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ShiS Problem ber RepmatlonÄchgabe
AM über den WMamvs
von
Kultusminister Beelih kberKultursruM
Lnsbm» öffne» seine Archlvr
I trotzdem auch heute noch die Degierungsmänner durch I das Land reisen und diese Verschlechterung alS ihren I großen Erfolg preisen, dann kann man sich vvrstellen, I welche Blüten ein Wahlkampf getrieben Hütte, der direkt um die Londoner Abmachungen geführt worden wäre. Man ist auf ber Regierungsseite auch so stolz auf die vielfache Lleberzeichnung ber 800« Millionen«2lnleihe für Deutschland. Ich habe
I dafür kein Verständnis.
2ch will hier heute auf den Dawesplan nicht noch! einmal näher eingehen. Ich will nur besonders betonen, daß wir im neuen Reichstage eine starke nationale Rechte auch deshalb brauchen, um einen gewissen Machtfaktor hinter die notwendigen diplomatischen Bemühungen um Abänderung der in ihrer jetzigen Form unerfüllbaren Londoner Abmachungen setzen zu können. Die Londoner Abmachungen waren also vom Reichs» I tage angenommen. Der marxistisch beeinflußten Deichs« I regierung war damit eine gute Wahlparole genommen. I
auftragen. Gerade auS diesem Grund« ist eS so übe» auS wesentlich, baß die Deutschnationalen auch in btt neuen Reichstag als stärkste Partei rtnziehen, und da im parlamentarischen Leben Macht wieder Macht «rzieht. so ist zu erwarten, daß die anderen nationale» Parteien sich um die stärkste beutschnationale Fratton scharen und von einem Zusammengehen mit ber Sozial« 6 emo trotte absehen werden.
Gelingt eS unS aber, am 7. Dezember den Rovern« bergeist entscheidend zu schlagen, so haben wir praktisch einen Schritt vorwärts gemacht, diese »poche der schwär,rotgelben Versumpfung zu überwinden. WaS wir brauchen, ist eine sichere unkt solide Regierung, die die staatliche Mißwirtschaft im Smrern beseitigt, die besonder» in Mittel« und Rvrd« beutschland unendliche Verwüstung erzeugt hat. Wir brauchen aber auch eine Regierung, die auch nach außen stabil ist. »ine auf internationalistischer und ut opistischer Grundlage beruhende Regierung kam, nicht stabil fein, weil nur die grundsätzliche Vertretung der Allgemetninterefsen ber Ration eine stabile Basis sür die Regierung jedes Staate« bilden kam,.
Die »rben der Revolution haben nur andere al- nationale Interessen vertreten und sich von undeutschen Ideen betören lassen. DaSjungeDeutfch- land, das ich heranwachsen sehe, hat sich aber mit den großen Problemen der Menschen- und Völker« und Staatenschicksale von deutschen Gesichtspunkten au» beschäftigt. Ich denke hier nicht an einzelne Parteien, mit stehen vielmehr vor Augen alle die nationalen geistigen Bewegungen und Regungen, die in« halb der vaterländischen Kreise über bi« Parteien hinweg eine so starke Regsameit in den letzten Jahren entfaltet haben. Man soll sich aber nicht in Ideen verlieben, um in ihnen stecken zu bleiben. Heute handelt es sich darum, all die wertvolle Vorarbeit dieser tiefen geistigen, deutschen und nationalen Strömungen und Bewegungen realpolitisch zum Ruhen unsere» ge« samten deutschen Volkes und Vaterlande« auszuwerten und sie nach Möglichkeit zu einem breiten, starken Strome einigen deutschen nationalen Willen« zu- sammenflietzen zu lassen, um am 7. Dezember dem undeutschen roten und internationalen Deutschland von Rovember 1918, da« die Farben fchwarzrot-! gold mißbraucht hat, wieder da« wahrhaft deutsche und nationale Deutschland ent-, gegenzustellen, da» nach dem 7. Dezember unter de« heiligen Flagge schwarzweißrot zu einem neuen deutschen Eigenleben emporwachsen soll."
