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Marburg n. g, MtwvK, den 17. Dezember

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italienischen Ministerpräsideitten sei da» beste Zeichen für die Festigung des Friedens in europa und sogar in Europa selbst.

------- ..... ... in Tanger zu sprechen und bemerkt, das ganze Problem von Ma­rokko müsse von den Signatarinächten auf Gründ der Algecirasakte neu erwogen werden. Die Lage kann nicht als international gefährlich aber auch nicht als unbedenklich bezeichnet werden.

auch ohne Preisgabe von Eibriltar und sprechende Kompensationen auf spanische Frankreich und ^tuic.i zu erlangen.

Besonders erschwert wird Spaniens

von Großbritannien und Italien nicht mit Eleich- aülttgkeit betrachtet werden und es sei kaum zwei­felhaft, daß dieser Punkt zu denen gehörte, die von

dischen Kabulen, wie er meint, vorläufig, zu über­lassen und sich in eine strategische Rückzugslinie zu retten. Nun kommt, allerdinos über Paris, die lln- alücksbotschaft, daß sich im Rücken, der spanischen Truppen die Andfera, einer der stättsten Rif- kabplenstämme, erhoben haben. Sie sollen bereits Tetuan von Tanger und Ceuta abgelcklofsen habm. Eine Bestätigung dieser Nachricht würde das Ma­rokkoproblem in seiner Gesamtheit wieder aufrollen können. Sprechen doch bereits französische Zeitun- oen ganz offen davon, daß die Broaussetznngen des Abkommens, die tatsächliche Befriedung der spani­schen Zone nicht erreicht sei. Besonders schwierig gestaltet sich die Lage dadurch, daß anscheinend Tan­ger selbst, das als internationalisierte Zone aus dem spanischen Gebiet herausgehoben und unter der Sckeinherrschaft des Sultans den interalliierten Mächten unterstellt ist. durch den Aufstand beoroht wird. Es ist begreiflich, daß vor einiger Zeit s'^on in Spanien als politische Versuchsballons Wünsche

nicht sehr klar. Auf jeden Fall sei es gewiß, daß die englische und französische Regierung sich mit den Ereignisien in Spanisch-Marokko beschäftigt.

natürlich mit der Große des Mißerfolges in Ma­rokko anwächst. Ts ist kein nur zufälliges Zusam­mentreffen. daß die wildeste Umsturzpropaganda ge­gen Spanien, seinen König und seinen Diktator/ von Paris her betrieben wird, wo der Schundschrist- steller und Deutschenhasser Ibanez sein Hauptquar­tier aufgeschlaaen hat.

ff. London. 17. Dez. „Daily Telegraph" be­tont' in einem Leitartikel die Möglichkeit einer völligen Zurückziehung der spanischen Truppen aus Marokko, ausschließlich der Küstenlinie. Eine Aendernng an der Küste des Mittelmeeres könne

Sämtliche Stämme Rordalbanien» und der Begent von Skadar haben sich der Bewegung angeschlossen in vielen Fällen sind auch Regierungstruppen zr den siegreichen Aufständischen übergegangen. I« folge der in Nordalbanien von den Aufständische» erzielten Erfolge steht die Einnahme von Skada» bevor. Dium Kula und KukuS sind von den Aust ständischen unter Führung Tsena Bei» bereit» be* fegt worden. Die Truppen Tsena Bet» haben Krotz» in der Gegend von Tirana erreicht.

Am 5. Januar Preußischer Landtag.

Berlin, 16. Dez. Der Amtliche Preußische

Bintschttsch i« Paris.

Pari», 1C Dez. Der jugoslawische

Bor- Ost-

Die NegierlmMlölmg

Die Besprechungen beim Reichspräsidenten.

