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MarMa.Sdnmrslag, bei 27. RoM-er

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59. Mrs. 1924

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Anzeiger für iösß früher kucheUW Sberheffen - Amtliches BerkündtguWsb

des Kreises MarbMZ

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begnadigt.

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chungSgesängni» heute Vormittag um 6 Uhr der«

Havas berichtet au» Lille

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llhntfl. J^Se auf sich warten lassen werde. Die Minister Wen der Ansicht, daß die Krise vorübergehend und

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ilegyptcn der Frage der Textilzölle zuzuwenden. Die Metcckl- Die Be- industrie wird bei der Wiederaufnahme der Ver-

Nühren, würde die Unterstützung der britischen dem ssrichensoertrage in Deutschland zollfrei ^Mangelhaften. - v ~ führt werden müssen, Lvesentlich herabgesetzt «

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Weitere werden für Donnerstag er» ursprünglich vorgesehen« Programm nunmehr bald durchgeführt werden- Zwischenzeit wird durch Verhandlun-

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getroffen.

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Pari», 26. Nov.

N a t h u s i u s ist gestern Abend in Saarbrücken eingetrofsen und reiste heÄ7e früh um 6 Uhr nach Cassel weiter.

den großen Idealisten Frankreichs ins Pantheon überführen lassen. Sie trüge dafür die volle Der« antwvrtung. Darauf versuchte di« Rechte zu pro« testieren, aber die Linke spendet Herriot stürmt« scheu Beifall. In diesem Augenblick erscheint General Rollet im Saal, den die Mehrheit leb­haft beegrüßt.

Es ist fast 11 Ahr, als das Abstimmungs­ergebnis feststeht. Die Kammer hat mit 318 gegen 202 Stimmen die Tagesordnung Blum angenommen und damit Herriot thk Vertrauen ausgesprochen. J

Handlungen in Paris den Standpunkt vertreten, daß die elsaß-lothringischen Kontingente, die nach

daß General von Nathusius, der begnadigt worden ist, heute früh Lille verlassen hat und nach Forr b a ch a b g e r e i st ist.

Paris, 26. Nov. Wie Havas aus Lille be« richtet, ist der Befehl der Freilassung des Gene­rals Nathusius gestern abend um 9 Uhr bei der Präfektur eingetroffen. Die Präfektur hat sofort Vorkehrungen getroffen, daß die Nachricht sich in der Stadt nicht verbreite, hat pber unverzüglich den General von Nathusius in seinem Untersuchungsge­fängnis von seiner Begnadigung in Kenntnis setzen lassen. Der General hat darauf folgendes erklärt:

Ich bin sehr glücklich, daß die französische Re­gierung diese Entscheidung getroffen hat. Ich werd« nunmehr baldigst meine Familie Wiedersehen. Was man getan hat, ist gerecht, denn ich bin unschuldig.^

Bevor General von Nathusius heute früh da» Untersuchungsgefängnis verließ, drückte er seine Be­friedigung über die ihm Mteil gewordene Behand­lung aus. Um 7.15 Uhr früh hat er Lille ver­lassen und ist heute abend 7 Uhr in Forvach ein-

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eingetrofsen. wartet. Da» wird deshalb können. Die

Der «Aewenprei, betragt für be* 10 gesp. Zeilenmilltmeter 0,08 Goldmark. Amtliche **d auswärtig« A-ieige* 0,10 Salb, mark. Bei schwierigem Satz, sowie b. PlatzvorschriftenöO"/, Aufschlag. Sammelanzeioe* 100"', Aufschlag. AeName* 0,J5 Salb* Sebet Rabatt gilt als Larrabatt und verfällt, wenn die Zahlung später als 5 Tage erfolgt. Belege werde* berechnet' ebemo Auskunft durch dte Seschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Lrfillungsort Marburg, 1 S.-Mk. = Doll«,

Die MrtfchlMAerhmMnMN

Tie deutsch-englischen Verhandlungen.

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ff. London, 27. Nov. Die britische Handels- schiffahrts-Eilde hat einen Brief an den Präsiden­ten des Handelsamtes gerichtet, worin dagegen Ein­spruch erhoben wird, daß EtaatSdngehörige ehe­maliger feindlicher Länder auf britischen Schiffen beschäftigt werden.

ff. London, 27. Nov.Daily News" betont, daß die unfreundliche Kritik in der französischen Presse von denselben Blättern ausgehe, die schon während der Friedenskonferenz und während der Ruhrkrise stets bemüht gewesen seien, den meisten britischen Aktionen niedrige Beweggründe unterzu- schchben. Es könne klar und deutlich gesagt werden, daß Herriot und seine Regierung keinen Anteil da­ran hätten.

