59. WO. 1924
Marburg a. 2, Svimabeud. teo 15. Nvvrmlm
M. 279
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Erstes Blatt
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Hand vom jeden
Farbflecken aus weifier Wäsche
Obst-, Kaffee-, Kakao- Wein-, Rost- u. der^l. Flecken entfernt
gen, ob und was sie auch physisch leiden mutzte. Di« Vorbedingung für Hudsons Theorie war also vorhanden, und das Subjekt, wie es schien, in der Person Assuntas gleichfalls
Windmüller beschloß, ehe er zur Ruhe ging, morgen früh noch eine Unterhaltung mit der Assunta onau« knüpfen, und wenn es auch nur im Interesse einet Wissenschaft war, über die die Wissenschaftler di« Achseln zucken, weil sie ein Rätsel ist, bem_ man mit „natürlichen Erklärungen" nicht zu Leibe rücken kann.
Im übrigen wurde Windmüllers Ueberzeunung, daß Dona lenia den Palazo Terraferma überhaupt nicht verlassen batte, keineswegs dadurch erschütert, daß er die alten Diener und die Assunta von emer Miiwissenschaft gänzlich freizusprechen geneigt war. Mit dem, was er über den Charakter der Verschwundenen wußte und bei den großen Gefahren des Spieles, das sie spielte, war es nur logisch, wenn sie sich kein« Mitwisser gemacht, sondern sich auf eigene Hilfsmitel r-rlassen batte. Daß fie ihr Köfferchen zurückgelassen, konnte eine absichtliche Irreleitung, aber auch unbeabsichtigt gewesen jein, falls die Annahme zutraf, daß in letzter Stunde, vielleicht in letzter Minute etwas ,ebr bedeutendes sie von ihrer Abfahrt mit der bestellte» Gondel zurückgehalten und fie gezwungen hatte, sich iu verbergen.
WindmLllers „Ruhe" bestand zunächst nun darin, daß er es sich bequem machte. Insbesondere legte et mit liebevoller Sorgfalt ein paar leichte Hausschuh« r i Gummi ah'en a*, die es ihm ermöglichten, al» all« Lichter im Hause verloschen waren, lautlos die Trepp« hir.abzusteigen und sich zu überzeugen,daß alle Aus- gange nach den Wasser- und Landseiten ordnungsmäßig verschlossen und verriegelt waren und die Schlüssel sich in Agostinus treuer Hut befanden.
lForisetzung folgt.!
mobcnt geschulten Europäer noch mehr zu interessieren pflegt, die Konfiskation der Gilde »vermögen, also eine Schädigung des „kleine!' Manne«", gearbeitet, in deren Verfolg nach ähnlichen Vorgängen an verschiedenen Orten soeben die Uebernahme der Dorpater „Bürgermuse", einer geselligen Bereinigung deutscher Handwerker, von der Regierung angeordnet worden ist, ein schwerer Schlag, da allein das unbewegliche Eigentum einen Wert von weit über 100 000 Goldmark darstellt.
6er der Kommunisten aber nähen zu Hau» eifrig an roten Hemden und roten Blusen, damit die angeklagten Kommunisten in „würdiger" Tracht vor den Gerichtshof treten können. ES wird doch nicht anders gehen, als im Parlament, wo die Tiraden der ewig wiederkäuenden Kommunisten nur ein Stück „Theater" sind und im Endresultat nichts erzeugen als — gähnend« Langeweile!