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geäußert worden sind. Ceuta gegen Gibraltar ein­zutauschen. England hat sick aber auf diesem Ohr sehr schwerhörig gezeigt. Es hofft anscheinend, Ceuta auf dem Wege internationalen

Minister Ntntschitsch hat einem Vertreter de» „Petit I Paristen" erklärt, er sei nicht deshalb nach Paris gekommen, um neue Abkommen abzuschllehen. Be- I fänden sich nicht Frankreich und Jugoslawien als

Freunde und Alliierte über alle Punkte in voller Uebereinstimmung? Er sei gekommen, um die Staatsmänner kennenzulernen, die im Augenblick Frankreich regierten. Nintfchttfch betont, daß der Kommunismus in Jugoslawien keine Aus­sicht auf Erfolg habe/ Die außenpolitische Lage I des Landes fei ausgezeichnet. Mit Italien beständen keine Mißverständnisse mehr. Einzig und allein Al­banien vernrfache noch einige Besorgnis. Er sei mit Mussolini übereingekonrmen, sich jeder I n tervention in Albanien zu enthalten und im Gegenteil sogar die Unabhängigkeit dieses San-1 des zu verstärken. Dieses Einverständnis mit dem I

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Die Revolution in Albanien.

Belgrad, 16. Dez. Hier eingetroffenen Mel­dungen zufolge ist die Lage der albanesischen Rb- gierung infolge be» schnellen Umsichgreifens der revolutionären Bewegung in Albanien kritifch. Un- ter den Führern der Aufstandsbewegung befindet

Lage noch durch die innerpolitische Gefährdung, deren SCirie

ff. Berlin, 17. Dez. Wie die Blätter mel­den, wird der Reichspräsident bereits heute den Auftrag zur Regierungsbildung erteilen. Nach gtfiern int Reichstag umlaufenden Gerüchten soll der Reichspräsident die Absicht haben, den Minister des Aeußeren, Dr. Stresemann.der heute nach SciHn zurückkehren wird, mit der Kabinettsbil- teng u betrauen. Wie die „Zeit" bemerkt, wird Dr. Stresemann aller Wahrscheinlichkeit nach den «! ihn ergehenden Auftrag nicht annehmen. Man | ^rechnet im allgemeinen damit, daß Dr. Stresemann i» künftigen Kabinett den Posten des Autzenmini-

handeln kann, entweder eine Rechtsregierung mit wohlwollender Unterstützung des Zentrums zu bilden, oder aber das Kabinett Marx-Stresemann S rekonstruieren. Es scheint festziistehen, daß

r Reichspräsident zuerst den Versuch machen Bttb, eine den Rechtsparteien nahestehende Per- MÜchkeit mit der Kabinettsbildung zu beauftra­gen. Sollte dieser Versuch jedoch scheitern, so ist - mit Sicherheit anzunehmen, daß Dr. Marr von neuem dazu berufen fein würde, die neue Regie­rung zu bilden.

Berlin, 16. Dez. Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, hat die deutschnataonale Reichs- tllgsfraktion heute nachmittag die Abgg. Graf kestarp. Schiele, Behrend und Winck­ler als Unterhändler für die Regierung s- bilbung bestimmt. Im Laufe des Abends werde ter Reichspräsident noch einmal den Abgeordneten kchiele empfangen.

Briand übet den Völkerbund.

Paris, 16. Dez. Der französische Delegierte auf der Tagung des Völkerbundes in Rom, Briand, hat, wie berichtet wird, einem Journa­listen gegenüber folgende Aeußerung getan: Könnte nicht eine Formel zur Herstellung des Gleichgewichts, zur Garantie des Friedens und zur Erleichterung der Friedensaufgaben des Völker­bundes in einem friedlichen englisch-fran- zösifch-itaiienifch-deutschenPakt ge­funden werden? Könnten die größeren Industrien dieser vier Sänber nicht dazu kommen, die Gründe ihrer Rivalität und ihrer Reibungen auszuschalten?

