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fir. 267 (2. NE

die der

Verhandlungen tu Amerika nicht günstig, nachdem Durchführung der gegenwärtigen Dusbaupolttik mit Wiederwahl EoolidgeS gesichert erscheinen darf.

9$n#»lai» md tef «egiermiOl Pkvgromm Soolltge-

Ou. Berlin, 11. Avvember 1924.

' In Berliner Regierungskreisen beurteilt man das «uhenpolitische Programm, daS der Präsident Soo­ft h g e verösfentlicht hat, im wesentlichen al- eine Hortsetzung der bisherigen amerikanischen Politik im tztnnr de- DaweSgutachtenS. Man glaubt dir Weige­rung der amerikanischen Regierung, sich auf irgend­welche Abmachungen über die Streichung der inter­alliierten Schulden einzulafsen, die endgültige Fest­setzung der deutschen Reparationssumme auf lange Zeit hinauözdgern wird. Die jetzige amerikanische Legierung würde danach Deutschland gegenübfer eine Politik treiben, die in der Hauptsache al- die Politik einer vorsichtigen Zurückhaltung in politischen Fragen «nb einer wirtschaftlichen Unterstützung des deutschen Aufbaues bezeichnet werden lamt Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund wird selbstverständlich absolut kein« Rückwirkungen auf die deutsch-ameri­kanische Politik haben, zumal bekanntlich di« amerika- «ische Regierung die Ablehnung d«S DölkerbundSge- Haukens nur auf sich selbst bezieht, im übrigen aber die Beteiligung Deutschlands an dem Völkerbund für wün­schenswert hält.

Große Bedeutung legt man in Deutschland der Wahl deS Generals DaweS zum Vizepräsidenten bei, die unbedingt mit der Regelung der großen europäi­schen Probleme im engsten Zusammenhang steht. Die Dawespolitik, die zu der Londoner Vereinbarung ge­führt hat^ dürfte dementsprechend von Seiten der ame­rikanischen Regierung konsequent durchgeführt werden Wtb geeignet fein, den amerikanischen Einfluß auf die i»ach schwebenden Problem« erheblich zu verstärken. Bekanntlich hat Amerika auf der Londoner Konferenz den SchiedSgerichlsgedanken ohne weiteres angenommen 1 *nb wird {üafttgfrin bei den wichtigen Streitfragen die Rolle alS Schiedsrichter übernehmen. DieS gilt besonder- für den Fall seiner etwaigen neuerlichen Feststellung über deutsch« Verfehlungen, ein Problem, das mit der Entwicklung der Reparation-frage im «ngsten Zusammenhang steht. Wenn auch im all­gemeinen der Eindruck vorherrscht, daß Präsident Eoo- Bbge Frankreich gegenüber eine Politik de- loyalen Entgegenkommen- zu treiben becchsichtigt, so ist auf der «nb Industrie, sowie zur Bewältigung der Zucker» Omerikanischen Einfluß ähnliche Vorkommnisse toi« die Auhcbesetzung künftighin ganz unmöglich gemacht werden.

Auf Me zwischen den deutschen Inbustriekreisen jUd) der amerikanischen Finanzwelt gepflogenen pri­vaten Kreditverhandlungen wird di« amerikanische Re» Werung keinerlei Einfluß ausüben, da sie bekanntlich Wtde offizielle Initiative in dieser Angelegenheit von Anfang an abgelehnt hat. Trotzdem ist die gegen» ^oärtige Entwicklung der amerikanischen Regierungs» cholitik für den Stand der privaten deutschen Kredit»

(Nachdruck verboten.)

Sa» Rvsa-immr.

venezianischer Roman von S. von Adler-feld»Ballestrem.

40. Fortsetzung.

Sir Strompreise fn Marburg

- In der Stadt Marburg ist der Preis für Lichtstrom hetzt auf 50 Pfg. für di« Kilowattstunde festgesetzt! die Kraitstromvreise betragen für Kleinstrom 25 Pfg., ge­raffelt nach unten bis zu 12 Pfg. für die Kilowatt- Kunde. In diesem Preise ist die Gebühr für die Be. «itstellung der Zäbler enthalten, die in anderen Orten la Form von Zählermiete noch hinzu erhoben wird. Diese Zählergebühr ist ungefähr mit durchschnittlich

Pfg. für die Kilowattstunde zu veranschlagen, sodab bei einem Vergleich mit diesen Orten die Marburger .Preise um 2% Pfg. für Me ZLblergebübr gemindert j,©erben müssen und somit der reine Strompreis beträgt

f Die atme Marchesa wußte wirklich nicht, ob ;[le sich mehr darüber wundern sollte, daß ihr Gast F> viele Esel besaß oder warum sie alle Wiwigenz hießen. Zum Glück klärte seine Frau sie darüber «uf, indem sie mit einem vernichtenden Blick auf die srbeltenden GesichtSmu-keln der anderen scharf und

ohne Lächeln verkündigte, ihr Mann habe natür- Rch sagen wollen, was auf deutsch Ahnen hieße eine Erklärung, die nun auch die Marchesa hart ckn den Rand einer unauslöschlichen Heiterkeit brachte.