I München, 29. Aov. Großadmiral v. T i r p i h I hielt hier in einer sehr stark besuchten deutschnationälen I Wählerversammlung eine Rede zur politischen Lage, Im der er u. a. folgende» ausführte:
.Es lag bei meinem letzten Hiersein eigentlich kein I Grund zu der Annahme vor, daß der Reichstag so I bald aufgelöst würde. Aber freilich, solange es eine Ideutschnationale Fraktion von 106 Mit« I gliedern gab, scheint mir die Tendenz de» jetzigen I Reichspräsidenten immer dahin gegangen zu sein, eine I Gelegenheit zur Auflösung des Reichstages zu suchen, I um womöglich eine Zusammensetzung des neuen Deichs« I tages herbeizuführen, in dem die marxistische Dichtung wieder die ausschlaggebende Dolle spielt. Reichskanzler »Marx reist jetzt durch das Rheinland, um di« Erfolge I der Londoner Konferenz für Deutschland zu Preisen. I Ich stehe nicht an. zu sagen, daß ich geradezu erschüttert I bin, den leitenden Staatsmann des Deutschen Reiches I in dieser Rolle zu sehen, in der er die wenigen Qua« I dratmeter, die paar Schilderhäuser, die die Franzosen I in dem widerrechtlich besetzten Gebiete an der Ruhr I geräumt haben, zu einer Siegessäule für seine Etaaiskunst aufzutürmen versucht. Diese Rolle des Reichskanzlers Marx loirkt umso peinlicher, als es doch Herr Marx war, der vor den Wahlen vom 4. Mai trn Apollotheater zu Düsseldorf in Gegenwart der Vertreter der französischen Besatzung den Bayern französische Besatzung zur Po« litischen Erziehung wünschte. And wenn Herr Marx diese Aeußerung ein paar Tage später in Köln mit dem Leichtsinn seines rheinischen ® luteS| zu erklären versuchte, dann weih ich nicht, ob er damit seinen staatsmännischen Berus gerettet hat.
Die Reichstagswahlen, vor denen wir heute stehen, | erhalten ihre Bedeutung nicht vom Gesichtspunkt [6er einzelnen gartet aus, sondern sie sind Über« ; aus wichtig, weil sie die politische Grundlage für die Wahl des Reich-Präs id ent en im kommenden Frühjahr legen.
Man hat den Dawesplan für eine zugkräftige innerpolitische Wahlparole mißbrauchen wollen. Die Reichsregierung hat durch die kaum staatsmännisch, wohl aber parteipolitisch zu erklärende hastige Festlegung auf den Inhalt des Dawesplanes ein« große Verschlechterung dieses Planes herbeigeführt. Wenn
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' Berlin, 3. Dez. Wie die „Bossische Zeitung" erfährt, vertritt der Generalagent für die Reparationszahlungen, Gilbert, die Auffassung, selbst wenn es zwischen Deutschland und England oder oder Deutschland und Frankreich zu irgendwelchen Vereinbarungen über die 26prozentige Reparationsabgabe kommen sollte, brauche er die Zahlungen auf die Reeoverhabgabe nicht zu ersetzen F und werde sie auch nicht ersetzen. Das Festhalten die,es Standpunktes betrachte Gilbert als den wichtigsten Punkt seines augenblicklichen Programms und er betonte, daß nur zweierlei eintreten könnte, so- wnge er sich weigere, die Summe zu ersetzen, die die »ntrnte mit Hilfe des Recoverh-Acts gesammelt habe: entweder könnte Deutschland seine Warenausfuhr nicht mehr aufrechterhalten, was das Ende des Dawesplanes bedeuten würde, oder die Entente- Mächte müßten das System der Sonderbelastung der deutschen Ausfuhr aufgeben.
Geschäftswelt den Rat, beim wirtschaftlichen Wiederaufbau »uropaS weiter mit zu totr« I ken, fall» Europas finanzielle Bedürfnisse erfüllt würden. Mellon ist der Ansicht, wen» Amerika sie befriedigen körme, so sei hierzulande eine Periode de» Fortschritt» und de« zunehmenden Wohlergehens zu erwarten.
Amerika — Gläubiger »er Welt.
Washington, 8. Dez. In der Jahresbotschaft an den Kongreß erklärte Präsident Toolidge, die Summen, die da» Ausland den Vereinigten Staaten schuld«, beliefen sich aus etwa 12 Milliarden Dollars. Er sei gegen eine Annullierung dieser Schulden und glaube, «S liege tat Interesse der Wohlfahrt der Welt, daß sie liquidiert und so schnell wie möglich bezahlt würden.
