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ft. London, 23. Dez. Dem JQuoblbien" wird ans Belgrab gemeldet: Dl« Mufitflnbtgen In Albanien, die auf dem Unken Ufer de» Drtnflusse» stün« den, wollten sich mit den am Matifluss« befindliche» AufstLndtgen vereinigen. Der größte teil der Re» gierung-truppen hält gegenwärtig den Engpaß von Atofakurtg besetzt, da» die HauptverteidkgungSstell« von Tirana sei. Nach der Zeitung „Bolittca" soll über ganz Albanien der Belagerungszustand angeordnet fein, da die allgemeine Mobilmachung ht gewissen Bezirken, die mit Achmed Bey Zog« sympathisieren, wenig Erfolg gehabt habe.
ft. London, 23. Dez. Die „Morulng-Post* meldet an» Albanien» Die Aufstände "Albanien werden dort mit Aufmerksamkeit verfolg». Die griechische Regierung erklärt, sie «erde strikte Neutrakte tät beobachten, da e» sich um eine rein innere Angelegenheit handele.
Belgrad, 21. Dez. Der englische Gesandt« Young erschien gestern abend irn Ministerium des Aeußern, um über einige Vorgänge in Albanien Aufklärung zu erbitten. Der Gehilfe de» Außenministers, Gesandter Markowitsch, erklärte dem englischen Gesandten, daß C e na $ eg. der Führer der Aufständischen im Lsumagebiet, alba- n e s i s ch e r und nicht südslawischer Staatsbürger sei, wie fälschlich behauptet wird. Im übrigen sei es schon vor Monaten kein Gehetmni» mehr gewesen, daß in Albanien die Unzufriedenheit mit dem herrschenden Regime imm?" schärfere Formen annehme. Südslawien habe ■ : gleichen Informationen hierüber erlangt wie der englische Gesandte in Tirana, da auch Südslawien seinen diplomatischen Vertreter in der albanischen Hauptstadt habe.
Au» Aegypten.
ft. Kairo, 23. Dez. Wie Reuter aus zuverlässiger Quelle erfährt, hat sich da» Kabinett ent» gültig entschlossen, da» Parlament aufzulösen. Man erwartet, da ßda» königliche Dekret heute veröffentlicht wird.
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Ran schaut etwas bange auf Nordamerika. Di« militärischen Rückschritte der Spanier in Marokko passen schlecht zu den noch immer optimistischen Erklärungen de» Marschalls Priino de Rivera. Auch das von General Lyautey paZifizierte Marokko ist immer ein Pulverfaß und ein Vrand in der spanischen Zone kann eine Entladung Hervorrufen. Wie einstmals die Vereinigten Staaten den ewigen Brandherd von Tuba auslöschten, so kann es geschehen, datz Frankreich sich jetzt genötigt fühlt, den Brand in Marokko zu löschen. Man will nicht gern die Gefühle der Spanier verletzen, aber man traut doch den hochtrabenden Redensarten des Militärdiktators nicht über den Weg. Wenn Spanien nicht bald beweist, datz es imstande ist, seinen Anteil an Marokko militärisch zu halten, Ordnung bei de« Stämmen zu schaffen, dann mutz Frankreich sich wegen seines ganzen nordafrikanischen Besitzes bet Sache annehmen. Das wird Geld und Blut kosten und man kann nicht voraussehen, wie es ende« wird. Sogar bei den Eingeborenen von Tunis, die unter den Arabern keineswegs als kriegerisch gelten, herrscht schon eine Renitenz, die die Wirtschaftsarbeit erschwert. Wenn das auf die Leute in Algier und Marokko übergreift, kann Frankreichs ganz« Kolonialherrschaft ins Wanken kommen. Man spricht von einer Marokkokonferenz, aber die Zeit der diplomatischen Konferenzen, auf denen die Bewohner der betreffenden Gebiete nicht mitzureden hatten, ist vorbei. Hafenbombardements und Strafexpeditionen, die eine solche Konferenz als ultimo ratio beschließen kann, mögen die Gefahr verzögern, aber sie können sie nicht beseitigen. Kostspielige Kolonialkriege würden der heute schon so labile« Finanzlage Frankreichs einen bösen Stotz geben.
