triebe. Ein anderer Franzose habe gesagt: „Ich vhre Krieg!" Er, Herriot, aber wolle sagen: „Ich
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Der rote Brief al» echt erkannt.
London, 29. Nov. lieber den Sinowjew- brief sagte Wohlfahrtsminister Chamberlain, das Beweismaterial, das der Regierung seit ihrer Amtsübernahme vorgelegt wurde, lasse nicht den leisesten Zweifel, daß der Brief durchaus echt und authentisch war.
Ilm Theater der Aünftaufeuv.
Die letzte Woche vor dem Wahltag bringt auch in die Reichshauptstadt, deren wogendes Arbeitsleben sonst den Kampf der Parteien verschlingt, etwa« mehr „Wahlbewegung". Das große Schauspielhaus leinst CireuS Schuhmann), das 5000 Zuschauer faßt, war am Samstag nachmittag von der BolkSpartet mit Beschlag belegt. Wenn die Demokraten bisher so taten, als ob in Berlin sich die Säle nur auf Linkstrompeten hin füllen, so hat sie die Veranstaltung der D. V. P. eines besseren belehrt. Der Riesenraunl reichte bei weitem nicht aus, um den Andrang zu fassen. Dr. Stresemann erntete viel stürmischen Beifall. Mit am stärksten war die Zustimmung, als der Führer der D. V. P. den klare« Trennungsstrich gegenüber den Deutschnationalen zog. Den sentimentalen Ausdruck „Bruderpartei" lehnte er rundweg ab, so schnell schlössen sich bW Wunden aus dem vorigen Wahlkampf nicht.
Berlin, 80. Nov. ReichSminister Dr. Jarre» untersagte der Mitteldeutschen Rundfunk-A.-G. in Leipzig telegraphisch die Benutzung de« Rundfunk« für Wahreden.
Berlin, 30. Novm. Die Polizeidirektion verbot für die kommenden Wahlen Auswüchse der Wahlreklame, dar Abwerfen von Flugblättern aus Automobilen und Straßenbahnen, Umzüge und Reklamewagen.
Die inlmEiitttr Nmm-kMktnz
P a r i s, 30. Nov. Wie die „Ere Nouvelle" mitteilt, wird die auf der Londoner Konferenz dr- schlossene Konferenz der alliterten Finanzmintftrr,
WahlbrweMnr
Sir körperlich behinderte Wahlberechtigte.
Stimmberechtigte, die durch körperliche Gebrech«! behindert sind, selbst den Stimmzettel auszufüllen, in den Umschlag zu nehmen und dem Abstimmung»« Vorstand zu übergeben, können sich Int Abstimmung«- raum einer BertrauenSperson bedienen. Diese Ber« trauensperson ist allein von dem Stimmberechtigten auszuwählen. Weder eine Partei, noch der Ab« stinnnungdvorstand sind berechtigt, allgemein Pevl sonen als Vertrauen-Personen für den Abstimmung-raum aufzustellen. Die Erfahrungen von früheren Wahlen zeigen, daß da, wo anders verfahren wird, Wahlbeeinflussungen zu befürchten sind. Die Wahlvorsteher werden daher streng darauf z« achten haben, daß diese Vorschriften über dies« Wahlhilfe.nicht mißbraucht werden.
Dokument ober Fälschung?
Die Berliner „Börsen-Zeitung" veröffentlicht eh» angebliches Memorandum Herriot», worin die Beseitigung des Chefs der Heeresleitung und der beiden Reichswehrgruppenkommandos in Deutschland gefordert wird, es heißt dann, eine solche Reform werde auf die demokratischen Kreise Deutschland« den allerbesten Eindruck machen. Die „Deutsch« Zeitung" behauptet, die Echtheit diese- Dokument» beweisen zu können, während ein anderer Teil der Rcchtsgruppe sich noch vorsichtig zurückhält und bW Linkspresse mit größter Bestimmtheit von einem -lumpen Wahlschwindel spricht. Die französische Regierung hat- ein glattes Dementi erlassen, und di« Reichsregierung glaubt an dessen Zuverlässigkeit. In der Tat geben Form und Inhalt de- Memorandums, das nach dem „Vorwärts", zuerst in russischer Sprache zirkuliert haben soll, zu starker Skepsis Anlaß. Die Erinnerung an den Stnowjewbrief, der so starken Einfluß auf bie englisch«» Wahum ausgeübt hat, liegt nahe.
