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triebe. Ein anderer Franzose habe gesagt:Ich vhre Krieg!" Er, Herriot, aber wolle sagen:Ich

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Der rote Brief al» echt erkannt.

London, 29. Nov. lieber den Sinowjew- brief sagte Wohlfahrtsminister Chamberlain, das Beweismaterial, das der Regierung seit ihrer Amtsübernahme vorgelegt wurde, lasse nicht den leisesten Zweifel, daß der Brief durchaus echt und authentisch war.

Ilm Theater der Aünftaufeuv.

Die letzte Woche vor dem Wahltag bringt auch in die Reichshauptstadt, deren wogendes Arbeitsleben sonst den Kampf der Parteien verschlingt, etwa« mehrWahlbewegung". Das große Schauspielhaus leinst CireuS Schuhmann), das 5000 Zuschauer faßt, war am Samstag nachmittag von der BolkSpartet mit Beschlag belegt. Wenn die Demokraten bisher so taten, als ob in Berlin sich die Säle nur auf Linkstrompeten hin füllen, so hat sie die Veran­staltung der D. V. P. eines besseren belehrt. Der Riesenraunl reichte bei weitem nicht aus, um den Andrang zu fassen. Dr. Stresemann erntete viel stürmischen Beifall. Mit am stärksten war die Zu­stimmung, als der Führer der D. V. P. den klare« Trennungsstrich gegenüber den Deutschnationalen zog. Den sentimentalen AusdruckBruderpartei" lehnte er rundweg ab, so schnell schlössen sich bW Wunden aus dem vorigen Wahlkampf nicht.

Berlin, 80. Nov. ReichSminister Dr. Jarre» untersagte der Mitteldeutschen Rundfunk-A.-G. in Leipzig telegraphisch die Benutzung de« Rundfunk« für Wahreden.

Berlin, 30. Novm. Die Polizeidirektion ver­bot für die kommenden Wahlen Auswüchse der Wahl­reklame, dar Abwerfen von Flugblättern aus Auto­mobilen und Straßenbahnen, Umzüge und Re­klamewagen.

Die inlmEiitttr Nmm-kMktnz

P a r i s, 30. Nov. Wie dieEre Nouvelle" mit­teilt, wird die auf der Londoner Konferenz dr- schlossene Konferenz der alliterten Finanzmintftrr,

WahlbrweMnr

Sir körperlich behinderte Wahlberechtigte.

Stimmberechtigte, die durch körperliche Gebrech«! behindert sind, selbst den Stimmzettel auszufüllen, in den Umschlag zu nehmen und dem Abstimmung»« Vorstand zu übergeben, können sich Int Abstimmung«- raum einer BertrauenSperson bedienen. Diese Ber« trauensperson ist allein von dem Stimmberechtig­ten auszuwählen. Weder eine Partei, noch der Ab« stinnnungdvorstand sind berechtigt, allgemein Pevl sonen als Vertrauen-Personen für den Abstim­mung-raum aufzustellen. Die Erfahrungen von frü­heren Wahlen zeigen, daß da, wo anders verfah­ren wird, Wahlbeeinflussungen zu befürchten sind. Die Wahlvorsteher werden daher streng darauf z« achten haben, daß diese Vorschriften über dies« Wahlhilfe.nicht mißbraucht werden.

Dokument ober Fälschung?

Die BerlinerBörsen-Zeitung" veröffentlicht eh» angebliches Memorandum Herriot», worin die Be­seitigung des Chefs der Heeresleitung und der bei­den Reichswehrgruppenkommandos in Deutschland gefordert wird, es heißt dann, eine solche Reform werde auf die demokratischen Kreise Deutschland« den allerbesten Eindruck machen. DieDeutsch« Zeitung" behauptet, die Echtheit diese- Dokument» beweisen zu können, während ein anderer Teil der Rcchtsgruppe sich noch vorsichtig zurückhält und bW Linkspresse mit größter Bestimmtheit von einem -lumpen Wahlschwindel spricht. Die französische Re­gierung hat- ein glattes Dementi erlassen, und di« Reichsregierung glaubt an dessen Zuverlässigkeit. In der Tat geben Form und Inhalt de- Memo­randums, das nach demVorwärts", zuerst in russi­scher Sprache zirkuliert haben soll, zu starker Skep­sis Anlaß. Die Erinnerung an den Stnowjewbrief, der so starken Einfluß auf bie englisch«» Wahum ausgeübt hat, liegt nahe.