Man sieht sich immer eifriger nach dem Retter um, der den kranken Finanzen Heilungen bringen und dem Lande Ruhe wiedergeben soll. Alle Erwartungen richten sich nur auf einen Mannk Caillaux. Die Kammer beeilt sich, die Amnestievorlage, welche es Caillaux ermöglicht, wieder in di» aktive Politik zurückzukehren, möglichst schnell zu erledigen. Der Senat wird dieser Amnestie keine« Widerstand leisten können, denn er würde sein« Existenz riskieren. Die Enthüllungen, welche der bereits der Kammer angehörige Malvy, ein Opfer Clemenceaus, über das Treiben Clemenceau» gegen die sogenannten „Defaitisten" gemacht hat, habe« Kammer und Publikum sehr aufgeregt und di« Sympathien für Eaillaur noch gesteigert. Vor dem „Tiger" hat niemand mehr Angst, und Caillauz wird wohl, wenn er zur Macht kommt, zu sehr mit positiver Arbeit überhäuft sein, um sich an dem alten Clemenceau zu rächen. Clemenceau kehrt jedenfalls nie wieder tu die politische Arena zurück. „Die Blumen haben einen großen Vorzug vor de« Menschen", hat er jüngst einem Besucher gesagt, der ihn über Politik ausfragen wollte, — „sie find stumm." Er selbst liebt es jetzt auch, stumm zu fein. Dagegen redet ein anderer um so mehr — Herr Millerand, der seine Abhalfterung durch di« Link« nicht verwinden kann.
Millerand ist einer der ehrgeizigsten Menschen. Ehrgeiz trieb ihn, den Sohn eines ehrsamen kleine« Pariser Bürgers, der Schrecke»» des Bürgertums zu werden, indem er die Eroberung der polilffchcn Macht durch die Arbeiter verkündigte. Ehrge^ oer«
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Das „Journal des Dubais" berichtet, datz Bericht der Militärkontrollkommission Über Inspektion in Deutschland gestern vormittag Paris eintreffen sollte.
Nach dem Brüsseler Berichterstatter
„lemps" nimmt man in dortigen Regierungskreisen an, datz der Bericht der Botschafterkonferenz am 10. ^anuar zugestellt wird und daß die alliierten Regierungen späte st ensirnMonat Februar eine Entscheidung treten werden.
ff. Paris, 23. Dez. In der heutigen Sitzung der interalliierten Militärkontrollkommission wurde der letzte Bericht der interalliierten Kontrollkommi- fion besproechn. Es wurde ein Bericht verfaßt, der der Botschaft erkonferenz ungesäumt zug-.stellt wird. Havas knüpft daran die Bemerkung, es scheine bereits festzustehen, daß sich aus dem Bericht ergebe, daß Deutschland nicht die Entwaffung-»eoingungen völlig durchgefiihrt habe.
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nun gerade In diesem kritischen Zeitpunkt eine rechtsstehende Zeitung, der „Tag", den Fehler begangen, in einem Artikel über die Zerfahrenheit der parlamentarischen Verhältnisse die Parteien mit einer militärischen Diktatur zu bedrohen. Natürlich tourbe ba» sofort von der Linken al» Beweis für vorhandene Gehelmpläne aufgegriffen. Der ebenfal!» Im Scherlschen Verlage erscheinende „Montag" hat aber schleunigst den Artikel de» „Tag" desavouiert. Kein Mensch denkt an solche Experimente.