fk. Wien, 17. Dez. Um die militärische Kon­trolle in Oesterreich abzuschlietzeu, hat die Bot­schafterkonferenz eine Generalinspektion durch das Liquidationsorgan des internationalen höheren Ueberwachunosausschusses verfügt Dieses Organ werde durch französische und italienische Offiziere verstärkt. Die Generalinspektion werde in den 1 nächsten Tagen beginnen und sich sowohl auf das Bundesheer sowie auf die Industrie erstrecken.

jetregierung politisch gut stehen. Der vielge­schmähte Mac Donald-Vertrag wird eines Tage» ohne sehr große Aenderungen dem heutigen Uw terhause auf den Tisch gelegt und von ihnen ange­nommen werden.

hätte. Die Fehler des Versailler Vertrages untz der Ruhrbesetzung wirken eben nach.

Schärfer in der Tonart, aber doch auch nie di» Grenze der Höflichkeit überschreitend war Ire* nelyan. Er beschäftigte sich mit ,der russischen Frage, und feine Besorgnis, England könne durch seinen Widerstand gegen den englisch-russischen Vertrag aus Rußlands Außenhandel verdrängt werden, regte auch die Konferoativen sichtlich auf. Tie Frage der Arbeitslosigkeit ist in England noch lange nicht gelöst, und nur die Erziehung des rus­sischen Konsumenten kann Englands Industrie den nötigen Beschäftigungsgrad wiedergeben. Unmit­telbar an diesen Konsumenten heranzukommen ist nicht möglich, denn das Außenhandelsmonopoi der Sowjetregierung verhindert es, sich der alten Me.

Sogar der Sinowjewbrief — mag er echt oder falsch sein — wird das nicht verhindern. Als Cham- berlain erklärte, für ihn fei der Brief echt und et lasse darüber gar keine Diskussion zu, schien di» Fülle feiner Gründe nicht sehr stark zu fein. Spä­ter erklärte er auf eine Frage Mac Donalds, di» | Echtheit des Briefes gehe daraus hervor, daß bet Brief in England von der Leitung der kommunisti, S^en Partei in Empfang genommen worden fei as Argument wurde von den Konservativen be- klatscht. Aber es war nur im ersten Augenblick eindrucksvoll, denn auch Fälscher hätten ja alles Interesse daran gehabt, den Brief der Leitung der kommunistischen Pattei als offizielles Schriftstück in die Hände zu spielen. Nur fo konnte eine In- trige politisch wirksam gemacht werden. Mag der Brref nun echt oder unecht fein — auch eine Kon- servative Regierung kann nicht auf den russischen Markt verzichten. Ist der Absatz englischer Waren

»rs weiter begleiten werbe. Die Möglichkeit der ldnng eines überparteilichen Kabinetts wird als »nig wahrscheinlich bezeichnet, da die im kommen- ter, Kabinett zu erledigenden Steuer- und wirt- Mstlichen Problem eine unbedingte Mehrheit in *5 Parlament verlangen. Wie die „Voss. Ztg." >ülen will, soll Dr. Stresemann nach seiner Ableh- dem Reichspräsidenten einen außerhalb des 1 Parlaments stehende Persönlichkeit nennen, die für 1 tet Kabinettsbildung in Frage käme.

Dir Demokraten für die „Große Koalition".

Berlin, 16 Dez. Wie aus parlamentattschen Kreilen verlautet, hat der Abgeordnete Koch in ter heutigen Besprechung dem Reichspräsidenten 'Kne^t erklärt, daß die Demokratische Par- -«e 1 die Bildung der Großen Koalition an« > prelle.

Berlin, 16. Dez. Als erste der neuen Reichs- «Ls-raktionen hielten im Laufe des Dienstag Vor- ^mao die Deutfchnationalen und die Demokraten jungen ab. In der demokratischen Sitz-

die um 11 Uhr beoann, wurde der bisherige Erstand Koch, Erkelenz, Haas wiedergewählt. L« deutschnationale Fraktion, die eine halbe g^pöe später zusammentrat, wird sich voraus- Mkch erst Mittwoch konstituieren. Die Aus-

über die politische Lage fand lebhafte SeJ ?.;’9«ng. Die Abgg. Wallraf und Winckler retteten Bericht über ihre Besuche beim Reichs- MAidenten, Graf Westarp referierte über die Aähche Lage. Ein Komitee wurde damit be-

die Unterhändler für die Berlmnd- FWn über die Regierungsbildung zu bestimmen.

