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Wie die Zeitungen aus die Kammer eine Kom- Bölkerbund und die zu richtenden Protest
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London, 25. Nov. Kairo melden, ernannte »Mion, die einen an den Garlamente der Wett ^fassen wird.
London, 25. Nov.
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unbearflnbet fei. Wie die dottSparteilich« „Zelt» meldet, beabsichtigt ber Führer des Reichsbanners Generalmajor a D. Freiherr von Schönaich, dem! nächst eine Reise nach Pari» zu unternehmen, tt< ln $rattfteMj Vorträge über die im Fortschritt be* grtfjene republikanische Bewegung zu halten. Dieft Reise des Generals hat offensichtlich den Zweck, den Franzosen darüber Aufklärung zu verschaffen, „das die^ monarchische Reaktion in Deutschland erledigt
.ff. London, 26. Nov. Reuter meldet aus »°iro, daß Truppen aus Suez und Gibraltar nach *~Ütipten und dem Sudan unterwegs seien. Eine Attische Brigade werde heute mit aufgepflanztem «itengewehr durch die Straßen Kairos marschieren.
ff- Kairo, 26. Nov. Die streikenden Stuben« Wl hielten gestern morgen eine Versammlung ab y* beschlossen, ben Streik fortzusetzen, aber vor- E^iig keine Kundgebungen zu veranstalten.
k London, 25. Nov. Reuter meldet aus Kairo: Parlament ist durch königlichen Erlaß auf einen «otia; vertagt. Der an die Parlamente der Welt ge- ^'ete Protest beschuldigt Großbritannien, daß es ein ^Heultches Verbrechen als Vorwand zur Ausfüh- seiner imperialistischen Politik nehme.
*a6l<in» und der englisch-ägyptische Konflikt.
Paris, 25. Dov. Havas verbreitet um 1 Uhr folgend« Nachricht: Es scheint richtig zu sein, daß die französische Regierung endgültig beschlossen hat, Gene-
Ae flotififatfon bes WashInglMk Wlslundenlagi
einer Sackgasse gefangen, aus.der sie nun durch einen „großzügigen" Gnadenakt zu entwischen vorziehen. Daraus ergibt sich aber die Pflicht der deutschen Regierung, auf einer Rehabilitierung des Generals von Rathusius unt-i allen Amständen zu bestehen. Zunächst gilt es jedoch einmal die Freilassung des greifen Offiziers zu erreichen. Die Lister Kasematten sind kein Aufenthaltsort für einen ehrenwerten deutschen General. Er wird zweifellos bereit sein, zu einer neuen Verhandlung, die ihm alle Verteidigungsmöglichkeiten bietet, zu erscheinen und seine Anschuld klar nachzuweisen. Das Begnadigungsrecht ist dazu da, um Widersprüche zwischen dem formalen Recht und dem „wirklichen Recht" auszugleichen — nicht aber, um offenbare Fehlsprüche zu korrigieren, solange es dazu noch irgend ein anderes Rechtsmittel gibt. Das aber ist in dem Prozeß Rathusius noch der Fall. Wenn jetzt der Präsident der französischen Republik die Begnadigung ausspricht, dann will er damit der Militärjustiz das Eingeständnis ersparen, ein unhaltbares Tendenzurteil ausgesprochen zu haben. Ans aber liegt viel an dieser Feststellung, noch mehr freilich an der offiziellen Erklärung der nachgewiesenen Anschuld.
fk. Berlin, 26. Rov. Der „Vorwärts" meldet, daß es vor der Veröffentlichung der Begnadigung des Generals a. D. von Rathusius der Zurückziehung des von dem Derutteilten gegen das Artest des Lister Kriegsgerichts gestellten Anträge | auf Einleitung eines Kassationsverfahrens bedürfe, da eine Begnadigung gesetzlich nicht zulässig ist, solange ein Verfahren nicht endgüllig abgeschlossen ist. Die Zurückziehung des Antrages ist mit Zu- stimmung des Generals erfolgt und die Freilassung dürfte im Laufe des heutigen Tages erfolgen. Wie das Blatt bemerkt, steht es bei General v. Aathu- j sius, die Wiederaufnahme des Verfahrens zu beantragen und für seinen Freispruch von einem französischen Gericht zu kämpfen.
