MM'v-r M w WM kMWWye- SbE'z - Amtliches Berkünbiglmgsblatt -es Kreises Marbmg
Marburg n !„ Rltttovch, een $. Dezember
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Der
2. Wahlversammlung der Demokratischen Partei.
Qu. Berlin, 3. Dez.
Bon unterrichteter
ntritttkS easlMnNackmenlS
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Berlin, 2. Dez. Die deutsche und «»glich« Re» haben gelegentlich der Handelsvertragsverhandlungen in London vereinbart, daß die praktischen Möglichkeiten der Einführung einer anderweitigen Erhebungs- ! Methode der 2öprvzentigen Reparationsabgabe, bei der Zahlungen von Seiten der einzelnen Kaufleute nicht er- forderlich werden, von der deutschen Regierung mit dein Generalagenten und dem Transferkomitee er- örtert werden. Wenn eine zufriedenstellende Lösung gefunden wird, wird die britische Regierung, geleitet von dem ernsten Wunsch, zu einer gegenseitigen Verständigung zu kommen, sich bemühen, zu einer Vereinbarung üebr eine Aenberung der jetzigen Erhebungsart zu gelangen, die die Einnahmen der britischen Regierung nicht vermindern wird.
Die vrutsch-euglischen Berhandlunge«.
I fh. Berlin, 3. Dez. Zu der Unterzeichnung des deutsch-englischen Handelsvertrages bemerken die Blätter, daß damit Deutschland jetzt mit zwei Großmächten, mit den Vereinigten Staaten und Großbritannien, handelspolitisch einen Zustand erreicht hat, der auf der allgemeinen- uneingeschränkten gegenseitigen Meistbegünstigung passiert. Die gegenseitige Meistbegünstigung bezieht sich auf die See- und Küstenschiffahrt, auf die Niederlassung reichsfremder Staatsangehöriger, auf die Anerkennung von Handelsgesellschaften, auf das Konsulatwesen und was weiter bemerkenswert ist, daß sich in dem deutsch-englischen Handelsvertrag ein Schiedsgerichtsparagraph befindet, demzufolge alle s Streitigkeiten, die sich bei der Auslegung des Handelsvertrages ergeben könnten, einem Schiedsgericht unterbreitet werden sollen. Der Vertrag läuft auf fünf Jahre mit einjähriger Kündigung i und man hofft, daß das deutsche und englische Parlament den Vertrag ratifizieren werden. Dem Vertrag ist ein Protokoll beigegeben, in welchem die beiden vertragschließenden Mächten Übereinkommen, unter formeller Wahrung der Meistbe- günftigungsklausel keine Zollpolitik zu treiben, die I — .7-— - • ^v0. «u uiiKuiuuin
der einen oder anderen Macht besonders schädlich erfahren wir, daß der deutsche Botschafter in wäre. Sollten sich dennoch aus bestimmten Gegen- ^an.s- Dr. von H 0 esch, angewiesen worden ist, sützen besondere Nachteile für eine der beiden ber«1 tragschließenden Mächten ergeben, so sollen neue Verhandlungen ausgenommen werden, um derartige Schädigungen zu beseitigen.
London, 2. Dez. Das sechste Parlament unter Konrg Georg dem Fünften wird heute eröffnet. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß es ein viel längeres Leben haben wird als fein Vorgänger; denn das vierte Parlament dauerte nur vom 2 0. November 1922 bis 16. November 1923
unmittelbar nach den Unterhandlungen zwischen üMmberlain und Herriot den französischen Mi- msterprasidenten aufzusuchen, um ihm die Wünsche der Neichsregierung hinsichtlich der Regelung der schwebenden politischen Fragen vorzutragen. — Kennon $06^ sollte ursprünglich noch in dieser Woche in Berlin eintreffen, um der Reichsregierung Platten. Man hat sich aber neuerdings entschlossen, den Botschafter erst nach den Reichstagswahlen zur Berichterstattung nach Berlin zu Dctufcn.
zialistische» Sowjetrepubliken im Rahmen de- Autz«n- handelsmonopol- mit allen Mitteln zu fördern. Die deutsche Delegation akzeptierte da- Ruhen Handels Monopol für die Verhandlungen al- Grundlage ber wirtschaftlichen Struktur ber Gegenseite.
