jfr. 272 «arbvrg a. L, Aenslag, 6tn 18. November 59.8tito 192«
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Anzeiger für (Las Mer kuMfifche) SbekMn - Amtliches BerküaöigMgöbW des Kreises Marburg
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Die 26vrezentige AuSsuhrabgabe
Qu. Berlin. 18. Nov. Bon unterrichteter beite erfahren wir, daß die Reichsregierung sich entschlossen hat, bei den weiteren Berhandlun- fen mit den alliierten Regierungen die Frage der echsundzwanzigprozentigen Ausfuhrabgabe nicht mehr zur Erörterung zu bringen, sondern diese wichtige Streitfrage allein der Entscheidung der zuständigen Instanzen des Transfer-Komitees zu überlassen. Man geht hierbei non der grundsätzlichen Erwägung aus, daß es dem Reiche nicht möglich sein wird, irgendwelche Handelsverträge zum Abschluß zu bringen, solange nicht diese Abgabe zu Fall gekommen ist. Infolgedessen werden die alliierten Regierungen gezwungen sein, eine grundsätzliche Entscheidung über die hkchsundzwanzigprozentige Ausfuhrabgabe zu fällen- Man hält diesen Weg insofern für den richtig- ftcn, da man der Meinung ist, daß bei den Einzcl- »e.handlungen mit England oder Frankreich kaum etwas zu erreichen sein wird.
Anfragen an Herriot. • r‘'3
sk. Paris, 18. Rov. In der Senatskommis» fcn für auswärtige Angelegenheiten erklärt« der Vorsitzende, daß er dem Ministerpräsidenten fol« ’genbe Fragen vorgelegt habe: L Ueber die Durchführung des Dawes-Planes; 2. Ueber die Folgen •er Londoner Konferenz hinsichtlich der Sicherheit mtb der Garantien gegenüber Frankreichs; 8. Ueber di? Entwicklung Deutschlands und die Tätigkeit der interalliierten Kontrollkommission; 4. Ueber das Protokoll von Genf; 5. Ueber die Beziehungen Frankreichs zu London und Rußland.
Berlin, 17. Rov. Der Generalagent für die Reparationszahlungen, Parker Gilbert, teilte gestern «benä gegenüber Prefsenachrichten offiziell mit, bah ftin Schreiben vom 14. Rovernber an den Reichs« stnauzminister Luther kein Angriff auf den Äecobert; Act fei. GS ist eine Benachrichtigung der beutschen Regierung zugegangen, daß der Generalagent gemäß den Bestimmungen deS DawesplaneS bi« volle Annuität ohne Rücksicht auf irgendwelche Decovery stlctS sammeln und der deutschen Regierung die von Sr auf Grund der Recovery ActS bezahlten Beträge rur dann und in solchem Umfange erstatten wird dS er von dem Trasferkomitee dazu ermächtigt wird. Das Transferkomitee erteilte am 31. Oktober dem Generalagenten die Ermächtigung, die Zahlungen bis 8« der weiteren Entscheidung durch daS Komitee fvrtzusetzeitz. Die Mitteilung an die deutsche Regierung in dem Schreiben vom 14. Rovernber ist also ein Schritt, der unternommen worden ist. um dem kransferkornttee die ihm nach dem Dawesplan übertragenen Rechte zu sichern.
Un Ne Formung tet SettonNimgtn mit Fmnkmch
Qu. Berlin, 18. Rov. Wie wir hören, hat •ns Reichskablnett nunmehr seine Beratun- |gH über die Fortführung der Wirtschaftsverhanb- strngen mit Frankreich beendet und zu den Borschlä- En der französischen Regierung entscheidend Stel- ng genommen. Staatssekretär Dr. Trendelen- hurg, der km Begrif steht, sich wieder nach Paris zu begeben, hat neue Instruktionen erhalten, auf deren Grundlage er die Besprechungen mit der fran- «öflschen Delegation fortfuhren wird. Er ist von •er Reichsregierung beauftragt worden, sofort nach seiner Rückkehr noch Paris eine neuerlich« Aus- fxrache mit dem französischen Ministerpräsidenten jerbeizuführen. Man glaubt, daß es nunmehr Möglich sein wird, die Perhandlungen mit Frankreich ohne weitere Unterbrechungen zum Abschluß H bringen.
v. Trendelenburg erhält Instruktionen.