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Paris, 22. Dez Der „Temv s“ beschäftigt sich in einem längeren Leitartikel mit den Verhandlungen, die zwilchen »en Vertretern der französischen und deutschen Schwerindustrie geführt wurden und stellt fest, da« bte- Verhandlungen der letzten Woche keinen günftigenißer. lauf genommen haben. Die deutschen Vertreter der Schwereisenindustrie hätten erklärt, daß Deutschland, um den Dawesvlan ausfübren zu können, feinen Import verringern und feinen Export »ergrößern muffe. Sie hätten infolgedessen ihr ursprüngliches Angebot, der französischen Metallindustrie ein gewisses Kontingent aüznkaufen, erneuert, aber quantitativ herabgesetzt. Die französischen Sachverständigen hätten aas Entgegenkommen die Möglich, keil einer derartigen Konzentration ins Ange gefaßt, jedoch hätten sie zwei Fragen gestellt hinfichllich der Quantität und der Art der zu kaufenden Produktion und schließlich auch die Preisfrage aufsemorren. Sofort nachdem man die erste Frage in Angriff genommen hübe, fei man auf unüberwindliche Schwierigkeiten gestoben, denn die deutschen Delegierten hätten gefordert, daß eine Unterscheidung zwischen der lothringischen Industrie und der Industrie des Saarlandes gemacht werde. Sie hätten erklärt, bei der ersteren Industrie (':.iseifen und Halbfabrikate kaufen zu »ollen, während der Verkauf von Fertigvrodukten. wie Barren, Schienen und Eisenblech, dem Scargebiet Vorbehalten bleiben müsse. Diese Forderungen hätten die französischen Ex- reiren »mückgew lesen, da nach dem Friedeirsoertrag von Berfaill« das Saargebiet dem frcmzöfischep Zollgebiet angehört. Man habe also nicht zulasien können, daß Deutschland eine derartige Unterscheidung mache. Die deutschen Sachverständigen hätten hierauf erklärt, die staildöfisch« Regierung habe im Saufe der Verhandlungen, die im Ausust in London geführt wurden, ein Senderregime für das Saargebiet versprochen. Der ,Demos" gibt zu. bcs mündliche Versprechungen vielleicht gemacht wurden: aber sie könnten in keiner Weise dazu führen, daß eine Lage geändert werde, die der Srieben*»erirag von Versailles vorgeschrieben hab« Das Blatt stellt fest, daß infolge dieser Meinungsver- schiedeuheiten die Verhandlungen abgebrochen und die iiixite Frage, nämlich die Preisfrage nicht mehr gestellt wurde. Wolle, so schließt das Blatt, die deutsche Regierung die Forderungen der Schwerindustrie ohne Rücksicht auf di Jnteresien der Verbraucher t'.nterstützen tber werde die Regierung die Schwerindustrie fe desavouieren und dem Führer der deutschen Handelsvertragsdelegation die Vollmacht erteilen, auch ohne sie die notwendigen Konzessionen zu machen? Das Blatt spricht schließlich die Verdächtigung aus, daß eine derartige Hoffnung nicht sehr wahrscheinlich fei und daß deshalb vor dem 10. Januar in Deutschland keine neue Regierung gebildet werden solle.
€lm deutsche Rote an den S&Tertet
Hw Deutschland» Eintritt.
Die Reich-regiernng hat zur ÄMrung der Frage der Beteiligung Deurschhäud» an kriegerischen Zwangsmaßnahmen de» Völkerbundes eine Note an den Völkerbund gerichtet, bte zugleich bett Regierungen der Ratsmächte mitgeteilt wurde.
In der Aste wird ans-eführt, daß bte deutsche Regierung bte Möglichkeit eis«» Eintritt» In den Völkerbund erwog«» und von den im Me«n»raud«w festgelegten Beb i»g»»ge» abhängig gemscht hat. As« b*n nunmehr vorliegenden Antworte» der 9tegierungen ber BülkerbuudratS- müchve ersteht die Reichregierung bte Auffassung, baß ein deutscher Zulassung»antrag ohne Vorbehalte und Einschränkung«» gestelkt werde» müsse. Die Regtemeiigen der RalsmLcht« habe» sich sonst darauf beschränkt, auf die Zuständigkeit de» Völkerbünde» zu* Entscheidung diese« Frage tzinzuweisc».
