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Die deutsch-französtschen Verhandlungen.
Paris. 28. Dov. Di« deutschen und di« französischen Sachverständig e» der Schwerindustrie haben heule vormittag unter sich ßr erste Sitzung ab gehalten und heute Nachmittag um 3 Ahr an der von der deutschen *>u> französische« HauüeisvertragAdÄegatts« rbgr-
r«gelt fei, der Handelsvertrag zwar paraphiert werden, aber schwerlich dem Reichstag zur Ratifikatiem borge» •egt werden könne. ES verlaut«, bah daS britische Echatzamt abgeneigt sei, den deutschen Vorschlag anzu» »ehmen. Doch seien die Erörterungen gestern fort» iesührt worden. Es sei möglich chatz ein prvvo- 'vrischeS Aebereinkomme« über den Handels- , t*ttrag heute oder morgen geschlossen würbe.
Die sogen. Sn ad« der Herrn stranrosen ist ja sowieso nichts andere» als indirekte Wablmache, nachdem man fl«|c6en bat, da» in Deutschland die Wirkung der Rechts» komödre so tiefoehend ist.
Fritz (Sias, Eisenbahningenieur, Frankfurt, Rektor Karl Helwig, Wiesbaden, Louis Oppenheim, Fabrikant, Caffel, Heinrich Knauf, Landesinspektor, Caffel, Jacob Euler, Schulrat i. R., Torbach t« Waldeck,
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Die Rot der Kriegs- und Berdrangungsgeschiidigten.
Berlin. 28. Nov. Die Vertreter der Ars! kts» gemeinschaft für Kriegs- und Verdrkin« gungsschäden wurden vom Reichsfinanz» Minister zum Vortrag ihrer Forderungen und wegen einer anderen Gestaltung der Entschädigung empfangen. Im Vordergrund der Erörterungen stand der Gedanke, wie ohne Rücksicht auf eine spätere endaültige Regelung der Entschädigung den in nicht mehr ertragbarer Rot befindlichen Geschädigten eine möglichst bald wirksame Hilfe geleistet werden könnte. Der Reichsfinanzminister erkannte an, nnn die Entschädiaunqsfrag« die gleiche Bedeutung nabe wie die übrigen zur Zeit im Vordergrund stehenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme. Insbesondere zeigte er hinsichtlich der augenblicklich drängenden vorläufigen sozialen Maßnahmen volles Verständnis und sagte Entgegenkommen durch Bereitstellung entsprechender, Mittel zu. Bezüglich der allgemeinen Ausi.sie- rung der Entschädigungen wies der Minister auf den Zusammenhang mit der Frage der Verteilung " der deutschen Jahresleistungen für Reparationen bin. . (Fine solche allaeme-ne Ausbesierimo der Entschädigung hänge, abgesehen von der Lösung der lnuitatenfrage, von den finanziellen Möglichkeiten !>es Reiches und der Stellungnahme des Reichskabinetts ab.
■ London, 28. Nov. Nach heute auch Kairo tzoiliegenden Berichten hat sich der Abzug der iigyptifchen Truppen aus dem Sudan doch nicht fv einfach vollzogen, wie man in London zurrst glauben mochte. Man scheint vielmehr im Sudan dicht vor schweren Kämpfen gestanden zu haben, denn als die Arttllerieabteilungen ausgefor- bert wurden, den Sudan zu verlassen, meuterten sie gegen den Befehl und nahmen eine brechend« Hültang an. Sie wurden sodann von starken Ab- tellungen britischer Truppen umzingelt. Dar-
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Die deutsch englischen Wirtschaftsoerhandlungen.