Reue Aussprache zwischen Botschafter Hoesch und Herriot.
2u. Berlin, 3. Dez. Wie wir hören, dürfte bereits in der zweiten Hälfte des Monats Dezember zwischen Deutschland und den Besatzungsmächten der Meinungsaustausch über die Räumung der Kölner Zone und die Fristen der Räumung des Ruhrgebietes eröffnet werden. Nach den bei der Reichsregierung vorliegenden Mitteilungen ist neuerdings zwischen England und Frankreich eine Vereinbarung zustande gekommen, wonach der deutschen Regierung in der Räumungsfrage he- immte Vorschläge unterbreitet werden sollen.' Es ist nicht unwahr cheinlich, daß anfangs Januar' — bis dahin muß die neue deutsche Regierung unbedingt gebildet sein — eine Konferenz zustande kommt, zu der auch Deutschland hinzu gezogen wird, und deren ausschließlicher Zweck es sein soll, in der Raumungsfrage eine Entscheidung zu treffen. Diese fragen werden jedenfalls akut, da augenblicklich die Zusammenkunft zwischen dem englischen Außen- Mlnsiter Chamberlain und dem französischen Ministerpräsidenten Herriot unmittelbar bevorsteht.
WMbkwkglM
An vaS Handwerk.
Vit MmmMiit
Englisch-französische Verhandlungen.
L 0 n d 0 n, 2. Dez. Die „Westminster Gazette" will wissen, daß Köln am 10. Januar von den Engländern ganz bestimmt nicht geräumt wird, ganz gleich, roae die alliierte militärische Kontrollkommission über Deutschlands Entwaffnung auch berichten möge. Als Grund wird angegeben, es wäre unmöglich, die Dezentralisation der Polizei und die vier Punkte, die für die weitere Diskussion Vorbehalten waren, rechtzeitig zur Zufriedenheit der Alliierten zu regeln. Es fei aber immer noch möglich, meint das Biatt, daß Köln i m April ober M a i geräumt werde, und wenn! »ie Franzosen d i e Ruhr gleichzeitig oetlie» jen, würde das dem deutschen Empfinden sehr entgegenkommen, zumal die Deutschen über den Entschluß Englands, Köln im Januar nicht zu verlegen, sehr ungehalten (!, sind Die übrige Bresse schweigt sich über das heikle Thema nach wie vor in einer Art aus, die nur auf e i n sch l e cht es Gewissen zurückzuführen fein kann.
Di« deutsch-russisch«» Verhandlungen.
Moskau, 2. Dez. Die Verhandlungen zwischen Deutschland und der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken machen, getragen von dem beiderseits vorhandenen guten Willen, günftige Fortschritte. Das Plenum beschäftigte sich in der ersten Lesung mit dem Wirtschaftsabkommen. Der Vorsitzende der Sowjet« delegatwn, Herr Ganetzki, erklärte seine Vereitwillig- leit, die weitere Entwicklung der wirtschaftlichen De- ztepungen zwischen Deutschland und der Union der so»
K«iu« Freilassung eines französisch«« Gefangenen.
I. . ,'8ei„.ber,,diolomatsschen Erledigung des Nathu- U“ ™51J° ,ro,rb °us Paris gemeldet, Hobe ^r^uZche Botschafter von Hoesch dem franrosts-ye.i 1-nnist^rvrasideillen seine besondere Genugtuung über die Form der Erledigung des Natbustus-Falles ausgesprochen und die Zusage gemacht, dab ein französi - Gesa neuer im Austausch für Nathusius demnächst von Deutschland freigegeben werde. In dieser s^nn bat sich der deutsche Botschafter nicht geäußert lchw-ben seit Wochen zwischen Frankreich und Deutschland diplomatische Verhandlungen u^r den gegenseitigen Austausch von Gefangenen, die
1 Die Lage in Aegypien
Attentat-Versuch auf Lorv Alteudy.