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Anzeiger ftir (das Mer lmMMe) SberWm - SkntllcheS BerklmdlglmasblaU -es Kreises Marburg

1 Berlin, 16. Dez. Der Reichspräsident Mpfing heute ihorgen zunächst den Reichstags­präsidenten Wallraf, sodann nacheinander die Führer der Sozialdemokratischen Partei, der Leutschnationalen Volkspartei, des Zentrums, der Deutschen Volkspartei, der Demokraten und der

Lirtschaftspartei zu einer Einzelaussprache "her i gen wird in dieser Frage kaum vor Ende März tziepolrtische Lage und die Fr a ge d er e-1 eine Entscheidung fallen, da die beteiligten Völker- »ierungsbilbung. Der Vertreter ber Bay- bunbsmächte die Frage bet Rüstungskontrolle Men Volkspartei, ber noch nicht in Berlin ein- schon deswegen vertagen müffen, weil die sich aus getroffen ist, wird voraussichtlich morgen vormit- dem Schlußbericht der interalliierten Militärkon- jng vom Reichspräsidenten empfangen werden, trollkommisfion ergebenden Entscheidungen der $or morgen mittag ist die Auftragserteilung zur Botschafterkonferenz mindestens bis Ende Januar Aegierungsbildung nicht zu erwarten. verzögern werden. Interessant ist übrigens eine

1 Qu. Berlin, 17. Dez. Die Besprechungen der neuerliche Meldung, wonach man in den VölKer- Parteiführer mit dem Reichspräsidenten haben de- bundskreisen mit der Möglichkeit rechnet, daß eine reits zu einer wesentlichen Klärung der politischen neue deutsche Reichsregierung schon im Februar Situation geführt. Obwohl es sich zunächst nur ein Zulassungsgesiich an den Völkerbund stellen ent eine rein informatorische Aussprache handelte, würde. Worauf sich diese Vermutungen stützen, 8ßt sich doch im allgemeinen schon jetzt übersehen, ist jedoch in den Berliner diplomatischen Kreisen leeldje Möglichkeiten der Regierungsneubildung zur Zeit völlig unbekannt. Es erscheint zur Zeit aeacben sind. Auf Grund sehr eingehender Er- auch nicht sehr wahrscheinlich, daß eine neue j frterungen konnte doch immerhin festgestellt wer- deutsche Regierung in so kurzer Zeit eine so weit-j den, daß es sich in der Hauptsache nur darum tragende Entscheidung fällen können wird.

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Qu. Berlin, 17. Dez. Wie wir aus maß­gebenden außenpolitischen Kreisen erfahren, sind alle aus London und Rom stammenden Meldun­gen über ein angeblich erzieltes Uebereinkommen des Völkerbundsrates hinsichtlich der künftigen Rüstungskonttolle über Deutschland reichlich ver­früht. Nach den in Berlin vorliegenden Meldun-

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«art», 16. Tez. HavaS berichtet aus Drüsielr sich auch der frühere Ministerpräsi'deilt Ahmed Zogu. I parationszahkrngm,/ Parker^Gilber^^euPsangen.^

Wie wir »an unterrichteter Seite erfahren, hat der Generalagent der Reparationen, Parker Gilbert, m feinen Verhandlungen mit dem btttischen Finanzamt wegen der Exportabgabe auf Einiouno erriett p n h fFn p h n m6 I ^a^^etInin 11 Mussolini erörtert wurden. Das ;"ff6«-M * Die Frage der Exportabgabe soll künftighin fo ge­regelt werden, daß England diese Abgabe auf die deutschen Ausfuhrwaren weiter erhebt, der Betrag aber dem Reparationsagenten als Kredit gutge- fchrieben wird, über den er verfügen kann. In der Verwendung der Gelder ist ber Reparations­agent nur insoweit beschränkt, daß diese nicht als Zahlung für Besatzungskoften in Frage kommen oder unter die belgische Priorität fallen.