Berlin. 17. Nov. Das Reichskabinett ist, den Plätern zufolge, zu einer Besprechung zusam- Mengetreten, in der die neuen Instruttionen für bie deutschen Unterhändler bei den deutsch- Iranzösischen Handelsvertrags-
ierhandlu ngen festgelegt werden sollen Mit diesen Instruktionen wird Staatsseretär v. Trendelenburg wieder nach Paris reisen, um bl« Verhandlungen fortzusetzen.
M RegiMingAnie in Sriierreich
Unklare Lags in Deutsch-Oesterreich.
Wien, 17. Rov. Die Verhandlungen Dr Seipels, die ihm die Garantie zur Wiederübernahme der Negierung schaffen sollen, gestalten sich äußerst schwierig. Es erscheint daher die Möglichkeit gegeben, daß Seipel im Sinne seiner wiederholten Erklärungen in letzter Zeit seine Wiederwahl ablehnen bezw., daß letztere überhaupt nicht wehr in Frage kommen wird. Wie in parlamen- tarischen Kreisen verlautet, dürfte die Entscheidung darüber vielleicht schon heute in den fortgesetzten Besprechungen im Ministerrat des politischen Klubs, in dem die Krise ihren Höhepunkt erreichte, fallen. Als eventueller Nachfolger Seipels werden bereits die Namen verschiedener führender Persönlichkeiten der Christlich-sozialen Partei genannt, doch handelt es sich hierbei noch durchaus um Vermutungen.
Wien, 18. Nov. In dem an den Präsidenten des Nationalrates Mik las gerichteten Schreiben, in dem Bundeskanzler Seipel die Betreuung mit der Neubildung der Regierung zu- tiichgibt, heißt es u. a: Aus den Besprechungen
Poimares Schul- am Weltkriege
Pari-, 16. Rov. DK hier erscheinende Zeitschrift »Gurvp«" gtbt die Memoiren bei ehemaligen französischen Botschafter» in Petersburg. George Louis heraus, der bekanntlich auf Wunsch Iswolskis 1913 von feinem Posten in Petersburg entfernt wurde.
.Oeuvre" ist in der Lage, einige der Dokumente bereits heute zu veröffentlichen. Rach dem ersten Dokument hatte am 21. Mai 1912 LvuiS mit dem damaligen Außenminister Pichon eine Unterredung. Pichvn erklärte, Pvincarlk sei sehr geschickt im Parlament, aber anderwärts nicht: er könne nicht verhandel«, er sei zu trocken, und für ihn gebe es nur ein 3a oder Rein. Botschafter Louis sprach alsdann seine Derwunderung auS, dah Pichon, trotz der angeblichen Anerkennung, die er seiner Tätigkeit zolle, feine Demission verlangt habe. Pichon erwiderte, die Haltung 3swol»kiS sei so seltsam gewesen, baß man hierin bie Erklärung suchen müsse. Botschafter Louis tagte, man spreche davon, daß Tittvn i IS - Wolski» Schulden bezahlt habe. Pichvn hab« dann hinzugefügt. bah man In der Finanzwelt nicht daran zweifle, dah Tittvni durch derartige Mittel Iswolski in Händen habe.
Gin zweites Dokument bezieht sich auf eine Unterredung, die LvuiS damals mit dem französischen Botschafter in Berlin, 3uleS Eambvn. gehabt hatte. DaS Dokument trägt das Datum vom 1. Rovember 1914. Lambon sagte: Kaiser Wilhelm hat am 1. 3anuat 1912 (also nach dem Marokko-Abkommen) zu mir gesagt: »Man macht unS unser Abkommen zum Bvrwurf, aber in sechs Monaten wird man uns Denkmäler errichten, bah wir eS abgeschlossen und den Krieg vermieden haben." Beachten Sie, habe Tambon hinzugefügt, das Datum vom 1. 3anuar 1912. DaS war das letzte Mal, daß der Kaiser mir in einem vertrauensvollen Ton von der Zukunft gesprochen hat. Porncarö war noch nicht Präsident der Republik. 1913 hat der Kaiser bann anders zu mir gesprochen; er hat erklärt: .3ch habe alle» getan, um zu guten Beziehungen zu gelangen. Aber das ist zu Ende." 3uleS Eambvn habe wörtlich gefügt: Poincarä ist zum Teil am Kriege schuld.