London, 2. Dez. Allem Anschein nach ist in «airo ein Anschlag auf da- Leben Lord AllenbhS vereitelt worden. Zwei Aeghpter, über deren ' Persönlichkeit nichts Nähere- bekannt ist, hatten stch im Garten der Residenz versteckt und wurden j®11 einem Posten entdeckt, der auf beide Männer Puerte. Diese sprangen in den Nil und entkamen. Weitere Einzelheiten sind noch nicht be- 31 "lnnt, doch faßt man die Nachricht hier sehr ernst ; ttf und hält sie für einen Beweis dafür, daß
Verschwörung gegen das Leben hervorragender Engländer in Aegypten durchaus nicht al- niedergeschlagen betrachtet werden darf. Die ' >euen Minister scheinen Ziwar Paschas nach- : Wßige Politik nicht weiter mitmachen zu wollen, *nn der Unterrichtsminister und der Minister für nsentliche Arbeiten find zurückgetreten und der r Verkehrsminister dürfte noch heute zurücktreten.
Kurhessisch-Waldecksche Hand- lwerkerbund erläßt an seine Mitglieder einen Wahlaufruf, in dem er darauf hinweist, daß dabisherige Parlament da» Handwerk schwer enttäuscht hat. Das Handwerk wolle gewiß keine Be» I vorzugung, aber verlange Gleichberechtigung. Eß fordere die Schaffung eines neuen Berufige« s e tz e S für das Handwerk, die Schaffung eines besonderen Staatsfekretariats für das Hand- werk, eine gerechte Verteilung der Reparationslasten unter Berücksichtigung der schwierigen Wirtschaftslage des Handwerks, Abbau, Ber« seinfachung und Neuregelung der Steuergesetzgebung nach dem Grundsatz der Leistungsfähigkeit, bei der kommenden Zollgesetzgebung des Reichs, Erhaltung eine- kaufkräftigen JnlandmarkteS für das Handwerk durch Ablehnung zu weitgehender fchutzzöllnerischer Fords« rungen, Ingangsetzung der Bauwirtschaft durch eine vernunftgemäße WohnungSpoli- tik, Abschaffung der ungereimten und überholte» PreiStreiberei-Gesetz»«bung, die Bekämpfung von Regiebetrieben jeglicher Art. Auf das Schärfste müßten Eigeneinrichtungen der Landwirtschaft, wie Brotfobriken, Genossen- schaftsfleischereien, -Schmieden, -Srellmachereien, «e- kleiduugswerkstätten usw. bekämpft werden. Schließlich werden die Mitglieder des Handwerkerbunde- aufgeforbert, die Parteien zu unterstützen und ihnen ihre Stimme zu geben, die Handwerker als Äanbi« baten aufgestellt haben. Das finb Deutschnationale Volkspartei, Deutsche Volkspartei, ZentrumSparrel unb Demokratische Partei.
I In ber zweiten von ber Demokratischen Partei veranstalteten Wahlversammlung hielt ber bekannte Pazifist, Prof. Dr. Walter Schücking- Berlin ein großes Referat über außen- unb i n • nenpolitische Fragen. Die kürzlich erfolgt, Rückgabe ber Regiebahnen an Deutschland bezeichnete er als einen großen nationalen Fortschritt. Ungefähr 140 000 Ausgewiesene seien wieder gurüd» gekehrt, bis auf zwölf, benen bie Rückreise noch nicht gestattet worben sei. In ber Reichsmark habe Deutschland wieber eine internationales Zahlungsmittel erhalten, unb zwar burch ben großen Erfolg der 800-Millionen-Anleihe. Die Rentenmark, die nur einen Uebergang zur neuen Goldwährung bargestellt habe unb nicht burch Eolb gebeckt gewesen sei, war kein internationales Zahlungsmittel denn niemanb im Auslanb habe Rentenmark atr genommen. Die neue Reichsmark sei burch Gold vollkommen gebeckt. Von ber Anleihe seien 406 Millionen sofort in bie Kasse ber Reichsbank geflossen. Der Reichshaushalt im Jahre 1923 hab, |o ausgesehen, baß von ben Ausgaben nur 1/.M durch Einnahmen gedeckt waren, ben Rest mußte die ! Notenpresse schaffen. Heute weise bet deutsche Staatshaushalt