Dank solchen wiederholten Zwischenfällen, der Lnterhaltungsgabe der überwiegenden Mehrzahl des Bebten Kreise- und dem echt germanischen Bedürf- »isse Herrn von KrähenhausenS, eine Rede halten tu müssen, kn der er seine Gastgeber leben ließ, ver- Hef das Mahl recht angeregt und heiter, besonder? ba der besagte Toast grammatikalisch und wörtlich fehlerlos zum Ausbruch kam, was jedem ohne wei­teres die Bermutung aufdrängte, daß er von der besseren Hälfte de- Paares redigiert und von der stärkeren vorher auswendig gelernt und von der Gattin gründlich überhört worden war.

Im Haufe Terraferma war die englische Sitte -tngeführt worden, nach der die Damen die Tafel Mf ein Zeichen der Wirtin verlassen, während die Herren bei einem Glase Wein zu einer Zigarette Zurückbleiben, waS de« Borteil hat, daß die Ge- -ellschast in absehbarer Zeit wieder vereint ist und ba» stärkere Geschlecht für de« Rest deS Abends »icht durch seine ilbwesenhett im Rauchzimmer flänjt, wodurch der Zweck eine- gemeinsamen Bei- kmmenfeine bei un« in Deutsch d meist hin- Mllig gemacht wird.

Wenn mein Mann mehr Gelegenheiten tzehabt hätte, die französische Sprache zu üben, so Würden ihm Verwechslungen nicht passieren", er- , klärte Frau von Krähenhause« scharf, als sie kaum Auf dem Sofa neben der Marchesa saß.Wir Itben. der ungestörten Studie« meine» Manne» we-

Marburg a. £, Mittwoch, den 12. November

59. Mrg. 1924

für die Kilowattstunde Lichtstrom 47% Pfg., für Kraft­strom 22 ¥1 Pfg. finkend bis zu 9¥i Pfg.

Das Elektrizitätswerk in Gießen berechnet für die Kilowattstunde Lichtstrom $. Zt. 51 Pfg., für Kraitftrom 30 Pfg.; der Kraftsttomprei» gebt nach einer Rabatt­stala herunter bis auf 14.6 Pfg. Hierzu wird noch eine Zäblermiete erhoben von 40 Pfg bis ju 1 Jt im Monat.

Sn der Stadt Gaffel wird für Lichtstrom 45 Pfg, für Kraftstrom 34 Pfg. nach unten gestaffelt di» auf 20 Pfg. erhoben. Cassel rechnet für Zäblermiete pro Vierteljahr 1 <M bis 7,50 JL

Sn Marburg ist vor allen Dingen Wett darauf ge­legt, daß der Strompreis für das Kleingewerbe mög­lichst billig ist und so ergibt sich bei einem Vergleich der reinen Strompreise von Eießen und Gaffel folgendes Bild für niedergesvannten Strom in der Stadt:

Marburg Gieße«

Lichtsttom 47,5 4 51 4

Kraftstrom 1001 KWS. i Jahr 22,5 30 .

3000 KWS i Jahr 21,5 30

5000 KWS. i. Jahr 20,8 , 30

6000 KWS i Saht 20,4 30

12000 KWS. i. Sabr 16,5 21

24000 KWS. i. Jahr 10» . 1.

48000 KWS. i. Sahr 13,9 16,3

Gaffel

45

34

28

28

28

26

22

20

4

Diel Unklarheit herrscht in den Kreisen der Strom­abnehmer zur Zeit darüber, wie zur Zelt in den Groß­städten die Strompreise berechnet werden.

So berichtet ein Blatt, daß in Berlin der Strom­preis ohne Unterschied des Verwendungszweckes für 0,16 ,4t geliefert wird.

