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ss. sahrg. 1921
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(Nachdruck verboten.)
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farbige Stoffe entfärbt
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kann aber auch nicht finden, dah der verfallenen Braut 'damit ein Flecken angebeftet worden ist. Vielleicht ist 1 nv StA rtv. D .€ • r . *
DEUTSCHER WEINBRAND
STUCK
LUKÖRE
gcgenwertigen Verhandlungen mit Frankreich. Die englische Wirtschaft scheint noch viel zu stark in de« Vorurteil zu leben, daß die deutsche Industrie für England eine gefahrvolle Konkurrenz darsielle, als daß man von-Arischer Seite au» eine Förderung der Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland erwarten könnte. Die Verhandlungen mit England haben offiziell noch nicht begonnen. Gegenwärtig finden vorbereitende Besprechungen statt, die allerdings einen ziemlich glatten Verlauf nehmen. Die Verhandlungen mit Frankreich haben jedoch gezeigt, daß die ersten Vorverhandlungen keineswegs zu irgend einem Optimismus berechtigen, solange noch nicht eine grundlegende Verständigung erzielt ist, Die» ist bei England umso weniger der Fall, aü noch nicht einmal eine deutsche Handelsdelegation in London vertreten ist.
Deutschland zu unterrichten, um zu vermeiden, daß irgend ein Land einen Handelsvertrag abschließend könnte, der geeignet wäre, die berechtigten Inters essen eines anderen allterten Lande» zu schädi- gen. Diese Vereinbarung besteht tatsächlich und kann auch keineswegs abgestrttten werden. Demnach' hat die französische Regierung den englischen Außen-' Minister über den Stand der Wirtschaftsverhandlungen mit Deutschland genau informiert, fobafif e» zu einer englischen Intervention gekommen ist. Chamberlain hat, wie neuerding» auch von bet: englischen Presse zugegeben werden muß, den fran-' zösischen Geschäftsträger darauf hingewiesen, daß innerhalb des englischen Kabinetts eine starke Strü- luung für die Beibehaltung der 26 prozentigeu Reparationsabgabe vorhanden ist und daß man e» in England nicht verstehen würde, wenn man auf bie Erhebung dieser Abgabe verzichten würde, solange nicht au» anderen Quellen gesicherte Reparationszahlungen in ähnlicher Höhe von Deutschland geleistet werden. ■
Es bleibt abzuwarten, ob sich die französisch« Regierung für verpflichtet hält, dem Wunsche Eng- lands auf Beibehaltung der 26 Prozentigen Ausfuhrabgabe nachzukommen. Soweit aus den englischen' Pressemeldungen ersehen werden kann, soll in der Frage der Reparationsabgabe durchaus keine Einheitsfront der alliierten Regierungen hergestellt werden, da England entschlossen sei, gegebenenfalls allein vorzugehen. Trifft diese Behauptung der' englischen Blätter zu, so wäre durchaus die Mög- lichkeit vorhanden, daß zwischen Deutschland und und Frankreich schon in kurzer Zeit eine Einigung zustande kommt. Dagegen muß mit der Tatsache gerechnet werden, daß England ungeachtet der Entscheidung der französischen Regierung die Beibehaltung der 26 Prozentigen Reparationsabgabe im Bereiche seines Landes ausspricht. Gegenüber denjenigen Kreisen, die der Meinung sind, daß e» leich- ter sein würde, mit der englischen Regierung zu Vereinbarungen über gegenseitige Zollbegünstigungen zu gelangen als mit Frankreich, muß jedenfalls auf die Tatsache hingewiesen werden, daß die mit England zu erörternden Fragen handelspolitischer Art weit geringere Bedeutung einnehmen, als die
»um Setenfenntag 1924 „Es gibt ein Grab in fernem Land, Doch finden kann ich's nie, Da kämpfte er mit treuer Hand Und fiel als Held für's Vaterland Und Gott nur weiß es, wie.