Estland hat nur dann von den Kommunisten etwa» zu befürchten, wenn es nicht gelingen sollte, der schweren Wirtschaftskrise Herr zu werden: es darf nicht dazu kommen, daß Teuerung und Arbeitslosigkeit und in ihrem Gefolge Hunger und Rot die Widerstandskraft im Volk unterhöhlen. Die gute Ernte, die nach eineinhalb Jahren endlich aktiv gewordene Handels - und Zahlungsbilanz, die damit im Zusammenhang stehende außerordentliche Aufbesserung der Estmark, auch — um nur noch ein Gebiet zu streifen — die ganz kürzlich gelungene, bereits patentieret« direkte Verwandlung deS BrennschieferS in Asphalt bester Qualität (ein bei den riesigen Brennschiefervorräten sehr wohl möglicher Jahresexport von nur 100 000 Tonnen ergäbe einen Jahresumsatz von fünf Millionen Goldmark!), alle» das darf Zukunstshoffnungen erwecken. Aber das A und O der estländischen Wirtschaft bleibt doch die Landwirtschaft. Für die gesamte Agrarfrage mutz eine befriedigende Lösung gesunden werden, — und um auS Landwirtschaft und allen anderen Gebieten (Wasserkräfte, Brennschiefer, Torf usw.) die dort steckenden großen Werte herauszuholen, mutz Kapital, viel Kapital geschafft werden. Wenn die Lösung dieser Fragen fest und zielbewutzt in die
SÄ M»twwr Estland
Wenn ein Estländer nach Westeuropa kommt und tm Gespräch daS Thema „Estland" berührt, wird er sehr oft hören: „Ach so, dies« bolschewistisch verseuchte neue kleine Republik!" Eine nähere Be- 'kuchtung dieses summarischen, oft in apodiktischer Form gefällten Urteils lohnte sich nicht, wenn eS sich nur um Leute handelte, die vom heutigen Estland nicht» weiter wissen, als daß e» zum Zarenreich gehört hat und jetzt, ob auch souveräner Staat geworden, schon infolge seiner geographischen Lage auf nähere Beziehungen zum großen europäischen Infektionsherd angewiesen ist. Ernst kann jenes Verdammungsurteil nur genommen werden, wenn e» un» aus dem Munde solcher Menschen rntgegenklingt, die eine mehr oder weniger deut- stche Vorstellung von dem haben, was sich hier in len letzten Jahren bis heute abgespielt hat.
ES kann nun allerdings leider nicht geleugnet werden, datz bei der Staatswerdung Estland» östliche Einflüsse eine verhängnisvolle Rolle ge= Hielt haben: wie wäre e» anders möglich gewesen, *bafj j. B. vor fünf Jahren in der Konstituante erbitterte Kämpfe um den Wortlaut des Paragraphen im Grundgesetz entstanden, der den Schutz des Pri- Mteigentum» gesetzlich festlegen sollte? WaS da schließlich schwarz auf weitz geschrieben steht, zeigt ^deutlich: man hat sich verlegen um den Kern der .Sache herumgedrückt. Die unheilvolle, in hastender Eile durchgeführte Agrarreform, al» deren Grundlage da» Gesetz vom Oktober 1919 den gesamten, fast ganz in deutschen Händen befindlichen Großgrundbesitz mit einem Federstrich enteignete, diese agrare Revolution größten Maßstabes, deren Folgen der öffentlichen Meinung des Landes, wie fie sich in der Presse aller Parteirichtungen abspiegelt, immer stärkere Kopfschmer-
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Trotzdem kann nun aber ht keiner W«'-s« Mbon die Rede sein, datz die mit blutigem Eifer tnb reichen Geldmitteln arbeitenden Emissäre Moskau» irgendwelche Aussicht hätten, ihren Plan einer kommunistischen Umwälzung durchzuführen. ja. man mutz sest- stellem datz sie im Vergleich zu früheren Jahren, wa» die psychologisch« Einstellung der Massen betrifft, sogar an Boden verloren haben. Estland ist an sich kein günstiger Nährboden für Experimente im Stil der Sowjets, haben wir doch bei einer Gesamtbevölkerung von etwa über einer Million bloß rund 30 000 Industriearbeiter! Das estnische Volk ist in seinem Grundcharakter viel zu nüchtern und praktisch veranlagt, um auf die mannigfachen Tricks der roten Agenten leichterhand reinzufallen. Dazu kommt noch, datz unser gesamter Polizeiapparat sich stet» vervollkommnet hat, sodatz man von dieser Schutztruppe der staatlichen Ordnung nur mit großer Achtung redet. Ste ist bet allen kritischen Gelegenheiten der letzten Jahre klug und vorsichtig vorgegangen, um dann im entscheidenden Augenblick rasch und energisch zuzugretfen.