Botschafter LvuiS habe hinzugefügt: Zusammen mit ISWolSki. Eambvn habe hierauf gefragt: Konnte der Krieg verhindert werden? Botschafter Louis antwortete: Richt Sud« Juli, aber wir hätten ihn vermieden, wenn 1912 unsere Regierung in anderen Händen gelegen h ä 11«. Um zur Präsidentschaft der Republik zu gelangen, muhte öie Reise nach Petersburg gelingen, und man muhte sich mit Hilse der Geheimfonds der Presse bemächtigen. Poincare hat sich zum Instrument Iswolskis gemacht, und dieser. der gemeinsame Sache mit Ti11oni machte, hat den trip olitan isch en Krieg entfesselt und damit den Dalkankrieg und den setzigen Krieg.
Jule» Eambvn erwiderte daraus: Wir haben uns seit zwei oder drei Jahren nicht gesehen, aber wir haben dieselbe Ansicht.
Die dritte Deröffentlichung betrifft eine Unterredung. die Pichon am 14. Januar 1915 mit Botschafter LvuiS hatte Pichon sagte dabei: Wen« Sie in Petersburg geblieben wär en und ich Au- henrninister gewesen wäre, hätten wir keinen Krieg bekommen. Louis erwiderte: Gewiß. wenn Sie am Quai d'Orsay und FalliereS im Ellsiöe gewesen wären, wäre der Krieg nicht aus- gebrochen. Pichvn sagte darauf, Dutasta. dessen intime Beziehungen zu Clemenceau man kennt, und der vor 14 Tagen in Petersburg war. habe das auch Safsanow gesagt, und dieser habe geantwortet: vielleicht wirklich. Im weiteren Berkaus der Unter- rehung sagte Pichvn: die beiden Botschafter, die Ihnen folgten, find sehr gefährlich gewesen, besonders Palsvlvgue. aber auch auch Delcassee. Paleologue hat die Russen zum Kriege getrieben, woraus Louis erwiderte: das sieht man aus dem englischen Weihbuch. Der englische Botschafter, der seine Regierung sehr gut unterrichtete, gibt das klar zu verstehen, woraus Pichon erwiderte, auch Delcasse habe zum Ausbruch des Krieges da du rch beigetrage n. daß er bie Russen gegen Deutschlanb aufhetzte Die Engländer hätten sich darüber beklagt Hierauf erklärte Louis: Die Präsidentlcha;'
nut dcn Vertretern der positischen Parteien und der Landesregierungen habe ich die Usderzeugung gciDcnTicn., daß die Mehrheitsparteien und die ihnen angehorenden Mitglieder der Landesregierungen unverbrüchlich an der auf die Sanierung des Staatshaushaltes und die Wiederausrichtung der Wirtschaft gerichteten Politik seschalten. Dagegen konnte ich mir nicht die Gewißheit verschaffen, daß alle von mir als notwendig erachteten Einzclmoßncchmen durch alle verantwortlichen Faktoren entsprechende Förderung finden werden. Bundeskanzler Seipel erklärt zum Schluß, daß ihn bei feinem Entschluß auch die Rücksicht auf seine seit der Verwundung geminderte persönliche Leistungsfähigkeit leite.
