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stimmt. Er wird von der Ausstellung eigener Kan« diLaten absehen. Den Parteienangehörigen ist je» doch nicht nahe gelegt worden, sich der Abstimmung zu enthalten. Es würde ihnen völlige Wahlfrei» heit zugestanden.

Wer bis jetzt noch keine Wahlbenachrich» tigungskarte vom Wahlamt erhalten frtt mutz annehmen, datz er nicht in die Etimmkartel eingetragen ist. In diesem Fall muh er sofort beim W a h l a m t (Einwohnermeldeamt, Hofstadt 22, Schrnittsches Haus) mündlich oder schriftlich Ein» sprach erheben. Die Einspruchsfrist läuft am Sonn» abend, den 22. d. M., 6 Uhr nachmittags ab. Wer versäumt festzustellen, ob er in die Wahlkartei ein» getragen ist, geht unter Umständen seines Wahl­rechts verlustig, da nur derjenige Wahlberechtigte wählen kann, der in die Wahlkartei ausgenommen ist. Die Wahlbenachrichtigungskarten von Wäh­lern, die inzwischen ihre Wohnung gewechselt haben, sind von den Haushaltungsvorständen unter An» gäbe der neuen Wohnung dem Wahlamt umgehend zurückzugeben.

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flirt dem dMten Serie!

Um di« Räumung der Kölner Zone.

ff. London, 20. Nov. Dem diplomatischen Berichterstatter desDaily Telegraph" zufolge ist es unwahrscheinlich, datz der Beschluß über die Räu. mung der Kölner Zone vor Mitte Dezember gesatzi werden könne. Es werde jedoch gehofft, datz ei« Kompromitz vereinbart werden könne, demzufolge die Besetzung bis zum Zeitpunkt der Räumung det Ruhrgebietes durch die französisch-belgischen Streit­kräfte verlangt werden würde.

. Ei« Begriißuugstelegramm.

Berlin, 18. Nov. Der Reichspräsident richtete anläßlich der gestern und heute erfolgte« Räumung der sogenannten Flaschenhälse a« die Oberpräsidenten der beteiligten Provinzen B e grützungstelegramme. Dem Oberpräsiden­ten der Rheinprovinz ging folgendes Tele­gramm zu:

Wieder sind Teile des Rheinlandes von frem­der Militärherrschaft freigeworden und ihre Be­wohner aufs neue mit uns vereinigt. Ganz Deutschland grüßt sie, die das hart« Los der Fremdherrschaft so tapfer und treu getrage» haben in herzlicher Dankbarkeit."

Dem Obcrpräsidenten der Provinz Hessen- Nassau übersandte der ReichSpräsidenl folgendes Telegramm!

Den Bewohnern des heute von fremder Be­satzung befreiten Gebieter übermittele ich namens des Reiches herzliche Grütze und die Versicherung dankbarer Anerkennung für ihr mann­haftes Ausharren in der schweren Zett btt Fremdherrschaft." i

Berlin, 13. 2lov. Der Reichskanzler rich­tete an den Oberbürgermeister von Darm­stadt folgendes Telegramm: Verwaltung und

Bevölkerung von Darmstadt sprech« ich anläßlich der jüngsten Räumung durch die Besatzungstruppen de« herzlichsten Glückwunsch aus. Mögen die daraus er­wachsenden Erleichterungen für Wirtschaft und Ver­kehr sich zum Vorteil aller Volkskreise auswirken.

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flirt MMN

Auer Vizepräsident deS Landtages.

München, 18. Aov. Die durch die Veränderung der Stärke der Fraftionsverhältniffe des Völkische« Blocks und der sozialdemokratischen Fraktion not­wendig gewordenen Reuwahlen für das Landtagsprä- sidium wurden heute Vormittag in einer öffentlichen Landtagssihung vorgenommen. Anstelle des bisherigen 1. Vizepräsidenten Dörfler vom Völkischen Block ward« der Sozialdemokrat Auer gewählt, anstelle des bisherigen 2. Vizepräsidenten Prieger (Dntl.) Dörfler. Beide erklärten die Wahl anzunehmen Zum 2. Schriftführer wurde anstelle des ausfcheidsndee- Völkischen Drechsler Prieger gewählt.