Die mit allen Deien gesalbten Kreaturen Moskau» haben e» Wohl immer und immer wieder mit allen Mitteln und Mittelchen versucht, Stimmung zu machen und Genossen zu werben, aber immer wieder sind sie böse hereingefallen. Ihre allergeheimsten Spinnfäden wußte die Polizei rechtzeitig zu entwirren und so ist e» gekommen, daß zuerst der größte Teil der kommunistischen Fraktion des Parlaments hinter vergitterten Fenstern verschwand, während «S nur einigen gelang, ins „Arbeiterparadies" im Osten zu entwischen, und daß vor einigen Wochen der „Kommunisten-General" Heidemann in Dorpat zusammen mit dem Stabe seiner Getreuen gepackt wurde. UebrigenS, bezeichnet genug, ein „General" ohne Armee! Wie die Untersuchung sestgestellt hat, figurierten nämlich in seinen Listen der kommunistischen Hundertschaften", mit deren Hilfe genau am 28. Oktober In Dorpat und Reval die Regierungsbehörden und militärischen Kommandostellen „Übernommen" werden sollten, in bedeutender Anzahl „tote Seelen", denn — nach diesen famosen Listen zahlte ja Moskau die hübschen, reichlich bemessenen „Gagen". In den nächsten Tagen beginnt in Reval vor dem Kriegsgericht der Monstreprozeß gegen d ie angeklagten Kommunisten (im ganzen 1491), e» hat ihnen also nichts geholfen, daß sie zum Schein ihr geheimes Hauptquartier aus dem reval- schen Bezirk, wo die Gesetze des Kriegszustandes gelten, in da» weniger gefährliche Dorpat verlegten. Wie man hört, iverden täglich im Gefängnis „Generalproben" für die kommende Gerichtsverhandlung abgehalten: e» soll unter allen Umständen ein Skandal provoziert werden, herausfordernde Reden gehalten werden usw.. Die Wei
genommen wird, dann wird die Redensart „bolschewistischen" Estland ganz von selbst Boden unter den Füßen verlieren.
W. Reinhold.
Anmlbmstn een siordttungm
zur Sicherung aufzuwertender Ansprüche, insbesondere aus Sparkassenguthaben, Wertpapieren aller Art, Hypotheken, Lebensverficherungsansprüchen rc.
Von Herrn Charles Pfannstiel, Vorsitzender des Sparerschutzverbandes Ortsgruppe Schmalkalden, werden wir bezüglich der Anmeldungen von Forderungen um Aufnahme folgender Zeilen gebeten:
1. Es ist ratsam, die Anmeldung von Forderungen bis kurz vor den 31. Dezember 1924 hinauszuschieben, um die etwaige Neuregelung abzuwarten. Wer die Anmeldung von Forderungen ohne Vorbehalt weiterer Ansprüche bewirkt hat, erkennt dadurch die 3. St. N. V. und ihre Durchführungsbestimmungen an und verliert daher das Anrecht auf eine höhere Aufwertung, selbst wenn nachträglich diese Notverordnung abgeändert wird.