Es gibt ein Grab in fernem Land, Ich möcht's nur einmal sehn Und an des schmalen Hügels Rand Mit dir, mein deutsches Vaterland, Voll heißen Dankes stehn."
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LIKÖRE
Nach würdigem, allerdings wohl felbstverständ- Wm Uebereinkommen ruht am Tage der Tötender das Getöse, der Lärm des Wahlkampfes, der Mrch die Ereignisse leider unvermeidlich geworden M und einen neuen Mißklang in unser so hart ge- Mfres Volk bringt. Das Gedenken der Toten, * Sonderheit der im Weltkriege Gefallenen, wirkt serfobnend, ausgleichend, überbrückt die Gegensätze.
Tod kennt keine Parteien mehr; er bettet «e in Gleichmäßigkeit und in Frieden nebenein- «>er, Seite an Seite, wie ste sich sonst auch im Le- «n getrennt und bekämpft haben.
, Darum sollte unser deutsches Volk gerade am Mensonntag, inmitten des Wahlkampfes, stille »Yen und darauf lauschen, was uns unsere Toten Msa g e n haben. Eie haben uns etwas und zwar M Wichtiges zu sagen, sie erteilen uns Lehren von «scheidender Bedeutung gerade in dieser Zeit. Es ßmugt wahrlich nicht, daß wir am Tage der Toten-
iM, rch weih nicht. Ich muh jetzt meinen holen. Donna Loredana will mit mir ausfabren"
„So so! Viel Vergnügen, Komteßchen!" —
Kaum bah Windmüller in seinem Zimmer war
„Die sich gottlob stark geändert baden, Nonna Ich radle memen Vater nicht, der Mut batte, für sein Glück em Band zu Anrißen. in letzter Stunde zu zerreiben, dah nicht er geknüpft hatte, sondern bas ihm durch die ^Überlieferung ausgedrängt worden war Besser ein Ende mitSchrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Ich
„Seid einig!" Klingt das nicht selt'am in et»er Zeit, wo, wie gerade diese Wochen, die Leidenschaftlichkeit und die Erbitterung des Wahlkampfes das Gegenteil von Einigkeit darstellen? Eewrß, aber die nationale Einheit, der zusammenfasiende Gedanke des nationale'n Daterlandsbekenntnisse» — das ist der große, alles beherrschende Zug, der durch die bevorstehenden Wahlen gehen sollte in der Abwehr gegen die vaterlandsfeindlichen Strömungen der internationalen und pazifistischen Richtung. Unsere gefallenen Helden lehren " ns: „Wir starben in Einbeit und Geschlossenheit, Mann neben Mann, Schulter an Schulter. Und was tut Ihr?" Sollen wtr da beschämt die Augen niederschlagen müsien m,t dem schmählichen Bekenntnis, daß wir ein Volk der inneren Zerspaltung und der trostlosen Hadersucht geblieben sind, ohne aus der furchtbaren Vergangenheit und Gegenwart etwas vergessen oder gelernt zu haben? Rein, wir müßen, der Mah- nung der Toten folgend, uns Bismarcks unvergeßliche Worte vor die Seele halten: „Wenn wir Deutsche zu'ammenhalten, werden wir den Teufel aus der Hölle schlagen. Wir müsien uns daran gewöhnen, in jedem Deutschen zuerst den Landsmann und nicht den politischen Gegner zu sehen." Diese Mahnung deckt sich mit den Worten des Freiherrn v. Stein, de« großen Vorläufers Bismarcks und des Schönfers der Befreiung Deutschlands 1913 jon dem Joche, die lauten: „Werfet den Zorn nW g"f Eure Mitbürger, wendet ihn nicht nach innen, werfet ihn mit aller Kraft und Leidenschaft auf den äußeren furchtbaren Feind und lasiet darin nicht nach, bis er vertrieben ist, bis er am Boden liegt."
für die Jugend von Neuem zu lernen, was es heißt, dem Vaterland durch die Tat zu dienen.