London. 23 .Nov. Die »Times" schreibt zu den deutsch»englischen Verhandulngen, Grohbrttann' en teerde in dem Handelsvertrag nicht nur die Meistbe» Jünstigungsklausel erhalten, sondern auch gewisse ® a » > rantien gegen die unterschiedliche Behandlung und Beschränkung der britischen Einfuhr nach Deutschland. Das Hauptzugeständnis Großbritanniens werde sein, daß ie Negierung unverzüglich dem Pralament eine Dill vorlegen werde, in der alle Einschränkungen, denen die Deutschen in England noch als vormalige Feinde Unterliegen, aufgehoben werden, sodaß zwischen den deutschen Bürgern und den anderen Ausländern kein Änterfchie mehr gemacht werde.
Der politische Korrespondent der »Daily Mail" meldet in gut unterrichteten Kreisen werde erklärt, daß die britische Negierung bezüglich des allgemeinen ErundsatzeS der 2Sprozentigen Abgabe kein Zugeständnis machen werde, aber bereit fei, Abänderungen in der Art der Einziehung zu erwägen, falls bekannt werde, daß daS gegenwärtige System ein Hindernis für den Handel zwischen den beiden Ländern | bilde.
t Der diplomatische Korrespondent des .Daily Tele- i ,»taph" schreibt, das Ziel der deutschen Regierung bei den Verhandlungen sei zu verhindern, daß die Re- Parationsabgabe in der Art der Tarife wirke. Auch wenn die britische Regierung die deutschen Dorschlöge enn> 5men würde, würde die neue Me hode doch noch ' die Genehmigung des Generalagenten und deS Transferausschusses erfordern: die vorgesehene Pauschal« I summe dürfe die englische Quote der DaweSamniität I überschreiten oder es müßte Dorforge getroffen I teeröen, jeden Aeberschuh zurückzuerstatten. Man glau« I daß den deutschen Dorschlägen der Gedanke zu I Grunde liege, daß die Bank von England als!
; «ine Art Clearinghouse zwischen den britischen Empor-I teuren und der Reichsbank arbeiten sollte, wo das I Santo des Generalagenten geführt wird. Die Deutschen I deuteten auch an, daß, bevor dieses Problem nicht ge- I
Karl Fuchs, Kaufmann, Diez,
16. Frau Els- E p st c i u , Hausfrau, Frankfurts,
7. Karl Maul, Schloffermstr., Franifurt/M.,
18. Dr. Rudolj Büttner. Rechtsanwalt. Kuwq.
Parts, 28. Rov. Schon vor ntebrettn WoLen
.TT" D*m Otenblegenen «enbetunaen «ufhin setzten sich die ägyptischen Offiziere mit "hfltteUt uni> ««-mel»
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Nchreten, daß sie gegen die englische Ilebermachi beute bestätigt. Don ntebreten Seiten wird gemeldet »ickck aufkämen, daß sie aber trotzdem den Sudan Idaß Sir Jobn Bradbury, der englische Delegierte Nicht ohne direkten Befehl des Königs rttrnnen. bet Revaratfonskommlsfion. zum 1. Januar fein «mt sondern bis zur letzten Kugel kämpfen würden.!"^" ®ud>t'
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Die demokratischen Kandidaten für Heffeu-Raffau.
I. Für den Reichstag.
haltenen Vollsitzung teilgenommen. In deren Verlauf das Problem des In- und Sportes allgemein erörtert wurde. Hierauf wurde ein ArbeitSpro- gramm für die nächsten Tage festgelegt. Morgen nachmittag: Verhandlungen zwischen den deutschen und französischen Delegierten der Maschinen- und* elekttotechnkschen Industrie, Montag nachmittag: DelegattonSvollsitzung unter Zuziehung dieser Sachverständigen,- Dienstag nachmittag Vollsitzung un ter Zuziehung der Sachverständigen der Schwerindustrie, die inzwischen unter sich wester verhandeln; Mittwoch nachmittag: Delegationsvollsitzung unter Hinzuziehung der Sachverständigen der Ma- schinen- und elektrotechnischen Industrie.
Gilbert 8 et der Repko.
