- t i k des Reiches hinsichtlich der Sicherheitsfrage erörtern soll, zu entsenden.
Die Kriegsschulbenfrage.
ff. Lonbon, 23. Dez. Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" erfährt, daß die Abwendung der britischen Antwortnote auf die letzte amerikanische Rote über die Kriegsschulden möglicherweise etwas verzögert werden wird.
Militärische Besetzung bet rumänische* Universitäten.
Wien, 20. Dez. Der rumänische Unterrichtsminister hat bie militärische Besetzung aller Universitäten bes Landes verfügt. Seine Maßnahme ist die Antwort auf die Drohungen der Bukarester medizinischen Studenten, die dem Dekan erklärten, sie würden, solange ihre Forderung nach dem Numerus clausus und der Verwendung jüdischer Leichname nicht erfüllt sei, die Vorlesungen nicht besuchen. Eine Strafandrohung bedroht Studenten, die Andersgläubige beleidigen, ober ben Lehrbetrieb behinbern, mit ber Relegierung.
AtbettslofendemousttatioNen in Wie* verbot«*.
Wien, 22. De». Der von dem Zentralarbeilslosen- komitee für heute geplante Massenansmarsch der Arbeitslosen wurde von ber Polizeidirektion verboten, weil eine Störung der Stube und Ordnung befürchtet wird. Gleichzeitig wurden die nötigen Vorkehrungen getroffen, damit alle Versuche einer Nicht- beachtuna dieses Verbotes im Keine erstickt werden können.
ff. Wien, 23. Dez. Der gestrige Nachmittag ist im allgemeinen ruhig verlaufen. Zu Zusammenstößen ist es nicht gekommen. Gegen Ansammlungen im Innern der Stadt schritt die Polizei ein und nahm 33 Verhaftungen vor.
An» 6oroiftrnMa*b.
Moskau, 22. Dez. Nach einer Meldung der Rufsi- schcn T-legraobenagentur fst die Delen«tion der Moskauer Sowjets, welche die kommunale* Wirtfchafts- clnridiTv.ngen in London. Paris und Berlin studierte, nach Moskau znrückgekehtt. 3m Anschluß hieran wird über eine Bestellung von Autoomnibufse* in Höbe von 10 Millionen Rubeln mitnetellt. dah französischen Autofirmen, von denen günstige Angebote vorlagen, ein Probeaufttag gegeben worden sei. Di« Verhandlungen über dir Heranziehung von ausländischem Kapital zum Dau einer Untergrundbahn in Moskau werden iort- ßcfefct. Zu diesem Bau sind 70 Millionen Rubel notwendig
Pslenfahrt des Königs von Italien?
Warschau, 22. Dez. In hiesigen politischen Kreisen ist die Rede von einem bevorstehenden Besuch des italienischen Königs in Warschau. Diesem Besuche des Königs, ben Mussolini begleiten soll, wird besondere politische Bedeutung öeigemefsen.
Ker «efn»dheit»rMGmrd vra*ti*g».
fl. Stockholm, 23. Dez. In dem heute abend ausgegebenen Bericht Über daS Befinde* des Ministerpräsidenten Branting heißt e», daß die Venenentzündung im linken Bein heute wieder zugenommen hat, was eine augenblickliche ungünstige Rückwirkung auf das Allgemeinbefinden zur Folge gehabt hat.
Regierungen reif werden, t» wirb indessen für möglich gehalten, daß Coolibge, auch wen* ber Kongreß bie Geldmittel bewilligt, seine Ermächtigung einer Erhöhung ber Tragweite der Geschütze her, sagen wird.
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tWEche rawÄmchriSim
Berlin, 22. Dez. Die Wohnung de» Reich»- minister» a. D. Schiffer im Westen von Berlin wurde gestern nachmittag von Einbrechern heimgef*cht, di« wertvolle Beute an Gold- und Silbersachen machten. Die Einbrecher sind wahrscheinlich drei jüngere Leute, die von Hausbewohnern gesehen wurden.
Berlin, 22. Dez Heute früh »erbe i* threi Wohnung tm Südosten bet Stadt die hSiäbriee Witwe Strasser mit schweren Verletzungen tot anfgehmben. In der mit (5as angefüllten Küche lag in bewußtlose» Zustande ihre Schwiegertochter, die 20iäbrtge Frau Picmer. Aus einem vorgefundenen Zettel der letzteren ging hervor, daß fte die Schwiegermutter getötet hatte, weil sie son dieser allzuviel gefräntt worden sei Stuttgart, 22- Dez. In Heisterhofen (Oberamt Ellwangen) sind gestern beim Schlittschuhlaufen auf der Eechta vier Knaben im Alter von 9—11 Jahren auf dem Eike eingebrochen und erlernten.
Miffionsausftellnng im Batiks*.
Rom, 20. Dez. Heute hat hier die Eröffnung der Miffionsausstellung in den Höfen und Gärten des Vatikans in Geoenwart von Vertretern der italienischen und ausländischen Preffe stattqe- funben. Dort sind die deutschen Missions- gesellschaften fast vollzählig beteiligt, besonders die Gesellschaften, die sich vor dem Kriege in den deutschen Schutzgebieten Togo, Kamerun, Ostafrika, Südwestafrika und Südfee owie in China und in Indien betätiot halmn. Unter den etwa 60 Beschickern der Ausstellung be- ftvden sich in ben einzelnen Komitees etwa 20 beut: fche Patres. Ein besonderer Amiebimasvunft der Ausstellung dürfte wobl bie Abteilung für tropische Hngiene und tropische Medizin bleiben. Hi»r b"'--n die deutschen Gelehrten und Fachinsti - tute eine seltene Gelegenheit gefunden, aufs Neu« einem interesfierten Publikum vor Augen zu führen, was deutsche Wissenschaft und beut, r * » r r - 1 «• t::- ..
sondere für das Wohl bet Tropenbewo^ner, gel"istel hat. Jeder Besuchet der Ausstellung
dürfte die deutschen Missionen und die deutschen Aerzte Deutschlands Fähig« eit, zu kolonisiere», offenkundig erwiesen haben.