L«de«Sarff bleibt in München.

München. 18. Rod. Aach einer Meldu-cg de» Tag" aus München trifft die Dlättermeldung, nach der Ludendorff seinen Wohnsitz von München nach Preußen zurückzuverlegen werbe, nicht zu.

Wftbet für Vie Fremdenlegion i« Land.

München, 18. Aov. In der gestrigen Versamm­lung deS Stahlhelm, Ortsgruppe München, wurde auf Grund einwandfreien Materials mitgeteilt, daß er­neut Werber für die französische Frem­denlegion in Bayern tätig sind und daß bereit* 60 Prozent der französischen Fremdenlegion wieder au» Deutschen bestehe. Die Werber locken die jungch, Leute in Wirtschaften, machen sie betrunken und suchen sofort ihre Opfer über die Grenze zu bringen.

Verhandlungen int Kohlenbergbau.

München, 18. Nov. Unter dem Vorsitze de« Landesschlichters finden gegenwärtig über die Frag« der Lohnregelung im bayrischen Koh­lenbergbau Verhandlungen statt, die sich wegen der bedrängten Lage der Arbeiterschaft der Kohlen­bergbaugebiete sehr schwierig gestalten.

Sie Lase in Marokko

Madrid, 17. Aov. Das Gebiet am Lau­fluh ist endgültig geräumt worden. Sämtlich« dort noch stehenden Truppen wurden eingeschtffr.

SS. Mro. MS

Marburg tu L, Sonmrslag, de» 20. Rekelnder

Anzeiger für (das Mer kurtzeWche) SberWen - Amtliches BerkünbtgMgsblM des Kreises Marburg

r*ethenii*e Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezngoprei, monatlich 2 Mark auoschliehlich Znkrllnnzogo- SLuT 0,!S Sol»m.

»«dr Durch di, Post 2,25 Mk. - Für auofallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Sreignils» kein Trsa, - Ar », »«L AiAwiett««» So|I, l«iK Zahl"'« wüter al, 5 la« erfolgt Belege werde, derechnet,

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KritsSfchuld-Svrgrn in Kmikroich

Langsam erweicht sich die harte Schale, die um hie Hirne der Ausländer gelegt warb, damit sie in der Frage der Schuld am Kriege di« Wahrheit nicht erkennen sollten. Richt nur in den angelsächsischen Ländern und in Italien, sondern selbst in Frankreich finden sich immer mehr mutige Bekenner. Seit länge­rer Zeit gibt es dort schon die »Gesellschaft für das dokumentarische Studium der Kriegsursachen": aber tzre Veröffentlichungen wurden von der französischen Presse totgeschwiegen, woran die Gesellschaft zum Teil felöst schuld war; Licht und Schatten schienen gar zu «inseitig verteilt zu sein. Dann aber hat daS Euch eine» jungen Franzosen, Alfred Fabre-Luce, daS den Titel »La Dictoire" trägt, sich durch di« scharfe sachliche Kritik und durch glänzenden Stil Beachtung fr der Öffentlichkeit erzwungen, obwohl auch dieses Derk die schärfste Anklage gegen die Kriegshetzer Poincare und Iswolski enthielt. In diesen Tagen ist um auch die Zeitung »Ouevre" auf den Plan getreten mit sensationellen Veröffentlichungen au» den Tage­büchern des ehemaligen Botschafter» in Petersburg, George LoutS, der als Kriegsgegner im Jahre 1913 durch die Intrigen Iswolskis und PoincaröS von seinem Posten verdrängt worden ist. Es geht aus den Veröffentlichungen hervor, daß auch der damalige Botschafter in Berlin, Jules Eambon, von der Schuld Poincares an dem Kriegsausbruch überzeugt war. Diese Mitteilungen desOeuvre" haben nun fr Pari» Aufsehen und Aufregung verursacht. Schon läßt Herr Poincars durch Havas eine Erklärung ver­breiten, wonach er auf die Enthüllungen antworten will. Seine Situation dürfte aber ziemlich hoffnungs­los fein, nachdem nun schon so viel dokumentarisches Material über feine kriegshetzerische Tätigkeit der Welt unterbreitet worden ist. Besonders wirksam sind in dieser Beziehung die kürzlich im Auftrage des Deutschen Auswärtigen Amte- von Geheimrat Stiebe heraus­gegebenen Bände über den diplomatischen Schriftwechsel Iswolskis gewesen. Sie enthielten auch das ausführ- siche Material über die schamlosen Intrigen, di« zur Beseitigung des Botschafters Louis von seinem Peters­burger Posten geführt haben. Vielleicht haben gerade sie den Anlaß zu den jetzigen Veröffentlichungen des .Oeuvre" gegeben. Man ersieht hieraus wiederum, wieviel wirksamer in der Welt wissenschaftlich begrün­dete Dokumente find im Vergleich mit Protestak­tionen, die von einer beteiligten Seite auSgehen und deshalb überall mit Skepsis ausgenommen werden. Erst wenn die jahrlange DvrbereitungSarbeit mit Hilfe von unangreifbaren Dokumenten beendet ist, kann vor der öffentlichen Meinung der Welt der Prozeß um die Kriegsschuldfrage mit wirllichem Erfolg« geführt werben. Dann wird die bisher aufgefchobene KriegS- schuldnote der Reichsregierung auch eine ganz andere Resonanz finden.