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achtet.

Daily News" betont, daß Großbritannien sich in­nerhalb seiner in der Anabhängigkeitserkkürung vor- bchaltenen Rechte befinde und übrigens das Ergebnis der Untersuchung durch ch^n Völkerbund nicht zu fürch­te* brauche, wenn Framreich sich entschließen sollte. Äe Angelegenheit auf Grund des Artikels 11 der Satzungen vor den VolkerBunb«rat zu bringen.

»Daily Telegraph" betont in einem Leitartikel, ein Kngveifen des Völkerbundes komme nicht in Frage, da Mt Satzungen ausdrücklich bestimmtem daß die obliga» tbrische Unterbreitung von Streitfällen sich nicht auf regionale Regelungen erstrecke.

»Daily Erpreß" schreibt, es scheine, daß in Frank- reich geheimnisvolle Einflüsse am Werke seien, um Schwierigkeiten in der ägyptischen Frage zu shaffen. Ob der Grund der sei, daß Frankreich Groß­britannien 600 Millionen Pfund Sterling schulde und Laß der Wert de» Franken sich vermindere, während

SMS SHtie, -leptzon 5*

Die Bestrebungen seitens französischer Industrie- kreise, auch nach dem 10. Januar eine möglichst zollfreie Einfuhr nach Deutschland durchzusetzen, um auf diese Weise in der deutschen Metallindustrie festen Fuß zu fasten, werden von der Schwer­industrie aufs schärfste bekämpft. Die deutsche Me-- tallindustrie vertritt den Standpunkt, daß sie im Inlands nur dann konkurrenzfähig bleiben kann, wenn diese durch ausreichende Zölle gegen eine Schleuderkonkurrenz des Auslandes geschützt wird.

TaS ventsch-schweizerische Abkomme«.

Berlin, 26. Nov. Das deutsch-schweizerische Abkommen über die Einfuhrbeschränkungen wurde nunmehr von der Reichsregierung und von der schweizerischen Regierung genehmigt. Im auswär­tigen Amt hat daraufhin heute zwischen dem Reichs­minister des Auswärtigen und dem schweizerischen Gesandten Dr. Ruefenacht ein Notenaustausch statt­gefunden, demzufolge das Abkommen nach Ablauf der darin vorgesehenen Frist von zwei Wochen, also am 10. Dezember, in Kraft tritt.

Tie deutsch-polnische« Wirtschaftsbeziehungen.

Der Fortfall der im Versailler Diktate für fünf Jahre festgelegten Wirtschaftsbindungen hat auf der ganzen handelspolitischen Front zu Vertragsplänke­leien geführt. "Die Londoner Verhandlungen schei­nen hinsichtlich der Reparationsabgabe zu einem Kompromiß zu führen, das den deutschen Handel selbst von der Last der Abgabe nach Möglichkeit befreien sott. Frankreich verbeißt sich nach wie vor auf seine Abgabeforderung und ist anscheinend vorläufig noch nicht geneigt, diese für Deutsch­land unerträgliche Belastung den wirtschaftlichen Notwendigkeiten, wie sie sich im Besonderen aus der Lage Elsaß-Lothringens ergeben, zu opfern. Auch mit den östlichen Nachbarn, Rußland und Polen schweben Verhandlungen. Polen gegenüber hat Deutschland auf die starken in diesem Lande festgelegten Wirtschaftsinteressen Frankreichs zu rech­nen. Im übrigen befindet sich Deutschland Polen gegenüber in einer verhältnismäßig günsttgen Lage. Während Deutschland im letzten Jahre nur eine .Ausfuhr nach Polen von 4,4 Prozent seiner Ge- famtauSMHr hatte und 5 Prozent seiner Einfuhr ans Polen bezog, belaufen sich die entsprechenden VcrhättniSzahlcn Polens auf 50,6 und 43,6 Pro­zent. Polen hat ungefähr das zehnfache Interesse an einet befriedigenden Gestaltung de - Wirtschafts- t* tt $ SRJonn Xa/i