Paris, 28- Nov. Die Repke» hat den Generalagenten für Reparationszahlungen. Parker Gil- bert. gehört, der einen Bericht über den Verlaus der Arbeiten fett feinem Amtsantritt abgab und der Kommission über den Stand der Zahlungen Aus- kunst ertellt hat. Gin längerer Meinungsaustausch zwischen dem Generalagenten und den Mitgliedern der Repko hat hierauf über alle Fragen stattgefunden. über die eine ZusammenaiLett zwischen t&m und der Kommission notwendig ist.
ewbbntw Sretfteittsptine.
Univerfltätsprofeffor Walther Echvcking Wilhelm Kniest, Oberinnungsmeister, Caffel» Dr. Albert Hahn. Bankdirektor. Frankfurt, Pfarer Gottfried Rade, Geschäftsführer des Reichsbanners Schwarzrotgold, Caffel, Frl. Clara Voelzing, Telegraphenober- asststentin, Caffel, Dr. Ernst L e i tz, Fabrikbesitzer, Wetzlar, 7. Karl Fastnacht, Fabrikant, Oberursel, 8. Johann Heinrich Rau, Landwirt, Beltershausen,
der historischen Rumpelkammer Napoleons. Miß Beginn der Faschistenherrschast trat di, Bombe, der Dolch und der Revolver die Herrschaft an. Bereits im April 1921 wurde ein fried- 6cher Trachtenumzug in Bozen beschossen und mit Bomben beworfen, lieber 60 Personen wurden getötet und verwundet. Angesehene Abgeordnete Bürgermeister und Pfarrer wurden öffentlich mißhandelt. Derartige bisher ungesühnt gebliebene Ausschreitungen häuften sich. Trotzdem oder vielleicht gerade wegen dieser Vergewaltigungen, die ihren Gipfelpunkt in der Erklärung des Landes zum Festungsgebiet fanden, halten die Tiroler fest an ihrer angestammten Volksari. Ge- meindewahlen und Kammerwahlen brachten wimmer wieder überwältigende deutsche Mehrheiten. Südtirol wird sich niemals verwelschen lassen. Der Kampf unserer Volksgenoffen bedarf aber der Unterstützung der großen deutschen Volksaemeinschast, wenn er nicht das Gefühl der Verlaffenheit und Hoffnungslosigkeit in den Tiroler Herzen Hervorrufen soll. Deutschland und Italien stehen in Handelsvertragsverhandlunqen. Ist es unserem Volke zuzumuten, baß es in Men- oen italienisches Obst essen soll, während deutsche Brüder aufs unwürdigste behandelt werden? Die Regierung hat die Pflicht, bei diesen Verhandlungen die italienischen Vertreter darauf hinzu- weisen, daß das deutsche Volk im Reiche, wenn in Tirol nicht eine gründliche Wandlung eintritt, nötigenfalls mit dem Boykott italienischer Waren antworten wird. Ueber den mißhandelten Körper unseres Tiroler Bruders hinweg kann der Deutsche auf Me Dauer nicht mit dem Italiener Handelsgeschäfte machen.
Für die deutschen Minderbeite« im Ausland.
Berlin. 28. Nov. In der Hauptausschußsitzung des Vereins für Deutschtum imAus- lande wurde eine Reihe von Beschlüsien gefaßt» die eine noch ausgedehntere Unterstützung der schwer bedrängten auslandsdeuttchen Studierenden, die Auswanderungsfrage, die Iugendwanderungen im Erenr- und austerdeutschen Gebiet, die Schaffung eines Wanderfovds und die Ausdehnung der 6tt« pendiengewährung an geeignete auslandsdeutsche Handwerker und Kaufleute, um ihnen eine deutsche Fortbildung in der deutschen Heimat bieten zu können. betreffen.