Pari», 18. Aov. Die Zeitschrift »Europ«" mit ,ten Dokumenten aus dem Nachlaß de» ehemaligen französischen Botschafters in Petersburg George» P o u i S, gegen die sich die gestrigen Dementis von BuleS Eanibvn, Pichon, Daeschner und Pal6ologue Wenden, erscheint am 19. November.

Pari» ,18. Nov. Lieber di« gestern abend von Pvincarä veröffentlichten Auslassungen von Jules Eambon. Pichon und Daeschner fchreibt da» Organ ton Iouheux, derPeupl e": Die Dementis, die Poincarä anftihri, sind von drei Diplomaten. Sie scheinen nicht einmal spontan erfolgt zu sein. Alle» deutet darauf hin, daß sie von Poincare verlangt wur­den. al» er über die demnächstige Veröffentlichung der Papiere des Botschafters Louis unterrichtet wurde. Man muß uns aufklären. warum diese Briefe nicht mit dem Datum versehen sind, sondern einfach die Lieber» fchrift »November 1924 tragen, und man muß un» darüber aufklären, ob sie in Kenntnis der in Frage kommenden Veröffentlichungen geschrieben find.

Die gleiche Bemerkung befindet sich im» Oeuvre". Das Blatt findet es aber auch seltsam, daß Poincare durch seinen ehemaligen Kabinettschef Daeschner auf die Frage der Verwendung der Geheimfonds antworten Uffe, die durch die Veröffentlichung desOeuvre" nicht «inmal gestellt war.

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NkduausmibmrderbeuiiAsmnzösiichrn MWnsls-BttdandiunMn

Qu. B e r l i n, 19. Nov. Die Wiederaufnahme der deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen dürfte, wie wir soeben erfahren, voraussichtlich be­reits am Donnerstag erfolgen. Zn den Berliner "egierungskreifen ist man im allgemeinen nicht ge­zeigt, die Aussichten der weiteren Besprechungen Rif der französischen Regierung optimistisch zu be­urteilen. Die Beschlüsse, die die Reichsregicrung Srfatzt hat, werden nach wie vor streng geheim ge­halten. Es hat aber den Anschein,' als ob man «utscherseits nicht geneigt sein wird, in seinen Konzessionen an Frankreich weiterzugehen und Länzlich auf die Beseitigung der 26prozentigen klusfuhrabgabe zu verzichten.

ff. London, 20. Nov. DerDaily Mail" zu- wße werden die deutsch-englischen Han- elsvertragsverhandlungen bald wie- ?et ausgenommen. In ministeriellen Kreisen drrrsche Sie Ansicht, datz Grund auf Erfolg besteht.