Der Berliner Tarif sagt aber hierzu folgendes:

Die Elektttzität wird zum Preise von 0,16 M pro Kilowattstunde ohne Unterschied und Verwendungs­zweck geliefert. Außerdem wird ohne Rücksicht auf den Stromverbrauch eine monatliche Grundgebühr erhoben, deren Höbe sich nach der Größe jedes in der Anlage aufgestellten Zählers richtet.

Diele Grundgebühr beträgt für einen Zähler von 1.1 KW. bei einer Spannung von 220 Bott, wie nrtr sie hier in Marburg haben. 5 M im Monat. Rehmen wir nun an, daß ein kleiner Stromabnehmer nur 5 KWS im Monat verbraucht, so ergibt sich für ihn fol­gende Berechnung:

Grundgebühr 5,00

5 KWS. ä 16 Pfg. 0,80

Gesamtausgabe im Monat 5,80 <4t

Die Kilowattstunde kostet also tatsächlich in diesem Falle 5,80 JL : 5 - 1,16 AL

Je größer der Stromverbrauch ist, je billiger wird der Strom Bei einem Verbrauch von 10 KWS. im Monat wurde sich folgende Berechnung ergeben: Grundgebühr 5,00

10 KWS i 16 Pfg 1,60

Gesamtausgabe im Monat 6,60 Ü .

Die Kilowattstunde würde also 6,60 M : 10 = 66

Pfg kosten

Eie Derrechnungsart mit dem sogenannten gebroche­nen Tarif wird augenblick in vielen Großstädten, 8. B. auch in München verwandt. Man kann den wirk­lichen Strompreis nur errechnen, wenn nicht nur der Preis für die Kilowattstunde, sondern auch für die Grundgebühr bekannt ist. Diese wird verschiedenllich festgestellt, entweder wie in Berlin, nach der Größe des zur Verwendung kommenden Zählers, oder auch nach dcm Jnstallationswett der Anlage. Am einfachsten und für den Stromabnehm-r am klarsten ui icdoch wohl immi* noch der einfache Tarif, wie wir i*m >.ür in Marburg nur zur Anwendung bringen, welcher in dem Preis» der Kilowattstunde alles^on.iüi', was zu ver­rechnen ist. Strompreis einschl. aller Getiüike.i sowie der Zäblerkosten.

Zu unserem Gasvreis von 2t Pfg. Jet zu bemerken, daß in einer kürzlichen Versammlung der Gaswerks- teiter durch eine Statistik festgestellt wurde tah .'in 785 Gasanstalten nur 9,2 Prozent einer. P: » ton it der 20 Pf» haben, während oft übr-r.ir Rotieri.ngen bis zu 40 Pig sich herauf bewegten.

gen, In einer kleinen Stadt, in der das Interesse selbst der höheren Kreise, in denen wir verkehren, für fremde Sprachen ein sehr geringe» ist. Ich muh da» mit dem größten Bedauern eingestehen, umso mehr, als sich in den Kreisen der Bourgeoisie ein ganz unpassender Geist eingeschlichen hat und so­gar ein Lesekränzchen existiert, in dem diese Leute klassische Dramen mit verteilten Rollen lesen!" >

Sie schloß diese unklare Rede mit einem ari­stokratisch sein sollenden Zurücklehnen, indem sie die Hände so auf ihren Schoß legte, daß man die Mandarinennägel daran In ihrer vollen Glorie be­wundern konnte.

Die Marchesa, die sich auf eine Unterhaltung über die tkbergriffe der Bourgeoisie nicht weiter ein- lassen wollte, machte nur ein verbindlicher:Oh, wirklich?" wmnit man ja so gut zur Tagesordnung übergehen kann, und fragte bann, wie sich Frau von Krähenhaufen in ihrer Wohnung eingerichtet habe.

Oh, ich baute", war die gedehnte Antwort. Wenn die Zimmer nicht so groß und hoch wären, würden sie gemütlicher fein. Man muß sich erst an die Marmorplatten der Tische gewöhnen. Für die Nacht- und Waschtische ist Marmor ja ganz praktisch, für den täglichen Gebrauch ist man ihn bet uns nicht gewöhnt. Auch nimmt man bei un» weißen und grauen Marmor. Dieser gelbe, schwarze und rötliche ist so so ungewohnt."

Diese Sorten galten als sehr kostbar", flocht die Contessa beiläufig ein.