Unter ber wiederholten Erwähnung der düNte gen milittr»scheu Ohnmacht Deutschland» wird verlangt, daß im Falk internationaler Konflikte Deutschland die Möglichkeit belassen werde» mutz, ba» Mast feiner aktive» Beteiligung selbst i* bestimmen. „Sonst wird eS," so heißt e» in ber Note, „gezwungen werden, auf das letzte Schutzmittel eine# entwaffneten Bottes, die Aeutrali - tät, zu verzichten. Die Rot« schließt mit ber Erwartung. datz der Bölkerbunb bte erwähnte» Befürchtungen anerkennen und einen Weg zu ihrer Beseitigung finden wirb. (Heber den Inhalt ber Note werden wir morgen Ausführlicheres bringen. Die Web.). »
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Brüssel, 22. Dez. Die Agence Beige meldet: Der deutsche Gesandte begab sich zum Außenminister, um zu erfahren, wie sich die belgische Re- tzierung zu der Frage derRäumungderKLI- «erZonezu verhalten gedenkt. Hymans erklärte, die belgisch« Regierung werde sich an die Beratungen der Londoner Konferenz halten, wo beschlossen wurde, datz die Alliierten zu .einem pas-
»uverlüssiger Quelle erfahre ich gleichzeitig, daß die Franzosen den Versuch unternehmen, den Feitpun h.t>£>er Räumung überhaupt fn F r.a g e z u.P eilen, indem sie sich auf ihren alten StandEunkt stellen, die vorgesehene Zeit- spanne fur die Besetzt'ng habe doch «och gar nicht zu laufen angefangen. Versichert wurde, daß England dies unter keinen Umständen mitmachen werde. Aehnliche Versiche- timnen sind jedoch schon oft abaeaeben worben, ^ne daß sie am Ende auch zur Wahrheit wurden. Es wird von englischer Seite betont, daß dieses Wal Frankreich seinen Willen nicht durchsetzen könne, weil nach dem Friedensvertrag alle Mächte über neue Sanktionen einig sein müssen, «in Protest Englands also jeden Sanktionsbeschluß Frankreichs umstoßen würde. Wer denkt da nicht er Englands Proteste bei derRuhrbesetz u n g? Fest steht jedoch, daß die meisten Londoner Zeitungen in der Kölner Räumungsfrage für eine Re- Sehing auf der vertraglichen Basis ein« ceten.
Auch der „Daily Herold" greift bte Regierung heute früh in der Kölner Frage an. Er schreibt, es sei nicht überraschend, daß die deutsche Presse sich bitter gegen Curzons Erklärungen wendet oder daß der deutsche Vertreter in Paris die französische Regierung auf die möglichen Folgen in Deutschland aufmerksam gemacht habe. Es fei wertlos, über die rechtliche Lage der Frage ein Wort zu verlieren. Der Wortlaut des Friedensvertrages fei jo dehnbar, datz man mit Leichtigkeit «in Dntze^d Gründe hinein bugsieren könne, wenn die Alliierten in Köln bleiben wollen. Die Hauptsache fei. datz man jetzt wisse, Frankreich wolle auf unbestimmte Zeit im nördlichen Rheinland bleiben, und datz England bereit sei, den Franzosen dabei zu h e l fen. Chamberlains Politik erinnere an die Tage von Versailles. Er werde darauf bestehen, datz der Beweis, die Bedingungen für die Räumung seien erfüllt, von Deutschland erbracht werden muffe. Gleich Curzon werde er von ber dauernden „Obstruktion" der deutschen Behörden gegenüber der Kontrollkommission sprechen. Selbstverständlich werde er dabei vorsichtig die Tatsache übersehen, datz diese Obstruktion erst durch die ungerechte Besetzung der Ruhr ge« i< fffen wurde. Kurz und gut, die Alliierten feien entschlossen, daß die Engländer in Köln bleiben, und die sognannte Begründung dafür werben sie schon zu finden wissen. Natürlich,, fährt dos Blatt fort, werden sich die Deutschen fragen, dd sie dafür die Lasten des Dawesplanes auf sich genommen haben. Bei solcher Behandlung müssen die Deutschen die Empfindung haben, daß Deutschland genarrt worden ist, und diese Empfindung sei als Volksabstimmung nicht ungefährlich. Das Blatt schließt seine Aus- fuyrungen mit der Behauptung, Curzon und Chamberlain hätten „die alte Atmosphäre von Verdächtigung und Feindseligkeit" wieder aufleben lassen und mit einem Federstrich dos eine gute Resultat, das die Londoner Konferenz neben dem sonst unerträglichen Dawesbericht gezeitig habe, zunichte gemacht. Soweit -Daily Herald". Aus dieser Quelle zu hören, daß Der Dawesplan, wie er jetzt steht, in erster Linie
Reichswehr n*> Politik.