(en machen (brauchen doch die rund 30 000 Neu- iedlerstellen allein zur Bebauung bloß an barem Geld« einen jährlichen Zuschuß von zwei Millionen Goldmark) ist geeignet gewesen, die Begriff« von Mein und Dein auf den Kopf zu
Bemerken Sie, daßLHrHaar ausfäM? ®e$L JRd Prof. Ör. N. Zunh gefundene un? von"mehrÄ 11^Srztea deck In- und Auöian-es glänzend begutachteten spezifischen Haarnährmittel
von Mein und Dein auf den Kopf zu stellen. Und in derselbe« Richtung hat, was den
Windmüller war es auch, denn er fand das Argument Lucias überzeugend und in Uebereinstimmung mit dem sonderbaren Ausdruck m Assuntas sonst so ganz hübschen braunen Augen. Und als er bald darauf wieder allein war mußte er sich eingestehen, leeres droh gedroschen zu haben, und wenn das nun »war auch eine unvermeidliche Sache im „Geschäft" war, so wurde das Bewußtsein darum doch nicht süßer, tvetl kein arbeitender Mensch gern seine Zeit vergeudet steht. War sie das aber wirklich? WindmLllers orakti,chet Sinn sagt ia, aber Windmüller war ein Mensch mit einem sechsten Sinn — die Leute, die er „zur Strecke gebracht" gaben ihm noch mehr Sinne, über die wir je doch hier zur Tagesordnung übergehen können.
Windmüllers sechster Sinn war zwar keiner, mit dem er „arbeitete , et half ihm nur, die Menschen zu verstehen, die ibn auch besaßen, und darum konnte und wollte er die Assunta nicht so ganz ohne roeitee» als Kuriosität unter diejenigen schieben, die in den Augen der „vernünftigen Leute" zu den Verrückten gedören, bloß weil sie mehr sehen können als jene Er glaubte tm tiefsten Schrein seines Herzens ganz fest daran, daß es trotz der „Vernünftigen" solche Menschen gibt, huoersensitive Naturen. Er fanb Hudsons Lehre von diesen Naturen ganz glaubwürdig und überzeugend, und was Robert .Hugh Benson darüber geschrieben, hielt er, Windmüller, keineswegs für überspannt. Warum sollte ein venezianisches Stubenmädchen nicht auch diesen sechsten Sinn besitzen?
Freilich, in bezug auf die Princivessa konnte Lucias Erklärung durchaus richtig sein: woran oder an wen man gerade recht lebhaft denkt, in diesem Falle unterstützt durch einen ganz svezifischen Geruch, einen oräg- nanten Duft, von dem ist es sehr gut möglich, daß man ibn auch in Person zu seben vermeint. Es wäre eine krasse Unoernunft gewesen, das nicht zu bedenken.
Aber man durfte auch die andere Möglichkeit nicht übersehen. Nach Hudsons Lehre prägt sich eine Persönlichkeit dem Raume, in dem fie eine physische oder geistige Angst durchzukämvfen hatte, in einem solchen Erc-de ein, daß sensitiv veranlagte Naturen sie darin zit stheit vermögen, und zwar in der umgekehrten Folge, in der man gewöhnlich zu seben pflegt, das beißt, also erst mit dem Hirn und dann mit den Augen.
