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Marburg a. 1, Frrllag, km 21. November

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Deutschland und das Genfer Protokoll.

es Wert auf tatsächliche Anerkennung legt.

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stattfindenden weiteren Erörtc- J* P-Ic'e <?rage von neuem aufgestellt wird und, 1 t? Klingt, eine Lösung zu finden, die geeignet 111X13 cr 3« tun ho K " e deutschen Bedenken gegenüber dem Volker-1 verantwortlich sei, ! 31t ____ I T-ir» 19 91 rniM R

®;Ssn mit England mit größter Beschleunigung fort» führen, damit endlich da« Mißtrauen der engli- Wirtschaftskreise gegenüber den deutsch-franzö» «chen Verhandlungen beseitigt werden kann.

Was die gegenwärtigen Wirtschaftsverhand- gen mit England und Frankreich anbetrifft, sv ist 51 zur Zeit in Berlin geneigt, die Aussichten einer irftändigung wesentlich optimistischer zu beurteilen, k dies in den letzten Tagen der Fall war. Aller» ist man in den Aegierungskreisen noch immer Auffassung, daß eS notwendig erscheint, bestimmte Einflüsse von diesen Baehanblungen fern- vHolten. Es hat sich daher empfohlen, die Verband»

Der Verteidiger Rechtsanwalt Nikolai stellt hierauf einige Fragen, durch die sestgestellt wird, daß Motte schon am 3. Dezember 1918 nach Rou­baix zurückgekehrt ist und erst am 11. Januar 1919 Strafantrag gestellt hat. Die Liste der fehlenden Gegenstände habe er sogar erst mehrere Monate später elngereicht. Der Zeuge mutz auf Befragen zugeben, daß er seine Anschuldigungenauf Grund von Gerüchten, die ihm von Hören­sagen mitgeteilt wurden, erhoben habe. Er ist schwer in Verlegenheit gesetzt, als der Verteidiger ihn fragt, weshalb er nicht selb» zu der Haus­suchung nach Koblenz gefahren fei und wie er da­zu komme zu behaupten, daß die fehlenden Gegen­stände nach Berlin transportiert worden seien. General v. Nothusius wohne ja gar nicht in Berlin.

st. Frankfurt a. M., 21. Rod. Str Pariser □Rttorbetter der .Franks. Ztg." bezeichnet den Spruch de« Vtiler Kriegsgerichts gegen General von Aathusius al« Tendenzurteil schlimmster Art. Bon den gegen den Angellagten erhobenen Beschuldigungen sei nicht« übrig aebueben. Die BelastungSaussagen der Zeugen seien in sich gleichzeitig zusammengebrochen. 3m Interesse deutsch-französischen DerüSndigung sei zu hoffen, daß der General bei einer Wiederaufnahme de« Der» ohrenS gerechter« Dichter finden werd«.

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Wien, 20. Nov. Blättermeldungen aus Wien zufolge ist nach der Erhöhung der Preise auf den Bundesbahnen, für Post und Telephon auch der Preis für die Straßendahnfahrt heraufgesetzt war» den und zwar von 1700 auf 2000 Kronen.

I An Rußland steht bekanntlich die Regierung in I engster persönlicher und sachlicher Verbindung mit der parteibolichewistischen Propogandazentrale. Alle außenpolitischen Verständigungsonbahnungen, die seitens der Regierung durchgeführt worden sind, wurden sofort von der Propagandazentral«

1 benutzt, um bett Gedanken der Weltrevolution zu I propagieren und die diplomatischen und wirtschaft­lichen Vertretungen bei den neugewonnenen Freun­den als Popagandazentralen auszubauen. Sola'-ze sich Rußland nur Staaten minderen Machtgrades gegenübersah wie beispielsweise Deutschland, wurde diese Politik mit doppeltem Boden nicht erheblich beeinträchtigt. Deutschland begnügte sich, wenn es einmal wieder zu einem Zwischenfall gekommen war. in der Regel mit einer formalen Beilegung, ohne in der Praxis die Ausscheidung der propagan­distischen Treibereien im Rahmen des diplomati­schen Dertretungsapparates zu erreichen. Nunmehr hat Rußland auch mit England und Frankreich Verträge geschloffen, die eine Aufnahme diplomati­scher Beziehungen sicherstellten. Die Angelegenheit des Sinofewbriefes hat mit aller Deutlichkeit ge- zeigt, daßEngland sich eine Uebertragung der in Deutschland üblichen Methoden auf britischem Bo­den nicht gefallen läßt. Die englische Regierung hat in aller Ruhe aber auch in aller Sachlichkeit stch nunmehr die kommunistische Propaganda vor allem in Asien verbeten und den Sinowjewbrief als echt bezeichnet. Auch Herriot hat daraus hin« gewiesen, daß in den Kolonien bolschewistische Pro­paganda betrieben würde, allerdings die Ansicht geäußert, daß diese Provaganda gerade bei Auf­rechterhaltung amtlicher Beziehungen am besten zu