Dl« preußische« Behörden «uv da» Reichsbanner! Schwarz-Rot-Gold. |
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. ® f fe n • 25- 2kov. Wie gemeldet wirb, könnt» in den Lohnverhandlungen des Bergbaues eine Eint- gung zwischen den Parteien nicht erzielt werden. 9» tourBe baber eine Schlichterkammer gebildet, die folgen- ' den Schiedsspruch fällte:
I. Der Tarifschichtlohn eines Reparaturhauers wir» vom 1. Dezember an auf 6,10 Mark erhöht.
2. Die übrigen Löhne verändern sich entsprechet ~ ®.af .bedeutet eine Lohnerhöhung um 8,9 Prozent.
.^erbt die Lohnordnung unverändert. Dft Erklarungsfrut läuft bis zum 29. November.
Mainz, 25. Nov. Der neue Oberbefehlshab«, öer französischen Besatzungsarmee, General Guilla« getroffen mitt°9 tur$ na$ 12 Uhr hier eh* rücken, 25. Nov. Der bayrische Mft be« $cIb traf' von Kaiserslauter» fommenb, gestern vormittag kurz nach 10 Uhr hie, em. seiner Begleitung befanden sich der Re« !gierungspraiibent ber Pfalz, Dr. Metheus und ^ierungsrat Dr. Ertel vom StaatSminisieriu» des Aeußern Die Säfte, die vom Bürgermeister Röstnger empfangen wurden, besichtigten die Meran, derkirche mit ber Fürstengruft unb statteten dam, dem Oberlandesgerichtspräsidenten ber Pfalz, so« tote bem Bezirksamtmann einen Besuch ab. Nachmittags fand Im Deutschen Hause eine Zusammen- ^^t mit Vertretern von Hanbel, Jnbustrie und Wirtschaft, der Presse und den Stadt- und S«o memdevertretern der Westpfalz statt.
I Die ,ugelasse,e» WahloorschlL«.
. ,tote. öffentliche Sitzung des Relchswahla«,.
“J't fur ble Reichs, und Landtasswahl fand Mo», f®® ,Es wurden die Reichstagswablvo*
schlage m folgender Reihenfolge unb «lt folgende« Nummern festgesetzt:
- ,pU- ®etIin> 26. Rov. Don großindustriester Sette wird im gegenwärtigen Wahllampf immer wieder auf die Bedeutung des Washingtoner Acht« stundentag-Abkommens hingewiesen, dessen Rast« fiMion durch die deutsche Regierung bekanntlich noch aussteht. Die Industrie wendet sich ganz entschieden gegen die internationale Festlegung des Achtstundentages und macht daher ihren Einfluß geltend, um die Ratifikation des Washingtoner Ab-, kommens durch Deutschland zu verhindern. Maß« gebend dabei ist der Gesichtspunkt, daß die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft ernstlich bedroht wird, wenn di« Arbeitszeit in Deutschland durch ein internationales Abkommen festgelegt wer« den soll. Wie wir hierzu erfahren, hat das Reichs« kabinett die Frage der Ratifizierung des Washing- I Abkommens vorläufig ganz offen gelassen. Obwohl eine gewisse Geneigtheit bestand, den Forderungen der deutschen Gewerkschaften nachzukommen und alsbald die Ratifikation vorzunehmen, konnte man sich in den Regierungskreisen nicht dazu entschließen, schon jetzt eine grundsätzlich« Cntschei- düng zu treffen, zumal namentlich di« Deutsch« Volkspartei darauf hingewiesen hat, daß auch Frankreich das Washingtoner Abkommen noch nicht ratifiziert habe und für Deutschland der Grundsatz maßgebend ist, daß die gesetzliche 'Regelung der Arbeitszeit die Produktionsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nicht beeinträchtigen darf. Neuerdings wird von den Ententeländern di« Frag« des Achtstundentages dazu benutzt, um auf Deutschland einen Druck auszuüben. So hat beispielsweise dft französische Regierung die Erklärung abgegeben daß Frankreich nicht eher das Washingtoner Abkommen ratifizieren werde, als bis die Ratifikation durch Deutschland erfolgt sei. Da diese Frage auch mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Wirtschaftsverhandlungen ein akutes Interesse gewinnt, darf man annehmen, daß di« deutsche Regierung gegenüber den Vorstellungen Englands und Frankreichs den Standpunkt der deutschen Wirtschaft zur Geltung bringen wird.