einen beträchtlichen Ueberschuß auf ^om 11- 38% Mill., im ganzen November etwa 50 Millionen). Die Frage ber Beamten- geaalter ftreifenb sagte ber Referent, man könne nicht so ohne weiteres die Gehälter erheblich heraufsetzen, benn bies könne bas Reich nicht ertra- gen. Bei ber Kritik ber rechts st ehenben Parteien bezeichnete Prof. Schücking bie Deut'chvälkischen unb die Deutschnationalen als bie» heiligen, bie keine nationale Politik getrieben und ber deutschen Außenpolitik nur geschadet hätten, bte Deutschnationalen hätten bas Bandenwesen unterstützt. Die Politik der | Deutschen Volkspartei verurteile er deswegen, weil sie sich zu sehr den Deutschnationalen genähert baten. Str esemann habe mit feiner nationalen Realpolitik in Wirklichkeit eine demokratische Politik geführt. Schücking stellte die <rrage, ob die demokratische Politik und die Politik der Erfüllung keine nationale Politik gewesen seien. Die beiden Erfüllungspolitiker Wirth und Rathen au hätten doch damals das Wort geprägt: durch Arbeit zur Freiheit. Die Außenpolitik, geführt von den Sozialdemo, kraten, Demokraten, Zentrum und Volksparteilern, r-T« 5 '5a$ten 5UM ersten Male eine erfolgreiche Politik gewesen. - Auf die Innenpolitik übergehend sagte der Referent, daß das parlamen- taruch-oemolratische System auch für Deutschland brauchbar sei. Das parlamentarische System, d. h. sich selbst regieren, bezeichnete er als eine sittliche Forderung. Die innerpolitischen !Krisen in diesem Jahre seien von den Deutsch- nationalen ausgegangen. Gegen die Hinzu- ziehnng bjefer Partei in bie künftige Reichs- regterung müsse sich die Demokratische Partei aanz entschieden wehren, und zwar aus folgenden Grün- ben- 1- ^efin die Deutschnationalen eintre^en, wurde die bisherige Politik nicht loyal fortgesetzt werden. Außerdem würden in Frankreich bie uu»
fe/rx L 0 nd 0 n, 8. Dez. Wie Reuter aus Kairo reibet, wurden bei der Bekanntgabe der Nachricht, M die ägyptische Regierung auch die andere 1.1^ der britischen Forderung angenommen habe,
Tie drutsch-bekgische» Berhaudluuge».
tSerlin, 2. Dez. Sn den gemeinsamen Sitzungen der deui.chen und der belgischen Delegation der letzten beiden Wochen wurden die beiderseitigen Zvllwünsche einer eingehenden Prüfung und Erörterung unterzogen. In einer Anzahl von Punkten konnte bereits !eme wesentliche Annäherung der gegenseitigen Auf. fassungen herbeigeführt werden. Rachdem nunmehr das gesamte vorliegende Material besprochen worden ist. werden beide Delegationen eine abschließend« S'el- lungnahme ihrer Regierungen zu den Wünschen des anderen Telles herbeiführen. Zu diesem Zwecke hat sich die belgisch« Delegation gestern nach Brüssel, begeben. Der Wiederzusammentritt ber Delegationen da- fünft» wird Mitte Dezember erfolgen. Idas, fünfte
.. , - vom 8. Januar bis 9. Oktober
dl.ches Jahres. Das Parlament wird von der königlichen Kommission im House of Lords eröffnet, und die Mitglieder des Unterha'ises werden aufgefordert, einen Sprecher zu wählen. Dann beginnt un Oberhaus sofort die Vereidigt!,ig ft n f^rS5’ btC m?r9e? fortgesetzt wird. Ich Unterhaus muß erst der König die Wahl des epretyers gutgeheißen haben. Dies geschieht morgen. Zum Sprecher des Unterhauses wird auch diesmal wieder I. H. Whitley gewählt werden. Hiernach wird Whitley von Baldwin und den anderen politischen Führern beglückwünscht, wo-
m Tewsikia College von 800 Beamten Kundgeb- ungen veranstaltet, bei denen revolutionäre Rufe ausgesprochen wurden.