i tf- Berlin, 21. Nov. Die Verurteilung des Generals Nathusku, hat in der Berliner Presse-------------° -.......um

® ber Entrüstung entfacht. Die kontrollieren sei. Rußland wird nicht umhin kön-

"Deut,che Zeitung- Betont, daß keinerlei Beweis- »en, nunmehr seine außenpolitischen Be.trebunoe, gründe für die Schuld der General« in der Ber-1 der bisherigen Zweideutigkeit zu entkleiden, wenn Handlung des französischen Kriegsgericht« Beigebracht m~x ....... ~ '

worden seien. Das Blatt fordert von der beut» Wien Regierung, daß sie unbedingte Freilassung des General« verlangt, wenn nötig unter Androhung von Repressalien. Die gleiche Zeitung stellt die Forderung auf deutsche Entlastungszeugen, die den kranzösischen Belastungszeugen gegenüBergestellt werden sollen. Da« Tendenzurteil zeige, daß nach

I wie vor der Haß gegen Deutschland und gegen die Deutschen in alter Weise fortbestehe. DieAllg. Ztg- sagt, so sehe die Bölkerversöhnung au«, die mit der Regierung Herriot eingezogen sein sollte. DasTageblatt", das von Infamie spricht, zieht ^rgleich mit dem Dreysußprozetz und sagt:! l^as Kabinett. Herriot kann in dem Falle Rathu- I °& e® gewillt ist, die internationale

AthmosphSre durch ein parteiische« Kriegsgericht abermals vergiften zu lassen. DieBoss Ztg."

I schreibt: Die Welt wird in diesem Spruch gegen den greisen deutschen General nicht ein gerechtes Urteil, sondern nur ein Racheakt und einen Versuch sehen, I den schwankenden Glauben an die propogandistischen Greuel lassen aufzuleben. Da sich der Vertreter ! 7er Anklage auf da« vorgebrachte Tatsachenmate-1 terial nicht stützen kann, glaubt er zurückgreifen zu ..".müssen auf die Beschuldigungen, die eine!

Propaganda zur Erhaltung der sog. KriegSmoral für nötig halt.Die deutsche Armee", so führte er au« "hätte geglaubt, in Feindesland dürfte man sich alles erlauben", um da« zu beweisen, mußte das Urteil auf schuldig lauten. DerVorwärts" er- "ärt- di- franzöfische Regierung würde menschlich und politisch groß handeln, wenn sie diesen Fall durch eine Amnestie rasch erledigen würde. j

Dir neue Regierung in Sefterrei-

Wien, 20. Nov. Der Nationalrat wählt« hEUte die neue Regierung in namentlicher Abstimmung mit 91 Stimmen bet Christlichsoziale« und Großdeutschen gegen 60 Stimmen ber Sozial- bemotraten. Die Regierung setzt sich nunmehr fol­gendermaßen zusammen: Bundeskanzler Dr. Ra- mek, Vizekanzler Waber (Großdeutsch), sozial« Verwaltung Dr. Reich, Finanzen Dr. Ahr er, Aeußeres Dr. Mataja. Dazu kommen die bis­herigen Minister Schneider, Buchinger, Schürff (Grotzdeutsch) und Baugouin, die ihre Ressorts be- halten. Die neue Regierung besteht also aus sieben Christlichsozialen und zwei Großdeutschen. Bei bet Verlesung be« Namen« des Heeresministers Bau- goin, ertönten auf ben Bänken der Sozialdemo­kraten minutenlange stürmische Rufe: Pfui! Schande! Die Christlichsozialen erwiderten mit lebhaftem Hän­deklatschen. Die Sitzung wird dann zur Angelo­bung der neuen Minister durch den Bundespräsi- deuten auf 2.30 Uhr vertagt. Die Tagesordnung lautet: RegierungserNärung des Ministerpräsiden, ten Ramek und Debatte.