I ftien angenehm davon berührt, daß die französische Aktion wahrscheinlich ' den ersten zwei Monaten erfolgen werde, f » em das Mandat der Kommission erloscht und die Frage einer Verlängerung erwogen wer.-^n könnte. Es verlautet, daß der Minister- ! Präsident Herriot eine Regelung der französischen Schulden an die Vereinigten Staaten unter Be- rln9u»fiert Vorschlägen werde, die denen der briti- schen Regelung mit Washington gleichen. Der Berichterstatter sagt, wenn Frankreich, Italien und Belgien keine Vorschläge zur Fundierung ihrer Schulden machen werden, so werde es nach Eröffnung des Kongresses eine scharfe Kritik geben.
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fk. London, 26. Nov. In offiziellen Kreisen «ro ber Wunsch geäußert, daß bem neuen ägyp- Jwn Kabinett Gelegenheit gegeben werbe, sich mit *t Sage zu befassen. In biefem Falle sei es wahr- 8tzeiulich, baß bie noch schwebenben Streitfragen Mell gelöst werden würben.
fk. London, 26. Nov. Die Zollgebäube in Alexandrien sind gestern von britischen Marine- duppen besetzt worben. Die Zollämter werben für «n Verkehr geöffnet bleiben.
Qu. Berlin, 26. Nov. Wie wir hören, hat die preußische Regierung neuerdings zu ben zahlreichen Beschwerden Stellung genommen, die von rechtsstehenden Kreisen gegen ben rupublikanischen Verband Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold erhoben worden sind. Unter anderem handelt es sich um Vorstellungen, die im Anschluß an gewisse Zwischenfälle erfolgt sind, bei denen die Reichsbannerleute Ausschreitungen begangen haben sollen. Die preußische Regierung hat die einzelnen Fälle nachgeprüft und auf Grund der Berichte der zustän- > -------.........
bigen Polizeibehörden eine eingehende Untersuchung »,7 .standes, 10. Lanbbunb, 11. Deutsch-Hannoversch« eingeleitet. Das Ergebnis dieser Untersuchungen 5, rtet’,J2 m(bIetbl unbesetzt, wahrscheinlich, weil der soll jedoch, tote von Preußischen Regierungsstellen Ä Reichsliste einge-
behauptet wird, keinerlei Belastungsmaterial für bas demokratte' 15 Statt En?'Unabhängige St-stal. SÄST IfW*» "»*? •*» ► »ÄiÄäÄ*Ä - b«S «in Eingreifen ber preußischen Regierung gänz-jMrtfchaftsbunb, 19. Deutschsoziale Partei unb Reich«.
- f- Sozialdemokratische Partei Deutschland», 1 ntJlonaIe Volksvartei, 3. Zentrum, 4. Komm» .5- Deutsche Volksvartei, 6. Rational, sozialistische Frerheitsvartei, 7. Demokraten, 8. Bayeri- 19®. volkspartei, 9. Wirtschastsvartei des deutsche.
Brar"C£Vt*^i» Voft 22? 7 D<r"g'»rei« m-netllch r Mark ausschltetzll» Zuftelluaqsqe.