Wien, 17 Nov. Wie die Politifche Korrespondenz mitteilt, ist der von Dr. Seipel als Nachfolger empfohlene gewesene Minister Dr. Rudolf Ramek bereits von der Christlich-sozialen Partei mit den Vorarbeiten für die Regierungsbildung betraut worden Die bisherigen Minister wurden von Dr. Seipel ersucht, einer eventuellen Wiederberufung Folge zu leisten. Finanzminister Kien- boeck wird jedoch dem neuen Kabinett nicht ange- hören. Dr. Seipel wird sofort die Obliegenheiten
Pvincares ist verhängnisvoll gewesen, und Pichon fügte hinzu: und seine Tätigkeit am Quai b'Orfai) ebenfalls. Als ich wieder Außenminister wurde, ist Paul Eambvn (französischer Botschafter in London) zu mir gekommen und hat meine beiden Hände ergriffen und gesagt, er freue sich, daß ich wieder Autzenminister sei. Wörtlich hat er hinzugefügt: wenn Pvmcars am Quai d'Orsai geblieben wäre, hätte er unS schließlich mit allen unseren Freunden auseinandergebracht. Louis fügte hinzu: AlS Präsident der Republik ist er noch viel gefährliche r gewesen, weil er frei hat den Krieg entfesseln können. Aus ihn hat sich Palöologue in Petersburg immer bezogen, um die Russen zur Intrasigenz zu treiben. Pichon erwiderte hieraus: Die Wahl Pvincares zum Präsidenten der Republik ist von Bourgeois und Driaad gemacht worden .namentlich aber von dem ersteren.
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Die Meldungen au» Pari» über die Veröffentlichungen deS »Oeuvre" auS dem Tagebuch deS vormaligen ftanzösischen Botschafters in Rußland Georges Louis über Poincarös und Iswolskis Verantwortlichkeit für den Weltkrieg werden in der Prelle viel beobachtet. Reuter berichtet aus Paris, daß die Veröffentlichungen des »Oeuvre" und die darin enthaltene ernste Beschuldigung PvincareS, indirekt für den Weltkrieg verantwortlich zu sein, in der französischen Hauptstadt Aufregung verursacht haben. »Westminster Gazette" trägt am Kops die fettgedruckte lleberfdjrift »Kriegsfchulbanklage gegen Poi- incare“ und erklärt, diplomatische Kreise in ganz Europa würden unvermeidlich durch die gestrigen Enthüllungen des „Ouvre" erregt werden. »Morning Post" veröffentlicht das Telegramm ihre» Pariser Berichterstatters über di« Enthüllungen des »Oebre“ unter der Lieberschrift: »Reue Theorien über bie Kriegsurfach e“.
Poincarä leugnet.
Paris, 17. Rov. Havas veröffentlicht folgende Erklärung PvincareS aus Straßburg: »Herr Poincare bittet uns, anzuzeigen, daß er morgen der Prelle Briefe von Pichon und Jules Cam - bon unterbreiten will, die bie Aeußen-ngen die ihm durch bie Veröffentlichungen der Zeitschrift „Eurvpe" in den Mund gelegt werden, dementieren.
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Paris, 18. Nov. Stephan Pichon schreibt, daß die Aeußerungen, die ihm Louis in den Mund lege, dermaßen unwahrscheinlich seien, daß er kaum nötig habe, sie zu dementieren. Er wisse bestimmt, daß Poincare als Ministerpräsident, als Außenminister und als Präsident bei Republik immer für die Aufrechterhaltung des Friedens gearbeitet habe. Er könne sich nicht dazu hergeben, daß die Feinde Frankreichs den Versuch machten, den Frieden zu sabotteren, nachdem sie mit Vorbedacht den Krieg provoziert hätten. Botschafter Deschanel beschäftigt sich in seinem Brief an Poincare mit den geheimen Fonds im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten während seiner Tätigkeit als Kabinettschef im Quan d'Orsay im Jahre 1912. Er zögere nicht, so schreibt er, zu bestätigen, daß Poincare keine Unterstützungen oder Zuwendungen irgendwelcber Art irgend einem Mitgliede der Presse gegeben habe. Getrennt von Poincare. übermittelte Palelloque gestern abend der Agentur Havas ebenfalls ein Dementi Er erklärt. daß er 1912 und 1913 als Direktor der politischen Angelegenheiten im Quai d'Orsay und 1914 als Botschafter in Petersburg nicht aufgehört habe, für die Aufrechterhaltung des Friedens zu arbeiten. Wenn es nötig fei, werde er hierfür die Zeugnisse von Poincare. Ionnart, Pichon Dou- merque und Viviani anrufen. Louis klage ihn an, daß er dazu beiqetrageu habe, im Juli 1914 den Krieg zu entfesseln Darauf antworte er, daß cr am 28. Juli von der russischen Regierung gefordert habe, daß sie von vornherein "alle Prozeduren annehme, die Frankreich und England in Zukunft zur Aufrechterhaltung des Friedens Vorschlägen wurden. Er wisse, daß feine Worte am selben Abend dem Zaren mitgeteilt worden seien und daß sie das großmütige Telegramm veranlaßt hätten, das dieser am anderen Tage an Kaiser Wilhelm gerichtet habe
oes Obmanns der Christlich-sozialen Partei wieder übernehmen.