Kriiwiiimmllng In znmkrM

Paris, 30. Nov. Auf dem heute in Epinal »attgefunbenen Bankett der republikanischen Par- Wen erklärte Ministerpräsident Herriot u.a.: vir haben das Recht, daran zu erinnern, daß, wenn das Elsaß noch im 17. und 18. Jahrhundert »in Grenzbezirk Frankreichs gewesen sei, den man Frankreich nicht zuerkennen wollte, es inzwischen freiwillig französisch geworden sei. Herriot

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schlossen. Selbst bie Frage der V.eparaticmsabgabe wird in Kürze gelöst sein, soweit bie beiden Länder Deutschland und England m Frage kommen. Die letzte Kntfcheidung trifft ber Reparation-agent. 3r Kreisen ber deutschen Delegation ist man über bie zu­vorkommende Art, in ber bie Verhandlungen eaglischer- feits geführt wurden, sehr befriedigt. Die deutschen Agrarzölle sind nicht erörtert worden.

London, 29 .Aov. lieber den Stand ber deutsch- englischen Handelsvertragsverhanblungen meldet ber amtliche englische Funkdienst: Der Tert bei englisch, deutschen Wirtschaftsvertrages ist jetzt festgesetzt wor­den. Die Frage ber 26prozentigen Ausfuhrabgabe bildet keinen integrierenden Teil des Vertrages. Von deutscher Seite wurden Vorschläge zur Abänderung des Verfahrens, das nach Ansicht ber Deutschen den Handel schädigt, gemacht. Diese Vorschläge sind eine' sorgfältigen Prüfung unterzogen worden. In ihrer Antwort hierauf haben die englischen Sachverständigen ihrerseits Vorschläge gemacht, bie jetzt in Derlln ge- brüft werden. Die deutschen Sachverständigen er­warten die Antwort ihrer Regierung hierüber.

Mae Donald« Kritik.

' London, 29. Nov. Der frühere Premier­minister Mac Donald kritisierte in einer Rede >ber bie Ereignisse in Aegypten mit Schärfe die 6011 den ägyptischen Nationalisten verfolgte Politik,

tadelte aber auch das Vorgehen der britischen Re» gierung, welche daS beklagenswerte Ereignis der Ermordung de» SirdarS mit gewissen politischen Fragen verquickt habe, die nur durch ein Abkom­men gelöst werden könnten. Mac Donald sagte, er bedauere, daß die Behandlung der ägyptischen An­gelegenheit England großen Schaden in den Augen der Welt getan habe. Er hoffe, daß Großbritan­nien alle Streitfragen, die die ägyptische Angele­genheit betreffen, an den Völkerbund verwei­sen und um ein Mandat ersuchen werde, auf Grund dessen e- für die Verwaltung der Sudans verant­wortlich bleiben werde. Nur auf diese Weise könne England seine Stellung festigen.

London, 29. Nov. DerWestminster Ga­zette" zufolge hat Asquith bei seiner Anwesen­heit in Kairo in Erwiderung auf eine Aeußerung Lloyd George» erklärt, er halte die Lage in Aegyp­ten für sehr ernst und er glaube, daß die von der britischen Regierung getanen energischen Schritte notwendig gewesen seien. Er billige aber nicht jeden Punkt der Note, die Allenby der britischen Re­gierung übergeben hat.

London, 29. Nov. Der Wohlfahrtsminister Neville Chamberlain, erklärte in einer Rede in Bcrmingham, er glaube, daß die Krisis in Aegyp­ten Vorbeigehen werde. Man dürfe hoffen, daß in nicht zu langer Zeit Ruhe eingetreten sein werde.

Birmigham, 29. Aov. Wohlsahrtgminister De- ville Chamberlain erklärte in einer hier gehal­tenen Aebe zur ägyptischen Frage: »Wir werben den britischen Namen nicht in den Schmutz ziehen ober bri­tische Offiziere ungestraft ermorben lassen; wir werben nicht gestatten, baß man sich über bie Verpflichtungen gegen uns hinwegfetzt. Die Regierung werbe keine agresive Außenpolitik treiben. Die Behaup­tungen, bah bie Ereignisse in Aegypten nur ein ver­hüllter Versuch seien, um bie Aegypten gegebene Unab­hängigkeit zu zerstören, feien auf Mißverständnisse ober auf vorsätzliche Irreführung zurückzuführen. Die britische Regierung wünsche freundschaftliche Be­ziehungen zur ganzen Welt.