Eine vom Landesverbände Bayern eingebrachte Entschließung ersucht die Reichsregierung, wie für die Lage der deutschen Minderheiten im allgemeinen, so im besonderen für das bedrängte. Deutschtum in Südtirol bei feder sich bietenden Gelegenheit einzutreten. Zum Ort der nächsten Hauptversammlung wurde auf Einladung des Landesverbandes Oesterreich Kufstein gewählt.
I Kassel, 28. Nov. Der Korrespondent des I »Dog" nahm die Gelegenheit einer Untetre düng mit General d. Nathusius wahr. Der Gert.rol bat ihn. ausdrücklich festzustellen, daß er nicht, wie eS ihm, als in französischen Zei- hingen stehend, berichtet worden sei. die Begnadigung angenommen hab«. Im Gegenteil habe er einen scharfen Protest gegen di« Begnadigung seinem Rechtsbeistand elngehän- digt und gebeten, diesen Protest dem Ministerprü- fldenten Herr tot zu unterbreiten. In diesem Protest hab« er dargelegt, daß er unmöglich diese Begnadigung annehmen könne, da er weder indirekt noch direkt ein Schuldbekenntnis ab legen würde. Gr sei sich keines Vergehens bewußt und er bestehe darauf, daß man chm, der in Ehren und ohne irgendwelche Derfehlun- gen grau geworden sei, seine Ehre wiedergebe, in ! dem man dieses völlig ungerechte Urteil aufhebe. Er habe auch ein zweites Schriftstück unterzeichnet, in dem er feststellt, daß er sofort die Revision vor dem obersten KriegSgertchtshvf beanttagt habe «mb jeden Augenblick bereit sei, sich wieder vor den Schranken der französischen Militärjusttz zu verantworten, weil er sich keiner lei Verfehlungen bewußt sei und als aufrechter deutscher Ehrenmann und alter Offizier jeden Tag dafür einttete, baß ihm Unrecht zugefügt worden sei.
Die Uniersuchung des Falles Nathusius.
, Serkin, 28. Nov. Der Oberreichsanwalt betraute den Blattern zufolge mit der Unterfuch- ?.n9 de,e(5° Hk» Nathusius Staatsanwaltichaftsrat Lehmann beim Reichsgericht. Die Zeu» genvernehmungen begannen bereits in zahlreichen Städten Deutschlands, es handelt sich vor allen gingen um Personen, die im Kriege zur näheren Umgebung des Generals v. Nathusius gehörten.
A« Zttvsr Pascha «es« Nachricht erhielt, rief l
et das Kabinett zusammen, das nach längerer letntrm v. RatimlluS lottert «eofften Beratung den Kriegsminister beauftragte, den I w
Truppen den Befehl zum Rückzug aus dem re.,4 , Wett »nab«.
Cuban zu geben, um unnötiges Blutvergießen zu I unt^ben®Söften 60^711
Verhindern. Dieser Befehl, der zugleich den Trup- eignen Stanbnnntt einothrtten. Darnach gibt er seinen ftn Den Dank deS Königs für ihre Treu« aus- 6tanb»untt auf Recht statt Gnade nicht auf. Die fwn- sprach, wurde durch Flugzeug von einem äghp-1 Regiernri, bat ibn allo gegen seinen Willen tischen Offizier nach Kartum Gebracht Di« letz-1 -begnadigt Sie wird nun freilich auch kaum mehr
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etU zufrieden gegeben hätten, daß kein« weite- treulicher ist es, daß bas Reichsgericht bereits mit bet een Schwierigkeiten erwartet würden und daß die I Seuaeneemebmung begonnen bat.
Räumung jetzt reibungslos vor sich geh». In *" Kairo herrsche nach wie vor Ruh«.