So sagte Fiore", erwiderte Frau von Krähen­hausen von oben herab.Aber was kann solch ein junges Mädchen wissen? Di« Steinfußböden sind schrecklich, für unseren Geschmack wenigstens. Ich war, offen gesagt, ganz zufrieden mit meinem Zimmer im Hotel, aber Fiore redete von nichts an- anberem, als von einem alten Paläste. ES war bequemer im Hotel, das muß ich schon sagen. Man hatte auch mehr Aussicht. Wenn die Straßen hier wenigstens nicht mit Wasser gefüllt wären, so wäre eS für meinen Geschmack hübscher und melancho­lisch."

Ja diese mit Wasser gefüllten Sttatzen sind doch aber eigentlich charakteristisch für Venedig," murmelte die Marchesa entschuldigend.

Das erinnert mich an die nette Geschichte von einem fremden Paar, das heimkommend gefragt wurde, wie ihm Venedig gefallen habe. Die guten

Matbukgre 6taM$tihmg

Marburg, 12. November (Nebelung).

Aus dem Amtsblatt. Ernannt: der Bade- und Brunnendirektor des Bade» Em», Sie», zum Kurdir. be» Bades Nenndorf. Planmäßig ange­stellt: Ldj. a. Pr. Ludoviei in Oberlistingen. Ver­seht: KatastDir. Balzer von Bitburg nach Kirch­hain, die OLdj. Kalienke von Wellingerode nach Jestädt, Kothe von Fulda nach Neuenberg,- schall von Michelsrombach nach Hünfeld, Stünkel von Velen nach Flörsbach u. Ldj. Winderfeld von Jestädt nach Abterode. Landeskirchenamt: Er­nannt: Pfr. Hattendorf In Wehrda, Kirch.-Kr. Fulda, z. Pfr. der ttnterneuftäbter Kirch-Gmde. in Cassel, KirchKr. Cassel 1, Pfr. Zimmermann In Fulda z. Pfr. in Waldensberg, KirchKr. Gelnhausen.

Operetten-Gastspiel. Als zweite von den geplanten Aufführungen ging am Sonntag die s. Zt. viel genannte OperetteE v a" von Lehar in Szene. Lehars unbestrittene» Talent, welches sich besonder» In Behandlung des Orchester» dokumentiert, hat sich zum Teil auch hier bewährt. Vielleicht wäre Biele» besser gelungen, wenn ihm die Librettisten einen reizvolleren Stoff angeboten haben würden. Sie bauten auf seinesüße" Seite und wollten eigent­lich einen seriösen Unterton in der Operette versu­chen. Das ist ihnen aber daneben gelungen. Die Titelheldin ist ein von der Straße aufgelesenes Kind, das von den Arbeiter« aufgezogen und behütet wird. Der neue Fabrikherr, der mit lockeren Sitten au» Paris kommt, hat sein Auge auf Eva geworfen, die seinen Beteuerungen glaubt und in die Falle geht. Die Arbeiter stürmen da» Hau». Eva stellt sich ihnen entgegen und der Lebemann erlauft deren Abzug durch eine Notlüge, indem er Eva al» seine Braut ausgibt. Bi» hierher baut sich alte» folge­richtig dramatisch auf, aber nun kommt da» Son­derbare. Al» Eva sich getäuscht sieht, brennt sie nach Paris durch, um die Geliebte eine»plato­nischen" Herzogs zu werden, au» dessen Arme sie der Fabrikbesitzer reißt, der plötzlich Gewissensbisse bekommen hat. Ob diese echt sind oder ob er nur wieder eine Notlüge braucht, davon erfährt man nichts. Im zweiten Akt drohen die Arbeiter, das ist alles bitter ernst, garnicht wie in einer Operette, sondern wie in einem Kientopp. Mit dem dritten Akt fi eien die Textdichter au» der Roll« und reißen Lehar wieder zurück. Immerhin ist einige» ganz Schönes. DaS Auftrittslied der Eva im ersten Akt, welches die Sehnsucht nach dem fernen Glück malt, ist wirkungsvoll; auch ihr Lied von der Mutter, welche» zu einem sentimentalen Walzer überleitet, ein Pariser Marsch und ein TerzettGeschieden muß fein", ein Duett im zweiten Att sind die gesang­lichen Requisiten dieser Operette. Hauptsächlich aber in der Instrumentation glänzt der musikalische Esprit LeharS wie früher. Die Darstellung haftete schauspielerisch wie gesanglich sehr auf der Ober­fläche, auch die Sänger ließen viele Wünsche offen. Bon den Darstellern traten noch am vorteilhaftesten Eva, der Vorarbeiter und der Fabrikbesitzer in den Vordergrund. Die Musik war bestrebt, ihr bestes zu geben, unterlag aber rhythmischen Schwankungen. Die Aufnahme feiten» des Publikums war nicht di«, wie man sie vielleicht erwartet hätte. mm.