Kriiwiiimmllng In znmkrM
Paris, 30. Nov. Auf dem heute in Epinal »attgefunbenen Bankett der republikanischen Par- Wen erklärte Ministerpräsident Herriot u.a.: vir haben das Recht, daran zu erinnern, daß, wenn das Elsaß noch im 17. und 18. Jahrhundert »in Grenzbezirk Frankreichs gewesen sei, den man Frankreich nicht zuerkennen wollte, es inzwischen freiwillig französisch geworden sei. Herriot
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schlossen. Selbst bie Frage der V.eparaticmsabgabe wird in Kürze gelöst sein, soweit bie beiden Länder Deutschland und England m Frage kommen. Die letzte Kntfcheidung trifft ber Reparation-agent. 3r Kreisen ber deutschen Delegation ist man über bie zuvorkommende Art, in ber bie Verhandlungen eaglischer- feits geführt wurden, sehr befriedigt. Die deutschen Agrarzölle sind nicht erörtert worden.
London, 29 .Aov. lieber den Stand ber deutsch- englischen Handelsvertragsverhanblungen meldet ber amtliche englische Funkdienst: Der Tert bei englisch, deutschen Wirtschaftsvertrages ist jetzt festgesetzt worden. Die Frage ber 26prozentigen Ausfuhrabgabe bildet keinen integrierenden Teil des Vertrages. Von deutscher Seite wurden Vorschläge zur Abänderung des Verfahrens, das nach Ansicht ber Deutschen den Handel schädigt, gemacht. Diese Vorschläge sind eine' sorgfältigen Prüfung unterzogen worden. In ihrer Antwort hierauf haben die englischen Sachverständigen ihrerseits Vorschläge gemacht, bie jetzt in Derlln ge- brüft werden. Die deutschen Sachverständigen erwarten die Antwort ihrer Regierung hierüber.
Mae Donald« Kritik.
' London, 29. Nov. Der frühere Premierminister Mac Donald kritisierte in einer Rede >ber bie Ereignisse in Aegypten mit Schärfe die 6011 den ägyptischen Nationalisten verfolgte Politik,
tadelte aber auch das Vorgehen der britischen Re» gierung, welche daS beklagenswerte Ereignis der Ermordung de» SirdarS mit gewissen politischen Fragen verquickt habe, die nur durch ein Abkommen gelöst werden könnten. Mac Donald sagte, er bedauere, daß die Behandlung der ägyptischen Angelegenheit England großen Schaden in den Augen der Welt getan habe. Er hoffe, daß Großbritannien alle Streitfragen, die die ägyptische Angelegenheit betreffen, an den Völkerbund verweisen und um ein Mandat ersuchen werde, auf Grund dessen e- für die Verwaltung der Sudans verantwortlich bleiben werde. Nur auf diese Weise könne England seine Stellung festigen.
London, 29. Nov. Der „Westminster Gazette" zufolge hat Asquith bei seiner Anwesenheit in Kairo in Erwiderung auf eine Aeußerung Lloyd George» erklärt, er halte die Lage in Aegypten für sehr ernst und er glaube, daß die von der britischen Regierung getanen energischen Schritte notwendig gewesen seien. Er billige aber nicht jeden Punkt der Note, die Allenby der britischen Regierung übergeben hat.
London, 29. Nov. Der Wohlfahrtsminister Neville Chamberlain, erklärte in einer Rede in Bcrmingham, er glaube, daß die Krisis in Aegypten Vorbeigehen werde. Man dürfe hoffen, daß in nicht zu langer Zeit Ruhe eingetreten sein werde.
Birmigham, 29. Aov. Wohlsahrtgminister De- ville Chamberlain erklärte in einer hier gehaltenen Aebe zur ägyptischen Frage: »Wir werben den britischen Namen nicht in den Schmutz ziehen ober britische Offiziere ungestraft ermorben lassen; wir werben nicht gestatten, baß man sich über bie Verpflichtungen gegen uns hinwegfetzt. Die Regierung werbe keine agresive Außenpolitik treiben. Die Behauptungen, bah bie Ereignisse in Aegypten nur ein verhüllter Versuch seien, um bie Aegypten gegebene Unabhängigkeit zu zerstören, feien auf Mißverständnisse ober auf vorsätzliche Irreführung zurückzuführen. Die britische Regierung wünsche freundschaftliche Beziehungen zur ganzen Welt.