Durchgangsverkehr;, nach Rußland ein wirksames DrUcknrittel gegen Deutschland in der Hand zu haben, so befindet es sich int Irrtum. Der Haupt­verkehr des an sich nicht bedeutsamen Handels mit Rußland benutzt im Norden den Seeweg über Riga und Reval, im Süden bietet sich der Weg über Rumänien. Dringend zu wünschen ist es ebenfalls, daß Polen als Vorbedingung für normale Wirt- schaftsbeztehungsn der ansässigen deutschen Min­derheit erträgliche DaseinAwrhältnifse schafft. ES ist auf die Dauer unmöglich, geregelte Beziehungen herzustetten, falls, wie es bisher geschieht, die Deut­schen in Polen weiterhin aus ihrem Besitz ver­drängt und um ihr Recht auf eine nationale Kul­turerziehung gebracht werden. Die Wirtschaftslage Polens ist wahrscheinlich nicht allzu rosig. Die Polen haben alle Ursache, den deutschen Wünschen entgegenzukommen, und die Tatsachengrundlage ist Polen gegenüber den deutschen Unterhändlern in jeder Beziehung günstig.

Svmirns Ende in Marokko

Spanien erlebt gegenwärtig höchst kritische Tage, und zwar sowohl im Innern des Landes als auch in seinem nordafrikanifchenSchutzgebiete" Marokko. Trotz den drakonischen Maßnahmen der Diktatur- Regierung nehmen die Anruhen und Aufstände in Spanien doch täglich zu. In Madrid, in Barce­lona, in der Provinz Navarra und in vielen an­deren Zentren sind Hunderte von Revolutionären verhaftet, darunter auch viele hingerichtet worden. Das Kriegsgericht ist eifrig tätig. Die Z- 'für kennt keine Grenzen. Sogar der Eingang auslän­discher Zeitungen nach Spanien ist! verboten wor­den. Die Regierung selbst gibt zu, daß die Lage des Landes wirkllch eine höchst ernste fei.

Die kritische Lage Spaniens, die fast zu einet chronischen geworden ist, ist vor allem die Folge der langjährigen Kolonialpolitik in Marokko. Marokko, das nordafrikanische Landgebiet am Mit­telmeer ist bekanntlich größtentÄlS ftanzösisch. Ein kleiner Teil des Landes ist jedoch noch spanisch. Spanisch-War okko hat im ganzen 30 000 Quadratmeter Flächeninhalt und etwa 600 000 Ein­wohner. ES erstreckt sich im äußersten Norden des Landes von den Küsten des Mittelmeeres im Osten bis zum Atlantischen Ozean im Westen. jenseits also der Gibraltar-Straße. Spanisch-Marokko, des­sen größerer Teil unter dem Namen R i fs - G e - biet bekannt ist, ist ein wildes Gebirgsland. Die Hauptzentzen sind: Melitta, Tetuan, Cueta u. x. Die Bewohner des Landes sind unter dem Namen Kabhlen bekannt. Diese letzteren sind yami- tischer Abstaommung, Nachfolger einer von uralten Zeiten her dort ansässigen berberischen Rasse. Die Kabhlen von heute sind stark mit Arabern vermischt, tapfer und kriegerisch.

Der gegenwärtige Kampf zwischen den Spaniern und Kabhlen ist, historisch betrachtet, die Fort­setzung des alten Kampfes zwischen den Spaniern und Mauren, die im Mittel- alter von Afrika aus in Europa eingedrungen waren und auch Spanien erobert hatten. Nach zähen und jahrhundertelangen Kämpfen gelang es den Spaniern, ihr Land von der Fremdherrschaft zu befreien und ihrerseits sogar in Afrika einzudringen. Gegenwärtig sind es nun die heutigen Nachfolger der Maureit, die ihren Freiheitskampf gegen die letzten lleberbleibsel der ehemaligen spanischen Ko­lonialmacht in Nordafrika mit Erfolg führen.

Die Anfänge der neueren Phase der blutigen Kriege in Spanisch-Marokko fallen schon in das Jahr 1919. Wie gegenwärtig, so stand auch schon vor fünf' Jahren der bekannte Führer ^Abdul Ker im an der Spitze der kabylijchen Flciheits- scharen. Der letztere ist ein Eingeborener aus Me­lilla. Dieser Häuptling der Kabhlen ist ein in

Unter.