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# Halle, 8. Nov. In Gegenwart des Rektors und des Senat» der Universität, des Präsidenten der Handelskammer und der Spitzen der Behörden wurden heute die neuen Räume der w iss e n s ch aft l iche n Abteilung der Münzhandlung A. Rieck- mann 4 Go. einseweiht und von der Univerfität zur Mitbenutzung übernommen. Die Abteilung umfaßt eine ( nnnismatische Bibliothek von vielen Tausend Bänden, grobe Sammlungen von Givsabgüsien von Münzen und iimiiiiihiiiih inmii mn .............. iiwit

Leutchen erwiderten, daß sie darüber eigentlich nicht» sagen könnten, denn sie hätten leider gerade eine große Ueberschwemmung angetroffen und seien ge­nötigt gewesen, in einem Kahn ins Hotel zu fah­ren. Natürlich wären sie dann gleich wieder abge­reist, denn was hätte man davon, und eS sei auch ungesund," erzählte die Contessa.

Frau von Krähenhausen zuckte zu dieser lusti­gen Geschichte nur vornehm mit den Achseln und meinte, so ganz unrecht hätten diese Leute nicht; sie selbst hätte sich Venedig mit weniger Wasser vor­gestellt und müsse schon gestehen, daß sie etwas enttäuscht sei.

Ja, warum sind Sie bann überhaupt herge­kommen und haben zum mindesten nicht darauf be, standen, im Hotel zu bleiben?" erkundigte sich die Contessa lachend.Da Ihr Wunsch doch der aus­schlaggebende ist, so wäre e» leicht gewesen, Fior« zu überstimmen!"

Frau von Krähenhausen bekam einen kleinen Hustenanfall.Was will man denn machen, wenn man doch einem fremden Gast gefällig sein möchte," Sie glauben nicht, wa» für ein Phantasie dieses Mädchen hat und wie sie betteln kann, wenn sie etwas haben will! Kaum, daß wir sie bet uns ausgenommen hatten, das arme Ding, heimatlos, wie sie war, da sprach sie von nicht» als von einer Reife nach Venedig. Gut machen wir ihr die Freude, sagte mein Mann. Schon unterwegs fing sie an, von einem Palaste zu schwärmen, und wieder gab mein Mann nach, als wir durch Sie wußten, daß man einen solchen Palast mieten kann. Und wenn mein Sohn kommt und sie setzt sich in den Kopf, ihn zu heiraten, so würde mein Mann wahrscheinlich auch Ja und Amen dazu sagen," schloß sie mit einem stechenden Blick auf ihre beiden Zuhörerinnen und auf das Objekt ihrer Klagen, daS mit Donna Lore­dana zusammen in einer fernen Ecke de» Salons eine sehr reizende Gruppe bildete.

Die Marchesa folgte diesem Blick und lächelte. Nun", meinte sie,vielleicht setzt Ihr Herr Sohn selbst sich einen solchen Wunsch in den Kopf."

Mein Sohn ist infolge seiner überlegenen und außergewöhnlich entwickelten Geistesgaben erhaben übet die Eindrücke eines hübschen Lärvchens. Er sieht nur auf den Geist und inneren Wert," ver­kündigte die stolze Mutter eine» solchen Sohnes mit Nachdruck.

Medaillen aller Zeiten und eine Sammlung oo« Fälschungen. Zu Studien und Lehrzwecken für die Ah, teilung werben 88 nunismatische und historische Zeit» schritten gehalten. Professor v. Bahrseldt, bet wissenschaftlich« Leiter der Antikenabteilung der Firm» Kielt einen fesselnden Vortrag über Münzen und Me« daillen als Quellen und Urkunden, bet durch eine groß« Ausstellung illustriert wurde.

-st- Wien, 8. Nov. Siegfried Wagner, der vor­gestern hier eingetroften ist, dirigierte beute im Kon­zertbau» fein erstes Werbekonzert für den Bayreuth­fonds. Das Stnfoniorchester erntete brausenden Seif al des überfüllten Hause». Dem Dirigenten wurden Lom beerkränre überreicht. Der deutsche Gesandte unG mehrere Mitglieder der deutschen Gesandtschaft wohn« ten dem Konzert bei.