Brüssel, 29. Nov. Die „Derniere Heure" meldet, daß die Sozialisten den Minister des Aeußern in der Kammer über di« ägyptischen Zwischenfälle anläßlich der Absendung der Rote des ägyptischen Parlament- an die belgisch e Kammer zu interpellieren beschlossen hätten und dringende Aufklärung darüber verlangten. Eine gleiche Interpellation werde auch im Senat erwartet.
London, 29. Nov. Wie gemeldet wird, soll das neue Unterbau» am 9. Dezember seine Arbeiten beginnen und sich dann am 19. Dezember vertagen. Es wird bann erst ungefähr am 10. Februar wieder zusammentreten. Die Debatte Über die auswärtigen Angelegenheiten wird, wie verlautet, am 15. Dezember erfolgen.
2 o n b • n , 29. Nov. Am 27. November wurde bas Beuer auf bie Aufrührer in Khartum erst eröffnet, Nachdem ber stellvertretende Sirdar sie persönlich auf- «eforbert hatte, sich zu ergeben. Die Ausrührer antworteten mit Gewehr- und Maschinengewehrfeuer und logen sich bann in der Dunkelheit zurück. Der Hauptteil der Aufrührer setzte sich am 28. November in •hem Nebengebäude des Militärkrankenhauses fest, wei Annäherung ber Truppen eröffneten bie Aufrührer öas Feuer, worauf bei Gebäude von ber Artillerie be- kUossen wurde; bet dieser Beschießung würbe ein ein- «•borenet Offizier und 14 Aufrührer, bie sich ht bem •ebäube befanben, geratet. Mit Ausnahme von wenigen Aufrührern, benen bie Polizei auf der Spur ist, .••gaben sich bie 11 eberlebenben. Das Verhalten ber ■•beten arabischen und sudanesischen Truppen ist aus- dezeichnet .
2 o n b a n , 29. Rav. Sine hier veröffentlichte ®euternote besagt, bie Lage in Sudan sei ernst, aber »ew.esweg- kritisch. 3m Sudan befänden sich sech- ^ataillone sudanesischer und drei Bataillone briti- Rer Truppen.
Khartum, 29. Nov. Nach einer Beschießung ••r Einfriedigung de- Hospital- haben sich die sudanesischen Meuterer ergeb en. Zwei bri» tstche Offiitzer« wurden getötet und 8 Mann verwundet.
London, 29. Nov. Wie Reuter meldet, ist ■s« Tclegraphenverbindung zwischen Halfa und Khar «wt unterbrochen, während sie zwischen Khartum stutz Port Sudan noch im Gange ist.
WiklschasMtchMliinM
London, 29. Nov. Die deutsch-englischen delsvertragsverhandlungen sind im wesentlichen
Mt .Oberhefflsch. Zeitung" erscheint sechsmal »öchenMch. - Bezugspreis Monatlich 2 Mark an,s»ttestlich ZusteÜnnesqw Der «mei-Mwrei, betritt f*r den 10 ges». Zeilenmillimeter Solbmartz «mtliche nn» an«»«iti, St. Dnrch die Post 2,24 Mk. — Für ausfallende Kummern infolge Streiks oder tien» en tatet Sreianille kein Ersatz. — Berlar Mark. Set schwierige« Satz, (••(« 6 Platzoorschristen so /. Aufschlag. Sa»«elanzergen 100's, Aufschl^..
MUDr.k- Pitzer»td. —Druck derUnto.-Buchdruckeret von Jost. Auo. Koch, Markt 21Z2S. - Fernivrecher: Verlag «b ««schäft* 5«ber Rabatt gilt al» Barrabatt,und _oertiat,joenn die Sahwn, spater al,.5 läge , erfolgt. Bei
stelle: Rr. 85, Schriftleitung: Nr. 86«. Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main. 1 — -------------- —------------ — ■ ~ . - - -
Paris, 29. Nov. Der deutsche Botschafter v o n H o e s ch hat heute Nachmittag Ministerpräsident H e rr i o t ausgesucht und ihm unter ausdrücklicher Wahrung des Standpunktes der deutschen Negierung hinsichtlich der Verurteilung und Verhaftung des Generals von Nathusius mitge- te'.lt, daß die Regierung von der Begnadigung des Generals mit Genugtuung Kenntnis genommen habe. Der Botschafter hat dem Ministerpräsidenten Herriot ferner davon in Kenntnis gefetzt, daß d'.c deutsche Regierung aus freiem Entschluß beabsichtige, demnächst einen Gnadenakt bezüglich eines ^,?butfchland gefangenen französischen Staatsangehörigen vorzunehmen.