Bei dem hoben Einsatz und der Natur des Svieles, das sie gespielt, war es ganz begreiflich, daß die Prfn- ripcsia in dem Rosazimmer zum mindesten die geistigen Angstzustände des Gewinnens oder Verlierens durch- zukämn^en gehabt hatte. Niemand war da, um zu sa-
er von Assunta gehört. Während Don Gian aber Zeichen von Erregung kundgab, schüttelte Luica mit dem Kopfe
„Sa, wenn ein anderer ste gesehen hätte! Aber die Bsiunta — 6a"! sagte sie. Signor, die Asiunta ist eine von denen, die immer etwas seben! Vor ein vaar Tagen schickte ich sie in den Saal drunten, um ein Staubtuch zu holen, das sie dort liegen gelasien, und sie kam ohne dieses zurück, denn im Saal haben ein Kardinal in roter Schleppe und im weißen Svitzen- tochet gestanden und habe sie angeschaut! Nun weiß ja jedes Kind, daß die Leute jagen, der Kardinal Luigi Terraferma gehe hier im Palazzo um. Ich habe ibn noch nicht gesehen — Gott sei Dank! Aber die Asiunta bat das Gerede gehört, bat sein Bild, das drüben im Nordflügel hängt, gesehen, und hat sich natürlich eingebildet, daß er ihr in eigener Person erschienen ist. Und ein paar Tage später stürzt« di- Asiunta, als ich Ach grade schlafen legen wollte, in mein Zimmer. 3or Großvater stände vor Ihrer Kammertür, und der sei doch schon vor zwei Jahren gestorben! Sie ist eben eine von denen, die sich einbilden, Geister zu sehn, und wenn ja auch die Frau Princivessa keiner ist, so wird sie eben 'm Rosazimmer an fie gedacht und dann gemeint haben, sie zu sehen. — Darum also fragte fie mW, ob nicht lemand im Nebenzimmer gewesen sei, als ich durchkam! Und ich habe richtig noch einmal J’.!n9£l.?al!t> trotzdem ich nun schon wisien konnte, daß die Assunta immer etwas siebt, was andere Leute nicht sehen können, weil eben nichts ju sehen ist"-
Windmüller hatte die alte Lucia bei sich längst von einer Mitwisserschaft freigesprochen und fand ihre Er- w-sa9, betreffend, annehmbar. „Das
°b«r über die Kleidung der Frau Prin n»6 n*.® ’,e lagen wir denn, zu sehen vermeinte. S?"’ • Tnt>te, n '"des noch ein. „Sie hat die
iuIeÄ {n 'brer flittergestickten wschar.
^eben und gab an, daß sie ge-ern gefielet mar“enen Staubmantel . jedoch ohne Hut, , die Lucia nicht nut, sondern ste
r ö?.8"?1, ?,e Asiunta hat ihren Großvater zu-
7.0lcni>emb gesehen: als fie ibn dann vor Ihrer Kammertur gesehen haben wollte, trug er nach Ihrer Veschreibung schwarzweißkarrierte Hosen und einen braunen Rock mit Mesfingknöpfen. Sie hat ihn mir ganz deutlich beschrieben und hat auch gesehen, daß der Großvater frisch rasiert war".
„Madonna mia", murmelte Don Gian enttäuscht.
2. Ansprüche aus Versicherungen sind bis zum 31. Dezember 1924 bei den Treuhändern anzubringen. Wenn dieser nicht bekannt ist, fragt man bei der Versicherungsgesellschaft an, wer er ist. Der Vorsicht halber bei der Versicherungsgesellschaft selbst anmelden, wenn bis kurz vor Ablauf der Frist der Treuhänder nicht bekannt ist. Vorbehalt weiterer Ansprüche nicht vergessen.
3. Sparkassenguthaben von öffent- lichen oder unter Staatsaufsicht stehenden Sparkassen, also besonder» städtischen, Kreis- und Provinl ziallparkaffen, sind bis zum 31. Dezember 1924 bet der Sparkaffe anzumelden, schriftlich, unter Angab« der Nummer des Buches. Es empfiehlt sich, eingeschriebener Brief und Abfaffung und Aufgabe de» Briefes zur Post in Gegenwart eines Zeugen und Zurückhaltung einer Abschrift. Die Erklärung kann auch mündlich bei der Sparkaffe unter Vorlage eines Buches geschehen, welche das Buch dann abstempelt. Gesetzliche Vorschrift ist dies jedoch trotz gegenteili- ger Ansicht einiger Sparkaffen nicht, weil die Sparkaffe leicht die Leute veranlaffen könnte etwas zu erklären, das einer Abfindung gleich käme. Ei« Vorbehalt ist absolut notwendig, etwa so: „Auf Grund der 3. St. N. V. melde ich mein Sparkaffenguthaben von.......Mk. auf Buch Nr....... zur
gesetzlichen Aufwertung an. Ich bekenne mich jedoch mit dem Aufwertungsbetrag nach der gegenwärtigen 3. St. N. V. nicht befriäügt, sondern behalt« mir alle Ansprüche auf den vollen Goldwert bet Aenderung von Gesetzgebung oder Rechtsprechung vor." sVei Mündelgeld Zusatz: „Ich beantrage bevorzugte Befriedigung, da es sich um Mündelgeld handelt.")