Die deutsch-belgischen Verhandlungen.
Brüssel, 3. Dez. Der Außenminister gab dem Kammerausschuß für auswärtige Angelegen- Ijetten Aufschluß über die schwebenden Wirtschaftsverhandlungen mit Deutschland, die sich auf der Basts der gegenseitigen Meistbegünstigung aufbauen mit Ausnahme bestimmter Warenkategorien, bewnders Produkte der Glasindustrie, der elektrischen und keramischen Industrie.
Rom, 3. Dez. Mit Bezug auf die Verhandlungen zum Abschluß des italienisch-deutschen Handelsvertrages erklärte Botschafter Neurath der „Tri- ^“r'a ' dre deutsche Delegation sei mit der Ab- stcht nach Rom gekommen, um bald zum Abschluß etnes Bertrages zu gelangen, Der Botschafter drückte den Wunsch aus, daß die morgen beginnenden Vor- beiprechungen zu einer vollkommenen Uebereinstim- mung der landwirtschaftlichen und industriellen Znterenen führen möchten, die die beste Grundbe- be‘n£“n9, für die Entwicklung der wirtschaftlichen Kraxte bildeten.
Trotzdem war das Drängen unserer Demokratie zur I Auslösung des Reichstages für den Reichspräsidenten I so groß, daß er die Auflösung anordnete, ehe noch der I Reichstag wieder zusammengetreten war. Man wird I sich klarmachen müssen, was kommen würde, wenn das I Reich in der roten Linie weitergehen würde, die im wesentlichen durch die Führer ber sozialdemokratischen Partei bestimmt ist.
Rachdem durch das Londoner Abkommen unser außenpolitisches Schicksal in wirtschaftlicher Beziehung im wesentlichen zunächst sestgelegt ist, steht im Vordergründe die innere L i q u i 6 a t i o n der Revolution, das heißt: fort mit den Rovember» männern!
[ Hohe katholische Kirchenfürsten, aber auch prominente Mitglieder ber Zentrumspartei, deren Einfluß allerdings heute ausgeschaltet ist, haben wiederholt dar- | gelegt, daß die Revolution vom November 1918 das schändlichste Verbrechen am deutschen Volke gewesen ist, und daß durch sein Gelingen die verab» scheuungswürdige Tat weder sittlich noch ethisch gerechtfertigt wird. Wenn solche Aeberzeugungen zu finden sind in den besten Kreisen unseres Volkes, in den verschieden st en Parteien und in beiden christlichen Konfessionen, dann dürfen wir doch vielleicht mit einer neuen Hoff - n u n g in die Zukunft sehen. Es ist zu verhindern, daß die Sozialdemokratie mit Hilfe des ihr zur Verfügung stehenden Regierungsapparates und bei der Zersplitterung der anderen Parteien zur stärksten Partei im neuen Reichstage wird. . Denn in diesem Falle würde man wohl nach dem Grundsatz verfahren, die stärkste Partei mit der Regierungsbildung zu be-
Der Berichterstatter entnimmt aus den gemel- deten Mitteilungen des Schatzamtes zur Frag« der 26 Prozent, daß die britische Regierung zwar be- £ L-T' deutschen Einwand, daß die augen- blicklrche Abgabe als Daris wirke, entgegenzukommen, ! aber keine Vereinbarungen bezüglich der periodischen n deren Höhe sich aus die offizielle Handel«-1 fratifti? gründen soll, annehmen könne, die vom Generalagenten und dem Transferausschutz unter der Begründung beschlagnahmt werden könnte, daß e» eine Währungsoperation sei, ober die zu Gunsten der amerikanischen Priorität für die BesatzungS- kosten oder der belgischen Priorität für die Reparationen beschlagnahmt werden könnten
Auch der Berichterstatter der „Westminster Ga- „ betont, daß nicht länger eine unterschied-1 tiche Behandlung gegenüber den Deutschen, die mit England Handel treiben ober in England kauf-1 männisch tätig sind, stattfinden werde. Die vollen | Privilegien de« Friedens würden neuem allen Deutschen gewähtt.
Die dentsch-franzSfischeu «erhanvlnnge«.