Brüssel, 29. Nov. DieDerniere Heure" meldet, daß die Sozialisten den Minister des Aeußern in der Kammer über di« ägyptischen Zwischenfälle anläßlich der Absendung der Rote des ägyptischen Parlament- an die belgi­sch e Kammer zu interpellieren beschlossen hätten und dringende Aufklärung darüber verlangten. Eine gleiche Interpellation werde auch im Senat erwartet.

London, 29. Nov. Wie gemeldet wird, soll das neue Unterbau» am 9. Dezember seine Arbeiten beginnen und sich dann am 19. Dezember vertagen. Es wird bann erst ungefähr am 10. Februar wie­der zusammentreten. Die Debatte Über die aus­wärtigen Angelegenheiten wird, wie verlautet, am 15. Dezember erfolgen.

2 o n b n , 29. Nov. Am 27. November wurde bas Beuer auf bie Aufrührer in Khartum erst eröffnet, Nachdem ber stellvertretende Sirdar sie persönlich auf- «eforbert hatte, sich zu ergeben. Die Ausrührer ant­worteten mit Gewehr- und Maschinengewehrfeuer und logen sich bann in der Dunkelheit zurück. Der Haupt­teil der Aufrührer setzte sich am 28. November in hem Nebengebäude des Militärkrankenhauses fest, wei Annäherung ber Truppen eröffneten bie Aufrührer öas Feuer, worauf bei Gebäude von ber Artillerie be- kUossen wurde; bet dieser Beschießung würbe ein ein- «borenet Offizier und 14 Aufrührer, bie sich ht bem ebäube befanben, geratet. Mit Ausnahme von we­nigen Aufrührern, benen bie Polizei auf der Spur ist, .gaben sich bie 11 eberlebenben. Das Verhalten ber beten arabischen und sudanesischen Truppen ist aus- dezeichnet .

2 o n b a n , 29. Rav. Sine hier veröffentlichte ®euternote besagt, bie Lage in Sudan sei ernst, aber »ew.esweg- kritisch. 3m Sudan befänden sich sech- ^ataillone sudanesischer und drei Bataillone briti- Rer Truppen.

Khartum, 29. Nov. Nach einer Beschießung r Einfriedigung de- Hospital- haben sich die su­danesischen Meuterer ergeb en. Zwei bri» tstche Offiitzer« wurden getötet und 8 Mann ver­wundet.

London, 29. Nov. Wie Reuter meldet, ist s« Tclegraphenverbindung zwischen Halfa und Khar «wt unterbrochen, während sie zwischen Khartum stutz Port Sudan noch im Gange ist.

WiklschasMtchMliinM

London, 29. Nov. Die deutsch-englischen delsvertragsverhandlungen sind im wesentlichen

Mt .Oberhefflsch. Zeitung" erscheint sechsmal »öchenMch. - Bezugspreis Monatlich 2 Mark an,s»ttestlich ZusteÜnnesqw Der «mei-Mwrei, betritt f*r den 10 ges». Zeilenmillimeter Solbmartz «mtliche nn» an«»«iti, St. Dnrch die Post 2,24 Mk. Für ausfallende Kummern infolge Streiks oder tien» en tatet Sreianille kein Ersatz. Berlar Mark. Set schwierige« Satz, ((« 6 Platzoorschristen so /. Aufschlag. Sa»«elanzergen 100's, Aufschl^..