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Re Bildung der polnischen Regierung
Warschau, 17. Nov. Die Schwierigkeiten, auf die E r a b s k i bei der Umbildung des Kabinetts gestoßen, scheinen zum größten Teil überwunden. Ter Posener Stadtpräsident Dr. R a t a i s k i wird den Posten des Innenministers übernehmen Ebenso gilt die Berufung des Abg. T h u - g u l i zum Vizepremier als sicher. Die Mor- genpreffe erwartet, daß es Erabski noch heute ge« ilngen wird, die noch freien Portefeuilles für Justiz und Arbeit zu besetzen, sodaß die offizielle Ernennung der neuen Minister schon heute abend oder morgen vormittag wird erfolgen können.
fk. Warschau, 18. Nov. Der Präsident der Republik hat gestern in den Abendstunden die Ernennung der neuberufenen Minister vollzogen.
Die neuen polnischen Minister.
Warschau, 17. Nov. Die Umstellung des polnischen Kabinetts ist beendet. Der Posener
Bürgermeister Dr. Zyrtll-Ratajski roh# Innenminister, Anton Zyzbltnski, frühe, Staatsanwalt am Obersten Gericht, wird Justiz« Minister, Franz So ha I, bi» jetzt polnischer Delea giertet beim internationalen Arbeitsamt in Genf, wird Arbeitsminister. Abg. Thagutt roirU nicht, wie bis jetzt angenommen, Vizepremier, fotw bern Minister ohne Portefeuille mit den Ange« legenheiten der Ostmarken als besonderem Wivc kungskreis. Der Präsident der Republik roir| nach Mitteilung von zuständiger Seite diese Er« Nennungen noch heute abend unterzeichnen.
Nahlbewegung
Hergt über Bit Ziele »er Deutschnational««.
Magdeburg, 17. Nov. In einer Wähler- Versammlung der Deutschnationalen Dollspartei bezeichnete Lxz. Hergt als Ziele der deutschnationaler Politik: Kampf gegen der Versailler Vertrag, Kampf gegen die Schuldlüge. Revision der Dawesgesetze, Kampf für 8chwarz -W eiß-Ro t gegex Schwarz-Rot-Gold, das einst Lühows wildel Jagd ein nationales Kampfpanier war, heute aber zum Symbol eines für Dentfchland verderblichen Pazifismus geworben ist. Die Mitglieder der Deutfchnationalen Bollspartei hätten zwar am 29. August verschieden gestimmt, die gesamte Partei träte aber geschlossen für die genannten Ziele ein. Zwischen allen auf nationalem Boden stehenden Parteien müll« Burgfriede herrschen. Der Mangel an Mut bet der heutigen Regierung trage Schuld an der ungeheuren Belastung des Volles durch die Dawesgesetz«, Die Erfolg«, auf die sich die Regierung berufe, feie« nur halbe Erfolge, die vielfach noch nicht ein« mal unter Wahrung der Würde Deutschlands erzielt worden seien. Von wirllichen Erfolgen werd« Reichskanzler Marx erst bann sprechen dürfen. Wen« er nachweifen könne, daß das uns wiederfahren« bittere Unrecht wieder gutgemacht worden ist. Hergt schloß mit der Aufforderung, im nationale« Geiste am 7. Dezember an die Wahlurne zu gehen
Wahlversammlung brr Deutschnationalen Bollspariei.