$a r !8' ®ei- Heber die Verhandlungen, die zwischen den deuffchen und den französischen Sachverständigen der Schwerindustrie geführt und die zum 16. Dezember vertagt wurden, berichtet Havas, daß eS gewiß scheine, daß die Be- sprechungen zwischen den französischen und deut- Vertretern der Schwereisen-Jndustrie eine neue Richtung genommen haben und daß eine Aufteilung ber Märkte unter bie verschiebenen Probuzenten Jefct ins Auge gefaßt werbe. Diese Frage gehe aber über ben Rahmen der wirtschaftlichen Verhandlungen zwischen den beiden Ländern hinaus und eS sei wahrscheinlich, daß, soweit endgültige Ergebnisse erzielt werden, die verschiedenen eisenprodu- zl-renden Länder, wie England, Belgien, die Tscheche ^towakei und Polen über den Gang der Unter« banblungen unterrichtet unb daher sondiert werden sollen, ob sie sich an dieser neuen Organisation evtl, beteiligen würden.
Vie MrWsfts-MrhaMmgen
Land on, 3. Dez. Zur Unterzeichnung des deutsch-englischen Handelsvertrages und des beigege- ‘ Protokolls schreibt der diplomatische Bericht- L .crftatter des „Daily Telegraph" beide enthielten nnige vollkommen neue, vom politischen Stand- WHunkt aus zu begrüßende Merkmale und könnten Mfomit als Richtschnur für die künftigen Handels- Englands mit den auswärtigen Ländern! :8??eneik Bisher erhielt Großbritannien nur eine Wttabiiionelle Meistbegünstigung. Die Ansprüche i ^rohüritanniens auf bie niedrigsten deutschen Tarife Mr wesentlich britische Erzeugnisse ober Erzeug- MNisgruppen seien von Deutschland in einer Form I ^genommen, bie keinerlei Schlupflöcher zulasse i Großbritannien erhalte auch von Deutschland die M. Freiheit und auch auf jeden Fall in der Theorie Moic Gleichheit ber Möglichkeiten für feine Han-1 Mbelsschiffahrt unb Banken. Im Austausch erhalte | Deutschland von Großbritannien die Abschaf-I n g aller unterschiedlich en Gesetzge-I Übung gegen vormalige Feinde in ben Fra-1 U 8en, die die Bailken, die Handelsseeleute unb nicht- W Eisenhaltige Metalle betreffen. Dies werde Teutsch- t t"vd sowohl moralische als materielle Vorteile f bringen. Der Vertrag umfasse 31 Artikel. Das V Protokoll, das die Grundsätze enthalte, auf die sich der Vertrag gründe, sei nalürlich ein weit lür- «etes Dokument.
: Die Tatsache, daß von deutscher, österreichischer
islscher Seite bereits eine große Anzahl von . Dokumenten über bie Vorgeschichte des Welt- veröffentlicht worden ist, ohne entsprechende Archivöffnungen bei den Ententestaaten zu veranlassen, beginnt diesen doch mehr und mehr peinlnh zu werden. Im Kriege und noch eine Weile bana$ tonnte man die öffentliche Meinung der Welt mit höchst einseitiger Propaganda, nach Be- *‘€&en..,au$ E faustdicken Lügen überschwemmen und übertölpeln. Allmählich ließ aber die Ver-j 1rauen^ehgreit_ naib, wozu vor allem die wiisen-
I schädliche Verorfentlichung amtlicher Dokumente bei- getragen hat. Jetzt sind wir bereits so weit, daß
I die Ententestaaten sich in manchen Ländern, bie I r^rtrt?rL9e6Iieb«n. toaren ober auch wie Amerika, I ™t,e6^4 am Kriege teilgenommen hatten, in bie Devensive gedrängt sehen. So hat sich denn der englnche Ministerpräsident Baldwin entschlossen, eine Genehmigung seines Amtsvorgängers Mac Donald zu bestätigen und bie Wahrheitsforscher an bie * Archive heranzulassen. Aber mit Vor- ''ch,i. 2um allgemeinen Studium sind die Akten des! engliichen auswärtigen Amtes, die bisher nur bis 1860 Dfren;tanben, jetzt bis 1878 freigegeben wor- X*”’ ossiziellen Dokumente jedoch, bie sich auf bte Entstehung des Weltkrieges beziehen, werden nur zwei sorgfältig ausgewählten Forschern, Herrn
$f.r5n Temperly, zur Verfügung ge-1 stellt. WaS diirfen die, was werden bie veröffent-1 Uchen? San» so bas Mißtrauen beseitigt werben?