Endlich: „Seid getreu!" Getreu der Zuversicht, für die gute Sache des Vaterlandes zu kämpfen und zu fallen, getreu dem heiligen Sittengesetz, daß das Vaterland der Inbegriff alles Guten, Wahren, Schönen ist. Nicht internationale Verschwommenheit, nicht pazifistische Weichheit, nicht uferlose Träumerei von Weltverbrüderung — sondern Treue dem einen Lande, dem wir ganz und allein angehören, das ist die wahrhafte Treue, die uns die Gefallenen lehren, unserem Deutschland.
Wenn das deutsche Volk in solchem Glauben an Einheit, Gehorsam, Treue die Totenfeier hält, dann wird der Trauertag ein Tag des Segens sein, dann wird um die verschollenen Grabstätten im fernen Lande wie um die Eedenkmale in der Heimat ein lichter Schein strahlen: „Wir sind doch nicht vergebens gefallen — aus unserer Asche wird die Morgenröte einer befferen Zeit des Vaterlandes emporflammen." F. I.
französische Presse hat bann auch ein wenig au» bet Schule geplaudert und über eine Unterrebung berichtet, bie zwischen dem englischen Außenminister Chamberlain und dem französischen Geschäftsträger in London ftattfanb. Danach hat bet englische Staatsmann unzweideutig von Frankreich gefordert, ‘Mj öS- rrrttt Aufhebung ber Exportabgabe seine Zustimmung verweigern würde. Auf diese französischen Ve.öfsentlichungen haben die englischen Regierungsstellen ein halbes Dementi veröffentlicht, um nach Möglichkeit den Verdacht zu beseitigen, daß England ter eigentliche Urheber der Schwierigkeiten bei den deutsch-französischen Verhandlungen fern könnte. Immerhin können die englischen Dementis keineswegs bie Tatsache ableugnen, daß schon auf bet Londoner Konferenz auf Betreiben bet englischen Regierung unter ben Alliierten eine Vereinbarung eingegangen worben ist, sich gegenseitig über den Verlauf der Handelsvertragsverhandlungen mit
»Tatsächlich? Sie haben sie auf dem Bilde wiedetet- tannt ?
„Äuf ben ersten Blick, trotzdem ste auf bet Photo- flrapbie ander« angezogen ist. Das schmale Gesicht mit ben übergroßen Augen ist nicht zu ve-kennen «rb gab nut einen solchen Ruck, daß ich mich fast verraten hätte. Aber natürlich habe rch nichts gesagt, trotzdem Donna Loredana mich erstaunt fragte, ob ich ihre Schwägerin kenne, was ich ja mit gutem Gewissen verneinen tonnte Ich sagte nur, bas Bild sieht jemand ähnlich, ben tch unlängst gesehen."
„So ist's recht, Komteßchen. Es ist bester, wenn bie öanHhe nichts von Ihrem nächtlichen Besuch erfährt."
„Ich hätte mich auch gar nicht Lberwinben können, vor ihnen bavon zu svrechen, und weiß überhaupt nicht, wie ich dazu kam, es vor Ihnen zu tun. Es war etwas so — wie soll ich sagen? — so Unwahrscheinliches in der Art, wie diese Dame ungehört bei mir erschien und ebenso lautlos und fvurlos wieder verschwand. Ich denke mir, ste mutz nicht gewußt haben daß das Rosaznnmer bewohnt ist. Oder —"
„Oder?"
Heitmann’« Entfärber
Unschädlich für alle Stoffe. Mühelose Anwendung.