S. Ernst Rocholl, Fabrikant, Caffel-Beiten. Hausen,
wartige Polittk ausaegeben haben, heißt: ,9?a» ttonale Realpolitik." Wenn den Deutsch- nottonalen dabei vorgeworfen wird, daß ihre Polt- ttk eine Macht vortäusche, die wir nicht mehr besitzen, so trifft der Vorwurf nicht zu. Wir sehen sehr klar über unsere Machtlosigkeit, sind fteilich der Meinung, daß auch eine rnachtlofePoli- ttk durch Würde und Festigkeit mehr Ach- tung und Eefolqe erringen kann als es in den ätzten sechs Jahren Deutschland beschieden war, und wir behalten das Ziel im Luge, den Wil- len zur Macht wieder lebendig zu machen im deuttchen Volke.
Der Redner bezweifelt, ob die von Strefemann '''Sher geführt« Politik und besonders die des Herrn Marx den Ruhmestitel einer nationalen Realpolitik verdiene Ueber den Eintritt in den Völkerbund sagte Westarp, daß ile Deutschnationalsn den Eintritt in den Völkerbund nicht erstreben Wir muffen hinein in die Regie- rung, um zu verhindern, daß Deutschland durch den Eintritt in den Völkerbund freiwillig wiederholen würde, was ihm im Versailler Vertrag ab- cepreßt ist. Auch im Kamps gegen die Kriegsschuldlüge hat das Kabinett Marx- etrefemann bisher versagt. Bezüglich der inneren Politik ist die Ankündigung der Regierung in der Aufwertungsfrage besonders dürftig Die 8 Steuernotverordnung war eine Entwertungsverordnung. Wir wollen Treue und Glauben wieder Herstellen und den Entrechteten feste Rechtsansprüche in die Hand geben. Der Notwendigkeit, der sozial- bemokratischen Mißwirtschaft in der preußischen Verwaltung endlich ein Ende zu machen, widmete Graf Wcsiarp eingehende Ausführungen, bei denen er Herrn Severings Pazifismus mit dem Gummiknüppel und feine Tätigkeit für die sozialdemokratische schwarzrotgelbe Kampftruppe schilderte.
»ea.. Mr. 55, Sfrfftf.ftung: Nr. «6. «r. -a» ^-nkfur.r
Die Lage üi Aegypten
London, 28. Nov. Reuter meldet aus siairo, daß die ägyptisch« Polizei heute in der Umgebung von Kairo 35 Verhaftungen vornahm. Die das Blatt „Siaffuth" erfährt, wurden gestern |rei Nationalisten unter dem Verdacht verhaftet, gegen das Leben Allenbvs und kr gegenwärtigen - ägyptischen Minister sich ver- schworen zu haben. Die ägypttfche Polizei soll »ffenbar auf Befehl des Amtes für die öffentliche Sicherheit die Führer der Studentenschaft festge- lommen haben.
London, 28. Nov. Nach einer Reutermel- ßung aus Kairo meuterten heute zwei Ab- jeilungeu des 11. sudanesischen Batail- so ns in Kartum, überfielen das Militärhospital anb töteten einen englischen und zwei syrische lerz.e. Die englischen Truppen feuerten auf die Meuterer, die ernstliche Verluste erlitten.
Der Sudan wird geräumt.
Anzeiger
Kürzlich ist in Berlin im Verein für das Deutschtum im Ausland eine an deutsche Regierungsstellen mit der Forderung nach geeigneten Maßnahmen gerichtete Entschließung angenommen worden, deren Kern so grell wie selten eine Brandmarkung der Siegerwillkür die Unhaltbarkeit der europäischen Verhältnisse beleuchtet. In dieser Entschließung wurde festgestellt, daß durch em italienisches Dekret vom Januar 1924 den farbigen Bewohnern der Cyrenaika und Tripoli- tamens das Recht zur Einrichtung arabischer Schulen zugestanden ist, daß den Deutschen Süd-Tirols, dem Volke Walters von der Bogelweide und An- breas Hofers aber das gleiche Recht nicht gewährt „.F"? die Bestimmungen über fremdsprachige Aufschriften, über die Spraä anwendung im Be- hordenverkehr und bei ähnlichen Gelegenheiten hnö für die arabischen Koloniebewohner des soge- nannten Kulturstoates Italien erheolich günstiger als für die Deutschen Südtirols, too weit ist es gekommen, daß deutsche Menschen heute bei einem „Sieger“, der während des ganzen Krieges Nie-
-°Äe auf Niederlage heimgebracht hat, um Slet$bercd)tigun0 mit Farbigen betteln muß.