Wien, 20. Nov. Die österreichischen Bun­desbahnen werden ab Neujahr ihren Brann- ko h le n b e d a r f, der ein Viertel ihres gesamten Kohlenbedarfs beträgt und zu 75 Prozent aus dem Ausland gedeckt wurde, ausschließlich au« dem In- lande beziehen. Die Blätter erklären, daß sie die dadurch ergebende Verbesserung der österreichischen Handelsbilanz auf sechs bis acht Millionen Gold­kronen belaufen werde.

At neuen mißemwliMkn MmnNungtn

Qu. Berlin, 21. November.

Wit der Wiederaufnahme der deulfch-französifchen Mr-fchaftsverhandlungen ist gleichzeitig auch in den wichtigsten Fragen der Außenpolitik eine äußerst fri» Kchc Wendung eingetreten. Wie schon die besondere ffiifffon des deutschen Botschafter« in Paris, Dr. v. tz o e s ch, der bei den gegenwärtigen Besprechungen Nit Frankreich als politischer Beauftragter der Äeichs- keg-erung in den Gang der Berhandlungen einzu» jpe^en hat, beweist, geht es jetzt nicht nur um das Mstandekommen eines deutsch-französischen Handelsver- |fec3c«, sondern es handelt sich um die Regelung der «ngendsten Fragen, wie der Räumung der Kölner und der Beendigung der Militarkvntrolle. Es ist durchaus kein zufälliges Zusammentreffen, daß ierrate im jetzigen Augenblick von englischer Seite i»Mgeteilt wird, über die Räumung des besetzten Ge» tUktes sei ein englisch-französische« Kompromiß gu» de gekommen, das eine kurze Hinausschiebung der äumung der Kölner Zone vorlehe, damit kreich die notwendigen Borkehrungen treffe fSm>.», t<ü> yeiuu-At tÄuhrgeb.er schneller räumen zu können, lßdgland und Frankreich würden dann gleichzeitig die ! Wner Zone und das Ruhrgebiet völlig räumen. Diese i «glischen Mitteilungen sind zwar nicht präzis genug gehalten, um schon jetzt deutscherseits endgültig zu : tetcm Kompromiß Stellung nehmen zu können, aber fd sind trotzdem geeignet, die Aufmerksamkeit des Ber-

Das Schan-urteil veven Rachufms

Ein Mr SrsönM Storm ber Entrüstung

Der Gerichtshof zieht sich um 6,30 Uhr zur Be­ratung zuruck.

I Das Urteil.

Ilm 7.50 älhr kehrte der Gerichtshof von der De» ratung zurück und erllärte. daß gemäß dem französischen Militärgeleh über die vom Vorsitzenden gestellten Fra­gen geheim abgestimmt wurde. Die erste Frage lautet: ..Ist General von Rathusiu« schuldig, gewisse Gegen» stände, darunter Pelz«, Kleidungsstücke ufto. im Werte mm 5 500 Francs gestohlen zu haben?" Antwort: ReM! Mit vier gegen drei Stimmen. Zweite Frage: --Ost General von Rachusiu« schuldig, Teppiche. Sei­denwaren usw. im Werte von 2 6.30 Francs gestohlen 5U haben?' Antwort: Dein! Mit vier gegen drei Stimmen Dritte Frage: .Ist General von Dathusius schuldig, Küchengeräte und ein Tafelservice im Werte »nn 500 Francs gestohlen zu haben?" Antwort: 3a! amt sechs gegen eine Stimme. Dem General wurden mtldernde Umstände nicht zugebilligt.