Man achte auf die Marke „Fuchskopf tm Sters“, i
Erhältlich in Drogerien und einschlägigen Geschäften, j
annino — bas ist ein schmerzliches Kavitel in der Ee- fdiidjte unserer Familie", sagte sie endlich. „Ich — ich mochte lieber nicht darüber svrechen —*"
„3n bet Geschichte unserer Familie?" fiel Don G!a» erstaunt ein. „Unsere? Aber liebe Nonna —"
„Ob, nun habe ich dich erst neugierig gemacht!" „Ja, bas hast du — ehrlich unb rechtschaffen!" „3cun, so sei es. Dein Vater war mit der Mutter Meldeck verlobt. Ihr Großvater, der Duca di Jüftebbt, und dein Vater waren entfernt verwandt, unh die Familien hatten die Verbindung besprochen und verabredet, als beide Verlobte noch Kinder waren — ebbene, wie es eben so Sitte ist. Fieren,ia Cresvola war ein sebr schönes Mädchen —schöner, viel schöner noch, als ihre Tochter ist. Ich habe sie sehr lieb gehabt und mich auf sie gefreut, wie auf eine leibliche pad — acht Tage vor der Hochzeit er- klarre dein Vater thr, er könne sie nicht heiraten, denn ”, "ebe eine andere, die bann ja in brr Folge auch deineMutter wurde. Ich brauche dir nicht erst zu sagen, was diese Handlung deines Vaters im Gefolge bat« — denk nur allein an das Aufsehen, das dieser Bruch so kurz vor der Hochzeit erregte! Es war sehr, ehr hart für uns alle' Und dann der notwendige Bruch mit dem Sause Eresvolo. der Affront der dem armen Mädchen zugefügt wurde, denn wer 'batte sich entschlosien, bie in letzter Stunde verschmähte Braut noch beimzufübren? Ein deutscher Diplomat. Graf Melbeck batte mehrere Jahre später ben Mut, sich über ben Flecken auf bem Leben bes jungen Mädchens hin- wegzusetzen —"
„Nonna!" unterbrach Don Gian bie alte Dame Wie kannst du von einem Flecken auf ihrem Namen reden — ich meine, der fiele doch auf ben bei ihr fein Wort gebrochen bat!"
„Ah, Giannino, so urteilt bie Welt nicht!" Eine reiWnabte Braut ist gebranbmarkt nach unseren Begriffen —"
Etwas Neues über Senia, fragte Re mit einem rorichenden Blick in fein Gesicht, das einen von ben ner
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Bei Beginn bec Stockungen unb Schwierigkeiten in ben deutsch-französischen Wirtschaft-Verhandlungen tauchte in den unterrichteten Berliner politi- scheil Kreisen die Vermutung auf, daß hier die neue englische Regierung Baldwin ihre Hand im Spiele haben könne, denn es mußte großes Befremden Hervorrufen, mit welch hartnäckiger Energie Frankreich plötzlich eine Erörterung der Aufhebung 26 Prozentigen Ausfuhrabgabe verhinderte. Man konnte sich nicht vorstellen, daß bie französischen Wirtschaftöpolitiker irgendein Interesse an dieser Abgabe haben sollten, da durch sie das Problem der deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen eher erschwert wird, als daß sie irgendwelche Vorteile für bie französische Wirtschaft haben könnte. Die
^i5,7'L»»,?'^derbolte ei unb setzte mit verdüsterter Miene hinzu. .Mein, nichts Neues. Ich wollte. Xenia
*rt.,r meinetwegen! Wir werden schon
noch zeitig genug von ihr und ihren neuesten Taten b"ren " trotz der pessimistischen Auftastung von Doktor Wkndmllller über ihren Verbleib. - Sieb nicht so erstaunt aus Nonna. Es ist mir nicht »u verdenken, wenn der Name JEema mich nicht gerade wie ein Ze- Pbot umkost. — eag mal. was ist's eigentlich mit der Mutter bet Komtesse Melbeck? Warum warst du so bewegt, als du hortest, wer die Mutter roar’“
Eie °lt- Dame, kämpft^sichtlich mit sich selbst. „Gi. ihr die größte Moksttas Lebens 'erwiefen^wörden
er ,e"2era Zimmer war, kam auch Don Gian von ferner Schwester herab. Er zögerte einen Augenblick vvr der Tür seines Gastes besann üch dann aber eines anderen unb ging zu seiner Groh mutter, bte ihn wie immer mit offenen Armen emv-
— ba sie wohl meinen Vater ebensowenig geliebt haben wird, wie er sie."