Berlin, 22. Dez. Selbst bte eifrigsten Bemühungen de» Ministers Dr. G e tz l e r und des Generals v. Seeckt Haden e» nicht verhindern können, datz die Reichswehr immer wieder in die politischen Streitigkeiten hineingezogen wird. Mancher hatte sich Wohl gewundert, wie e» komme, daß die Alliierten auf ihr Fünf Punkte-Programm auch die Einschränkung der Funktionen de» Chef» der Heeresleitung gesetzt hatte. (Nur um eine solch« kann e« sich handeln, nicht um eine Abschaffung de» im Reichswehrgesctz festgelegten Postens.) Was geht die Entente die Frage der inneren Organisation des ReichswehrministeriumS an? Man braucht aber nur die letzte Nummer der „Welt am Montag" zu lesen, um in einem Artikel de» berühmten Polizeiobersten Schützinger betreiben Vorstoß gegen die angeblich zu große Machtvollkommenheit de» Chefs der Heeresleitung und damit auch die Quelle des Material» unserer Feinde zu finden. Au» völlig gegenstandslosen Befürchtungen einer hysterischen repu- blikanlschen Ueberempfindlichkeit wird da der Versuch gemacht, den einheitlichen Oberbefehl der Reichswehr zu zerstören. Gerade der General von Seeckt hat doch in all diesen Jahren deutlich genug
ziiglichrn Klauseln, eingehalten Hal. Sobald der Bericht der Interalliierten Kontrollkornmiffion in den Händen der Alliierten fei, würde« dies« ihre Entschlüsse faffen
V« fttm-öflscher Völkerrechtler über bte fRämmmgs frage.
Paris, 24. Dez. Der Dölkerrechtstehrer Prof. George S e e l l e, der dem Kabinett de, Arbeitsminister» enaebört beschäftigt sich in der „Information" mtt der Frage ber Räumung der KölnerZ»ne. Es scheine, f» schreibt das Blatt, datz Deutschtemd auf die Alliierten einen Druck ausüben wolle, indem es von der Unmöglichkeit spreche, daß ein« Linksregierung aebilbet werden könne, wen« die Kölner Zone besetzt bleibe. Das fei ein Erpressungsversuch. Die Räumung der Kölner 3»w sei bestimmt von der Feststellung der Alliierten, batz Deutschland seine Verpflichtungen aus dem Friedensoertrag erfüllt habe. In Frank- reich hab« wion foooir immer erklärt, datz der Tag. von dem «tue die Besetzungsfrist gerechnet werden müßte, noch nicht bestimmt sei, oerade deshalb, weil Deutschland hinsichtlich der Erfüllung des Friedens- vertrages Obstruktion betrieben Hobe. Zum mir besten aber muffe man den Bericht der Militär Kontrollkommission abwarten und es könne unter diesen Umständen nicht davon die Rede fein, unter dem trügerischen Vorwand, die Außenpolitik des Deutschen Reiches zu sanieren, sich einfach von ihm entwaffn«» zu laffen. Die Demarche be, deutschen Bot'choflers von Hoesch sei also mindesten, verfrüht, wenn nicht gar psychologisch anfechtbar. Die Enoländer wbmen übriaene in dieser Frage eine vollkommen korrekt« Haltung ein, «ährend In anderen Fvagen ihre Stellungnahme z« Beunruhigung AnlaH gebe.