Das Problem ber MerbmMontrM i ftchen Machtaebiet seiner Herrschaft zu machen. Daß Frankreich seine Hand in diesen nicht abreißenden und schließlich zu einem regelrechten Feldzug mit modernen Waffen sich verdichtenden Kleinkriegen I gehabt hat, läßt sich nicht ohne weiteres von der 5>and weisen. Nicht nur nach dem alten juristischen Fragesatz „wer glaubt den Vorteil davon zu ha­ben?" Das Vorhandensein französischer Waffen ist von spani'cher Sehe mehrfach sestaestellt worden. General Primo de Rivera hat nun vor einiger lleit den Beschluß gefaßt, das Landesinnere den aufftän»

k $ari.5- 16. Dez. Der „Matin" schreibt, daß der Aufstand der Anjherastämme nörd­lich von Tetuan für die Spanier und für Tanger eine nicht zu unterschätzende Bedrohung bilden. Das spanische Heer werde, wenn es auf der anfangs be­absichtigten Linie seinen Rückzug einstellen werde, Zwischen zwei Feuer genommen und, wenn die Er- hebung dieser Stämme sich entwickle, ernste Schwie- rrgkeiten haben. Die im Marokkogebiet interessier­ten Mächte beunruhigten sich in Wahrheit nicht we­gen des Rückzuges aus dem Innern nach der Küste, der nahezu beendet sei, sondern vielmehr wegen der ----------u—,— Vl. —*

Lage, die Absichten der Madrider Regierung bezüg- nach Rußland jetzt nur gering, fo muß dieser ltd) der Bestimmungen des Rückzuges selbst seien Markt erst recht erkämpft werden. Die englischen ’ - - Industriellen, ob konservativ ober liberal, und die.

englischen Sozialisten wissen, daß man den Kom­munismus in England am sichersten dadurch be­kriegt, daß man dem Arbeiter Arbeit gibt Cham­berlain sprach über das russische Absatzgebiet etwas hochmütig. Aber man laste sich nicht täuschen. Die Verständigung mit Rußland wird nicht mehr lange auf sich warten lasten.

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Die vorgestrige Beratung über die Außenpolitik tm Unterhaus wirkte vor allem wohltuend durch I Ihre vorzüglichen Formen. In dem Dialog zwischen Austen Chamberlain und bet Opposition, die durch Mac Donald und Trevelyan vertreten war, et> tonte nicht der leiseste Laut von politischem Haß ober von Mißachtung bes Gegners. Es war wirk­lich eine mustergültige Besprechung von Staats­männern, bie verschiedene Ansichten in allgemein nen und besonderen Fragen haben und verschie« benartige Methoden empfehlen, über bie Inter- effen ihres Landes. Das ganze Haus — ein» I schließlich ber Tribünen — war erfreut barübe^ daß Mac Donalb ben Anfall von Nervosität, bei ihn infolge übermäßiger Wahlarbeit angepacks hatte, überwunben hat. Er war biesmal straff, ge- wandt und temperamentvoll.