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Qonban, 29. Nov. Aus Kairo wird gemeldet, A der Stadt herrscht völlige Duhe. Die Studenten stoben befchlossen, ben Streik fortzusehen; sie protestierten gegen bie »feindseligen Handlungen" der ägyptischen Negierung. Der Llnterrichtsminister erflärte, wolle gegen bie Studenten keine Gewalt antoenben, ^eichzeitig aber ermahnte er die Professoren, ihr Aeußerste« zu tun, um bie Studenten zur Rückkehr in Ke Hörsäle zu bewegen. Die Wafdpartei erklärte in »eiteren Kundgebungen, bie Regierung nehme, statt Ke verhafteten Abgeordneten frei zu lasten, weitere Verhaftungen vor, toai gegen die Verfassung sei und teofür da- ägtzptische Volk sie verantwortlich machen
getragen habe, der deutschen Sache zu dienen. D« Ministerpräsident dankte dem Kreisausschuß für diwichtige Verteidigung der Vorpostenstellung; besonders hob der Ministerpräsident die ausgezeichnete Hatlung der Mälzer während der separatistischen Bewegung rühmlich hervor und betonte weiter, daß das bekundete Interesse, soweit die Staatsfinanzen es zuließen. nicht nur ein platonisches fei« könne, sondern daß die Staatsregierung die Verpflichtung fühle, auch materiell der Pfalz zu helfen und die schweren Schäden, die er bei seiner Reise in wirtschaftlicher und kultureller Beziehung feststellen mußte, soweit als möglich zu lindern. Zu diesem Zwecke solle ein Referentenausschuß in die Pfalz geschickt werden, der über Umfang und Dringlichkeit der Schäden nähere Feststellungen machen solle. Der Ministerpräsident verbreitete sich in längeren Ausführungen über die bevorstehende Neuordnung der Kreis» und Bezirksangelegenheiten. Minister des Innern Stütze! betonte, daß die Selbstverwaltung der Greife soweit als möglich aufrechterbalten und berücksichtigt werden soll. Die Staatsaufsicht soll nur insoweit aima-übt werden, als es der Zusammenhang der Kreisangelegenheiten mit denk .Staatsinteresie und der Aufrechterhaltung der Stantsantorität erforderlich erscheinen lasie.
Berlin, 29. Nov. Der Oberstkommandierend« der belgischen Besatzungsarmee teilte dem Reichsminister Jarres nunmehr amtlich mit, daß er di« Amtsgeschäfte als Oberbürgermeister vo« Duisburg von dem Augenblick an wieder übernehmen könne, in dem er fein Amt als Reichsmini- stsr aufgebe. Da Jarres, wie bekannt, feit Monaten entschlosien ist, in sein Amt zurückzukehren, wird er seine T ä tigkeit in Duisburg wieder aufnehmen, sobald das neue Reichs?»« b i n e 11gebildet ist.
Düsseldorf, 89. Nov. Das Zentrumsoraaa für Düsseldorf. Berg und Niederrhein, das „D ü fr seldorfer Tageblatt", dessen gesamte Betriebsräume 16 Monate von der französischen Besatzungsbehörde beschlagnahmt waren, erf djeinf seit heute wieder im eigenen Betriebe.
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bhre Frieden!" Herriot schloß, die Lage sei ehr e r n st. Seine politischen Gegner seien nach hier Niederlage vom 11. Mai im Begriff, s i ch »iederaufzurichten. Hiu:er ihnen ständen eod) beträchtliche Kräfte. Deshalb müsse er alle wahrhaften Republikaner auffordern, die zu unter« Kitzen, die den Kamps führten, und damit dieser stampf erfolgreich sei, sei es notwendig, daß man pnig bleibe.