. ß o n b o n , 4. De;. Der divlomatische Berichterstatter der „Westminster Gazette" schreibt: Bei der gestrigen Sitzung ber parlamentarischen Arbeiterpartei sei von Mitgliedern vom linken Flügel erreicht worden, Mae Donald bie Fahrung zu entziehen. Mac .'oualds Stellung fei kritisch geworden. Das I Parlamentsinitglicd Marten hat Lansbura zum | öünrer der Partei vorgeschlagen, dem sich Wallhead uud andere Mitglieder des linken Flügels der Partei, au.chlopen. Landsbury hat abgelehnt. Der Antrag, wurde durch Abstimmung abgelehnt.
| Ermäßigung der amerikanischen ReParativnSforde- I fc rangen?
Paris, 2. Dez. Nach offiziellen Kabeldepeschen «ns Washington haben bie Vereinigten Staaten, bie von Deutschlanb eine Milliarde Dollar als „Reparation" verlangt hätten, mese^ Forderung auf 300 Millionen Dollar er- i ® S 6 i g t. Der Eindruck dieser Meldung auf die Pariser politischen unb finanziellen Kreise ist sehr
Furchtbar ernst fei die Klage, daß unser Volk überhaupt nicht verstehe. Die Kluft Zwischen II: ' gebildeten und Gebildeten müsse durch soziale Ver- * bindung beider Schichten gemildert werden, und dazu sei der Aufbau der Einzelschulen verschieden« ster Richtung auf der Gemeinschaft der erstell Schuljahre der rechte Weg. Darum seien auch die A u f b a u s ch u l e n im engeren Sinne, die sich zweifellos bewährt hätten, zu vermehren,- 70 be. ständen bereits, und weitere 30 habe ihm der Finanzminijter soeben bewilligt,' über 5000 Rin«' der würden heute schon in solchen Schulen unter» richtet. Weiter sei, so betonte der Redner, die M st d ch e n s ch u l b i l d u n g zu fördern. Hier dürfe man nicht immer von Inferiorität der Frau dem Manne gegenüber reden. Es könne ein Mäd-j äjin, das eine abgeschlossene Bildung habe, Loch)
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3. Wahlversammlung der Deutschen Volkspariei. J m Die hiesige Ortsgruppe der Deutsche» ^Bolkspartet hatte für ihre am letzten Freitag in den Stadtsälen abgehaltene Wahlversammlung als Hauptredner den preußischen Kultusminister Herrn Dr. B o e I i tz, gewonnen. Zu Beginn bet aus allen Kreisen von Stadt und Land sehr stark' besuchten Versammlung begrüßte der Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr Regierungslandmesse- Sauer, den Minister, der alsdann das Wott zt einer groß angelegten Rede ergriff. Eingangs miet.
| Dr. Boelitz auf die Not der Zeit hin, in der besonders der Drittelstand, die alten Kulturschichten, alles verloren habe Vieles sei freilich seit einem Jahre unvergleichlich besser geworden. Aber da» Wunderwerk der Rentenmark bedeute nur eiff den Anfang zur Gesundung,- das deutsche Volk muffe noch durch schwere Arbeit und Entsagung hrndurchgehen. Nicht mit einer Politik der gilu» ftonen — hie Sowjetstern, hie Hakenkreuz —
n roir' im Traume, zu neuem nationalem; Aufstieg gelangen, sondern nur, wie einst die Rite' mer im Kriege gegen Hannibal, hindurch durch! das innerlich befreiende und nach außen neue? Kräfte sreimachende Eingeständnis der erlittenen Niederlage. Au<^ die Londoner Konferenz wolle er, obwohl sie einen außenpolitischen Fortschritt für uns bedeute, nicht als großen volitischen Er»1 fclg buchen,- aber sie habe dem deutschen Volk die' ui-entbehrliche Atempause gebracht. Der 29. 2htg,- on dem über das Londoner Abkommen abgs I summt wurde, sei ein Sieg der Deutschen Volk« Partei gewesen, weil sich an ihm und seit ihm auck oie Deutschnationalen, wenn auch nur zögernd uni schwankend, auf den Äoden der von ihr und ihrem Führer feit diesem Frühjahr unbeirrt verfolgteip Außenpolitik gestellt hätten. \
Aber nicht nur um materielle Dinge gehe ee, * sondern auch um Ideale, um Kulturgüter. Wäh.' rend dreier Jahre fei in Preußen ausbauende Kul« turarbeit geleistet worden. Nun gab der Kultus, r Minister einen Ueberblick über seine bisherige Amtsführung, gewissermaßen einen Rechenschaftsbericht,- er skizzierte die Gedanken, die ihn bei seiner ganzen Kulturarbeit geleitet hätten. Da fef zuerst die Schaffung der Einheitsschule gewesen. Ueber aller Einzelpflege der Bildung ton*-' man nicht die Einheit der Bildung vergesse .