Für Deutschland war das Interestanteste die Frage Mac Donalds, die Chamberlain nicht beant­wortete oder eigentlich durch Uebergehen und Schweigen sehr beredt beantwortete: Hat Herr Chamberlain in Paris mit Herriot die Räumunc der Kölner Zone erörtert? Obwohl Mac Donali diese Frage als „besonders bedeutsam" bezeichnetl -■ denn es müsse jetzt zugleich die Frage entschie. den werden, ob England am 10. Januar als Bs« sotzungsmacht alisscheiden ober sich an ber Besetz­ung gewisser Gebiete weiter beteiligen wolle —, Chamberlain blieb stumm. Aber fein Schweige» würbe von jedem im Hause verstanden: Ich habt in Paris mit Herriot über diese Frage gesprochen, er hat mir erklärt, daß er sich mit der Räumung der Ruhr nicht allzu ehr beeilen dürfe, weil ihn sonst sein rechter Flügel (die Loucheurgruppe) im Stich lasse, die Ruhr könne aber nicht in der Luft schweben und deshalb müsse Frankreich, wenn wir die Kölner Zone verließen, diese selbst besetzen« lvas Herriot recht unangenehm wäre, denn dann würden ihn die Sozialisten angreifen —, und sa bleibt uns Engländern, wohl oder übel, nicht, übrig, als in der Kölner Zone stehen zu bleiben« bis Herriot anftänbigerroeife aus der Ruhr her­ausgehen kann oder vielmehr muß.

Diese nicht gesprochene, sondern geschwiegen, Antwort Chamberlains wird bei ber englischen Arbeiterpartei keine große Aufregung hervorru- fen, denn im Grunde ist jeder davon überzeugt, daß Mac Donald es auch nicht anders gemacht

Bonbon, 16. Dez. Die „Times" meldet aus Tanger: In einigen europäischen wie Einge- borenen-Krei^en herrscht die Ansicht, daß die Spa» nier den Aufstand der Anjherasstämme ahne Igroße Schwierigkeit unterdrücken können. Auch dis „Westminster Gazette" läßt aus Tanger berichten, daß der Anjherasaufstand für Tanger keine ernste Gefahr bildet: es fei dort alles ruhig. „Daily Mai l" zufolge sind die amtlichen britischen Kreise durch die Meldungen über den I Anjherasaufstand durchaus nicht beunruhigt. Sollte der Aufruhr erfolgreich fein, würde die britische Re­gierung mit den anderen Unterzeichnern des Sitae« ,, K -■m~.r z '------•

cirasabkomens gezwungen fein, eine Aktion zu un- V"den durch Reifende ufro. zu bedienen. Wer mif ternehmen. Ter diplomatische Berichterstatter des Rußland Handel treiben will, muß mit der Sonx „Daily Telegraph" schreibt, bei dem Inter- ns*

esse, das Italien und Großbritannien an der Auf­rechterhaltung der Ordnung an der Westküste hat­ten, könne eine internationale Konferenz der Un­terzeichner des Algscirasabkommens, die diese Frage lowie die Tanger berührenden Probleme zu behan­deln hätten, schwerlich lange verschoben werden. Der Berichterstatter erinnerte in diesem Zusammenhang daran, daß Deutschland, Oesterreich und Ungarn in den Friedensverträgen auf ihre Rechte in diesen fragen verzichtet hätten.

brlin, 16. Dez. Der Amtliche Preußische! , Es gibt auf der Weltkarte bestimmte Landge- H neöienft teilt mit: Das preußische Staatsmini-! biete, in denen ständig eine Glut schwelt, die jeder- Ko ’n seiner Sitzung am Dienstag Stel-Izeit durch einen Eingriff von außen zu Heller, ge- »er Frage, an welchem Termin der neue fahrdrohender Flamme angefacht werden kann, fc U'che Landtag zusammentreten solle. Nach Immer wieder sprühen dort die Funken auf, und es W> Zulassung wurde der Landtag spätestens am bedarf nur des Anblasens von irgend einer Seite nach Beginn der Wahlperiode zusammen- her, um das Feuer weiter frefien zu lallen. Der R teÄ»' “nb„es roiitbe mithin die erste Sitz- Balkan ist das in dieser Beziehung gefährlichste Ee-

im Ä 3an“.ar stattftnden Da jeJ biet. Auch China rechnet unter diesem Krisenherde. !*ten hL " ?a^r eme Parlamentstagung Be onderen Klang hat in diesem Zusammenhänge 35. ^rIewttage und aus parlarnentarifch-tech- endlich das Wort Marokko I

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