von Deutschland vorgebrachte Forderun- ürn könnten nicht gewährt werden. Insbesondere .".'cht die Abschaffung der 26prozentigen Rcpara- ^onsabgabe: aber in anderer Richtung werde Deutschland entgegengekommen werden, z. B. würde ^glicherweise Deutschland in beschränktem M-.che »fttattet werden, in die Handelsmarine einzutreten

und Bankfilialen in England zu eröffnen. Die britische Regierung werde ein Antrag zu erhallen suchen, der Großbritannien Meistbegünstigung ge­währt, wofür gewisse gegenseitige Vereinbarungen eingegangen werden sollen. AuchDaily Tele­graph" zufolge sei die Regierung in der 26prozenti- gen Abgabe unter keinen Umständen zu einem Zu­geständnis bereit. Bezüglich der Frage der Be­satzungskosten wird, wie das Blatt weiter berichtet, an zuständiger Stelle die Ansicht vertreten, datz die Verminderung dieser Kosten entsprechend dem Dawes-Plan erreicht werden könne, wenn Deutsch­land nur den Unterschied zwischen den Kosten der Auftechterhaltung der alliierten Besatzungsstreit­kräfte in ihren Ländern und den Kosten der Auf­rechterhaltung im Rheinland eingerechnet werden.

Dtt MtMtttWVAjN

Endlich, nach gut anderthalb Jahren, ist das Eisenbahnnetz de» Ruhrgebiet» wieder deutsch. Für Frankreich war e» nach der Ruhrbesetzung eine Notwendigkeit, auch den Eisenbahnverkehr in die Hände zu bekommen, sonst wäre von vornherein die Besetzung und Ausbeute illusorisch gewesen. Dies ging natürlich nicht ohne weitere». Denn hier hatte Deutschland seine wirksamste Waffe gegen den räu­berischen Einfall und man wußte diese Waffe zu gebrauchen. Die Eisenbahndirektion siedelte sofort von Essen nach Hamm, um sich den Eingriffen der Franzosen zu entziehen. Sie ist jetzt erst nach Dort­mund zurückgekehrt. Frankreich setzte alle» daran, die Eisenbahn in seine Hand zu bekommen. Durch schikanöse Kontrollen wurde jeder geregelte Betrieb unmöglich gemacht. Besonders scharf war man na­türlich auf Kohlentran-Port«. Am 19. Januar er­ließ da» ReichSverkehrSministerium eine Verordnung, die den deutschen Eisenbahnern da» Zusammenar­beiten mit den französischen Truppen untersagte. Später wurde diese Verordnung auch auf das alt­besetzte Gebiet ausgedehnt. Nun mußte sich Frank­reich allein helfen. E» tat die» auch mit zwei­felhaftem Erfolge. Die Zeit der Regie begann am 1. April, nachdem eine Aufforderung be» Generals Degoutte an die deutschen Eisenbahner, die Arbeit wieder aufzunehmen, vollkommen erfolglos war, denn jeder Deutsche wußte, worum eS ging. Tau­sende trugen geduldig ihr Schicksal und liehen sich opferbereit von Hau» und Hof verjagen. ...

Die Regiewirtschaft hatte nun Katastrophen über Katastrophen im Gefolge. Da» deutsche Material wurde restlos in Grund und Boden gefahren. Die alte französische Praxis der Eisenbahnunfälle wurde auch hier sogar noch verstärtt durchgeführt. Bon dem furchtbaren Unglück von Friemersheim bis zu dem kürzlichen Unglück im Mainzer Tunnel sie alle find aus daS Konto der Regte zu fetzen. Eine Schlamperei sondergleichen begann. Nach fran- zöstschen Anschauungen war ja die ganze deutsche Eisenbahnverkehrt". Stellwerk« und Signalan­lagen mit ihrem feinen Mechanismus waren für die Herren Franzosen nicht leicht.

Und dann kam die Stunde, wo deutsche Eisen­bahner sich wieder zum Dienst melden mußten bei den Franzosen, da e» die große Politik so wollle. Für Hungerlöhne arbeiteten die deutschen Eisenbahnbeamten unter landfremden Vorgesetzten. Nun endlich verschwindet die Regie; 5300 Kilo­meter Eisenbahnnetz kehren zurück in deutsche Ver­waltung. Ordnung, Zucht und Sauberkeit halten langsam wieder ihren Einzug. Fast anderthalb Milliarden Goldmark beträgt der Ausfall an Ein­nahmen für die deutsch« Reichsbahn und 800 Mil­lionen Goldmark erfordert die Restaurierung. Aber ein Glied der Kette um Deutschland ist zersprungen. Bald werden auch die anderen Verschwinden. Eine Zeit furchtbaren Kampfes hat damit ihr Ende er­reicht.