„Gian!" machte bie March esa mit einer ab mehrenden Bewegung, bie aber von einem Blick begleitet wat, den man bei einer jungen Dame schelmisch genannt hätte. ..Gian, ich bitte dich! Ein junges Mädchen unseres Standes bat fraglos ben Mann zu lieben, ben ihre Eltern für sie gewählt haben!"
Gon Gian lachte. „Nonna, Nonna", sagte er neckend, „mir jft, als ob ich gehört von dir selbst gehört hätte, desi du zu diesen Gliederpuppen auch nicht zu zählen warst, sondern mit großer Energie für deine Liebe, meinen Großvater eingetreten bist! Da bene, ich finde, baB Graf Melbeck ein sehr vernünftiger Mann wat, als er sich ben Teufel um ben sogenannten Flecken auf bem Dasein ber Donna Fiorenzia Eresvolo scherte und ich finbe ferner, baß wir für biesen selben Flecken 'ihrer Tochter eine Genugtuung schulden. Findest du nicht auch?"
Die alte Dame schlug die Hände zusammen. „Gian!" rief sie, ihren Enkelsohn zärtlich ansehend. „Gian! Du — du —“ |
„Sa, Nonna, ich wäre eigentlich dazu berufen, diese Genugtuung zu leisten. Und noch dazu mit vollster Be-’ Rcifteruna. sicher deiner Zustimmung" i
Die Marchesa antwortete nicht gleich. „Fiore Mel- deck rstnicht nur ein sehr reizendes, sondern auch, w«' mehr ist, ein sehr, sehr liebes Wesen", sagte sie bann’ zöoernb. „Mehr noch, ich glaube, bah ste dich unb bn sie glücklich machen würdest. Aber sie ist ein armes' Mäbchen unb wir — wir könnten zur Abwechselung' einmal eine reiche Marchesa Terraferma ganz gut1 brauchen."
(Fortsetzung folgt )
:arbflecken aus weiSer Wäsche
Obst-, Kaffee-, Kakao- Wein-, Roet- u dergl. Flecken entfernt I
„■ Mit tief ergreifenden Worten gedenkt Ludwig Engelbrecht der fast zwei Millionen Ee- Kkllener des Weltkrieges auf deutscher Seite, die, (trtte der Heimat, in fremder Erde den ewigen Schlaf tun — Hunderttaufende unter ihnen, wie ttr Dichter so wehmütig sagt, an unbekannter, ver- stollener Stelle. Niemand kennt ihr Grab' nie» »and weiß, wie sie starben. Mag aber auch heute Ne Pflugschar über die Stätte, wo sie ruhen, hin
feier uns vor ben Kriegerdenkmälern ober Gedenk- tofeln, in Kirchen ober auf Friedhöfen versammeln, auch nicht, baß wir die Gräber unb die Heldenmale mit Grün unb mit Blumen schmücken. Wir müssen etwas lernen. Das ist mehr.
Drei große Mahnungen rufen uns bie Toten des Weltkriege» zu: „Seid einig, seit gehorsam, seid treu!"
„Seid gehorsam!" Die Gefallenen waren gehorsam ihrem Fahneneide, ihrer Soldatevvflicht, ihrem Vaterlande und besten Gesetzen. Für sie haben Geltung die edlen Worte bes Dichters: „Wanderer, kommst bu nach Sparta, verkündige dorten, du habest
Uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl."
So schirmten ste mit ihren Leibern die Heimat gegen den Ansturm der Feinde, gleich wie die 300 gewaffneten Spartaner, die sich an den Pforten Griechenlands dem Ansturm des übermächtigen Fetndes entgegenstellten. Sie kämpften, bis auch der letzte Mann gefallen war. Wie unsere gefal- lenen H-lden des Weltkrieges, getreu dem Gesetz ihrer Pflicht, sich opferten, so sollen auch die Nach- lebenden sich schulen im Gehorsam, um für sich und
| Da- Mefoaimmer.