KerkMmsKMm filr Serris

Paris. 26. Nov. Die gestrige Kammersitzung erreichte erst gegen 11 Ahr abends ihr Ende. Der Abgeordnete T a i t i n g e r hatte in der Nach- mittagssitzuyg behauptet, daß der Block der Linken vom Interet economi^ue Wahlgelder erhalten habe, und daß alle Mitglieder Nutzen aus diesem Fonds gezogen hätten. Nach wiederholten Protesten Her- riots erklärte die Linke, daß sie den Abg. Taitinger nicht weiter anhören wolle, wenn er keine Namen nenne. Nach stürmischen Tumulszenen meldete sich der Abg. Taitinger nochmals zum Wort und er- llürte kurz:3m Jahre 1919 ging in Lyon eine Liste von der Bereinigung der wirtschaftlichen Interessen herum. Sie enthielt den Neunen Her­riot." Jetzt endlich hatte Herriot die gewünlck^e Gelegenheit einzugreifen und Tallinger abzuferti­gen. Er tat dies so, daß dem Abg. Taitinger nichts weiter übrig blieb, als fluchtartig die Red­nertribüne zu verlassen. Dann kam Her­riot auf die eigentliche Interpellation über die Iaurös-Feier zurück und sagte, er h nicht nur die kommunistischen Amzüge gestattet, sondern auch die der Royalisten. Herriot lobte die Pariser Be- völlerung. die am vergangenen Sonntag ruhig und würdig manifestiert habe. Die Regierung habe

: Fr.ich« ische 39 Piv, lingt 50 Plg-

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v. Nathusius in Freiheit

Paris, 26. Nov. Havas verbreitet folgend« offizielle Nachricht:

Auf Veranlassung deS Kriegsministers General Nullet hat der Präsident der Republik, Dou« mergue, den vom Kriegsgericht in Lille zu einem Jahr Gefängnis verurteilten General v. Nathusius

die eugttfHs^Währung steige, sei schwer zu sagen.

ff. London, 27. Nov. Wie aus Kcnro^ge- tetbet wird, haben entsprechend der beiti'chen <yor» i terungen weitere ägyptische Offiziere und Truppen hd; ans dem Sudan zurückgezogen. Khartum ist ^>n ägyptischen Truppen frei. Die Zurückziehung A in ohne Ruhestörung vor sich gegangen.

ff. London, 27. Nov. Nach einer Meldung tos Kairo zog eine ganze engttsche Brigade mit «Mgepflanztem Seitengewehr durch die Straßen h#n Kairo. Aus Gibraltar wird ein neues Regt- tent erwartet. Zn Alexandrien sind zwei englische Ratrosen verschwunden.

Fff London, 27. Nov. Reuter meldet aus ;$aha, daß zwei britische Matrosen, die seit einigen ^ggen in Alexandria vermißt worden sind, in Ära gesehen wurden. Es ist Befehl ergangen, sie

gen über technische Einzelheiten nützlich ausgefüllt. Schon diese Tatsachen zeigen, wie völlig verfehlt die Behauptungen einiger französischer Blätter sind, die deutsche Regierung oder die deutsche Delega­tion suche die Verhandlungen zu verschleppen.

Die deutsch« Industrie und die Verh««d1««se» mit Frankreich.

Qu. Berlin, 27. Nov. Die deutsch =J9c a n- Höfischen 2B-i rtschaftsverhandlwngen sind gegenwärtig in das Stadium der Einzelbe­sprechungen über die Zollfrage eingetreten, an denen auch die Vertreter der deutschen Industrie teilzunehmen haben. Infolge des Ausbleibens einiger industrieller Abgeordneter wurden jedoch die Besprechungen verzögert. Von französischer Seite wird nun behauptet, Deutschland wolle auf Frankreich einen Druck ausüben, indem es beabsich­tige, den Abschluß der Verhandlungen über den 10. Januar 1925 hinaus zu verzögern. Dies ist jedoch, wie uns von unterichteter Seite mitgeteilt wir^, keineswegs der Fall, sondern man ist vielmehr deut­scherseits ernsthaft bestrebt, wenigstens im Prinzip schon jetzt zu einer Einigung mit Frankreich zu ge­langen, weil man der Meinung ist, daß dadurch auch die Regelung der politischen Fragen wesentlich erleichtert werden könnte. Von sozialdemokratt^cr Seite beschuldigt man die deutschen Industriellen, die Verhandlungen durch Fernbleiben ihrer wich­tigsten Vertreter sabotieren zu wollen. Zn den maßgebenden industriellen Kreisen bestreitet man ganz energisch die Behauptungen über irgendwelche Sabotageabsichten, und macht darauf aufmerksam, daß ^pn sozialdemokratischer Seite seit Wochen syste­matisch gegen die deutsche Schwerindustrie gehetzt wird.