Nur noch drei Wochen trennen unS von bet« Tage, an dem das Boll durch die Wahlen zu« Reichstag entscheiden sott, welches der recht« We« zur Gesundung Deutschlands ist. Di« einzeln« Parteien eröffnen nun mit Wahlversammlungen bei Kampf, um sich um die Stimmen der Wählerschaft zu bewerben. Nachdem bereits von der Deutschen Bollspartei eine Wahlversammlung, in dem Herl Landtagsabgeordneter Heidenreich-Hatte gesprochen, stattgesunden hatte, fand Freitag abend in bei Stadtsälen eine gut besuchte Versammlung bei Deutschnationalen Bolkspartei statt. Der Vorsitzende der Marburger Ortsgruppe, Herr Laubtagsabgeordneter Sonnenschein, eröffnete die Per, sammlung und betonte, daß mit dem heutigen Tagt die deutschnationale Partei unter den Färbest „Schwarz-weiß-rot" den Wahlkampf beginne untz stellte den Spitzenkandidat für den Reichstag sük Hessen-Nassau, Herr Amtsrichter v. Lindeinert Wildau, vor. Mit beredten Worten schilderte eri „Warum sollen wir wieder wählen und wormst gebt es?" Jedes Boll müsse seine VolkssouveränitU hochhalten. Redner verteidigt dann den Standpunkt der Deutschnationalen Vollspartei gegenüber Dawes-Gesetze und ihre Haltung im Reichstag b«l der Abstimmung. Nachdem der 4. Mai ergebe« habe, daß die Deutschnationalen als die größte Partei in den Reichstag einzieht, hätte der Reichspräsident Herrn Hergt bitten müssen, die Bildung der Regierung zu übernehmen. DaS sei aber nicht erfolgt und der VolkSwitte sei vom Reichspräsidenten nicht beachtet worden. Herr Dr. Marx habe ja auch mit Deutschnationalen Führern verhandelt, aber da die Völkischen eS vollkommen ablehnten, in die Regierung einzutreten und die Demokraten nicht mit den Deutschnationalen arbeite« wollten, seien alle diese Verhandlungen gescheitert und der Volkswille unterdrückt worden. Was bie Haltung der Partei im Reichstag anbetreffe, s« haben auch hier lange Verhandlungen wegen Nm« bilduug des Kabinetts stattgefunden, aber alle Be« suche seien auch hier toicber an ber Demokratie gescheitert. Bei der Abstimmung über die DaweS- Gesetze sei den Abgeordneten freie Hand gelafje« worden. Ein Drang nach Ministersesseln habe ist der Partei nicht bestanden. Redner kam bann auch auf den Reichspräsidenten zu sprechen und sagte« daß er zu unrecht an der Spitze des deutsches Reiches stehe. Nach der Weimarer Verfassung müßt« das Reichsoberhaupt von dem Volke gewählt werden« Hier sei ein Bruch der Weimarer Verfassung fest» zustellen. (Als ber Redner nur Ebert sagte und nicht Reichspräsident Ebert, schrieen die im Saatt anwesenden Sozialdemokraten: Reichspräsidentsi So« dann behandelte er den Bankerott des Varianten« torischen Regierungssystems und kommt auf bk Frage zu sprechen, ob Deuffchland unter Schwarz-- weiß-roter oder Schwarz-rot-gold einer besseren Zeit entgegengeführt werden sollte. Die heutige Demokratie hätte gar keinen Anspruch auf die Farbe« Schwarz-rot-gold, sondern auf Schwarz-rot-gelh« Schwarz-rot-gold sei vor 100 Jahren die Fahne des bereinigten deutschen Kaiserreiches einschließlich Oesterreich gewesen. Die Deutsch nationale gartet ist für eine Volksgemeinschaft, bestehend aus beW Parteien, bie für den Wiederaufbau DeutschlandU seien. Im preußischen Landtag sei eS Sis jetzt nicht gelungen, ein gutes Schulgesetz durchzubriuge«« Auch habe man keine Mittel für die christlich« Kirche bewilligt. Der alte christliche Staat foS unte* **er he»'"aen demokratischen Seatem geopfert