4. Hypotheken, Grundschulden und Rentenschulden werden von selbst auf 15%’ aufgewertet und steigen von selbst mit einer Erhöhung des Aufwertungssatzes durch das Gesetz, wenn dies eine solche bringt. Sie brauchen dahet nicht angemeldet zu werden. Nur wenn der Schuldner Herabsetzung unter 15 % oder die gesetzlich« Aufwertung beantragt, empfiehlt sich in der Gegenerklärung im ersten Fall Gegenantrag auf 15 mit Vegründungund Vorbehalt, im zweiten die Erklärung des Vorbehaltes.
5. Eine Ausnahme bilden Hypothekenforderun- gen aus Restkaufgeld nach dem 31. 1918. Hier
kann die persönliche Forderung über 15 %, evtl, bi» zum vollen Goldwert aufgewertet werden. Solch« Ansprüche sind bis zum 31. Dez. 1924 bei dem Amts-
ObschsWchs
Anzeiger MML.Mer MMM Oberbefsen-Amtliches Verkün-igungsblatt -es Kreises Marburg
(Nachdruck verboten.)
SaS Rosarimmrk.
Venezianischer Roman
von ®. von Adlersfeld-Dallestrem, da. Fortsetzung.
f Windmüller unterdrückte heroisch ein tiefes Stöbern bei der Erinnerung an die vielen „Fälle", die .ungebetene und voreilige Dilettantenhilfe ihm schon «erofuscht hatte, und resigniert versicherte er, das es ftm Freude machen würde, die Meinung der Signora Je hören.
Lucia nahm mit einem dankbaren Lächeln, das ihr jthr gut stand, auf dem von Don Gian mit fast zärtlicher Aufmerksamkeit hingeschobenen Stuhle Platz «nd .faltete ihre Hände auf dem Schob. „Signor", hegann fie ohne Umschweife und ohne Verlegenheit, • ><$ habe den Herrn Marchesa und seinen verstorvenen Prüder auf dem Arme getragen und darum müssen Sie M) nicht wundern, wenn er einiges Gewicht auf die Meinung einer alten Frau legt, die seinem Hause so ftuge treu gedient hat. Nun, um ihre Zeit nicht durch «ieie Worte zu verschwenden: ich glaube nicht, daß die prau Princivessa noch biet tm Hause ist. Wie ste es »erlassen bot. ist freilich mehr, als ich sagen kann. Sie »ird schon gewußt haben, wie es zu machen war, und le hat auch gewußt, daß hinter dem Rücken der Herr- jchaft mit uns alten Dienern nichts anzufangen gewesen wäre. Auf die jungen aber habe ich ein >char- ies Auge, roie’s notwendig ist, Signor, und rote es •teine Pflicht ist — da hätte ich längst etwas Verdcich- stges bemerkt, denn ich habe fie gleich alle scharf ins webet genommen, und ich darf schon sagen: stand .hätte mir keiner gehalten, wenn er eine Heimlichkeit •nf dem Gewissen hatte"!
Windmüller machte eine zustimmende Bewegung. »Die Frau Princivsesir ist gestern vormittag hier tm Palazzo gesehen worden", sagte et ruhig, indem et •ie Beschließerin voll ansah.
Das Erstaunen, da» sich bei dieser Mitteilung auf hem Gesicht der Alten malte, war ein zu natürliches, als daß es ein geheuchelte» hätte sein können, auch »ar es ein ganz reines, von jedem Schrecken ober Verlegenheit ungemischtes.
„Ist es möglich"? tief fie mit erhobenen Händen. »Darf ich fragen, wer fie gesehen bat"?
Windmüller gab ht knappen Worten wieder, was
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