Pari«, 80. Nov. Ministerpräsident Her- ri o t ist heute vormittag in Begleitung des Unter« ckhtsministers Francois Albert in Saint Die in den Vogesen eingetroffen. Bei seiner Ankunft toben einige Gegner den Versuch gemacht, den Kinifterpräfibenten auszupfeifen. Diese Kundgebung ist aber, wie Havas berichtet wird, durch die Ovationen der Anhänger des Minister- Präsidenten erstickt worden. In St. Die hat Herriot das Grab von Jules Ferry auf gesucht und bei einem Empfang zu seinen Ehren erklärt: Ich empfehle allen Einigkeit, Einigkeit für den Frieden wnb die Sicherheit. Es ist eine Verleumdung zu behaupten, daß wir die Rechte Frankreichs aufge- Etbeit und daß wir nicht die gleiche Sorge um die echte Frankreichs wie unsere Gegner hätten. Eanhretd) kann seine Waffen nicht niederlegen, vor ihm nicht die Sicherheit gewährt wird, auf bie es Anspruch hat. Diese These habe ich in Genf |um Siege geführt. Schiedsgerichtsbarkeit, Entwaffnung und Sicherheit! Auf diese drei Ziele find meine Augen gerichtet. Frankreich kann es Jch zur Ehre anrechnen, den Weg zu diesen Zielen, ie nicht von einander getrennt werden können, tzewiesen zu haben. Frieden im Innern, Frieden «ch außen, das ist das schönste Programm für «ich. der ich der Ansicht bin, daß die Moral in den öffentlichen Angelegenheiten obsiegen muß. Das französische Volk muß nur eine Sorge haben: die kinigke t! In Epinal ist Ministerpräsident Herriot gegen mittag eingetroffen und kurz nachher fand zu seinen Ehren in der großen Industriehalle «in Bankett statt, an dem 3000 Personen teilge« . Nach der „Liberte" sollen auch
bei der Ankunft Herriot» in Epinal Kundgebun- t<n seiner Gegner stattgefunden haben.
deren Arbeiten jetzt durch Sachverständige der Alliierten geprüft werden, am 15. 12. in Paris zu- scmmentreten. Cs stehe fest, daß Großbritannien durch Winston Churchill vertreten fein werde. Die drei wichtigsten Fragen, die erörtert würden, seien: die Forderung Amerikas, an der Verteilung der deutschen Zahlungen teilnehmen zu können, die Regelung des Ertrages der Ruhrbesetzung und die Aufstellung eines Budgets für die erste nach dem Dawesplan fällige Iahreszahlung.
P a r i s, 29. Nov. Einer Agenturmeldung aus Washington zufolge scheint man in dortigen offiziellen Kreisen ziemlich verstimmt darüber zu sein, daß die englische Regierung noch keine Entscheidung bezüglich der Rechtsansprüche Amerikas bei der Verteilung der Reparationsannuitäten des Dawesplanes getroffen habe. Diese abwartende Haltung der englischen Regierung ziehe die vorbe- tagenben Finanzfachverständigenausschusses hinaus, dessen Beratungen der Konferenz der alliierten Fi nanzminister vorausgehen. Frankreich habe durch ein zwischen Finanzminister Elemente! und dem amerikanischen Beobachter bei der Repko getroffenes Abkommen am 25. Oktober die von feiten Amerikas aufgestellten Forderungen angenommen. Danach will Amerika die den Vereinigten Staaten durch Deutsche tatsächlich verursachten und von den Vereinigten Staaten aus Reparations- Konto reklamierten Kriegsschäden von den Annuitäten des Dawesplanes abgezogen haben. Diese reklamierten Forderungen seien in dem zwischen Deutschland und Amerika abgeschlossenen Sonder- abkommen vorgesehen. Die amerikanischen Repa- rationsforbccungen belaufen sich auf etwa 5 Milliarden Goldmark.
(Diese von ber Depeschenagentur angegebene Summe ist viel zu hoch gegriffen. Die amerikanischen Ansprüche bürsten sich nach Schätzungen maßgebender Persönlichkeiten auf höchstens 1 Milliarde Golömark belaufen.)
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M MaMlw tu K MMllL den 1. DtMwer w. SWK IM4
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MDtgee für (das früher wrheffWe) Sberheffe» - AmkicheS BerküsbissKgMstt des Kreises Marbmg
—»T UJ ■ HIHI» WllMWmm ~ -- ... _|» IIIIHMWII — M —IW—Ml —| ■ » lIII«WMII»»IkIIMsIsrM ~ ~ TT "TT~WTrfTM ff!
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im ^crns Dank an die treue Pfalz.