rauf sich das Haus bis morgen vertagt. Sobald e» wieder Zusammentritt, werden die Mitglieder in, House of Lords gerufen, wo ihnen die Zustimmung des Königs zur Wahl ihres Sprechers mitgeteilt wird. Dann beginnt die Vereidigung der Mitglieder. Der Sprecher leistet als erster ben Eid. Sodann vertagt sichdas Haus bis Dienstag, wenn bie Verlesung der Thronrede stattfindet. Die L i- b e r a I e Partei tritt heute nachmittag zusammen, um ihren Führer zu wählen, der während der Abwesenheit Asquiths wohl Lloyd George sein obwohl ein Teil der Partei gegen seins Führerschaft ist.
kf^i^ondon, 3. Dez. Reuter erfährt: Einzel- | AM über die zwischen der britischen und ägyp- t n Regierung ausgetauschten Noten liegen'zur stoch nicht vor. Die in der ägyptischen Note | Zeichnete Annahme der englischen Forderungen t no$ "'cht die endgültige Regelung der | Optischen Frage, sondern lediglich der Frage des r..«Ntl!chen Schutzes ausländischer Interessen.
fi. ff- London, 2. Dez. In einem Leitartikelj st^Ut die „Times" bie Besserung der Lage inAeghp- - fest. Es würde jedoch verfüht fein, wenn man Lehmen wollte, daß bereits alle- völlig in Ord-
sei. Der Vertrag von 1922 dürfte auf-1 erhalten werden. Die Zeit fei da, daß vor ^ gesamten Welt mit allem Nachdruck auf die Kimmungen hingewiesen werden müßte, die Eng-I 17™ besondere Rechte und Vorrechte einräumt. Mit! Mein kleinen Vorbehalte muß die Verantwortung die Regierung in Aegypten in den Händen der Ägypter bleiben.
Die WtrtschastS-Nerhanölimgen
Die deuffch-französifchen Berhandlungen.
Paris, 3. Dez. Es steht nun fest, daß im ~aufe der deutsch-französischen Wirtschaftsverhand- j uv gen am kommenden Donnerstag die landwirtschaftlichen Fragen auf der Tagesordnung stehen werden. Die Verhandlungen hierüber werden ohne Zweifel längere Zeit in Anspruch nehmen.
' s' 3. Dez. „Journal" glaubt zu wissen, daß die Verhandlungen zwischen den deutschen und französischen Vertretern der Schwerindustrie erst am 15. Dezember wieder beginnen werden.
sk. P a r i s, 3. Dez. Die Sachverständigen der deutsch-französischen Eisenindustrie haben Astern in der Vollsitzung der deutsch-französischen Wirtschaftskonferenz die allgemeinen Grundlagen ihrer bisherigen Aussprache erörtert. Die Sachverständigen konnten zu irgendwelchen konkreten Ergebnissen nicht kommen. Die Besprechungen haben aber die bestehenden Fragen in befriedigender Weise geklärt, sodaß eine Weiterführung der Verhandlungen sicher gestellt ist. Die deutschen Sachverständigen der Schwerindustrie verließen gestern Paris, um mit ihrer Industrie Fühlung zu nehmen.
s« Wisch In RkvllI
Die Sowjetregierung kämpft eifervoll und hartnäckig um ihre Hoffähigkeit. Bei Herriot hat fie’s Kschafft, in England nur beinahe. Das Kabinett ildwin hat den russischen Machthabern einen schweren Schlag versetzt, da es sich auf die seinen Unterscheidungen zwischen Sowjetregierung und R. Internationale oder Parteileitung nicht einließ, sondern etwa erklärte: Bolschewisten sind für uns Bolschewisten. Diese Auffassung wird stärksten Anklang in der ganezn Welt finden, seitdem der Putsch in Reval wieder einmal gezeigt hat, daß die Bolschewisten noch gar nicht harmlos geworden I sind, wie manche Leute es schon glaubten, sondern daß sie eher wieder zur „Propaganda der Tat" übergehen. Die mehr europäisch denkenden Elemente werden weiter zurück gedrängt, so neuerdings auch Trotzki, und die extremste Richtung gewinnt vollkommen die Oberhand. Noch fehlen nähere Mitteilungen über die Veranstalter des Renaler Bolfchewisten-Putfches, aber es liegt wohl | auf der Hand, daß dies ein Ausi ruch der Wut war, - den die Enttäuschung über die vielen Mißerfolge ; her Sowjetisten ausgelöst hat. Der Putsch kommt <jur rechten Zeit, um auch den letzten deutschen Kähler noch vor der Stimmabgabe für eine Par- ; sei zu warnen, die unter dem Oberbefehl der ruf- ^sischen Gewaltmenschen steht.