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Paris, 29. Nov. Der deutsche Botschafter v o n H o e s ch hat heute Nachmittag Ministerpräsi­dent H e rr i o t ausgesucht und ihm unter aus­drücklicher Wahrung des Standpunktes der deut­schen Negierung hinsichtlich der Verurteilung und Verhaftung des Generals von Nathusius mitge- te'.lt, daß die Regierung von der Begnadigung des Generals mit Genugtuung Kenntnis genommen habe. Der Botschafter hat dem Ministerpräsiden­ten Herriot ferner davon in Kenntnis gefetzt, daß d'.c deutsche Regierung aus freiem Entschluß beab­sichtige, demnächst einen Gnadenakt bezüglich eines ^,?butfchland gefangenen französischen Staatsan­gehörigen vorzunehmen.

tu*» und A-Wtzn

Qonban, 29. Nov. Aus Kairo wird gemeldet, A der Stadt herrscht völlige Duhe. Die Studenten stoben befchlossen, ben Streik fortzusehen; sie pro­testierten gegen bie »feindseligen Handlungen" der ägyp­tischen Negierung. Der Llnterrichtsminister erflärte, wolle gegen bie Studenten keine Gewalt antoenben, ^eichzeitig aber ermahnte er die Professoren, ihr Aeußerste« zu tun, um bie Studenten zur Rückkehr in Ke Hörsäle zu bewegen. Die Wafdpartei erklärte in »eiteren Kundgebungen, bie Regierung nehme, statt Ke verhafteten Abgeordneten frei zu lasten, weitere Verhaftungen vor, toai gegen die Verfassung sei und teofür da- ägtzptische Volk sie verantwortlich machen

getragen habe, der deutschen Sache zu dienen. D« Ministerpräsident dankte dem Kreisausschuß für di­wichtige Verteidigung der Vorpostenstellung; be­sonders hob der Ministerpräsident die ausgezeich­nete Hatlung der Mälzer während der separatisti­schen Bewegung rühmlich hervor und betonte wei­ter, daß das bekundete Interesse, soweit die Staats­finanzen es zuließen. nicht nur ein platonisches fei« könne, sondern daß die Staatsregierung die Ver­pflichtung fühle, auch materiell der Pfalz zu helfen und die schweren Schäden, die er bei seiner Reise in wirtschaftlicher und kultureller Beziehung feststellen mußte, soweit als möglich zu lindern. Zu diesem Zwecke solle ein Referentenausschuß in die Pfalz ge­schickt werden, der über Umfang und Dringlichkeit der Schäden nähere Feststellungen machen solle. Der Ministerpräsident verbreitete sich in längeren Ausführungen über die bevorstehende Neuordnung der Kreis» und Bezirksangelegenheiten. Minister des Innern Stütze! betonte, daß die Selbstverwal­tung der Greife soweit als möglich aufrechterbalten und berücksichtigt werden soll. Die Staatsaufsicht soll nur insoweit aima-übt werden, als es der Zu­sammenhang der Kreisangelegenheiten mit denk .Staatsinteresie und der Aufrechterhaltung der Stantsantorität erforderlich erscheinen lasie.

Berlin, 29. Nov. Der Oberstkommandierend« der belgischen Besatzungsarmee teilte dem Reichs­minister Jarres nunmehr amtlich mit, daß er di« Amtsgeschäfte als Oberbürgermeister vo« Duisburg von dem Augenblick an wieder über­nehmen könne, in dem er fein Amt als Reichsmini- stsr aufgebe. Da Jarres, wie bekannt, feit Mo­naten entschlosien ist, in sein Amt zurückzukehren, wird er seine T ä tigkeit in Duisburg wieder aufnehmen, sobald das neue Reichs?»« b i n e 11gebildet ist.

Düsseldorf, 89. Nov. Das Zentrumsoraaa für Düsseldorf. Berg und Niederrhein, dasD ü fr seldorfer Tageblatt", dessen gesamte Be­triebsräume 16 Monate von der französischen Be­satzungsbehörde beschlagnahmt waren, erf djeinf seit heute wieder im eigenen Betriebe.

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bhre Frieden!" Herriot schloß, die Lage sei ehr e r n st. Seine politischen Gegner seien nach hier Niederlage vom 11. Mai im Begriff, s i ch »iederaufzurichten. Hiu:er ihnen ständen eod) beträchtliche Kräfte. Deshalb müsse er alle wahrhaften Republikaner auffordern, die zu unter« Kitzen, die den Kamps führten, und damit dieser stampf erfolgreich sei, sei es notwendig, daß man pnig bleibe.