Er wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem W verurteilt. Gegen bas Urteil kann inner-1 ^alb dreier Tage Revision angemeldet werden. Das Urteil wurde ohne jede Manifestation ausge­nommen.

wert'sei^tb^iertgem Sa»1 i»wtAmtlich« ii> au«*irttee lijtifn 0,10 Seit« Seiet Rabatt qil?»l, Setrabatt unb MtfeOt men«3 h l« ^*.*met*,|lt,lflen 100*/, »usi hl«,. Reklame, 0,35 Selk«.

durch die Seichiftsstell«5 Zasend.., ^W??e" LffillungLrt

Wer vor dem Kriege Aegypten besuchte, empfing ben Eindruck, daß bie englische Herrschaft absolut gefestigt sei und niemand sich gegen sie aus- I zulehnen wage. In Kairo beherrschten nicht nur I» auf ^)er bohen Zitadelle stehenden englischen Kanonen die Stadt, sondern auch die zahlreichen Kasernen bargen viel englisches Militär, deffen Pa-

I irouillen selbst in den dunkelsten Vierteln eine tadellose Ordnung aufrecht erhielten. Wie anders' m das Bild heute! Zaglul Pascha, der ägyptische * I Nationalheld, verhandelt in London mit dem eng- ! lochen Ministerpräsidenten fast wie ein Eleichge«! stellter und in Kairo wird vonNationalisten" etn Attentat auf den englischen Oberbefehlshaber, Generalmajor Sir Lee Stack verübt. So gelingt ist dte Sicherheit, daß die Attentäter nach vergeb-' lrchem Bombenwurf und nach Schnellfeuer mit Re- volvern, mit dem sie den General und seine Be­gleiter erheblich verletzten, in eine Autod^ffchke entkommen können. Dieses Ereignis wirft ein «ehr beezichnendes Licht nicht allein auf die besonderen; Verhältnisse Aegyptens, wo der Nationalismus sich . Mächtig regt, sondern ganz allgemein auf dis Zu- itönbe kn Afrika und Asien nach dem Weltkriege. Ost genug ist von deutschen Kennern der dortigen' Völker- aber auch von vereinzelten Einsichtigen m den Ententeländern hervorgehoben worden, daß Me fler£,Wefu!8 der schwarzen und gelben Völker- Ichaften nach Europa zum Krieg gegen We^e, je- ioßar zu ihrer Bewachung und Drangsalierung, di». Emanziparionsgelüst« der unter europäischer Obes»

Anz ger für (das Mer kurhesjiche) Sderhsssen - AmtliÄrs BrrkündigungsblÄt des Kreises Marburg

®i* I*»-1 wV****«?*! wöchentlich. «ej»g,pret, menetti* r Stert eusjchlietzlich Zustell»nae- "

Mtzr. Durch öie Vuft 2,2o Wt. Für ausfallende Kümmern infolge Streits ober elementarer CveianiITe t,in _-it.rf

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Plaidoyer des öffentlichen AnklLngers. 'i^kNerungskommifsar Pierret als öffent- ucher Ankläger pladtert, tnbem er die Tatsache, d'e d:e Verhandlung ergeben hat, erläutert. Er .General v. Nathusius mit wenig Gepäck in ...oubmi; angekommen sei, ober mehrere ^.astwagen mit Kisten habe abtransportieren las- »ity.nuiiHcn uuuuii in len, als er tm September Roudair verliest T'er fc?115 gesetzt, daß Deutschland die Befreiung Tatsache, daß die Haussuchung in Koblenz' nichts Artigen Verpflichtungen als eine der Haupt- ergeben habe, lege er keine große Bedeutung bei

Voraussetzungen für ein Zulaffungsge- Die Zeugen hätten sicher die Wahrheit oefaat Er **** ''verlange, daß General v. Nathusius des Dieb­

stahls für schuldig erklärt werde. Es handle sich um einen Mann reifen Alters, der willen mülle was er zu tun habe, namentlich, daß er für das ' - "'> was feine Untergebenen tun.

Ae 1-». ^fwee habe geglaubt, in Feindesland dürfe sie sich alles erlauben, Mord, Vergewalti­gung und Plünderung. I

Die nächsten Zeugen, Riguier und dellen Frau, könsien nichts Belastendes aussagen. Auch die folgenden Belastimgszeuaen können nichts Be- stimmtes gegen v. Nathusius aussagen. Es wer­den hierauf die drei Entlastungszeugen vernom­men die General v. Nathusius von Lothringen her kennen. Sie stellen ihm das beste Zeugnis aus Unter ihnen befindet sich ein katholischer Pnester aus Diedenhofen. Damit ist die Beweis­aufnahme beendet.