SelWfe im WchnmObmi
Aus dem „Casseler Tageblatt" entnehmen wir olgendes:
Rach dem Kriege war, wie überall, auch im Landkreise Hanau die Wohnungsnot aufs Höchste gestiegen. Recht trübe sah es besonders m den großen Jnd"strisgemeinden aus. Um wirksame Abhilfe 5« schaffen, blieb nichts anderes übrig, als an die Erstellung neuer Wohnungen heranzutreten. In dieser Beziehung kann der Landkreis Hanau auf recht beachtliche Erfolge zurückblicken. Rein Zahlenmäßig kommt die» darin zum Ausdruck, daß feit Kriegsende bis vor Ein- fuyrung der Hauszinssteuer im Landkreise Hanau insgesamt 335 Hauser mit zusammen 602 Wohnungen aus Mitteln des Reiches, des Staates und Kreises sowie der Gemeinden gebaut imd gefördert wurden. Sehr stark gefördert wurde der Wohnungsbau iw Landkreise Hanau durch das S y st em derSeld st Hilfe. Bon ben 335 erstellten Häusern sind nicht weniger als 289 durch Selbsthilfe gebaut worden. Diese Selbsthilfe kommt in der Regel in der Werse zustande, daß sowohl bet private Bau lustige als aucy bie Baugenossenschaften alle nur irgend möglichen Arbeiten in der freien Zeit selbst ausfiihrsn. Oft haben die Bauenden auch drs Hilfe ihrer Arbeitskollegen in Anspruch genommen, dis in der Regel aua) bereitmilligft gewährt wurde. Besonders wirkungsvoll ist die genossenschaftliche Selbsthilfe: führt sie docy m ben meisten Fällen Arbeitskräfte aus den verschiedensten Berufen zufammen, die ück natürlich gegenseitig ergänzen, und dadurch das Bauvorhaben mäditig fördern helfen. Nur die unbedingt notwendigen Arbeiten werden von bezahlten Kräften ausgeführt. In welcher Weife sich diese Selbsthilfe in den Baukosten auswirkt, das hormte zum Beispiel bei dem genossenschaftlichen Bau von drei Häusern zu je vier Wohnungen in Dönigheim ^Landkreis Hanau) statistisch festgrstelft werden. Danach beläuft sich die Ersparnis bei den einzelnen Häusern auf 37—40 Prozent der gesamten Baukosten. Diese rund 40 Prozent Ersparnisse der gesamten Bausiimme bilden die Grundlage, auf der auch heute noch der Wohnungsbau tm Landkreise Hanau basiert. Das erklärt auch schließlich, wie es möglich war, daß der Landkreis Hanau bis jetzt mit einem Hauszinssteuerbetrag von 163 000 Mark den Bau von fast 200 Wohnungen stn Laufe dieser Bauperiode fördern konnte. Hinzu kommt allerdings noch, daß auch viele Gemeinden durch Abgabe von billigem Baugelände und Bauholz, sowie die Landwirte durch unentgeltliche Ausführung von Fuhren zu dem Gelingen betgetragen haben. Von einer Wohnungsnot in großem Umfange kann im Landkreise Hanau nicht mehr gesprochen werden.
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Marbmgrr ElMÄlmz
Marburg, 23. Dezember (Iulnrom). Tic nenen Postgebühren.
Berlin, 19. D«z. Im «erwaltungSrat bet deutschen Reichspost wurde bie Vorlage wegen Aenbernng be» AufkieferuugSverftchren» und Ermäßigung der Gebühren für telegraphische Aufträge im Geldverkehr angenommen. Für Briefe über 250 bis 500 Gramm wurde eine Gebühr Vos 30 Pfg. festgesetzt. Im Postscheckverkehr werde« künftig für eine Einzahlung mit Zählkarte erhöbe*! bei Beträgen bis 25 Rentenmark 10 Pfg., bis 10» Rrn. 15 Pfg., bis 250 Rm. 20 Pfg., bis 500 Rm. 30 Pfg., bis 750 Rrn. 40 Pf,., hi» 1600 Rm. 50 Pfg. und bei höheren Beträgen 60 Pfg. Jur Telegrammverkehr wurde die Fernwortgebühr von 15 auf 10 Pfg., bie Wortgebühr für Crt-?Telegramme von T’A auf 5 Pfg. und die Wortgebühr für Brieftelegramme von 10 auf 5 Pfg. herabgesetzt. Für bie Fernsprechgebühren sind Im Ortsverkehr andere Stufen gebildet worden. Künftig werden für da» 101. btt 150. Gespräch 14 Pfg., für das
Rom, 20. Dez. Agencia Stesani meldet, baß Mussolini in bet Kammer unerwarteter Weise
Die Aa*o««*-Rote.
ff. Washington, 23. Dez. Wie verlautet, werden die zwei Roten, bie tm letzten Sommer ab gesandt wurden und In denen erklärt wurde, daß jede Heraufsetzung der Tragweite der Geschütze das Entwaffmtngsabkommen verletzen würde, erst beantwortet werden, wenn das Urteil des Kongresses abgegeben worden ist. Sollte der Kongreß gewillt fein, die Erhöhung der Tragweite ber Geschütze zu genehmigen, so würde die Frage für eine diplomatische Behandlung zwischen ben verschiedenen