Die Geschichte Südtirols seit Kriegsende ist eine Geschichte italienischen Wortbruches und maßloser Brutalität. Der Privatsekretär Wilsons saireibt in seinen Memoiren, Seite 11, Band 2- „Unglücklicherweise hatte der Präsident die Bren- i'.ergrenze Orlando zugesagt, wodurch etwa 150 000 (richtig sogar 230 000) Tiroler Deutsche Italien überantwortet wurden, eine Tat, die er später als groben Fehler ansah und tief bedauerte." Nachdem das ebenfalls wie so viele andere Verbrechen der Friedensdiktate auf grober Unkenntnis Beruhende nicht mehr abzuändern war, da gab Sa- landra auf der Friedenskonferenz feierlichste Ver- !pred)ungen ab, daß das nationale Eigenleben her Deutschen Südtirols geachtet werden sollte. Auf Grund dieser Versprechungen wurden Italien die u a. Polen und der Tschechoslowakei aufgelegten Minderheitsbestimmungen erspart. In der Thronrede vom 1. Dezember 1919 hieß es: „Unsere freiheitliche Tradition wird uns den Weg weisen, auf dem wir bei größter Beobachtung der örtlichen autonomen Einrichtungen und Gebräuche die Lö- ung der Derwaltungsaufgaben finden werden." Ministerpräsident Bonomi betonte am 10. Juli 1921 in der Kammer „die dringende Notwendigkeit, den Einrichtungen der administrativen Autonomie in den neuen Provinzen eine konkrete Form geben".
Nachdem durch solche Aeußerungen die Welt- öffenltichkeit getäuscht war, begann bald der Wind aus einer anderen Richtung zu pfeifen. Nach einer Aeußeruna Salandras in der Kammer vom 16. Juli 1923 ist das Königreich Italien ein Na- tionalstaat, und es existieren juridisch gesprochen, Minderheiten überhaupt nicht. Die nahezu eine Million Angehörigen der Minderheitsvölker werben also mit einem Worte ihres Taseinsrechtes entkleidet. Dem Worte war bie Tat bereits vor- angegangen. Die verschiedenen Unterdrückungs- Maßnahmen dürften tm allgemeinen bekannt fein. Die Selbstverwaltung in Stadt und Land wurde zerstört, bie beutsche Sprache völlig unterbrächt, bte Schule zu einem Entnattonalisierungsinstru. ment gemacht, bie Beamten, bie aus dem Lande lammten, wurden sämtlich entlassen oder versetzt. Nachdem man in lächerlichster Kleinlichkeit alle Ortsnamen italienisch verballhornt hatte, nahm man dem Londe sogar seinen heiligen alten Name« und yjy-te ihn hurch eine vezeigMmg aus
9» otgtn dir Fremdherrschaft
Westarp über deuischnationale Politik.
Hamburg, 27. Nov. Graf Westarp sprach ge lern abend in einer von etwa 7000 Personen w Versammlung der Deutschnationalen Dolkspartei über die auswärtige und innere Poli- „„x rox ^te in ben Vordergrund, was Anfang und Ende alles politischen Denkens und Empfindens, Ziel und Mittelpunkt allen polttifchen Wol- ens und Handelns sein mutz: die F r e m d h e r r- ch a f t durch den Versailler Vertrag und die Be- cemng Teutichlands von ihr. Die Parole, so uhrie er weiter aus, bie Strefemann unb bie Teutfchtz Volkspartei in Dortmund für big aus-
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Marburg o. L, SommbeÄ, dru 29. Rrvember