Kal ro, 25 Nov. Die Kammer hat eine Pro- ffi htzk
^estentschließung angenommen. In ber ber I Oll M . o„ „ ’
BöHerbunb gebeten wird, namens einer frieb» f A ®1 ‘ ’ ”, 26.- Nov. Die Antwort der Scheu hilflosen Nation zugunsten einer vollständigen V Negierung auf da» deutsche
Unabhängigkeit Aegyptens und deS Sudanh zu I ^'^rbunds-Memorandum hat in den Berliner intervenieren, die nicht voneinander zu ttennen außenpolitischen Kreisen große lleberraschung her- |rleit. vorgerufen. Man hatte erwartet, daß Schweden
London 25 Nov Die meThef uls neutrale Völkerbundsmacht den von Deutsch-
Kairo, daß' Kammer «nd"S??at In wäter «-äußerten Wünschen eine ganz andere Beach- Nachtstunde den Wortlaut eines Protestes an schenken würde. als England und Frankreich,
»le Parlamente ber Welt aeaen (Mri Ib',e fn ,6J.e” Antwotten die deutschen Vorbehalte ftnniens Handlungen, die ungerecht und hart seien, Antwort^mackt g?’® ^“^^1
-bwohl Aegypten alles getan habe, was möglich ^d°ch dieses Argument eben-
»ar, um die britischen Forderungen zu befriebiaen eigen was umso auffallender ist, als Schwe-
genehmigt haben. Das Pattament^ befchwßl^" mit der Beantwortung des deutschen Me-
ieim Völkerbund zu protestieren und ihn zu bitten, IH0/“"?“?15, ^ls iS! Seit gelassen hatte. Offenbar s ditiugreifen. um eine Ungerechtigkeit zu verhindern'
Zn einem Leitartikel betont die „Times", die Snabhängigkeitserklärung Aegyptens vom Jahre 1922 sei mit Vorbehalten ausgestattet gewesen, von fttteu der eine sich auf ben Suban bezog. Das Platt legt ausführlich bar, daß die britische Re- Acrung durchaus innerhalb der Grenzen dieser Be- Pmmungen geblieben sei. Was den Vorschlag betreffe, die Frage dem Völkerbund vorzulegen, Lkönne weder viel Gutes, noch viel Schlechtes aus erwachsen. Der britische Standpunkt fei ft rechtlicher Beziehung einwandfrei und entspreche ftn Interessen Aegyptens unb ber Welt. Die bri- Uche öffentliche Meinung könne gegen eine wirk- »dj unparteiische Untersuchung ber Hanblungen der Mhlulregierung keinen Einwand erheben. Jn- Eischeu habe die britische Regierung die Aufgabe, begonnene Aktion zu einem erfolgreichen Ende ft führen.
fk. London, 26. Nov. Nach einer Reuter- Delbung aus Kairo hält bie Besserung ber Bage in Aegypten an. Britische Truppen i«beit in den Straßen von Kairo gestern wieder «ne Parole veranstaltet. Das neue Kabinett be» ^ht aus Mohammedanern, Christen unb Juden.
In Reg^kre^n^ S g sein Betreib hat auch
...... --- - * der norwegische Volkerbundsdelegierte, Professor
Frithjof Nansen, den Reichskan^i-'r i+tcl»
bar nach Beendigung der Londoner Konferenz a"f- gesucht, um die deutsche Regierung zur Stellung eines Zulaffungsantrages --m Völkerbund zu veranlassen. Der Reichskanzler hat die Völkerbuns- delegierten der neutralen nordischen Mächte keineswegs im Zweifel darüber gelaßen, welche Bedenken in Deutschland gegenüber dem Völkerbund bestehen sodaß es einigermaßen Lberrachen muß, wie wenig die schwedische Regierung auf die deutschen Vorbehalte Rücksicht nimmt. Man kann daher voraus- sehen, daß die Reichsregierung gezwungen sein wird, noch weitere Anstrengungen zur Klärung der deutschen Voraussetzungen zu unternehmen, ehe sie > ^hen wird, ein Zulassungsgesu'ch an
den Völkerbund zu richten. Wenn die englische Regierung gegenwärtig bemüht ist, Deutschland zur sofortigen Stellung eines Zulassung-gesuches zu veranlassen, so wird dadurch kaum etwas an der Tatsache geändert, daß der Zeitpunkt hierfür noch nicht gekommen ist und nach wie vor die deutschen Vedenken fortbestehen.
tJt Kalkutta, 26. Roo. Zn den letzten drei K^ttfinb 5 Attentate gegen bie bengalische Eisen- "’ien unternommen worden.