26proz. Reparationsabgabe bestände. Die Deutschen er­klärten, daß diese Abgabe, .als sie dem Dawesplan zu­stimmten, nur 5 Prozent betragen habe und daß seitdem Frankreich die gleiche Abgabe eingeführt habe und Italien, wie es heißt, den gleichen Schritt erwäge. Dies hemme den deutschen Außenhandel und erschwere darum die Erfüllung des Dawesplanes. Das Blatt fährt fort, der Generalagent für die Reparationen scheine ebenfalls wegen der Wirkung der Abgabe Bedenken zu haben. Es sei aber nicht wahrscheinlich, daß die gegen­wärtige britische Regierung sie fällen lassen werde, weil durch diese Abgabe der britische Anteil an den Repara­tionszahlungen gesichert werde. Wenn dies aber nur erlangt werden könne, unter dem Risiko, die Vorteile eines Handelsvertrages . mit Deutschland zu verlieren und Den Dawesplan und die Stabilität Europas zu ge­fährden, so werde sich die Abgabe als ein kostspieliger und gefährlicher Luxus erweisen.

London, 26. Rov. Zu den deutsch-eng­lischen Handelsvertragsverhandlungen meldet der diplomatische Berichterstatter desDaily Telegraph, von deutscher Seite werde jetzt auf eine Abänderung der gegenwärtigen Methode der An­wendung der Reparations Decooerh-Akte gedrungen und hinsichtlich dieser Einschränkung werde es sich viel­leicht als möglich erweisen, den deutschen Wünschen in beträchtlichem Maße entgegenzukommen. Das gleiche werde vielleicht von der deutschen Forderung betreffend die Aufhebung der Ausnahmegelehgebung gegen Krutschland (Banken, Seeleute. Metalle) der Fall sein. Ratürttch müßten die Deutschen aber gegen solche Zugeständnisse ebensatts entsprechende Zuge­ständnisse betreffend die britischen Danken, Beröche» Lungs- und Schiffahrtsgesellschaften gewähren. Außer- öem mühte noch eine Anzahl anderer Fragen, darunter die des deutschen Systems der Ausfuhrlizenzen, be- hanLelt Werder,.

ff. London, 27. Nov. Die deutsch-eng­lischen Handelsvertragsverhandlungen nehmen' einen befriedigenden Vnrlauf. Sie werden voraus- sichtLich rm Laufe dieser Woche ihr Ende erreichen, llrbek die wicht iprten Pu.kkte tft eine Ueboeeittftim«. mung erhielt worden. Meinungsverschiedenheit be­steht nur noch über die taktische Behandlung der 26 prozentigen Reparationsabgabe.

Die deutsch-französischen Verhandlungen.

Paris, 26. Nov. Wie bekannt, hatte das in den deutsch-französischen MirtschaftSverhandlungen ausgearbeitete Programm eine Abänderung erfah­ren müsie-e, weil ein Teil der deutschen Sachver­ständigen. die im Interesse einer Beschleunigung der Verhandlungen kurzfristig nach Paris eingeladen waren, infolge anderweitiger Verabredungen nicht rechtzeitig jn Paris eintreffen konnten. Eine große Anzahl von Sachverständige ist nunmehr in Paris

Lonkw n, 26. Rov.Westminster Gazette' , _ ihrem Leitartikel über die deutfch-engl ifchen Handelsvertragsverhandlungen, die schwebenden Fragen könnten geregelt werden, wenn nicht das britische Schatzamt aus der Beibehaltung der

erscheint sechsmal wöchentlich. - Bezugspreis monatlich 2 Mark ausschließlich Zustellung;,e- S1: Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag

MX Dr. £. $ t i j e r o tb. Druck der univ.-

stelle. Nr. o5, Schrnti-ttung: Nr. 666. Posticheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Dir tage in Sgimten