E^^^^Geschüfttiche"Mitteilungen. '

Die Versicherung gegen Wreitttxit.

ist von jeher ein Problem gewesen, das zu lösen sich viele zur Aufgabe gefetzt hatten. Für die hanbarbei« tenbe Bevölkerung ist eS auf reich-gesetzlicher Grund­lage gelöst. Di« Angestelltenschaft hat sich von btt reich-gesetzlichen Krankenversicherung abwei­chend« DersicherungSeiurichtungen in den VerufSkran« fentaffett geschaffen. Die größt« derselben und übet ganz Deutschland verbreitete ist dieDarmerErsatz- lasse. Ihr Sntwickelungsgang ist auf dem Ersatz« taffengebiete geradezu beispiellos. In da- Jahr 192t trat sie mit einem Mitgliederbestand von 11655, anl 1. Januar 1924 hatte sie 183 152 Mitglieder. Allein im Jahre 1923 hat die Barmer Ersatzkass« 65139 Mitgliederzugänge zu verzeichnen, ein treffliche- Zei­chen der Beliebtheft, deren sich die Barmer Ersatzkass« erfreut. Mit ihr in Organisation-- und GeschästS- führungsgemeinschast steht die Barmenia, Versiehe« rungsbank für Mittelstand und Beamte. Sie hat es sich zum Ziele gesetzt, die durch keinerlei gesetzlich« Maßnahmen geförderte, aber auch deshalb nicht be­schränkte Krankenversicherung deS Mittelstände» und der Beamtenschaft ihrer Lösung entgegenzusühren. 2lu| gemeinnütziger Grundlage al« Versicherung-Verein auf ®egenfeiti(jtett begründet, sind Me Versicherung-lei- stungen auf die besonderen V? ' .".Ititiffe de» Mittel­stände- zugeschnitten. Keinen.. Ersparnisse, wie ft« bei den gesetzlichen Krankenkassen an bet Tagesord­nung. kommen bei bet Barmenia in Betracht, also lei» irgendwie geartete- Kafsenscheinwesen, keine Arzt«. Arzneibefchränkung ufto. Die Versicherung wird weder für den Arzt noch sonstwie in irgend einer Weis­sichtbar. Di« Barmenia ist unzweifelhaft bi« voll­kommenste Mittelstand-Versicherung, bi« bi- jetzt vov-

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Gute Schaufenster- Beleuchtung ist beste Rimdenyiterbung.

Das Licht mup blendungsfrei angebracht sein.

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Fiore hat mir immer den Eindruck gemacht, all. ob sie diesen Forderungen entspräche", bemerkte di» Contessa anerkennend, aber nicht ohne eine klein« Schärfe, denn sie fing an, sich über diese Fra» zu ärgern, die sie bisher nur amüsiert hatte, und in Gedanken setzte sie hinzu: Bewahre der Himmel das arme Mädchen vor solch einer Schwiegermutter?

Der Eintritt der drei Herren machte diesen Ge­danken ein glückliches Ende und während die Die­ner den Teetisch hereinbrachten, suchte und fantz Windmüller Gelegenheit, mit Donna Loredana ab­seits von den anderen Gruppen ein kleine» Ge­spräch zu führen.

Ich bin so neugierig, zu erfahren, ob Sie schon etwas in der heute mittag von Ihnen übernommene« Ausgabe getan haben." begann er mit eifriger Harm­losigkeit.

Ich habe den ganzen Nachmittag die hand­schriftliche Chronik, die mein Urgroßvater übet unser Haus und unsre Familie hinterlassen hat, durchgesehen", erwiderte Donna Loredana beretttotl« ligst. Sie enthält ehre ausführliche Schilderung de» Palastes, von dem er unter anderem schrieb: Ma« sagt, daß da» Hau» geheime Gänge, Treppen ttt* Gemächer besitzt, und daß ein geheimer Plan da­von ausgezeichnet ist, der wohl im Laufe der Zett verlorenging, denn ich habe ihn nicht finden kön­nen. Da» ist alle», Herr Dottor. Aber ich werd« weitersuchen, und e» wäre wundervoll, wenn ich diesen Platz entdeckte."

Sie würden sich damit den Dank Ihrer gan­zen Familie verdienen", sagte Windmüller ernsthaft und fügte mit gedämpfter Stimme hinzu, indem er Donna Loredana fest ansah:Wir müssen Ihre Frau Schwägerin finden e» ist von größtem Interesse für ihren Herrn Bruder. Glaube« Sie, daß es zum Beispiel möglich wäre, daß di« Donna sich hier im Hanse verborgen hält?"

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