2u. Berlin, 21. Nov. Der englische Antrag W Vertagung ber Völkerbundberatungen über das «Nisr Protokoll hat in den Berliner Regiermms- «rusn einigermaßen überrascht. Im Auswärtigen e®* verfolgt man mit größter Aufmerksamkeit die ^-tonblungeiT, die gegenwärig zwischen England ~ Frankreich über eine Abänderung gewisser $e= f^Btungen des Genfer Protokolls gepflogen wer-

bie auch für Deutschland von g-aßer Wichtig- und. Deutschland hat ein lebb lies Intereffe

Hoß diejenigen Bestimmungen des Genfer r^o-olls, die jedes Völkerbundmitglied verpflich- bei einer Aktion gegen einen etwaiaen Fric-! KpÖter seine gesamte Macht zur Verfügung zu

keine Gültigkeit erhalten. Aus diesem teilt man auch die Bedenken, die von eng- 2? Seite aus gegen das Genfer Protokoll er- ^"v^orden find. Die Reichsregierung Hai iibri- Estit 00 *n ssirem Memorandum über die Dölker-

trage bie beteiligten Regierungen davon in I

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iSr.yll Män.'ig gemacht werden. Die deutsche Regierung ünicht ch fcirb bei der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit Sergühi M. nachdrücklicher Form gehaltene Schritte unternehmen erlernen e£''cn' um gegen derartige Absichten Einspruch zu er» .. ~ 7-i dkben. Da auch der französische Botschafter In Berlin. d. B!-N« »e Margarie und der englische Botschafter in Berlin, for6 d'Abernon, im Begriff stehen, Berlin zu verlaffen |1PH9 enö ihren Regierungen Bericht zu erstatten, ist mit «feiger Sicherheit anzunehmen, daß wir bereits in» tor Mfeu Wichtiger außenpolitischer Erörterrmgen stehen, ervtenst' Scm englischen Antrag auf Vertagung der Döl- itt Bilk« «bundsberatimg über die Abrüstungsfrage und über j* Genfer Protokoll ist eine ganz neue Lage geschaffen *** t IteülCil- bie zu einer ernsthaften Erschwerung der Re» f «Ifang der Militärkontrollfrage führen kann. Düs Üer Protokoll hängt mit der Frage der sogenannten herheiten eng zusammen, sodaß die D°esahr einer Mrschlevpung der Militärkontrolle imr.ier akuter wird.

im Januar nächsten neugewählte

^^stag zusammentreten wird, so wird bas bis » neu gebildete AeichÄkabinett eine außenpolitische __ ' -SC^tnben, die ihr Können schon in den

.Men Wochen auf die entscheidende Probe stellen

Plaidoyer des Verteidigers.

Der Verteidiger Rechtsanwalt N i k o k a i, er- l'lart hierauf den Richtern, das Dossier enthalte nichts, nichts nichts! Das Kriegsgericht in Lille habe General v Nathusius in Abwesenheit ver­urteilt, weil er bestimmt angeführte Gegenstände aestohlen haben soll. Kem Zeuge stabe aber be- slaMcn können, daß er gesehen habe, daß das

geschehen sei. Alle Zeugen hätten für die Ver­teidigung und gegen die Anklage ausgesagt. Eine Untersuchung, wie sie hier geführt wurde, müsse zusammenbrechen. Kein Zeuge habe von den ge­stohlenen Gegenständen gesprochen. Der Ver­teidiger bespricht alsdann die vagen Zeugenaus­sagen, namentlich die Aussage der Hauptbelast- ungszeugin Riguier, die nichts beftimmtes ausge- fgg. habe. Besondere Beachtung schenkt der Ver­teidiger der Tatsacke, daß das Protokoll der Kob-

^ruissuchung, das den Nachweis der Un­schuld enthielt, verloren gegangen fei. Der Be- auftragte von Motte habe d,e Unschuld des Gene­rals festgestellt. Der Anklagevertreter aber sage dos fei nebensächlich und dabei hat es sich doch um etne Feststellung der amerikanischen Besatzungs- armee gehandelt und dieses Protokoll habe ein französischer Major revidiert. Von Koblenz habe der General nicht das Geringste ohne Genehmigung des amerikanischen Besakungsheeres unternom­men. Motte habe nicht selbst die Anklage erhoben, sondern sein Gartner habe die Anzeige erstattet tr* m nugenblich, als er seine Stellung verließ' vielleicht nur deshalb, um für später seine eigene , osttton zu wahren. Zum Schluß bedauerte, der Rechtsanwalt sogar, daß er aus Deutschland keine Entlastungszeugen mehr habe laden können. Nikolai warnte darauf vor den politischen Folgen, die die Affäre Nathusius in Deutschland haben könne. Er schloß: Möge das Urteil so ausfallen daß es Gegenstand einer Wahlparole werden kann!