• Venezianischer Roman
■ ton S. von Ädler-felb.Dallestrem.
V 48. Fortsetzung.
®fnbmüaer war zwar nicht dieser Ansicht, denn die f5 Nn zum Beispiel etwas angeben inte,, setzte, sich immer mehr in seinem Kopfe fest, aber »'"leben, daß dieser Mauer von den vier
-n, die inBetrckcht zu ziehen waren, nicht beizu- ^nen war. Wo er sie auch prüfte, klang sie ganz aus- witeub massiv und solid und dennoch — welcher Archi- " legt solch einen Mauerblock in die Mitte eines Eö °§"^inen ganz besonderen Zweck damit zu finden? Als Stutze des ganzen südöstlichen Teiles Pa-aftes, der noch wie das ganze nbrigeEelänbe "2cm Rost von Lärchen- und Eichenvfählen erbaut «, auf bem ein jedes Saus in Venedig steht? Nur ’ ISrunbiiB bes Palastes hätte herüber Auskunft können. Daß ein solcher existiert hatte, war ,per wie die Annahme, daß er im Laufe ber Zeiten Arenoegaugen. Unb ebenso sicher bemächtigte sich wtunu.ers bte lleberzeugung, baß zwischen bie»en vier sich bas Rätsel ber Donna len'.a Bare, ba« M, zu bem sie bie Lösung beseffen hatte, ja, sie noch M. benn bah sie ben Palast nicht verlaßen, bas ftanb 5 Erlebnis Fiore Melbecks in ber vergangenen ■St fester benn je.
vorausgesetzt natürlich, bah bie Person, bie Fiore «oetf in ber Tur ihres Schlafzimmers gesehen, bie ""ttoefia war!
®nb auch barüber sollte Winbmüller halb eine grö- ' ©etDmßeit erhalten, benn als er nach langer Moser Prüfung bei rätselhaften Mauer wieder in Zweite Stockwerk hinaufstieg, kam vom dritt-n Fiore «oeck von ihrem Besuch bei Donna Loredana herab ».«Denken Sie nur, Herr Doktor," rief sie ihm schon weitem, aber mit gebämfter Eimme entgegen, IFten Sie, ich habe eben bei Donna Loredana die M-ographie meiner nächtlichen Besucherin gesehen!
ihre Schwägerin, bie Witwe ihres ältesten Leu-
sS *W ... 10 UHM. 0.« ...
** «r.tb -Druck d-rSni-.-Buchdtucketei».« J.d Roch. M.rtt SeWäÖ "eit g ^?'°V°°r'chrift-nS0./,»uifchl-,. Se,.e[«,4,i|e, 100-/.
«Heu,' mögen Wald, Heide, Sumpf im fernen Holen, Galizien, Balkanland sie decken; mag der drlsche Wüsienfand darüber wehen, mögen die Ueereswogen in ewigem Rollen ihnen das Schlummerlied fingen — ste sind trotzdem nicht vergeßen, ße ruhen doch in der Heimat, denn sie ruhen in «nseren Herzen, folglich int deutschen Vater- fcnbe. „Wer den Tod im heiligen Kampfe fand, thläst auch in fremder Erde im Vaterland." So feib getrost, Ihr lieben Hinterbliebenen: Eure ge- Mllenen Helden sind nicht vergessen. Und wenn Made am Tage der Totenfeier 1924, an dem sich Der erste Totensonntag 1914, an dem sich der erste Totensonntag des Weltkrieges zum zehnten Male Art, der Schmerz mit besonderer Wucht sich her- 'gibrängt, so seid gewiß, daß ganz Deutschland, so- ’tt sich unser Volk noch eine Vaterlandsehre und m Vaterlandsgefühl gewahrt hat, seiner gefal- £ten Helden in treuer Verehrung und mit heißer Dankbarkeit gedenkt.