Pari«, 80. Nov. Ministerpräsident Her- ri o t ist heute vormittag in Begleitung des Unter« ckhtsministers Francois Albert in Saint Die in den Vogesen eingetroffen. Bei seiner Ankunft toben einige Gegner den Versuch gemacht, den Kinifterpräfibenten auszupfeifen. Diese Kundgebung ist aber, wie Havas berichtet wird, durch die Ovationen der Anhänger des Minister- Präsidenten erstickt worden. In St. Die hat Her­riot das Grab von Jules Ferry auf gesucht und bei einem Empfang zu seinen Ehren erklärt: Ich em­pfehle allen Einigkeit, Einigkeit für den Frieden wnb die Sicherheit. Es ist eine Verleumdung zu behaupten, daß wir die Rechte Frankreichs aufge- Etbeit und daß wir nicht die gleiche Sorge um die echte Frankreichs wie unsere Gegner hätten. Eanhretd) kann seine Waffen nicht niederlegen, vor ihm nicht die Sicherheit gewährt wird, auf bie es Anspruch hat. Diese These habe ich in Genf |um Siege geführt. Schiedsgerichtsbarkeit, Ent­waffnung und Sicherheit! Auf diese drei Ziele find meine Augen gerichtet. Frankreich kann es Jch zur Ehre anrechnen, den Weg zu diesen Zielen, ie nicht von einander getrennt werden können, tzewiesen zu haben. Frieden im Innern, Frieden «ch außen, das ist das schönste Programm für «ich. der ich der Ansicht bin, daß die Moral in den öffentlichen Angelegenheiten obsiegen muß. Das französische Volk muß nur eine Sorge haben: die kinigke t! In Epinal ist Ministerpräsident Her­riot gegen mittag eingetroffen und kurz nachher fand zu seinen Ehren in der großen Industriehalle «in Bankett statt, an dem 3000 Personen teilge« . Nach derLiberte" sollen auch

bei der Ankunft Herriot» in Epinal Kundgebun- t<n seiner Gegner stattgefunden haben.

deren Arbeiten jetzt durch Sachverständige der Al­liierten geprüft werden, am 15. 12. in Paris zu- scmmentreten. Cs stehe fest, daß Großbritannien durch Winston Churchill vertreten fein werde. Die drei wichtigsten Fragen, die erörtert würden, seien: die Forderung Amerikas, an der Verteilung der deutschen Zahlungen teilnehmen zu können, die Regelung des Ertrages der Ruhrbesetzung und die Aufstellung eines Budgets für die erste nach dem Dawesplan fällige Iahreszahlung.

P a r i s, 29. Nov. Einer Agenturmeldung aus Washington zufolge scheint man in dortigen offi­ziellen Kreisen ziemlich verstimmt darüber zu sein, daß die englische Regierung noch keine Entschei­dung bezüglich der Rechtsansprüche Amerikas bei der Verteilung der Reparationsannuitäten des Dawesplanes getroffen habe. Diese abwartende Haltung der englischen Regierung ziehe die vorbe- tagenben Finanzfachverständigenausschusses hin­aus, dessen Beratungen der Konferenz der alliier­ten Fi nanzminister vorausgehen. Frankreich habe durch ein zwischen Finanzminister Elemente! und dem amerikanischen Beobachter bei der Repko ge­troffenes Abkommen am 25. Oktober die von fei­ten Amerikas aufgestellten Forderungen angenom­men. Danach will Amerika die den Vereinigten Staaten durch Deutsche tatsächlich verursachten und von den Vereinigten Staaten aus Reparations- Konto reklamierten Kriegsschäden von den Annui­täten des Dawesplanes abgezogen haben. Diese reklamierten Forderungen seien in dem zwischen Deutschland und Amerika abgeschlossenen Sonder- abkommen vorgesehen. Die amerikanischen Repa- rationsforbccungen belaufen sich auf etwa 5 Mil­liarden Goldmark.

(Diese von ber Depeschenagentur angegebene Summe ist viel zu hoch gegriffen. Die amerika­nischen Ansprüche bürsten sich nach Schätzungen maßgebender Persönlichkeiten auf höchstens 1 Mil­liarde Golömark belaufen.)

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im ^crns Dank an die treue Pfalz.