Merlin, 2. Dez. Die Verhandlungen über ben Handels- und Schiffahrtsvertrag zwischen Deutschland und Großbritannien wurden am 2. Dezember in London zu Ende gefhürt, und der Vertrag wurde um 3 s .«^"tags .sm Foreign Office in London durch , ........«uvrauim von wetana«
den deutschen Botschafter in London und Ministerial- nnht unter das Londoner Abkommen fallen. Diese direktor von Schubert für Deutschland sowie den bri- Verhandlungen haben bisher noch keinen Erfolg ' ,?r auswärtige Angelegenheiten PcBabt. Der deutsche Botschafter bat bei einem Besuch
und Lord d Abernon für Großbritannien unterzeichnet.!?" ^ch der Nathußus-ssall zur Snrache kam auf
Der Text des Vertrags wird in Deutschland und Eng- U".^.°^d^°n»ösischen Verhandlungen über den gegenland am Freitag, den 5. Dezember moraenos ver- Klll9en. Austausch von Gefangenen bingewiesen und die öffentlich t. s v e rettwilligkeit der deutschen Re-
gierung ausgesorochen, diese Verhandlungen zu beschleunigen und zu Ende zu führen. Während der Verhandlungen über die Befreiung des Generals von ckca.bustus ist von deutscher Seite niemals das An- gebot der Freilassung eines in Deutschland befindlichen lranzosftchen Gefangenen gemacht worden
Reval, 2. Dez. Der Staatspräsident machte z» einer außerordentlichen Sitzung des Parlaments nähere Mitteilungen über den K 0 in m u n i ft e n - putsch. Der Kriegszustand sei im ganzen Staate proklamiert und die militärische Gewalt in die Hand einer einzigen Person gelegt worben. Als des ermordeten Verkehrsministers Kark Mnvähnung getan wird, erhebt sich das Parlament tzon den Plätzen.
Der neuernannte Oberkommandierende, General Laidoner, berichtete über die Lage: Bewaffnete kommunistische Banden überrumpelten bie i Uilitärwache auf dem Domberg. DaS Gebäude des »riegsministeriums wurde überfallen. Bei einem Angriff auf die Kadettenschule wurde der wachth»- Gende Kadett getötet, ein zweiter so schwer verwundet, daß auch er feinen Verletzungen erlegen D. Banden drangen in daS Haus des Staats- Präsidenten ein. Das Haus des früheren Mi- jMsters de- Innern, Einbund, wurde unter Ge-1 jWehrfeuer genommen. Auf den Bahnhöfen wur-
di« wachthabenden Beamten ermordet. Der I «erkehrsminister Kark fiel den Aufständigen bei
Amtsausübung zum Opfer. Unbewaffnete Dffiziere^ wurden erschossen. Die Hauptpost und! Pas Gebäude der Fliegerdivision wurden durch die! Aufständifchen eingenommen. Sie drangen auch in I b«i Polizeireviere ein. Getötet wurden insgesamt Binf Offiziere, drei Kadetten, zwei Soldaten, fünf olizisten und vier Zivilpersonen. Die Gesamt- »ahl der Verwundeten beläuft sich auf etwa 40.
Reval, 2. Dez. Zu dem kommunistischen I Putschversuch wird weiter gemeldet: 20 Aufstau-1 ^sche sind von den Feldgerichten zum Tode ver-1 mteilt und erschossen worden. Völlige Ruhe herrscht überall, auch an den Grenzen und an der kuste.