Speyer, 29. Nov. An der g'.strchn Sitzung des Kreistages nahmen der bayrische Minister- präsideut und der Minister des Innern Stützel teil. Der Präsident des Kreistages, Oberbürgermeister Strobes -Pirmafens, dankte in seiner Begrüßungsansprache sowohl dem Ministerpräsidenten als dem Minister des Innern jur ihr Interesse an bei Pfalz und wies darauf hin, daß die Pfalz als Vorposten in den schweren Kämpfen der Vergangenheit gebient und daß der Kreis dazu bei»
Stermlztmn Im imcatltttn Parlament
Budapest, 29. Nov. Ungeheure Sturm- freuen veranlaßten gestern den Präsidenten, eine Reihe von Abgeordneten durch die Palastwache aus dem Parlamentsgebäude entfernen zu lasten. Anlaß dazu gab ein mit dtzm seit Wochenfrist eu- dauernden Prozeß Eskuett zusammenhängender Brief, den Grafen B e t h l e n vor drei Jahren an den Ackerbauminister Szabo gerichtet hat und von dem oppositionellen Abgeordneten Friedrich in ben Wandelgängen verlesen wurde. In dem Brief heißt es, Graf Bethlen habe Kenntnis davon erlangt, daß Ausfuhrbewilligungen gegen Beträge für Propaganda und Parteizwecke erteilt würden, weshalb er künftig vorher verständigt zu werden wünsche. Der Ministerpräsident bezeichnete in seiner amtlichen Erklärung ben Wortlaut des Briefes sofort als Fälschung, da er gerade im wesentlichsten Teil vom Original abweiche. Er verlangte die Anordnung einer Eeheimsitzung, um da, Haus über die Einzelheiten zu unterichten. Zn der Geheimsitzung zeigten die Sozialdemokraten und ein Bruchteil der radikalen Oposition, insgesamt etwa 30 bis 35 Abgeordnete, die sich infolge des bisherigen Verlaufes des Eskuetteprozesies um bie Hoffnung, Bethlen zu stürzen, betrogen sahen, ein derart herausforderndes Benehmen, daß der Präsident zunächst den widersetzlichen Abgeordneten G q o e r k i und in der hierauf einsetzenden öffentlichen Sitzung zuerst vier und dann weitere fechs Abgeordnete durch die Palastwache entfernen ließ. Der oppositionelle Journalist P a l y i m fiel in ben Wandelgängen der Palastwache in den Arm, woraus et wegen Gewalttätigkeiten gegen eine Behörde abge- fuhrt wurde. Hm M Uhr begannen die Skandal s z e n e n, die um 9 Uhr noch andauerten. Im weiteren Verlauf ber Sitzung stellte Graf Bethlen fest, der Ausgangspunkt der Skandale sei gewesen, daß der Abgeordnete Eyoerki Anklagen gegen ihn in so verletzender Form erhoben habe, daß sie gegen die Geschäftsordnung verstießen. Redner fei den Mördern ufw. vor Gericht gestern und heute entgegengetreten und nun machten sich einige Abgeordnete die Anschuldigungen und Lügen dieser Meute zu eigen. Es scheine, daß sich die Ereignisie von 1918 wiederholen, wo die auf der Anklagebank sitzenden at? Kläger auftraten. Mit der Faust auf den Ti'ch schlagend sagte Bethlen, er werde die Nation gegn die Wühlarbeit verteidigen und mit der Verschwörung gegen die Revision der Geschäftsordnung abrechnen. Die überaus energischen Worte Graf Bethlens ernteten stürmischen Beifall. Die Regierungsparteien und die gemäßigte Opposition verhielt sich passiv. Schließlich erklä.teu die Abgeordneten Johann Baroß und Julius Eoenboes als Vertreter der beiden entgegengesetzten Oppositionsparteien, daß sie die Politik Bethlens nicht billigten, ihn aber keinesfalls in feiner Ehre antasten wollten.
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Sehet Rabatt gilt als Barrabatt unb seriillt, wenn bie Zahlung später als 5 läge erfolgt. Belege »erben berechnet ebenfe Auskunft durch die Seschäftsstelle und Zusendnnz bet Angebote. Trflllnngsart Marburg, 1 G.-Mk. = *1« Mag
fuhr dann fort: „Ich arbeite für den Frieden «nd ich arbeite dafür, daß er der ganzen Welt ge- yben wird." Nachdem Elsaß-Lothringen an Frankreich zurückgegeben worden fei, wünsche Frankreich nichts sehnsüchtiger. Sein Programm sei der
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