Speyer, 29. Nov. An der g'.strchn Sitzung des Kreistages nahmen der bayrische Minister- präsideut und der Minister des Innern Stützel teil. Der Präsident des Kreistages, Ober­bürgermeister Strobes -Pirmafens, dankte in seiner Begrüßungsansprache sowohl dem Minister­präsidenten als dem Minister des Innern jur ihr Interesse an bei Pfalz und wies darauf hin, daß die Pfalz als Vorposten in den schweren Kämpfen der Vergangenheit gebient und daß der Kreis dazu bei»

Stermlztmn Im imcatltttn Parlament

Budapest, 29. Nov. Ungeheure Sturm- freuen veranlaßten gestern den Präsidenten, eine Reihe von Abgeordneten durch die Palastwache aus dem Parlamentsgebäude entfernen zu lasten. Anlaß dazu gab ein mit dtzm seit Wochenfrist eu- dauernden Prozeß Eskuett zusammenhängender Brief, den Grafen B e t h l e n vor drei Jahren an den Ackerbauminister Szabo gerichtet hat und von dem oppositionellen Abgeordneten Friedrich in ben Wandelgängen verlesen wurde. In dem Brief heißt es, Graf Bethlen habe Kenntnis davon er­langt, daß Ausfuhrbewilligungen gegen Beträge für Propaganda und Parteizwecke erteilt würden, weshalb er künftig vorher verständigt zu werden wünsche. Der Ministerpräsident bezeichnete in sei­ner amtlichen Erklärung ben Wortlaut des Briefes sofort als Fälschung, da er gerade im wesentlichsten Teil vom Original abweiche. Er verlangte die An­ordnung einer Eeheimsitzung, um da, Haus über die Einzelheiten zu unterichten. Zn der Geheim­sitzung zeigten die Sozialdemokraten und ein Bruch­teil der radikalen Oposition, insgesamt etwa 30 bis 35 Abgeordnete, die sich infolge des bisherigen Ver­laufes des Eskuetteprozesies um bie Hoffnung, Bethlen zu stürzen, betrogen sahen, ein derart her­ausforderndes Benehmen, daß der Präsident zu­nächst den widersetzlichen Abgeordneten G q o e r k i und in der hierauf einsetzenden öffentlichen Sitzung zuerst vier und dann weitere fechs Abgeordnete durch die Palastwache entfernen ließ. Der opposi­tionelle Journalist P a l y i m fiel in ben Wandel­gängen der Palastwache in den Arm, woraus et wegen Gewalttätigkeiten gegen eine Behörde abge- fuhrt wurde. Hm M Uhr begannen die Skan­dal s z e n e n, die um 9 Uhr noch andauerten. Im weiteren Verlauf ber Sitzung stellte Graf Bethlen fest, der Ausgangspunkt der Skandale sei gewesen, daß der Abgeordnete Eyoerki Anklagen ge­gen ihn in so verletzender Form erhoben habe, daß sie gegen die Geschäftsordnung verstießen. Redner fei den Mördern ufw. vor Gericht gestern und heute entgegengetreten und nun machten sich einige Ab­geordnete die Anschuldigungen und Lügen dieser Meute zu eigen. Es scheine, daß sich die Ereignisie von 1918 wiederholen, wo die auf der Anklagebank sitzenden at? Kläger auftraten. Mit der Faust auf den Ti'ch schlagend sagte Bethlen, er werde die Na­tion gegn die Wühlarbeit verteidigen und mit der Verschwörung gegen die Revision der Geschäftsord­nung abrechnen. Die überaus energischen Worte Graf Bethlens ernteten stürmischen Beifall. Die Regierungsparteien und die gemäßigte Opposition verhielt sich passiv. Schließlich erklä.teu die Abgeordneten Johann Baroß und Julius Eoenboes als Vertreter der beiden entgegenge­setzten Oppositionsparteien, daß sie die Politik Bethlens nicht billigten, ihn aber keinesfalls in fei­ner Ehre antasten wollten.

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Sehet Rabatt gilt als Barrabatt unb seriillt, wenn bie Zahlung später als 5 läge erfolgt. Belege »erben berechnet ebenfe Auskunft durch die Seschäftsstelle und Zusendnnz bet Angebote. Trflllnngsart Marburg, 1 G.-Mk. = *1« Mag

fuhr dann fort:Ich arbeite für den Frieden «nd ich arbeite dafür, daß er der ganzen Welt ge- yben wird." Nachdem Elsaß-Lothringen an Frank­reich zurückgegeben worden fei, wünsche Frank­reich nichts sehnsüchtiger. Sein Programm sei der

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