Genf, 26. Rov. Das Dölkerbundssekretariat ver- zsfentlicht den Wortlaut des Telegramms, das der Prä­sident der ägyptischen Deputlerteiikammer an den Gene­ralsekretär des Völkerbundes und die Parlamente der Wett gerichtet hat. Darin heißt es u. a.: Ich habe die Ehre, Ihnen nachfolgenden Protest zu übermitteln, den die ägyptische Kammer einstimmig in ihrer Sitzung vom 24. Rovember an den Völkerbund und an alle Parlamente der Welt zu richten beschlossen hat. An­gesichts der kürzlichen Eingriffe, die die britische Regie­rung gegen die Rechte der ägyptischen Ration unter­nommen hat, verkündet die Kammer folgendes: Sie hält fest an der völligen Unabhängigkeit AeAptens und des Sudans, die ein unteilbares einheitliches Ganzes bilden. Sie bedauert auf das lebhafteste, daß trotz her formellen Mißbilligung der Ration anläßlich des gegen Stack begangenen Verbrechens und trotz der von der ägyp­tischen Regierung gebotenen Genugtuung die britische Regierung es für notwendig hielt, diesen traurigen Zwischenfall im Interesse ihrer imperialistischen Ziele Wszubeuten. Don Worten zur Tat übergehend, hat die britische Regierung ihre Drohungen zur Aus­führung gebracht und außerdem die Zollstellen von Alerandria besetzt, wobei sie erklärte, daß dieses Vor­gehen nur der erste zu ergreifende Schritt sei. Diese Ängrisfe bilden eine Einmischung in den Angelegen­heiten Aegyptens, eine Vergewaltigung seiner Verfas­sung und eine Drohung für das wirtschaftliche Leben. Sie stehen in keiner Beziehung zu dem Verbrechen und i sind beispiellos in der Geschichte. Aus diesen Grün- ' den proklamiert die ägyptische Regierung ihren nach- L drücklichen Protest gegen derartige ungerechte Akte, die s vom Rechtsstandpunkt aus null und nichtig sind. Sie i Ächtet an alle Parlamente der Welt ihren Protest ; gegen die willkürliche Behandlung einer unschuldigen r Nation, die auf8 tiefste in ihren Rechten auf Leben - and Freiheit verkehr ist und nichts anderes, als ihre i Unabhängigkeit verlangt.

In den Kreisen des Völkerbundssekretariats weist man darauf hin. Laß diese Rote nicht von der -ägyp- tischen Regierung ausgeht, sondern von dem ägyptischen : Parlament, der Völkerbund aber nur auf Schreiben i ernt Regierungen einstigeren pflegt. Im übrigen ent«- 6: uiv3 ägestische Telegramm nur einen Protest, e aber Sein formelles Ersuchen um Einschreiten des Vöi- Mkekbunä-s.

R London, 26. Rov. Die Blätter sind überein- fibnKeaö der Ansicht, daß in der ägyptischen- jttife eine , Ruhepause eingetreten sei und daß jetzt abgewartet i »erben müsse, wie weit der neue ägyptische Premier- | »inister in der Lage sei. die britischen Forderungen j ja befriedigen. Die von der ftanzösischen Presse an dem britischen Vorgehen geübte Kritik wird viel be-

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Ä sertzciften.

[ ff. London, 27. Nov. Der parlamcntariichr ^vrrofvondent desDaily Telegraph" meldet, in chü.nistc riellen Kreisen sei man zufrieden ®it den*v!ftwickclungen der Dinge in Aegypten. Ministerwechsel habe für die nächste Zeit eine lMchridcnde Besserung gebracht. Man glaubt, dag ^Wiederherstellung normaler Zustände glicht

Die Abreise der Sachverständigen hat lediglich deshalb aufgeschoben werden müsien, weil einer der eingeweihtesten Sachverständigen plötzlich erkrankt war. Es ist jedoch damit zu rechnen, daß die Dele­gation der Sachverständigen aus der Schwer- a- inbuftrie bereits in den nächsten Tagen abreisen fann._ Inzwischen hat man diesen Verhandlungs­gegenstand solange zurückgestellt, um sich zunächst

l wenn es nicht zu einem _aen Zwischenfall sAnm.e, unnötig sein werde, neue Maßnahmen und - A Erklärung des Belagerungszustandes zu bc- Wießen. Der Korrespondent desDaily Tele-

in Kairo meldet, ägyptische Kreise hassen, TSh 5 die britische Regierung die Aufgaben des Pre- nuo ^ierministers durch Abänderung ihrer Fordern- Althaus erleichtern werde. Der Ton, den^»as neue Ka- T-l^ Mell gewählt hat, {et entschieden versöhnlich.

» , jt. Conbon, 27. Nov. Die Blätter melden 'iflnu E-Neinstimmend, daß die Nachrichten aus Aegypten wie vor befriedigend lauten. D.^ 1113* Übungen des neuen Ministeriums des Präsiden- Zirwar Pascha ^icherheit^und Frieden herbei-