I hat sich die schwedische Regierung vor der Abfassung
ihrer Rote an Deutschland mit England und Frank-, ------------ —-------H uCIU,iu11CT
^et™) 'ns Einvernehmen gesetzt, was schon daraus ral v. Nathusius zu begnadigen. Es liegen h^^üeht, daß Schweden beinahe wortgetreu die Gründe vor. bie eine offizielle Entscheidung in Kürze Ablehnung der deutschen Vorbehalte aus der eng- erwarten lassen.
fischen und französischen Note übernommen Hai. Pari», 25. Nov. Sn parlamentarischen Kreisen «7na<$-!e* 65 der Völkerbundsatzung und ihren ist das Gerücht verbreitet, der Präsident der Republik Grundsätzen unvereinbar, daß Deutschland mit habe bereits heute vormittag die Begnadigung des einem Vorbehalt bezüglich wichtiger Verpflichtun-1 Generals von Nathusius unterzeichnet. Seine Freigen aus Artikel 16 eintrete. Eine gewisse Verschär- Raffung erfolge im Saufe des morgigen Tages.
fung des ablehnenden schwedischen Standpunktes! Paris, 25. Nov. Der „Temps" veröffentlicht kann man sogar darin erblicken, daß Schweden et»P0^cnbe offizielle Erklärung: Die Begna- klärt, es sei mit Artikel 18 nicht vereinbar, daß bei bigung des Generals von Nathusius ist beschlos. der Ausführung von Sanftionen Rücksicht auf hie re n- Der Erlaß wird unverzüglich vom Präsidenten besonderen Verhältniffe Deutschlands, namentlich der Republik auf Vorschlag des Kriegsministers unter» auf die deutsche Rüstungsbeschränkung genommen reichnet werden.
werden könnte. Rach unseren Informationen hat I _. , ---------
weder die englische, noch die französische Rote in so Die innerpolitischen Verhältnisse in Frankreich scharfer Form eine Rücksichtnahme auf die besonde- sind durch das Liller Urteil schlaglichtartig er-1 ren Verhältniffe Deutschlands abgelehnt. hellt worden. Herriot, die Stütze der Welt-
Die schwedische Antwort enthält das Zugeständ- demoftatie, muß einen Ministerrat berufen. So nis, daß Deutschland in der Organisation des Völ- obet f°- fein Sessel scheint zu wackeln. Man spricht kerbundes die gleiche Stellung erhalten soll wie bie I bon Begnadigung. Wir wollen aber keine Gnade, übrigen Großmächte, und Schweden erklärt sich be- sondern verlangen Recht! Der Kriegsminister dahin zu wirken, daß Deutschland sofort einen Rollet kann als Herr der Crekutide doch wohl ständigen Sitz im Völkerbundsrat erhält. Bei die- unverzüglich die Haftentlassung des Generals der-
Klagen ist Schweden als neutrale Macht einen fügen. Die Forderung ist umso selbstverständlicher di- °°Ln
gen eine deutsche Vertretung im Völkerbundsrat ~ Cin ^Visions-
Nichts einzuwenden hätte. Man darf diesen Vorzug D iahren mit einem Freispruch endigen muh nach der Haltung Schwedens nicht unterschätzen, aber $er ^samten Rechtslage. Jedenfalls haben sich trotzdem ist man in den Kreisen der Reichsregierung ritterlichen Helden jenseits der Argonnen in geneigt, die Rote der schwedischen Regierung als sehr1 fr~
unzufriedenstellend zu betrachten.