Eewirrt Kamvi für inieniaiienate Suiommtmitbeil

In Moskau haben Verhandlungen begonnen, di: auf dem Dertragsweg« die deutsch-russischen Handelsbeziehungen erleichtern sollen. Gleich zu Anbeginn dieser Verhandlungen türmen sich gewisse Schwierigkeiten auf, di« sich aus dem Staatscharakter und dem politischen Wilken der Sowjetunion ergeben und bi» in ihren Folgeerscheinungen bisher eigentlich jede internationale Zusammenarbeit mit dem neuen Rußland praktisch unmöglich gemacht haben. Ruß­land hält stark an dem Grundsatz seines Außenhandels­monopols fest und erschwert dadurch natürlich von vorn herein eine Verständigung mit wirtschaftlich freier organisierten Ländern. Di« Erfahrungen, die Deutsch­land mit dem sogenannten Rapalkovertrag gemacht hat, sind jedenfalls nicht dazu angetan, eine optimistische Auffassung über die praftifchen Grgeöniss« von Ver­tragsabschlüssen mit Rußland herbeizuführen. Immer­hin ist es nötig, daß Deutschland in einem Augenblick, in welchem die offiziöse Presse in Paris und Moskau die Wiederannäherung zwischen dem russischen und französischen Tolle feiert, alle Maßnahmen trifft, um sich nicht beiseite drängen zu lassen.

Moskau, 18. Nov. Vorgestern fand in MoS- Tau zu Ehren der deutjch-russischen Handelsver­tragsdelegation ein offizieller Empfang bei dem deutschen Botschafter, dem Grafen Brockdorff- Rantzau,^ statt. Anwesend waren die Volkskom­missare Tschitscherin, Krassin und Litwinow, sowie sämtliche Vertreter des Kollegiums deS Außenkom- missariats und des Obersten Volkswirtschaftsrats. Dem Empfange wohnten ferner die in Moskau anwesenden Vertreter der deutschen Wirtschaft und der deutschen Presse bei.

Ar SikgimmgsbWimg in SrSmrich

Wien, 18. Nov. 3m Hauptausschutz deS Natio­nalrate» bracht« Präsident MiklaS das an ihn ge­langt« Schreiben Dr. SetpelS zur Kenntnis. Hieraus wurde mit Mehrheitsbeschluß der christlich-sozial« Ab- georbnete Dr. Semei zum Bundeskanzler de­signiert und mit der Regierungsbildung beauftragt. Er hat den Auftrag angenommen und erklärt, er werde in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstag. 10 Llhr vormittags, seine Dorfchläge unter« breitem Der Nationalrat hat in seiner heutigen Sitzung den Beschluß de» Hauptausschusses angenom­men und wird in der nächsten Sitzung am Donnerstag, 11 Llhr vormittag», die Wahl der Regierung vor- nehmen.

Wien, 18. Aov. Der parlamentarische Haupt« ausschuh hat den früheren 3ustizminister Dr. Aamek mit der Kabinettsbildung betraut und Dr. Ramek hat bereits die Verhandlungen mit den Parteien ausgenommen. Die Grotzdeutsche Pattei hat sich De- denkzett erbeten. Sie hält morgen einen Spezial­parteitag ab. um die Frage, ob sie weiter der Regie­rung angehören soll, zur Entscheidung zu bttngen. Solange die Grvhdeutschen diese Entscheidung nicht getroffen haben, kann die neue Kabinettskrise nicht aufgestellt werden.