in $nh| M-cr Auswärtigen Amtes auf die neuerlichen Absichten etteniMSi Englcmds und Frankreichs in der Räumungsfrage zu jen Uiti imk-. Würde der 10. Januar 1925 als Termin der K3 : Mumung der Kölner Zone fallen gelassen, fo besteht tfe Gefahr, bah das ganze Problem der RäumungS- 1 feften um mindesten ein Vierteljahr hinaus gezögert

n {||| toird. weil dann alle weiteren Enlfcheidungen von dem

ljH|| kempo der französischen .Vorbereitungsmaßnahmen"

Lille, 20. Nov. Die Verhandlungen gegen General v. Nathusius fanden in der Zitadelle ber Festung Lille statt. Den Verhandlungen wohn> len deutsche Pressevertreter unter Führung de- Legationssekretärs v. R i n t e l e n bei. Die Ver­teidigung lag in den Händen der Rechtsanwälte N i c o l a i-Metz und Jung.

Der Anklagevertreter beantragt, sofort in die Verhandlung einzutreten. General v. Nathusius erklärt, daß er unschuldig fei. Der Gerichtshof Zieht sich zur Beratung über den Antrag des An­klagevertreters, sofort in die Verhandlung einzu- treten, zurück. Nach Wiederaufnaynie der Sitzung verkündet der Vorsitzende, daß bei Einspruch des Generals gegen das Contuir. aciarn-Ur­te ' l angenommen sei und sofort in die Verhandlung emgetretev. werde. Das Urteil wird bew. ©eiierai außerhalb des Sitzungssaales mitge- teut und die Sitzung wiederum aufgehoben.

Die Sitzung wird nach kurzer Unterbrechung wieder ausgenommen und General v. Nathusius wieder vorgeführt. Es werden die Belastungszeu- gett aufgerufen und die Anklageschrift verle en. Danach beruht die Anklage auf F e st st e l l u n - g e n d erDien st boten des Fabrikanten Motte aus R oubaix, in dessen Hause General v. Na- thusius einquartiert war. Motte war abwesend und hatte nach dem Waffenstillstand, als er nach Roubaix zuriickkehrte, ein Inventar aller derjeni- gen Gegenstände ausgenommen, die in feinem Hause fehlten. Diese Sachen seien nachts weg-1 transportiert worden und General v. Nachufius sei auch nachts abgereift. Eine Haussuchung in [einer Wohnung in Koblenz, die 1920 erfolgte, blieb erfolglos. i

®e.nG r0? Nathusius erklärt, daß er un-1 [huldig sei und die meisten Legenstände, die ab­handen gekommen fein sollen, nicht einmal ge­sehen habe. H

Die Beweisaufnahme. I

, As? erster Belastungszeuge erscheint Fabri-I kant Motje aus Roubaix. Der Zeuge Motte! erklärt, nachdem er festgestellt hat, daß ei wäh- renb des Ärie-ie» feine patriotische Pflicht erfüllt habe, .r habe fein Haus unter Bewachung einer braven Frau zurückgelaffen. Nach dem Waffen- stillstand sei er zurückgekehrt und habe die Plün­derung festgestellt. Durch einen Verwandten bei I der Besatzungsarmee habe er im Jahre 1919 eine Haussuchung in der Koblenzer Wohnung dess Generals v. Nathusius beantragt, die in Anwesen- ] beit eines feiner Vertrauensleute vorgenommen I worden fei, aber nichts Belastendes ergeben habe. Vielleicht habe der General die Sachen in Berlin in Sicherheit gebracht.

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Das Attentat tn Kates

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20. Nov. Jin Kabinettsrat, der nacht stattgcfunden hat, wurde auf Vor- B,f ,es Arbeitsministers beschloffen, dem Parla- i't Gesetzentwurf vorzulegen, wonach ein fort V ft6Iat gebildet werden soll, deffen ! x . darin besteht, alle Probleme zu ftubieren, fo^Wirtschaftsleben des Landes betreffen di-L" wird dem Ministerpräsidenten unter­

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