Paris, 22. Dez. Französischen Blättermeldungen zufolge hat ber wieder nach Paris zurückgekehrte deutsche Botschafter Sonnabend nachmittag am Quai d'Orsay eine wichtige Besprechung mit Laroche, dem Direktor der politischen Angelegenheiten, gehabt. Danach wies Botschafter von Hoesch auf die Schwierigkeiten im Innern des Landes hin, die bei ber Nichträumung der Kölner Zone am 10. Januar durch die alliierten Truppen entstehen könnten, ba nach Art. 429 des Versailler Vertra- Jes diese Räumung vorgeschrieben sei, wenn «uffchland getreu die D e r t r a g s b e ft i m m u n. gen erfüllt habe. Direktor Laroche habe geantwortet, daß diese Entscheidung von den alliierten Regierungen noch nicht getroffen worden sei, da die, erst möglich sein könne nach Ein- i i laufen der Berichte der Interalliierten Militär- kontrollkommiffion und daß jede weitere Entscheidung von dem Inhalt dieses Berichts abhänge.
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Reuter zufolge wirb der Bericht bet Kontrollkommission Über den Stand ber Entwaffnung in Deutschland nichtvorderdrittenIanuar-
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Qu. Berlin, 29. Dez. In den Kreisen der Berliner Auswärtigen Amtes verlautet mit aller Bestimmtheit, daß der Scklntz bericht der interallüerten Milltärkontrollkommifsivn bereits am M. Dezember abgesandt worden ist, ivie dies in den letzten Wochen angekündiat worden war. Man wundert stch außerordentlich darüber, daß ein offizieller Bericht über die Uederreichuna de» Memorandums ber interalliierten Generalinft>ektion «och nicht von Seiten der interoltiierten Regierungen herausgegeden wurde. Wenn von englischer Eeite bei)auptet wird, daß dieser Bericht noch immer nicht vorliige und kaum vor dem 10. Januar ja er» irarten fei, so glaubt ma» tei ben Berliner Regte- vungeireiftn, diesen Mitteilungen keinen Glauben [aieaben $# dürfen, zumal übtr de« Inhalt d«s Schlutzberrchtes in der ausländischen Presse bereits sehr bestimmt klingende Aeutzcrungen enthalten sinb.
Paris, 22. Ttez. Da» Interalliierte M i! i t ä » n o m i t e e von Versailles hat heute nachmittag unter dem Vorsitz des Marschalls ^och ein« Sitzung abgtyallr». In» Laufe dieser «itzung wurde der letzte vierzchntagig« Bericht der Interallitertcn KontroUkommission in Berkin b«- sprochen. ks wurde ein Bericht versatzi, der der Dotschasterkonserenz ungesäumt guy» stellt wirb.
Wie die Havasagentur erfährt, s ch e i n e es nach allen Ausßvnsten, die man erhalten habe, daß sich aus dem Bericht ergebe, datz Deutschland noch nicht vollkommen eile Entwsff-
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Steamer bei Chamberlain. » Iuuucr Qd^unn« uic <yiugc prüfen iwnwn, v»
Landon, 28. Dez. Der deutsche Botschafter ^utschland^tewiffe Bestimmungen des ^Versailler zvr. S t h a m e r hatte gestern im Auswärtigen Ai,.t K" *— s-* <B**‘ “ u"
«ine Besprechung mit dem britischen Außenminister Ihamderlain. Wie man erfährt, bandelte es fic um einen Protest des deutschen Botschafters In der Kölner Räurnu ngsfrage. Dr. 6tbemer schilderte die Stimmung in Deutschland, protestierte in erster Linie gegen bie Art, in her verfahren wird, und betonte, baß die ganze An- Felegenheit die Bildungeinernen enden t- ch e n Negierung erschwere. Aus anderer
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