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EnlMkmaMmmgSiM

Di« an der Ostsee neugebildeten Kleinstaaten leiden schwer an der Tatsache, daß ihre Bevölke­rung keine Tradition, keine Geschichte und keinen für ein Staatswesen tragfähigen Bildungsstand be­sitzt. Man sucht diesem Üebelstand nun dadurch ab­zuhelfen, daß man die äußerlichen Zeichen der Lan­deskultur, soweit sie fremde Herkunft verraten, zu beseitigen sucht. Wollte man allerdings alles be­seitigen, was beispielsweise die deutsche Kultur im Laufe der Jahrhunderte in Lettland und Estland geschaffen hat, so müßte man sämtliche Städte, Schlösser und Kirchen abtragen. Man behilft sich daher mit Namensumänderung. Da liegt beispiels­weise vor Riga an der See der beliebte Badeort Riga-Strand. Seit Monaten bereits beschäftigt sich ein Ausschuß von drei Stadträten unter dem Vorsitz eines Lehrers mit der llmbennung dieses Ortes. Man hat die Namen Kaija (Möv?) Dsinta- reene fBernsteinort) vorgeschlagen. Neuerdings bat man auch den Namen Saulaine, was Sonnen­stadt heißt, schön befunden. Die Stadtväter sind aber noch immer nicht zu einem endgültigen Be­schluß gekommen. So haben sie denn vorläufig we­nigstens die schöpferisch geistige Tätigkeit des seit Monaten schwer grübelnden Dreimännerausschusses in Anerkennung seiner für lettische Begriffe aller­dings beträchtlichen Zntelligenzleistung belohnt. Sie haben beschlossen, den drei Namensknoblern für ihre Mühewaltung ein dreizehntes Monatsge­halt auszuzahlen. Nun wird man alsbald neue bewundernswerte Sprachgeburten erleben.

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NoWeMAMg

Pflichte« der Wähler.

Wahlrecht bedeutet Wahlpflicht!

Wahlpflicht heißt nicht nur, am 7. Dezember den Stimmzettel abgeben.

Wahlpflicht fetzt vielmehr Vorau», baß 6er Wähler rechtzeitig feststellt, dah er in die Wahl­liste eingetragen ist. Hiermit bis zum Tag« brr Wahl zu warten ober sich auf die Zuverlässigkeit der Listenführung zu verlassen, bedeutet Vernachlässigung der Wahlpflicht!

Wahlpflicht fordert endlich, daß der Wähler, der am Wahltage nicht an seinem Wohnott ist. sich vom W a h l a m t einen Stimmschein auSstellen läßt, der ihn zur Erfüllung seines Wahlrechtes außer­halb seine» Wohnortes berechtigt!

Berlin, 18. Nov. Am 20. November läuft die Frist ab, innerhalb der für die Reichstag-Wahl und die preußisch« Landtagswahl die KreiSwahl- vorschläg« und ZustimmungSerNärungrn der Bewer­ber zur Aufnahme in den Kreiswahlvorschlag bei den Kreiswahlleitern einzureichen sind. Die Nichtein­haltung der Frist hat die Unwirksamkeit dieser Rechtshandlungen zur unabänderlichen Folg« und zwar dergestalt, als seien sie überhaupt nicht vor­genommen worden. Soweit die rechtzeitige schrift­liche Einreichung der Kreiswahlvorschläge und der Zustimmungserklärringen der Bewerber nicht er­möglicht werden sollte, können die Erklärungen tele­graphisch abgegeben werden, müssen allerdings dann innerhalb einer zweitägigen, nach dem preußischen Wahlrecht innerhalb einer dreitägigen Frist schrift­lich nachgeholt werden.

Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß zurzeit die Wählerlisten für die Reichstagswahl zu Jeder­mann» Einsicht bei den Gemeindebehörden auSlie- gen. Jeder Wähler überzeuge sich persönlich oder durch Beauftragte, daß er in der Liste seines Wohn­bezirks eingetragen ist. Wer nicht eingetragen ist, hat seine nachträgliche Eintragung zu beantragen. Nur wer in der Wählerliste seines Wahlbezirks eingetragen ist, kann am 7. Dezember in diesem Stimmbezirke wählen. Das Wahlrecht ist Wahl­pflicht. Sorge also jeder, daß er in die Wählerliste eingetragen ist.

ff. München, 20. Nov. Dem Wahkabko n- men, das zwischen der Bayrischen Volkspartei und dem Zentrum geschlossen worden ist, hat der Lan­desvorstand der Bayrischen Zentrumspartei zugs-