Die Bedeutung der schwedischen Antwort geht ohne weiteres aus bei Tatsache hervor, daß der schwedische Vertreter im Wlkerbundsrat, Minister. Präsident Branting, schon seit mehr als ein.'m Jahr
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ft. London, 26. Nov. SBtättermelbunaen
»»folge hatte Chamberlain gestern Besprechungen I^antmg, schon seit mehr als ein.'m Jahr dem Chef des Generalstabs, sowie mit bem v'e ^?.e, Vermittlers zwischen Deutschland und . ftrieesminister. I.. ...............«... <-• - -
fctiiebmen nach Befriedigung über die Zusammen-
Rung deS neuen ägyptischen Kabinetts geäußert.
matt SeVfibmterigm^a8« (»wie*» $0la8M»e'ttoriHe*5O»”a!in*u Amtliche «x> axiwirttge »,,ei,,« 0,10 Seitz«
Jeder Rabatt gilt’«U 9£tab<M unb^S ’kle 100'’LW1» S»l>*.
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Die Blätter veröffent- Lhen ausführliche Berichte über den Eindruck, ben ftie Vorgänge in Aegypten in Berlln unb Paris krborgerufen haben. Der Vergleich ber ägyptischen Mordtat mit der von Serajewo und des britischen Wimaturns mit dem österreichisch-ungarischen erregt einige Verstimmung.
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R üu. Berlin, 26. Nov. In ben außenpoli- Mkn Kreisen weist man auf die auffallende Tat- Me hin, daß die russische Sowjetregierung, die Z^er immer als Beschützerin der islamitischen Welt getreten ist, im englisch-ägyptischen Konflikt eine ^-crorbentlich große Zurückhaltung bewahtt. Wie ? hierzu von unterrichteter Stelle der sowjetrussi- Botschaft in Berlin erfahren, will die Mos- 1E*1 Regierung zunächst eine abwartende Hal- i k’S einnehmen. An der Sage in Aegypten ist Ij^slanb nicht unmittelbar interessiert unb glaubt ou<$ ,e(ne Beranlasfung zu haben, gegen bas jZ^ben Englands zu protestieren. Sollte sich im Verlauf der englisch-ägypttschen Ausein- s tzI'rfetzungen eine Lage ergeben, die eine Jnter- 12'vOn SowjetrußlanbS erforderlich machen, so i K„tbt die Sowejtregierung angesichts der Bruskie- .Mn deS englischen Kabinetts keineswegs irgend- | Rücksichten auf England nehmen. Solange keinerlei russische Interessen gefährdet werden, | V,?e die Sowjetregierung sich vollkommcn neutral halten.
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D« interaHfcrte Schulttnsrage
rc?aV6, aiob- Havas berichtet aus Wa- n: ,^6^4 bie offiziellen Kreise es abge- lehnt Labert, sich über bie Pressenotiz zu äußern, wonach Frankreich einverstanben sei. baß die Vereinig- en Staaten einen Teil bet Reparations- Ln 1 n b,e na$ dem Dawesplan für die Be- I 6er amerikanischen Armee unb für bie
« c-««an ^'egsmaterial vorgeschen ist, erhiel- t en, hatten sie die Nachricht mit Befriedigung aufgenommen, ohne irgendwelche lleberraschung aus- zurwücken, m der Meinung, daß bie Rechte der Der- em 3-en Staaten anerkannt unb zugestanden würden. I e Regierung wünsche keineswegs, diese Frage über» Hturat ju be&anbeln. Aber es scheine, daß sie ohne ! Ungerechtigkeit unb ohne Tadel hinsichtlich irgend einer der anderen beteiligten Nationen geregelt werden rönne. 2n den offiziellen Kreisen herrsche die Mei» nung. daß die Vereinigten Staaten ein Recht hatten auf einen billigen und gesetzmäßigen Anteil an den Reparationen, einen Anteil, der leicht von allen Staa- ten, wie man hoffe, zugestanden werde.
ft. London, 26. Nov. „Daily Telegraph" meldet aus Newyork: Staatssekretär Mellon, der Vorsitzende der Kriegsschuldenkommission, gab gestern zu, es werde erwartet, daß Frankreich binnen kurzem einen Schritt zur Fundierung Lp.t n in Amerika im Betrage von
^00 .Millionen Pfund Sterling.unternehmen werde. Präsiden. Coolidge und Staatssekretär Hughes!