Amerika ünv der Wiederaufbau Europas.
Washington, 3. Dez. Das Schatzamt hat eine persönliche Crnai-ung des ■ Schatzsekretärs Mellon bekannt gegeben. die dieser in einer Zeitschrift veröffent» kd&t hat. 2n Licjcr gibt Mellon der amerikanischen
Eine Rachricht von größter Bedeutung — wenn sie sich bewahrheitet — taucht in der Berliner Presse auf: der Generalagent Gilbert weigere sich, weitere ! Zahlungen für den Ersatz der von England und Frank« ; «eich erhobenen Einfuhrabgabe auf deutsche Waren lsnach dem Recoverh Act) zu leisten. Bekanntlich ; hat England damit angefangen, die deutsche Ausfuhr ' nach Großbritannien mit einer Sonderabgabe von 26 d. H zu belegen, um auf diese Weise leicht und schnell ju einem Anteil an den Reparationszahlungen zu fommen. Die Abgabe wurde den deutschen Expor» ; teuren von der Reichsregierung ersetzt. Si« war 'taber sehr lästig und hatte beträchtlichen Zinsverlust j ta Gefolge, sodaß jetzt bei den Londoner Handelsver- tragSverhandlungen ein anderer Zahlungsmodus er» örtert wurde. Ganz unberechtigterweise war Frank» ^reich, das doch an der Quelle der Reparationszah- | fitjt, dem englischen Deispiel gesolgt, und nndere I Staaten erwogen das Gleiche. Damit wäre aber jdte Stellimg der Generalagenten völlig untergraben, sda er ja die deutschen Zahlungen überwachen und fatn» I ;’nein und verteilen soll. Wie soll er da» machen, wenn jeder Staat sich seinen Anteil im voraus weg» I rafft? Die Reichsregierung hat diese Frag« Herrn I Gilbert torgelegt und wohl deshalb in Paris und ßo»bon auf eine sofortige Entscheidung verzichtet. Denn I für uns ist es natürlich bester, wenn der Generalagent zDeto einlegt. Er soll diesen Standpunkt als den wichtigsten Puntt feines augenblicklichen Programms I -betrachten, und dazu da» folgende erklärt haben: , Solange er sich weigere, die Summen, die die Entente i *nü Hilfe der Recoverh-Abgabe selbst gesammelt habe, I wieder zu ersetzen, könne nur zweierlei eintreten: entweder könne Deutschland keine Waren mehr aus» führen, und das wäre das Ende de« Dawesplanes (an I bem die Ententemächte auf« stärkste interessiert sind) oder sie mühten das System einer Sonderbelastung I fber deutschen Ausfuhr aufgeben.
®« liegt, wie wir oben anbeuteten, durchaus im I Bereich der Möglichkeit, ja es wäre wohl das einzig Logische, daß der Generalagent Gilbett sich auf diesen rldsählichen Standpunkt stellte. Ob er das bereits
dieser schroffen Form getan hat. bleibt freilich I , togutoarten. Jedenfalls wird nun diese wichtige Frage I iven direkten Verhandlungen Deutschlands mit den einzelnen Staaten entrückt und der Regelung inner» halb der Entente zugeführt. 3m 3ntereffe de» deut» Wen Handels muß nut verlangt werden, daß in Der ttebergangszeit bis zur endmiltigen Entscheidung I nicht eine lähmende Unsicherheit Platz greife, fon» i lern daß bi« dahin der Generalagent die Abgabe ersetze.
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